Delicatessen - Kritik

Delicatessen

FR · 1991 · Laufzeit 99 Minuten · FSK 16 · Komödie, Science Fiction-Film, Drama · Kinostart
Du
  • 7 .5

    Jean Pierre – Jeunet ist ein Fall für sich. Seine Filme polarisieren. Der Eine kann damit nichts anfangen, wiederum Andere jubeln ihn in den Himmel.
    Bei mir sieht es mal so, mal so aus.
    „Die fabelhafte Welt der Amelie“ beispielsweise sagt mir nicht wirklich zu, „Micmacs“ und „Alien – Resurrection“ hingegen schon.
    So ging ich doch etwas zweifelnd an „Delicatessen“ heran.
    Hinter diesem Titel verbirgt sich eine verschroben – skurrile Dystopie, die dank der andersartigen Optik Interesse weckt.
    Die Story an sich ist genauso schräg wie simpel, handelt sie doch von einem ehemaligen Zirkusclown, der von einem Fleischer als Hausmeister eingestellt wird. Die Nahrung ist knapp, was auch die hohe Fluktuation an Hausmeistern erklärt…
    So weit, so schräg.
    Jean Pierre – Jeunet hält diese Linie auch bis zum Ende konsequent durch. Die doch etwas dünne Story kaschiert er mit reichlich obskuren Figuren, noch seltsameren Handlungen eben dieser und surrealistischen Sets.
    Das wirkt alles so dermaßen abgehoben, dass man sich über gar nichts mehr wundert. Die Franzosen sind eben anders, als sämtliche Filmemacher dieser Welt.
    Das beweist sich wieder einmal mit „Delicatessen“ der sicherlich seine Fans, als auch seine Feinde finden wird bzw. schon längst gefunden hat.
    Ich für meinen Teil bezeichne diesen Jeunet als gelungen, wenn auch nicht auf einer Höhe wie „MicMacs“.

    14
    • 9

      Dystopie in tristen Sepiafarben - wann und wo? Egal. Wer außer Jeunet packt schon eine atomare Endzeitstimmung in den Mikrokosmos Wohnhaus? Wo die Nahrungsknappheit zu Kannibalismus führt und die Veggie-Resistance im Untergrund lebt. Jeunets bildgewaltige Groteske verbindet einfallsreiche Ideen, geniale Montagen mit komischen Episoden und einem Stück Nostalgie - traumhaft surreal.

      7