Der Mondmann - Kritik

Man on the Moon

US · 1999 · Laufzeit 118 Minuten · FSK 12 · Drama, Komödie · Kinostart
Du
  • 8 .5
    smartbo 13.11.2018, 15:03 Geändert 13.11.2018, 19:36

    Der Film bietet eine gelungene Mischung aus Drama und Humor und schildert das kurze Leben des genialen Anarcho-Komikers Andy Kaufman, der mit 35 Jahren an Krebs verstarb. Es ist jedoch keineswegs eine lupenreine Komödie, sondern eher ein melancholisches Drama, das vor allem mit einer exzellenten Charakterstudie glänzt. Wer also primär einen schenkelklopfenden Stammtischhumor oder ein Feuerwerk an Kalauern erwartet, für den wird der Film womöglich mit einer Enttäuschung enden.

    Die Charakterzeichnung ist im Film exzellent ausgearbeitet. Wenn man sich die Figur Kaufmanns genauer anschaut, dann kann man unschwer erkennen, dass er in seinem tiefsten Inneren eigentlich nicht komisch war, sondern sehr sensibel und die Komik nur als Vehikel nutzte, um aufzufallen und Anerkennung zu erlangen. Dies im Film darzustellen, gelingt Jim Carrey in der Rolle Kaumans großartig. Schauspielerisch wächst er regelrecht über sich hinaus und zeigt eine brillante und authentische Performance. Seine Leistung ist so glaubwürdig, dass man beinahe vom Schauspiel nicht mehr sprechen kann. Vielmehr ist Jim Carrey im Film Andy Kaufmann ! Top Leistung, die begeistert. Und auch der übrige Cast mit Danny de Vito, Paul Giamatti usw. ist zweifelsfrei gut.

    Atmosphärisch weiß der Film zu überzeugen. So hat mir die ambivalente Grundstimmung des Filmes ausgezeichnet gefallen, die dezent zwischen komödiantischen Akzenten auf der einen Seite und subtiler Tragik auf der anderen schwankt. Das ist inszenatorisch von Milos Forman großartig gemacht. Der Score, angereichert mit Songs der Band R.E.M., ist stimmig und rundet schlussendlich den sehr guten Eindruck ab. Der Original-Filmtitel „The man on the Moon“ leitet sich ab von dem R.E.M.-Song, den die Band Andy Kaufman gewidmet hat. Die Übersetzung in den deutschen Titel „Der Mondmann“ finde ich mißlungen. So bin ich auch bei diesem Film der Meinung, dass man die englischen Original-Titel immer unverändert belassen sollte.

    Fazit: man muss nicht unbedingt das Leben des US-Komikers Andy Kaufman kennen, um den Film gut zu finden. Mich hat er auch so in seinen Bann gezogen und am Filmende auch noch emotional berührt. Es ist kein 08/15-Film, sondern stellt ein durchaus anspruchsvolles Filmerlebnis besonderer Art dar. TOP. Meine Empfehlung. Ein Film, den man sich immer wieder gerne anschauen möchte.

    Vielen Dank @Robomaus für den sehenswerten und tollen Tipp.

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    • 8
      RoboMaus 12.11.2018, 08:16 Geändert 13.11.2018, 11:29

      Ein grandioser Jim Carrey mimt den genialen Ausnahme-Komiker Andy Kaufman, der ab den mittleren 70ern einem breiten Publikum bekannt wurde und bereits 1984 tragisch verstarb. Sein Markenzeichen waren wohldurchdachte Gags und Situationskomik, die weit über das bloße Witze-Erzählen hinausgingen. Er liebte es, das Publikum an der Nase herumzuführen, häufig auch vor den Kopf zu stoßen, und erfundene Situationen so zu präsentieren, als ob sie real wären. Man wusste bei ihm oft nicht, was gespielt und was ernst ist - das ging so weit, dass manche seiner Gags als solche nicht zu erkennen waren, oder erst mit der Aufdeckung lange nach der Show. Er war auch der erste(?) Comedian, der mit einem Zweitcharakter auftrat, so gut verkleidet, dass Kaufman darin nicht zu erkennen war. Damit führte er anfangs sein Management an der Nase herum.....

      All das wird überzeugend von Carrey verkörpert, der auch etliche der besten Kaufman-Szenen nachspielt, welche ihre brettstarke Wirkung nicht verfehlen. 'Der Mondmann' (1999) wird damit zu einem äußerst gelungenen Mix aus Comedy und Kaufman-Biopic, das besonders gut herausstellt, wie er die Rolle des Schelms auslebte, auch im privaten Bereich. Selbst sein Manager (Danny de Vito) und seine Partnerin (Courtney Love) konnten sich seiner Absichten nie sicher sein.

      Das Verwirrspiel war so perfekt, dass anfangs niemand die Nachricht von seiner Lungenkrebserkrankung glaubte, denn es sah nach einem typischen Kaufman-Gag aus: er, der nie rauchte, wird früh von dieser Krankheit niedergestreckt und inszeniert damit seinen eigenen Tod. Doch das Ende rührt zu Tränen: er starb wirklich und hinterließ mit nur 35 Jahren das Erbe des Wegbereiters moderner Comedy-Shows.

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      • 8
        Botwin 02.08.2018, 09:54 Geändert 02.08.2018, 20:27

        Wow...ganz großes Kino, Jim Carrey mit einer absoluten Weltklasse Leistung verkörpert den Meister seines Faches Andy Kaufman. Einfach Grandios! Top Schauspielleistung von Ulknudel Jim Carrey!

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        • 8 .5

          Gewohntes Terrain für Regisseur Milos Forman: nach der erstklassigen Biographie „Larry Flynt“ verfilmt er hier ein weiteres Mal das Leben eines Sonderlings und nimmt sogar die weibliche Hauptrolle Courtney Love mit. Auch beim Erzählen macht er es ähnlich wie beim letzten Mal: er portraitiert seine Figur deutlich und mit allen positiven und negativen Seiten und überläßt es dem Zuschauer sich ein Urteil darüber zu bilden. Das fällt hierbei allerdings nicht leicht: Andy Kaufmann war wohl ein Mensch der Zeit seines Lebens mißverstanden wurde – und auch der Film kann nicht alles was Andy tut wirklich erklären. Trotzdem schafft es Grimassenkönig Jim Carrey in seiner zweiten Dramenrolle nach der „Truman Show“ den komplexen Charakter oscarreif zu verkörpern: auf der Bühne darf er sich nach Herzenslust austoben und ausleben wobei er als einzige Begründung für all die verrückten Aktionen Andys nur die Erklärung findet daß dieser will daß das Publikum „eine Erfahrung macht“, abseits davon verkörpert Carrey Kaufmann zunächst als verklemmten Sonderling und dann als herzerwärmend sensible Seele, im letzten Stück dann als tragisch Todkranken. Es gibt eine Menge zu lachen (wenn auch Kaufmans Auftritte als pöbelnder Tony Clifton ziemlich nerven), trotzdem ist das ganze unterm Strich ein Drama, eine möglichst neutrale Sicht auf einen komischen Kauz den nie einer kapiert hat – und den ein viel zu hartes Schicksal traf.Fazit: Sensible Künstlerbiographie mit Witz und schmerzhaftem Ende in dem sich Jim Carrey die Seele aus dem Leib spielen kann!

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            “You don't know the real me.” – “There isn't a real you.”

            Auch wenn Der Mondmann auf recht klassische Art den typischen Mechanismen filmbiografischen Erzählens nachstellt, gelingt es ihm aufgrund seiner anarchischen Hauptfigur von Beginn an für Brüche zu sorgen. Bereits im Vorspann wird das deutlich und auch wenn im weiteren Verlauf gewissenhaft prägende Erlebnisse und entscheidende Lebensabschnitte abgeklappert werden, bleibt dazwischen immer ausreichend Platz für Kaufman selbst. Milos Forman scheut sich nicht davor, wieder und wieder minutenlang dessen Auftritte zu zeigen. Denn der echte Kaufman ist eben genau das, seine Erscheinung auf der Bühne und nicht seine Gestalt abseits davon. Jim Carrey geht indes vollends in seiner Rolle auf und schafft es der vordergründig klamaukigen Figur zu wahrer Tragik zu verhelfen. Sachte entblättert er Schicht um Schicht und immer wenn man meint, den wahren Kaufman endlich vor sich zu haben, entpuppt sich dieses Abbild doch nur als Rolle, als Farce. So ist Der Mondmann vor allem die Geschichte eines Mannes, der zwischen seinen Alter Egos selbst gänzlich verschwindet. Eine Psychologisierung der Figur bleibt dabei aus, kann erst gar nicht stattfinden, weil Kaufman keine Freistellen lässt, an denen man den Hebel ansetzen könnte. Das ist gleichzeitig eine Schwäche wie auch die größte Stärke des Films.

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            • 8

              [...] Bis wir an diesen Punkt gelangen, erweist sich Der Mondmann als hervorragendes, aber niemals altbackenes Erzählkino. Den traditionellen Erzählprinzipien der Leinwand-Biographie durchaus zugewandt, gelingt es Milos Forman dennoch, seinen Stoff niemals als steifes, lexikalisches Abklappern von Fakten und Lebensstationen zu verkaufen. Was letztlich vermutlich schon in der Natur der Sache begraben liegt, erweist sich Andy Kaufman doch als eines der letzten großen Mysterien innerhalb einer Branche, die sich so gläsern gibt, dass Geheimnisse, Spekulationen und Mutmaßungen hier überhaupt keinen Platz mehr für sich beanspruchen können. Oder beanspruchen dürfen. Das Unerklärliche, welches immer im Programm von Andy Kaufman mitschwingen sollte, ebenso wie das Unerwartete, ist ein Reiz, den Kaufman verstand, erfolgreich als Marke zu verkaufen. Ob es seinem Publikum letztlich gefallen hat, sei dahingestellt. Herausfordert allerdings wurde es nach Strich und Faden.

              Legendäre Auftritte von Kaufman, wie zum Beispiel seine Wrestling-Kämpfe gegen Frauen, komplette Buchvorlesungen auf der Bühne oder Wiederbelebungen von Damen älteren Semesters, die während seiner Darbietungen an Herzversagen zusammenklappen, mögen ihren künstlerischen Wert erst einmal verschließen, Der Mondmann allerdings erweist sich als Appell an die Freiheit der Kunst und findet im Anti-Humor des Andy Kaufman eine zutiefst subversive Vision, die Mechanismen der Unterhaltungsmaschinerie gegen den Strich zu bürsten. Andy Kaufman vertrieb sein Publikum aus der eigenen Berieselungskomfortzone. Er hielt seinem Publikum den Spiegel vor, erzwang Reaktionen, nötigt sie zum Handeln. Das muss man nicht befürworten, Andy Kaufman war, ist und wird immer gewöhnungsbedürftig sein, ihn und sein Schaffen jedoch als hirnrissige Zuschauerverachtung darzustellen, ist ein fehlgeleiteter Ansatz.

              Glücklicherweise arbeitet sich Der Mondmann nicht daran ab, das Mysterium Andy Kaufman zu entschlüsseln. Psychologisierungen verlaufen subtil und zurückhaltend, man merkt Milos Forman durchaus an, dass sein Respekt vor der Vorlagen-gebenden Persönlichkeit immens war. Der Mondmann gesteht seiner Hauptfigur jedwede Ambivalenzen zu, er scheut sich nicht davor, die inneren Dämonen des Andy Kaufman anzusprechen, gibt dem Charakter aber den nötigen Freiraum, den dieser braucht, um sich und seine Eigenarten vollends zu entfalten. Und dort kommen wir wieder auf Jim Carrey zu sprechen, seinerzeit im Abgrund des Method Acting versunken. Seine Darstellung gehört, zweifelsohne, zu den besten Darstellungen seiner Karriere sowie den eindrucksvollsten Performances der 1990er Jahre. Mit welcher Pointierung Carrey es gelingt, vollends hinter Andy Kaufman zu verschwinden, mit ihm zu verschmelzen, und seinen Facettenreichtum zu wahren. Imponierend und berührend. [...]

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              • 8

                Andy Kaufman war mir keinerlei Begriff, bevor ich diesen Film über den vielleicht spannendsten Performance-Künstler aller Zeiten sah. Jim Carrey spielt sein selbsternanntes Vorbild in diesem Film über das Leben eines Mannes, der die Grenzen zwischen Genie und Wahnsinn ausdehnte wie kaum ein Anderer. Carrey spielt den Künstler so authentisch, dass es nicht überrascht, dass einige Fans glauben, Jim Carrey wäre Andy Kaufman, der nicht dem Tod, sondern plastischer Chirurgie zum Opfer gefallen sei.
                Man on the Moon regt an, sich intensiver mit dem Mann zu beschäftigen, dessen wahres Wesen vielleicht nur er selbst kannte. Gelungen präsentiert der Film dem Zuschauer die Meilensteine in Kaufmans Leben, die verstörend und faszinierend zugleich sind. Fremdscham weicht häufig Bewunderung für einen Menschen, der sein Leben vollkommen seinen Kunstfiguren hingibt und seinem Publikum die Absurdität des Lebens vorführt, indem er sie selbst vorlebt. So kontrovers in seinen Aktionen, dass man die Verschwörungstheorie, Andy Kaufman wäre Donald Trump, fast schon glaubt. Gesagt hätte es uns Präsident Kaufman zumindest bis jetzt noch nicht.

                Reviews: https://letterboxd.com/DerFilmBlog/

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                • 7 .5

                  Milos Forman inszenierte mit “Man on the moon“ ein sehr guter Film über den umstrittenen Komiker Andy Kaufman. Der “Einer flog über das Kuckucksnest“ Regisseur setzt nicht nur auf Ernsthaftigkeit und gibt den Film eine Menge Humor. Jim Carrey ist natürlich die perfekte Besetzung und spielt Andy Kaufman perfekt.
                  Wenn er die Mimik von Tony Clifton annimmt dann bleibt kein Auge trocken. Aber auch die anderen Darsteller sowie Danny DeVito (Einer flog über das Kuckucksnest), Paul Giamatti (Straight Outta Compton) und Jerrey Lawler(WWE-Legende) spielen sehr gut.
                  Eine witzige Biografie Verfilmung in dem Jim Carrey seine eigene Version zeigt und er es vielleicht besser und lustiger gemacht hat als es Andy Kaufman selbst.

                  Sehenswert.

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                  • 7 .5
                    WithOpenEyez 26.03.2017, 22:42 Geändert 29.10.2017, 01:07

                    Ich kenne Andy Kaufman nicht, und bin auch froh, dass es sich beim "Mondmann" nur um einen Film über das Leben und Handeln des gelinde gesagt verrückten Komikers handelt und nicht nicht um eine Show von ihm. Dann wäre das kein gelungener, sehenswerter Film geworden. Ist es aber, auch dank einem toll aufspielenden Jim Carrey. Am Ende des Films weiß ich zwar wie Andy Kaufman drauf war, aber nicht, wer er wirklich war. Er mochte irre gewesen sein, Aufmerksamkeits Junkie, verzweifelt, hyper intelligent und deshalb trotz allem was er tat regelmäßig erfolgreich. Vielleicht wusste er aber auch selber nicht wer er wirklich ist, im Showbusiness verschwimmen diese Grenzen halt schnell.

                    "I'm not funny. Goodbye."

                    Wenn ein Film mit den End Credits anfängt, muss irgendwas schief gelaufen sein. Oder es handelt sich um Absicht. Passt jedenfalls wunderbar zum Kaufman'schen Humor. "Wow, you're still here. I did that to get rid of the folks who just wouldn't understand me and wouldn't wanna try. Actually the movie is really great." Andy war am Anfang seiner Karriere so erfolgreich wie damals als Kind, wo er sich alleine im Zimmer vorstellte, er hätte ein imaginäres Publikum, das natürlich nicht da war. Und bezahlt wurde er auch nicht - also bis dahin quasi kein Fortschritt, bis auf das Erwachsen geworden sein. Eigenwahrnehmung: "I'm not like everybody else." Definitiv. Fremdwahrnehmung: "You're insane, but you might also be brillant." Klar will ein Quergänger und Freak wie Kaufman in keiner verhassten Sitcom mitspielen. Nur um das machen zu können was er will, um sich einen Namen zu machen, muss er erstmal einen Ruf kreieren und Erfahrungen sammeln. Dass er mit seinen wirren Bedingungen durchkam faszinierte. Einerseits verarschte er die Leute, andererseits war das auch peinlich und irgendwie zum fremdschämen. Aber Kaufman war einzigartig und innovativ und scheinbar ohne Scheu. Die Figur Andy Kaufman, zumindest wie sie von Jim Carrey toll gespielt wurde, war einfach faszinierend anzusehen - was den Film auf jeden Fall sehr unterhaltsam macht, auch wenn ich mit der Figur selber kaum was anfangen kann. Durch seine gestellten und extremen Situationen, die Zuschauerverarsche, gab es für mich auch einen schönen Einblick hinter die Kulissen und ins manpulierte, menschliche Verhalten. Das Klatschpublikum will halt ihren Stoff haben, so gibt man es ihnen.

                    Es scheint für den Normalbürger völlig absurd, wie jemand der alles haben könnte, sich so sperrig und zickig verhält, dass er das alles gefährdet und viele Leute gegen sich aufbringt. Was ihm natürlich wiederum Aufmerksamkeit bringt und somit Kasse, aber es ginge halt auch stressfreier. "So you just pretend to be an asshole" - "that's what I'm good at." Schon schön, nur sollten mMn Medienfiguren nicht einfach machen dürfen was sie wollen, nur weil sie das als Unterhaltung abstempeln. "Is it an act or are just addicted to causing trouble?" Ich denke, am Ende war so viel inszeniert, aber auch spontan und doch auch gewollt, dass man das gar nicht mehr so richtig auseinander dividieren kann. Ist dem Publikum auch egal, so lange es nicht merkt, dass die Show eine Show ist, geht es halt drauf ab. Andy war denke ich brillant, hat einfach sein Ding gemacht, ob man das jetzt zu extrem findet, super lustig, oder überhaupt nicht komisch, ist halt Geschmackssache. "Man On The Moon" ist ein unterhaltsamer, manchmal lustiger, interessanter, teils das Showbiz entlarvender Film über einen einzigartigen Komiker. Durchgehend schön wegschaubar und ohne Längen, was mich selber verwundert hat, weil ich eben kein Fan von Kaufman bin. Aber das was seine Figur auslöste, quasi das Sozialexperiment, die menschliche Reaktionen die er gekonnt hervorrief, haben viel für mein Gefallen beigetragen. Und ich mag Filme über Menschen. Dazu muss ich nicht mal Fan sein, so lange ich den Menschen in und hinter der Figur spannend finde. Allerdings mit 35 zu sterben ist hart. Vielleicht lebt Andy aber auch noch zusammen mit Elvis, Tupac und Falco irgendwo auf einer einsamen Insel. Am geilsten wäre, ich lese nur aus wiki vor, wenn Andy Kaufman in Wahrheit als Donald Trump agieren würde. Nach dem Sehen des Films kann ich nur sagen: gab's alles früher schon mal.

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                    • 10

                      immer wieder schön anzuschauen...

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                      • 8

                        Jim Carrey und Miloš Forman, das bedeutet im Fall von "Der Mondmann" eine beeindruckende Symbiose: witzig, unvorhersehbar, klug, gefühlvoll. So wie die Titelfigur des Entertainers Andy Kaufman zu Lebzeiten den Begriff der "Unterhaltung" in ganz neue Bahnen lenkte, reißen auch Forman und Kaufman-Darsteller Carrey die Konventionen ihres Mediums Kino aus den Angeln. Demzufolge beginnt diese Biographie gleichmal mit dem Abspann, der sich allerdings als Prolog entpuppt. Dem ist aber nicht genug, so wird gleich ein zweiter Prolog hinterher geworfen. Jim Carrey nutzt von da an sein ganzes Repertoire an mimischen Abstrusitäten, um ein Bild des Komödianten Kaufman zu zeichnen, der gar kein Komödiant als solcher sein wollte. Während der gewöhnliche Komiker Szenen inszeniert, um ein Lachen zu ernten, inszeniert Kaufman um der Inszenierung wegen. Das Publikum soll ihn, darf ihn gleichsam lieben und hassen. Witzigkeit ist nicht sein Kriterium, sondern die Konsequenz. Konsequentes Schweigen, konsequentes Irritieren, konsequentes Langweilen, konsequentes Provozieren, konsequentes Täuschen. Kaufman wird zur personifizierten Selbstaufgabe. Allerdings wird der Spruch: "Ruf niemals 'Feuer!', wenn's nicht brennt," zur Gefahr für ihn. Zudem droht auch er, durch die Regeln des Showbusiness verwässert zu werden. Zwischen 1978 und '82 spielte er eine der Hauptrollen in der Sitcom "Taxi", um sich beim großen Publikum etablieren zu können. An seiner Seite: Prominente Schauspieler wie Judd Hirsch, Christopher Lloyd und Danny DeVito. In "Der Mondmann" werden diese dann auch glatt von sich selbst gespielt. Nicht ganz: Für DeVito war bereits die Rolle von Kaufman's Manager George Shapiro reserviert. Dafür treten der Catcher Jerry Lawler und Showmaster David Letterman prompt "as himself" auf. Allein die Besetzung stellt eine Verbeugung vor diesem Comedy-Künstler dar. Am Ende des Films wird man dessen Philosophie so sehr verstanden haben, dass man sogar das erfundene Ende als konsequent empfindet. Es ist fiktionalisiert, aber ganz unumwunden folgerichtig.

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                        • 10

                          Meiner Meinung nach Jim Carrey in seiner besten Rolle. Das ist halt keiner der 0/8/15-Witzfilme wie man sie 2 mal im Monat im Kino sehen könnte.

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                          • 4

                            Nicht der beste Film von Jim Carrey aber eine tolle Besetzung vor allem Danny DeVito und irgendwie zieht sich der Film in die Länge.

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                            • 7 .5

                              Der Film ist ein kleines Highlight! Leider schon zu lange her! Aber ich weiß, dass Er mir gut gefallen hat! Dann noch das Lied von R.E.M und alles war perfekt!

                              • 8 .5

                                Starkes Biopic über den hierzulande praktisch unbekannten Performance-Künstler Andy Kaufman. Jim Carrey spielt Kaufmann absolut perfekt, in all seinen Facetten und mit all seinen Ecken und Kanten. Zum Glück für den Film hat Milos Forman verstanden, was viele Zuschauer immer vor den Kopf gestoßen hat: Die Privatperson Kaufman gab es zwar, er selbst hat sich aber immer über andere Charaktere definieren wollen. Daher sind jedliche psychologische Fragen über sein Verhalten und seine Kunst hinfällig. Eines ist jedoch sicher: Kaufman war ein Grenzgänger, der teilweise das Publikum benutzte, nur um sich selbst zu unterhalten. Ihm war nicht ausschließlich der Applaus des Publikums wichtig, sondern das Spielen mit der Reaktion.
                                Ein wunderbar besetzter und stark geschriebenen Film über einen einzigartigen Künstler.

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                                • 9

                                  Jim Carrey ist ein Phänomen unter den zahlreichen US-Comedians. Heutzutage kräht fast kein Hahn mehr nach ihm und seine besten Zeiten scheinen hinter ihm zu liegen. Vor allem aber in den 90ern gelangen ihm eine Reihe großer Erfolge, in denen er die Leute mit seinen bizarren Grimassen zum Lachen brachte. Doch es gibt auch noch einen anderen Jim Carrey, einen geerdeten Charakterdarsteller, der in Filmen wie "The Truman Show", "Eternal Sunshine of the Spotless Mind" oder eben "Man on the Moon" völlig neue Seiten von sich zeigte.
                                  Milos Forman huldigt in seinem Biopic einem der schrägsten, außergewöhnlichsten Künstler, welcher in den 70ern in den USA regelmäßig für Furore sorgte. Andy Kaufman erhitzte die Gemüter des Publikums, er war ein Grenzgänger, der Fans sowie Gegner mit seinem speziellen, anarchischen (Anti-)Humor, seltsamen Alter Ego´s und inszenierten Spektakeln vor den Kopf stieß.
                                  Man könnte bemängeln, dass Forman sich zu stark auf die Kunstfigur Andy Kaufman spezialisiert. Über den Privatmensch Andy Kaufman erfährt man als Zuschauer nur sehr wenig. Genau darin liegt aber eigentlich noch eine weitere Facette dieses liebevoll gestalteten Biopics, denn wahrscheinlich nicht einmal Kaufman selbst war sich bewusst, wer er eigentlich war. Stattdessen konstruiert Forman verschiedene Auftritte und Stationen von Kaufman´s Karriere nach, zeigt einfach dessen bizarre Auftritte, ohne ein klares Urteil abzugeben.
                                  Eine richtige Komödie ist der Film aber auch nicht, denn durch die detailgetreue Abbildung von Kaufman´s sehr spezieller Art ist Forman eher ein universelles Werk gelungen, das einen höchst interessanten Menschen beleuchtet, der sich nie verkauft hat, seine Vision zu jedem Zeitpunkt voll durchzieht und dabei oftmals einen Kampf zwischen eigener, künstlerischer Persönlichkeitserhaltung und kommerziellem Ausverkauf führen muss.
                                  Jim Carrey erweist sich in der Hauptrolle als absolute Idealbesetzung. Die Figur deckt ein weites Spektrum von Eigenschaften ab und trotzdem bringt Carrey sowohl die grotesk überzogenen, albernen, aber auch die introvertiert-verschüchterten und nachdenklich-gefühlvollen Facetten dieses Charakters perfekt rüber und begeistert mit einer vielschichtigen Performance, die sich zu seinen besten zählen darf. In Nebenrollen punkten zudem Darsteller wie Danny DeVito, Paul Giamatti oder Courtney Love.
                                  Am Ende ist "Man on the Moon" von Milos Forman ein besonderes, mit Respekt, Würde und Leidenschaft umgesetztes Biopic über einen außergewöhnlichen, interessanten, anstößigen sowie sensiblen Künstler, der sich stets treu geblieben ist. Eine inspirierende Ode an ein individuelles, kraftvolles Künstlerdasein, ein Statement für kommerzielle Unabhängigkeit und eine Liebeserklärung an seine Hauptfigur, welche durch die kompromisslose Herangehensweise des Regisseurs und die brillante Darbietung von Jim Carrey untermauert wird.
                                  "You don't know the real me. - There isn't a real you. - Oh yeah, I forgot."

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                                    Also ich finde nicht, dass das Carreys beste Rolle bisher ist. Er spielt den Andy Kaufman zwar sehr gut, die Rolle ist ihm aber ziemlich auf den Leib geschneidert. Mit dem Humor Kaufman sollte man auch zurecht kommen. Ich gebe zu, ich kannte diesen Mann vorher nicht, aber so wirklich klar, was er denn eigentlich bezwecken wollte, ist mir nicht. Ein sehr schräger Vogel, der aber definitiv nicht alle Latten am Zaun hatte.

                                    • 9

                                      "Der Mondmann" ist eine Biographie des Komikers Andy Kaufmann. Trotzdem sollte man als Zuschauer nicht den Fehler machen, eine Komödie zu erwarten. Natürlich hat der Film viele witzige und skurrile Momente, aber im Kern erzählt er die Geschichte eines Außenseiters, eines Künstlers, dessen Schaffen von der Gesellschaft nicht verstanden und abgelehnt wird, der sich nicht in den Mechaniken des Showbiz unterwerfen will. Die Geschichte eines Mannes, der so große Teile seines Lebens als Witz inszenierte, dass sich selbst nächste Verwandten nicht sicher waren, ob sie ihn durchschauten oder seine wahre Persönlichkeit kannten.
                                      Die Hauptfigur des in Deutschland eher unbekannten Komikers Andy Kaufmann ist dabei so extrem interessant, so vielschichtig und so unglaublich, dass es praktisch unmöglich ist, diesen Charakter und dessen Art des Anti-Humors mit Worten zu beschreiben. Zum Glück muss man das dank dieses Films auch nicht mehr. Denn Kaufmanns Ideen,Auftritte und Tricks werden im Film perfekt dargestellt und wirken selbst dann noch auf den Zuschauer, wenn er nicht die Originale, sondern die nachgestellten Film-Versionen sieht. Denn Kaufmann gelang es tatsächlich Mindfucks und Plottwists, wie wir sie eigentlich nur aus Filmen kennen, in die Realität zu tragen. Unheimlich faszinierend.

                                      Das liegt nicht zuletzt an der genialen Darstellung von Jim Carrey. In seinen eigenen Komödien gefällt mir dieser überhaupt nicht, zu überdreht und Grimassen schneidend kommt er daher. Aber in ernsten Rollen gefällt mir Carrey überraschend gut. Und mit "Der Mondmann" hat er sein Meisterstück abgeliefert. Wie er hier Mimik, Gestik, Sprechweise und Gang Kaufmanns imitiert, ist ganz großes Kino. Deswegen gilt aber auch: Auf Englisch gucken. Carreys Performance trägt den Film und wird durch die Synchronisation schon stark gemindert.

                                      "Der Mondmann" ist eines der besten Biopics, das ich kenne und insgesamt ein großartiger, intelligenter und bewegender Film mit Humor und einem der ungewöhnlichsten Hauptcharaktere überhaupt.

                                      "Ich danke Ihnen vielmals. ... Ich mein es Ernst. ... Auf Wiedersehen. Gehen Sie."

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                                        Neben "Die Truman Show" der beste Film von Jim Carrey und eine einfach herrlicher Biographie von Andy Kaufmann; Film und auch die DVD mit viel Herz für´s Detail gemacht. Schon oft gesehen und immer wieder gerne gesehen, der anarchische Klamauk, intelligenter Humor. Zum Glück nicht für Jedermann.

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                                          Was für ein großartiges Verwirrspiel! Das habe ich nun wirklich nicht erwartet!
                                          Überwältigend, auf was für freche und grandiose Art und Weise Milos Forman mit seinen Zuschauern spielt. Eines Andy Kaufmans würdig!

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                                            Ich mag den Film nicht. Jim Carrey spielt sicherlich eindrucksvoll, aber die Persönlichkeit von Andy Kaufman ist mir einfach viel zu anstrengend und unsympathisch...

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                                            • 7

                                              Jim Carreys Spiel haut einen von den Socken, denn er spielt mit großem Eifer einen Exzentriker, der permanent aus der Rolle fällt, weil ihn das kindliche Experimentieren zeitlebens nicht losgelassen hat. Er spielt einen Komiker, der kein Komiker sein will und eine Menge alter Egos hatte, der Antihumor und Publikumsbeschimpfung betrieb, Grenzen des guten Geschmacks überschritt, Witze auch dann brachte, wenn sie auf seine Kosten gingen.

                                              Ein ständiger Kampf mit den Zuschauererwartungen war typisch. Um Kreativität freizusetzen, bespuckte er mithilfe einer künstlichen Figur den Jubel des Publikums, nachdem eigentlich jede öffentliche Person giert. Es ging ihm nicht um Erfolg, sondern um Pointen. Dieser Kerl war ein Pionier. Hätte Raab ohne Kaufmann je gegen eine Frau geboxt? Gäbe es Säbelrasseln vor jedem Boxkampf? Würde Somuncu sein Publikum anbrüllen? Sein Einfluss wird deutlich, wenn man heutige "Komiker" mit ihm vergleicht. Das was die bieten, hat er erfunden und stets aus dem Ärmel geschüttelt. Die Rücksichtslosigkeit sucht noch heute ihresgleichen.

                                              Andy Kaufmann: "Die Show taugt nichts."
                                              Bob Zmuda: "Aber wir haben von Woche zu Woche 40 Millionen Zuschauer"
                                              Andy Kaufmann: "Was wissen die schon?"

                                              Wen wollte er unterhalten? Sich oder die Zuschauer? Um diese Frage zu beantworten betrieb er Wrestling mit zwei Prostituierten. Immer wenn es unangenehm wurde, hat er die Realität einfach für seine Pointen benutzt. Das war ein ständiges Spiel mit dem Feuer, das ihn und andere überfiel. Das Stilmittel der Provokation hatte letztlich ernste Konsequenzen, denn nichtmal mehr seine Krebserkrankung wurde Ernst genommen. Aber das Leben ist ohnehin ein Witz. Es ist illusorisch und wundervoll. Und Kaufmann hat es mit Lachern bereichert.

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                                                Ein Film der bei mir schon ewig vorgemerkt ist. Zum Glück kam ich dann letztens mal dazu ihn zusehen. Jim Carrey ist einfach grandios und spielt Andy Kaufmann beeindruckend gut. Er schafft es auf einer Seite unglaublich lustig aber auch emotional zu wirken. Einige Aktionen sind kaum zu glauben aber dennoch wahr. Es zeigt einfach auch warum Kaufmann trotz seines frühen Tode zu den großen der US-Comedy gehört.
                                                Neben Carrey spielen auch Danny DeVito, Courtney Love und Paul Giamatti richtig gut. Sie machen diesen Film einfach zu einem Erlebnis was auch an dem guten Soundtrack liegt. Leider ging der Streifen im Kino unter da wohl das Publikum eher einen anderen Film mit Jim Carrey erwartet hat.

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                                                  Was für eine großartige Erscheinung Andy Kaufmann doch war und Jimy Carrey spielt eben diesen wirklich toll. Ein Film, der mich zu Tränen rührt. Kaufmann war seiner Zeit wohl zu weit voraus mit seiner Art der Unterhaltung/ Humor.

                                                  Gerade die Sache rund um Jerry Lawler sind ja legendär und so gut geplant gewesen. Andy Kaufmann wird ja von vielen als unkontrollierbaren Typen bezeichnet der nur provozieren will, ich glaube er hat bis in den letzten Funken alles geplant was er wie,wann und wo getan hat. Selten hab ich jemanden gesehen, der die Menschen so im Griff hatte wie er.

                                                  Ein toller Film, für einen großartigen Entertainer und Komiker.

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                                                    naja, Jim Carrey spielt "The Best of Andy Kaufmann" nach - bisschen dünn und auch etwas billig, die Mighty Mouse Nummer passt auf den Punkt, ansonsten aber die ganze Zeit sein Publikum verarschen - ka, ob das innovatives Entertainment ist

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