Billy Elliot - I Will Dance - Kritik

Billy Elliot

GB · 2000 · Laufzeit 110 Minuten · FSK 6 · Drama, Musikfilm, Komödie · Kinostart
Du
  • 9

    "Billy Elliot" stellt eine Blaupause für massig Coming-of-Age-Dramen dar, obwohl die Story nicht neu ist. Es gibt unzählige Geschichten darüber, dass Söhne oder Töchter sich den Vorstellungen ihrer Eltern widersetzen und ihrem wahren Traum zur Selbstverwirklichung nachjagen, ja, sogar "High School Musical" ist nichts anderes, wenn auch mit viel weniger sozialer Härte und Ernsthaftigkeit. Pünktlich zum Jahrtausendwechsel hat Stephen Daldry, der mittlerweile eine qualitativ beeindruckende Filmografie vorweisen kann (Der Vorleser, Trash, Extrem laut und unglaublich nah), ein echt starkes Sozialdrama abgeliefert, dass aber ehrlich gesagt optisch ziemlich altbacken erscheint - womöglich ist das aber beabsichtigt und soll den Flair der 80er vermittel, in dem Fall funktioniert das hervorragend. Schauspielerisch gibt es nichts auszusetzen, generell handelt es sich um eine rundum tolle Produktion. Was aber die Begeisterung schrumpft, ist die Tatsache, dass es eben nicht wirklich etwas neues ist - alles schon mal mehr oder weniger dagewesen.

    Trotzdem eine klare Empfehlung!

    7
    • 9
      Roco De Long 28.10.2018, 01:20 Geändert 28.10.2018, 12:07

      "Billy Elliot" könnte an vielen Stellen ins Melodramatische, Lächerliche oder Erwartbare abdriften. Tut er aber nie. Props an den schroffen britischen Humor, sag ich mal!
      Der Film schafft es einfach, die Identitätsfindung seines Protagonisten -- überragend: Jamie Bell -- mit einer unglaublichen Themenvielfalt perfekt zu verschmelzen. Mit was für einer Leichtigkeit hier Milieustudie auf Vater-Sohn-Konflikt auf Tanzfilm trifft, dabei immer authentisch und berührend, das ist schon wahnsinnig gut.
      Ein Film, den ich 18 Jahre zu spät gesehen habe. Eigentlich auch nicht, denn vor und mit 18 Jahren hätte ich zu vielem gar keinen Zugang gehabt. Und in weiteren 18 Jahren wird man wahrscheinlich wieder andere Aspekte in den Fokus rücken. Das zeigt schon, mit was für einem meisterhaften Film man es bei "Billy Elliot" zu tun hat. Drama as Drama can be.

      2
      • 8 .5

        Wieder einmal die Briten – und wieder einmal kriegen sie es hin. Eine kleine, intime Geschichte eines starken Jungen, der sich nicht klein kriegen lässt und sich nach oben an sein Ziel durchboxt, allen Widerständen zum trotz – klar, eine altbekannte Geschichte, aber überaus glaubhaft und ernsthaft vermittelt und obendrein in äußerst glaubhafter Umgebung einzufangen. Ích war nie in Sheffield um die Zeit von 1984, aber so wie der Film das Umfeld (das Elend) und die Begleitumstände schildert, in denen der kleine Bily aufwächst, wirkt es ungemein glaubhaft (und deckt sich auch mit all dem Zeug, das ich im Englisch-LK darüber hören mußte). Abgesehen von Julie Walters ist zwar kein allgemein bekanntes Gesicht dabei (Jamie Bell wurde erst hier langsam populär), aber das macht nichts, es wirkt alles absolut glaubwürdig und echt – und gerade deshalb wird der Film auch so schön, wenn sich unter diesen harten Begleitumständen für den kleinen liebenswerten Billy ein Traum erfüllt!Fazit: Süße Geschichte in hartem Umfeld – voller Gefühl, Tragik und leisem Humor!

        1
        • 8

          Was macht ein Junge wenn er feststellt, dass er sich für klassischen Tanz begeistern kann? Wie empfindet ein Vater aus der Arbeiterklasse, der mit einem sehr traditionellen Weltbild aufwuchs und dann feststellt, dass sein Sohn wie ein schillernder Schmetterling aus dem Einheitsbrei der "normalen" Gesellschaft heraussticht?

          Dies ist kein Drama und auch keine Coming of Age Geschichte sondern ein tiefschürfendes Märchen über Träume und Toleranz, Familienzusammenhalt und dem Mut anders zu sein.

          Als mein gelber Wellensittich aus dem Fenster flog, hackten die Spatzen auf ihn ein. Denn er sang wohl etwas anders und war nicht so grau wie sie und das passt in Spatzenhirne nicht hinein.

          5
          • 7 .5
            RoboMaus 04.03.2017, 09:42 Geändert 04.03.2017, 10:31

            Sozialdrama, Coming of Age, Komödie, Sport/Musik-Film - 'Billy Elliot' tanzt in mehreren Genres und schafft dabei den Spagat, aus jedem Topf etwas Passendes für starke Unterhaltung zu holen. Es ist die Story vom Jungen aus einer nordenglischen Arbeiterstadt, der seine Neigung zum Ballet entdeckt, doch sein Vater will ihn lieber Boxen sehen....

            Der Aufbau, wie Billy zum Ballet kommt, sowie die ersten Reaktionen seiner Umgebung, ist interessant, bewegend und manchmal witzig, mündet aber um die Mitte in eine lange Phase inhaltlicher Stagnation. Das lässt die Spannungskurve deutlich absacken, doch zum Glück kommt das letzte Drittel großartig zurück. Dramaturgisch und von den Aussagen her ist das mitreißend gemacht, vor allem, (SPOILER) dass der Vater Billys Talent erkennt, über seinen Schatten springt und ihn trotz aller Schwierigkeiten und Geldmangels unterstützt (SPOILER ENDE).

            Den positiven Eindruck verstärkt, dass Jamie Bell alias Billy wirklich tanzen kann, wobei ein paar sehr überzeugende Szenen eingestreut sind (v.a. die, worin er mit der Lehrerin im Duett durch die Turnhalle fegt).

            Der Plot verzichtet wohltuend auf zwei Dinge, die sich in derartigen Sozialdramen oft finden: Billy wird wegen seiner Ausrichtung nicht von anderen Jungs gemobbt, als Schwuler beschimpft oder verprügelt, und die Atmosphäre wird nicht so trostlos grau in grau dargestellt, um der Handlung die unumgängliche Depri-Note zu verleihen. Im Grunde sind das ausgetretene Klischees, die Ausnahmefälle durch ständige Wiederholung zum Standard machen. Dieser Verzicht dürfte auch ein Grund für den riesigen Erfolg sein (5 Mio. $ Kosten, 110 Mio. $ eingespielt).

            Das Ende ist so erhebend, dass es einem die Tränen mit nur einer einzigen Szene in die Augen treibt, wonach der Film genau im richtigen Moment aufhört - mehr braucht es nicht, um die Früchte gelebter Toleranz und Anerkennung zu ernten.

            14
            • 8
              Deusfantasy 27.05.2016, 13:05 Geändert 27.05.2016, 13:06

              I Will Dance.
              Lange war ein Zusatztitel nicht mehr so passend gewählt, wie im Falle von „Billy Elliot“. Denn es war genau die Lust zu tanzen, die ich am Ende des Films verspürte. Der unbedingte Wille seiner Leidenschaft nachzugehen, den Billy dabei an den Tag legt, ist unglaublich mitreißend. Ich war so berauscht von dem Glücksgefühl am Ende, so voller Tatendrang, dass ich mir am liebsten ein Tutu übergestreift und ein paar Pirouetten durch mein Zimmer gedreht hätte.
              Dabei bin ich bekanntlich kein sonderlich großer Freund von Tanzfilmen, denn zu oft laufen sie nach demselben Schema ab. Doch „Billy Elliot“ ist so viel mehr als das. Hier wird nicht nur ein wenig das Tanzbein geschwungen, sondern eine tiefgründige Geschichte über die Selbstfindung eines 11-jährigen Jungen erzählt, der vor dem Hintergrund des britischen Bergarbeiterstreiks im Jahre 1984 seinem Herzen folgt und mit seiner Leidenschaft für das Tanzen in einem eigentlich hoffnungslosen Umfeld, die vorurteilsbehafteten familiären Ketten sprengt, um sich seinen Traum zu erfüllen.
              Stephen Daldry verbindet dabei eine einfühlsam erzählte Coming of Age-Geschichte mit einer Sozialstudie der nordenglischen Kohlearbeiter, bei der er das englische Lebensgefühl der Unterschicht authentisch rüberbringt und größtenteils auf Pathos oder großen Kitsch verzichtet. Die tollen Darsteller, deren Charaktere gut gezeichnet sind und absolut authentisch wirken, sind alle absolut passend besetzt. Allen voran muss natürlich Jamie Bell erwähnt werden, der hier einfach nur der Wahnsinn ist und mit seiner Leidenschaft für das Tanzen ansteckend wirkt.
              Stephen Daldry ist hier ein enorm menschlicher, witziger, gefühlvoller, glaubhafter und herzergreifender Film gelungen, das geradezu voller Inbrunst herausschreit – Lebe deinen Traum, du schaffst das schon!

              37
              • 9 .5
                ElsaWaltz 21.05.2016, 14:36 Geändert 21.05.2016, 15:26

                Ich liebe Tanzen.
                Schon immer hat es mich fasziniert, schon immer habe ich selbst getanzt.
                Sei es zur Weihnachtsfeier vor meiner Familie oder nur für mich allein.
                Selbst Ballettunterricht habe ich eine Zeit lang genommen. Aber erst seit sechs Jahren habe ich eine wirkliche Leidenschaft für den (Standard-)Tanz entwickelt.
                Immer wieder nehme ich Tanzkurse und immer wieder nehme ich an Bällen teil. Immer wieder bin ich glücklich.
                Von Ballett verstehe ich nicht wirklich viel. Aber das Gefühl, das Tanzen auslösen kann, das verstehe ich. Und das teile ich mit Billy Elliot.

                Billy Elliot ist einer der besten Tanzfilme. Der 10/11 Jährige Billy entwickelt eine Leidenschaft für da Tanzen, die sich auf den Zuschauer überträgt. Durch den Tanz wird er frei, durch den Tanz wird er glücklich.
                Das Tanzen verändert Menschen. Nicht nur den Tänzer selbst, sondern auch die Menschen in der Umgebung des Tänzers. Viele Filme die sich mit Tanzen befassen zeigen solche Veränderungen. Aber nur wenige sind dabei so feinfühlig und wahrhaftig wie dieser.

                Was ist es, das gute Tänzer ausmacht? Natürlich Können. Dann das Training. Und auch Ehrgeiz. Aber was man als Außenstehender sofort erkennt ist die Freude des Tänzers. Die Begeisterung für das, was er tut.
                Genau das zeigt Jamie Bell als Billy in jeder seiner Tanzszenen, in jeder seiner Bewegungen.

                Aber nicht nur Billys Entwicklung geht einen ans Herz, sondern die aller Charaktere. Wie Mrs. Wilkinson durch Billy selbst eine neue Leidenschaft entwickelt, wie Billys Vater sich seinem Sohn wieder nähert oder wie Tony anfängt, seinen kleinen Bruder wirklich zu respektieren.

                Wie fühlt sich Tanzen an? Was hat man für ein Gefühl, während man tanzt?

                „Ein ganz gutes Gefühl. Als würde sich mein ganzer Körper verändern, als wäre Feuer in meinem Körper. Und ich bin einfach da und fliege wie ein Vogel.
                Wie Elektrizität, ja wie Elektrizität.“
                Genauso ist es, Billy.

                9
                • 8 .5

                  Ein Junge aus einer armen Familie will Ballet-Tänzer werden. Aber zuerst muss der Vater überzeugt werden. Schauspielerisch ganz toll! Besonders Jamie Bell und Julie Walters.

                  • 8

                    Obwohl ich mit dem Thema Ballet nicht viel anfangen konnte, geb ich trotzdem eine gute Bewertung. Denn wenn gerade mal nicht getanzt wurde, hat mir der Film gut gefallen, vor allem diese Streikgeschichte. Fands auch schön zu sehen, wie Vater und Bruder Billy am Ende unterstützt haben, trotz der Abneigung gegen sein Ballet.

                    • 9 .5

                      Selbst wenn es Werbung ist: Eine süße Hommage :)

                      https://www.youtube.com/watch?v=961k-cHjMLk

                      2
                      • 7

                        Netter Film über Vorurteile und den Kampf gegen eben diese!

                        • 7
                          U-Bahnmensch 10.03.2015, 21:43 Geändert 21.01.2016, 11:35

                          Billy Elliot, 2000 - Stephen Daldry

                          .............................................................

                          "Billy Elliot" zeigt in meinem Augen an vielen Stellen das Potenzial zum wirklich guten Drama. So gibt es einige wirklich gut inszenierte, gefühlvolle und auch ergreifende Momente. Nur leider muss ich sagen, dass mir das Ganze in anderen Momenten einfach zu kitschig war. So empfand ich das recht lang gezogene Happy End als ein wenig zu gewollt und außerdem war die Musikauswahl stellenweise nicht wirklich passend. Jedenfalls waren Songs wie "We like to boogie" in Kombination mit Billys zwei, drei übertrieben fröhlichen und scheinbar gewollt kindlichen Tanzeinlagen für meine Person einfach ein zu großer Kontrast zum sonst eher traurigen und ernsthaften Grundton des Filmes.

                          Technisch und Schauspielerisch ist dem Film jedoch wenig vorzuwerfen. So wirken Billy und auch sein großer Bruder Tony bis auf die schon erwähnten paar Tanzszenen meist sehr authentisch. Die Spannungen innerhalb der Familie kommen dabei gut zur Geltung und die unbehagliche Situation der Elliots kommt gut rüber. Wirklich richtig gut gefallen hat mir allerdings das Schauspiel des Vaters. Auch wenn mir sein plötzlicher Sinneswandel bezüglich Billys Passion etwas zu schnell ging, hat es doch die gesamte Zeit über Spaß gemacht, ihm zuzusehen und er konnte mich emotional an ein zwei Stellen wirklich packen.

                          Insgesamt für mich ein halbwegs Sehenswerter Film, der mit ein bisschen weniger Kitsch noch deutlich besser sein könnte.

                          Kleiner Tipp: Ich habe den Film auf Deutsch und auf Englisch gesehen und kann nur jedem empfehlen, ihn im O. Ton zu schauen. Ich bin auch keiner dieser Leute, die meinen Filme seien grundsätzlich nur im O. Ton genießbar, aber hier gefiel mir die Deutsche Synchro wirklich mal überhaupt nicht!

                          3
                          • 7

                            Welche enorme Kraft und Ausdruck in diesem feinfühlig vorgetragenen Drama stecken, ist einfach herzerfrischend! Angereichert wird das Ganze mit einer gehörigen Portion Sozialkritik, wie es für britische Produktionen nicht selten ist, und zudem wird ein toller Soundtrack präsentiert, der die Füßchen immerzu mitwippen lässt.

                            Es ist schon wirklich beachtlich, wie es unsere Nachbarn von der Insel immer wieder aufs Neue schaffen, mit wenig Geld gute bodenständige Filme zu produzieren!

                            14
                            • 7 .5

                              Vom Titel her dachte ich, dass es sich um irgendeinen Tanzfilm handelt, aber das ist nicht der Fall.
                              Billy Elliot-I will dance ist Tanzfilm, Sozialstudie und Melodrama in Einem.
                              Der Film ist gleichzeitig berührend wie schonungslos, er zeigt, dass man seine Träume verfolgen muss, dass diese aber auch platzen können.
                              Recht ungewöhnlicher Film, aber absolut sehenswert.
                              Teilweise hat er ein paar Längen, daher der Punktabzug.
                              Kleiner Tipp: In Englisch nur mit Untertiteln anschauen, der Dialekt ist ziemlich schwer verständlich (und es werden eine Menge britische Schimpfwörter benutzt, die ich nicht gekannt habe...)

                              1
                              • 2 .5

                                Einfach nur Langweilig.

                                • 7

                                  »SoulReaver und lieber_tee in den Untiefen des ganz normalen Genrewahnsinns«

                                  Teil 10
                                  J...wie Jugendfilm.

                                  [http://www.moviepilot.de/liste/soulreaver-und-lieber_tee-in-den-untiefen-des-ganz-normalen-genrewahnsinns-soulreaver]

                                  „Billy Elliot“ gehört zu diesen Filmen, die man vorab nur zu gerne in eine Schublade drängen möchte; einer dieser Filme, die das findige Spiel auf der Klaviatur der Gefühle in Perfektion zu beherrschen glauben, letztlich jedoch keinerlei echte Emotionen wecken, weil ihre Konstruktion augenscheinlich nur auf sprödem Sentiment fußt: Augenwischerei und Pathos, eine Symbiose, die so manchem Zuschauer verständlicherweise schon das Fürchten gelehrt hat. Wo man also zu Anfang noch die Vermutung hegen wollte, Stephen Daldrys Debüt wäre in seinen Absichten vielleicht noch durchaus gut gemeint, mit ehrenwerter Intention bestückt, hinten raus jedoch kaum von den unzähligen Manifesten der Rührseligkeit zu unterscheiden, wie sie nun mal alltäglich produziert werden, der täuscht sich gewaltig. „Billy Elliot“ ist anders. Erfrischend anders, weil er sich eindeutig für seine Figuren interessiert, ihnen ein plastisches, herzliches Profil verleiht und das jeweilige Schicksal dieser nicht nur temporär ankratzt.

                                  Die Botschaft, die „Billy Elliot“ schlussendlich präsentiert, ist so abgestanden, wie sie sich auch anhört: Lebe deinen Traum. Das Drehbuch von Lee Hall („Gefährten“) macht allerdings nicht den Fehler, sich in einer solch klischeehaften Tonalität zu verständigen, sondern wartet mit einem gesunden Realismus auf, wie ihn ein solcher Film, ein solches Thema, einfach dringend benötigt. Obgleich hier ganz klar Billy Elliot im Rampenlicht steht und Jamie Bell („Snowpiercer“) der große Auftritt gebührt, gelingt es „Billy Elliot“ vortrefflich, eine fein akzentuierte Milieuschilderung – Hier gilt das Lob auch Kameramann Brian Tufano - vom nordenglischen Durham während des Streiks der Bergarbeiter in der Mitte der achtziger Jahre anzulegen. Während Billy Elliot also seinen ihm vorbestimmten Weg einschlagen soll, der ihn nicht nur in die Boxhandschuhe seines Vaters Jackie (Gary Lewis) führen möchte, sondern irgendwann auch mal in die Kohlegrube, in der sich Billys Vater und großer Bruder Tony (Jamie Draven) jeden Tafaufs Neue den Rücken krumm schuften, entdeckt Billy eine neue Leidenschaft: Das Ballett.

                                  In einem von konservativer Männerhand geführten Haushalt (Billys Mutter ist verstorben, seine Großmutter verfällt der Demenz) kommt diese neu gewonnene Leidenschaft befremdlich daher, assoziiert man dem Ballett doch eher einen Mädchensport. Natürlich wird auch Billy postwendend zum Homosexuellen benannt und muss in einem eh schon angespannten Umfeld verärgertes Unverständnis am eigenen Leibe ausbaden. „Billy Elliot“ mausert sich im Laufe der Zeit immer mehr zu einem Werk, das steife Vorsätze aufbrechen möchte, das festgefahrene Geschlechterrollen folgerichtig als lächerlich darstellt und offeriert, dass es in einer Gesellschaft, die wirklich rund läuft, nur das biologische Geschlecht gibt. Stephen Daldrys hat einen Film inszeniert, der für Freiheit steht, für Individualität, und der sich gegen kulturellen Vorurteile stemmt, in dem er aufzeigt, wie wichtig es ist, zu sich selber zu stehen und Chancen zu ergreifen, wenn man die Möglichkeit dazu bekommt. Vor allem aber geht „Billy Elliot“ durch seine wirklich saubere Ausarbeitung der Charaktere auf, bei der auf jeden schemenhaften Zwischenton grundsätzlich gepfiffen wird.

                                  21
                                  • 8

                                    »SoulReaver und lieber_tee in den Untiefen des ganz normalen Genrewahnsinns«
                                    #10
                                    J…wie Jugendfilm
                                    Wikipedia definiert den „Jugendfilm“ als eine Projektionsfläche für Menschen zwischen Pubertät und Erwachsensein, die eine (mögliche) Identifikation für das Zielpublikum erlaubt und das emotionale, sexuelle und körperliche Erwachsenwerden, das Ablösen vom Elternhaus, Freundeskreis, Liebe thematisiert.
                                    So gesehen ist „Billy Elliot“ der Inbegriff eines Jugendfilms.
                                    Nicht nur das er auf herzerfrischender Art, mit viel Humor, Sensibilität und freundlichem Pathos die spielerisch-tänzerische Selbstfindung eines jungen Arbeiter-Jungens unter widrigsten Bedingungen beschreibt, es in einen bitteren, sozialen Kontext der Thatcher-Ära einbindet, nein, er ist grundsätzlich ein außerordentlich intensiver, lebensbejahender Streifen über Familie, Freundschaft, Achtung und dem Glaube an sich Selbst. In einem tristen, herb-männlichem Umfeld, das Vorbehalte gegenüber schwulen Ballett hat, dem aber ein tiefes Verständnis für eine veränderbare Motivation inne wohnt, egal welche Bildungsschicht dafür notwendig ist.
                                    Ich könnte hier Seitenlang über die liebevolle und gezielt-kitschige Klaviatur von Gefühlen und ihre treffend wie zweckdienliche, manipulative Wirkung auf den Betrachter philosophieren, über das grandiose Spiel aller Beteiligten, insbesondere des Hauptprotagonisten Jamie Bell. Aber ich spare es mir, denn dieser Film funktioniert nicht mit dem Kopf sondern mit dem Bauch oder mit tanzwütigen Beinen. Er steht außerhalb jeglicher Kritik, weil er so tränen-erweichend sein märchenhaftes Herz am richtigen Fleck hat.
                                    Schnief…
                                    Scheiße ist der gut, ich werde auf meine alten Tage noch sentimental…
                                    [http://www.moviepilot.de/liste/soulreaver-und-lieber_tee-in-den-untiefen-des-ganz-normalen-genrewahnsinns-soulreaver]

                                    22
                                    • 8 .5

                                      Großartiger Film, habe ihn endlich mal wieder geschaut :) Ein tolles Thema und perfekt umgesetzt. Auch die Schauspieler machen ihre Sache sehr gut, mir gefällt vor allem Julie Walters als Mrs Wilkinson :)

                                      • 9

                                        Was dieser Film transportiert und auf den Zuschauer überträgt ist weder das Elend der gezeigten Bergarbeiterverhältnisse in Nordengland, auch nicht die Verbitterung der Familien, die Not, der Hunger, die Tristesse - nein, es ist die Hoffnung auf ein besseres Leben. Und auch wenn der Film die politischen Hintergründe anspricht und nicht außen vor lässt, so erzählt "Billy Elliot" an erster Stelle die Geschichte eines Jungen, der einen Traum hat, einen Traum, der ihn aus der Trostlosigkeit hinausführen soll und für den er gegen alle Widerstände kämpft, gegen die Gepflogenheiten der Arbeiterklasse in die er hineingeboren wurde, gegen die eingeschränkten Ansichten seines eigenen Vaters und letztendlich gegen die eigene Hoffnungslosigkeit und den Unmut, von dem er ergriffen wurde.
                                        Stephen Daldry präsentiert uns ein phänomenales, authentisches Drama, mit absolut sympathischen, großartigen Darstellern, allen voran der junge Jamie Bell, der seine Rolle unglaublich emotional verkörpert, ebenso wie Julie Walters als seine toughe Tanzlehrerin.
                                        Es ist eine tragikomische, glaubhafte Geschichte, lustig, traurig, doch am Ende lässt sie einen mit einem zufriedenem Lächeln zurück, als auch mit der Gewissheit, dass es sich für seinen Traum zu kämpfen lohnt!

                                        13
                                        • 9

                                          Klasse-Unterklassemilieufilm

                                          Nur die Engländer schaffen es aus einer misslichen sozial-politischen Misere doch noch etwas Hoffnung und Humor zu schöpfen.Aus dem tiefsten Unglück heraus noch für die Zukunft gut zu denken geht nur mit Humor. Humor hebt auf, lässt aber auch verstecken. So ist die Todesthematik hier nicht veralbert, sondern wird von Daldry ernst genommen,aber durch den Einsatz der leiden, ironischen Untertöne relativiert. Auch klagt er hier die Thatcher-Ära, anhand eines exemplarischen Beispiels, an, die sich unterworfen mussten um zu überleben. So bietet Daldry, ausser der grandiosen Darstellerschar, einen warmen, obwohlin kalten Bildern gedrehten Film. Dieser Kontrast bietet den Zuschauern eine größere Konzentration auf die Gefühlswelt der Protagonisten und deren Wille zu Leben.

                                          3
                                          • 8

                                            hab den film in der schule gesehen und muss sagen is ganz cool

                                            • 10

                                              Mein Herz tanzt.... bei diesem Film. Ein vielschichtige Story, begleitet von tollen Schauspielern und mitreissenden Soundtrack jenseits von Hollywood. Wie schön auch, das der talentierte Jamie Bell danach nicht von der Tanzfläche verschwunden ist :-) Wird Zeit das man Ihm mehr zutraut wie zb. in Unbeugsam, Hallam Foe oder Dear Wendy.

                                              4
                                              • 10

                                                ich liebe diesen film einfach. Ich mag Billy und vorallem seinen Freund, den Nebendarsteller :)

                                                2
                                                • 7 .5

                                                  Die Story ein einziges Klischee- Junge aus armen Verhältnissen will nicht boxen, sondern tanzen.
                                                  Aber dafür gibt es eine klar politsche Darstellung Englands Vergangenheit, sowie wunderschöne realistische Bilder zu Wohnsituation und FAmilie.

                                                  1
                                                  • 8

                                                    Der Soundtrack alleine lohnt schon um den Film zusehen.

                                                    2