Blood Diamond - Kritik

Blood Diamond

US · 2006 · Laufzeit 143 Minuten · FSK 16 · Drama, Thriller, Actionfilm · Kinostart
Du
  • 8

    Unglaublich harter aber wahrer Film! Ich finde ihn toll aber auch so schwer.
    Die Schauspieler in diesem Film sind super, nicht nur Leonardo DiCaprio spielt hier grandios- so wie eigentlich immer aber auch Djimon Hounsou fand ich richtig gut hier, er kann gut neben Leo bestehen wie ich finde.
    Auch die kleine Liebesgeschicht stört mich ehrlich gesagt nicht, ich finde sie sogar gut, aber nur deshalb weil sie ziemlich nüchtern wirkt. Man merkt Archi und Maddie haben Sympathien füreinander aber es wird nich stundenlang rumgekitscht oder rumgemacht, das hat mir gut gefallen. Es ist einfach ein echt guter Film über eine grausame Realität

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    • 7 .5

      Als Produzent gab es für ihn schon einmal den Oscar. Als Regisseur schon öfter nominiert, hat es noch nicht geklappt. Doch vielleicht ja für seinen neuen Film. Mal schauen wie es bei der nächsten Verleihung aussieht für Edward Zwick. Seine Bandbreite ist schon erstaunlich. Wobei er seine Stoffe auf allen Kontinenten sucht. Nach Asien und dem „Last Samurai“ spielt sein neuer Streifen in Afrika.

      In den 90iger Jahren des letzten Jahrhundert. In Sierra Leone tobt ein mörderischer Bürgerkrieg. Zwei Menschen werden vom Schicksal zusammen geführt. Der Ex-Söldner Danny Archer (Leonardo DiCaprio) und der Fischer Salomon Vandy (Djimon Hounsou). Rebellen überfallen das Dorf von Salomon, trennen ich von seiner Familie und verschleppen ihn zur Arbeit auf den Diamantenfelder.

      Er findet einen großen Rohdiamanten und es gelingt ihm diesen zu verstecken. Archie verdient seinen Lebensunterhalt, indem er Diamanten gegen Waffen tauscht. Im Gefängnis treffen Archie und Salomon zusammen und Archie erfährt von dem Diamanten. Während Salomon den Diamanten als seine Zukunftssicherung für sich und seine Familie ansieht, braucht Archie das Geld um aus Afrika zu fliehen.

      In dieser Situation treffen beide auf die amerikanische Journalistin Maddy Bowen (Jennifer Conelly). Sie will die Machenschaften der Diamantbosse aufdecken. Von Archie erhofft sie sich Insiderinformationen. Dafür bringt sie die beiden durch das Rebellengebiet. Werden alle drei ihre Ziele erreichen?

      „Blutdiamanten“ ist der politische Namen für solche Steine die dazu benutzt werden den Krieg in vielen Regionen Afrikas zu finanzieren. Das war es auch was Regisseur Edward Zwick interessierte. Eine politische Botschaft in einem Hollywood Film zu verarbeiten. Und das ist ihm auch hervorragend gelungen. Trotz vieler brutaler Szenen mit Kindersoldaten gibt es auch wunderschöne Passagen und gefühlvolle Momente. Ein Film der sicher zu kontroverser Diskussion führen wird. Aber das hat Ed Zwick bestimmt gewollt. Die drei Hauptdarsteller geben eine glaubwürdige Performance ab.

      140 Minuten anspruchsvolle Unterhaltung.

      • 7

        Edward Zwicks Blood Diamond ist ein bildgewaltiges und hervorragend gespieltes Abenteuer und erzählt von einem sehr düsteren Kapitel Sierra Leones: dem illegalen Handel mit sogenannten Konfliktdiamanten, deren Verkaufserlös den Bürgerkrieg über Jahre mitfinanzierte. Ein in der westlichen Welt und Grossteil der Zielgruppe des Films wohl eher unbekanntes Thema, welches durch den Film mit Nachdruck, um nicht zu sagen mit dem Vorschlaghammer, bekannt gemacht wird.

        Zwick zeigt mit schonungsloser Härte und Brutalität das grausame Vorgehen der RUF gegenüber der Zivilbevölkerung. Kindern werden Arme abgehackt und sie werden unter Zuhilfenahme von Drogen, zu willen- und seelenlosen Killermaschinen gedrillt. Gezeigt wird dies zwar etwas gar Klischee beladen und mitunter nahe am Voyeurismus, aber immerhin hat Zwick den Mut, nicht wegzuschauen und den Zuschauer mit einer unbequemen Wahrheit zu konfrontieren.

        Problematisch ist allerdings, dass nur Gewalt von Seiten der RUF gezeigt wird und die Rebellen als diabolische Schlachter dargestellt werden. Es entsteht dabei ein stark vereinfachtes und falsches Bild einer der Fraktionen im Bürgerkrieg, das der Thematik nicht wirklich gerecht wird. Ohne Frage wurden die gezeigten Praktiken vollzogen und Gräueltaten sind in grossen Zahlen belegt. Doch auch die Militärs und die Regierung sind genauso an diesem Bürgerkrieg beteiligt gewesen und dürften auch die eine oder andere Schuld auf sich geladen haben. Blood Diamond zeigt hier nur eine Seite, und zwar die hässlichste. Dies ist zweifelsohne schockierend, aber dem Thema wird der Film damit nicht gerecht. Selbiges gilt auch für die Titel gebende Problematik der Blutdiamanten, die der Film nur mit sehr grober Federführung nach zu zeichnen weiss. Auch hier sind die Rollen klar verteilt und an der Konstellation wird nicht gerüttelt.

        Ist der Hintergrund des Bürgerkriegs und des Diamantenhandels also nur ein Vehikel für einen Hollywood Actionreisser? Blood Diamond ist zweifelsohne sehr Actionreich und geizt nicht mit spektakulären Momenten, die den Tod von vielen Afrikanern beinhalten. Sei es nun mitten im Kampfgetümmel in einer Grossstadt oder zum Schluss während dem Showdown in der Diamantenmine. Dabei fiebert man ständig mit den Protagonisten mit, ungeachtet der vielen Unschuldigen, die ihr Leben im Bürgerkrieg oder Kugelhagel der Söldner lassen. Der politische Hintergrund geht dabei sehr schnell vergessen und man kann dies durchaus Edward Zwick vorwerfen.

        Dass Blood Diamond aber nicht einfach zum zynischen Kracher abgestempelt werden kann, ist der Hauptfigur Danny Archer zu verdanken. Selten sieht man eine solch ambivalente Figur in einem Hollywoodfilm agieren und noch seltener handelt es sich dabei um den Helden. Danny Archer ist ein Antiheld, den man nicht wirklich mögen kann. Er ist arrogant, selbstsüchtig und nur auf den eigenen Nutzen bedacht. Er benutzt Solomons traurige Situation für die eigene Flucht aus Afrika, die dank dem letzten Verkauf des grossen Diamanten ermöglicht werden soll. Archer kann durchaus als Parabel auf und Symbol für den Umgang der weissen Elite mit der afrikanischen Mehrheit gedeutet werden. Ein zynischer und beissender Kommentar zur Ausbeutung der afrikanischen Welt auf Kosten ihrer Bevölkerung entfaltet an einem Blutdiamanten.

        Umso negativer fällt die Zeichnung der zweiten Hauptfigur, Solomon, auf. Er ist zwar nie unsympathisch, aber im Vergleich zu Archer sehr stereotyp und wird nicht selten etwas unwissend, um nicht zu sagen dumm, dargestellt. Immer wieder handelt er unüberlegt und überhastet, die Situation wird meistens durch den Antihelden entschärft. Dafür, dass Zwick mit dem Film den Opfern eine Stimme geben wollte, ist dies reichlich paradox. Die völlig unlogische und reichlich kitschige Schlusssituation kann hier auch nicht entschädigen und bestätigt die Kritik an der Figurenzeichnung Solomons zusätzlich. Zwar wird ihm von den Weissen Respekt gezollt, aber eine Stimme bekommt er im Film nicht. Es ist die Reporterin, die die Weissen informiert, nicht der betroffene Afrikaner.

        Maddy Bowen ist ähnlich wie Danny Archer ziemlich vielseitig ausgestaltet worden. Sie handelt grösstenteils idealistisch, verdient ihr Geld aber auch dank des Bürgerkriegs, und in Bezug auf die Haupthandlung auch dank des Schicksals von Solomon und seiner Familie. Auch Maddy kann als Sinnbild für die Haltung des Westens und der westlichen Medien gegenüber diverser Afrika bezogener Problematiken gedeutet werden und ist damit wieder eine viel interessantere Figur als Solomon.

        Dramaturgisch und formal kann man den Film aber kaum kritisieren. Die Protagonisten hasten von Schauplatz zu Schauplatz, wunderschöne Landschaftstableaus wechseln sich mit grossartig gefilmten Actionszenen ab. Die Geschichte um Solomon und seiner Suche nach der Familie, der hoch emotionale Moment des Wiedersehens mit dem entfremdeten Sohn und der versöhnliche, wenn auch erwartbare, Schluss, entschädigen über so manchen Mangel an Differenzierungsvermögen.

        Trotz der klaren Kritikpunkte ist Blood Diamond also durchaus sehenswert und ein guter Film. Er ist unterhaltsam, durchs Band hervorragend gespielt - allen voran ein phänomenaler DiCaprio) und schafft es nicht zuletzt, einem breiten Publikum eine äusserst traurige Problematik näher zu bringen. Dass dies so grobschlächtig und reisserisch geschehen muss, ist einerseits problematisch, andererseits aber auch die logische Konsequenz einer Hollywood-Grossproduktion mit dem Ziel, möglichst viel Geld zu generieren. Immerhin kann nun niemand mehr sagen, er hätte nichts gewusst, wenn er das nächste Mal einen Diamanten kauft.

        filmfotoblog.tumblr.com

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        • 7 .5

          Gutes Actiondrama.
          Nachdem ich diesen Film gesehen habe, musste ich erst einmal kräftig Luft holen.
          Die Zustände, die in diesem Film ja mehr als deutlich thematisiert werden, sind ja wirklich realitätsnah. Genau das macht den Film so authentisch und beängstigend.

          Finde es aber irgendwie blöd, dass immer wieder dieser Diamant in den Vordergrund gestellt wurde, wobei meiner Meinung nach, die Suche nach dem Sohn viel spannender gewesen ist.

          Tolle schauspielerische Leistung seitens von Leonardo DiCaprio.
          Auf jeden Fall sehenswert !

          • 8 .5

            Spannend, packend, mit bodenständiger Action und sehr emotional. Blood Diamond mag seine Längen haben, doch keine Szene wirkt zu viel oder überflüssig. Die Geschichte ist interessant angelegt und super gespielt. DiCaprio, Hounsou und Conelly schenken sich nichts.

            • 9

              Eine großartig erzählte Geschichte über den Diamantenhandel in Afrika, mit einem wieder einmal fantastischen Dicaprio.

              • 8

                Sehr guter DiCaprio. Schauspielerisch top und Story top.

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                • 9 .5

                  Blood Diamond ist ein sehr brutaler, spannender und realitätsnaher Film.
                  Der Film macht einem bewusst, wie schlimm sich ein Krieg auf die Zivilbevölkerung auswirkt.
                  die Lovestory war ein bischen überflüssig, aber die gut eingesetzten Actionszenen machen das wieder gut.
                  Fazit: sehr empfehlendswerter Film !

                  • 8 .5

                    Überwältigende Bilder, fesselnde Story, unterhaltsame wenn manchmal auch recht pathetische Dialoge, hervorragende herausgearbeitete Charaktere, packendes Spiel, viel Tragik und sogar ein gewisser Hauch von Afrika machen "Blood Diamond" zu einem nahezu lehrbuchhaften Film. Die Geschichte eines Diamanten, dessen Suche eine Spur von Blut durch die zerrütteten Verhätnisse Sierra Leones nach sich zieht, ist technisch, darstellerisch und atmosphärisch erstklassig umgesetzt. Auch wenn auf die in Hollywood authentische Liebesgeschichte verzichtet wird, wirkt die Inszenierung der Beziehung zwischen den Danny Archer und Maddy Bowen etwas schmalzig, was gerade beim eigentlich sehr starken Ende etwas zu sehr ausgetreten wird und wirkt. Daneben kommt durch den thematischen Rundumschlag -Vertreibung, Kindersoldaten, Warlords, Rassismus, Imperalismus, Diamantenschmuggel- gerade in der ersten Hälfte des Film die Spannung nur langsam in die Gänge.

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                    • 7

                      Boah, wie bewertet man so einen Film?!? Die Thematik des Diamantenhandels und den verschiedenen Interessensgruppen wird recht transparent dargestellt, die Bilder sind stimmig, teilweise überwältigend schön, teilweise sehr ergreifend. Die Story passt größtenteils auch, und das bei Hollywood auch eine Romanze mit eingebaut wird, verwundert nicht.
                      Aber: Warum um alles in der Welt werden die "Action"-Szenen dermaßen überzeichnet? Wie kann bei so einer ernsthaften Thematik mehrmals der Hauptdarsteller quer durch das Schussfeld von Kriegsparteien geschickt werden, die mit schweren Waffen in erheblicher Anzahl aufeinander schießen, ohne ernsthafte Kratzer abzubekommen? Diese Mischung aus Indiana-Jones und 007 sind mMn absolut unnötig und ziehen den Gesamtfilm runter.
                      Deshalb am Ende nur eine "7" weil es ein guter, aber keinesfalls ein sehr guter Film ist.

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                      • 3 .5

                        Mit einem Wort:
                        Enttäuschend....

                        Ich hätte von dem Film in erster Linie eine realistischere Story gewünscht,
                        sowie dass man ein wenig die Hintergründe des ganzen aufzeigt... abgesehen mal davon,
                        das alle Schwarzen in diesem Film entweder Opfer, oder hemmungslose Täter sind.

                        diCaprio's Rolle konnte mich auch nicht überzeugen, absoluter Unsymphat,
                        auch Antihelden können sympathisch werden!

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                        • 9

                          Erstklassiger Film!! Ein abolutes MUSS!!

                          7
                          • 9

                            Edward Zwicks Blood Diamond, ein Film mit einer sehr ernsten Problematik, die mir persönlich schon sehr nahe ging und mich etwas nachdenklich stimmte. Denn wie schon erwähnt spricht Zwick ein sehr sensibles Thema an, von dem manche vor dem erscheinen des Filmes eventuell noch nichts gehört hatten.
                            Der Film vereint zwei verschiedene, jedoch trotzdem zusammenhängende, Komponente miteinander. Das eine funktioniert nicht ohne das andere.
                            Zum Inhalt:
                            Der Film spielt zur Zeit des Bürgerkrieges in Sierra Leone, der von 1991 bis 2001 tobte. Von einen Tag auf den anderen ändert sich das Leben des Fischers Solomon Vandy. Der friedlebende Fischer läuft mit seinem Sohn durch ein Dorf, das kurz darauf Rebellen der RUF zum Opfer fällt. Schon hier, am Amfang des Filmes, wird dem Zuschauer einiges zugemutet. Männer, Frauen und Kinder werden auf Grausame Weise verstümmelt. Wahllos werden Zivilisten erschossen, auch Kindersoldaten sind am Geschehen beteiligt. Nach dem Angriff ist die Familie Solomons zersplittert. Während seine Frau und seine Tochter fliehen können, wird sein Sohn Dia gefangen und fortan als Kindersoldat eingesetzt. Solomon wird in eine Diamantenmine gesteckt um, wie man schon annehmen kann, Diamanten zu finden von denen sich die Rebellen Waffen etc. erkaufen. Ihm gelingt es unbemerkt einen sehr großen Diamanten zu verstecken. Augenblicke später wird die Mine jedoch von Regierungstruppen zurückerobert und alle Arbeiter landen im Gefängnis.
                            Zur selben Zeit landet der Söldner Danny Archer wegen Diamantenschmuggels im selben Gefängnis in dem Solomon sitzt. Archer erfährt von dem Diamanten und macht Vandy einen Vorschlag: Er macht Solomon das Angebot, ihn und seine Familie wieder zu vereinen. Als Gegenleistung will er einen Anteil an dem Diamanten. Die beiden einigen sich und können kurz darauf durch einen Angriff der RUF entkommen. Danach gilt es den geschmiedeten Plan in die Tat umzusetzten...
                            Ich muss schon sagen, Ich bin eher zufällig auf diesen Film gestoßen und er hat mich begeistert. Das hätte ich vorher nicht gedacht! Edward Zwick schafft es, dieses Thema unglaublich realistisch und zugleich verstörend darzustellen. Ich meine, dieser Film ist nichts für schwache Nerven. Hier wird an brutalität etc. nicht gespart. Es wird so dargestellt wie es sich zugetragen hat. Schonungslos, Grausam, Brutal. Famillien werden zerstört, ganze Dörfer ausgeräuchert und aus Kindern werden mit den abscheulichsten Mitteln Soldaten gemacht, die nicht einmal ihre eigene Familie wiedererkennen. Und das alles für was? Das ist die Frage!?
                            Zwick zeigt einem die ungeschminkte Wahrheit über die teils noch immer existierenden Probleme in Afrika. Fast in jedem Land gibt es unruhen und schreckliche Bürgerkriege in denen sich Landsleute gegenseitig ausradieren ( aktuelles Beispiel: Syrien).
                            Und wodurch werden diese ganzen Dinge finanziert ( in den meisten Fällen): durch Korruption, illegalen Schmugel bzw. Handel und und und. Eine Meisterleistung wie Edward Zwick es schafft den Zuschauer zu bewegen und über die oben genannten Dinge nachzudenken. Die Schauspieler gefallen mir alle sehr gut, genau wie der der super Soundtrack. Alles passt! Die Geschichte Archers, der sich vom egoistischen nur auf sich selbst bedachten Schmuggler, zum nachdenklich und am Ende guten Menschen entwickelt...der erkennt das das eigene Wohl nicht alles ist im Leben.

                            Ein sehr sehr guter Film. Die Geschichte und ihre Darstellung hat mich berührt und einige male musste ich schon mal Schlucken, da manche Szenen sehr intensiv sind und einem schon ein kalter Schauer über den Rücken läuft. Es wird nichts beschönigt oder verharmlost. Die Story bleibt bis zum rührenden Ende Spannend. Für mich ein Meisterwerk!

                            9
                            • 9

                              Wenn einer eine Reise macht, hat er viel zu erzählen... Teil 15
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                              Liebes Tagebuch,

                              mir geht’s nicht gut. Was los ist? Ich hab (mal wieder) meine Traumfrau getroffen. Ja, und mal wieder sagte sie „Nö“ zu mir. Das heißt, gesagt hat sie es nicht. Aber ihr Verhalten machte deutlich, dass sie eher Interesse an jemand anderem hatte.
                              Aber der Reihe nach. Ich hab ja geschrieben, dass ich über Jeff die Journalistin Maddie kennen gelernt hat. Eine wunderbare Frau. Und gemeinsam mit Maddie bin ich in einem Jeep durch Sierra Leone gefahren. Ein eigentlich sehr schönes Land. Mit tiefem Dschungel, wilden Tieren, fantastischen Bergen. Aber zerrüttet durch einen brutalen Bürgerkrieg. Sogar Kinder kämpfen hier auf brutalste Weise. Fast immer gibt es irgendwelche Attentate, Überfälle auf Dörfer, Bombenanschläge und vieles mehr. Wer politisch nicht passt, wird beseitigt oder wenigstens zurechtgestutzt. Eine grausame und eine untragbare Situation. Aber so richtig interessierte Maddie das gar nicht. Ihr ging es eher um Diamanten. Und um den Schmuggel damit. Und ich interessierte mich eher für Maddie. Naja, aber meine sehr zurückhaltenden Annäherungsversuche (sie sollten noch stattfinden, liebes Tagebuch. Ganz ehrlich), die waren nicht besonders erfolgreich. Und dann kam das Ende für meine Liebes- und Familiengründungs. Und gemeinsam-alt-wird-Pläne.

                              Wir trafen uns mit einem jungen, weißen Afrikaner. Etwa 30 Jahre alt. Sein Name war Danny Archer. Er sah fast so aus, als ob er früher eher der Romantiker war. Er sah meinem Kumpel Jack von der Titanic sogar ein bisschen ähnlich. Allerdings hat er ein paar Kilo Muskeln draufgepackt. Begleitet wurde er von einem großgewachsenen Schwarzen namens Solomon Vandy. Sie erzählten uns eine schlimme Geschichte. Solomons Dorf wurde von Rebellen der Revolutionary United Front überfallen, Solomon mitgenommen und als Arbeiter in eine Diamantenmine gesteckt. Was mit seiner Familie passiert ist, das weiß er nicht. Aber bei seiner Arbeit, da stieß er auf einen unheimlich großen Diamanten. So groß, wie es ihn nur ganz ganz selten gibt. Er hat ihn vergraben, noch bevor die Mine von Regierungstruppen zurückerobert werden konnte. Alle Rebellen und Arbeiter wurden mitgenommen und in den Knast gesteckt, wo Solomon auf Danny traf. Er gab sich damals sehr interessiert an diesem Diamanten und versprach, er würde ihn zu seiner Familie zurückbringen, wenn Solomon den Diamanten mit ihm teilen würde. Während einer brutalen und chaotischen Eroberung der Hauptstadt Freetown durch die Rebellen konnten Danny und Solomon fliehen.

                              Maddie war natürlich hellhörig geworden. Danny Archer, der als Diamantenschmuggler sein Geld verdiente, war genau der Mann, den sie gesucht hatte. Wegen ihrer Story und…naja…da war wohl auch noch mehr. Meine Maddie, mit diesem Idioten. Mir kann er nichts vormachen. Ich war mir sicher, dass ihm Solomon und seine Familie am Arsch vorbei gingen. Dass es ihm einzig und allein um diesen riesigen Diamanten ging. Auch Maddie merkte das wohl, aber anscheinend war ihr das nicht ganz so wichtig. Zumindest warf sie ihm eindeutige Blicke zu und ich wusste schnell: Ich hab da keine Chance.

                              Okay, Maddie wollte also Danny. Und sie brauchte ihn dazu noch für ihre Story. Und sie wollte auch Solomon helfen. Da wusste ich schnell, dass ich keinen Platz mehr hatte. Trotzdem sind wir gemeinsam zu einem Flüchtlingslager außerhalb Sierra Leones gefahren. Der Weg dorthin war alles andere als ein Zuckerschlecken. Anschläge. Überfälle. Es wurde verdammt gefährlich, aber wir sind angekommen und das ist, was zählt. Und tatsächlich, Solomon fand Frau und Kinder wieder. Aber sein ältester Sohn war nicht dabei. Er wurde von den Rebellen damals geschnappt und mitgenommen, wohl um durch extreme Gehirnwäsche ebenfalls als Kindersoldat in den Krieg zu ziehen. Solomon wollte ihn zurück. Archer, Solomon und Maddie schmiedeten einen riskanten und verdammt gefährlichen Plan, den Sohn aus den Händen der Rebellen zu holen.
                              Ich hab mich derweil verdrückt, weiß deshalb weder, ob sie es geschafft haben, ob sie den Diamanten wirklich gefunden haben und auch nicht, was letztlich zwischen Archer und Maddie passiert ist. Ich wollte nur noch weg. Vielleicht wartet ja woanders eine andere Traumfrau auf mich. Und da kam mir ein Angebot einiger Angestellter einer nahegelegenen Ölfirma gerade recht. Sie wollten nach Bengasi fliegen und ich bin spontan mit eingestiegen, denn von dort hätte ich die Möglichkeit, weiter nach Casablanca zu gelangen. Casablanca. Tja, und wenn Maddie nur mehr Augen für Archer (und ein bisschen für Solomons Situation) hatte, dann wollte ich wenigstens diese Chance nutzen, denn von Casablanca hört man viele tolle Geschichten.

                              Ich muss jetzt aufhören, liebes Tagebuch. Unser Käptn hat gerade gemeint, dass wir durch eine Gewitterfront fliegen werden und alle Passagiere der kleinen Maschine sollten sich anschnallen und gut festhalten. Darum kann ich nun nicht mehr weiterschreiben, aber ich werde mich wieder melden, wenn ich in Casablanca angekommen bin.

                              Dein heute etwas trauriger Kobbi

                              PS: Meine bisherige Route: http://www.moviepilot.de/liste/mein-filmisches-reisetagebuch-kobbi88

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                              • 8

                                Wow sehr gut und unterhaltsam!! Einfach ansehen und geniessen ;)

                                • 8

                                  Blood Diamond ist anspruchsvolles, actiongeladenes und politisches Blockbusterkino. Spannend und hervorragend besetzt und mit heiklem Thema. Die Geschichte um die sog. "Blood Diamonds" die inmitten des Bürgerkrieges in Sierra Leone unter härtesten Bedinungen geschürft werden, bietet jede Menge an politischem Zündstoff und anpsruchsvollen, geschichtlichen Aspekte. Diese Möglichkeit wird hier eher nur angerissen, Blood Diamond ist nun mal ein Blockbuster. Dazu gehört auch die eher störende und vermutlich nur für das Mainstream-Publikum, um die gezeigte Härte und Brutalität des Bürgerkrieges und der dargestellten Gewalt besser zu verarbeiten, eingefügte Lovestory. Ebenso das zu dick aufgetragene Ende und die etwas zu lange Laufzeit schmälern den Unterhaltungswert ein wenig.
                                  Insgesamt fällt das allerdings kaum ins Gewicht, denn die Action ist tadellos, die Story nie langweilig, Dicaprio spielt großartig wie immer und auch die anderen Darsteller wissen zu überzeugen. Und auch wenn die starke Thematik um den Bürgerkrieg, Kindersoldaten und Diamantenhandel, ausführlicher hätte behandelt werden können, ist Blood Diamon anspruchsvoll und interessant. Ein Film von dem jeder etwas hat. Einzig die harte Brutalität und das Vorgehen der Rebellen könnte dem ein oder anderen auf den Magen schlagen, was hier gezeigt wird ist teilweise recht radikal, für alle Anderen sei Blood Diamond aber äußert zu empfehlen!

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                                  • 8

                                    Ein sehr spannender mitreissender Film. Die Musik wurde toll eingesetzt sowie enthält es einige wunderbare Landschaftsszenen. Leonardo Di Caprio spielt seine Rolle wieder einmal sehr gut.
                                    Blood Diamond ist kein leichte Kost. Der Film spricht ein wirklich sehr schockierendes Thema an, was nicht unbeachtet werden sollte.

                                    • 5 .5

                                      Blood Diamond ist belanglos, bietet aber schöne Bilder und einen angenehmen Score. Gedreht wurde u.a. in Südafrika und Mosambik, was der Atmosphäre sehr gut tut. Dabei läuft der Film allerdings eher auf eine Abenteuerschnitzeljagd hinaus; wer etwas über Politik erfahren will, ist hier an der falschen Adresse. Lord of War war da im gleichen Jahr inhaltlich weitaus gelungener und auch besser verfilmt. Neben Bildern und Score ist mir hier Arnold Vosloo positiv aufgefallen, den sieht man viel zu selten. DiCaprio spielt ordentlich, besonders sein Akzent im Originalton ist großartig, aber er leidet unter der schwachen Zeichnung seiner Figur. 5.5 - gefällt als Schnitzeljagd vor schöner afrikanischer Kulisse

                                      • 8

                                        Ein ziemlich harter und packend Film der mich zum nachdenken angeregt hat. Allein die hier dargestellte Gewalt und das hier Familien auseinander gerissen werden und zwar nur aus profitablen Gründen war schon heftig. Kindersoldaten sind dort leider auch an der Tagesordnung was mich noch mehr erschütterte. Zum eigentlichen Film ist noch zusagen das er trotz einiger Längen einen zu unterhalten weis. Zwar hat mich die plötzliche Action überrascht aber das soll wohl so sein. Zu den Darstellern wollt ich noch sagen das sie allesamt überzeugend waren. Vorallen Djimon Hounsou als verzweifelter Vater ist grandios. Das einzige was mich ein wenig genervt hat war die leider in Hollywood übliche Lovestory im Film die man auch hätte weglassen können!!

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                                        • 7 .5

                                          Blood Diamond leidet unter seiner Spieldauer. Eine halbe Stunde kürzer hätte es auch getan. Trotzdem interessante Thematik von starken Darstellerleistungen getragen.

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                                          • 7 .5

                                            Aufregung kann ein Film über Kindersoldaten und Blutdiamanten heutzutage wohl nicht mehr generieren, packend inszeniert ist "Blood Diamond" aber allemal. Daran ist nicht zuletzt Djimon Hounsons Verkörperung des Solomon schuld. Er verdient größten Respekt und hätte (allein an der Darstellung gemessen) meiner Meinung nach den Oscar für die beste Nebenrolle mehr als Alan Arkin (als hysterischer Opa in Little Miss Sunshine) verdient. Leo war zwar auch nicht schlecht, aber als "Zenit" würde ich seine Leistung hier nicht beschreiben. Gleichwohl zeugt seine Artikulation von beeindruckenden Lernfähigkeiten.
                                            Trotzdem ist der Film bis auf das ungewöhnliche Setting Standardkost, wenn auch gute, sehenswerte.

                                            • 8

                                              Leonardo DiCaprio als knallharter Söldner ? Klingt irgendwie komisch, wenn man an seine alten Rollen in Titanic, The Beach oder Der Mann in der eisernen Maske denkt, aber spätestens seit Departed, kann man sich ihn schon so vorstellen. Und man kauft ihm die Rolle des Söldners und Diamantenschmugglers Danny Archer auch voll ab, er macht seine Sache ausgezeichnet. Doch nicht nur DiCaprio muß man loben, auch der Rest des Filmes weiß zu überzeugen. Ein Söldnerheer und die Rebellen der RUF auf der Suche nach einem besonderen Diamanten und mittendrin Danny Archer und dessen "Partner" Solomon Vandy, der als einziger weiß, wo der Stein vergraben ist und dem eigentlich mehr daran gelegen ist seinen Sohn wiederzufinden. Ich weiß zwar nicht genau wie es zu der Zeit in Sierra Leone abging, aber ich könnte mir schon vorstellen, daß die im Film gezeigten Zustände einigermaßen der Wahrheit entsprechen. Das der Film auch eine Botschaft trägt, ohne allzu politisch zu sein, macht ihn nur noch sehenswerter. Ein wirklich gelungener Action- oder Abenteuerfilm mit einem ausgezeichneten Leonardo DiCaprio (im Original zu schauen lohnt sich übrigens auf alle Fälle, da DiCaprio den Akzent der weißen Südafrikaner sehr gut imitiert, hat mir meine Mutter gesagt, die Australierin ist).

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                                              • 7

                                                Sierra Leone, 1999, es herrscht Bürgerkrieg zwischen den Rebellen der RUF und den Regierungstruppen, wobei die sogenannten Blutdiamanten eine wesentliche Rolle im Konflikt spielen. Mittendrin ist der arme Fischer Solomon Vandy (Djimon Hounsou), der Diamantenschmuggler Danny Archer (Leonardo DiCaprio) und die Journalistin Maddy Bowen (Jennifer Connelly). Als ihre Wege sich schließlich kreuzen, beginnt die Suche nach einem extrem wertvollen Diamanten, der für den einen Freiheit und Familie, für den anderen ein neues Leben und für die dritte eine gute Story bedeuten könnte.

                                                "Bei euch ist es Bling Bling, aber hierzulande ist es Bling Bang."

                                                Mit „Blood Diamond“ erzählt uns Edward Zwick eine packende aber auch erschreckende Geschichte rund um die Blutdiamanten und den Bürgerkrieg in Sierra Leone, wobei die zunächst unabhängigen Absichten einer Journalistin, eines Fischers und eines Schmugglers zu einer in sich schlüssigen und guten Story verknüpft werden. Beeindruckende Landschaftsaufnahmen aus Afrika, untermalt von einem super Soundtrack wechseln sich immer wieder mit erschreckenden Szenen rund um Kindersoldaten, Krieg und Menschenrechtsverletzungen ab und zeigen somit die schönen und grausamen Seiten Afrikas zugleich. Von Action und Spannung bis hin zu gefühlvollen und ergreifenden Szenen bekommt der Zuschauer hier rundum alles geboten. Schauspielerisch spielen DiCaprio, Hounsou und Connelly allesamt überzeugend, vor allem DiCaprio zeigt mal wieder, dass er ein wirklich guter Schauspieler ist. Besonders überrascht hat mich allerdings Djimon Hounsou, der seine Rolle als armer, verzweifelter Fischer super verkörpert. Leider hat „Blood Diamond“ stellenweise auch einige Längen und zieht sich deshalb ein wenig. Bei einigen Szenen hat man auch den Gefühl, dass sie irgendwie fehl am Platze sind und mehr als Lückenfüller dienen sollen.

                                                „Meine Familie, mein Haus, ich habe alles verloren!“

                                                FAZIT: Trotz einigen Längen ist „Blood Diamond“ ein ausgezeichneter Film, der eine packende Geschichte rund um den erschreckenden Hintergrund der Blutdiamanten und des Bürgerkrieges in Sierra Leone erzählt. Mit einem tollen Soundtrack, überzeugenden Schauspielern, sowie ergreifenden, gefühlvollen aber auch actionreichen, spannenden Szenen ist der Film rundum mehr als gelungen.

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                                                • 10

                                                  Ich weiß noch ganz genau wie gefesselt und berührt ich an dem Tag war, an dem ich das erste Mal „Blood Diamond“ gesehen habe. Schon die Anfangsszene feuert mit emotionsgeladenen Kugeln ins Herz und verursacht eine leichte Melancholie. Ein wirklich hartes Schicksal, welches schön dargestellt und mit hervorragend, passender Musik in Szene gesetzt wurde. An die Soundtracks erinnere ich mich noch sehr gut, viele Jahre nach dem ich „Blood Diamond“ das letzte Mal gesehen habe. Welcher Film hat mich sonst gleich zu Anfang so berührt und mich meine Umgebung vergessen lassen?

                                                  Warum aber ist dieses Drama so ein funkelnder Diamant unter den Filmen? Bestimmt nicht wegen seinem Namen. „Blood Diamond“ ist ein Film, der die Augen öffnet und die Wahrheit über Afrika, den Kindersoldaten und den Blutdiamanten zeigt, welche dann in der modernen Welt als Schmuck gekauft werden. Der Film basiert nicht auf eine wahre Begebenheit. Alle Charaktere sind fiktiv. Aber der Hintergrund dieser Geschichte ist mehr als wahr. Ein Bekannter von mir, der damals in Afrika medizinische Hilfe geleistet hat, kann es bestätigen. Er sagte mir mal, dass dieses Land keine Hoffnung mehr hat. Dies vermittelt auch Edward Zwick sehr explizit und emotional. Den Zuschauern wird deutlich, wie brutal es in einigen Ländern Afrikas zugeht. Trotz der eigentlich düsteren Handlung und Intention, sind die wunderschönen Bilder der afrikanischen Natur angenehm und machen erkennbar, wie exquisit es auf diesem Kontinent hätte sein können.

                                                  Ich habe schon viele Kommentare gelesen wie: „Typisch Hollywood. Bedient sich vieler Klischees, macht auf tollen Helden und stellt die Rebellen falsch dar.“ Natürlich steckt ein wenig Wahrheit in diesen Kommentaren. Zwick hat tatsächlich einige Klischees manifestiert und die Rebellen sicher nicht gänzlich authentisch dargestellt. Trotz allem sind der Grundgedanke und die Probleme mit den Rebellen ziemlich nah an der Realität. Jeder, der es zu unrealistisch und zu klischeebeladen findet, mehr über dieses Thema in Erfahrung bringen möchte und Hollywood mit diesem Thema nicht in Verbindung sehen will, sollte sich Dokumentationen ansehen. Denn „Blood Diamond“ ist trotz der wahren Hintergründe ein Film, welcher auch spannend und emotional aufgebaut sein sollte. Deshalb kann ich diese Kommentare nicht nachvollziehen und bin sehr zufrieden mit der Inszenierung.

                                                  Auch die Charakterzeichnung ist sehr lobenswert. Danny Archer ist weder gut noch böse. Einerseits ist er ein Phrasendrescher, ein Egoist und ein Zyniker, andererseits ist er ein hilfsbereiter Mensch mit Empathie. Dies zeigt er den Menschen in seiner Umgebung zwar nicht, aber seine Fürsorge um Maddy Bowen und seine Tat zum Ende des Filmes, machen es deutlich. Dennoch ist er sehr widersprüchlich. Was denkt er gerade? Was hat er vor? Was ist sein Plan? Wird er Solomon ausnutzen, ihm helfen? Tolle Charakterzeichnung, die für Überraschung und Abwechslung sorgt. Auch die zweite Filmfigur ist sehr interessant. Solomon Vandy ist der gute Mensch schlechthin. Ich liebe diesen Charakter. Wenn jeder Mensch so wäre wie er, wäre die Welt eine Bessere. Im Laufe der Handlung wird auch seine Anpassungsfähigkeit sehr gut in Szene gesetzt. Es ist schön mitzubekommen, wie er seinen Charakter und seine Vorgehensweise umfangreich ändert, um seine Familie wieder zu vereinen. Sehr erstaunlich wie sich die beiden Wege dieser Protagonisten kreuzen und ein gemeinsames Fortschreiten provozieren. Voller Misstrauen und Skepsis, kommen die beiden sich dann doch näher und verstehen die Gefühle des anderen. Leonardo DiCaprio und Djimon Hounsou haben ihre Rollen makellos gespielt und verdienen einen großen Applaus. Über die dritte Filmfigur, Maddy Bowen, ist nicht viel zu schreiben. Sie ist eine sehr blasse und undetaillierte Filmfigur, die es wahrscheinlich auch sein sollte.

                                                  Die Probleme mit den Kindersoldaten und den Blutdiamanten entstehen allein durch die unmoralische Vorgehensweise der Terroristen, welche in diesem Drama eine große Rolle spielen. Doch wer sind eigentlich die Terroristen? Die Politiker? Die Diamantenkäufer? Die Rebellen? Die Antworten sind sicher sehr unterschiedlich. Ändern wird sich wahrscheinlich sowieso nichts.

                                                  Das Ende ist übrigens, wenn auch teilweise klischeebeladen, absolut grandios. Ich spürte ein intensives Stechen in meinem Herzen und hätte sehr gerne erfahren, was Solomon zu sagen hatte. Man weiß zwar worüber er berichten möchte, aber immer wenn ich den Film erneut gucke, hoffe ich jedes Mal wieder, dass er die Rede endlich hält und die Geschichte weiter geht.

                                                  Schönes Filmende, jedoch ist das Leiden in Afrika damit natürlich nicht beendet. Man kann lange darüber diskutieren, aber ich denke nicht, dass die Probleme jemals ausgelöscht werden. Die Menschen werden weiterhin leiden, es wird weiterhin Kindersoldaten geben, das Geld für die Waffen der Rebellen wird weiterhin auch durch Diamanten und Kinderarbeit finanziert. Aber was soll man schon tun? D.I.A. nicht wahr?

                                                  Zitat von Leonardo DiCaprio: „Die Dreharbeiten waren die eindrucksvollsten und schwierigsten zugleich. Sie haben meinen Blick für die Probleme Afrikas erweitert und mir bewusst gemacht, wie lächerlich dagegen die Alltagsprobleme in den reichen Industrienationen sind."

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                                                  • 10

                                                    alleine der Soundtrack ist mir die 10pkt wert

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