Der Hauptmann von Köpenick - Kritik

Der Hauptmann von Köpenick

DE · 1956 · Laufzeit 93 Minuten · FSK 12 · Komödie, Drama · Kinostart
Du
  • 7

    Ein wunderbares Kammerspiel. Mit einem wunderbaren Heinz Rühmann.

    Wir haben damals den Stoff von Zuckmayer in der Schule sorgfältig durchgenommen und analysiert. Dann kamen die beiden Filme an der Reihe. Als erstes schauten wir die 1956er Version und anschließend die 1997er.

    Mir gefiel die Kunst von Rühmann viel besser als die von Harald Juhnke. Letztgenannter machte es freilich auch nicht schlecht. Aber bei Heinz Rühmann konnte ich deutlich mehr Gefühl verspüren.

    Vom aussätzigen Ex Sträfling der in den bürokratischen Teufelskreis gerät, veranlasst es den Protagonisten dazu sich kriminell in die Gesellschaft einzugliedern. Eine tragische Geschichte die mit einem feinen Sinn für Humor daher kommt.

    Toller Film. Kann man nicht anders sagen.

    7
    • 5 .5

      wegen der guten bewertungen/kommentaren, hab ich mir den gestern (für nur 2,99 in der zeitschrift SUPERillu ausgabe 46 geholt..................hat mir jetzt nicht so gefallen(wahrscheinlich wegen dem dialekt) hat aber noch ne chance verdient, am besten mittags ;-)

      1
      • 8
        smartbo 03.10.2015, 11:55 Geändert 03.10.2015, 11:57

        Bin kein Freund deutscher Filmproduktionen. Dieser ältere Film von Helmut Käutner aus dem Jahr 1956 stellt allerdings eine Ausnahme dar. Habe den schon mehrmals gesehen und jedesmal kann ich mich köstlich amüsieren. Mit viel Ironie und Sarkasmus wird der blinde Obrigkeitsgehorsam auf die Schippe genommen. Von daher ist der Film auch heute noch aktuell. Heinz Rühmann hat schon viele schlechte Rollen gespielt. In diesem Film legt er jedoch eine exzellente Performance hin. Die Handlung ist witzig und unterhaltsam. Kein Reißer, dennoch keine Sekunde langweilig.

        Man sollte sich nicht davon abschrecken lassen, dass es ein alter deutscher Film ist. Action und Spannung pur biete der Film ebenfalls nicht. Dennoch: ich kann den Film in jedem Fall als sehenswert empfehlen.

        • 7
          Deusfantasy 30.06.2015, 13:12 Geändert 11.09.2016, 16:27

          "Der Hauptmann von Köpenick" wirkt durch seine Machart und seine mangelnde Farbqualität aus heutiger Sicht sicher etwas altbacken. Auch der authentische Berliner Dialekt ist reichlich gewöhnungsbedürftig und mitunter sogar anstrengend. Doch trotz dieser Nachteile, ist der Film aufgrund seiner irrsinnig witzigen Geschichte, rund um die eigentlich sehr tragische Figur des Wilhelm Voigt, äußerst unterhaltsam.

          2
          • 7 .5

            Auch wen die legendäre Geschichte des Wilhelm Voigt alias der Hauptmann von Köpenick mehr als zehnmal Verfilmt wurde so ist die von Helmut Käutner nicht nur die Bekannteste sondern auch die Beste.
            Mal abgesehen das dieser Film eine herrlich Satire auf die Bürokratie und den Militarismus im alten Preußens ist, so bietet Heinz Rühmann in seiner Rolle als Hauptmann von Köpenick eine herausragende Leistung die man nicht so schnell vergisst.
            Rühmann gelingt es einfach perfekt die Komik aber auch Tragik des Wilhelm Voigt zu zeigen und dem Film so Tiefgang zu verleihen.
            Alles in allem ein Film den man sich immer wieder ansehen kann ohne das er langweilig wird.

            13
            • 8

              Einer der ganz großen Klassiker, die kritisch-humorvoll den unbedingten Gehorsam und das Kriechen vor der Obrigkeit im Deutschen Kaiserreich karikariert. Ich finde, dem lässt sich auch heute noch durchaus einiges an Aktualität abgewinnen.
              Neben der braven Kostümfilminszenierung mit passgerechter Vertonung begeistert der Film vor allem durch seine authentische Berliner Mundart, die in jeder Pore steckt und dem Film so zu seinem großartigem ehrlichen wie bittersüßen Humor beschwingt.

              3
              • 8

                Ach ja – als deutsche Komödien noch gut und vor allem lustig waren. Als deutsche Komödien noch nicht nach einem 08/15 Schema abliefen. Und als das deutsche Kino noch Wortwitz und wirkliche Ausnahmekönner zu bieten hatte.

                "Ich leg keinen Wert auf öffentliche Ehrung..." - "Das ehrt Sie.“

                Heinz Rühmann verleiht seinem Hauptmann (naja, den Hauptmann spielt er ja nur im letzten Viertel) eine geniale Mischung aus Witz, Ernst, Kritik und menschlichem Charme. Überhaupt haftet dem Film eine so lockere Grundstimmung an, die, gepaart mit dem Berliner Dialekt, für eine durchgehende Heiterkeit sorgt und Kritik an der Bürokratie und dem Militarismus mit einem breiten Grinsen serviert.

                “Noch een Wort und ick hau dir aufn Dez, dass de durch die Rippen kiekst wie'n Affe ausm Käfig“

                Allein schon wegen Rühmann mehr als sehenswert.

                9
                • 7

                  ***Wat haste jemacht mit dein Leben, Wilhelm?***

                  Wilhelm Vogt, meisterhaft mit viel Charme und Herz von Heinz Rühmann verkörpert,
                  hat in seinem Leben nichts erreicht und nichts aus sich gemacht.
                  Da versucht er in der Hauptstadt einen Pass zu bekommen, um arbeiten zu können.
                  Im Ausland war er zuvor. Dort ging’s ihm recht gut. Verlernt hat er es aber dort, wie
                  ein deutscher Bürger zu leben. Die Muttersprache blieb ihm nur noch.
                  Da er nicht, wie die meisten anderen Bürger in Köpenick gedient hat und auch noch vorbestraft ist, bekommt er seinen Pass nicht. Er wird auch zudem bei jeder Arbeitsstelle abgewiesen.
                  Zuerst muss er Mensch werden, um arbeiten zu können. Doch wohin er auch geht, er muss ständig vorweisen, dass er gedient habe. Ohne das ist man kein ehrlicher Mensch, denn der beginnt erst ab dem Leutnant, heißt es.
                  Und so streift der arme Wilhelm mit gebücktem Haupt durch die Straßen von Köpenick.
                  Überall Militär, überall wird salutiert, marschiert und still gestanden. Der Militarismus zur damaligen Zeit des deutschen Kaiserreiches hat sich in der ganzen Stadt ausgebreitet und beherrscht den Mensch in seinem Alltagsleben. Wohin Voigt auch geht, er sieht nichts anderes als das.
                  Regisseur Helmut Käutner verwandelte Carl Zuckmayer’s „Der Hauptmann von Köpenick“ in eine ausgezeichnete, gesellschaftlich, satirische Tragikomödie. Er gestaltete eine sehr gute Szenerie aus dem Jahr 1906, fängt mit Hilfe der sehr überzeugenden Kameraarbeit von Albert Benitz eine sehr ausgefeilte Atmosphäre ein, die uns sofort in den Bann zieht.
                  Dies geschieht dazu freilich noch mit Rühmann’s tiefgreifender Interpretation des Wilhelm Voigt. Er möchte sich so gern integrieren, aber vergebens sind seine Mühen. Und wenn keine Besserung in Sicht ist? Kleider machen nun bekanntlich Leute. Doch findet er gerade rechtzeitig die passende Uniform, um sich selbst zu verwandeln und kann dadurch die Gesellschaft austricksen.
                  Plötzlich ist alles nur noch Magie. Aus einer Bahnhofstoilette, einem sehr stinkenden, dunklen ergraunten Ort, tritt er hinaus in die Öffentlichkeit, ins Licht, um es ihnen allen zu beweisen, um sie vorzuführen. Jetzt tanzt alles nach seiner Pfeife. Jetzt hört ihm die Welt zu. Denn Befehl ist, Befehl. Es wird nicht nach der Ursache gefragt, denn es ist einfach so: Wilhelm Voigt ist der Hauptmann von Köpenick. Dann wird nur noch gerührt, wenn er es sagt. Dann wird dort hingegangen, wohin er sagt, dann wird das Gewehr angelegt, wann er es sagt.
                  In diesen letzten zwanzig Minuten des Filmes führt Rühmann meisterhaft seine Verzauberung durch. Hier beweist er Mut, Geschick und Durchsetzungsvermögen auf witzige Art und Weise. Seine Ausweglosigkeit kompensiert er mit Entschlossenheit, als gäbe es kein Morgen mehr. Doch morgen kennt ihn ganz Berlin und bald auch schon die Welt.
                  Ich sage danke an Heinz Rühmann für diese meisterhafte Vorstellung. Das Herz, das du in diese Figur reingesteckt hast, übertrug auch sich auf mich. Ich bin mehr als gerührt, von dem was du da abgeliefert hast. Deine Augen haben innerlich gefunkelt, weil das Unterbewusstsein deiner Figur vorher schon wusste, dass du im Rampenlicht stehen wirst. Und so habe ich es dir auch gegönnt. Damit hast du für mich bewiesen, dass du einfach einer der besten Schauspieler Deutschland warst, bist und vielleicht auch bleibst.
                  „Na also“ hast du immer als Hauptmann gesagt. Es klappt doch. Not macht eben erfinderisch.

                  6
                  • 7

                    Auch wenn der eigentliche Hauptteil des "Hauptmann von Köpenick", also die Amtsanmaßung, im Vergleich zum kompletten Film recht kurz ausfällt, zücke ich mal die Karte mit den 7 Punkten. Auch wenn ich lange etwas weniger geben wollte, weil ich eben eine längere Passage des An-der-Nase-Herumführens gewünscht hätte.
                    Da sieht man mal wieder, wie sich Obrigkeitshörigkeit auswirken kann - wenngleich ich auch eben jene Obrigkeitshörigkeit richtig und wichtig finde, erst recht in heutigen Zeiten, wenn einige moralische Grundsätze auf der Strecke bleiben.
                    Aber der Hochstapler zeigt auch, wie man sich diesen Wesenszug zu eigen machen kann, im schlimmsten Falle auch zu negativen Taten.
                    Eigentlich geht es ja nur um ein kleines Licht, den kleinen Mann (Rühmann), der keinen Pass hat und keine Arbeit findet, eben weil er sich nicht ausweisen kann und im Zuchthaus saß. Als ehrlicher Bürger will er sich nun in die Gesellschaft einarbeiten, aber ihm wird keine Möglichkeit dazu gegeben. Auch wieder "der Form wegen". Starre Bürokratie und Vorschriften versetzen ihm einen schweren Schlag und als er sieht, wie auch sein Schwager trotz Versprechungen übergangen wird, fasst er einen Entschluss...
                    Mit dem angeeigneten Wissen aus den Jahren hinter Gittern wird Rühmann der "Hauptmann von Köpenick" und eine gefeierte Medien-Figur.

                    Der Film lebt von seinem altmodischen Charme und Heinz Rühmann, ansonsten würde so ein Film heutzutage gar nichts mehr hermachen. Auch wenn die wahre Geschichte dahinter so geschaffen für Medien wie Verfilmungen oder Literatur ist.
                    Eher ein Streifen für Nostalgiker. Ein wenig zäh, dafür aber auch nur 90 Minuten lang.

                    5
                    • 6 .5

                      Das Buch war Pflichtlektüre in der Schule. Und man, was fand ich das lustig, mit fiesem Dialekt zu sprechen. Dann kam der Film. Klar, der ist altbacken und "sowas wird heute ja gar nicht mehr gedreht" irgendwie laaangsam aber so wurde damals halt inszeniert.

                      Was sagt man über Rühmann: Ich weiß nicht, ob er ein guter Schauspieler war. Aber ich hab ihn mir irgendwie immer gern angeguckt, egal ob als Hauptmann oder in den typischen Komödien oder als liebender Vater. Der Rühmann ist halt so ein Kumpeltyp gewesen, den jeder gern als Freund oder Vati gehabt hätte.

                      Das Problem bei diesem Film ist aber eben, dass man sowas heute kaum noch irgendwem nahe legen kann. Ich glaube, dass man diesen Film erst als Erwachsener wirklich zu schätzen weiß und ich bitte euch darum, mich hier nicht zwangsläufig wörtlich zu nehmen. Es gibt sicher auch "Kinder", die den Film mögen aber dank vorgekauter Low-Story-Effekt-Gewitter hat so ein Film es sicherlich schwer noch so anzukommen.

                      • 10

                        Wenn ich 20 Punkte geben könnte, ich würde es ohne zu zögern tun! Heinz Rühmann in seiner absoluten Paraderolle. Er kommt komplett authentisch rüber und man hat das Gefühl er spielt nicht, er lebt es! Großartig!!! Das war noch ganz großes deutsches Kino und nicht so ein Müll wie er in den letzten Jahren oft produziert wird. "Der Hauptmann von Köpenick" ironisiert prächtig, die Darsteller sind definitiv perfekt, die Story macht was her und es herrscht eine absolut beeindruckende, stimmige Atmosphäre, die immer wieder durch amüsante Szenen aufgelockert wird. Ich habe Hochachtung vor allen Beteiligten diesen Meisterwerks!

                        3
                        • 7

                          Ich bin kein Rühmann Fan......., aber hier ist er wirklich gut und sehenswert.

                          • 6

                            Harmlose Umsetzung. Es gibt über das Thema auch einen Film, der kurz vor der Machtergreifung der Nazis gedreht wurde und einiges mehr an sozialer Schärfe hat.

                            • 7

                              Auch wenn der eigentliche "Hauptmann von Köpenick" im wahren Leben etwas weniger rühmliche Absichten hegte, so wird hier jedoch eine wunderschöne Geschichte erzählt, die an den Wert eines Menschen erinnert und zugleich überspitzt aufzeigt, wie machtlos ein Individuum ist, wenn Vater Staat seine bürokratischen Geschütze auffährt.
                              Neben Heinz Rühmann gefiel mir vor allem Walter Giller recht gut, der sich zwar nicht ein einziges Wörtchen entlocken ließ, geschweige denn einen Laut von sich gab.

                              4
                              • 6 .5

                                Einfach nur ein Klassiker den man gesehen haben sollte. Leider ist der Sound nicht so das wahre...

                                • 8

                                  Ich bin ja eigendlich der Typ der zu jedem Film etwas mehr schreibt, aber hier weiß ich nicht was ich schreiben soll. Ich glaube hier reicht Total Humorvoll als ausreichende bezeichnung.

                                  • 10

                                    unvergeßlich - einmalig - +10 Bonuspunkte

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                                    • 2

                                      Wer das Buch schon nicht mochte, mag den Film dann wohl auch nicht.

                                      • 6 .5

                                        30 Jahre Fussmatte. Ikonografische Rolle für Rühmann in einem etwas überschätzten Klassiker