Cosmopolis - Kritik

Cosmopolis

CA/FR/PT/IT · 2012 · Laufzeit 113 Minuten · FSK 12 · Drama · Kinostart
Du
  • 3

    O je.. was war das? Generell mag ich keine Filme, bei denen ich mir am Ende mental auf die Schulter klopfe, dass ich es "geschafft" habe. Sensationelle Darsteller, Dialoge, Kameraeinstellungen oder Pointen können allerdings dafür sorgen, dass ich am Ende dann doch irgendwie milde gestimmt bin. Bei "Cosmopolis" muss ich leider sagen: Nichts von den vier genannten Kriterien versüßte mein Gelangweiltsein. Salz oder Pfeffer waren eh nicht zu erwarten, nach allem, was ich vorher gelesen hatte. Apropos lesen: Ich halte es durchaus für vorstellbar, das "Cosmopolis" als Buch funktioniert. Als Film hat es Cronenberg versemmelt.

    Die Idee, einen "Vampir" mit der Hauptrolle zu besetzen, ist sowas vom unendlich ideenlos, dass einen eine fast erschreckt. Ja, Herr Cronenberg, Kapitalisten sind Vampire. Tolle Idee. So zu besetzen muss man sich mal trauen. Ihr Mut wurde, so weit ich sehe, nicht belohnt, weil der Erkenntniswert nicht so deutlich war. Das ist umso trauriger, weil die Intuition nicht so unrichtig war.

    Cronenberg sticht in ein Wespennest (Weltwirtschaftskrise, Börsencrash, neue Währung namens "Ratte") - und aufgescheucht werden ein paar Mücken. Wieder einmal sehen wir den larmoyanten Juppie, dem die Welt ein Überdruss ist und der nur noch gelangweilt ist. Nur im Schmerz empfindet er noch irgendwas (vgl. Fight Club, Amercan Psycho etc. - da wars allerdings grandios umgesetzt). Leider überträgt sich sein Gelangtweiltsein auf den Zuschauer. Man wacht zwar auf, wenn irgendjemand völlig unmotiviert in die Decke schießt - allein - das macht noch keinen Spannungsbogen.

    "Sie riechen in nach sexueller Entladung". Hunderte Sätze gewollt künstlicher Erregungs-Drehbuch-Sätze wären zu ergänzen, fernab von dem, was irgendejemand denkt oder fantasiert. Im Dschungelcamp spricht man von "Pipihahn" und "Pillernann". Ist das wirklich so viel anders? Ach ja, Cosmopolis ist ja Arthouse. Ich begreife über das Dschungelcamp allerdings mehr über die Weltwirtschaftskrise als über Cosmopolis.

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    • 7

      Willkommen zur Lyrik für Fortgeschrittene: Kapitalismus, Konsumgesellschaft, Marktregulierung, Zukunft und eine asymmetrische Prostata. Selbst Robert Pattinson als seelenloses Gefäß gefällt, wenn er kraftlos durch die Gassen schlappt. Darstellung komplett reduziert auf das gesprochene Wort. Dieser Cronenberg wieder.

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      • 4

        Wow!, dieser Pattinson vermiest mir den halben Film.

        Und der soll talentiert sein, was den "Schauspielerberuf" anbelangt?

        Wohl eher macht man sich seinen "Fanismus-Bonus" hier zunutze.

        Falls man ihm gesagt hat, er soll extra-mies spielen, dann sei es ihm zumindest verziehen. Dennoch herrscht darüber Unklarheit.

        Der Film im Allgemeinen ist auch nicht gerade der Bringer, denn zu oft hat man so etwas schon in besserer und glaubhafterer Weise gesehen, inkl. in Dokumentationen.

        Fazit: Ein schlechter Film, den niemand braucht.

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        • 6

          Ich kenne die Romanvorlage nicht, dennoch glaube ich, dass Robert Pattinson mit dieser Rolle, die sehr auf non-verbale Momente ausgelegt ist, völlig überfordert ist. Dazu gibt es diesen Beigeschmack der Mainstreamanbiederung durch diese Besetzung. Formal erkennt man Cronenbergs Handschrift, aber allein wegen der Besetzung ist es nicht sein größter Wurf...

          • 8

            egal ob eric packer in seiner limousine oder in einem cafe sitz, im hintergrund sieht man immer wie langsam das leben vorbei zieht während er logisch philosophierend versucht seine handlungen zu erklären. durch das ausblenden der emotionen fällt er später natürlich genau ins gegenteil. cronenberg hat das thema wie gewohnt routiniert umgesetzt, nur gegen ende haben mich die erklärungen etwas gestört. das hätte er nicht nötig gehabt.

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            • 3

              Vermutlich einer der langweiligsten Filme, die ich je gesehen habe. Die Dialoge scheinen 1:1 aus der literarischen Vorlage übernommen worden zu sein und wirken hier vollkommen deplatziert. Die Prämisse des paranoiden Superreichen, der den ganzen Tag mit seiner Limo durch die Stadt fährt, nur um zum Friseur zu kommen, mag auf den ersten Blick durchaus unterhaltsam wirken, allerdings lässt der Film keine Spur von Ironie erkennen. Er inszeniert sich bierernst und kann somit unglaubwürdiger nicht sein.

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              • 7 .5

                Ein seltsamer Film, der mir aber dennoch (oder wahrscheinlich auch DESWEGEN) gut gefällt. Aber was anderes hätte mich bei einem Cronenberg vermutlich auch verwundert ;-)

                Es wird viel geredet in diesem Film.... seeeehr viel, aber ich fand keinen der Dialoge ermüdend und auch wenn der Inhalt manchmal scheinbar sprunghaft und sinnlos wechselte, gab es für mich einen roten Faden, der unter der Oberfläche alles zusammenhielt.

                Kein Film, den ich mir mit Chips und einer XXL-Cola geben möchte oder den ich "wow, cool!!!" finde und eine Woche später vergessen habe.
                Aber ein Film, über den ich sicher noch öfter nachdenken werde.

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                • 2

                  Nach erster Sichtung des Trailers und des Themas war ich durchaus gespannt den Film zu sehen. (Wobei ich an dieser Stelle klar sagen muss, dass ich kein Fan von Robert Pattinson bin, aber nach dieser Twilight-Misere wollte ich dem jungen Schauspieler noch eine Chance geben....und wurde enttäuscht!)

                  Der Film hat mich auf ganzer Linie nicht mitgerissen, weder die Dialoge, die teilweise wirr und bruchstückhaft wirken, noch die Schauspieler oder Szenerie als solches.
                  Zudem finde ich keine klare Linie in dem Film, er greift diverse Themen auf (Werteverlust der Gesellschaft, Bedeutung des Geldes, Vater-Sohn Beziehung uvm.) aber führt keinens konsequent bis zum Ende. Außer natürlich "Der persönliche Untergang" indem er das Firmenvermögen verprasst wegen einer Fehl-Spekulation(gegen den Yuan), also wirklich...
                  um so etwas als Hauptthese in einem Film zu verarbeiten, sind die Mittel mehr als schlecht gewählt worden, dazu sind die Szenen aus seinem Privatleben zu konfus und unzusammenhängend. (In keinster Weise zu vergleichen mit American Psycho oder Wall Street, wo es auch um "Yuppie-Charaktere" geht.)

                  Die in den Kommentare oft angeführten philosophischen Themen sind so zahlreich und wahllos im Film verteilt, das Sie nie wirklich Bedeutung erhalten und einfach in der Masse untergehen.

                  Ich könnte mich jetzt noch über einge andere Dinge aufregen aber ich lass es an dieser Stelle gut sein.

                  Kurz und knapp: schlechter Film

                  Over-and-Out

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                  • 6 .5

                    "When he died he would not end. The world would end."
                    (aus Don DeLillos Roman)

                    Für einen Film, der mich in so hohem Maße enttäuscht hat, ist 'Cosmopolis' immer noch unglaublich faszinierend. Einerseits, weil Cronenberg als Regisseur schlicht weiß, was er tut. Kamerapositionen, Farbgebung, Score-Einsatz, der Dualismus zwischen Limousine und "echter" Welt, alles toll. Dazu ein für diese Rolle geborener Lead-Actor. Andererseits, weil Don DeLillos Vorlage keinen Satz enthält, den man nicht auch zwischen den Zeilen lesen könnte. Eine Gesellschaftsskizze, die ihren Protagonist als abschreckend, aber eben auch höchst faszinierend darstellt. Weil er keine tatsächliche Person, sondern vielmehr eine Einstellung repräsentiert. Ein analytisches, losgelöstes, unter konstant zu geringer Erregung leidendes Denken und Fühlen, dem es nur um die größtmögliche Menge an Input geht.

                    Und an diesem Aspekt verhebt sich Cronenbergs Drehbuch leider auf spektakulär uninspirierte Weise. Da es fragmentarisch Dialoge und Situationen aus der Vorlage entnimmt, ohne sie in einen Kontext, geschweige denn in einen Makrokosmos einordnen zu können. Oder sie zumindest als Denkanstöße zu betrachten. Die Figuren reden und reden, ohne Intention, ohne echte Emotion, dafür extrem plakativ. Und als Zuschauer ist man irgendwann geneigt, die mögliche Bedeutung des Gesagten einfach zu ignorieren. Vereinzelte Szenen mehr "wirken" zu lassen, hätte dem Film definitiv gut getan. Zu Cronenbergs Verteidigung muss ich hier aber festhalten, dass dieser Haufen an postmodernen, teilweise auch schlicht sinnfreien Aphorismen wohl unverfilmbar ist. Faszinierend ist das Ding aber so oder so.

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                    • 6 .5

                      Faszinierender Film in träge, schöne Bilder. Man kann bestimmt jeden Dialog durchforschen und interessante Verweisungen und Querverweisungen entdecken. Als Film hat es für mich nicht funktioniert. Es gab zu wenig zu verstehen.
                      Als nicht Twilight-Zielgruppe mein erster Begegnung mir Robert Pattinson. Der hat was.

                      • 7

                        Achtung, wichtige Durchsage: dies ist eine Rezension, in der Robert Pattinsons rektale Untersuchung auf dem Rücksitz seiner Luxus-Karre nicht thematisiert wird!

                        In David Cronenbergs grantiger Meditation über die Wirtschaftskrise kurvt der schnöselige Multi-Milliardär Eric Packer in hermetisch versiegelter Limousine durch anonyme Straßen einer repräsentativen Metropole, während draußen der Mob gegen das unheilige Konglomerat aus Finanzhaien und Aktien-Spekulanten Sturm läuft. Es sind Bilder wie aus einem Endzeit-Szenario. Eigentlich will Packer zu seinem Friseur, fraglich bleibt, ob er jemals dort eintreffen wird: die Realität in COSMOPOLIS gehorcht primär Gesetzen eines Fiebertraumes, und wer schonmal träumend ein Ziel ins Auge gefaßt hat, weiß, daß er selten dort ankommt. Zumindest nicht, ohne direkt danach zu erwachen.

                        Auf seiner Fahrt sinniert Packer in wortreichen Zwiegesprächen mit Vertrauten über das kannibalische Wesen des kapitalistischen Regimes, fickt mit ihnen, während sein überragender Verstand unbeirrt Fluktuationen mannigfaltiger Währungskurse kalkuliert und danach fragt, wie die Suche nach immer mehr Geld und Macht unser tägliches Leben bestimmt, was jeden von uns antreibt zu leben, oder wir am Ende gar Ratten sind, die sich untereinander zerfleischen ... manche Metaphern sind derart stark, daß sie sich unmitelbar darauf in der Umgebung als reale Begegnungen manifestieren. Weitaus spannender als der Inhalt der Gespräche ist nur die Tatsache, daß Personen in ihren Unterhaltungen weniger aufeinander eingehen, als sich gegenseitig zu analysieren, und wer da gerade in wessen Praxis auf der Couch die Hosen runter läßt, bleibt beständig im Fluß.

                        Selbst wenn Packer letztendlich die protektive Hülle der Limousine verläßt, ist an Erwachen nicht zu denken: die verdreckten, degenerierten Schauplätze vor abbruchreifen Fassaden beschwören ansatzweise den Cronenberg hervor, den wir solange vermisst haben. COSMOPOLIS ist ein inverser VIDEODROME - ein Film, der sich nicht mit brachialer Gewalt aus der Leinwand zu befreien sucht, sondern konträr im Schneckentempo implodiert, uns dabei unaufhaltsam in das Zentrum seines asymmetrischen Strudels reißt - und zugleich Robert Pattinson ausreichend Gelegenheit bietet, seine vampirische Natur offenzulegen: in COSMOPOLIS braucht er kein Körper-Make Up um zu glänzen, nährt sich buchstäblich am Blut seiner Schauspielkollegen, bis diese anämisch in sich zusammensinken und jede Szene Pattinson überlassen. Erst in Paul Giamatti findet er seinen Meister, dann sind wir aber bereits am Ziel jener hypnotischen Meta-Odyssee angekommen, und wer dann am Ende die Augen aufschlägt, und wer zu Staub zerfällt, muß noch geklärt werden.

                        Es gibt Filme, die schaut man mit dem Herzen, andere mit dem Verstand; COSMOPOLIS guckt man mit der Prostata.

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                        • 6

                          Thema interessant; wirft wichtige Fragen auf (Krise, Anarchie, Kapitalismus); einige hochphilosophische Dialoge; aber dauert viel zu lange und man erkennt nicht die Motivation bei den meisten Charakteren.

                          • 3 .5

                            Filmisches Valium!

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                            • 2

                              Ich fand den Film völlig schlecht. Ich schalte sehr selten ab. Den hier schon. Langweilig

                              • 5

                                Der Film ist größtenteils eine dialoglastige Diskussionsrunde um Kaptialwirtschaft und verrohende Gesellschafts-/Menschlichkeitsstrukturen. Ist das filmisch interessant gestaltet? Eigenwillig ist es schon, aber hauptsächlich höchst anstrengend. Inszeniert als Kammerspiel (was durchaus spannend gestaltet werden könnte), ist Cosmopolis hauptsächlich gefüllt mit bedeutungsschwangeren Mammutdialogen, die wie wissenschaftliche Abhandlungen zumeist nicht so schnell auf den Punkt kommen, aber mit vielen fachspezifischen und breitgezogenen Begriffen den Anschein erwecken wollen, sie wären dadurch klüger - obwohl die Message an sich ziemlich altbacken und einfach ist. Sicherlich mag das auch einigermaßen Cronenberg's Anliegen gewesen sein - die stetige Verrohung und geistlose Konzeptionierung/Technikisierung des Menschen zu kritisieren (z.B.: Pattinson fragt fast robotisch: "Ich möchte mit dir ein Gespräch führen...so reden Leute doch, oder?...Meine Prostata ist assymetrisch"). Aber dank eben solcher überladenen Dialoge funktioniert das alles nur bedingt als Kinofilm, eher als snobbisches Theaterstück. AMERICAN PSYCHO z.B. (ebenfalls eine Romanverfilmung wie Cosmopolis), der eine ähnliche Grundmessage hat wie dieser Film hier, schafft es fabelhaft schnörkellos und transparenter/schneller mit gut eingesetzten filmischen Mitteln und einem stetigen Unterhaltungswert (!), jene Message rüberzubringen und verlässt sich nicht darauf, dass diese genauso gut rüberkommt, wenn Charaktere mit leerem Blick und stark gekünselten Arthouse-Reden meditativ aneinander vorbei philosophieren, wie es in Cosmopolis leider der Fall ist. Sicherlich gibt's auch hier und da die Cronenberg-typischen Gewalt- und Sexausbrüche, aber hier kommen sie eher als Afterthought rüber, irgendwie deplatziert, sie passieren und distanzieren sich sofort wieder von allem. Mag ja ins theoretische/methaphorische Grundkonzept des Films passen, als Symbolik für die beiläufige Behandlung von Sex & Gewalt in der Gesellschaft, etc. - Aber es reicht einfach nicht, um daraus einen ansprechenden Streifen auf die Beine zu stellen, sondern nur ein über-"intelektueller" politischer Exkurs für schlaue Leute.

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                                • Schwierig. Die (stellenweise) aufgeführten Ellis-Vergleiche halte ich für durchaus tragbar, allerdings nicht unbedingt im positiven Sinne. Während dem Zuschauer vor allem in der ersten Hälfte (u.a.) unglaublich schlecht simplifizierte Themenkomplexe der Betriebs- und (hauptsächlich der) Volkswirtschaft und die (Gefühls)Kälte der Yuppie-Maden um die Ohren gehauen werden, konzentriert sich die zweite Hälfte eher auf pseudophilosophisch-prätentiöses Gelaber zum (Un)Sinn der (vermeintlichen Spitzen der) modernen Gesellschaft und der (Selbst)Zerstörung der Hauptfigur, die dann letztlich auch durchaus wörtlich zu nehmen ist. Vorerst gibt's hier ma' keine Wertung ...

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                                  • 6

                                    Ein sehr geschwätziger Film.

                                    Ein für einmal passend eingesetzter blasser Robert Pattinson, eine Odyssee quer durch New York in einer Limousine, ein interessantes Finale und viel (mal mehr, mal weniger interessantes) Geschwätz über Leben, Wirtschaft und die Gesellschaft.

                                    Filme, in denen nur gesprochen wird, könnnen nur so gut sein, wie das Besprochene interessant ist. Da ich teilweise nicht alles komplett verstanden habe und mich manches nur mässig interessiert bzw. es nur als mässig nachvollziehbar empfunden habe ist "Cosmopolis" kein Film der lange in Erinnerung bleiben wird.

                                    Und dies obwohl er gut gemacht und besetzt ist und durchaus seine philosophischen Reize besitzt.

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                                    • 8

                                      [...] Mit Cosmopolis hat sich David Cronenberg zweifellos eines schwierigen Stoffes angenommen und ein ebenso fraglos ziemlich schwer zugängliches Werk geschaffen, das vielen übel aufstoßen wird, das vielen zu langatmig, zu seltsam, zu offen oder zu ziellos geraten sein wird. Der Fairness halber muss ich dazu sagen, dass es mir vermutlich ähnlich ergangen wäre, würde ich nicht Don DeLillos Buchvorlage kennen, denn ohne dieses Wissen erscheint so manche Szene doch wahrhaft konfus und man mag sich kaum vorstellen, dass dieser Film sogar deutlich näher an seiner Vorlage bleibt, als es viele seiner Zeitgenossen tun. Letztlich lebt der Film aber auch nicht von seiner Handlung, sondern vielmehr von seinen gestelzten Dialogen und dem prognostizierten Zusammenbruch der Weltwirtschaft, wie DeLillo sie bereits im Jahr 2000 beinahe visionär vorausgesehen hat, wenngleich hier das Geschehen noch einmal deutlich überspitzt dargestellt wird. [...]

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                                      • 5 .5

                                        Ein Meisterwerk! Diese Schönheit, diese Eleganz! Diese ruhigen, schön komponierten Bilder. Diese Aneinanderreihung von Symbolik! Der Film ist wunderbar anzusehen. Visuell große Klasse.
                                        Wenn es allerdings zum Hören kommt, dann bluten mir jetzt noch die Ohren, meine Hirnzellen trauern um ihre gefallenen Brüder, mein Shakespearefanherz wimmert in einer Ecke ein trauriges "Warum?" nach dem anderen vor sich hin. Was für ein sinnentleertes Gesülze. Was für ein gestelzter Quatsch. Was für ein inhaltsloser Unsinn, der da aneinandergereiht wird.
                                        Es schmerzt, es tut einfach nur weh, dabei zuzuhören - ich war versucht, nach 20 Minuten abzuschalten, habe aber dank der Bilder durchgehalten. Ohne Ton ein sehr ästhetischer Film - mit Ton einfach nur grausig. Als würde jemand die Fresken der Sixtinischen Kapelle mit Sprechblasen versehen, ja, als würde Michelangelo selbst Hand anlegen und Disneys Micky Maus-Dialoge über sein Deckengemälde tapezieren.

                                        Fazit: Anschauen, genießen, aber bitte den Ton weglassen.

                                        PS.: Pattinson scheint sich langsam, sehr langsam von dem Twilight-Debakel zu erholen.

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                                        • 8

                                          In der Tat ist "Cosmopolis" jener in sich geschlossene und daher schwer zugängliche Film geworden, den ich mir nach Lektüre des gleichnamigen Buches Don Delillos erwartet habe. Cronenberg präsentiert uns eine adaptionsgetreue, aufs äußerste überladene, jedoch im zeitgemäßen Kontext nicht zu surrealistisch anmutende Wirklichkeit, in der Wertlosigkeit zum Wert per se geworden zu sein scheint. Technologie um ihrer selbst Willen diktiert diesen Film, der auf Hochglanz poliert zuerst in ein Lebensverständnis einführt, das aufgrund seiner Undefinierbarkeit einen ungeahnt ambivalenten Zug trägt. Reizvoll und zugleich unverständlich wirkt das Leben des jungen Eric Packer, der einer brilliant von Robert Pattinson interpretierten Karrikatur gleichkommt. Erst im gelungenen Finale wird enthüllt: es geht auch anders.

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                                          • 9

                                            Old Cronenberg is back!
                                            Es ist wirklich schwierig für mich dahinter zu kommen, wieso mir der Film so gefällt, doch einige Ideen hab ich schon.
                                            Zuerst einmal wären da die Dialoge. Beinahe jede Minute wollte ich nach dem Notizblock greifen, um mir einige philosophische, gesellschaftskritische Mono- oder Dialoge zu notieren.
                                            Die Grundlage für Cronenbergs Film war DeLillos gleichnamiger Roman, welcher eine wahre Fundgrube an Genialität zu sein scheint. Mein Kopf lief auf jeden Fall auf Hochtouren.

                                            "Cosmopolis" ist kein Film für jedermann. Es wird geredet, geredet und geredet, tja und dann wird noch mehr geredet.
                                            Als Kopfmensch hat mir der Film sehr viel Freude bereitet und ich wurde mit fortschreitender Laufzeit immer mehr in Eric Packers Welt gezogen.
                                            Es macht mir einfach Spaß mal wieder einen Film zu sehen, bei dem ich nie weiß was als Nächstes passieren wird. Ab einem gewissen Punkt läuft Packers Leben dann völliger außer Kontrolle und hier macht sich Cronenbergs großes Talent bemerkbar, nämlich Charaktere zum Leben zu erwecken, die einen nicht sympathisch sind, aber schlichtweg eine große Faszination ausstrahlen. Aufgrund dessen erwartete ich mit großer Spannung, wie sich der Film weiter entwickeln wird und wo das Ganze noch hinführen soll.

                                            Auch Robert Pattinson macht seine Sache hervorragend und ich musste mich nach Ende des Films daran erinnern, dass dieser in den "Twilight"-Filmen eine eher freundliche Rolle gespielt hat. Hier gibt er sich zunächst emotionslos und alienartig, bevor er dann zu einer tickenden Zeitbombe wird. Zu keiner Zeit hatte ich den Eindruck, dass er nicht "in-character" ist oder überfordert war.
                                            Auch der restliche Cast ist bemerkenswert, allen voran natürlich Paul Giamatti. Die finale Konfrontation mit Pattinson ist schlichtweg großes Kino und bietet ein spannendes Rededuell zwischen zwei selbstzerstörerischen Seelen, deren Lebensmüdigkeit und Frustration förmlich aus dem Bildschirm herausbrechen will.

                                            Einige Tage später:
                                            Nachdem ich nun auch noch den Roman dazu gelesen und den Film mit meiner Freundin für Stunden zerdiskutiert habe, muss ich echt sagen, dass Cronenberg ein Meisterwerk abgeliefert hat. Schon beeindruckend wie viel Gesprächsstoff ein Film mit 104 Minuten abliefern kann.
                                            Ich habe "Cosmopolis" jetzt drei Mal gesehen und entdecke immer wieder etwas Neues: Eine Dialogzeile, deren Sinn mir plötzlich klar wird. Ein kleines Puzzleteile an Charakterisierung, das die Hauptfigur noch interessanter und komplexer macht. Eine minimale Regung in Pattinsons Mimik, die doch so viel über das Innenleben der Figur aussagt.

                                            Dieser wortreiche (neuer Synonymvorschlag: Cosmopolis) Selbstzerstörungstrip schleicht sich auf leisen und unspektakulären Sohlen an und kann einen für Tage beschäftigen. Natürlich muss man Zugang zur Geschichte finden. "Cosmopolis" ist sperrig und besitzt keine sympathische Titelfigur. Charaktere tauchen auf und verschwinden wieder. Die Handlung, insofern vorhanden, ist repetetiv und kreist allein um Eric Packer. Er ist in jeder Szene! Es gibt im Grund genommen keine Action. Der Score ist minimalistisch und sagt mir nicht was ich zu fühlen habe.
                                            Das ist Kino in seiner reinsten Form! Dafür bewundere ich Cronenberg!

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                                            • 6

                                              Unerwartet gut... lustig sind auch die Kommentare entäschter Twighlight Fans; )

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                                              • 2

                                                zuviel Gerede ...zudem ist es ziemlich anstrengend hinter jedem Satz den Sinn herauszuinterpretieren.Ich mag kluge Filme,aber man kann es auch übertreiben...unterhaltsam ist dies nicht!!

                                                • 8

                                                  Ein bisschen Sex in der Limousine, ein bisschen rektale Untersuchung und ein kleiner Schuss in die eigene Hand (SPOILER und ein kleiner Schuss in den Kopf des Leibwächters SPOILER ENDE). Ganz viele Figuren die nur da sind um da zu sein, und noch mehr Dialoge (unzählige Wörter, wahrscheinlich so viele wie Eric Parker Geld auf dem Konto hat) die im ganzen scheinbar keinen Sinn ergeben wollen und können. Das ist alles auf einer seltsamen weise so faszinierend, dass man sich diesem Film der 108 Minuten Laufzeit hat, die sich wie 180 Minuten anfühlen, nur schwer entziehen kann. Robert Pattinson ist so unterkühlt wie großartig, Paul Giamatti der den Sinn für sein Leben sucht mindestens ebenso. Mein dritter Cronenberg und so langsam kriege ich (mächtig) lust auf sein weiteres schaffen.

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                                                  • 7

                                                    Interessanter "Cronenberg-Surrealismus" filmischer Betrachtung selbstgefälliger Psychos in der Spielwiese des Kasino-Kapitalismus.