Der Name der Rose - Kritik

Der Name der Rose

IT/FR/DE · 1986 · Laufzeit 130 Minuten · FSK 16 · Thriller, Historienfilm, Kriminalfilm, Drama · Kinostart
Du
  • 7

    Sehr spannender und zugleich atmosphärisch dichter Mittelalter-Thriller, für dass das Castel del Monte in Apulien als Bühne für das düstere Setting dient. Mit einem routinierten und spielfreudig stark aufgelegten Sean Connery in der Hauptrolle, der sich seinerzeit auf dem Zenit befand - Filme wie „The Untouchables - Die Unbestechlichen“, „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ und „The Rock - Fels der Entscheidung“ folgten unmittelbar danach -, dem damals noch gänzlich unbekannten, dafür aber bereits erstaunlich überzeugenden Christian Slater in seiner erst zweiten Filmrolle und natürlich Ron Perlman als einzähniger, buckliger und auch ansonsten reichlich verunstalteter Mönch, der mit seinem hübsch-hässlichen Lächeln in Erinnerung bleibt, runden auch schauspielerisch die erstklassig umgesetzte Literaturverfilmung ansehnlich ab.

    Spoilerhafte Anmerkung: Als der Inquisitor (F. Murray Abraham) am Ende das Zeitliche segnet, hielt mich damals nichts mehr in meinem Kinosessel. Völlig euphorisiert sprang ich auf und klatschte hämisch Beifall. Tja, die heidnische Jugend von damals...

    10
    • 8

      Ein schön düsterer Historienkrimi mit vielen Stars gespickt, der eine dichte Atmosphäre aufbaut und vom ersten Moment an fesselt. Leider wird der Film seiner umfangreichen, detaillierten Vorlage nicht gerecht. Was bei zwei Stunden aber auch mehr als schwer ist.
      Vielleicht kann das ja die neu geplante TV-Serie besser umsetzen.

      5
      • 7 .5

        [...] Der Name der Rose darf sich zu den Filmen zählen, die es schaffen, dem Zuschauer die Tinte schmecken zu lassen, die sich tief in das Pergament drückt und jene Geschichte dokumentiert, die hier über eine Laufzeit von beinahe 130 Minuten erzählt wird. Mag der diskursive Gehalt der literarischen Vorlage auch massiv verkürzt worden sein, so ist es Jean-Jacques Annaud und seinem Autorenentourage doch nicht nur gelungen, einiges von der rhetorischen Klasse des Romans in die Leinwandadaption hinüberzuretten. Vor allem ist es das wuchtige Klima eines im Nebel versunkenen Zeitalters, welches sich durch die inszenatorische Dichte als ungemein immersiv gestaltet. Die Suche nach Hinweisen und Indizien, die nicht zuletzt einen gezielten Kreuzzug gegen kirchliche Doktrin heraufbeschwört, entschlüsselt letztlich zwar auch das unheimliche Rätsel innerhalb der geschichtsträchtigen Gemäuer. Schlussendlich aber beschreibt Der Name der Rose einen identitätsstiftenden Aufstand des Gewissens. [...]

        11
        • 5 .5

          wollte den schon immer wegen slater/connery schauen aber ich fand ihn einfach zu gruselig deswegen auch immer vor mir hin geschoben...story konnte mich nicht packen aber schlecht ist der streifen nicht gewesen

          • 8 .5

            großartiger, düsterer historien"krimi", der mich zu allen zeiten meines daseins begeistern konnte... auch heut abend wieder.
            bloß ludger pistor..... den hab ich auch heute wieder nicht entdeckt.....

            2
            • 3

              Ein dermaßen schleppend-langweiliger Streifen... man möchte wegschalten

              Pfeift auf den Klassikerstatus...

              • 9 .5

                Die Angst aller totalitären Regime vor der Macht der Ironie - diese Botschaft hat sich für mich kraft dieses Filmes bei mir eingebrannt. Sean Connery in seiner für mich besten Rolle, dazu der Qualtinger, Ron Perlman, Christian Slater. Ganz ganz starker Film.
                Neben einer erstklassigen Romanvorlage und ebensolchen schauspielerischen Darbietungen auch eine sehr berührende Bildersprache (das brennende Kloster, aus dem WIlliam die "Poetik" des Aristoteles rettet).

                Traurige Konnotation: Qualtingers letzter Film (er meinte danach, er hätte sich bei den Dreharbeiten am Scheiterhaufen verkühlt, was seiner gesundheit zugesetzt hätte). Aber sprichwörtlich für den Qualtinger, die letzten Worte, die er in einem Film als am Scheiterhaufen Brennender sprach: "Der einzige Teufel, dem ich abschwöre, seid ihr, Bernardo Gui!"

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                • 8 .5

                  Mein erster Kinofilm mit Sean Connery (den ich bisher nur über TV und Video schaute). Nach den guten Kritiken damals und der Hype des Romans, wollte ich diesen Film auf großer Leinwand sehen. Ich wurde nicht enttäuscht. Neben Sean spielt der Christian Slater einfach nur super gut. Endlich ein Film mit super guter Handlung, die mystische Art und das Kloster-Bild-Starkes „Beiwerk“. Fand hier keine Kritikpunkte und habe den Film danach x-mal wieder im TV geschaut; obwohl man ja das Ende kennt, ist es nach dem mehrmaligen Schauen nie langweilig geworden. Prima.

                  • 7 .5

                    Brillante Umsetzung von Umberto Ecos Bildungsroman.

                    • 7

                      Aus der Erinnerung: Sehenswert schon wegen der sorgfältig gecasteten Schauspieler. Die Garde der Mönche, von Christian Slater über Ron Perlman (Mister Gebiss), Murray Abraham, Helmut Qualtinger - der Reigen seltsamer Figuren in diesem Kloster sorgt schon für reichlich Unterhaltung. Die Story wird gradlinig erzählt, so dass niemals Langeweile aufkommen kann. Sean Connery macht seine Sache (wie immer, Leute - der kann nicht nur Bond) sehr gut und die Entjungferung des jungen Mönches durch das schöne "Mädchen" gehört zu den gelungenen Sex-Szenen im neueren Film. Nicht wirklich originell, aber gut gemacht.

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                      • 10
                        geroellheimer 30.05.2017, 22:29 Geändert 31.05.2017, 19:37

                        "Besetzungswünsche/gerüchte":
                        Regisseur Jean-Jacques Annaud, war nicht wild darauf, Connery zu besetzten, weil er ihn zu sehr mit James Bond in Verbinduing brachte.

                        Wiliam von Baskerville:
                        Robert De Niro (Annaud änderte seine Meinung, weil De Niro einen Schwertkampf zwischen William & Bernardo Gui wollte)
                        Michael Caine
                        Albert Finney
                        Richard Harris
                        Ian McKellen
                        Roy Scheider
                        Jack Nicholson
                        Paul Newman
                        Marlon Brando
                        Donald Sutherland
                        Max von Sydow
                        Yves Montand
                        Vittorio Gassman
                        Frederic Forrest

                        Das Mädchen (Valentina Vargas)
                        Mathilda May

                        Jorge (Feodor Chaliapin Jr.):
                        John Huston

                        Malachia (Volker Prechtl):
                        Jack Palance

                        Der Abt (Michael Lonsdale):
                        Adolfo Celi
                        Philippe Noiret

                        Bernardo Gui (F. Murray Abraham):
                        Jean Rochefort

                        Remigio (Helmut Qualtinger):
                        Michel Galbru

                        Hui, die möglichen Darsteller der Mönche & Gui, hätten aber auch was gehabt.

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                        • 9

                          Einfach nur gut gemacht! Tolle Schauspieler (besonders Perlman und Abraham spielen gut), perfekte Regie und Kamera, feiner Soundtrack. Obwohl der Film natürlich die Komplexität des Buches net widerspiegeln kann (da müsste er ja 6 Stunden gehen), ist er eine tolle filmische Umsetzung. Spannende Adaption und absolut sehenswert!

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                          • 7 .5

                            ..ja der hat was..nicht nur eine schöne Fickszene..auch durchaus spannend meistens in der Bibliothek und Connery kann auch was anders spielen als nur James Bond.

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                            • 9

                              Schon zig mal gesehen. Und würde ich immer wieder anschauen.

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                              • 3

                                Ausstattung, Bilder der Landschaft/Gebäude, Maske sehr stimmig ...Umsetzung der Storyline leider zu inkonsequent, wirr und ohne echten Spannungsbogen...die Figuren lassen den Zuschauer kalt und der Streit zwischen Glaube und Vernunft, um den es ja angeblich hier geht, ist sehr oberflächlich....alles in allem wirklich nicht mehr als ein mittelmäßiger Krimi

                                • 7
                                  pabloundtrish 26.10.2016, 13:09 Geändert 26.10.2016, 13:14

                                  Schöner stimmungsvoller Krimi um Verschwörungen und Morde in einem mittelalterlichen Kloster, wie es sie schon desöfteren in der Geschichte gegeben haben soll. Zum Beispiel sollte das Essener Evangelium lange geheim gehalten werden und seit es halb öffentlich ist, wird versucht, es immer noch möglichst geheim zu halten und wieder loszuwerden. Darin geht es unter anderem darum, dass Jesus Rohköstler war. Wer weiß, wie viele Leute für Teile der Bibel und Versionen des Christentums, getötet werden und wurden, nur um die katholische und evangelische Kirche an der Macht zu halten. Zumal die Bibel teilweise ein Codebuch ist, einige Passagen, wie Buch Genesis, Kapitel 5, bestehen statt einer Geschichte, aus Zahlen, die der Allgemeinheit auf den ersten Blick gar nichts sagen. Manche Passagen sollten also sicher nicht das Risiko eingehen, entschlüsselt werden zu können. In diesem Film geht es darum, dass ein bestimmter Orden ein Problem mit Unbeschwertheit hatte. Auch das ist gut möglich. Ein Highlight neben der klugen Story von Umberto Eco und der Annaud typischen originellen Fantasy-Welt ist definitiv Ron Pearlman als buckliger Salvatore.

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                                  • 9
                                    Gabe666 25.10.2016, 18:59 Geändert 25.10.2016, 22:18

                                    Warum hab ich dieses Meisterwerk nur erst so spät gesehen?
                                    "Der Name Der Rose" nach dem gleichnamigen Roman vom in diesem Jahr verstorbenen Umberto Eco mag zwar der Film sein, der dafür verantwortlich ist, dass danach keine weiteren von dessen Werken verfilmt worden, denn Eco zeigte sich von dieser Adaption schwer enttäuscht und behielt die Rechte an allen seiner restlichen Romane für sich. Und seine Kritik mag auch nicht unangebracht sein, denn war das zugrundeliegende Buch (das ich vor dem Film, tatsächlich schon vor ein paar Jahren, gelesen habe) ein extrem umfangreiches Sittengemälde und eine Auseinandersetzung mit der Literatur an sich, reduziert der Film die Handlung praktisch nur auf die Detektivgeschichte. Allerdings muss man anmerken, dass es wirklich schwer, wenn nicht unmöglich gewesen wäre, für Ecos wortgewaltige Fabulierungslust äquivalente Leinwandbilder zu finden. Und hätte man alle Aspekte so detailliert umgesetzt wie im Buch, wäre der ohnehin schon umfangreiche Film wohl zu einem mindestens vier Stunden langen, sperrigen Werk geworden. Straffungen waren hier praktisch notwendig.
                                    Und auch wenn die Seele des Romans wohl nicht in den Film übertragen werden konnte, so hat man hier doch in handwerklicher Sicht das Bestmögliche herausgeholt. Regisseur Jean-Jacques Annaud (u.a. "Der Bär", "Am Anfang War Das Feuer") und Produzent Bernd Eichinger gingen mit äußerster Akribie beim Szenenbild zu Werke (der Film wurde in echten Klosterruinen gedreht) und schaffen es, das Leben im Mittelalter für den Zuschauer geradezu fühlbar zu machen. Weit besser als jede Doku vermittelt "Der Name Der Rose" aufgrund seiner Authentizität und des hohen produktionstechnischen Aufwands ein Gefühl für die Zeit.
                                    Dazu wird er von hervorragenden Darstellern getragen. Ex-Bond Sean Connery ist als Mönch-Detektiv mit brillanter Auffassungsgabe und wachem Verstand, der nicht ohne Grund den Namen William von Baskerville, nach Sherlock Holmes' bekanntestem Fall, trägt, in einer der besten Rollen seiner Karriere zu sehen. Seinen aufrechten, naiven Gehilfen, der auch als Erzähler der Geschichte fungiert (quasi das Äquivalent zu Dr. Watson, dem William aber gleichzeitig auch ein väterlicher Mentor ist), spielt der junge Christian Slater, damals noch ein absoluter Newcomer, der eine Wärme in seine Darstellung legt, die den Zuschauer sofort für ihn einnimmt. F. Murray Abraham sieht man hier in einer typischen Bösewicht-Rolle als grausamen Inquisitor. "Hellboy" Ron Perlman, mit dem Annaud zuvor bei "Am Anfang War Das Feuer" zusammen gearbeitet hatte, spielt den schrägen, buckligen Mönch Salvatore und ist hier in einer seiner durchgeknalltesten Rollen zu sehen (übrigens wurde er in der deutschen Fassung nicht synchronisiert, da er ständig in einem Kauderwelsch aus allen möglichen Sprachen, hauptsächlich Italienisch und Spanisch, daherfaselt). Der altgediente russische Akteur Fjodor Schaljapin gibt als greiser, blinder Jorge die mit charismatischste Darbietung. Und dann ist da noch die wunderschöne, damals erst 22 Jahre alte Valentina Vargas als mysteriöses, fast stummes Mädchen, in das sich Slaters Charakter verliebt. Mit ihrer halbwilden Darstellung erinnert sie an Rae Dawn Chongs Figur in Annauds "Am Anfang War Das Feuer".
                                    Deutschsprachige Unterstützung gibt es außerdem mit Helmut Qualtinger, Volker Prechtel, Michael Habeck, Mark Bellinghaus, Peter Clös und Ludger Pistor. Michael Lonsdale als Abt des Klosters verbreitet auch noch viel Respekt. Generell ist die Besetzung nur zu loben. Hier kriegt man wirklich fast ausschließlich überdurchschnittliche Darbietungen geboten.
                                    "Der Name Der Rose" bewegt sich, was den Handlungsverlauf an sich betrifft, tatsächlich sehr dicht an Ecos Romanvorlage. Erst gegen Ende weicht er deutlich von dieser ab. Das veränderte, wesentlich optimistischere Finale gefällt mir persönlich aber besser als das im Buch.
                                    [SPOILER: Man sieht es eben als Zuschauer viel lieber, wenn die Bösewichter ihre gerechte Strafe erhalten und das unschuldige Opfer überlebt. Es mag ein Zugeständnis an ein Massenpublikum sein, aber nach dem realistischeren, dafür jedoch pessimistischen Ende des Buches hätte ich mich ziemlich schlecht gefühlt. Außerdem hätte man so auf die ergreifende Endszene verzichten müssen, in der Slater und Vargas mit ihrer grandiosen, sehr emotionalen Darbietung, die nur über Blicke und ganz ohne Worte funktioniert, eine unheimlich wehmütige Stimmung aufkommen lassen.]
                                    Die Schlussszene mit dem abschließenden Monolog aus dem Off ist eines der schönsten Filmenden überhaupt.
                                    Zudem fiel trotz der zusammengestauchten Handlung der religionskritische Ton der Vorlage glücklicherweise nicht aus dem Film heraus. Es geht eben darum, ob das Lachen erlaubt sein sollte. Darf man über Gott (oder Allah, Jehovah oder welchen anderen Gott auch immer) lachen? Natürlich darf man das! Nur leider sehen das auch heute noch Fanatiker wie der im Film gezeigte Jorge immer noch anders. Auch die seit jeher über ihre Verhältnisse lebende Kirche wird stark kritisiert. Der Film macht sich somit selbst der Ketzerei schuldig. :D
                                    "Der Name Der Rose" mag seiner extrem umfangreichen Vorlage zwar nicht gerecht werden, ist aber ein hochspannender, toll gespielter, sehr atmosphärischer Historienfilm mit beeindruckender, detaillierter Ausstattung und einem der schönsten Filmscores des im letzten Jahr viel zu früh verstorbenen James Horner (u.a. "Braveheart", "Aliens", "Apocalypto", "Avatar"). Einfach atemberaubend! Muss man gesehen haben!

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                                    • 9

                                      Düsteres und beklemmendes Thriller-Drama über eine Mordserie in einem alten Kloster im 14. Jahrhundert. Sean Connery in einer seiner besten Rollen.
                                      Ebenfalls sehenswert: Ron Perlman als schwachsinniger und buckliger Mönch Salvatore.

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                                        Heckenritter 28.07.2016, 13:46 Geändert 28.07.2016, 17:59

                                        Ein schwarzer Bildschirm, eine kratzige Stimme aus dem
                                        Nichts verkündet eine unheilvolle Geschichte im Jahre
                                        des Herrn 1327. Gänsehaut ist im Anmarsch...
                                        Jetzt sind sie dran James Horner!

                                        ► https://www.youtube.com/watch?v=-eL9nEGZwQU&list=PLH9C08qrQ7S67j83iF2LvTg_Awt0XR9HR&index=1

                                        Um einen Roman von Umberto Ecco auch nur ansatzweise würdig zu
                                        adaptieren, muss alles perfekt passen, das hat Annaud tatsächlich
                                        geschafft. Ich weiß nicht nicht mehr genau, wer mir mit 14 im Kino mehr
                                        Angst gemacht hat. War es Gevatter Jorge mit den blinden Augen und den Theo Waigel Augenbrauen? Oder vielleicht Volker Prechtel als der
                                        niederträchtige Bruder Malachias? Das geronnene Blut in der Länge eines prallen Regenwurms das aus der Nase einer Leiche geprokelt wird? Ganz sicher habe ich mich vor Ron Perlman als Salvatore gefürchtet... Poenitentiam agite! ...und doch übermannte mich das Mitleid als F. Murray Abraham sich anschickte seinen gebrochenen Körper zu martern. Die stets greifbare Furcht vor der heiligen Inquisition überschattete selbst die dunklen Geheimnisse dieses schaurigen Klosters, ein Film mit einer Atmosphäre wie ein nächtlicher Spaziergang über einen alten Friedhof mit unheimlichen Skulpturen an einem Freitag den 13ten, bei Vollmond selbstverständlich...

                                        Die finstere Visage von Sean Connery als altertümlicher Nick Knatterton
                                        wirkt wie ein H&M Model in diesem Panoptikum der schauderhaften
                                        Gestalten mit so vielen ganz exzellenten Nebendarstellern. Mit welcher
                                        Sorgfalt das Mittelalter hier rekonstruiert wurde, ist nach wie vor
                                        erstaunlich. Ob Badezuber, freakige Frisuren, die Gesänge, Werkzeuge, die unfassbare Armut, schlichte und protzige Kostüme, der allgegenwärtige Schmutz und die verdreckten Leiber, die Architektur mit einer Basilika und Skriptorium, sonderbare Verhaltensweisen wie Selbstgeißelung, Folterinstrumente oder der Alltag der Mönche...
                                        Der Name der Rose ist ein über die maßen authentisches Requisiten- und Kulissenfest, das den mittelalterlichen Rahmen nicht für eine spannende Erzählung nutzt, sondern das Mittelalter anhand der Benediktinerabtei im Dämonenwahn facettenreich selbst zum Thema macht. Faszinierend und bisher unerreicht in seinen zahllosen Details, zeitlos packende Unterhaltung mit nie locker lassender fieser Atmo. Ein Film der einfach nicht älter wird.

                                        Das Ringen zwischem gesunden Menschenverstand, hellwacher
                                        Beobachtungsgabe und den Paradigmen der Kirchenobrigkeit mit dem
                                        Rätsel der grausigen Morde dominieren den kriechenden Grusel in dieser Abtei der Finsternis. Wer sich in Semiotik, den philosophischen Exkursen und in der Kunstfertigkeit dieser Zeit suhlen möchte, für den gibt es schließlich das Buch. Der Film eignet sich prima als Appetizer um sich z. B. in die Konflikte zwischen dem apostolischen Stuhl und der
                                        Mönchsorden weiter zu vertiefen, was ich dann mit einem Geschichtsbuch tatsächlich auch gemacht hatte.

                                        Zwischen Nägelkauen, alten Rübensäcken und einem vor Blut triefenden
                                        Ochsenherz wurde tatsächlich gefickt! Das durfte ich zu Hause auf gar
                                        keinen Fall erzählen. Michael Habeck als Berengar von Arundel, der selbst lebendig schon aussah wie eine Wasserleiche, konnte ich auch nicht erwähnen. Nachher hätten sich meine Eltern noch darüber Gedanken gemacht, wie ich mich überhaupt in diese geniale Filmillusion schmuggeln konnte. Das musste wie das Geheimnis der uralten Klosterbibliothek strengstens gehütet werden...

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                                          https://www.youtube.com/watch?v=WxOhYkiIYtw

                                          Fürchte deine Götter denn ihre Lüge wird dein Tod sein

                                          Architektur im schwarz gefärbten Mantel streicht die einsamen Nächte in der Abtei.
                                          Brüchige Struktur im Glanz der Kerzenlichter, langsam senkt sich der kalte Hauch auf alte Geschichte.
                                          In den Gärten webt eine bedrückende Stille die Melancholie.
                                          Religiöse Kultur und alte Traditionen ergötzen sich am Kelch zur Unsterblichkeit.
                                          Sorgsam werden die Böden gepflegt,der Wein fließt in gierige Münder.
                                          Dieser Ort ist heilig aber todgeweiht.
                                          Durch die Ritzen des Zerfalls flüstert unnachgiebig die Kälte.
                                          Das wärmende Feuer vom Kamin spendet Geborgenheit.
                                          Der jüngste Mönch gräbt tief in der Bibliothek, er will die Lehre verinnerlichen.
                                          All das Leben schöpfen und Geheimnisse ent­de­cken.
                                          Aus der Vergangenheit senkt sich Schatten,manchmal flüstert Blut in die Nacht.
                                          Das Gewölbe verzerrt zu einer hässlichen Fratze die ewig lacht.
                                          Im Sturm der Dunkelheit alle Narben werden offenbart.
                                          Der junge Mönch widerwillig dem Tod ins Auge sah.
                                          Ein stummer Sprung, sein Körper in der Agonie des Schreckens aufbrach.

                                          Die schwarze Schönheit,ihr Haar die reine Dunkelheit.
                                          Mein Saft strömte über die Wellen der Fleischlichkeit.
                                          Ohne Worte trieben wir in Leidenschaft,in den Gemäuern der alten Zeit.
                                          Verborgen wuchs ich auf.
                                          Letzlich aber die Macht der Versuchung nahm mich auf.

                                          Meine Sünde ist Stolz
                                          Glücklich lebe ich die Tage
                                          Eines Nachts der Scheiterhaufen ruft
                                          Meine Frau als Hexe ge­brand­markt
                                          Ihr Zeichen in meine Stirn gebrannt

                                          "Der Name der Rose"

                                          Akribisch verpackte Sehnsucht nach alter Zeit.
                                          Erdrückend endlose Stille perfekt gefilmt und unheimlich fesselnd.

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                                            cycloo77 24.03.2016, 01:02 Geändert 24.03.2016, 02:19

                                            Bildgewaltiges epochales Kloster-Krimidrama aus einer Zeit in der die Inquisition ihr unwesen trieb. Ein "Gottesfürchtiges" Kloster als Schauplatz eines Mordes, das ist schon auf suptile Art beängstigend.

                                            Düstere und sehr pessimistische Bilderflut die einen manchmal schon etwas erdrückt. Die Filmusik ist fein nuanciert und James Horner like.

                                            Großartige Besetzung bis in die kleinste Nebenrolle perfekt ausbalanciert und stimmig. Sean Connery spielt als sei er als Mönch zur Welt gekommen ;-)
                                            Die Story ist auf surreale Art sehr fesselnd.

                                            Umberto Eco´s Weltroman wurde von Jean Jaques Annaud gebührend auf Zelluloid gebannt.

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                                              brucelee76 20.03.2016, 16:20 Geändert 20.03.2016, 16:44

                                              Hi Leute,

                                              ich erinnere mich, dieser Kloster-Krimi war Gesprächsthema in der Schul-Pause. Und zwar wurde mächtig diskutiert, über Glaube als Macht-Missbrauch und den ziemlich freizügigen Sex-Szenen zwischen Adson von Melik und der (dirty) Zigeunerin ...

                                              Mir persönlich hat er sehr gut gefallen. Warum?!
                                              -"Als ich hörte, dass Ihr (Willam von Baskerville/Sean Connery) in unser Abtei kommt, schien es mir als seien meine Gebete erhört worden. Hier, sagte ich mir, ist ein Mann der eine große Kenntnis von der menschlichen Seele besitzt... und ebenso von der List des Bösen."
                                              Bingo! Das ist es. Die perfiden Glaubensbrüder werden mit ihren eigenen Waffen bloß gestellt.

                                              Zur Story: Eine griechische Überlieferung des alten Testamentes soll übersetzt werden. Sehr zum Unwohl der fanatischen Psycho-Bischöfe (F. Murray Abraham als Teufels-Austreiber!). Die ihre eigene Interpretation vom alten Testament haben. Und zwar ist Lachen und Sex mit Frauen, verboten!

                                              -"Ja, es ist wahr! Der heilige Franziskus war dem Lachen sehr wohlgesonnen." - "Das Lachen ist ein teuflischer Wind, der die Gesichtszüge aufs... äh... unnatürlichste verzerrt und die Menschen wie wilde Affen aussehen lässt!"
                                              -"Was ist so beunruhigend daran, wenn Menschen lachen?" - "Lachen tötet die Furcht. Und ohne Furcht kann es keinen Glauben mehr geben. Wer keine Furcht vor dem Teufel hat, der braucht keinen Gott mehr."

                                              Mein Fazit: 1327! Damals war die Erde eine Scheibe und Teufels-Verbrennungen (Ron Perlman als Kloster-Trottel Salvatore. Herrlich!) standen zur der Zeit, an der Tages-Ordnung.

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                                              • 8 .5

                                                Interessante Einblicke ins Leben während des Mittelalters. Ja ja, ich weiss man sollte noch mehr schreiben, aber weiter unten steht doch schon Alles ....

                                                • 7

                                                  Zwei Jedi-Ritter machen sich auf den Weg ein abgelegenes Kloster zu erforschen, um ein Mysterium aufzudecken.
                                                  Sean Connery, der solide und weise Jedi-Meister.
                                                  Der blutjunge Christain Slater, sein Jedi-Schüler.
                                                  Das Kloster wird dreckig und düster dargestellt, so wie es eben zu dieser Zeit auch war.
                                                  Die Mönche werden jedoch sehr überzogen und schon fast dämonisch dargestellt, vielleicht um auf die geheimen, schändlichen Taten hinzudeuten.
                                                  Für mich war das etwas zu abstrakt.
                                                  Ron Perlman, mit dem Buckel und der Schweinenase, spielt großartig, auch sein Kauderwelsch war sehr amüsant und bleibt mir sicher noch lange Zeit im Kopf.
                                                  Die Geschichte wird sehr spannend erzählt und bis zum Schluß will man endlich wissen, was in diesem suspekten Kloster vor sich geht.
                                                  Für mich ist "der Name der Rose" ein guter, düsterer Thriller, der in seiner Machart irgendwie einzigartig bleibt.
                                                  Nur das mit dem Titel bleibt für mich das wahre Mysterium.
                                                  Zwar sehr schön, schon fast poetisch gewählt, ergibt es nur wenig Sinn.
                                                  Vielleicht ist es ja auf die namenlose Schöne bezogen, doch was hat es mit dem Film zu tun??

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                                                  • 7 .5
                                                    Co-Pilot 07.03.2016, 01:02 Geändert 07.03.2016, 01:06

                                                    Peinlich zuzugeben - wir, die Co-Piloten; kannten Der Name der Rose bisher noch nicht. Den Titel natürlich schon. Aber ich zumindest dachte immer, es würde sich um ein Frauendrama handeln :)
                                                    Nun kam also ein geschätzter Nachbar vorbei und überließ uns mal wieder Teile seiner DVD-Sammlung mit u.a. Sean Conerys Kultfilm. Erstaunt über unsere Bildungslücke legten wir ihn also sogleich in den Player...
                                                    Und wir sagen: Das war richtig gut(!) Oha. Bei dem Jungen dachte ich mir "der schaut ja aus wie Christian Slater in Klein"... Ich Depp, der Film ist ja über 25 Jahre alt!! Slater war ja auch mal klein ;)
                                                    Und Connery; großartig wie nicht anders von ihm gekannt. Einer der allergrößten, ganz klar. Hier nun noch weiteres zu einem Film zu posten was wohl sowieso schon jeder weiß bzw zuvor geschrieben hat wäre sinnfrei, und daher belassen wir es mit einer 7,5 für unseren 700.Film hier bei Moviepilot - Der Name Der Rose.*

                                                    *Sehenswert - Ja! / Empfehlenswert - Ja!*

                                                    #700

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