Bei Anruf: Mord - Kritik

Dial M for Murder

US · 1954 · Laufzeit 105 Minuten · FSK 16 · Thriller, Kriminalfilm · Kinostart
Du
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    [...] Vom gescheiterten Opfer zur unschuldigen Mittäterin hin zum alleinigen Sündenbock: Während der manipulative Bad Guy seinen Kopf trotz einem typischen Fall von „Hochmut kommt vor dem Fall“ höchst unverdient, aber trotzdem respektabel-clever aus der Schlinge zieht, muss die unwissende Heldin der Herzen seinen Platz auf dem Schafott einnehmen. Mit all seiner narrativen und inszenatorischen, detailversessenen Raffinesse wie seinem Hang zum trockenen Humor am Rande spielt Hitchcock so genüsslich sowohl mit dem Gerechtigkeitsbedürfnis, der Neugier aber auch der Schadenfreude bis hin zum latenten vorhandenen Sadismus des Publikums. Eigentlich scheint es gefühlt völlig unmöglich, dass dieser Schweinehund mit dieser Nummer ungeschoren davon kommt, die Frage stellt sich nur: Wie und wann wird aus dem Stolpern der vernichtende Sturz? Der Weg ist, wie so oft bei Hitchcock, das Ziel und wenn er sich voll und ganz dieser Prämisse verschrieb, war er oft unschlagbar. Übrigens: Wohl selten gab es eine entscheidende Schlüsselszene, die diese Bezeichnung so sehr verdient wie hier. [...]

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      Wahrlich das Werk eines Genies,viel besser kann man es dann wirklich nicht mehr machen.

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        wunderbares kammerspiel!

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          Ich muss mich bei Inspector Columbo bedanken.
          Gott, war ich blöd.
          Sorry an alle Fans des Films. Hatte ihn zu schlecht bewertet.
          Sterni sein Gehirn läuft jetzt wieder auf Hochtouren.
          Allein die 20-minütige Szene zu Beginn zwischen Ray Milland und Anthony Dawson ohne sichtbare Zwischenschnitte muss einem ja Respekt abnötigen.
          Ray Milland muss das Tempo bestimmen, der Gegner seine Bedenken zum Mordplan äußern, die wiederum von Milland in seiner Rolle zerstreut werden.
          Dann leide ich jedes Mal mit Grace Kelly, wenn sie sich des Würgers zu erwehren versucht, ich habe mich selbst hin und her gewunden.
          Früher hatte ich dem Film angelastet, der Milland würde in seiner Rolle all zu selbstgefällig seinen Mordplan mit Anthony Dawson erörtern.
          Seit Inspector Columbo jedoch weiß ich, wie so ein Fall aufgebaut wird.
          Der Zuschauer wird zum Komplizen gemacht. Und sieht dann die Ausführung.
          Oder, ob der Plan scheitert.
          Meine Grace Kelly Kelly erwürgt niemand, verstanden ? Wie kann man das nur erwägen ???

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          • 7 .5
            der cineast 25.05.2016, 13:40 Geändert 25.05.2016, 13:41

            Ich habe auch mal meinen Schlüssel vergessen. Lief gerade das Dschungelcamp im Fernsehen. Habe einfach das Gerät angelassen und bin noch mal eben schnell raus zum Kiosk, um mich schön einzudecken. Schlüssel nicht dabei gehabt. Zum Glück war der Fernseher so laut, dass ich das Finale der Show dann im Treppenhaus mithören konnte.

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            • 8 .5
              drahdinedum 17.11.2015, 15:12 Geändert 17.11.2015, 15:24

              Neulich bei Uns zu Hause: Ich war gerade im Bad, kurz auffrischen für die Nachmittägliche Gassi-Runde… Der Hund wartete… unser großer Knirps hielt Mittagsschlaf… Alles gut!

              Da erschallte ein Ton – den kannte ich schon – das Telefon… Es rang mit sich… Unüberhörbar!
              „Schatz – gehst Du bitte ran – ist bestimmt meine Mum!“ Schallte es aus dem Kinderzimmer! Meine Frau wickelte den Kleinen, quasi die letzte Hürde...
              Danach gibt’s Fläschchen… und –so hofft man (tagtäglich) vielleicht 1-2 Stunden Ruhe, weil Beide schlafen ;-)

              „Mach ich!“ – rief Ich zurück…und schritt gen Telefon! Nahm ab… „Hallo“… “Hallo?“… “ist da jemand?“
              Plötzlich vernahm ich Schritte hinter Mir… Doch als ich mich umdrehen wollte, war es bereits zu spät! Direkt hinter Meiner linken (der freien) Muschel, der ohrenbetäubende Klang einer Trillerpfeife!

              Geplagt von Schmerzen ging ich zu Boden! Alles verschwamm…! Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis ich wieder richtig zu Mir kam… Mit ordentlichem Pfeifen im Gehörgang! Während ich mich vergewisserte, ob mein Trommelfell noch ganz ist, oder gar ein wenig Gehirnmasse am Boden liegt… fiel Mir wieder ein, was mich erst in diese missliche Lage brachte. So richtete ich schließlich, immer noch am Boden kniend, meinen Blick nach oben!

              Und sah…. IHN!!!! !

              Herr Lang -> Lehrer – Schleifer – Das Ungeheuer von Fit-Ness!

              Er sah aus wie vor 20 Jahren, 80er-Jahre-Trainingsanzug, Brusthaare bis zum Kinn! Ein schelmisches Lächeln aufgesetzt, das zu sagen schien –Willkommen in der Hölle!
              Und allein diese Erscheinung sorgte dafür, dass ich mich wieder wie ein elfjähriger, leicht verschüchterter Junge fühlte… der plötzlich allein mit dem ungeliebten Lehrer in der riesigen Turnhalle stand….

              „Zum Aufwärmen erstmal 30 Liegestütze“ erklang zum ersten mal seine „liebliche“ Stimme, die von den Decken des altehrwürdigen Gemäuers widerhallte – als wäre eine Horde Büffel auf der Flucht…
              Ich begab mich schon –wie gesteuert- auf den Boden!

              Da hallte eine Stimme in meinem Kopf...
              Zunächst leise „La..“ dann immer lauter/deutlicher „Laaf“ bis Sie diesen unmissverständlichen Befehl in Meine Synapsen presste und den einzig möglichen Ausweg offenlegte! „LLLLAAAAAAAUUUUUUUFFFFFFFFFFFF!!!!!!!!!!“ Und das tat ich!

              Ich lief was das Zeug hält aus der Halle! Ständig begleitet von Einer Art Stimme der ^Vernunft^ „Lauf“, „Flieh“, „Du bist keine Elf mehr! Du bist ein erwachsener Mann!“ Doch wohin ich auch floh…. ich spürte / hörte den heißen Atem des Lehrkörpers hinter mir, oder den schrillen Ton seiner Pfeife… Ich rannte durch Dörfer, Städte… durchquerte Seen und Flüsse! Selbst ein herrenloses Fahrrad am Wegesrand verhalf mir nicht zu einer erfolgreichen Flucht – dieser Mann war allgegenwärtig!

              Doch schließlich, fuhr ich an einem von üppigem Wuchs gesegneten Wald vorbei und sah einen Ausweg, Versteckte mein Fahrrad am Waldesrand und rannte mit letzter Kraft in die schützende Dunkelheit des Waldes. (Übrigens keine Ahnung welche Uhrzeit, oder Jahreszeit – warm und sonnig war‘s) Und tatsächlich wurden die Pfiffe und Geräusche immer schwächer...bis Sie schließlich ganz verstummten!

              Um Atem ringend ließ ich mich auf einem kleinen Felsen nieder, der inmitten einer Lichtung stand! Ein kleiner Bach floss durch dieses idyllische Fleckchen Erde! Erleichtert atmete ich durch! Sog all den wohlriechenden Sauerstoff zurück in Meine leergepumpte Lunge...

              Als plötzlich Er hinter Mir stand!

              Er packte mich an der Schulter, ich machte einen Satz und landete (mal wieder) auf allen Vieren! Da war er also – mein sportlicher Albtraum….Wie ein geräuschloser Killer aus dem Tierreich musste Er sich angeschlichen haben….

              Herr Lang…Endgegner…!

              „Ich kann nicht mehr!“ schrie ich! „Sehen Sie es ein! Ich hasse nun mal Ausdauersport, oder Gymnastik! Ich bin ein erwachsener Mann und nicht mehr in der Schule! Sie können mich nicht mehr damit quälen, dass Meine Klasse und Ich Seilhüpfen müssen, während die Parallelklasse nebenan Fußball, oder Völkerball spielen!

              NIE WIEDER!“

              Er grinste nur, und antwortete in ruhigen Ton… der unwirklich grotesk wirkte…schlichtweg beängstigend!

              „So, so! Also nie wieder Ausdauersport! Kluge Worte für jemanden, der gerade von der Distanz her nen 1 ½ fachen Triathlon hinter sich gebracht hat!“

              Verdammt Er hatte recht! Gerissener Hund! Er ist einfach zu mächig! – Game Over-

              Er fuhr fort: „ Aufwärmen dürfte für's erste erledigt sein, 5 Minuten Pause! Danach geht’s weiter!“ Ich folgte seinem triumphierenden Blick und unweit der Lichtung sah ich…

              Mein persönliches Grauen!

              - Turnmatten
              - Reck
              - Barren
              -Sprossenwand…

              Ich dachte mir nur wie zum Teufel sind die Geräte hier her gekommen?

              Als Er meinen fragenden Blick bemerkte deutete er nur auf seinen Rucksack, der unweit neben Ihm stand… „ Hab ich noch schnell eingepackt bevor ich die Verfolgung aufgenommen habe“

              WTF????!!!???

              Na gut dachte ich, bringen Wir’s hinter uns! Doch da sah ich es…

              Die Angst meiner Jugend!

              Ein von Fackeln umkreister zu überspringender Kasten!
              Instinktiv musste ich an mein Gemächt denken und der Angstschweiß stand mir auf der Stirn… (als ob ich noch nicht genug geschwitzt hätte!)

              Herr Lang lachte auf als er meine Panik bemerkte – „ Dachtest wohl ich hätte nicht bemerkt, wie Du damals alle vorgelassen hast, damit Du nicht springen musst!
              20 Jahre habe ich gewartet!
              Jetzt ist er gekommen, der Tag der Abrechnung!“

              Das war zu viel ich wollte nur noch weg, doch eine unsichtbare Kraft schien mich festzuhalten!

              Während Herr Lang natürlich wieder klischeemäßig diabolisch zu lachen begann und sich seine Brusthaare langsam einen weg über sein Unterhemd suchten und mir immer näher kamen! An der Spitze bildeten sich ungekämmte Klauen… die nur darauf warteten mich zu schnappen und zu den Turngeräten zu zerren…

              Ich verfiel in Panik und nahm alle Kraft zusammen um zu fliehen, doch irgendetwas hielt mich immer noch fest, rüttelte mich!

              Es gab kein Entkommen!

              Doch inmitten dieser Ohnmacht hörte ich die wohlklingende Stimme eines Engels!
              „Schatz!“ rief Sie! Und nochmal „Schatz!“ – und wieder wurde ich durchgerüttelt……..

              „SCHAAAHAAATZZZZ!!!!!!“ – Ich öffnete meine Lider und sah in die Augen meiner Frau! Ich war zu Hause in unserem Bett! Schweißnass, aber zu Hause!
              „Du hattest einen Alptraum!“ sagte Sie „was war denn los?“…
              Ich erwiderte mit immer noch zittriger Stimme…
              „Süße es war so schrecklich! ..Es war… Es war…
              BEI ANRUF: SPORT!“

              Zunächst zeigte Ihr Blick einen Ausdruck der Verwirrung, dann einen , der wohl in etwa aussagte: Wen, oder was habe ich da geheiratet? ;-)
              Aber Sie fing sich recht schnell und meinte lächelnd:
              „Tja, Sport ist eben Mord!“

              -Sehr witzig dachte ich zunächst, wohl nen Scherzkeks gefressen-
              Doch dann dachte ich - welch tolle Überleitung…

              Bei Anruf Mord – ein schöner Film!

              Ich umarmte Sie, gab Ihr einen zärtlichen Gute Nacht- Kuss und bedankte mich für die Rettung aus meiner Traumwelt!

              Schloss die Augen und träumte seelenruhig von geplanten Morden – Hauptsache kein Turnen! ;-)

              *FIN*

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                MemoriAria11 06.08.2015, 16:27 Geändert 06.08.2015, 16:27

                Was tun wenn der perfekte Mord schief geht. Echt spannende Story, super inszeniert und sehr gute Schauspieler. Ein super Hitchcook.

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                • 8 .5

                  Super inszeniert. Aus meiner Sicht eine Art dramatisches Kammerspiel, dessen Spannung sich von Minute zu Minute zuspitzt!

                  • 8

                    Hitch nannte diesen Film selbst eine Auftragsarbeit. Der Meister der erzählenden Kamera legte sich dabei selbst in Ketten, indem er ein Kammerstück inszenierte. Welche kapriolen die Kamera dabei schlägt ist durchaus sehenswert.

                    Wir haben im Podcast darüber gesprochen:

                    http://www.spaetfilm.de/episode/podcast/sf10-dial-m-for-murder-3/

                    • 8

                      1111. Bewertung und noch lange kein Ende in Sicht - hoffen wir es zumindest einmal.
                      Und für genau diesen speziellen Anlass habe ich mich nun doch dazu entschlossen, einem der größten Filmemacher aller Zeiten ein paar Zeilen zu widmen und einen Kommentar zu einem seiner Werke zu verfassen - 'Dial M for Murder' macht also den Anfang.
                      Sah ich mich nämlich nach der Sichtung von Filmen wie 'Psycho', 'Der unsichtbare Dritte' oder 'Vertigo' noch nicht in der Lage, eine würdige und gleichzeitig auch dem Gesehenen gerecht werdende Kritik verfassen zu können, wollte ich heute endlich Premiere feiern.
                      Und ja, was soll ich sagen. Es wird mir leider wieder bewusst, wie wenig treffende Worte ich eigentlich für solch ein filmisches Erlebnis finden kann.
                      Hitchcock schafft es einfach immer und immer wieder mit einfachsten Mitteln eine derartige Spannung zu erzeugen, die jedem heutigen Filmemacher eigentlich Angst machen müsste.
                      Minutenlange Dialoge, die beinahe ohne Schnitt auskommen und sich in puncto Spannung dabei kontinuierlich steigern können.
                      Geschehnisse, die sich nahezu immer am gleichen Ort abspielen, ohne dabei aber auch nur im entferntesten Sinne Langeweile versprühen.
                      Eine Auflösung, die im Grunde so einfach - aber auch gleichzeitig so genial ist.

                      Müsste ich einen Menschen nennen, dem ich persönlich gerne die Hand geschüttelt und persönlich auf die Schultern geklopft hätte - Alfred Hitchcock wäre ein ganz heißer Kandidat dafür.
                      Wisst ihr, was mich aber jetzt gerade eigentlich am meisten freut?
                      Nicht die Tatsache, dass ich seit einer gefühlten Ewigkeit mal wieder einen 'ausgezeichneten' Film gesehen habe.
                      Nein.
                      Die Tatsache, dass sich dieses Ereignis noch etliche Male wiederholen wird, ist es, was mich am meisten freut - die Filmograpfie dieser Legende ist für mich nämlich noch lange nicht abgearbeitet!

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                      • 8
                        Drehmumdiebolzen 16.04.2015, 14:52 Geändert 17.04.2015, 17:51

                        Wenn Hitch die Wahlwiederholungstaste drückt

                        Nach dem kongenial verflochtenen "Rope" sowie der hundsgemeinen, unverhofften Begegnung mit einem gewissen "Fremden im Zug" kombiniert der "Master of Suspense" hier die auffälligsten Charakteristika beider Werke. Heraus kommt "Bei Anruf: Mord".
                        Ungemein redselig, aber nie ausschweifend geschwätzig wie im schwächeren "Falle Paradins", buchstabiert der Großmeister einmal mehr sein Lieblingsthema aus, zerlegt die Theorie detailversessen in kleinste Fragmente, um sie dann in Summe aller Teile zum scheinbar perfekten Verbrechen zu bündeln und anschließend einem reellen Praxistest zu unterziehen.
                        Absolute Perfektion wie diese aber scheint gerade gegen Routine, (schlechte) Angewohnheiten, geringfügigste Nachlässigkeiten aus dem Alltag nicht allzu gefeit. Mit gewohnt voyeuristischem Objektiv fokussiert, entleert sich der zunächst Banalität verheißende Inhalt der (Mantel-)taschen: Kleingeld, Briefe, Banknoten, Scheren, Strümpfe. Rein auf den Effekt hin konzipiert, funktioniert Hitchcocks dezentes Dahintapsen in dreidimensionalen Kinderschuhen auch ohne rot-blau getünchte Anaglyphen-Nasenfahrräder oder optische Ermüdungserscheinungen heute immer noch prächtig. Obgleich weniger perfide konstruiert als die unglückseelige Dinnerparty (Cocktail für eine Leiche) und rein durch die Bühnen-Herkunft (Dramaturg Frederick Knott adaptierte selbst seinen Broadway-Erfolg) reduziert, wenn auch konventionell aufgezogen, besticht dieser Klassiker neben wirksam eingesetzter Musik (Dimitri Tiomkin, "Ist das Leben nicht schön?") nicht zuletzt durch den hier mit berechnender, eiskalter Präzision aufspielenden Ray Milland, der blitzschnell zu allem (anpassungs-)fähig agiert, sowie John Williams als gewitztem Schnüffler. Wohingegen Grace Kelly als neuestes Modell der Kollektion "Hitchcock Blondes" spürbar abfällt (direkt darauf drehte sie mit Hitch "Das Fenster zum Hof"), wenn selbst Robert Cummings' unbeholfener Trivialkrimi-Autor fähiger scheint, des Rätsels Schlüssel mir nichts dir nichts aus der Tasche zu ziehen.

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                          maxim.braun.3 20.11.2014, 00:46 Geändert 26.03.2015, 22:03

                          Mehr von mir gibts auf: http://filmtastisch.blogspot.de/

                          "Bei Anruf Mord" schafft es, bis zum Ende Überraschungen aufzutischen. Die Handlung, die auf dem gleichnamigen Theaterstück von Frederick Knott basiert, beschränkt sich weitestgehend auf einen Schauplatz, so wie es bei Hitchcock ja des Öfteren der Fall ist. Überhaupt ist die Geschichte des Films schnell erzählt, doch bleibt ihre Ausführung trotzdem äußerst aufgefächert. So folgt eine komplexe Idee nach der anderen und es entwickelt sich ein herrlich ausgefeiltes und verwirrendes Szenario, bei dem man als Zuschauer aufmerksam dabei sein muss, um es im vollen Umfang nachvollziehen zu können.

                          Auch schafft es, der von vielen als "Meister der Spannung" gefeierte Top-Regisseur, seinem Ruf mal wieder gerecht zu werden und kreiert einige intensiv dramatische Szenen, welche vor allem von einem stimmungsgeladenen Soundtrack und einer gewohnt markanten Kameraarbeit profitieren, was aufgrund der geringen Location-Wechsel nicht als Selbstverständlichkeit gelten darf. So schaffen es gekonnte Schnitte und auch experimentierfreudige Perspektiven, dass diesem Film Hitchcocks Stil deutlich anzumerken ist. Des Weiteren zieht er einen Vorteil aus den vielen Kleinigkeiten, die oft gar nicht weiter erläutert werden, dies aber auch nicht nötig haben, da sie einfach zeigen, dass hier auf jedes Detail Wert gelegt wurde (zum Beispiel das Entfernen der Fingerabdrücke am Anfang).

                          Auch schauspieltechnisch ist dieser Streifen äußerst überzeugend, vor allem die Hauptdarsteller Ray Milland und Grace Kelly agieren hier sehr charakterbetont und verkörpern ihre Figuren vor der Kamera sehr gut. Der gewohnte Cameo-Auftritt des Großmeisters selbst bleibt leider bis auf ein eingerahmtes Foto an der Wand aus, doch trotz alledem bleibt "Bei Anruf Mord" ein wirklich guter Hitchcockfilm, der seine Stärken vor allem eben in der Entfaltung des komplexen Szenarios und den überraschenden Wendungen in der Handlung zeigt und er bleibt dabei stets kurzweilig und unterhaltend.

                          Hier haben wir es also mit einem Klassiker zu tun, der inzwischen schon mehr als ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel hat und trotzdem noch ausgezeichnet funktioniert. Dieser Film kann mit seinem komplexen Handlungsstrang auch heute noch für einige Verwirrungsmomente sorgen und ist dem Zuschauer scheinbar ständig voraus. Für Fans von Hitchcock sicher ein Muss, doch auch für Leute, denen interessante Kammerspiele oder generell ältere Filme gefallen, ist "Bei Anruf Mord" sicherlich sehenswert.

                          • 8

                            Ein absoluter Klassiker schlechthin, für einen Thriller! Der Film hat Charme und Stil! Natürlich spielen auch die Darsteller sehr charmant. Vor allem Grace Kelly: Die war schon eine schöne Frau! Sicher ist dieser Film einfach gestrickt. Eben aus diesem Grund ist es schön, mit wenigen Effekten und mit einfacher Bildersprache, einen guten Film zu machen! Das fehlt ein bisschen bei den heutigen Filmen! Ein Zeitloser Film, den man immer wieder anschauen kann!

                            • 8
                              Moviegod 14.10.2014, 11:06 Geändert 21.08.2017, 13:08

                              Ein absoluter Klassiker. Hitchcock holt aus einem Minimum an Story, Cast und Setting wieder alles heraus. Der Film fesselt von der ersten Sekunde an und bleibt bis zum Ende spannend.

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                              • 8 .5

                                hmm,..ich überlege grad, ob es einen Hitchcock gibt, den ich NICHT klasse finde. Momentan acker ich mich noch durch eine 14teile Box von seinen Filmen. Viele kenne ich schon, und dennoch sehe ich sie immer wieder gerne.

                                Kaum jemand anders erzählt seine Geschichten aus diesem Mix von Dramatik, Humor, Spannung und Grusel.

                                "Bei Anruf: Mord" kommt wie in einigen anderen seiner Filme offensichtilch wieder sein Lieblingsthema: - der perfekte Mord, zum Tragen.
                                Und bei mir die übliche Suche nach dem obligatorishem "Gatsauftritt" des Meisters selber. Nur diesmal gestaltete sich die Suche schwieriger, denn er ist zwar da, aber nicht "persönlich" ;)

                                Naja, und Grace Kelly? *seufz*
                                Sie hätte nicht diesen Fürsten heiraten, sondern weiter Filme drehen sollen. Tolle Frau.

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                                • 7

                                  „Bei Anruf: Mord“ lag Hitchcock nie am Herzen. Für ihn war es nur eine in 3D-Format inszenierte Fingerübung, abgedreht in etwas mehr als 30 Tagen. Fertig. Weiter im Text. Und selbst wenn „Bei Anruf: Mord“ dem pummeligen Onkel nicht viel bedeutet hat: Seine filmische Intelligenz lässt sich nicht verdrängen, dafür nimmt Hitchcock den Regiestuhl einfach zu passioniert ein. Sicher, „Bei Anruf: Mord“ kann „Ein Cocktail für eine Leiche“, dessen Motiv des 'perfekten Mordes' er sich bekräftigt, nicht das Wasser reichen, dafür fehlt im schlichtweg die inhaltliche Flexibilität, der Sub- und Metatext. „Bei Anruf: Mord“ aber ist so eine so lustvoll und detailverliebt verstrickte Kinoübersetzung eines Theaterstückes, dass es schier unmöglich ist, sich an diesem theatralischen Suspense-Kammerspiel nicht zu erfreuen. Durchdacht wie immer, hat hier alles seine emblematische Bedeutung, während jeder Winkel, jede Perspektive von der Kamera voyeuristisch ausgekostet werden. Unfassbar, mit welch disponierten Feingefühl für Räumlichkeiten und ausgefeilter Farbdramaturgie Hitch hier mal wieder entzückt. Wenn sich eine Fingerübung doch immer in derartiger Qualitätssphäre zu verstehen geben würde.

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                                  • 8

                                    Spannend erzählter Kriminalfilm, mit tollem Aufbau und bei dem man am laufenden Band Den Drang dazu hat dem Genialem Drehbuch zuzuhören.

                                    • 7 .5

                                      Endlich mal wieder einen Hitchcock abgehakt. Weiß ja selbst nicht genau, wieso ich immer so lang brauche bis zum nächsten Werk vom Meister. Auch "Dial M for murder" ist ein spannender Film mit einem tollen Drehbuch. Gerade am Anfang, wenn die Hauptfigur Tony Wendice (klasse: Ray Milland) ihren Mordplan haarklein darlegt, ist man unweigerlich an den Schirm gefesselt. So geil kann dialoglastiges Kino sein, JAAAAA JAAAAAAAA!

                                      In Hälfte zwei verliert der Film zwar etwas an Fahrt aber tz...geschenkt. Top Teil, der nächste Hitch kommt definitiv in naher Zukunft.

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                                      • 9

                                        Tony Wendice möchte den perfekten Mord an seiner Frau, Margot, begehen. Als dieser schief läuft, realisiert Tony, dass es viel praktischer ist seine Frau von der Justiz selbst dingfest zu machen um so an ihr Vermögen zu kommen. Die Polizei und der Liebhaber Margots scheinen machtlos. Hat Tony wirklich das perfekte Verbrechen begangen?

                                        Hitchcocks Adaption des Bühnenstücks ist ein Meisterwerk der minimalistischen Kinokunst. Statt auf Action setzt er auf Dialoge und an der Stelle von bombastischen Bildern sind sehr gut agierende Schauspieler (Cummings, Grace Kelly etc. - Was für ein Ensemble!), welche die Geschichte nie langweilig werden lassen und trotz der ernsthaften Thematik stellenweise ein Lächeln auf die Gesichter der Zuschauer zaubern können. Wären in heutigen Produktionen die Prioritäten bloss ähnlich verteilt...

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                                        • 6

                                          "Bei Anruf Mord" paust das Strickmuster aus "Cocktail für eine Leiche" ab, innerhalb einer komprimierten Raumdarstellung einen wasserdicht ausfantasierten Mord konzentriert zu verschleiern, ausgeschmückt von sukzessive mit Bedeutung aufgeladenen Gegenständen, die über die Bilanz des Tatentwurfs richten. Hier: Strumpfhosen, Schlüssel, Briefe, Telefone, gefährlich vorausschauend ornamentieren sie den Dekor der Bildeinstellung. Als vor allem auf den Effekt heruntergebrochenes 3D-Experiment Hitchcocks einschließlich voyeuristischer Weitwinkelschwenks, die den konspirativen Gestus theatralisch aufwerten, zeigt sich "Bei Anruf Mord" als ungefilterter Unterhaltungsfilm ohne Subtext, bei dem die verknoteten Einschübe rhetorischer Beeinflussung die Verwirrung des Zuschauers anheizen. Befreit aller psychosexuellen Chiffren und gesellschaftlichen Diskurse, taugt der überraschungsschwangere Film insofern für den übermannenden Nervenkitzelmoment. Anders als "Cocktail für eine Leiche" ist er damit aber auch die konventionellere Abhandlung über den ebenso logistischen wie manipulativen Aufwand eines in Akten eingeteilten, universellen Verbrechens, das in der Wirklichkeit stets an den "dummen Fehlern" scheitert. Während der selbstbesoffene Dialogschwall messerscharf ausgearbeitet ist und ein zwanghaft Contenance bewahrender, intellektuell wirkschnell austüftelnder Ray Milland den Suspense trägt, verweigert "Bei Anruf Mord" angesichts der vereinzelt unangenehmen Geschwätzigkeit im Gegenzug jedoch nicht nur herausstechend visuelle Erzählideen, sondern lebendige(re) Nebenfiguren (das Stirnrunzeln John Williams' ist äußerst drollig). Eine technische Pionierarbeit mit allen Stärken und Schwächen. Und Schnurbärten.

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                                          • 8

                                            Hitchcock versucht die Herkunft der Story von einem erfolgreichen Bühnenstück erst garnicht zu verschleiern. "Bei Anruf: Mord" spielt fast ausschließlich im Apartment von Margot und Tony Wendice. Der Film ist, bis auf die Mordszene, nicht besonders spannend, aber sehr unterhaltsam. Dazu tragen insbesondere die hervorragenden Darsteller bei.
                                            "Bei Anruf: Mord" wurde in sattem Technicolor gedreht und, um der harten Konkurrenz des Fernsehens etwas entgegen zu setzen, in 3D gedreht. Hitchcock hatte keine Absicht einen 3D-Film zu machen, musste sich aber dem Willen des Studios beugen. Dafür hat er seine Sache aber sehr gut gemacht. Neben einigen wenigen Pop-out-Effekten nutzte Hitch das 3D-Format vor allem um dem Zuschauer ein Gefühl für die räumliche Tiefe zu vermitteln, was ihm wirklich exzellent gelungen ist.

                                            • 9

                                              Mein Favorit von Hitchcock... und der Beste von ihm mit Grace Kelly in der weiblichen Hauptrolle!

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                                                Ein mit höchster Sorgfalt durchkomponierter Film, der für sein Genre reizend unterhält. Allein Hitchcocks Vorstoß in die dritte Dimension erweist sich nur in wenigen Momenten als effektiv in einem ansonsten raffiniert konzipierten Film.

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                                                • 4 .5

                                                  Nichts gegen das Genie Hitchcock's, aber die Art von Film ist definitiv nicht mein Fall.
                                                  *Spoiler*
                                                  Eine knapp 100 Minuten lange Gesprächsorgie über den zumindest aus Sicht des Hauptcharakters perfekten Mord. Teilweise zieht sich der Film zäh wie Kaugummi, ohne auf einen Punkt zu kommen. Es gibt bessere Hitchcock Filme.

                                                  • 8 .5

                                                    Mit "Bei Anruf: Mord" gelang Hitchcock in meinen Augen ein weiterer Volltreffer. In seinem fast komplett in einem Raum spielenden Krimi, beschäftigt sich der Regisseur erneut mit dem Thema: Der perfekte Mord. Die Zusammenstellung des Casts ist einmal mehr perfekt, denn nicht nur die wunderschöne und anmutige Grace Kelly auf der einen Seite, sondern auch der geniale und charismatische Bösewicht Ray Milland auf der Anderen können voll überzeugen. In den Nebenrollen glänzen besonders Anthony Dawson und John Williams. "Bei Anruf: Mord" ist Spannungskino vom allerfeinsten, obwohl sich (der Storyline geschuldet) die Geschichte in der Mitte des Films in eine andere Richtung dreht als angenommen und somit eher Wert auf die Auflösung des Kriminalfalls gelegt wird. Das Ende des Films wirkt teils etwas wirr, ansonsten bleibt dieser Krimi aber fehlerlos und ist eine große Empfehlung für alle Fans des Spannungskinos.

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