Bekas - Kritik

Bekas

IQ/FI/SE · 2012 · Laufzeit 97 Minuten · FSK 6 · Drama · Kinostart
Du
  • 2

    In seinem Langfilmdebüt erweitert der schwedische Exilkurde Karzan Kader einen eigenen preisgekrönten Kurzfilm, kann damit aber trotz der guten Idee weder inhaltlich noch filmsprachlich überzeugen. [Silvia Hallensleben]

    • 4 .5

      (...) Regisseur Karzan Kader verknüpft eigene Kindheitserinnerungen und die Idee des Kinos als Sehnsuchtsort zu einem klassischen Abenteuerfilm. In den Bildern von spärlich eingerichteten Hütten und der von Bergen und Tälern gesäumten Landschaft verzichtet Kader auf künstliches Licht und erzeugt so eine große Wirklichkeitsnähe. Seine Schilderung der Lebensrealität eines unterdrückten und armen Landes jedoch wirkt befremdlich und verklärend: Der Umgang ist rau, aber meistens herzlich, es hagelt Ohrfeigen im Minutentakt, doch wird die Alltagsgewalt stets durch Slapstick abgefedert, der keine Wahrhaftigkeit zulässt. Und nachdem die immer ein bisschen zu niedlich in Szene gesetzten Brüder diversen Gefahren trotzen mussten, finden sie ihr persönliches Glück schließlich ineinander - eine Botschaft, so schlicht und vorhersehbar wie der ganze Film.

      2
      • 6 .5

        Karzan Kader behandelt in seinem bildgewaltig fotografierten Film „Bekas“ das Thema Migration am eigenen Beispiel - die Story basiert auf biografischen Erfahrungen des Regisseurs. Der Zuschauer lernt eine feindliche Welt kennen, die in jeder Situation Intelligenz erfordert.

        „Bekas“ - das ist spannendes Schauspiel mit dem topaktuellen Thema Flüchtlingsschicksal. Das Beispiel der beiden Kinder steht für 50 Millionen Menschen, die derzeit weltweit aus unterschiedlichen Gründen auf der Flucht sind.

        • 7

          Er verbindet familienkompatibel Hochspannendes wie die Flucht über die Grenze mit Menschelndem, etwa die Begegnungen mit Baba Shalid und anderen Menschen. So entwickelt die Inszenierung genug Tiefgang [...] trotz verharmlosend niedlicher Szenen an dem Checkpoint, die später von auch für junge Zuschauer noch konsumierbarem Ernst konterkariert werden.

          • 8 .5

            Berührend und humorvoll wird die Geschichte der zwei kleinen Brüder erzählt, die auf ihrer Flucht aus dem kurdischen Teil des Irak viele Abenteuer erleben. Gespeist aus autobiographischen Elementen, lebt der Film von seiner Authentizität und dem lebhaften Spiel seiner ausgezeichneten Hauptdarsteller.

            • 7

              Dem Charme der beiden Stehaufmännchen Dana und Zana, die in einer grausamen und ziemlich kinderfeindlichen Gesellschaft mit naiver Kühnheit ihren Weg finden, kann man sich als Zuschauer kaum entziehen.

              • 5 .5

                Kadar schafft eindringliche Bilder vom kindlichen Erleben einer Welt, in der Gewalt, Krieg und Angst alltäglich sind. Die Botschaft allerdings, seine Träume von einer besseren Zukunft nicht aufzugeben, ist so einfach wie fragwürdig, wenn hier das Amerika eines „Superman“ gänzlich unbefragt für diesen Traum steht.

                • 7 .5

                  Bekas erzählt eigentlich eine ganz einfache Geschichte von zwei Brüdern, Zana und Dana, die einander vertrauen, sich viel streiten, sich trennen und wieder zusammenfinden. Weil dies aber auf einer Reise geschieht, die zugleich ein wenig Flucht ist, im Irak der 1990er Jahre, wird daraus ein ganz und gar dramatischer Film in hellen Brauntönen. Hier wird immerzu geschlagen, werden die Kinder, die ohne Eltern aufwachsen, von einem Ort zum anderen vertrieben.