Müll im Garten Eden - Kritik

Müll im Garten Eden

DE · 2012 · Laufzeit 97 Minuten · FSK 0 · Dokumentarfilm · Kinostart
Du
  • 7 .5

    Ein hervorragender Dokumentarfilm. Vordergründig über eine "fortschrittliche" Mülldeponie in der Türkei. Tatsächlich eine Darstellung eines politischen Systemes von Gouverneuren, Lokalpolitikern und eines selbstgerechten Beamtenapparates, der auch bei Katastrophen weder durch Überzeugung - geschweige denn einstweiligen Verfügungen zu stoppen ist. Es geht eben alles seinen Gang....

    • 6

      Fatih Akin hat ein beeindruckendes Dokument über die Zivilcourage einer türkischen Gemeinde am Schwarzen Meer vorgelegt, bleibt gestalterisch jedoch hinter seinen bisherigen Regiearbeiten zurück. Schade. [Marli Feldvoß]

      • 7

        Die Industriegesellschaft macht Müll. Und der muss irgendwo hin. Zum Beispiel auf die Müllkippe.
        Die schönste aller Müllkippen ist die in Çamburnu, einem Bergdorf im Nordosten der Türkei. Da ist sich zumindest deren Bauleiter vollkommen sicher. Zu seinem Glück darf nun die ganze Welt von seinem sexy Projekt erfahren. Denn Çamburnu ist auch das Heimatdorf der Großeltern von Regisseur Fatih Akin. "Müll im Garten Eden" nennt er seine Langzeitdokumentation über den Untergang der Gemeinde, die er zusammen mit den Einwohnern sechs Jahre lang gedreht hat.
        Angeblich ist das Lager sicher. Bald aber sind Risse im Gummiboden, Giftströme schwappen durchs Dorf - den Regen hatte man nicht auf der Rechnung. Man hat auch gesagt, der Müll würde nicht stinken. "Stimmt", merkt ein Anwohner an. "Zumindest nicht nach Müll. Die angelieferten Pakete waren mit Parfüm besprüht."
        Allen Ernstes stehen auch jetzt am Rande des ehemaligen Kupfertagebaus Parfüm-Sprüher. Ein schlüssiges Müllkonzept hat der Distrikt einfach nicht. Man hofft, dass das Zeug von allein vermodert. In den nächsten paar Jahrhunderten.
        Çamburnu lebt vom Teeanbau - mit den Giftstoffen im Wasser kann man den getrost vergessen. Aber die Menschen lassen sich keinesfalls unterkriegen: Sie demonstrieren, blockieren, reichen Protestnoten ein - und behelfen sich mit Alltagswitz. Ihrem gemeinsamen Engagement ist dieser Film gewidmet.
        Aber in Akins wunderbarem Film kommen alle zu Wort: Ingenieure und Umweltminister, die Natur und sogar der Müll selbst: Der lässt nämlich fröhlich Gas ab. Verschwiegen wird dabei nichts: Zum Beispiel, dass bis dato der Müll einfach an den Strand gekippt wurde - auch der von Çamburnu.

        • 5 .5

          Entstanden ist ein eher emotional als sachlich motivierter und argumentierender Film. Mehr Land- und Leute-Dokumentation ohne aufschlussreiche Fakten, ohne einen hilfreichen Off-Kommentar, insgesamt wenig erhellend oder gar unterhaltsam.

          • 7

            Überhaupt scheint der Film streckenweise etwas weit entfernt von den handelnden Personen, die häufig nur in Form von talking heads inszeniert werden. Auch ein wirklicher Erzählrythmus will sich nicht einstellen. Damit wird „Müll im Garten von Eden“ den Charakter eines Nebenprojektes nicht ganz los.

            • 7

              Es ist ein nüchterner Dokumentarfilm, der über Jahre die Geschehnisse verfolgt hat. Ein gutes und warnendes Beispiel mehr dafür, wie höchste Zeit es ist.

              • 3

                [...] So bleibt es letztlich bei der guten Absicht – und weit mehr als nur einer offenen Frage.

                • 6 .5

                  Fatih Akin hat aus Müll im Garten Eden kein Pamphlet gemacht. [...] sein Film [ist] die sauber recherchierte und penibel geführte Chronik eines Umweltskandals samt all der zum Himmel stinkenden Absurditäten, die administratives Fehlverhalten immerfort mit sich bringt.

                  • 7

                    So wird Müll im Garten Eden vielleicht nicht zu einem Film, der das Müllproblem erschöpfend erfaßt, dafür aber zu einem persönlichen Portrait über Land und Leute an der anatolischen Schwarzmeerküste, an der langsam auch Phänomene Einzug halten wie »Wutbürgertum«, Landflucht – und eben die »Entsorgung«.

                    • 6 .5

                      Eher ein emotionaler, als ein sachlich argumentierender Dokumentarfilm. [...] Die wahre Dimension des Problems bleibt im Vagen.

                      • 6

                        Bei aller erkennbaren Sympathie für die Nöte der Anwohner bleibt die Dokumentation über weite Strecken dennoch Stückwerk.

                        • 6

                          So ist Müll im Garten Eden im Guten wie im Schlechten ein authentisches Dokument eines Umweltskandales. Und bei dem man als Zuschauer ganz froh ist, dass sich das Geruchskino bis heute nicht durchgesetzt hat.