Darjeeling Limited - Kritik

The Darjeeling Limited

US · 2007 · Laufzeit 105 Minuten · FSK 6 · Komödie, Drama, Abenteuerfilm · Kinostart
Du
  • 6

    Für einen Wes Anderson-Film ist "Darjeeling Limited" erstaunlich seelenlos. Es wirkt fast so, als hätte er hier nur ein wenig geübt, um es dann in seinen Nachfolgern besser zu machen. In Anbetracht dessen, mag der Film ein gewisse Daseinsberechtigung haben, richtig inspiriert war bei diesem Projekt allerdings niemand. Das ist schon erstaunlich, denn die Idee hat locker das Potenzial für einen Kultfilm: Drei ungleiche, zugedröhnte Brüder begeben sich auf eine spirituelle Reise nach Indien und wollen nebenbei noch ihre in einem Kloster lebende Mutter besuchen. Klingt nach Anderson-Stoff par excellence, fühlt sich aber viel zu selten auch so an. Die Handschrift ist klar, doch irgendwas fehlt. Am Cast liegt das eher nicht, es is eher der zu verschnörkelte Storyverlauf und die mäßig gute Figurenzeichnung, die den Wind aus den Segeln nehmen.
    Auch ein Mann wie Anderson kann nicht immer richtig liegen, mit Filmen wie "Moonrise Kingdom" und "Grand Budapest Hotel" hat er eventuell hier aufkommende Zweifel schnell wieder beseitigt.

    1
    • 6 .5

      Ok, ich bins ja selber schuld. Ich müßte es ja eigentlich besser oder gar am besten wissen. Schließlich weiß ich was der Name des Regisseurs Wes Anderson bedeutet. Ja, es ist so: was der Mann macht sind Filme die sich gänzlich der Normalität oder einem gängigen Filmverlauf entziehen. Auch wenn seine Filme stehts von Namhaften Darstellern bevölkert sind, es ist kein Mainstream sondern eine ganz eigene Welt, stehts mit einer eigenartigen Atmosphäre die irgendwie fröhlich, traurig und nachdenklich zugleich ist. Die Story? Ist mir keine Aufgefallen, wie auch der ganze Film nichts nennenswertes bei mir hinterlassen hat. Wieder mal ein Wes Anderson Film den Kritiker lieben können und werden wohingegen die meisten Zuschauer recht ratlos gucken werden und rätseln was denn der Sinn des Ganzen war.

      Fazit: Eigenartiger Taumel mit drei Typen die in einem Zug sitzen – wem das als Handlung reicht, bitte sehr!

      • 7 .5
        Amarawish 01.05.2017, 10:54 Geändert 01.05.2017, 11:53

        Im Rahmen der Kommentargeschenkaktion zum Anlass Wes Andersons 48. Geburtstages entstanden (siehe auch Blogartikel mit 3 weiteren Kommentaren):
        ***

        Die Zusammenkunft von drei ungleichen Brüdern, die gezwungenermaßen eine Selbstfindungsreise durch Indien für ihr Seelenwohl beginnen, scheint schon zu Anfang unter keinem guten Stern zu stehen, denn nicht nur ist jeder von ihnen in seiner Trauer um ihren verunglückten Vater gefangen, sondern um das verlorene Vertrauen gegenüber seinen Geschwistern hilflos der aktuellen Situation der Neulokalisierung ihrer Leben ausgeliefert.

        Die Mutter auf der Flucht vor ihrem alten Leben und Wunden ist nicht anders wie ihre Söhne unter Zugzwang, denn was könnte eine Familie mehr auseinanderreißen als ein Unglücksfall der tragischen Art. Und auch wenn jeder auf seine Weise trauert, so ist der Tapetenwechsel zwar nicht zwangsläufig immer gut, jedoch eine besinnliche Achtsamkeitsübung und aus der Notwendigkeit geborene Zukunftsschmiede.

        Rituale werden neu geboren, abgebrochene anders weitergelebt oder fortgesetzt. In ihrer Absurdität und Komik nicht um die Trauerarbeit herumzukommen, sind es die spontanen Situationen auf ihrer zuerst unfreiwilligen Reise, die sie zusammenschweißen, neuen Lebensmut schöpfen lassen und die Zukunft ein klein wenig offener entgegenzutreten.

        Manches lässt sich nicht umgehen, anderes muss seine Wiederholung finden und oft ist es die spontan gefundene Erkenntnis, dass manchmal das Zurücklassen von emotionsbehafteten Gespäckstücken schon eine Erlösung und auch der Beginn die Vergangenheit hinter sich zu lassen sein kann.

        ….

        Wie so oft schickt uns Wes Anderson in "Darjeeling Limited" auf eine leichtfüßige Reise durch mehr als ansehnliche, passgenaue, meist sehr zentral ausgerichtete Einstellungen, die sowohl farblich als auch geometrisch gesehen perfekt aufeinander abgestimmt sind.

        So manche Stimmen mögen behaupten Andersons stets deutlich erkennbarer Stil sei nur rein optisch betrachtet eine Augenweide und ohne jegliche Substanz, doch lässt man sich durch seine Welt mit seinem doch sehr einzigartigen Blick führen, so erkennt man, dass doch mehr dahinter steckt.

        Sein Konzept ist zweifelsohne schlicht, aber genau durch seine Leichtigkeit immer ein voller Genuss. Als jemand, der für jedes kleinste Detail einen Sinn in seinem Kopf ersehen hat, hat Anderson für den Zuschauer die Lösung schon parat. Nicht wie bei einem abstrakten Gemälde soll frei interpretiert, sondern vielmehr bewusst der dargelegten Bedeutung gefolgt werden, die vielleicht sogar noch mit eindeutig, leicht trockenem, teils schwarzem Humor versehenen Sätzen untermauert wird.

        Für mich ist der stets unterhaltsame, kindliche Blick auf seine Welt, wo man Realität und Surrealität fusioniert vorfindet und die durch exzentrisch, sympathische Figuren und dessen, oft sehr skurrilen Beziehungsgeflechten angereichert sind, als Form- und Farbenerzählstruktur bis jetzt unerreicht.

        Anderson erschafft für mich immer das wohlige Gefühl, dass selbst die surrealistischen Momente in seiner Märchenrealität ihre eigene Wirklichkeit und somit Klarheit erzeugen können. Seine Weltsicht ist zwar manchmal durchaus realistisch, aber immer von einer Magie angereichert, die Absurditäten einbindet und so eine träumerische Sicht offenbart. Eine Verführung, die vielleicht als naiv erachtet wird, aber dafür umso angenehmer begutachtet werden kann und selbst, wenn doch ernste Themen aufkommen hat man nie das Gefühl angestrengt der Handlung folgen zu müssen, sondern lediglich die Sichtweise eines Kindes angenommen zu haben.

        Das ist sicherlich ein großer Teil davon, warum seine Filme so eine Faszination auf mich ausüben. Vielleicht mögen sie keine allseits beliebten Meisterwerke oder Meilensteine der Filmgeschichte sein oder werden, jedoch haben sie in ihrer Einzigartigkeit das Bewusstsein geschaffen, dass dieser Indie-Regisseur für so manchen doch ein kleines Genie ist und hoffentlich noch weitere, so akribisch durchdachte Werke wie auch "Darjeeling Limited" oder "Grand Budapest Hotel" erschaffen wird.

        Alles Gute zum Geburtstag, Wes Anderson!

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        • 9
          ChandlerC 13.04.2017, 20:36 Geändert 13.04.2017, 20:58

          Ich habe das Gefühl, dass ich 'Darjeeling Limited' irgendwann sogar 10 Punkte gebe, wenn ich ihn nur oft genug gucke. Denn als ich ihn das erste Mal sah war ich mäßig begeistert. Ich war damals gerade zum Wes Anderson Fan geworden, bin von 'Die Tiefseetaucher', 'Der fantastische Mr. Fox' und 'Moonrise Kingdom' bereits begeistert gewesen und wagte mich dann auch mal an 'Darjeeling Limited'. Aber irgendwie fehlte mir etwas am Film. Es waren wieder die skurrilen Charaktere und Geschichten dabei, wieder all die typischen Kameraeinstellungen und Stilmittel, diese vielen kleinen Details bei der Ausstattung der Sets, alles was ich an Andersons Filmen mag. Dennoch, irgendwie zog mich der Film nicht richtig in seinen Bann. Er war gut, nett - aber auch nicht mehr.

          Danach ging etwas Zeit ins Land und ich glaube es war irgendwann kurz bevor oder nachdem ich erstmals 'Grand Budapest Hotel' gesehen habe - der mich erneut begeisterte -, dass ich auch 'DL' erneut sah - und er mir direkt viel mehr gefiel. Inzwischen habe ich ihn 5 oder 6 mal gesehen (vielleicht auch mehr) und jedes mal war ich etwas mehr begeistert. Das war mir beim ersten Mal schon gefiel, gefällt mir nur immer mehr und inzwischen denke ich, dass dieser Film gar nicht mehr braucht. Er hat all die Kernelemente die Andersons Filme auszeichnen und die ich mag - und das nicht im übertriebenen Maße, sondern in einer fast schlichten Form. Diese schlichte Form war es, die mich anfangs vielleicht gestört hat, doch inzwischen sehe ich es mehr und mehr nur als Stärke an - es ist einfach ein Wes Anderson Film - nicht mehr und nicht weniger.

          1
          • 6

            Nett. Ja, dieses nett.

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            • 6
              Leinzi 29.01.2017, 16:40 Geändert 09.10.2017, 15:12

              Der DARJEELING LIMITED - der Zug, dem dieser Film seinen Titel zu verdanken hat - tuckert in einem Auf und Ab durch die Wes Anderson'sche Welt. Ähnlich wie seine bisher von mir gesehenen Filme.
              DIE TIEFSEETAUCHER habe ich einmal gesehen, aber die Erinnerung reicht nicht für eine Bewertung, dann kam ein unterhaltsamer, aber etwas seltsamwirkender MR. FOX gefolgt von einem noch seltsameren Pfadfinderjungen in MOONRISE KINGDOM. Dem folgte wiederum - als mein bisheriger Anderson'scher Höhepunkt - ein Aufenthalt im GRAND BUDAPEST HOTEL, welcher in einer leichten Talfahrt mit eben diesem Zug endete.

              Dabei waren einige Szenen wirklich toll, die meisten davon in diesem wunderbar ausgestatteten Zug und in Verbindung mit Owen Wilsons "Abmachungen". Dazwischen ging es dann aber immer wieder abwärts Richtung Langeweile, sodass sich Gutes und "Nicht-so-Gutes" etwa die Waage halten und meine Bewertung irgendwo in der Mitte der Skala stehenbleiben musste.

              Bewertung: 59% [25.01.2017]

              4
              • 7

                "Jetzt pfeift der Dampf und läßt im Sturm uns reisen;
                Verwandelt ward die Zeit und wir mit ihr."

                Emanuel Geibel

                Der Zug der Zeit und Zeit im Zug. Drei ungleiche Brüder auf Selbstfindung und einer Art Familienzusammenführung.
                In einem Zug, der durch Indien juckelt und die drei US-Boys zur Mutti bringen soll, die dort ein Kloster leitet.

                Da schreit doch wirklich alles "Wes Anderson!!" (eine AfD kompatible Menge Ausrufezeichen darf hier notfalls eingefügt werden...

                Owen Wilson, Adrien Brody und Jason Schwartzman (der Sohn Talia Shire, quasi "Adriaaaaaaaaaaaaan" - macht ihn das zu Rockys Sohn?)
                sitzen eingepfercht im Erste Klasse Schlafwagenabteil eines indischen Langstreckenzuges - schäbiger Charme, überzuckert mit einem DER Wes Anderson Elemente, nämlich einem unsagbar grandios überdrehten Sinn für Kulissen.
                Ein bisschen wie eine Mischung aus Modellbahnanlage und Puppenhaus, wundervoll, nicht mehr bloß detailverliebt, sondern detailversessen, man möchte in jeden Winkel eintauchen.

                Beinahe vergisst man dabei, dass die Figuren auch einmal mehr eine herrliche Alltagsskurrilität zur Schau tragen, betulich und überdreht, eigentlich so normal-abnormal, dass man fast des unsterblichen Loriot gedenken möchte. So gelungen passen die Figuren in unseren surrealen Alltag. Ganz normale Eigenschaften, die in ihrer Mischung und ihrer Konfrontation miteinander erst das ganze irre Potenzial aufzeigen.

                Um die drei herum schwirren, indische Schaffner mit einem Faible für Schlangen, die süße Zugbegleiterin, die (noch?) Ehefrau eines der der Brüder, der wunderbare Assistent eines anderen Bruders, die Mutti. In Andersons jeweiligem Mikrokosmos kann man sich darauf verlassen, dass grandiose Typen durch die grandiosen Kulissen geistern.

                Traumhaft unaufgeregte Dialoge, die ganz entspannt in Absurdität übergehen und das alles auch noch in einem Zug.

                Leider schafft der Zug auch das eine oder andere Mal einen ganz ungeplanten Halt auf freier Streck, kommt mitunter nicht richtig in Fahrt, naja und sonst noch einige eisenbahnbezogene Metaphern dafür, dass die Handlung mitunter etwas besser nach dem Zuschauer greifen könnte...

                So bleibt das Gesamtwerk trotz toller Darsteller und schon wieder herrlicher Kulissen hinter meinen Anderson-Favoriten wie "Fantastic Mr.Fox", "Royal Tenenbaums" oder "Grand Budapest Hotel".
                Deswegen ist "Darjeeling Limited" aber nicht weniger charmant-schräg.

                Endstation, ähm Punkt.

                8
                • 5 .5

                  das hat wes schon besser gemacht...schade eigentlich

                  • 7 .5
                    Rocket Man 08.12.2016, 20:10 Geändert 09.12.2016, 07:01

                    -Now That We're Dead-

                    Da der obige Titel aus dem neuen Album von Metallica ''Hardwired To Self-Destruct'' zu meinem allerliebsten Titel des ganzen Albums gehört und es noch nicht lange draußen ist, hielt ich es für angebracht, den Titel für meinen heutigen Kommentar zu verwenden. Fun Fact: Ich bekomme kein Geld für die Erwähnung. Meine heutige Aufgabe, die ich mir selbst für mich ausgedacht hatte, als ich auf dem Weg von der Schule nach Hause war, ist es den obigen Titel mit Wes Anderson's 'Darjeeling Limited' zu verbinden.

                    Jetzt, da wir Tot sind, werden wir wohl nie erfahren, wie es wäre unsere Liebsten noch einmal wiederzusehen. Jetzt, da wir Tot sind, erscheint vieles in meinem Leben plötzlich unerkennbar wichtig. Warum hab ich das zu meinen Lebzeiten nicht gesehen? Wie wichtig wäre es mir gewesen, meinen Vater noch einmal zu sehen und ihm zu vergeben, was er mir, meiner Mutter und meinen Geschwistern angetan hat? Gerne hätte ich ihn im Leben noch mal gesehen und ihm ordentlich meine Meinung gegeigt. Vielleicht wäre mir dabei sogar die Hand ausgerutscht. Aber jetzt, da ich Tot bin, erkenne ich das ganze Böse gar nicht mehr an. Es ist einfach verschwunden. Wie weggepustet. Jetzt, da ich Tot bin, würde ich ihm gerne vergeben wollen. Ihm sagen, dass ich es zwar nicht verstehe, aber ich ihm vergeben und mit ihm und mir selbst Frieden schließen möchte. Dass brauche ich, da sonst meine Seele auf ewig verpestet wäre. Ich würde zusammen mit meinen Geschwistern in aller Ruhe die Fehler nennen, damit man über sie sprechen kann. Wir würden zusammen noch mal das Leben an uns vorbeiziehen lassen und alles Gute hervorheben. Dass ist normal. Dass Gute soll immer überwiegen. Selbst wenn es nicht so ist, ist der Glaube daran, und einige mögen es als Placebo-Effekt bezeichnen, nunmal ganz einfach schöner. Trotzalledem würden wir mit offenen Karten, Schuldzuweisungen und Vergebung arbeiten. Dass eine geht ohne das andere nicht. Alles zusammen würde uns Frieden geben und uns von einiger Last befreien. Jetzt geht das aber nicht. Der passende Zeitpunkt liegt vielleicht wirklich kurz vor dem Tot, da der Mensch sein Leben an sich vorbeiziehen lässt und in Frieden diese Welt verlassen möchte. Nur zu oft hört man von diesem Phänomen. Nur zu oft, haben wir dieses Phänomen bereits in zahlreichen Werken gesehen.
                    Soweit muss es aber nicht kommen. Mann kann seine Probleme, sei es mit der Familie, den Freunden, egal welcher Art und Herkunft, im Leben regeln, bevor es zu spät ist.

                    Um nicht noch weiter in die Belanglosigkeit meines Lebens zu gleiten, bleiben wir an dieser Stelle genau hier stehen! Warum habe ich das geschrieben? Was davon passt nun zu diesem Film? Oder hab ich einfach eine wohltuende Befreiung in meinem beständigen Drang zu Schreiben gesucht? Da ich es nicht vollkommen weiß, mache ich einfach weiter.
                    Die drei Brüder um die es in diesem Kommentar gehen soll, haben sich seit längerer Zeit entzweit, kennen sich nicht mehr richtig, haben verlernt sich zu vertrauen, haben ihren Vater verloren und sind auf einer spirituellen Reise um die Mutter zu finden, die nicht einmal auf die Beerdigung ihres eigenen Mannes gekommen ist. Die drei Brüder entschließen sich, nicht die ganze Zeit ihres Lebens darauf zu warten oder darauf zu hoffen ihre Mutter zu finden, sondern sich gleich auf den Weg zu machen um mit ihr sprechen zu können. Dabei treten die drei oft genug auf Tretminen, natürlich nicht im wortwörtlichen Sinne gemeint, die nicht nur ab und zu, sondern ziemlich oft für Fremdschämen und Freude sorgen.
                    Wes Anderson versteht seine Arbeit. Er erzählt eine eher traurige und emotionale Geschichte. Der Film aber ist eher lustig und von herzerwährmender Anmut gespickt. Ab und an erkennt man die ernste Seite des Spirituellen Trips der drei Brüder. Diese werden aber nicht bis zur Belanglosigkeit ausgewälzt oder überinterpretiert, sondern klein und wichtig gehalten. Sie bleiben dennoch hängen, aber ohne faden Beigeschmack. So hätte die Szene, in der Peter das Tote Kind in der Hand hielt durchaus zutiefst traurig sein können, Wes Anderson entschied sich, dem toten Kind und Jack und seinen Brüdern dadurch einen wichtigen Rat mit auf den Weg zu geben. Dass Leben ist vergänglich und es trifft an dieser Tatsache niemand schuldig, was geschah. So müssen sich die drei Brüder auch keine Schuld für das geben, was mit der Mutter geschah, nachdem der gemeinsame Vater verstarb.

                    Die ganzen Eigenarten der drei Brüder sind immer komplementär zueinander. Symmetrisch werden sie erst nach der ersten Hälfte des Filmes. In der ersten Hälfte ergänzen sie sich und widern sich gelegentlich auch mal so richtig an. Nach dem Tod ihres Vaters und dem Wiedertreffen mit ihrer Mutter erkennen sie, dass sie zusammen gehöre und was Zusammenhalt eigentlich bedeutet. Wes Aderson schickt uns nicht mit auf einen Spirituellen Trip dreier bescheuerter Brüder, sondern auf einen Weg der Erkenntnis. Dafür scheint er manchmal zwar etwas zu locker daherzukommen, aber wer wie ich, die Fähigkeit besitzt mehr in den Dingen, sowohl im Leben, als auch im Film, zu sehen, der wird hoffentlich verstehen, wovon ich rede. Ein Trip durch die eigene Fremdheit, des Wiedertreffens, der Überwindung und der Verarbeitung ungeklärter Probleme, die die Seelen der drei Brüder zusetzt.

                    Vielleicht sollten wir uns alle eines Tages auf einen großen Trip in die Wildnis machen oder durch den Orient oder wo auch immer euch euer Herz verschlägt. Aber machen sollten wir es. Wann, wie, warum, liegt an uns selbst.

                    Aber möglichst bevor wir im Tot traurig oder gar Sauer darüber sein werden und mit dem Satz anfangen, mit dem ich diesen Kommentar begann

                    - Now That We're Dead-

                    When darkness falls
                    May it be
                    That we should see the light

                    When reaper calls
                    May it be
                    That we walk straight and right

                    [...]

                    When all is pain
                    May it be
                    It's all we've ever known

                    When flame consumes
                    May it be
                    It warms our dying bones

                    ....I'm a Rocket Man - Burning out his fuse up here alone....

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                    • 8
                      Marcy123 14.11.2016, 22:43 Geändert 14.11.2016, 23:17

                      Wes Anderson ist ein wirklich schwieriger Kandidat wenn es um seine eigene eigenwillige Interpretation einer Komödie geht.....
                      Hat hier aber mal wieder genau meinen Nerv getroffen, außerdem fällt mir jedes mal ein Stein vom Herzen wenn ich sehe das es noch Menschen gibt die sich mit den wichtigen Dingen im Leben beschäftigen.....
                      Wunderschöner Film der perfekt in Szene gesetzt ist und auch musikalisch zu unterhalten weiß.....
                      Wenn der Abspann anläuft und man seinen Heimkinosessel mit einem Lächeln verlässt wurde der Auftrag eindeutig erfüllt......
                      Also in diesem Sinne......Mission Complete Mr Anderson

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                      • 7
                        Heckenritter 11.09.2016, 11:14 Geändert 11.09.2016, 13:34

                        Knallblau, leuchtendes Orange, 17 verschiedene Curryfarben,
                        Anderson schüttet eine ganze Farbpalette über mir aus, die so
                        erfrischend für meine Äuglein ist wie ein üppiges Feuerwerk.
                        Drei selten dämliche Klapskallis finden zu dem Ursprung ihrer
                        Materie in einem indischen Bummelzug-Roadmovie.
                        Selbstlokalisierung ist das Stichwort. Deshalb sind die Zeitlupenszenen
                        der Orgelpfeifen von besonderer Bedeutung, als sie krampfhaft versuchen noch auf den letzten Waggon zu hüpfen. Sonst würde "noch rechtzeitig auf den Zug aufspringen" als übertragende Erleuchtung auch nicht funzen. Logischerweise. Was Bill Murray natürlich nie gebacken kriegt, was für eine armselige Kreatur der ewigen Fesseln des selbstgewählten Lebensexils im Zentrum des Wundertopfes der Sinnesreize. Indien wie es strahlt und lacht mit allerlei exotischer Warmherzigkeit und seltsam faszinierenden Impressionen.

                        Nach 20 Minuten hatte ich immer noch keinen blassen Schimmer worum es geht, ist auch völlig Banane, entweder schaffen es die hoffnungslos verspulten Vollpansen Owen Wilson, Adrien Brody und Jason Schwartzman (cooler Name für die nächste Superheldenfigur) einen zu übertölpeln, oder Andersons Meschugge-Kalauer greift halt ins Leere. Was die Tiefseetaucher nicht bei mir geschafft hatten, der kriegt aber seine zweite Chance. Die eigentliche "Story" gerät ins Abseits, die selbstverständlich eine Stalinorgel an Merkwürdigkeiten abfeuert. Wichtig dabei: der übermäßige Einsatz geschmeidiger Sithar-Klangteppiche und das melodiöse 70er Retro Midtempo Geklampfe mit der unterschwelligen Grußbotschaft: "Stress mich nicht bei der Seelenkur, die Fliegenpilz-Dröhnung wirkt noch!"

                        Der wabbelige Kaugummimantel der Wahrnehmung durch die permanente Zufuhr apothekenpflichtiger Medikamente des Hornochsentrios destilliert Anderson zu einem Erlebnisflow in einer eigenen, verstrahlten Filmsprache. Darjeeling fühlt sich an wie ein Stechapfelrausch (wie auch immer der sein mag) mit genialer Kameraarbeit: Linse eine Etage rauf, 10 Meter nach rechts, wieder zurück, Linse 2 Etagen tiefer. Anderson erzählt Filmepisoden oft durch flüssig marschierende Postkartenbilder, die ohne Worte die mickrige Handlung vorantreiben und verblüffend begeisternd sind. Grundlegend wichtige Elemente des blubbrigen Kopfschmerztabletten-Trip: das
                        Parfum Voltaire Nr. 6, rote Pünktchen auf der Stirn, eine metallene Gürtelschnalle die brutal auf einen bereits gebrochenen Nasenrücken kracht, die Vertrauensfrage, der bekackte Reiseplan, eine Schönheit mit Augen groß wie Tennisbälle, eine Familienpackung indisches Pfefferspray, die übel demolierte Fresse des total verblödeten Owen Wilson, auch bekannt als Reglementierungsnazi, eine vermisste Giftschlange die ganz sicher das Gemüt eines Hamsters hatte, Schläfi wird Papi, Luftwaffe Automative, der dazugehörige Introkurzfilm mit Natalie Portman (der leider fehlte), zwei schweizer Schreckschrauben...

                        Das kann man alles gnadenlos bescheuert oder angenehm witzig finden, wer kann das bei Wes Anderson schon orakeln? Meine Tageslaune wurde durch die trotteligen Dampfnasen jedenfalls ordentlich gepusht.

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                        • 5

                          der Film hat mich überhaupt nicht erreicht (und dass, wo ich Andersons Filme eigentlich liebe), einziger Lichtblick war Anjelica Huston in einer viel zu kleinen Rolle. Schade.

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                          • Ich bin ein wirklich wahnsinniger Fan von Wes Anderson habe all die Artbooks zu den Filmen und auch alle DVDs und Darjeeling Limited ist mein absoluter Favorit. Total schräg - unwirklich - lustig und ein echtes Familiendrama wie es in seinen Filmen immer der Fall ist. Die Schauspieler passen perfekt in ihre Rollen als drei Brüder und auch die Wahl von Anjelica Huston als Rabenmutter. Das der größte Teil nur im Zug spielt welcher sehr schön anzuschauen ist und nette kleine Nebengeschichten bietet, finde ich ist er passend zu Indien ausgewählt wie auch der Name welcher später zum Namen des gesamten Films wurde. Wes Anderson erzählt liebevoll und total skurril die Familiengeschichte, wie Peter, Francis und Jack miteinander umgehen, sich gegenseitig wieder näher kommen und sich untereinander behandeln.
                            Auch die Details, wie.B. Bill Murray einzubauen (ein muss bei einem Wes Anderson Film), die liebevoll gestalteten Koffer und die skurrilen Verbände von Owen Wilson. Für mich ein weiteres Meisterwerk von Wes Anderson welcher sehr schön anzuschauen, mitzufühlen und nachzuvollziehen ist.

                            • Etwas skurril - etwas schräg - eine Spur von Indien .....

                              • 5 .5

                                Fand meinen zweiten Anderson-Film nicht so toll (Moonrise Kingdom aber auch). Der Regisseur ist einfach nix für mich. Immer so pseudoskurile Familiengeschichten, das langweilt mich halt auf Dauer. Hier hätte der Ausflug nach Indien ruhig etwas kurzweiliger sein dürfen. So dümpelt der Film halt vor sich hin und es passiert wenig. Da sind einem die Hauptfiguren irgendwann nach der Hälfte der Geschichte, die ins Nichts führt, auch herzlich egal. Weiß jetzt nicht, ob ich noch einen Film von Anderson anschauen muss.

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                                • 7

                                  “I’d always wanted to make a movie on a train because I like the idea of a moving location. It goes forward as the story goes forward. […] I already set a movie on a boat.”
                                  --Wes Anderson

                                  Ich war von der Idee begeistert, ein Roadmovie von Wes Anderson zu sehen. Der Film bietet auch fast alles, was einen Wes Anderson ausmacht, nur die Handlung mit dem Selbstfindungstrip war vielleicht etwas zu "normal" für die Ansprüche, die man an diesen einzigartigen Regisseur hat.

                                  Vielleicht nicht sein bester Film, aber aufgrund seiner Skurrilität und Absurdität immer noch sehenswert.

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                                  • 6 .5

                                    Wes Anderson hat in diesem Film das gleiche Problem wie in all seinen anderen. Er scheitert an seinem eigenen Anspruch. Eigentlich hat der Streifen durchaus Potential, nur hätte man daraus deutlich mehr machen können. Insbesondere die Charaktere sind austauschbar, und eine Entwicklung in der Handlung findet im Prinzip nicht statt.
                                    Alles was passiert ist austauschbar, interessante zwischenmenschliche Interaktionen werden im Keim erstickt. Spätestens nach einer halben Stunde wird einem bewusst, dass der Film nicht mal ansatzweise das hält, was er zunächst verspricht. Es spricht zwar für Anderson, dass er sich dem konventionellen Kino entziehen will, dafür fehlt ihm aber leider einfach das Talent.

                                    • 5

                                      In aller Kürze: Anderson Nummer vier, zwei konnten mich begeistern, der hier nach "Moonrise Kingdom" aber leider wieder nicht. Andersons einmal mehr sehr deteilreiche und liebevolle Ausstattung erweist sich hier leider mehr denn je als riesige, schaumschlägerhafte, leere Hülle, die vor allen Dingen das allerhöchstens passable Drehbuch einfach nicht ausfüllen kann.

                                      Der Plot klang ja erneut recht vielversprechend - drei Brüder, die einander nicht über den Weg trauen, karren die Hinterlassenschaften ihres verstorbenen Vaters durch Indien auf der Suche nach spritueller Erfüllung. Und ihrer Mutter, die in einem Kloster lebt. Hindernisse, Abenteuer, Tragik, Komik und was da eben alles dazu gehört.

                                      Bedenkt man Andersons übliche optische Spielereien und seine stargespickten Casts (was genau ist an dem bemühten Prolog mit Bill Murray eigentlich so toll?), so ist es schon als ziemliche Ressourcenverschwendung zu bezeichnen, wenn man sich ansieht, wie konventionell "Darjeeling Limited" doch am Ende ist, eine relativ abgedroschene Selbstfindungstrip-Tragikomödie, die weder wirklich viel Humor, mit dem ich etwas hätte anfangen können, noch eine mitreißende Geschichte zu bieten hat. Stattdessen eben eine perlenkettenhafte Aneinanderreihung skurriler Situationen, die oft gerade genug Charme in sich tragen, um mir ein müdes Lächeln zu entlocken.

                                      Die Tragik wirkt hierbei - aber das war ja beim Schluss des sonst weitaus besseren "Grand Budapest Hotel" schon ähnlich - zweckmäßig übergestülpt, damit... ja, wozu eigentlich? Filme von Wes Anderson sehe ich persönlich mir mit der Erwartungshaltung an, formal streng gedrehten Werken von immenser Schrulligkeit zu begegnen, nur wenn er dann versucht, dem Ganzen etwas Tiefe zu geben, stellt sich nun abermals heraus, dass dies nicht unbedingt seine Stärke ist.

                                      Am Ende kümmerte ich mich absolut nicht mehr um die Charaktere, und das ist wohl nicht gerade der intendierte Effekt gewesen. Allerhöchstens war ich über den Anjelica-Huston-Charakter verwirrt und hielt es schon für einen misslungen-verkünstelten Handgriff der Drehbuchautoren, diesen Geschichtenstrang einfach offenzulassen, aber offensichtlich hatte ich da etwas missverstanden. Sei's drum, nach "Darjeeling Limited" fühlte ich mich nicht unbedingt schlechter, aber auch wirklich nicht besser - und bin ich oberflächlich, wenn ich von einem Wes-Anderson-Film erwarte, dass ich mich hinterher besser fühle?

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                                        werner-holt 12.03.2015, 00:49 Geändert 12.03.2015, 12:10

                                        Ich kann mit den Filmen von Wes Anderson nichts anfangen. Für mich ist Darjeeling Limited nichts weiter als eine Aneinanderreihung von Nichtigkeiten die irgendwie komisch skurril rüber kommen sollen, es aber nicht tun.
                                        Es werden drei Brüder gezeigt die offensichtlich aus einer zu reichen Familie kommen und daher nicht wissen was richtiges Leben ist. Denen dabei zuzusehen wie sie schrullig slapstick artig auf einem Selbsfindungstrip durch Indien stolpern ermüdet schnell und ist zu keiner Zeit witzig. Im Gegenteil die sind eigentlich nur erbärmlich aufgrund dessen das sie unfähig sind ihre Gefühle auszudrücken.

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                                        • 3 .5

                                          Schon lange habe ich befürchtet, dass ich irgendwann auf einen Film stosse, worin der praktisch nur aus belanglosen Dialogen bestehende Plot noch mehr nervt als Tarantino’s ‚Death Proof‘. Hier ist er nun: ‚Darjeeling Limited‘. Nach einer Viertel Stunde wird klar, dass es anstatt der Story ähnlich wie in ‚Death Proof‘ eine Art Road Movie Plot gibt, nur dass die Protagonisten überwiegend im Zug sitzen, anstatt im Auto oder an der Bar. Drei Brüder tauschen während der Fahrt mit der Darjeeling Limited Dialoge aus, die ungefähr so interessant sind wie ein Kaffeekränzchen im Altersheim. Wes Andersons Talent für absurde Geschichten und skurrile Situationen? Das wäre sicherlich interessant, aber hier präsentiert er nur einen schmerzhaften Haufen Belanglosigkeit und Langeweile.
                                          Ich hätte nicht gedacht, dass Adrien Brody (‚Der Pianist‘) in einem Film mitspielt, der noch schlechter ist als ‚Splice‘. Man wird doch immer eines Besseren belehrt.

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                                          • 5

                                            Das Problem mit "Darjeeling Limited" ist das gleiche wie mit den restlichen drei Filmen, die ich von Wes Anderson bisher gesehen habe. Seine Filme sind leider nicht nur optisch sehr artifiziell, sondern leider auch die darin vorkommenden Charaktere.
                                            Die kargen Emotionen und Empfindungen der Protagonisten wirken sehr stilisiert, wodurch ein Verstehen oder Nachvollziehen der Figuren nahezu unmöglich gemacht wird. Anderson wirkt wie der Puppenspieler des Arthouse - Films, der seine Figuren durch quietschbunte Dekors manövriert, aber deren Innenleben dabei so sträflichst vernachlässigt, bis der Film schlussendlich in der Belanglosigkeit versumpft.

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                                            • 6

                                              Ich schaute damals „Moonrise Kingdom“, ohne mich dafür zu interessieren, wer dahinter steckt. Nun lief „Darjeeling Limited“ über den Flimmerkasten und man fühlte sich umgehend an „Moonrise Kingdom“ erinnert. Die Handschrift Andersons ist absolut unverkannbar, aber natürlich auch immer ein Punkt, an dem sich die Geister scheiden. Die Story ist schnell erzählt und nimmt sich nicht all zu ernst, fast verkommt sie zu Beiwerk. Im Mittelpunkt steht deutlich das Verhältnis der drei Brüder untereinander. Die Besetzung tut dabei ihr Übriges, damit das Zusammenspiel wunderbar funktioniert. Typisch für Anderson liefert der Film schöne Bilder und herrlich absurde Szenen, aber auch wenn mir der Film sympathisch ist, will der Funke nicht so recht überspringen, aber wer einen leicht melancholischen feel-good-Film für den Sonntag Nachmittag braucht - zugegriffen!

                                              • 8 .5

                                                Kann mich meinem "Vorschreiber" anschliessen. Auch ich werde langsam aber sicher ein Fan von Wes Anderson. Grand Budapest Hotel war mein Erster und bisher Einziger von ihm. Obwohl auf den ersten Blick nicht viel dran ist, an dem kleinen Abenteuertrip quer durch Indien, hat mich Darjeeling Limited absolut geflasht.
                                                Die skurrile Story lässt Raum zur Interpretation und vermittelt trotz aller Tragik eine herzliche Leichtigkeit.
                                                Darjeeling Limited ist ein Film über den man stundenlang fachsimpeln kann, ohne jemals auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.

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                                                • 8 .5

                                                  Nach 'Moonrise Kingdom' und 'Grand Budapest Hotel' nun mein dritter Anderson Film und ich werde mehr und mehr zum Fan von diesem Mann, auch wenn 'Darjeeling Limited' für mich ein ganzes Stück hinter den beiden oben genannten Titeln bleibt.

                                                  Als ich 'Moonrise Kingdom' und 'Grand Budapest Hotel' sah, kam es mir jeweils so vor, als wäre ich in einer völlig anderen Welt. Im positivsten Sinne, wohlgemerkt. Das hat 'Darjeeling Limited' in dem Ausmaße leider nicht geschafft. Das liegt wohl daran, dass er einfach nicht so viel Tiefe hat wie die beiden anderen Titel, dennoch ein toller Film der mit seinen skurrilen Charakteren toll unterhält. Sogar Owen Wilson, den ich sonst absolut nicht ab kann, gefiel mir hier wirklich super!

                                                  Bin gespannt was mich in den anderen Wes Anderson Filmen noch so erwartet :)

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                                                  • 6 .5

                                                    "Darjeeling Limited" ist mein dritter Anderson nach "Moonrise Kingdom" und "Der fantastische Mr. Fox". Die fand ich beide großartig und dementsprechend hoch waren auch meine Erwartungen an den Film mit den drei Brüdern auf dem Selbstfindungstrip per Zug.

                                                    So richtig erfüllen konnte er diese Erwartungen nicht.
                                                    Anfangs bekommt man das, was man von Anderson gewohnt ist. Drei skurrile, toll ausgearbeitete Brüder, alle mit ihren eigenen Ticks, Macken und, wie könnte es bei Anderson anders sein, familiären Problemen. Auch die typische Anderson-Atmosphäre setzt sofort ein. Die knalligen Farben, die Symmetrie, der irgendwie "gebrauchte" Look der Kulissen und Requisiten, der tolle Soundtrack. Der Film ist optisch und akustisch gewohnt großartig.

                                                    Was mich allerdings weniger begeistern konnte, ist die Geschichte. Vielleicht liegt es an der generellen Thematik, aber so richtig packen konnte mich der Selbstfindungstrip nie. Dazu war die Geschichte einfach zu plätschernd, zu wenig dramatisch.
                                                    Dass sich die Handlung dann auch noch vom Zug entfernt und der Film damit die typische Farbenpracht und Symmetrie, eben diesen typische Anderson-Look verliert, macht das ganze nicht besser.

                                                    Insgesamt der bisher schwächste Anderson, den ich gesehen habe. Teilweise sehr schleppend erzählt, sehr undramatisch und im Vergleich mit den anderen Andersons auch überraschend unwitzig. Die tolle Optik, die super Besetzung und das Schauspiel der drei Hauptdarsteller machen den Film dennoch sehenswert.

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