Der blaue Engel - Kritik

Der blaue Engel

US/DE · 1930 · Laufzeit 99 Minuten · FSK 12 · Drama, Musikfilm · Kinostart
Du
  • 6 .5

    Ein Hoch auf die vorzügliche, expressionistische Optik und eine frivol-selbstbewusste Marlene Dietrich, die dank diesem Film zur Ikone wurde und anhand dessen in die Kinogeschichte eingebrannten Bilder stets wiedererkannt wird!

    Nicht so sehr auf gleicher Höhe: die unentschlossene Mixtur aus biederem Lausbuben-Lustspiel und plakativer (zumindest im Dialog schön deftig gestalteter) Milieustudie, inkl. mahnenden Moralfinger: 'Schuster, bleib bei deinen strengen, griesgrämigen Leisten und lass dich nicht auf das Nachtvolk ein, wird es dich doch mit seiner Gesellschafts-untauglichen Zwecklosigkeit, anders als der Beruf des Lehrers, gnadenlos zugrunde richten.'.

    Nun ja, zumindest gibt der Jannings darstellerisch insofern alles in seinem sozialen Abstieg als Professor/Lehrer, der von seiner naiven Liebe zu einer unkonventionell-freimütigen (und in der Konsequenz ehrlosen) Sängerin an der Nase herumgeführt wird und wortwörtlich zum dummen August verkommt. Ich denke mal, aus jener Zeit brauche ich aber auch nichts Anderes erwarten, als dass sowas tatsächlich ein positives Ende nehmen könnte - und weil DER BLAUE ENGEL von Anfang an ja einen eher ulkigeren Ton anschlagen will, sollte man das alles vielleicht nicht ganz so ernst nehmen.

    Schade bloß, dass er sich dennoch nur selten zur ausgelassenen Luftigkeit hinreißen lässt, selbst für damalige Verhältnisse etwas verschnarcht durch sein Geschehen geführt wird, wenn es nicht gerade wieder lautstarken Streit hinter der Showbühne gibt. Ich habe da wohl von so einem etablierten Klassiker etwas mehr erwartet. Was soll's, nächstes Mal klappt's bestimmt wieder besser.

    9
    • 8

      [...] „Der Blaue Engel“ ist so einfach gehalten und doch so vielsagend. Dabei gelingt ein beachtlich geschmeidiger Übergang von Komödie zu Drama. Ein kleines, unterhaltsames, musikalisches, lustiges, trauriges Goldstück, unter den deutschen Klassikern der Tonfilm-Startphase hinsichtlich Fritz Langs „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ etwas zu oft übersehen worden.

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