Ben X - Kritik

Ben X

BE/NL · 2007 · Laufzeit 94 Minuten · FSK 12 · Drama · Kinostart
Du
  • 7 .5

    Anfangs vorhersehbar, mit nem seltsamen Twist zum ende hin. Schön melancholisch und manchmal schmerzhaft...
    Positiv am Film war auch die Erfahrung, die Welt mal wie ein Autist wahrnehmen zu können.

    • 4

      Dass ein Film über Mobbing in mehrfacher Hinsicht ein Tanz auf Messers Schneide ist und eine Annäherung an diese ungemein komplexe wie sensible Thematik ein gewisses Fein- und Taktgefühl benötigt, dürfte weitläufig bekannt sein. Da Mobbing nun auf den Arbeitsplätzen und Schulhöfen dieser Nation mehr gang und gäbe, als Einzelfall ist, erscheint es wahrscheinlich, dass ein beachtlicher Großteil der Zuschauerschaft schon mit dem systematischen Psychoterror Bekanntschaft machen durfte. Egal, ob man nun als Initiator, Opfer oder passiver Beobachter in dieses perfide Netz verwickelt war/ist, so ziemlich jeder wird etwas mit den Geschehnissen auf der Leinwand assoziieren können. Ein Film über eben diese Thematik ist in der Lage, den Zuschauer in seinen emotionalsten wie intimsten Momenten und Gefühlen - von Schuld- oder Mitgefühl bis hin zu Traumata - anzutreffen und sollte deshalb mE bestenfalls auf den plakativen erhobenen Zeigefinger verzichten.

      In letztere Kerbe schlägt bedauerlicherweise die niederländisch-belgische Produktion Ben X aus dem Jahr 2007. Die Hauptfigur Ben fällt in so ziemlich jeder Hinsicht aus dem sozialen Raster. Seine Körpersprache zeugt von einem sensiblen, zurückgezogenen Charakter und seine, gelinde gesagt, rudimentäre soziale Kompetenz verhindert eine zwischenmenschliche Kommunikation mit seinem Umfeld. Ärzte diagnostizieren das sogenannten Asperger-Syndrom. Damit scheint Ben wie für die Rolle der wandelnden Zielscheibe prädestiniert zu sein.

      Im Vordergrund steht Bens Gefühlswelt und Wahrnehmung, welche durch Monologe analysiert und allerhand stilistische Mittel visualisiert werden, was primär durch wilde Szeneabfolgen und wahre Schnittgewitter erfolgt. Unter diesem Erklärungswahn leidet jedoch vorrangig die eigentlich unnahbare Hauptfigur, welche durch die permanente Visualisierung seines intakten Verhältnisses zur Außenwelt mehr und mehr kategorisiert wird. Wenn man so will, legt Regisseur Balthazar seiner Figur mit diesen Stilmitteln die kinematographische Zwangsjacke an.

      Durchaus interessante Ansätze verfolgt Ben X hingegen dann, wenn er sich auf die Interaktion von Realität und Fiktion fokussiert. Die alltägliche Hetzjagd nicht mehr aushaltend flüchtet Ben in eine Art Held-rettet-Prinzessin-Rollenspiel in Form des Videospieles Archlord. Sobald dieser Eskapismus in eine regelrechte Obsession umschlägt, schafft es Ben X, die einstürzende Grenze zwischen realer und virtueller Welt optisch präzise darzustellen und gibt damit einen intelligenten Kommentar über die Verankerung von programmierten Zufluchtsorten in unserer Gesellschaft ab.

      Um individuelle Einblicke in die prekäre Situation zu gewähren, greift Ben X immer wieder auf Interviewschnipsel mit Figuren zurück, die indirekt oder direkt in den Konflikt zwischen Ben und seinen Klassenkameraden verwickelt sind. Leider bedient Ben X in diesen Szenen fortlaufend nervige Klischees. Sei es nun die überforderte, alleinerziehende Mutter, die Vaterfigur, die dazu aufruft, Feuer mit Feuer zu bekämpfen oder der sich keiner Schuld bewusste Schuldirektor, alle dürfen ihr Standardphrasen vor der Kamera vom Stapel lassen. Da mag zwar auch eine Abneigung gegenüber eben jenen Plattitüden und Ausflüchten mitschwingen, allerdings verhindert dieses Festklammern an tumben Charakterhülsen einen substanziellen Diskurs über die Außenwahrnehmung von Mobbing.

      Spoiler

      Den sprichwörtlichen Vogel schießt Ben X jedoch mit seinem komplett konfusen und konstruierten Ende ab, welches nicht davor zurückschreckt, eine biblische Auferstehungsgeschichte in die Handlung einzubauen.

      Spoiler Ende

      Zurück bleibt ein größtenteils plumpes Werk, welches eine ambivalente Streitfrage simplifiziert. Anstatt seine interessanten Ansätze zu verfolgen, konzentriert man sich vielmehr darauf, die zentrale Figur bis zum Gehtnichtmehr greifbar zu machen und fällt zudem durch die fast schon comcihaft-überzeichnete Boshaftigkeit der Antagonisten mehrfach negativ auf.

      • 7 .5

        Ein Film, der fast körperlich weh tut. Man möchte die Hauptfigur dauernd in den Arm nehmen, beschützen und den Antagonisten gepflegt auf die Fresse hauen. Der Film macht so ziemlich alles richtig, auch, wenn es für mich ein wenig befremdlich war, wie überdirekt die Macher dem Zuschauer die Botschaft vermitteln wollen. Kann man angesichts der sehr guten schauspielerischen Darbietung und der Wichtigkeit des Themas aber verschmerzen. Das Ende hat mir sehr gut gefallen, da es doch eine Überraschung bietet. Definitiv ein wichtiger und intensiver Film, den man an Schulen zeigen sollte.

        • 10

          Anschauen und lernen !!!
          Sensationell !!!

          • 7

            Wieder einmal ein toller Beweiß: die kleinen, namenlosen und unbekannten Filme können oftmals besser und heftiger ausfallen als so manches Namhafte Filmchen. Obendrein liefert der Film eine besondere Leistung: ein ernsthaftes Drama mit Videoclip Optik. Diese ist aber nötig da es hier um einen Jungen geht der mit der Realität nichts anfangen kann und sich daher in eine Phantasiewelt zurückgezogen hat in der er sich selber stetig als Videospielfigur sieht. Dies wird ständig „real“ sichtbar gemacht was eine besondere Wirkung hat und dem Film trotz des traurigen, eher ruhigen ansatzes eine gewisse „Rasanz“ verleiht. Für alles weitere muß man die Augen aufhalten und angestrengt folgen – denn der Film macht es einem nicht restlos einfach in der zweiten Hälfte zu folgen da sich Realität und Fiktion zu einem ganzen Brei vermischen. Dies läuft auf ein krasses, heftiges und trauriges Finale hinaus das die Wirkung diverser Hochglanzdramen locker übersteigt.

            Fazit: Das seelische Leid der armen Hauptfigur wird beinahe körperlich spürbar!

            • 8 .5

              Das Filmerlebnis der anderen Art. Ich glaube Ben X ist sehr wichtig. Er macht wütend und gibt auch ein wenig Hoffnung. Der Hauptdarsteller hat meines Erachtens brilliert und ich würde ihn sehr gern noch häufiger sehen. Den beiden Antagonisten der Geschichte wünscht man Penislepra....was für Säcke.

              Mein erster Belgier glaube ich.....

              Ganz stark!

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              • 7
                DizWiz83 07.01.2017, 17:45 Geändert 07.01.2017, 17:46

                Der Film zeigt einen auf eine ganz andere Art und Weise wie sich besondere Menschen, die sich nicht mitteilen können, fühlen. Ich bin sowieso der Meinung, dass auch Menschen mit Autismus viele Gefühle haben. Wir haben gelernt diese zu unterdrücken und mit ihnen umzugehen. Das können jedoch einige Menschen nicht. Wir verlangen, dass diese in unserer Welt zurecht kommen, aber warum versuchen wir uns nicht mal in ihre Welt zurecht zu finden und somit zu verstehen. Mit Verständnis habe ich schon einige Einblicke in die autistische Welt bekommen.Und nur weil man anders ist, ist man nicht schlecht. Der Film zeigt mir, dass man sich mit jeden Menschen mehr befassen sollte um ihn zu verstehen. Und nicht gleich einen Stempel aufdrücken sollte.

                Ich finde der Film hat mal eine andere herangehensweise als andere, aber sagt dennoch eine Menge aus. Er regt zu Nachdenken an!

                • 7 .5

                  Interessante Machart, super schauspielerische Darstellung des Hauptdarstellers.

                  • 0

                    Klischeeüberladenes Außenseiter-Drama, das dem Zuschauer effekthascherisch eine Botschaft mit dem Holzhammer einprügeln will. Sensibilität und Glaubhaftigkeit sucht man vergebens.

                    • 10/10 Punkten! Dieser Film ist schon seit 2007 als er raus kam, mein Lieblingsfilm! Jedes mal wenn ich ihn sehe muss ich am Ende weinen, egal wie oft ich ihn ansehe.

                      Ich kann den Film leider nicht in Worte fassen. Ich würde es gern aber ich kann es nicht. Bitte, lieber Leser, schaut euch diesen Film an. Ich verpresche euch zu 100% das ihr nicht enttäuscht sein werdet!

                      • Ben X ist ein zeitweise fesselndes flämisches Drama über einen Teenager mit Asperger Syndrom. Seine täglichen Qualen und Erniedrigungen in der Schule, kann er niemandem mitteilen, auch nicht seinen Eltern. Er kann sie nur in einem Online Video Game verarbeiten. Wir erleben also zwei Ebenen; die der Realität und die des Spiels. Leider zerstört Regisseur Nic Balthazar damit fast seinen ganzen Film. Manchmal bricht mir Ben X fast das Herz, wenn die ganze Schulklasse Ben verspottet, der vergeblich versucht, sich zu wehren. In diesen Momenten ist Ben X aufrichtig und erschütternd - um dann wieder abzuschweifen. Immer, wenn die Gedankenwelt von Ben simuliert wird im Video Game, unterwandert der Film seine besten Szenen mit offensichtlichen Manierismen. Schliesslich gibt er auch seine Qualität, tief und intensiv zu erzählen, Preis, indem er verzweifelt versucht, ein gutes Ende anzubieten. So viele gute Ansätze, im Handstreich erschlagen!

                        • 9

                          Hi, man kann ja über Amazon sagen was man will, oftmals meine letzte Rettung, die haben die guten alten Filme die man sonst nirgends mehr bekommt. Oder ebend zu exorbitanten Preisen.
                          Und nun Ben X. Film für die Insel
                          Es geht es um den jugendlichen Ben. Der leidet am Asperger-Syndrom, einer leichten Form von Autismus. Dadurch fällt es ihm schwer, ist es ihm fast unmöglich, soziale Kontakte zu knüpfen, Gefühle zu verstehen bzw. auszudrücken, sich den allgemeinen Gepflogenheiten innerhalb einer Gemeinschaft, sich den Regeln der Gesellschaft anzupassen. Ben ist seit seiner Kindheit Deshalb ein Außenseiter. Der vor allem in seiner eigenen Welt lebt, die aus dem Online-Spiel “Archlord“ besteht und wo er als “Ben X“ der Held sein darf und geschützt und Beschützer ist

                          Die Ehe von Bens Eltern ist an der Persönlichkeitsstörung des Sohnes zerbrochen, die Mutter schleppt ihren verschlossenen Sohn von einem Psychologen zum nächsten, während die Umwelt von Ben - Pädagogen, Betreuer, Nachbarn - zumeist ratlos auftritt und nicht so recht weiß, wie hier zu denken, zu handeln ist. Das jedoch Allerschlimmste hat Ben in der Schule, innerhalb seiner Klassengemeinschaft, täglich durchzustehen. Zwei Mitschüler treten als gehässige, eklige, aggressive Leitwölfe auf, die den überforderten Jungen ständig quälen. Der Rest der Gemeinschaft teilt sich auf in Mitläufer und Wegseher. Da sie bei ihm “leichtes Spiel“ haben, eskalieren die Ereignisse zwangsläufig in einer Katastrophe. Doch dann gibt es eine überraschende wie überwältigende Schlusspointe. Die letzte halbe Stunde ist das dramaturgische wie emotionale Trumpf-As des Films.
                          Und ein Mädchen spielt natürlich auch mit...

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                          • 10

                            wie schlimm und grausam menschen sein können - und wie wunderbar es ist,dass andersartige,gehandicapte menschen dennoch ihren weg finden können,ihren ganz eigenen weg!!
                            mit einigem kann ich mich in diesem film sehr gut identifizieren-ich kenne psychische schwierigkeiten und eine gewisse andersartigkeit sehr gut selbst...
                            sehr einfühlsam,sehr gut gespielt,der hautdarsteller ist grandios!!!
                            interessant und spannend von der ersten bis zur letzten minute-wenn man sich wirklich darauf einlässt!!
                            keine leichte kost,oft ziemlich beklemmend und bedrückend...
                            das ende gefällt mir auch sehr sehr gut,nochmal einen punkt dafür...
                            also,absolut sehenswert und dafür natürlich die bestnote!!!

                            • 8
                              Kopfkinoultra 18.04.2015, 14:39 Geändert 18.04.2015, 14:47

                              Manchmal gibt es sie noch, echte Filme und echte Musiker.

                              Ben X ist einer dieser Filme, man dreht nicht des Geldes wegen, sondern weil das Thema bewegt. Man sagt und zeigt etwas, dass es auch Wert ist.

                              Zugegeben, man merkt dem Film nicht nur seine Ambitionen, sondern auch
                              sein mageres Budget an, doch wen der Inhalt zu fesseln vermag, der schaut
                              darüber hinweg. Ben wird ausgezeichnet von Timmermans (danke MP) verkörpert, welcher mit jeder Bewegung Autismus ausstrahlt.
                              Er wirkt durchgehend angespannt, die Finger und Augen immer in Bewegung,
                              zwar kenne ich keinen Asperger der so extrem ist, doch den "normalen" Autisten
                              kaufe ich ihm sofort ab. Es sind wohl tatsächlioch die vielen kleinen Details, die
                              das ganze von innen her beleben und zu fesseln wissen.
                              Die Aufbereitung ist ebenso liebevoll und aufwendig, wie die Leistung des Hauptdarstellers, damit sich das Grauen nach und nach entfalten kann, man immer mehr in Ben eindringt und alles zusammen mit ihm erlebt.
                              Irgendwann schlägt der Film dann Gnadenlos zu...man möchte eingreifen, steht genauso hilflos wie der Held (!) dem ganzen Gegenüber und Verzweiflung breitet sich aus, man leidet..man leidet zusammen mit Ben
                              Es gab viele Szenen deren Beklemmung mich vollkommen packten, mich tief berührten, bei denen der Kloß im Hals immer dicker wurde.
                              Diesen Film habe ich nicht nur gesehen, diesen Film erlebte ich !

                              Leider läßt die Syncro seine Gedanken/ Wortspiele untergehen, so dass ein Teil
                              der Welt des Ben in der Übersetzung verloren geht.

                              Ben X ist bestimmt kein unterhaltsamer, leichter abendfüllender Blockbuster,
                              er ist echt ungeschminkt und ehrlich und das kann weh tun.

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                              • 8

                                Nur durch Zufall beim Durchschalten hängen geblieben aber ich habe irgendwie in der ersten Minute gemerkt, dass dieser Film eine bestimmte Aussage hat und er mir von der Thematik gefallen muss. Erst danach habe ich die Inhaltsangabe gelesen. Und wieder hat mich meine Intuition nicht getäuscht.

                                Dieser Film ist so erschreckend, herzzerreißend und emotional. Mal wieder wird einem vor Augen geführt, wie schlecht unsere Gesellschaft und viele Menschen sind, gerade im jugendlichen Alter, wie hart die Schulzeit sein kann, wie sehr junge Menschen geprägt werden von Hass, Wut, Hoffnungslosigkeit und Mobbing, wie schnell es geht in die völlige Isolation zu versinken und wie heute noch mit Behinderungen umgegangen wird. Es ist einfach nur schockierend und unmenschlich...aber leider wahr.

                                Nur weil jemand "krank" ist, Schwächen in sozialer Interaktion und Kommunikation aufweist, ein mangelndes Einfühlungsvermögen hat oder sein Unverständnis für zwischenmenschliche Interaktionen nicht ordnen kann bzw. nicht weiß wie man damit umgeht, wird man fast in den Selbstmord getrieben.
                                Das Ende hat mich positiv überrascht, obwohl man im Laufe des Filmes Hinweise bekommt, wie es eigentlich endet, ist man doch nicht 100%ig sicher.
                                Wirklich tolle schauspielerische Leistung von Timmermans. Mich hat der Film an vielen Stellen wirklich getroffen, ich war den Tränen nah und fassungslos, gerade wegen der perfekten Darstellung des Hauptdarstellers. Auch die Zwischeneinblendungen des Videospiels (was überhaupt nicht mein Fall ist) haben perfekt dazu gepasst.
                                Alles in allem ein beängstigendes Thema, womit aber endlich besser umgegangen werden muss und ein sehr sehenswerter Film.

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                                • 8 .5

                                  "Ben X" ging mir wirklich sehr nah.
                                  Ich bekam Gänsehaut und war teilweise nur geschockt.
                                  Das visuelle Gameplay fand ich richtig gut mit eingebracht. Greg Timmermans hat seine Rolle wirklich sehr überzeugend rübergebracht.
                                  Klasse Film.

                                  • 8 .5

                                    Es gibt Filme, die gehen an die Substanz. Ben X ist für mich so einer. Diese belgisch-niederländische Koproduktion mag zwar den Holzhammer dazu verwenden, seine Botschaft gegen (Cyber)Mobbing auszusprechen, aber bei manchen Themen geht das gar nicht anders.

                                    [...]

                                    Mittels eingeschobener Interviewpassagen impliziert Regisseur Nic Balthazar dem Zuschauer den Ausgang der Geschichte recht zügig. Auch wenn man sich vielleicht nicht sofort sicher sein kann, eine gewisse Ahnung hat man sofort. Und doch gelingt es Balthazar mit einem geschickten Drehbuch notwendige Haken zu schlagen, die dem Mobbingdrama die nötigen Kurven verleihen. Die Dramatik lastet somit nicht nur auf den Schultern Greg Timmermans, der den jungen Ben so sympathisch und zeitgleich so unsicher und ängstlich spielt, sondern fordert und fördert alle Beteiligten maßgeblich. Die Thematik wird greifbar, sie weckt gegebenenfalls alte Erinnerungen. Ob persönliche oder unpersönliche.

                                    Obwohl der Film von Symbolen, Videospielszenen und einer unruhigen Kamera nur so strotzt, überwältigt einen nie das Gefühl, von den stilistischen Mitteln erschlagen zu werden. Diese sind so bewusst eingestreut, dass sie ein gewisses Maß an Hoffnung und Erlösung vermitteln, ehe diese wieder zunichte gemacht werden. Vom filmischen Standpunkt her sicherlich interessant zusammengefügt und doch dienen diese Bilder und Metaphern lediglich als Fenster zur Gefühlswelt des Protagonisten.

                                    Genau dieser Art und Weise ist es zu verdanken, dass man als Zuschauer die geschwungene Moralkeule akzeptiert. Mir fiel es bspw. sehr leicht, abseits der ohnehin vorhandenen Sympathien zu Ben auch Mitleid und Wut (letzteres gegenüber den Tätern) aufzubauen. Vielleicht mag das bei dem ein oder anderen zu einer fragwürdigen Moral verkommen, wenn man in Hinblick dessen auf das große Finale, das "Endspiel", wartet. Doch vermag gerade dieses großartige Ende nicht sinnlos zu verkommen. Es setzt der Gesellschaft den Spiegel vor die Nase, verteilt berechtigte Schelte und spricht wichtige Punkte an. Die Überspitztheit dessen dient als Holzhammer, doch wie soll man diese Thematik unter der so viele Kinder und Jugendliche litten und leiden sonst vermitteln? Man hat doch das Gefühl, es brächte alles nichts und das sei die Methode, die beim Zuschauer noch am ehesten nachhallt.

                                    Ben X ist ein zeitgenössisches Dokument unserer Gesellschaft, welches auch in 20 Jahren an Aktualität nicht einbüßen wird. Wie viele Jugendliche müssen unter (Cyber)Mobbing noch leiden, ehe die Gesellschaft einen Wandel durchmacht? Es ist erschreckend, wenn man aus eigener Erfahrung weiß, wie schnell sich eine Eigendynamik entwickelt, aus der man sich als Opfer nur schwerlichst raus winden kann. Diese kleine flämische Filmperle müsste man daher als Pflichtfilm im Unterricht präsentieren. Und wenn es dadurch nur zur Diskussion kommt oder nur ein maues Gefühl in der Magengegend zurückbleibt. Hauptsache dieses Thema wird nicht ständig unter den Tisch gekehrt, um beim nächsten Fall von Mobbing wieder für wenige Tage entstaubt zu werden.

                                    https://infernalcinematicaffairs.wordpress.com/2015/03/04/film-ben-x-2008-benl/

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                                    • 10

                                      Der Film hat eine sehr Gute Handlung und auch die Umsetzung ist sehr gut. Es wurde selbst auf die kleinsten Kleinigkeiten geachtet.
                                      Meiner meinung nach sollte man sich den Film auf jedenfall mal ansehen.

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                                      • 8
                                        Der Siegemund 26.11.2014, 22:57 Geändert 26.11.2014, 23:07

                                        Es war mir eine Ehre dich Ben so nah und persönlich kennengelernt haben zu dürfen. Die Zeiten waren hart und schweißtreibend, die Erlebnisse übel und ekelerregend. Für dein Handeln habe ich absolutes Verständnis und ich wünschte, dass ich es auch so könnte wie Du.

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                                        • 10

                                          "Ben X" gehört für mich zu den besten Filmen aller Zeiten. Der Film zeigt das Leben eines Jungen Mannes in seiner Schulzeit. Er leidet unter einer Form des Asperger-Syndrom.
                                          Der Film zeigt sein Leben mit all den Problemen das es mit sich bringt. Der Schulalltag, Kontakt und Konflikte zu den Eltern bereiten ihm einige Probleme. Er flüchtet sich in eine Online Welt und kommt somit noch schlechter mit dem Leben ausserhalb des Computers klar.
                                          "Ben X" versucht das Leben des Protagonisten so zu erzählen wie er selber es erlebt und zeigt es auf eine für mich sehr unangenehme aber auch faszinierende Weise.

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                                          • 7 .5

                                            Schonungslose und schwerverdauliche Mobbingmomente gegen den jungen autistischen Ben, der am liebsten in seiner MMORPG-Welt abtaucht, führen zu einer emotionalen Entwicklung der Geschichte, die konsequent bis zum (scheinbar) bitteren Ende geht und durch die herbe Sozialkritik in Erinnerung bleibt.

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                                            • 8

                                              In diesem Film hätte ich es wohl kaum erwartet - eines der besten, erhebendsten und intelligentesten Finals, die ich je gesehen habe. Allein schon dafür ist "Ben X" sehenswert. Zeitweilig ist das emotional richtig harte Kost, die man erst mal verdauen muss - ich glaube nicht, dass sich viele Leute diesen Film zweimal anschauen würden. Ein Aufruf an alle, dem Wahnsinn in unserer Gesellschaft mit mehr Entschlossenheit entgegenzutreten.

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                                              • 6

                                                Die Botschaft dieses Filmes ist wichtig und richtig, jedoch finde ich den Film selbst weniger authentisch. Insbesondere die Folgen des Asperger-Syndroms finde ich zu klischeehaft dargestellt.
                                                Zudem hat man relativ eine ziemlich genaue Vorahnung wie dieser Film endet, bzw. was als nächstes kommt.

                                                • 7 .5

                                                  Ein sehr guter Film, in allen Facetten...manchmal hart an der Grenze zum "Schleimi-Film", er touchiert diese jedoch nur.
                                                  Am meisten erstaunen die völlig unbekannten, aber sehr weise gecasteten Schaupieler und natürlich das absolut glaubhaft inszenierte Rollenspielszenario...und auch sonst: ALLES RUND!!!
                                                  Außerdem bin ich ja ein eher hartgesottener Filmgucker, aber dieses Teil bringt einen manchesmal doch zum Schlucken...gerade wenn Ben mal wieder gedisst wird...VOLL FIES!
                                                  Insgesamt kann man sagen: Gute Story, überzeugende Darsteller, aktuelles Thema, Regie Top, Heulfaktor is gegeben, Wutfaktor auch....usw.,usw.,usw.
                                                  Also, schaut euch den Film ruhig an, auch wenn Zocken nicht so euer Ding ist, lohnt sich auch für WoW Legastheniker!

                                                  PRÄDIKAT: Bald kommt das neue GTA...*grins*

                                                  "Seid gegrüßt Programme!"
                                                  Tron

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                                                    'Ben X' ist ein einzigartiges Drama über die Krankheit Autismus. Einfühlsam, dramatisch und traurig. 'Ben X' ist ein ganz besonderer Film. Ich würde ihn mir nie nochmal ansehen wollen, obwohl er sehr einfühlsam war, doch zu traurig und verstörend war er.
                                                    Tatenlos muss man sich dieses Drama ansehen und so will man doch bei jeder Szene am liebsten eingreifen.
                                                    Dieses Drama schockiert und ergreift.

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