Auslöschung - Kritik

Annihilation

Du
  • 5 .5

    Ein Waldspaziergang von bewaffneten Ärztinnen.
    Die Macher von dem Streifen mussten guten Stoff zur Verfügung gehabt haben und eine wahrlich bunte Phantasie, welche wohl einem LSD Trip gleichkommt.

    Ich glaube, es gibt bei "Auslöschung" nur Top oder Flop. Ich wurde wohl unterhalten, mehr aber auch nicht. Zuviel Alice im Wunderland und ein flaues Gefühl im Magen von diesem doch sehr kruden Drama mit Sturmgewehr und Blumenmeer.

    Zum Nachdenken bringt mich der Film jedoch nicht, da die Quintessenz zu plump, irre und das normalste im Leben ist.
    Die Hirsche mit Blumengeweih haben mir aber gefallen. ;)

    Eine 5,5 für gutes Handwerk und den ballettartigen Showdown liegt drin, ein Highlight ist es nach meiner bescheidenen Meinung nicht.

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    • 7 .5

      Alex Garland hat mit "Ex Machina" einen der besten Science Fiction-Filme der letzten Jahre geschaffen. Mit "Auslöschung" folgte nun sein zweites Werk als Regisseur, doch dieser Film kam nur in drei Ländern in die Kinos. Grund waren Streitigkeiten im Produktionsteam. Von einigen Produzenten wurde der Film als intellektuell und zu kompliziert beschrieben. Testvorführungen zeigten, dass dies zum Teil stimmte, doch der Produzent, der mit Garland bereits an "Ex Machina" gearbeitet hatte, weigerte sich den Film zu ändern und ihn so zu zerstören. So kam es, dass der Film nur in den USA, Kanada und China in den Lichtspielhäusern lief. Die Rechte für den weltweiten Markt wurden an den Streamingdienst Netflix verkauft, auf deren Website er zwei Wochen nach dem Kinostart veröffentlicht wurde.

      Alex Garland und Nathalie Portman? Kann nur eine großartige Kombination sein, dachte ich mir. Aber völlig durchgängig konnte dieses Duo nicht überzeugen.

      Garland zeichnet ein großes Mysterium. Ein geheimnisvolles Feld bestehend aus einer Art Schimmer breitet sich von einem Leuchtturm an der Küste immer weiter aus. Das Militär hat versucht mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln in das Feld einzudringen und deren Ursprung zu ergründen, doch bisher kam weder Mensch noch Maschine jemals wieder zurück. Unter den Soldaten, die in den "Schimmer" ausgesandt wurden, ist auch der Ehemann von Lena, gespielt von Portman. Seit einem Jahr gilt er als vermisst und da diese gesamte Operation vor der Bevölkerung geheim gehalten wurde, weiß Lena nicht, welches Schicksal ihren Ehemann ereilt hat. Bis er eines Tages vor ihrer Tür steht, doch vollkommen verändert...

      Natalie Portman spielt eine Biologin, die zusammen mit vier anderen Wissenachaftlerinnen in den "Schimmer" geschickt wird, um dessen Rätsel zu entschlüsseln. Garland hat für sein Drehbuch ein Buch als Grundlage genutzt und dieses ist für ihn genau richtig. Während die Frauen immer tiefer in das Mysterium eindringen, desto mehr häufen sich die sonderbaren Erscheinungen. Der "Schimmer" scheint seine eigene Realität geschaffen zu haben und was die Wissenschaftlerinnen zu sehen bekommen geht weiter als jede Fantasie. Doch nicht nur die Umwelt wird durch den "Schimmer" verändern, auch die Frauen machen eine Metamorphose durch. Garland schafft es, einen Science Fiction-Filme zu drehen, der nicht im Kochbuch von George Lucas, James Cameron oder J.J. Abrams steht. Meist ruhig zeigt uns der Film Dinge, die auf unterschiedliche Art faszinieren. Teils wunderschön, teils brutal und grausam zeigt sich der Schimmer von all seinen Seiten.

      Bei diesem Film ist es enorm wichtig, dass man aufmerksam bleibt. Die Geschichte öffnet manche Türen nur einen Spalt breit und erklärt nicht alles, was wir wissen wollen. Der Ursprung des "Schimmers" wird nie im vollen Umfang erklärt, wobei auch viel Platz für Spekulationen bleibt. Das ist nicht so dramatisch, doch hätte man sich hier und da ein paar mehr Antworten gewünscht.

      "Auslöschung" ist kein Film für Freunde der spektakulären Weltraumschlachten oder wilden Alien-Kämpfe. Ruhig präsentiert uns Garland eine langsame und doch angsteinflößende Bedrohung. Durch die zu vielen offenen Fragen und losen Ansätze ist man am Ende etwas unbefriedigt. Portman spielt solide wie man es von ihr gewohnt ist. Ihr Zusammenspiel mit Oscar Issacs ist sehr harmonisch und wirkt nicht gestellt. Portland nimmt uns an die Hand und führt uns in den "Schimmer". Man kann ihr nicht vorwerfen, dass man nicht völlig zufrieden am Ende ist.

      Alex Garland hat einen wahrlich anspruchsvollen Film geliefert, der nicht einfach mal nebenbei geschaut werden kann. Um ihn zu verstehen, muss man von Anfang an konzentriert bleiben.

      Der Soundtrack ist sehr passend für die Szenen im "Schimmer" komponiert worden und ist einprägsam.

      Ein paar mehr Antworten und weniger lose Fäden wären schön gewesen, doch an sich ist "Auslöschung" ein Film für Liebhaber der intelligenten Science Fiction.

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      • 9

        Alex Garland ist gut

        Gebt dem Mann doch mal Budget verdammt

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        • 8
          resU 05.12.2018, 20:19 Geändert 06.12.2018, 17:56

          Dieser Film ist etwas Besonderes. Besonders in der Hinsicht, dass er Dinge offen lässt und viele unheimlich gute Ideen aufzuweisen vermag. Wieso ist das so besonders wollt ihr wissen? Weil der Film nicht etwa im Jahre 2000 gemacht worden ist, sondern 2018 :) Und das meine lieben Freunde, ist schon etwas ganz besonderes :D

          Diese Tatsache spielt bei meiner Wertung aber keine Rolle. Ich versuche Filme stets nach ihrer Qualität und nicht nach ihrer Zeit (Geschichte) zu beurteilen, auch wenn es nicht immer leicht ist das auseinander zu halten.
          Ich rede auch nichts schön sondern kritisiere wo ich nur kann, denn Kritikpunkte gibt es durchaus. Es wird z.B. manchmal ziemlich sinnlos rumgeballert.. des Rumballerns wegen. Ein Unding in einem solchen Film, trotz der Tatsache das es sich ja um Soldatinnen handelt.

          "Aber warum denn nun eine 8.0 Wertung, resU"?

          Weil solche und andere Fehltritte im Vergleich zu der Schönheit und Innovation die einem geboten wird banal erscheinen! Und weil die Schauspieler gut sind. Außnahme ist Jennifer Jason Leigh, die ist nicht gut. Die ist einsame Spitze!

          Meine Empfehlung an alle Scifi Lover!

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          • 6

            Das Thema hatte soviel Potential.
            Leider wurde hier zu viel Screentime auf Natalie Portman und Oscar Isaac's Liebesgeschichte "verschwendet". Der Film kann sich einfach nicht entscheiden, ob er den Charakteren mehr Aufmerksamkeit schenkt oder der eigentlichen Story. In diesem Fall bleibt das Potential beider Geschichten weitestgehend ungenutzt.

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            • 6

              Ich fand den Streifen ok, Richtung Ende hin nachlassend. Den Build up fand ich vielversprechend. Unterm Strich unterhaltsam und durchaus für Science fiction fans interessant.
              Stellenweise wurde meines Erachtens zu viel reingepackt und dann nicht richtig ausgearbeitet, als Beispiel sei hier die Beziehung und deren Aufarbeitung der Hauptprotagonistin genannt, oder die rudimentären Charakterisierungen der Mitstreiterinnen innerhalb von Area x. Da wurden viele Fässer aufgemacht, aber dann nur angerissen. Ich glaube mehr Fokus hätte dem Film gut getan.

              • 0

                Langweilig.....................

                • 6 .5
                  Herbert E. Zapf 02.11.2018, 13:20 Geändert 02.11.2018, 13:20

                  Ziemlich konstruiert, wenn auch interessante Grundidee: Wer bin ich, ist das, was wir für Realität halten, wirklich das, was es zu sein scheint? Hat der Mensch eine unveränderliche genetische Bestimmung und welche Rolle spielen Selbstwahrnehmung, Selbstzerstörung, Liebe und Gewissen? Verpackt in Dschungel Landschaft und Abenteuer recht ansprechend mit guter Kameraführung gefilmt. Insgesamt amüsant aber zu viele Phantasmen und Konstruktionen.

                  • 10

                    Der mit Abstand beste Film den ich dieses Jahr gesehen habe. Auf jeden Fall keine leichte Kost und werde ihn mir noch einige Male ansehen. Naja oberflächlich bewertet sage ich extrem unheimlich und spannend mit Drama,Philosophie und Dystopie

                    4
                    • 2

                      Kitsch wie er im Bilderbuch steht!
                      Von Anfang bis Ende durchgehend fade, langweilige und stereotypische Charaktere, Pseudo-Philosophie und -Wissenschaft. Dabei beansprucht der Film für sich immer wieder einige große Moralkeulen und "tief gehende" Momente, die man ehrlich gesagt kaum still sitzend aushalten kann, ohne in Fremdscham unterzugehen.

                      ****SPOILER****
                      - Warum werden 5 völlig unerfahrene Frauen in ein Gebiet geschickt, aus dem vorher niemand lebend wieder rauskommt?

                      - Der Film tut so, als würden die Frauen Wissenschaftlerinnen sein. Die Vorgehensweise ist aber in keinster Weise wissenschaftlich. Schutzanzüge werden nicht getragen. Es werden keine Proben am Rand des Schimmers genommen. Überhaupt wird eigtl nie irgendwas richtig ausgewertet. Alles was die Protagonisten tun ist auf gut Glück da reinlaufen und mal gucken was so passiert.

                      - Warum läuft immer eine der Teilnehmerinnen der Expedition einfach davon und verursacht so Probleme? Man muss doch vor einer solchen Expedition eine klare Abmachung haben, wer entscheidet wo es langgeht.

                      - Die Dialoge zwischen Lena und Kane sind für eine Beziehung vollkommen unrealistisch und überflüssig, sorgen so nicht für Tiefe der Charaktere sondern nagen an deren Glaubhaftigkeit

                      - Die Fremdgeh-Geschichte war für den Film komplett irrelevant. Weglassen und niemand hätte es gemerkt

                      ****SPOILER****

                      Ich nehme diesem Film einfach nichts ab. Normalerweise bin ich nicht der Logikfetischist, aber hier kann man es einfach nicht mehr aushalten.

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                      • 7 .5

                        Unerwartet gut und phantasievoll - oder doch nicht und die Hyperevolution wartet schon?

                        • 5
                          Melancholerikerin 14.10.2018, 23:12 Geändert 14.10.2018, 23:14

                          Langweiliges, unlogisches, "ödes" und tw. unfreiwillig komisches Phillip K. Dick- Wannabe.

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                          • 7 .5

                            Alex Garland ist auf jeden Fall ein bleibendes Erlebnis. Ähnlich wie letztes Jahr Darren Aronofsky mit seinem "mother!" schafft hier Garland ein vielschichtiges Stück Kino mit viel Symbolik und Freiraum für Interpretation. Die Selbstzerstörung der Protagonisten ist hier der Fokus und wird uns in und anhand der wunscherschön anzusehenden Area X präsentiert. Diese ist gespickt mit Wundern und Monstern. Einzelne Szenen sind wahnsinnig schockierend und brennen sich nachhaltig ins Gehirn ein. Im Endefekt ist der Film ein intelligentes Leckerbissen fürs Auge, kann aber teilweise mit seiner Symbolik etwas verwirrend sein.

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                            • 6 .5

                              Während mir Grundgedanke, Optik und Cast super gefallen haben, ging mir die zerstückelte Erzählperspektive leider zunehmend auf die Nerven. Linear hätte mir der Film deutlich besser gefallen, keine Ahnung ob sich da halbherzig bei Arrival bedient werden sollte oder was da los war... Bringt dem Film genau 0 Mehrwert.

                              • 5 .5
                                Fudibru 01.10.2018, 17:25 Geändert 01.10.2018, 17:25

                                Hm, bin etwas zwiegespalten, eigentlich gar keine schlechte Idee, aber mit dem Ende des Films kann ich mich so gar nicht anfreunden. Viel zu viel Raum für Spekulationen und Eigeninterprätationen...

                                • 7 .5

                                  Spannend gescheiterte Allegorie auf Depressionskrankheiten, weit mehr als nur ein filmgewordener Bechdel-Test. Was immer Garland hier wollte, er hat es nicht geschafft - aber dafür ein schön sprödes, aufgespultes Ding gemacht, das sich einfach nicht von Konventionen (Zombie-Bär? Tatzen-Spläddah?) lösen will und dennoch immer neben der Kappe bleibt. Der erwartungsgemäß tolle Score von Geoff & Ben dröhnt das Unbehagen in die Weirdness, so daß am Ende mehr bleibt als nur der flüchtige Thrill des Fremdartigen. Stark gespielt, insbesondere von Jennifer Jason Leigh, die komplett in einer unzugänglichen, unempathischen Figur verschwindet und dadurch viele Fragen aufwirft. Mochte ich sehr.

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                                  • 5 .5

                                    Spoilt mitunter!!
                                    Schöne Bilder, angenehmer Score, super Zombiebär, halbwegs orginelle Idee einer DNA-Knacker/Einverleiber Area 51b und jede menge halbgares pseudophilosophisches Sinn des Seins Gequassel, ich denke also wo bin ich ?, oder wahlweise wie war ich ?, oder sollte es überhaupt so sein wie´s nicht ist ?.
                                    Aber keine Sorge, vor ´ner M16 und Handgranate kapituliert dann auch Area 51b.

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                                    • Einer der allerdümmsten Filme aller Zeiten, sozusagen duplizierter Schwachsinn im Quadrat, bei dem die Darsteller auf fast alle Fragen mit „ich weiß nicht“ antworten. Wenn ich jetzt gefragt würde, warum ich mir das bis zum bitterlich dämlichen Ende angesehen habe sage ich: „Ich weiß nicht. Echt nicht.“
                                      Und warum haben hier so tolle Schauspieler wie Nathalie Portman mitgespielt, warum hat Netflix das gekauft, immer wieder die selbe Antwort...
                                      Also Leute, wenn ihr euch rosa- blassblaue Leuchtblubber oder mutierte Bären anschauen möchtet, endlos in die aufgerissenen Augen von Nathalie starren, oder ziemlich melancholisch antwortlose Fragen stellen, dann bitte.
                                      Ach ja, dieses Leuchtzeug wird der „Schimmer“ gennant. Warum? Keinen Schimmer.

                                      • 7

                                        Mit dem Science-Fiction-Genre habe ich eher weniger am Hut, aber auf „Auslöschung“ war ich definitiv gespannt. Das liegt an den teilweise überragenden Kritiken, die aber durch manch eine schlechte Meinung auch wieder etwas relativiert wurden. Ansonsten fiel „Auslöschung“ natürlich noch deshalb auf, weil er in Deutschland nicht in die Kinos kam da er von Netflix aufgekauft wurde. Das Endprodukt ist interessant und gut, in meinen Augen aber auf keinen Fall überragend.

                                        Die Handlung basiert auf einem Roman, den ich nicht kenne und deshalb kann ich hier auch keinerlei Vergleiche ziehen. Scheinbar gibt es vom Roman mittlerweile Fortsetzungen, aber „Auslöschung“ ist als einzelner Film konzipiert. Es geht im Grunde genommen um eine ganz simple Handlung. Auf der Erde breitet sich etwas aus, dass von allen nur als „Schimmer“ bezeichnet wird. Wer diesen betritt, ist bisher nicht zurückgekehrt und aus gewissen Umständen begibt sich auch die Biologin Lena in den Schimmer. In diesem gelten unsere normalen Naturgesetze nicht, es gibt seltsame Mutationen und es ist kein Geheimnis, dass es sich hier scheinbar um etwas Außerirdisches handelt. Nun ist die Aufbereitung wirklich interessant. Ich las etwas davon, dass „Auslöschung“ für ein Mainstreampublikum zu intellektuell und kompliziert sein soll, aber wenn dem so ist, dann sehe ich für die Menschheit echt keine Chance mehr. Man braucht kein großes Wissen aus der Wissenschaft um dem Drehbuch folgen zu können. Was erklärt werden muss, wird erklärt und der Rest ist sowieso ziemlich transzendent. Es gibt keine große Auflösung, man muss sich auf dieses Szenario einfach einlassen. Mir fehlte daran irgendwie das Besondere, aber ansonsten war es interessant der Handlung zu folgen.

                                        „Auslöschung“ ist handwerklich gut gemacht und besitzt einen recht langsamen Aufbau, den ich allerdings als sinnvoll erachte. So wird auch desöfteren mit Rückblicken gearbeitet, was die Geschichte nicht ausbremst, sondern ihr noch etwas Hintergrund verleiht. Lediglich von der visuellen Umsetzung war ich teilweise etwas enttäuscht. Diese Landschaft mit ihren Mutationen hätte man meiner Meinung nach eindrucksvoller gestalten können. Erst im Finale setzt man das optisch endlich beeindruckend um. Da ist der Schauwert dann echt enorm. Das große Geheimnis, um die Existenz des Anderen, welches sowieso nicht aufgelöst wird, sorgt für etwas Unbehagen und auch für etwas Spannung, wobei mir nicht alles daran gefallen hat. Angriffe von mutierten Riesentierchen hätte ich persönlich nicht unbedingt gebraucht. Da wird die Gefahr doch irgendwie zu greifbar und so verliert das etwas von seinem Mysterium. Gerade im Finale hat man das spannender gelöst und hier war ich für kurze Momente wirklich gefesselt. Ich wurde eigentlich echt gut unterhalten, aber trotzdem besitzen die zwei Stunden Laufzeit so ihre kleinen Längen.

                                        Das liegt vielleicht auch daran, dass ich mit den Figuren nicht sonderlich viel anfangen konnte. Bis auf Natalie Portman scheint hier niemand besonders wichtig zu sein. Man versucht zwar ein kleines Profil zu erstellen, dennoch bleibt das oberflächlich und echte Sympathien entstanden bei mir nicht. Eigentlich hat auch nur Portman darstellerisch etwas zu tun, das macht sie aber gewohnt souverän. Man hätte sie auch alleine in den Schimmer stecken können, denn Figuren sind hier nicht so wichtig. „Auslöschung“ lebt eher von seiner Stimmung. Teilweise war das für mich sogar fast mehr Horror, als Sci-Fi und durch den passenden Einsatz vom starken Score kommt es immer mal wieder zu echt bedrohlichen Szenen. Das ist sogar gar nicht mal so harmlos und besitzt ein paar recht deftige Szenen. Dann kommt noch das komplett offene Ende, welches man nicht unbedingt als happy bezeichnen kann, doch das passt zu diesem recht düsteren Streifen gut. Bin ja mal gespannt, ob das irgendwann noch irgendwie eine Fortsetzung nach sich zieht.

                                        Fazit: „Auslöschung“ ist ein interessanter, düsterer und bedrohlicher Sci-Fi-Film mit einer Story, die auf der einen Seite dünn erscheint, auf der anderen Seite aber auch viel Potenzial hat. Größtenteils hat man dieses gut genutzt. Mir waren zwar die Figuren irgendwie egal und kleinere Längen besitzt der Film auch, aber besonders das Finale macht wieder einiges gut und auch zuvor gibt es Szenen, die packend sind. Die Effekte sind teilweise sehr stark, teilweise aber leider auch etwas lahm, doch an der handwerklichen Umsetzung gibt es nicht viel auszusetzen. Auf jeden Fall habe ich die Sichtung nicht bereut, selbst wenn „Auslöschung“ für mich nicht den Überflieger darstellt, wie für manch anderen!

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                                        • 5 .5

                                          Komplizierte Erzählstruktur. Idee ganz gut. Umsetzung: Geht so. (Vgkm.12.03.2018)

                                          • 7

                                            Ich höre mich gerade auf Youtube durch die Lovecraft-Hörbücher, was so spannend wie erhellend ist. Der Einfluss von Lovecraft ist offensichtlich viel, viel stärker, als man schlechterdings denkt. Nur weil nicht in jeder Umsetzung ein "Chtulu" Krakenkopf herumtapst, heißt es nicht, dass nicht Lovecraft für viele Geschichten die Grundgerüste geliefert hat.

                                            "Auslöschung" ist ziemlich exakt eine Umsetzung seiner Kurzgeschichte "Die Farbe aus dem All". Zwar wurde Story und Figuren ordentlich umgestrickt und auf 2018 umgedengelt (vor allem Gendermäßig aufpoliert, wenn man auch das White-Washing mal wieder nicht lassen konnte). Dennoch ist die Grundstruktur von Lovecraft deutlich zu erkennen.

                                            Alles in Allem kam ein etwas überbemüht kreativer Film heraus, der durchaus seinen Platz hat. Dennoch - irgendwie wollte der Funke nicht überspringen. Vielleicht war es alles zu Viel des Guten.

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                                            • 8

                                              Endlich hats sichs mal gelohnt, was recht Zähes bis zum Ende weiterzugucken...die spacige letzte halbe Stunde reißt alles zum Positiven raus...für den atmosphärischen Soundtrack gibts auch noch mal Zuschlag...

                                              • Science-Fiction ging in der Kulturgeschichte schon oft Hand in Hand mit der Philosophie. In der Literatur denkt man da besonders an die Werke von Stanislaw Lem. Aber nicht nur seine verfilmten Büchern, sondern auch Filme wie “Stalker” (1979) von Andrej Tarkowski, Kubricks “2001: Odyssee im Weltraum” (1968) und “Moon” (2009) zeigen, dass Science-Fiction mehr kann als Weltraumschlachten. Der neueste Film von Alex Garland – Auslöschung (OT: “Annihilation”, USA/UK, 2018) gehört ebenfalls zu dieser Art Filme und wurde deshalb aus den deutschen Kinos verbannt.

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                                                • 6 .5

                                                  Interessant aber zu ruhige Erzählweise.

                                                  • 6 .5
                                                    Charlie_Firpo 13.08.2018, 10:12 Geändert 13.08.2018, 10:47

                                                    Sehr schwer diesem Film eine Punktzahl zu geben, schwankt er doch ständig zwischen 4 und 8.

                                                    -Spoiler-

                                                    Auf der einen Seite:
                                                    das übliche. 5 gehen rein, einer dreht immer durch, der ein oder andere stirbt (am besten noch als tragischer Held) und die Hauptfigur kommt wieder raus. Alles schon zig mal gesehen und das oftmals auch besser als hier. Das Thema Logik lasse ich komplett außen vor.

                                                    aber:
                                                    die Idee mit der durch eine Art Krebsgeschwür mutierten Welt, die zugleich beängstigend, schön und faszinierend ist, gefiel mir sehr gut. Der schreiende "Bär" brachte sogar noch Gänsehaut und nen kalten Schauer hervor und die eingewachsenen Personen nen leichten shocker Moment.

                                                    leider:
                                                    wurde diese faszinierende Welt überhaupt nicht weiter verfolgt obwohl eine Handvoll Wissenschaftler (warum und mit welcher Qualifikation auch immer) hinein gingen, was sehr schade ist da sie sehr viel Potential hatte (erinnerte mich ein wenig an Avatar).
                                                    -Der Zeitsprung
                                                    -Die Pflanzen und Tierwelt
                                                    -Die Auswirkung auf den menschlichen Körper und die Psyche
                                                    -Das Geschwür an sich
                                                    -Die Ausbreitung
                                                    -Die Herkunft
                                                    -Das Schicksal der vorherigen Expeditionen
                                                    So viele Themen, so viel Potential und nichts wurde angegangen. Je länger ich darüber nachdenke, desto wütender werde ich über diesen Film (hab an dieser Stelle von 7 auf 6,5 Punkte reduziert).

                                                    und dann:
                                                    das Ende. Hmm der eine mag es Kunstvoll/Anspruchsvoll nennen, der Andere eher peinlich, billig, primitiv, verstörend und unpassend. Ich hab mich noch nicht ganz entschieden, tendiere aber eher zu Zweitem. Die primitive Zerstörungswut musste natürlich auch hier ausgelebt werden und das offene Ende lässt nichts gutes erahnen.

                                                    -Spoiler Ende-

                                                    Diese Story als Film umzusetzen war m. M. nach ein großer Fehler. Als Serie hätte man das riesige Potential vollständig ausschöpfen können. Schade drum!

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