Cosmopolis - Kritik

Cosmopolis

CA/FR/PT/IT · 2012 · Laufzeit 113 Minuten · FSK 12 · Drama · Kinostart
Du
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    Der Weg zum Friseur in 'ner schalldichten, asexuell-technisierten Limousine, während draußen eine neue Ordnung entsteht. Die Limousine schwebt durch die Straße – und ihr (geschlechtsgesteuerter) Passagier inhaliert seine letzten menschlichen Atemstöße im Fragment Großstadt. Jackson Pollock malt dazu ein treffendes Bild von chaotischen Linien, die sich zum Informationsepizentrum blähen. Ein fundamentaler Dialog; mit sich, dem Zuschauer, seinem Trieb und der Zeit. Experimentell und mit synthetischen Gesten aufgeschwemmt, aber sinnlich und aufregend.

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    • 3

      Einfach öde! Mit diesem Film wurde ich nicht warm.

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      • 8

        eine langwierige, aber doch gute und äußerst passende (einleitende) erste filmhälfte und eine fantastische, spannende zweite filmhälfte bilden in Cosmopolis einen echt guten film.

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        • 7 .5

          [...] David Cronenberg und der kapitalistische Supergau im dunkelblauen Schimmer des unterkühlten Solipsismus; die totale Entfremdung im maßgeschneiderten Anzug und dabei auch nur einen Schritt davon entfernt, sich vollkommen aufzulösen. Multimilliardär Eric Packer ist ein Mensch ohne finanzielle Sorgen, doch ihm fehlt das Gefühl der Lebendigkeit, er sehnt sich nach einem physischen Rausch, einem Adrenalinkick, der ihn in seiner blassen Monotonie aus der Bahn wirft. Die sterile Luxuslimousine schippert dabei wie ein Patrouillenboot durch die dämmerigen Gassen New Yorks, eigentlich nur auf dem Weg zum Friseur, aber immer auf der Jagd nach Marginalien, gebettet auf Lappalien und Gesprächen, in denen doch niemand etwas zu sagen scheint. „Cosmopolis“, das steht für Hunger und Lust, nicht auf Sex, an dem mangelt es Packer wahrlich nicht, es ist der Hunger auf mehr, dem großen Knall, der alles in sich aufsaugt und mit keinem Geld der Welt bezahlt werden kann. [...]

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          • 8 .5

            Nach dem wirklich enttäuschenden "Eine dunkle Begierde" findet Cronenberg wieder zu alter Größe zurück und serviert einen wirklich schweren Brocken.
            Rob Pattinson, das Teen-Idol, der romantische Vampir, die Zielscheibe für Hass, Neid, was auch immer, wird durch sein sich selbst auffressendes Imperium kutschiert. Innerlich längst verstorben, auf der Suche nach seiner eigenen Menschlichkeit. Beschäftigt sich Cronenberg normalerweise mit der Metamorphose an sich, oder dem Vorgang der dorthin führt, liegt sein Hauptaugenmerk in "Cosmopolis" auf dem Versuch der Verwandlung.
            Sein Hauptcharakter inszeniert seinen Absturz um endlich existent zu sein, aus dem ewigen Kreislauf der Gefühlslosigkeit herauszukommen und etwas zu spühren. Sei es schmerz, das ist vollkommen egal. Nicht selten hab' ich mich während der 108 Minuten an meinen Film-Liebling Pat Bateman erinnert, der recht ähnliche Ansprüche an sich selbst und seine Umwelt stellte.
            Der Film, der fast nur aus Dialogen besteht, hat ein ziemlich langsames Erzähltempo, welches aber auch durchaus wichtig ist, um zu dem Hauptcharakter die gleiche Distanz zu erhalten, wie er zur Menschlichkeit an sich. "Cosmopolis" lässt sicherlich viel Interpretationsspielraum offen und wird von vielen auch definitiv mit Grund "gähnend langweilig" , "selbstverliebt" oder "pseudophilosophisch" genannt. Aber ein Kunstwerk ist immer das, was man darin sieht.
            Ich sehe in "Cosmopolis" eines der konsequentesten Werke in Cronenbergs großartiger Filmographie und kann ausserdem recht dürftigen Einstieg nichts finden, was mich nicht begeistert hätte. Von der großartigen Inszenierung, beeindruckender Metaphorik bis hin zur überraschend guten Schauspielerei Pattinson, fühlte ich mich bestens unterhalten. Zähes, üngewöhnliches Ding von Film, aber es lohnt sich, sehr sogar.

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            • 5 .5

              Viel humanitäre Philosophie, in Metaphern verpackt. Böses System und menschliche Maden die sich daran laben. Emotional gestörte Gestalten die nach Sinn, Moral und Spiritualität lechzen. Colin Farrell hätte die Hauptrolle nicht besser hinbekommen als Robert Pattinson. Der hat hier wieder mal eine nette, belanglose Hauptrolle ergattert.
              Ein junger Robert de Niro hätte gut gepasst. Auch deswegen, weil er dem Regisseur klar gemacht hätte, dass das alles viel wirkungsvoller, viel knackiger, viel direkter und vieldeutig aussagekräftiger geht.

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              • 2

                wow... dieser film ist unglaublich öde. bei jedem neuen gesprächspartner habe ich versucht die dialoge zu verstehen. den sinn der gespräche, den inhalt. doch ... nichts. ich habe nichts verstanden. es war eine aneinanerreihung von sinnlosem geschwätz. ohne zusammenhang. kein einziges gespräch machte tatsächlich sinn. und das ist blöd, denn neben den gesprächen passiert NICHTS. gar nichts. eine autofahrt, ein friseurbesuch, einmal poppen im hotel, ein besuch beim vollstrecker...
                dieser film sieht aus wie ein schlechter b-movie. und das könnte schon für den ein oder anderen b-movie eine beleidigung sein.
                FAZIT: pure zeitverschwendung

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                • 2 .5

                  gäääähn....
                  mehr kann ich dazu nicht sagen...
                  doch, der Film ist tot langweilig und die Gespräche von dem gleichgültigen Robert P. mit irgendwelchen Leuten, bestehen aus aneinander gereihten Wörtern ohne Sinn und Verstand....

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                  • 8

                    Ich kann nicht erklären, was mich so verflucht fasziniert hat an diesen Film. Ich kann es mir nicht erklären. Die Atmosphäre? Die Musik? Oder vielleicht sogar Robert Pattinson? Vielleicht ist es das alles ... oder nichts von dem , ich habe keine Ahnung. Aber irgendwas hat Cronenberg hier richtig gemacht. Nichts scheint in diesem Film einen wirklichen Sinn zu ergeben und selten sind die Taten oder Worte der Charaktere wirklich nachvollziehbar. Der Film hat seine ganz Spezielle Welt und sie gefällt mir. Ich befand mich in diesem Verwirrspiel zwischen Sex, Geld und Macht. Ich war IM Film und absolut fasziniert von dieser Welt die Cronenberg geschaffen hatte. Der Film an sich hat für mich keine richtige Story, versucht eher sich philosophisch mit dem Thema Geld zu befassen und verwirrt größten Teils mit seinen Dialogen. Und doch packt mich der Scheiß. Es scheint so, als versuche man hier die tiefen des Charakters Eric Parker zu erforschen aber dort einfach nichts findet. Gar nichts. Leer. "Cosmopolis" ist unlogisch, verfolgt keine Handlung, kritisiert offensichtlich den New-Economy-Hype und ist zu fast keinem Zeitpunkt nachvollziehbar. Die Charaktere wirken einfach extrem Blass. Und doch bleibt er faszinierend über die gesamte Laufzeit. Nur auch ungewohnt substanzlos.

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                    • 1

                      WTF??
                      Seit RUBBER (unser Hassfilm No.1) nicht so ein Mega-Crap gesehen!
                      Nach 30 min totalster Verwirrung & absurdestem Blödsinn hatten wir genug von Cosmopolis; als dann der ewig unsympathische R.Pattinson auch noch halbnackt den Finger in den Arsch gesteckt bekommt hatten wir die Nase endgültig voll.
                      Cosmopolis taugt maximal für pubertierende Teenies um den Blödschkopp Pattinson mal 1std 45min "ganz für sich allein geniessen" zu können.
                      Den 1 Punkt gibt es für all das, was wir glücklicherweise nicht mehr ansehen mussten - evtl war das ja noch 1 Punkt wert...

                      Fazit:
                      Wie jeder Movie startete auch Cosmopolis bei uns mit 5,0 neutralen Punkten. Up´s & Down´s ergeben dann die Endbewertung. Cosmopolis geht mit langweiligen, einschläfernden & unnötigen 1,0 Punkten in the books.
                      *Finger weg-Crap*

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                      • 5

                        Tja, ein unglaublich geschwätziger Film, aber das muss zwangsläufig so kommen, wenn ein Film im Grunde nur in ner Limo mit wechselnden Mitreisenden spielt. Das an sich wäre nicht schlimm, wenn die Dialoge einigermaßen gesalzen wären und Spaß machen würden... tun sie aber nicht! Sie wollen einfach nur nicht enden und führen meist zu nichts oder die wenigen Aussagen dahinter sind banal. So eben, als würde man ein belangloses Gespräch mit seinem Friseur auf irgendwelchen Drogen führen, was der Pattinson sogar tut (nur redet der ohne Drogen so)...
                        Man hätte auch besser casten können, ich finde die Rolle erfordert jemanden, der schon im Ansatz viel unsympathischer ist, um einen Börsen-Snob verkörpern zu können. (Auch wenn Twilight-Pattinson das bei vielen sogar sein mag, ist er einfach nicht der Typ für ne Arschloch-Rolle).
                        Und wenn der Film kritisch sein soll gegenüber unsere ungezügelte kapitalistische Finanzwelt, dann gute Nacht. Ich wette die Bankmanager sitzen jetzt in ihren Chefsesseln im 54. Stock und weinen aufgrund des Films. Cosmopolis ist allenfalls hin und wieder mal sarkkastisch, verbaut sich aber alles weitere durch nichts sagende Dialoge.

                        Ein paar Sympathiepunkte gibts trotzdem, für den artistischen Anspruch, den mutigen Ansatz und für die Tatsache, dass der Film gegen den Mainstream-Strich gebügelt ist, leider kommt nicht mehr dabei raus...

                        • 0

                          Boah, was war das denn? Nach langer zeit habe ich beschlossen wieder einen kommentar abzugeben, nur wegen diesem Film. Um die nachwelt zu warnen. Sowas bescheuertes und langweiliges habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Finger weg von dem film... reinste zeitverschwendung

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                          • 9

                            Ein weiteres Meisterstück von Cronenberg. - Philosophisch, aufwühlend und beängstigend realistisch. - Trotz aller Skepsis die ich hatte finde ich im Nachhinein, dass Cronenberg den Film nicht besser hätte besetzen können.

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                              Ich lasse mich auch oft, meistens an den Wochenenden, durch die Gegend fahren - dann vom Taxi nach Hause. Da wird dann zwar nicht viel geredet, aber das, was geredet wird, sorgt wenigstens für gute Laune - jedenfalls bis zum Ende der Fahrt und der Bezahlung. In "Cosmopolis" lässt Cronenberg Pattinson durch die Stadt fahren, in einer Limo, zum Friseur. Eine nette Idee, das Ergebnis dagegen ist ein knapp 100-minütiger Wechsel von Gesprächs- und Sexualpartnern und weitaus weniger nett.
                              Und das, was hier geredet wird, sorgt auch für wenig gute Laune. Denn es wird viel geredet, zu viel, quasi die ganze Zeit. Als Zuschauer denkt man da unweigerlich an Gülcan Kamps:
                              Auch sie ist immer in Bewegung und geht einem mit ihrem Dauergequatsche ziemlich auf die Nerven. Wenigstens gibt's bei ihr noch etwas zum Anschauen, bei Cronenbergs Machwerk hingegen nicht. Jedes Bild wirkt uninspiriert, es gibt keine Schauwerte, es gibt nur was zu hören. Das mag in der Buchvorlage seinen Reiz besitzen, ist als Film jedoch unerträglich ab einem gewissen Zeitpunkt. Und Pattinson?
                              Der schlägt sich tapfer, hätte sich vielleicht einer Körperrasur unterziehen können, aber nun gut, Taylor Lautner ist ja nicht dabei, dann sei es verziehen.

                              Für "Cosmopolis" gilt schlussendlich dasselbe wie für Fernsehsendungen mit Gülcan:
                              Am besten erst gar nicht erst einschalten oder kaufen - für das Geld kann man besser einmal mehr mit dem Taxi fahren.

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                                Mal nach laaaaanger Zeit wieder ein Film den ich schon vor dem Ende abgebrochen habe (ca. Minute 45).....Dachte mir ja eigentlich....hui, David Croneneberg, der liegt mir......aber was ich hier bekam ging mal gar nicht.....so träge und langatmig wie es schlimmer kaum noch ging, und zusätzlich hab ich den Film auch nicht verstanden.

                                • 9

                                  Cronenbergs COPSMOPOLIS als STALKER des Turbokapitalismus :
                                  Endlos lange gleitet Pattinson in seiner Stretch-Limousine durch die Straßen, während Satzkaskaden auf einen niederprasseln die man fast alle mit einem Diaprojektor an die Wand werfen, und dann endlose Aufsätze drüber schreiben könnte.
                                  COSMOPLIS größte Errungenschaft ist dabei zweierlei.
                                  Zum einen benutzt der Filme seine Oberfläche nur, um sie mit oberflächlichen Statements so zu bombardieren, bis der Film vor Inhalten förmlich zerbirst, zum anderen schafft es der Kanadier einen zeitgeistigen Abgesang auf die Strippenzieher dieser Welt zu drehen, ohne dabei mit dem Zeigefinger um die Ecke zu kommen.
                                  Ganz im Gegenteil, wenn wir Pattinsons Reise durch die strahlenden Cafes, den wütenden Mobs, den dunklen Straßen, einem ärmlichen Friseursalon und schließlich den Ghettos folgen, haben wir nicht nur dem Abstieg einer Finanzheuschrecke beigewohnt, wir sind, spätestens am Ende, und mit Paul Giamatti, auch bei uns selbst angekommen.
                                  Was war ein „Ackermann“ , wenn nicht hauptsächlich ein Sündenbock, ein Ablasshändler für unsere Wut, die wir so gerne auf „die da oben“ richten, bevor wir unsere Scheine zur Bank tragen, und uns vorstellen wie das wäre : Ein Super-Model-Dreier auf der eigenen Segeljacht kurz vor Kap Horn.
                                  Wir sind „Occupy Wall Street“, sind die Tortenschmeißer, der wütende Mob, der weiß das er nicht nur nichts ändert, sondern auch insgeheim, das sich seine Wut nicht gegen die Ungerechtigkeiten, sondern gegen die Chancenungleichheit dieser Welt richtet.
                                  Denn auf der anderen Seite angekommen, wären wir alle ein bißchen Pattinson.
                                  Dort wo Geld keinen nominellen Wert mehr besitzt, außer dem, den man ihm noch mit seinen erkauften Luxusgütern zuordnen kann, da wo alle Sorgen eingefroren und doch die größte aller existenziellen Gefahren droht : die Angst vor der Ebene.
                                  „Zeig mir etwas, das ich noch nicht kenne“ fleht Pattinson eine seiner Sexgespielinnen an, mit dem Wunsch sie würde ihm wehtun, und lässt dabei erahnen warum eine Chaotengruppe wie die JACKASS-Crew auch in unseren Mittelschichten so riesengroße Erfolge feierte.
                                  Wo zwischen Paragliding-Kurs, Atemtherapie, Wochenendexzess und australischem Walkabout alle Erfahrungs- und Lebenswege jederzeit jedem offen stehen, ist nicht mehr der Tabubruch, nicht einmal mehr die Grenzerfahrung das höchste Gut, der größte Nervenkitzel, es ist nur noch eine bizarrer Zeitvertreib der uns zeigt, was wir noch nicht kennen, jetzt, da wir alle schon digitalisiert und 10100100 sind.
                                  In COSMOPOLIS ist der Body-Horror schon längst passiert, muss nicht mehr in den Plot integriert werden, denn eingeklemmt zwischen Chrome und Stahl, zwischen Bits und „always Online“ hat die schöne neue Welt, hat unsere Seele unseren Körper schon längst deformiert; wir sind schon lange da angekommen, wo die Charaktere aus CRASH so sehnsüchtig hin wollten, in eine nie endende Extasewolke aus Mensch und Maschine, aus Grenzerfahrung und Alltag, dort wo körperliche Deformationen auch gleich seelische sind, und andersherum, dort wo wir alle ein bißchen die Mantle-Zwillinge aus DEAD RINGERS sind, dort wo der mediale Alptraum aus VIDEODROME uns in vierundzwanzigstündiger N24-Newschleife vorantreibt, umformt, neuschreibt.
                                  COSMOPLIS mag nicht mehr den visuellen Punch der frühen Cronebergs besitzen, seine Themen aber generieren ihn tatsächlich zu einem „Best of“, destillieren ihn zu der Quintessenz aller Cronenberg-Werke im Hier und Jetzt.
                                  Ausgerechnet mit der „New Economy“ findet Cronenberg einen Betrachtungsgegenstand der all seine universellen Themen von Deformation und Verfremdung, zeitgleich von der Suche nach Geborgenheit und Sinn, in die Realität und unser Zuhause befördert.
                                  Das ist, bei genauer Betrachtung nicht nur erschreckender als irgendwelche organische Schreibmaschinen, das ist, ganz am Ende, wenn Paul Giamattis Charakter einsieht, das seine Handlungen kein Sinn haben, aber trotzdem vollzogen werden müssen, auch ein Abgesang auf diese.
                                  Der Horror begann nicht erst mit der Erfindung des Dollars, oder dem ersten Tauschhandel mit Kauri-Muscheln, er begann, bei genauer Betrachtung und frei nach Douglas Adams, schon als der erste Affe von einem Baum fiel und von Freiheit, Gleichheit und Armbanduhren zu träumen begann.
                                  Unsere schöne, neue Welt ist uralt.
                                  Und kein Tortenschmeißer wird daran etwas ändern.

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                                  • 3

                                    Einer der ödesten und langweiligsten Filme die ich je gesehen habe!

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                                      [...] Gründe für das Funktionieren dieses Werkes zu suchen, fühlt sich wie leeres Geschwafel an. Ich kann es nicht erklären! Ich weiß nur, dass ich den Film direkt nochmal sehen wollte, aber leider nicht die Zeit dazu hatte. Vielleicht ist es auch besser, dies alles erst mal sacken zu lassen und vorbereitet (aber doch nicht gewappnet) ein zweites Mal mit Robert Pattinson in seine Limousine zu steigen?

                                      Doch den Film mit der Aussage „ist super, aber jetzt weiter mit dem nächsten“ zur Seite zu legen fällt mir trotz verwunderter Ratlosigkeit schwer, weil er geradezu danach schreit die eigene Wirkung zu ergründen. Cronenberg entfernt sich, wie in den nuller und zehner Jahren mehrfach, maximal weit von seinen schleimigen Body-Horror Wurzeln und schafft subtil eine andere Art des Horrors – eine realere, allgegenwärtigere. Waren doch seine saftigen Gedärm-Feste früher oft (bzw. immer) als Allegorie auf menschliche und gesellschaftliche Themenkomplexe zu lesen, bedarf es in COSMOPOLIS keiner blutrünstigen Abstraktion mehr. Es ist nun die „echte“ Welt, welche in sich selbst bereits so pervertiert daher kommt, dass ohne große Verfremdung von außen bereits ein maximales Gefühl der grotesken Karikatur entsteht. Wie absurd hat sich der Algorithmen-gesteuerte hardcore-Kapitalismus entwickelt? Kann dieses System noch lange so weiter funktionieren? [...]

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                                        Langweiliger Film mit Prinz Valium in der Hauptrolle. Cronenberg kann´s doch eigentlich besser.

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                                        • 6 .5

                                          Wenn man den Eierköpfen, die für das Schreiben über das Schreiben bezahlt werden, glauben darf, gibt es nur einen Mann, welcher DEN großen, modernen, amerikanischen Roman des 21.Jahrhunderts schreiben kann: Don De Lillo. Ich kann dazu wenig sagen, außer dass sich seine Untwerwelten anscheinend ziemlich gut mit den bizarren Zwischenwelten eines David Cronenberg ergänzen. Ziemlich gut, aber eben nicht hervorragend. Das fängt schon mit dem Hauptdarsteller an. Robert Pattinson verfügt zwar über eine marginal lebendigere Mimik als seine ehemalige Freundin Kristen "Natural Botox" Stewart, richtig viel Leben haucht er der Rolle des dekadenten und innerlich so gut wie toten Internet-Milliardärs Eric Packer aber auch nicht ein.

                                          Dabei ist Pattinsons Ausrduckslosigkeit für das Ausspielen der Rolle prinzipiell von Vorteil, da der Hauptprotagonist - vom Leben der Normalsterblichen völlig entkoppelt - vom "Komplex", Komplexen und einem loyalen Chaffeur gesteuert, durch die kalten Strassenschluchten Manhattens seinem absehbaren Ende entgegenfährt. Der nur anfangs glänzende Luxuswagen - eine Mischung aus Stretch-Limousine, VIP-Lounge, Büro und Raumschiff - dient dabei (wie so ziemlich alles in diesem Film) als Methaper.
                                          Die Dialoge, welcher der hypochondrische Tycoon mit den zahlreichen Gästen seiner rollenden Behausung und anderen Bewohnern der Stadt-Insel führt, sind manchmal zielführend, oft genug aber auch kaum mehr als schillernde Bruchstücke, Slogans, oder aneinandergekette Frage- und Aussagesätze, die zur freien Assoziation einladen. Im Kern geht es wohl um die entfesselte Macht des Kapitals und um das, was am Ende einer langen Abfolge abstrakter Momentaufnahmen noch von echter Bedeutung ist.

                                          Im Gegensatz zu anderen Filmen ähnlich ausgerichteter Regisseure, kann man der artifiziell anmutenden Inszenierung aber gut folgen, wenn man dies denn möchte. Auch die unerwarteten Schockmomente, der anschaulich dargestellte bedeutungslose Sex und die allgegenwärtig im Hintergrund lauernde Gefahr, treiben niemanden durch einen von Aufregung verursachten Herzinfarkt in den frühen Tod. Die von vielen prominenten Gaststars verkörperten Nebenfiguren haben zwar durchaus etwas zu sagen, dafür aber leider nicht besonders viel Zeit. Der Film hetzt nämlich still und leise von einem dramaturgischem Kanckpunkt zum Nächsten und folgt dabei nicht immer der gängigen Dramaturgie. Lobenswerterweise werden dabei einige altgediente Regelwahrheiten ignoriert, so dass z.B. eben nicht jede Figur mindestens zweimal auftauchen muss, um das Ganze auch ja schön abzurunden, abzuflachen und dem ganzen Struktur zu geben, womit das Thema auch völlig verfehlt wäre. Es gibt hier nämlich gar keine Struktur mehr, und wenn noch eine existiert, wohnen wir 113 Minuten lang ihrem unaufhaltsamen Zerfall bei. So bleibt Cosmopolis dann zwar im Kleinen bis zum Ende unberechenbar, aufgrund des zur Schau gestellten Fatalismus im Großen, gleichzeitig leider aber auch ziemlich unspannend. Dass Packer durch leichtsinnige Spekulationern innerhalb eines Tages Milliarden verliert, dass irgendwo draussen im Betondschungel ein Attentäter auf ihn lauert, dass die zu seinem Leidwesen platonische Ehe mit seiner Frischangetrauten den Bach runtergeht, und dass er dabei trotzdem nicht das Geringste fühlt, nimmt man auch als Zuschauer irgendwann nur noch als reine Information ohne jeden emotionalen Nährwert wahr.

                                          Der technisch und visuell einwandreie, aber kaum spektakulär zu nennende Film, hätte in allen Belangen noch etwas besser sein können. Die Hauptrolle (ursprünglich war Colin Farrell vorgesehen) hätte von vielen, vielen anderen glatten Hollywoodjünglingen (Gordon-Levitt, Phillipe, LaBeouf...) auf gleichem Niveau oder besser interpretiert werden können. Was sonst noch gegangen wäre, kann ich als Laienkritiker nur ahnen. Die Studios verpflichten große Namen, ja vor allem aufgrund ihrer genialen Fähigkeit, genau jene Nuancen schieriger Stoffe zu betonen, welche die meisten anderen gar nicht wahrnehmen in der Lage sind. Insofern ist es zwar ein Gewinn für die Massenkomptablität und Verständlichkeit des Films, dass sich der "Videodrome"-Maestro der Sache angeommen hat, ein entweder storybetonterer oder aber noch philosophischerer Ansatz, hätte in den richtigen Händen aus einem recht guten Film aber vermutlich ein lupenreines Meisterwerk machen können. Die Ansätze waren fraglos da. DeLillos Dialoge sind von einer besonderen Qualität und das Setting ist nicht nur zeitlos, sondern auch brandaktuell. Letzlich kann man sich "Cosmopolis" meiner Meinung nach also durchaus mal anschauen, wird aber vermutlich nicht sonderlich beeindruckt sein. Finalfrage: Wo schlafen die ganzen Luxus-Limousinen eigentlich Nachts?
                                          Die Antwort ist banaler, als man es vielleicht vermutet.

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                                            Eigentlich wird nur philosophiert. Es geht um Geld, aber was ist Geld wert, wenn man es auszugeben einem nicht mehr froh macht, wenn Geld nicht mehr Substanz besitzt sondern nur noch schwarze Zahlen auf weißem Grund sind? Pattinson (übrigens der erste Film, in dem ich ihn sah), spielt doch recht gut, vielleicht liegt es daran, dass er in Twilight keine Chance zum Schauspielern hatte, vielleicht liegt es daran, dass er eine durch und durch leere Person spielt, vielleicht ist es auch eine asymmetrische Prostata, die einen gut schauspielern lässt, aber ich glaube, woran auch immer es liegt, er spielt gut. Der Film ist intelligent, philosophisch und hinterlässt schon die Frage, was denk ein Mensch, der so reich ist, der so weit ist, dass selbst Sex nur noch was alltägliches ist, wie aufs Klo gehen, was macht so einem Menschen noch Freude? Und obwohl der Film die ganze zeit nur aus merkwürdigen Dialogen besteht, hat er mich unterhalten. Ja, also setzte euch in euren Ohrensessel, füllt ein Glas Rotwein und seinen wir mal ganz intellektuell und philosophisch, sollte Wein nicht reichen nehmt Absinth, dann klappt das Philosophieren auch.

                                            • 8 .5

                                              Immer wenn sich die Meinungen und Kritiken hier auf mp spalten, kann man davon ausgehen, das mir der Film gefällt. So auch diesmal. Großartiges Barometer. ^^ ...und großartiger Film. Cronenberg liegt mir einfach. Beste Dialoge (Szenen): Der Gedankenaustausch im Friseur-Salon und die Unterredung mit der Chef-Theoretikerin in der Limousine. Ohrgasmisch.

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                                              • 9

                                                Das, was als „Entfremdung“ zum Modewort verkommen ist, was so viele Filme zu thematisieren vorgeben und doch nicht zu fassen kriegen, das Gefühl einer Wahrnehmung ohne Teilnahme, vermisst Cosmopolis mit gnadenloser Genauigkeit. [...] Der Film leistet insofern weniger eine Zuspitzung als eine Befreiung von jeglichem Blendwerk, bis nur der bittere schwarze Kern der Gegenwart steht, und ist in dieser Methodik vergleichbar mit Elio Petris Todo Modo oder den Romanen Franz Kafkas, mehr noch als Don DeLillos Vorlage.

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                                                • 0

                                                  Böses Foul. Schwerer Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz. Diese Schlaftablette sollte nur rezeptpflichtig über Apotheken vertrieben werden.

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                                                  • 5 .5

                                                    So, ich habe es getan. Ich habe Robert Pattinson eine ernsthafte Chance gegeben, mich von seinem Talent zu überzeugen. Denn ich dachte mir, wenn schon jemand darstellerisches Können aus dem Jungen rauskitzeln kann, dann eine Regie-Größe wie David Cronenberg.
                                                    Die Grundidee, eine global-gesellschaftliche Kapitalismus-Kritik als charakterfixiertes Kammerspiel zu inszenieren, fand ich durchaus interessant. Doch solch ein Projekt steht und fällt mit der im Fokus stehenden Hauptfigur. Und wenn ausnahmslos jede (!) Nebenfigur, selbst der Bodyguard, interessanter und charismatischer wirken, dann hat der Film ein Problem.
                                                    Sicher kann ich mir durchaus vorstellen, dass Cronenberg Pattinson´s Rolle genau so verkörpert sehen wollte ("Wer könnte am besten einen stinkreichen, egomanischen, emotionslosen, gelangweilten Yuppie-Arsch spielen?"), aber gelangweilt spielen und langweilig spielen sind zwei Paar Schuhe. Und Pattinson ist so angestrengt damit beschäftigt, mit Schlafzimmerblick seinen auswendig gelernten Text aufzusagen, dass seine Person den Zuschauer völlig kalt lässt. Während einer Szene in einem Café habe ich mich sogar beim Beobachten der Komparsen im Hintergrund ertappt. Passiert mir sonst nie.
                                                    Erst im letzten Akt, insbesondere durch das Zusammenspiel mit dem großartigen Paul Giamatti, beginnt man sowas wie inhaltliche Neugier zu entwickeln. Doch da ist der Film auch schon vorbei und man fragt sich, warum man nicht die komplette Handlung als Zwei-Personen-Stück angelegt hat. Denn mit einer durchgängigen dramaturgischen Intensität wie in den letzten 15 Minuten hätte der Film eine stärkere Wirkung hinterlassen. (Und mit einem James Franco oder Benedict Cumberbatch in der Hauptrolle hätte dieses Filmchen "richtig krasser Stoff" werden können.)

                                                    Die 5.5 gibt´s demnach von mir für die angesprochene Grundidee, Giamatti, und einen völlig unerwarteten WTF-Moment, den selbst ein Robert Pattinson nicht versauen konnte.

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