Auslöschung - Kritik

Annihilation

Du
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    Melancholerikerin 14.10.2018, 23:12 Geändert 14.10.2018, 23:14

    Langweiliges, unlogisches, "ödes" und tw. unfreiwillig komisches Phillip K. Dick- Wannabe.

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    • 7 .5

      Alex Garland ist auf jeden Fall ein bleibendes Erlebnis. Ähnlich wie letztes Jahr Darren Aronofsky mit seinem "mother!" schafft hier Garland ein vielschichtiges Stück Kino mit viel Symbolik und Freiraum für Interpretation. Die Selbstzerstörung der Protagonisten ist hier der Fokus und wird uns in und anhand der wunscherschön anzusehenden Area X präsentiert. Diese ist gespickt mit Wundern und Monstern. Einzelne Szenen sind wahnsinnig schockierend und brennen sich nachhaltig ins Gehirn ein. Im Endefekt ist der Film ein intelligentes Leckerbissen fürs Auge, kann aber teilweise mit seiner Symbolik etwas verwirrend sein.

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      • 6 .5

        Während mir Grundgedanke, Optik und Cast super gefallen haben, ging mir die zerstückelte Erzählperspektive leider zunehmend auf die Nerven. Linear hätte mir der Film deutlich besser gefallen, keine Ahnung ob sich da halbherzig bei Arrival bedient werden sollte oder was da los war... Bringt dem Film genau 0 Mehrwert.

        • 5 .5
          Fudibru 01.10.2018, 17:25 Geändert 01.10.2018, 17:25

          Hm, bin etwas zwiegespalten, eigentlich gar keine schlechte Idee, aber mit dem Ende des Films kann ich mich so gar nicht anfreunden. Viel zu viel Raum für Spekulationen und Eigeninterprätationen...

          • 7 .5

            Spannend gescheiterte Allegorie auf Depressionskrankheiten, weit mehr als nur ein filmgewordener Bechdel-Test. Was immer Garland hier wollte, er hat es nicht geschafft - aber dafür ein schön sprödes, aufgespultes Ding gemacht, das sich einfach nicht von Konventionen (Zombie-Bär? Tatzen-Spläddah?) lösen will und dennoch immer neben der Kappe bleibt. Der erwartungsgemäß tolle Score von Geoff & Ben dröhnt das Unbehagen in die Weirdness, so daß am Ende mehr bleibt als nur der flüchtige Thrill des Fremdartigen. Stark gespielt, insbesondere von Jennifer Jason Leigh, die komplett in einer unzugänglichen, unempathischen Figur verschwindet und dadurch viele Fragen aufwirft. Mochte ich sehr.

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            • 5 .5

              Spoilt mitunter!!
              Schöne Bilder, angenehmer Score, super Zombiebär, halbwegs orginelle Idee einer DNA-Knacker/Einverleiber Area 51b und jede menge halbgares pseudophilosophisches Sinn des Seins Gequassel, ich denke also wo bin ich ?, oder wahlweise wie war ich ?, oder sollte es überhaupt so sein wie´s nicht ist ?.
              Aber keine Sorge, vor ´ner M16 und Handgranate kapituliert dann auch Area 51b.

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              • Einer der allerdümmsten Filme aller Zeiten, sozusagen duplizierter Schwachsinn im Quadrat, bei dem die Darsteller auf fast alle Fragen mit „ich weiß nicht“ antworten. Wenn ich jetzt gefragt würde, warum ich mir das bis zum bitterlich dämlichen Ende angesehen habe sage ich: „Ich weiß nicht. Echt nicht.“
                Und warum haben hier so tolle Schauspieler wie Nathalie Portman mitgespielt, warum hat Netflix das gekauft, immer wieder die selbe Antwort...
                Also Leute, wenn ihr euch rosa- blassblaue Leuchtblubber oder mutierte Bären anschauen möchtet, endlos in die aufgerissenen Augen von Nathalie starren, oder ziemlich melancholisch antwortlose Fragen stellen, dann bitte.
                Ach ja, dieses Leuchtzeug wird der „Schimmer“ gennant. Warum? Keinen Schimmer.

                • 7

                  Mit dem Science-Fiction-Genre habe ich eher weniger am Hut, aber auf „Auslöschung“ war ich definitiv gespannt. Das liegt an den teilweise überragenden Kritiken, die aber durch manch eine schlechte Meinung auch wieder etwas relativiert wurden. Ansonsten fiel „Auslöschung“ natürlich noch deshalb auf, weil er in Deutschland nicht in die Kinos kam da er von Netflix aufgekauft wurde. Das Endprodukt ist interessant und gut, in meinen Augen aber auf keinen Fall überragend.

                  Die Handlung basiert auf einem Roman, den ich nicht kenne und deshalb kann ich hier auch keinerlei Vergleiche ziehen. Scheinbar gibt es vom Roman mittlerweile Fortsetzungen, aber „Auslöschung“ ist als einzelner Film konzipiert. Es geht im Grunde genommen um eine ganz simple Handlung. Auf der Erde breitet sich etwas aus, dass von allen nur als „Schimmer“ bezeichnet wird. Wer diesen betritt, ist bisher nicht zurückgekehrt und aus gewissen Umständen begibt sich auch die Biologin Lena in den Schimmer. In diesem gelten unsere normalen Naturgesetze nicht, es gibt seltsame Mutationen und es ist kein Geheimnis, dass es sich hier scheinbar um etwas Außerirdisches handelt. Nun ist die Aufbereitung wirklich interessant. Ich las etwas davon, dass „Auslöschung“ für ein Mainstreampublikum zu intellektuell und kompliziert sein soll, aber wenn dem so ist, dann sehe ich für die Menschheit echt keine Chance mehr. Man braucht kein großes Wissen aus der Wissenschaft um dem Drehbuch folgen zu können. Was erklärt werden muss, wird erklärt und der Rest ist sowieso ziemlich transzendent. Es gibt keine große Auflösung, man muss sich auf dieses Szenario einfach einlassen. Mir fehlte daran irgendwie das Besondere, aber ansonsten war es interessant der Handlung zu folgen.

                  „Auslöschung“ ist handwerklich gut gemacht und besitzt einen recht langsamen Aufbau, den ich allerdings als sinnvoll erachte. So wird auch desöfteren mit Rückblicken gearbeitet, was die Geschichte nicht ausbremst, sondern ihr noch etwas Hintergrund verleiht. Lediglich von der visuellen Umsetzung war ich teilweise etwas enttäuscht. Diese Landschaft mit ihren Mutationen hätte man meiner Meinung nach eindrucksvoller gestalten können. Erst im Finale setzt man das optisch endlich beeindruckend um. Da ist der Schauwert dann echt enorm. Das große Geheimnis, um die Existenz des Anderen, welches sowieso nicht aufgelöst wird, sorgt für etwas Unbehagen und auch für etwas Spannung, wobei mir nicht alles daran gefallen hat. Angriffe von mutierten Riesentierchen hätte ich persönlich nicht unbedingt gebraucht. Da wird die Gefahr doch irgendwie zu greifbar und so verliert das etwas von seinem Mysterium. Gerade im Finale hat man das spannender gelöst und hier war ich für kurze Momente wirklich gefesselt. Ich wurde eigentlich echt gut unterhalten, aber trotzdem besitzen die zwei Stunden Laufzeit so ihre kleinen Längen.

                  Das liegt vielleicht auch daran, dass ich mit den Figuren nicht sonderlich viel anfangen konnte. Bis auf Natalie Portman scheint hier niemand besonders wichtig zu sein. Man versucht zwar ein kleines Profil zu erstellen, dennoch bleibt das oberflächlich und echte Sympathien entstanden bei mir nicht. Eigentlich hat auch nur Portman darstellerisch etwas zu tun, das macht sie aber gewohnt souverän. Man hätte sie auch alleine in den Schimmer stecken können, denn Figuren sind hier nicht so wichtig. „Auslöschung“ lebt eher von seiner Stimmung. Teilweise war das für mich sogar fast mehr Horror, als Sci-Fi und durch den passenden Einsatz vom starken Score kommt es immer mal wieder zu echt bedrohlichen Szenen. Das ist sogar gar nicht mal so harmlos und besitzt ein paar recht deftige Szenen. Dann kommt noch das komplett offene Ende, welches man nicht unbedingt als happy bezeichnen kann, doch das passt zu diesem recht düsteren Streifen gut. Bin ja mal gespannt, ob das irgendwann noch irgendwie eine Fortsetzung nach sich zieht.

                  Fazit: „Auslöschung“ ist ein interessanter, düsterer und bedrohlicher Sci-Fi-Film mit einer Story, die auf der einen Seite dünn erscheint, auf der anderen Seite aber auch viel Potenzial hat. Größtenteils hat man dieses gut genutzt. Mir waren zwar die Figuren irgendwie egal und kleinere Längen besitzt der Film auch, aber besonders das Finale macht wieder einiges gut und auch zuvor gibt es Szenen, die packend sind. Die Effekte sind teilweise sehr stark, teilweise aber leider auch etwas lahm, doch an der handwerklichen Umsetzung gibt es nicht viel auszusetzen. Auf jeden Fall habe ich die Sichtung nicht bereut, selbst wenn „Auslöschung“ für mich nicht den Überflieger darstellt, wie für manch anderen!

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                  • 5 .5

                    Komplizierte Erzählstruktur. Idee ganz gut. Umsetzung: Geht so. (Vgkm.12.03.2018)

                    • 7

                      Ich höre mich gerade auf Youtube durch die Lovecraft-Hörbücher, was so spannend wie erhellend ist. Der Einfluss von Lovecraft ist offensichtlich viel, viel stärker, als man schlechterdings denkt. Nur weil nicht in jeder Umsetzung ein "Chtulu" Krakenkopf herumtapst, heißt es nicht, dass nicht Lovecraft für viele Geschichten die Grundgerüste geliefert hat.

                      "Auslöschung" ist ziemlich exakt eine Umsetzung seiner Kurzgeschichte "Die Farbe aus dem All". Zwar wurde Story und Figuren ordentlich umgestrickt und auf 2018 umgedengelt (vor allem Gendermäßig aufpoliert, wenn man auch das White-Washing mal wieder nicht lassen konnte). Dennoch ist die Grundstruktur von Lovecraft deutlich zu erkennen.

                      Alles in Allem kam ein etwas überbemüht kreativer Film heraus, der durchaus seinen Platz hat. Dennoch - irgendwie wollte der Funke nicht überspringen. Vielleicht war es alles zu Viel des Guten.

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                      • 8

                        Endlich hats sichs mal gelohnt, was recht Zähes bis zum Ende weiterzugucken...die spacige letzte halbe Stunde reißt alles zum Positiven raus...für den atmosphärischen Soundtrack gibts auch noch mal Zuschlag...

                        • Science-Fiction ging in der Kulturgeschichte schon oft Hand in Hand mit der Philosophie. In der Literatur denkt man da besonders an die Werke von Stanislaw Lem. Aber nicht nur seine verfilmten Büchern, sondern auch Filme wie “Stalker” (1979) von Andrej Tarkowski, Kubricks “2001: Odyssee im Weltraum” (1968) und “Moon” (2009) zeigen, dass Science-Fiction mehr kann als Weltraumschlachten. Der neueste Film von Alex Garland – Auslöschung (OT: “Annihilation”, USA/UK, 2018) gehört ebenfalls zu dieser Art Filme und wurde deshalb aus den deutschen Kinos verbannt.

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                          • 6 .5

                            Interessant aber zu ruhige Erzählweise.

                            • 6 .5
                              Charlie_Firpo 13.08.2018, 10:12 Geändert 13.08.2018, 10:47

                              Sehr schwer diesem Film eine Punktzahl zu geben, schwankt er doch ständig zwischen 4 und 8.

                              -Spoiler-

                              Auf der einen Seite:
                              das übliche. 5 gehen rein, einer dreht immer durch, der ein oder andere stirbt (am besten noch als tragischer Held) und die Hauptfigur kommt wieder raus. Alles schon zig mal gesehen und das oftmals auch besser als hier. Das Thema Logik lasse ich komplett außen vor.

                              aber:
                              die Idee mit der durch eine Art Krebsgeschwür mutierten Welt, die zugleich beängstigend, schön und faszinierend ist, gefiel mir sehr gut. Der schreiende "Bär" brachte sogar noch Gänsehaut und nen kalten Schauer hervor und die eingewachsenen Personen nen leichten shocker Moment.

                              leider:
                              wurde diese faszinierende Welt überhaupt nicht weiter verfolgt obwohl eine Handvoll Wissenschaftler (warum und mit welcher Qualifikation auch immer) hinein gingen, was sehr schade ist da sie sehr viel Potential hatte (erinnerte mich ein wenig an Avatar).
                              -Der Zeitsprung
                              -Die Pflanzen und Tierwelt
                              -Die Auswirkung auf den menschlichen Körper und die Psyche
                              -Das Geschwür an sich
                              -Die Ausbreitung
                              -Die Herkunft
                              -Das Schicksal der vorherigen Expeditionen
                              So viele Themen, so viel Potential und nichts wurde angegangen. Je länger ich darüber nachdenke, desto wütender werde ich über diesen Film (hab an dieser Stelle von 7 auf 6,5 Punkte reduziert).

                              und dann:
                              das Ende. Hmm der eine mag es Kunstvoll/Anspruchsvoll nennen, der Andere eher peinlich, billig, primitiv, verstörend und unpassend. Ich hab mich noch nicht ganz entschieden, tendiere aber eher zu Zweitem. Die primitive Zerstörungswut musste natürlich auch hier ausgelebt werden und das offene Ende lässt nichts gutes erahnen.

                              -Spoiler Ende-

                              Diese Story als Film umzusetzen war m. M. nach ein großer Fehler. Als Serie hätte man das riesige Potential vollständig ausschöpfen können. Schade drum!

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                              • 5

                                ... so hohe Bewertungen, das kann nicht euer Ernst sein. Mann muss sich nur mal anschauen, dass hier n Gruppe Starschauspielerinnen mit MGs bewaffnet losrennt und wie blöde auf alles schießt was sich bewegt, um die Lichtjahre Entfernung zu Filmen wie etwa STALKER zu erkennen. Sorry, für den Vergleich, den sicher kein Film standhält, aber wie kann man dann hier eine 8 oder 9 vergeben, dann müsste STALKER eine 15 bekommen. Also bitte Leute, bleibt aUF DEM bODEN:

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                                • 4 .5
                                  thrillseeker83 16.07.2018, 11:49 Geändert 16.07.2018, 11:51

                                  Das Niveau von Garlands ex machina konnte er hier nicht halten. Im Gegenteil, visuell und atmosphärisch beeindruckend und eine gute Grundidee ist praktisch das einzige was positiv zu vermerken sind. Die eklatanten Logiklöcher sind einfach nicht zu ignorieren. Ein Team von Wissenschaftlern das aus traumatisch vorbelasteten, emotionalen Frauen besteht, die weniger an ihrer Mission, sondern mehr an Tratsch und Gefühlsdusselei interessiert sind und auch sonst alles andere als wissenschaftlich vorgehen, viele Handlungsstränge, die unbeantwortet bleiben, viele Fragen die auftauchen bleiben ebenso unbeantwortet und ein Ende das bestenfalls vage eine Auflösung des Vorangegangen anzudeuten vermag. Nichts wurde hier zu Ende gedacht und gemacht. Selbst Portman wirkt lustlos.
                                  Schon seit Alien: Covenant wird der Zuschauer beleidigt indem angeblich speziell ausgebildete Profis/Wissenschaftler zwar einen klaren Auftrag haben aber stattdessen nichts besseres zu tun haben, als beleidigt, ziellos, peinlich unprofessionell und wortkarg durch die Szenerie zu stolpern im wahrsten Sinne.
                                  Es besteht wohl der extreme Hollywood-Zwang Dummheit und Gefühl statt Professionalität in der Handlung zu inszenieren. Effekte ja, Storyboard nein.

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                                  • 8
                                    d3af 01.07.2018, 01:39 Geändert 01.07.2018, 13:50

                                    Ich würde den Film in 2 Teile aufteilen die atmosphärisch irgendwie nicht so recht zusammengepasst haben.
                                    Teil 1: Alles bis auf das Ende im Leuchtturm
                                    Teil 2: Das Ende im Leuchtturm

                                    Spoiler!

                                    Teil 1 war eine mystische, etwas surreale Reise durch den Schimmer mit "Monstern". Hätte von mir ne solide 7 bekommen.

                                    Teil 2 war wohl der beste Alien/Mensch Kontakt den ich je in einem Film gesehen habe!
                                    Endlich mal keine Tentakel-Viecher die mit Lasern ballern sondern ein komplett surreales Ereignis was viel mehr Fragen aufwirft als es beantwortet. Und genau so muss es doch sein! Eine Lebensform die SO anders ist als die uns Bekannten, dass man als normaler Mensch/Zuschauer komplett verwirrt ist und händeringend versucht das unbegreifliche zu greifen. Was ist es? Was will es? Warum macht es das? Die Mimikri-Szene war SO geil! Die Atmosphäre war elektrisierend der Sound perfekt gewählt. Ich glaube im Kino hätte mich die Szene mega weggeflasht.
                                    Interessant fand ich auch, dass das Alien/die außeridische Energieform scheinbar irgendwie gar keine richtige Intention hatte bzw. keine echten (bösen) Absichten bzw. überhaupt irgendwelche BEWUSSTEN Absichten. Das passierte auf eine gruselige Art irgendwie automatisch.

                                    Der erste Teil war aber irgendwie viel zu konventionell (mit den Monstern) als das er zu diesem surrealen Ende gepasst hätte.

                                    Für diese erfrischend andere Darstellung einer außerirdischen Lebensform gibts von mir nochmal einen Bonuspunkt.

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                                    • 6 .5

                                      Was mir gefallen hat waren die Farben und Mutationen im Schimmer, tolle Blumen, diese weissen Rehe mit Ästen als Geweih. Auch die Frauenpower fand ich gut, leider zerfällt die Gemeinschaft schnell, das fand ich dann sehr schade. Der Film halt leider auch Längen. Ich hätte mir etwas mehr Forschergeist bei den Ladys erhofft, man den Mutationen auf den Grund geht und man mehr von diesen tollen bunten Gewächsen und Kreaturen zu sehen bekommt.
                                      Die Story selbst war nicht gerade vielschichtig, einige Personen etwas zu flach dargestellt. Das Ende zu schnell und zu einfach! Ich finde man hat einiges an Potenzial verschenkt.

                                      • 4 .5

                                        Ich wollte diesen Film wirklich gut finden, aber irgendwie passt hier nichts zusammen. Eine oberflächliche Love-Story trifft auf einen dünnen Abenteuerfilm-Plot, ein bisschen Splatterfilm und entwickelt sich zum esoterisch-abstrakten Kunstfilm. Was mich am meisten störte, waren aber die völlig unmotiviert eingestreuten Plot-Twists und unzählige Storyfäden, die am Ende unausgeführt bleiben. Wir sehen eine sich ausbreitende Sphäre des Übernatürlichen, Gedärme, die zu Würmern wurden, Krokodile mit Haigebiss, Zombie-Bären, durchsichtige Fische, bunten Pilzbewuchs, Menschen die über Nacht wahnsinnig werden, Blumen in Menschengestalt, Aliens die Menschen klonen, und der Film liefert für keines dieser Phänomene auch nur den Ansatz einer Erklärung, außer "weiß nicht, irgendwas mit Mutationen".

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                                          Markbln 17.06.2018, 21:02 Geändert 30.06.2018, 23:40

                                          Abgesehen von Portmans vielschichtiger Darstellung ist die AUSLÖSCHUNG ziemlicher Mumpitz. Das fängt damit an, dass fünf durchschnittlich intelligente Frauen ohne jegliche Schutzkleidung in eine befremdlich strahlende Aerea x marschieren, aus der zuvor niemand lebend raus kam. Und endet mit einem unfreiwillig komischen Alienauftritt, der an Ausdruckstanz deutscher Theater AGs in den 80ern erinnert. Da kann selbst die in Flammen stehende geliebte Jennifer Jason Leigh nichts mehr reißen. Auch wenn's noch so sommersonnengelb bebildert ist.

                                          Alex Garlands neuer Film ist beileibe nicht so interessant wie sein Vorgänger Ex Machina. Er ist nur ein weiteres typisches Filmbeispiel, das mit vagen Andeutungen vermeintlich tief philosophische und metaphysische Themen suggeriert, die keinerlei Ausarbeitung erfahren und substanzlos bleiben.

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                                            Osmium 16.06.2018, 16:08 Geändert 19.10.2018, 21:41

                                            "I don't know."
                                            Diese häufig im Film gefallene Aussage war auch was mir zunächst in den Sinn kam als ich mir Gedanken über die Bewertung machte. War das gerade gesehene nun große Kunst oder pseudo-intellektueller Fluff? Je mehr ich drüber nachdenke, umso ärgerlicher wird meine Haltung zum Film.

                                            Das fängt schon mit dem Verhör zu Beginn an, das eigentlich schon unnötig die ganze Handlung spoilert. Lena ist verstört und als einzige von einer Expedition zu einen fremdartigen Ort zurückgekehrt, in dem offenbar die Naturgesetze etwas anders laufen. Die anderen Expeditionsteilnehmer sind entweder tot oder vermisst. Mit Spannung darüber wohin die Handlung führt ist da eigentlich schon Sense. Wozu habe ich eigentlich die Trailer und Zusammenfassungen vorher extra gemieden?

                                            Der ganze Umgang mit dem Phänomen ist unglaubwürdig. Geheimhaltung über 3 Jahre für so ein riesiges Areal in bewohnter Gegend mit so deutlich sichtbaren Auswirkungen (allein schon der Schimmer) kann man im Internet- und Satellitenzeitalter vergessen. Expeditionen hat man jede Menge hineingeschickt, die sind aber nie zurückgekehrt und haben keine Daten geliefert. Warum bleibt man eigentlich nicht erstmal knapp hinter der Grenze, wo man Daten über ein Kabel oder Sichtkontakt übermitteln und kurzfristige Auswirkungen studieren könnte? Darüber, dass ein längerer Aufenthalt gefährlich ist scheint man sich ja einig zu sein. Um den Leuchtturm als Usprungsort zu erreichen schickt man die Expedition aber erstmal auf einen Fußmarsch von einer Woche durch den Sumpf. Wie wär's mit einem Helikopter oder einer Anlandung von der Meerseite?

                                            Auch die ganzen eingestreuten wissenschaftlichen Fachbegriffe klingen schlau, erklären aber eigentlich nichts. Die DNS wird hier analog zu Licht gebrochen und mutiert. Ausgewachsenen Alligatoren wachsen dadurch weitere Zahnreihen, Eingeweide werden zu Würmern und Menschen verwandeln sich in Pflanzen, bei denen wegen der Hox-Gene die äußere Gestalt erhalten bleibt. Sorry, aber so funktioniert Genetik einfach nicht. Das ist ähnlich plausibel wie die Superhelden, die nach radioaktiver Verstrahlung plötzlich ihre neuen Kräfte entdecken. Eine Biologie-Professorin sollte es besser wissen.

                                            Unter moderne Kunst fällt dann wohl die letzte halbe Stunde bei und im Leuchtturm. Die visuellen und akustischen Effekte nehmen überhand, wirklich billig und absurd wirkt dann der "Tanz" mit der Doppelgängerin. Hätte auch gut als Einspieler für abstrakte Kunst auf arte laufen können.

                                            Insgesamt fühle ich mich in den Deutschunterricht in der Oberstufe zurückversetzt. Da war es oft Aufgabe möglichst phantasievoll etwas in Romane und Theaterstücke zu interpretieren. Bei 'Auslöschung' scheint der Konsens eine Allegorie auf Selbstzerstörung zu sein. Die wiederholten Rückblendungen in die Beziehung von Lena und Kena sollen uns dann wohl weismachen, dass Kane sich als Reaktion auf die Affäre seiner Frau freiwillig für ein Himmelfahrtskommando gemeldet hat?!

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                                            • 6

                                              An und für sich ist die Geschichte von AUSLÖSCHUNG nicht schlecht.
                                              Es hat sehr viele Bilder und Kameraeinstellungen. Die einzelnen Szenen werden gemächlich erzählt und man nimmt sich Zeit für jede einzelne Einstellung. Man merkt auch, dass die Figurenzeichnungen von jeder Schauspielerin, ein Geheimnis mit sich trägt, dass nach und nach offenbart wird. Das macht es auch ein bisschen spannender für den Erzählstrang. Alex Garland versteht es auch die Special Effects perfekt in Szene zu setzen. Die Effekten sind sehr farbig und man merkt auch dabei, wie er dabei die Spannung auflädt. Die Wesen sind zwar sehr schön, obwohl man weiss, das gleich in der nächsten Szene nicht auf die Schönheit vertrauen kann. Auch der Sinn des Lebens ist eine Message von Garland. Von wo kommen wir und wohin gehen wir. Leider zögert Garland die Geschichte manchmal zu sehr heraus und wartet dann vergeblich bis Garland zum Punkt kommt. Auch die Schauspielerinnen sind sehr gut ausgewählt und man merkt, dass jede der Frauen einen schweren Rucksack zu tragen haben.
                                              Fazit: Ein leiser und langatmiger Film über die Existenz und das Schicksal von verschiedenen Frauen bringen zwar Stimmung, aber ein bisschen mehr Action hätte man den Film schon gegönnt!

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                                                Eine film wie eine erfahrung..spannend..mutig weil unkonventionell und erinnert an tarkovskys meisterwerk jedoch ohne sich in dessen olymp einzugliedern

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                                                • 6
                                                  Ecto1 24.05.2018, 13:17 Geändert 24.05.2018, 15:22

                                                  Dass hier spannende Fragen unbeantwortet bleiben liegt in der Natur des Plots. Dass viele aber surreal mit einzigartig verwechseln oder abstrakt mit innovativ nicht.

                                                  "Annihilation" bietet eine spannende Ausgangslage, wirkt am Ende aber zu bemüht um aussergewöhnlich zu sein. Ein Film der zwischen Genie und totaler Belanglosigkeit pendelt und es hätte mich nicht gewundert, hätte man hier eine absolut platte Auflösung aufgetischt.

                                                  Auf selbige wurde zu weiten Teilen komplett verzichtet, genau so wie auf Erklärungen warum ein Event diesen Ausmasses nicht von anderen Nationen o.a entdeckt worden ist.

                                                  Alex Garland kann man keinen Vorwurf machen, er hatte nicht mehr Material zum arbeiten, da zum Zeitpunkt der Produktion noch nicht bekannt war dass die Geschichte in Buchform eigentlich eine Trilogie sein sollte. So wirkt der Film an vielen Stellen subtil unfertig, oft etwas gehetzt und manchmal wenig schlüssig.

                                                  An vielen Stellen bedient sich "Annihilation" auch bekannten Genre-Klischees und bietet bis auf das tolle - aber auch überzeichnete - Ende, nur wenige Überraschungen. Gross auftrumpfen kann hier der Cast, durch diesen die Figuren einen klaren Charakter bekommen, welcher auch ohne viele Worte auf den Zuschauer prasselt.

                                                  Nur wirken einige fragwürdige Entscheidungen der Protagonisten dadurch eher störend und man möchte dem ein oder anderen Mädel einfach nur eine klatschen.

                                                  Als Netflix Abonnement nimmt man solche Produktionen natürlich gerne mit, auch wenn ich nicht so richtig begeistert war. Aber vielleicht war ich nach den vorherigen Garland Werken einfach mit zu hohen Erwartungen an den Film gegangen.

                                                  Ein brauchbarer Sci-Fi Mystery Streifen im erdigen Ton ist "Annihilation" jedenfalls geworden, selbst wenn gerne mehr Fleisch am Knochen hätte sein dürfen.

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                                                    Diesen Film kann man schwer beschreiben. Faszinierend waren vor allem die Kulissen. Auch wenn man teilweise deutlich merkte, dass viele Sets im Studio existierten. Ebenso interessant waren die immer wieder eingestreuten Hinweise und Anspielungen auf philosophische- und evolutionäre Grundfragen. Eine genaue Benennung dieser muss allerdings aus Spoilergründen vermieden werden. Doch ganz offensichtlich sind diese Verweise alle nicht. Der Film verlangt die volle Aufmerksamkeit des Zuschauers. Eine eventuelle späteres Nachschlagen im Internet nach der Erklärung für gewissen Aspekte des Films sollte eingeplant werden. Der gesamte Cast leistet solide Arbeit, wobei jetzt niemand aus der Masse besonders hervorsticht.

                                                    Weniger gefallen haben mir die Dialoge. Diese waren höchstens auf dem Standard eines Horrorfilmes. Wirklich mitgefiebert hat man mit keinem der Charaktere. Auch wenn man sich im Film bemüht, durch eine kleine Hintergrundgeschichte die Charaktere dem Zuschauer näher zu bringen. Ganz furchtbar war teilweise der Einsatz von CGI. Hier sind besonders einige Tiere wie die Hirsche zu nennen.

                                                    Was bleibt vom Film sind einige schöne Ansätze, die allerdings etwas unrund wirken. Für die breite Masse ist dieser Film definitiv zu anspruchsvoll. In seiner Deutung vielleicht sogar fast schon zu intellektuell. Etwas offensichtlichere Anspielungen wäre wohl besser gewesen. Allerdings ist dies auch ein Film der erfreulicherweise aus der Masse der üblichen Scifi-Filme heraussticht. Gerade weil der Film so anders ist. Das Konzept des Lebens wird erfrischend anders dargestellt. Damit verknüpfte Fragen bezüglich der Existenz der Menschheit regen zum eigenen Nachdenken an.
                                                    Dennoch ist der Film an vielen Stellen in der Mitte zu zäh. Dazu begehen die Protagonisten die gleichen Logikfehler wie in vielen ähnlichen Produktionen. Im Drehbuch ist dieser Film genial, in der Umsetzung vermiesen einige Schnitzer leider den Sehgenuss.