Der Pate - Kritik

The Godfather

US · 1972 · Laufzeit 175 Minuten · FSK 16 · Drama · Kinostart
Du
  • 10

    Wenn Michael in der vorletzten, retrospektiven Szene von „Der Pate“ bekannt gibt, dass ihn sein nächster Schritt zur Armee führen wird, ganz zum Unmut seines impulsiven, tief im familiären Ehrenkodex verwurzelten Bruders Sonny, um dann wenige Wimpernschläge nach der Ankunft des Oberhauptes Don Vito schon wieder ganz allein am Tisch zu sitzen, allein am Glas zu nippen, allein an seiner Zigarette zu ziehen, zerreißt es mir regelmäßig das Herz in der Brust. Genau in diesem Moment hat man nämlich noch einen jungen, unverbrauchten Mann vor Augen, der Individualität bewies und seinen eigenen Weg einschlug, weil er noch eine Wahl hatte, um sich genau dieses ehrenwerte Ideal zu bewahren, nie auf die kriminelle Bahn zu gelangen. Die darauffolgende letzte Einstellung, gerade in dieser direkten, extrem schweren Kontradiktion, zerstört alles in einem Sekundenbruchteil; jede Hoffnung, jeden Anspruch auf gewissenhafte Autarkie – Die Abwärtspirale fordert ihren Tribut...

    35
    • 10

      "In der großen, weiten Welt gibt es keinen besseren Film. Ende der Diskussion."

      Das wäre eine Möglichkeit, 'Der Pate' gerecht zu werden. Das erklärt jedoch noch lange nicht, warum ich dieses Mammut-Werk als meinen Lieblingsfilm definiere. Denn er ist für mich viel mehr als nur DER beste Film aller Zeiten. Irgendwie muss sich Francis Ford Coppolas Vermächtnis in Worte fassen lassen, ohne dass Lobeshymnen die Oberhand gewinnen oder der Kommentar zu einer reinen Inhaltsangabe verkommt?!

      Verzweifelt suchte ich also nach einem Ausdruck oder einem Satz, der meinem Lieblingsfilm gerecht werden könnte. Gefunden habe ich keinen. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie lange Coppola wohl an seiner Exposition hantiert haben muss, bis sie zu der meiner Meinung nach legendärsten Einführung der Kinogeschichte herangereift ist. Aber darum geht es nicht, ich will schließlich nicht den legendärsten Kommentar zu 'Der Pate' schreiben. Ich möchte euch zeigen, warum der Film die Liebe auf den ersten Blick war.

      Michael: My father is no different than any powerful man, any man with power, like a president or senator.
      Kay Adams: Do you know how naive you sound, Michael? Presidents and senators don't have men killed.
      Michael: Oh. Who's being naive, Kay?

      Ich habe gerade bestimmt eine halbe Stunde überlegt, welches Zitat ich in meine Kritik nehmen soll. Ein Dialog ist komplexer als der andere. Jeder besitzt seine eigene Aussage. Jeder Satz ist charakterlicher Bestandteil einer der vielen dramatischen Persönlichkeiten, welche den Zuschauer fast drei Stunden in eine Welt aus Verrat, Liebe, Korruption, Hass, Politik und Ehre, in eine Geschichte über familiäre und gesellschaftliche Werte und sizilianische Traditionen saugen.

      Die Familie Corleone besitzt inzwischen die größte Machtstellung an der Ost-Küste Amerikas. Das Familienoberhaupt Don DeVito Corleone (Marlon Brando) soll nun seine illegalen Aktionen auf "Bitte" der anderen Familien auf den Drogenhandel ausdehnen. DeVito lehnt jedoch dankend ab. Aus der Entscheidung entsteht ein blutiger Kampf, dessen Ende ungewiss ist. In diesen Krieg der Familien wird Michael Corleone, der Sohn des Paten gezogen. Er wollte eigentlich ein anständiges, bürgerliches Leben führen und nichts mit den Geschäften seines Vaters zu tun haben. Was jedoch folgt, ist für mich die interessanteste charakterliche Entwicklung der Filmgeschichte, auf einzigartige Weise vom damals jungen Al Pacino dargestellt. Diese schauspielerische Leistung wird nur von einem Schauspieler getoppt. Marlon Brandos Schauspiel ist zermürbend und elektrisierend. Seine Mimik außergewöhnlich, seine Aussagen haben Geschichte geschrieben. Für mich sind die beiden Darstellungen von Vater und Sohn wahrlich nie erreicht worden. Ebenso verhält es sich mit Nino Rotas Klängen, im Grunde genommen der kompletten Inszenierung. Nicht zu vergessen sind auch die anderen Darsteller, die, von James Caan, über Robert Duvall, bis Diane Keaton, alle über jeglichen Zweifel erhaben sind.

      'Der Pate' ist die Verfilmung von Mario Puzos gleichnamiger Literatur-Perle. An der Oberfläche handelt die Geschichte vom Leben und von der Mafia. Im Detail allerdings spielt sich eine der komplexesten Handlungsstränge ab. Was ist Moral? Ist es das wert, für Reichtum und Wohlstand in einer Welt aus Gewalt zu leben? Welche Symbolik besitzen Orangen und Fische? Dieses Werk erklärt all das und spiegelt dabei sizilianische Traditionen wieder, kritisiert die Korruption an allen Fronten, von Filmstudios, über die Polizei, bis zu politischen Instanzen. Und was bedeuten überhaupt Anstand und Ehre? Dies sind natürlich bei weitem nicht alle Themen, die aufgegriffen werden.

      Nun habe ich mich, trotz meines Versuchs, eine andere Herangehensweise zu finden, doch wieder in Lobpreisungen verloren. Egal, denn wer etwas anderes behauptet, als dass in 'Der Pate' Perfektion perfektioniert wird, sollte sich überlegen, ob er auch wirklich alles verstanden hat. 'Der Pate' ist der Shakespeare des 20ten Jahrhunderts, "an offer you can't refuse", er ist wahrhaftig "der Pate" aller Filme. Anschauen, erfahren und lieben lernen. Oder einfach:

      "In der großen, weiten Welt gibt es keinen besseren Film. Ende der Diskussion."

      25
      • 8

        Michael Corleone: "Mein Vater machte ihm ein Angebot, dass er nicht ablehnen konnte."
        Kay Adams: "Was war das für eins?"
        Michael Corleone: "Luca Brasi hielt ihm einen Revolver hinters Ohr, und mein Vater versicherte ihm, entweder käme seine Unterschrift oder sein Gehirn auf den Vertrag."
        Das war er also. "Der Pate". Der Film, der so hochgelobt, ja vergöttert wird. Der Film der als einer der größten Klassiker gilt.
        Vito Corleone ist wohl einer der strengsten und zugleich einer der warmherzigsten und weisesten Mafia Bosse den man je in der Filmlandschaft bewundern durfte. Seine Familie liebt ihn und seine Geschäfte laufen hervorragend, doch will er nicht in den Drogenhandel einsteigen. Das gefällt den anderen Familien gar nicht, es ensteht ein erbarmungsloser Krieg.
        Das gleichnamige Buch von Mario Puzo wurde mehr als würdig verfilmt, er kann stolz darauf sein was er geschaffen hat, ohne ihn hätten wir dieses Meisterwerk nicht.
        Marlon Brando. The Godfather. Er spielt seine Rolle als der Pate so überzeugend und voller Liebe das man denken könnte das er auch im wirklichen Leben ein Mafia Boss ist.
        Al Pacino. Ohhh Al Pacino. Sein erster Film wo man erkennen kann das er einer der besten Schauspieler der Welt wird. Er spielt voller Leidenschaft. Natürlich kommt er arrogant rüber, aber sowas braucht ein angehender Don Corleone doch, oder nicht? Man begleitet ihn auf dem emotionalen Weg vom Möchtegern-Gangster zum großen Mafia Boss.
        Der Film braucht keine Special-Effects, große Action oder viel Blut, der Film lebt alleine von seinen unglaublich gut geschriebenen Dialogen und seinen Star-Schauspielern, die das Drehbuch perfekt umsetzen. Die Musik von Nino Rota unterstreicht den Film grandios.
        Einen Abzug gibt es dafür das "Der Pate" an manchen Stellen zu lange ist.
        Fazit: "Der Pate" ist wohl ein wahres kleines Schätzchen für jeden Liebhaber des Genre. Jedoch ist der Film auch nichts für zwischendurch, man sollte sich Zeit für ihn nehmen.
        "Lass niemals deine Feinde merken was du denkst."

        16
        • 10

          Die Verfilmung des gleichnamigen Buches von Mario Puzo, der zusammen mit Coppola das Script verfasste, ist seit langem bekannter als der Roman. Dabei schildert der Roman klarer und emotional schlüssiger den Werdegang des Michael Corleone, was nicht mal ansatzweise andeuten soll das diese konsequent gelungene, ja meisterliche Verfilmung dem Roman nicht gerecht würde. "Der Pate" ist bestes Hollywood- Kino aus den Zeiten als die Regisseure noch den Final Cut hatten und die Kino Charts reine Fiktion waren. Noch heute ist die Verfilmung eine atmosphärische wie inhaltliche Demonstration von großem, beeindruckendem Talent- vor und hinter der Kamera.

          „Der Pate“ ist einfach ein Stück amerikanische Filmkultur, der brennende Dornbusch der Halbweltepen, der auch nach der x-ten Sichtung nichts von seiner Kraft und Faszination verliert. Ein Film, der mir mind. einmal im Jahr ein Angebot macht, was ich nicht ablehnen kann: Ihn anzuschauen.

          32
          • 9 .5

            Francis Ford Coppola machte mir mit „The Godfather“ ein Angebot, das ich nicht ablehnen konnte.
            Er bot mir:
            1. Die beste Buchverfilmung auf diesem Planeten.
            2. Ein Schauspielgespann, das sich in regelmäßigen Abständen immer wieder selbst an die Wand spielt.
            3. Eine verzwickte und gar epische Story.
            4. Einen, trotz der langsamen Erzählweise, durchgehaltenen Spannungsbogen.
            5. Ein von Grund auf interessantes Thema
            6. Einblicke (ob realistisch sei mal dahingestellt) in die italienische Unterwelt.
            Ich kenne Mario Puzos Vorlage sehr gut und bin ein großer Fan davon. Sie hat alles, was ein spannender Roman braucht und ist absolut mitreißend und empfehlenswert. Man merkt, dass Coppola eine absolut werksgetreue Adaption kreieren wollte.
            Dies ist ihm zu jeder Zeit gelungen.
            Er versteht es Puzos Geschichte in epischen Bilder zu erzählen, lässt sämtliche Darsteller eins mit ihren Vorbildern werden und hält sich schon fast sklavisch an die Vorlage. Doch, und das ist sehr selten, findet er die perfekte Mischung aus Weglassen und Eigenerfindung. So fallen wirklich nur unerhebliche Stellen aus dem Buch der Schere zum Opfer.
            Die oben schon erwähnten Schauspieler trumpfen auf. Da wäre natürlich der übergroße Marlon Brando als „Der Pate“. Auch wenn er manchmal an der Grenze zum Overacting kratzt, bleibt er doch immer glaubwürdig und absolut autoritär. Sein Filmsohn Al Pacino steht ihm da als Nachfolger in nichts nach. Er übertrumpft ihn sogar. Er spielt Michael Corleone nicht, er IST Michael Corleone. Sein Schauspiel ist stellenweise schon beinahe unheimlich, ist doch jede Bewegung, jeder Blick und jedes gesprochene Wort genau der Michael aus dem Buch. Vergessen darf man auf keinen Fall Robert Duvall als enger Freund und Consigliori Tom Hagen. Er spielt eher im Hintergrund ruhig und gelassen und bewahrt die Corleone davor Fehler zu begehen.
            Es ist schon kein richtiger Film mehr. Viel mehr ist „The Godfather“, vor allem in Verbindung mit den folgenden Teilen, ein Kunstwerk. Ein Film gewordenes Kunstwerk. Wie es Coppola schafft, trotz unendlich langsamen Tempo diesen Spannungsgehalt aufzubauen…das nenne ich Genie.
            Eine Chronik einer Familie wird zum Aufstieg und Fall ihres Oberhauptes in Person von Michael Corleone.
            Schlussendlich huldigt jeder, ob Freund oder Feind, ihm, dem großen Michael und so endet „The Godfather“ dann auch. Im Augenblick seines größten Triumphes, seines allumfassenden Erfolges. Seine Ausstrahlung ist immens und der Zuschauer sitzt gebannt vor dem Fernseher.
            Doch, wie es so ist, einem rasanten Aufstieg folgt der tiefe Fall auf dem Fuße…
            Man muss sich auf Filme wie diese einlassen können. Sie bieten nämlich keine Action(jedenfalls sehr wenig), keine hektischen Kameraschnitte oder rumpelnde Musik. Sie bauen einzig und allein auf Atmosphäre und Darsteller. Wer sich die knapp 170 Minuten konzentrieren und genießen kann, dem wird kein Film geboten, nein, sondern eine meisterhafte Chronik des Erfolgs und Niedergangs einer Familie und einer einzelnen Person.

            14
            • 10

              Kein Film - ein Monument!
              Lange bevor Peter Jackson fußbehaarte Halblinge durch die Botanik wanken und über Rauchmittel philosophieren ließ, definierte Francis Ford Coppola mit seiner "Godfather"-Saga, was es heißen kann, opulenten und perfektem Erzählkino in mehreren Akten beiwohnen zu dürfen.
              Und ohne diesen konstruierten Vergleich überbeanspruchen zu wollen, oder das Ergebnis dieser Kritik nach vorne zu verlegen: In der Quintessenz ist die Leistung von Coppola höher zu honorieren, als die von Jackson, denn ersterer hat es geschafft, aus einem guten, aber zugegegebenermaßen auch etwas groschenheftartigen Mafia-Roman, ein tiefgehendes und ambivalentes Familienportrait zu kreieren.
              Ich spreche im ersten Absatz bewusst im Plural, denn obgleich "Godfather I" jener Teil der Trilogie mit der wahrscheinlich höchsten popkulturellen Präsenz und Relevanz ist, so ergibt er doch erst mit den beiden Nachfolgern zusammen das wirkliche Magnum Opus aus der coppola´schen Manufaktur.

              Dem beizeiten - vorallem von jüngeren Semestern - gemachten Vorwurf der Langatmigkeit, oder sogar der Langeweile kann sich nur der anschließen, der den "Godfather" aus einer falschen Erwartungshaltung heraus betrachtet: Die Klassifizierung als Mafia-Film (und dem oftmals damit einhergehenden Wunsch nach Dauerspannung und Schießereien) ist - obwohl jene Bezeichnung der cosa nostra im Film nie gebraucht wird - so richtig, wie sie falsch ist. Ja, es gibt schwarze Anzüge, finstre Mienen und eine Vendetta - aber letztendlich ist es das Anliegen des Regisseurs, eine Familientragödie mit verbrecherischem Hintergrung zu erzählen, und nicht eine Verbrechertragödie vor familiärem Hintergrund.
              So bietet "Godfather I" mit Michaels Attentat und Sonnys Ermordung zwar zwei stilistisch hervorragende Action- oder besser Spannungssequenzen, vollständig zufrieden wird man mit der Geschichte um die Corleones jedoch nur sein, wenn man bereit ist, sich auf die Melancholie der mäandernden Erzählung einzulassen.
              All dies klingt nun auf dem Papier nach der Heroisierung eines Klassikers und somit für manch einen wesentlich abschreckender, als es schlussendlich ist - denn das Spiel von Brando, Pacino und nicht zuletzt auch vom oftmals vergessenen Duvall als Tom Hagen ist eine schauspielerische Augenweide, an die die wenigsten aus dem Cast später noch anknüpfen konnten, und die dem Zuschauer die garnicht so kurzen 175 Minuten erstaunlich kurzweilig erscheinen lassen.
              Einem anderen Streitpunkt - die subversive Glorifizierung des organisierten Verbrechens -, welche ebenfalls aus Brandos ambivalenten Spiel resultieren dürfte, muss man hinsichtlich des ersten Teiles eine gewisse Berechtigung zugestehen, auf der anderen Seite ist er doch aus der Luft gegriffen, sofern man dem Ansatz der Familie als Filmmittelpunkt folgt: Auch harte Kerle mit Tommy-Gun im Kofferraum sind eben lieb und nett, wenn sie mit der eigenen Sippe dinieren oder Pasta zubereiten. Zum anderen erfährt der angebliche Mythos spätestens in den beiden darauffolgenden Teilen seine Widerlegung und endgültige Demontage.

              Scorsese mag mit seinen Werken näher an der Realität des organisierten Verbrechens gewesen sein, aber die schöneren Bilder und besseren Filme gehen auf das Konto Coppolas.
              Er hat mit seinem "Godfather" dem Zuschauer ein Angebot vorgelegt, dass er nicht ablehen kann.

              39
              • 10

                New York City – Vier der einflussreichsten Mafiosi des Bundesstaates New York wurden erschossen aufgefunden. Die Ermordung der als „Dons“ bezeichneten Männer fand scheinbar durch unbekannte Attentäter simultan an verschiedenen Orten statt. Gemeinsam mit seinen Bodyguards wurde Anthony Stracci in einem Fahrstuhl erschossen. Auf Ottilio Cuneo wurden zwei tödliche Schüsse beim Verlassen eines Hotels abgegeben – er war in der Drehtür stecken geblieben. Während man Phillip Tattaglia mit einer nicht identifizierten Geliebten in einem Ferienhaus fand, wurde Emilio Barzini auf offener Straße vor dem Gerichtsgebäude hingerichtet. Zusätzlich meldete ein Massagesalon den Mord an Moe Greene. Greene, Casinobesitzer aus Las Vegas, wurde bereits mehrfach mit Barzini und anderen der oben angeführten Opfer in Verbindung gebracht. Die Polizei schließt eine „Säuberung“ innerhalb der Mafia somit nicht aus. Kenner der Szene wollen in Michael Corleone (35) den Anstifter des Anschlages ausgemacht haben. Corleone hatte ein Jahr zuvor die Leitung von Genco Imports übernommen, deren Präsident zuvor sein Vater, Vito Corleone, war. Vito Corleone selbst galt jahrelang als eines der fünf Familienmitglieder der New Yorker Mafia. Vor zehn Jahren war vor seinem Firmengebäude ein Attentat auf ihn verübt worden. Ausgegangen sei dieses, so hieß es damals auf der Straße, von dem Heroinhändler Virgil Sollozzo, genannt „der Türke“. Sollozzo stand in engem Kontakt mit Phillip Tattaglia und wurde ein Jahr später gemeinsam mit Polizeihauptkommissar Mark McCluskey erschossen in einem italienischen Familienrestaurant aufgefunden. Ermittlungen zufolge hatte sich McCluskey anschließend als korrupt erwiesen. Michael Corleone selbst lehnt jedoch jegliche Verantwortung für den New Yorker Fünffachmord ab. Zudem wehrt er sich gegen Anschuldigungen, er sei ein Mafiosi. „That’s my family. That’s not me“, erklärte Corleone. Doch etliches spricht dagegen. Nicht nur dass Corleone sich zwischen 1947 (kurz nach dem Mord an Sollozzo und McCluskey) und 1950 nicht in New York aufgehalten hat, sein älterer Bruder Santino Corleone wurde im Frühjahr 1948 von dutzenden Kugeln erschossen bei der Zollstation nach New Jersey entdeckt. Auch Corleones Schwager, Carlo Rizzi, wurde vor einigen Tagen tot aufgefunden. Eine Beteiligung von Corleone an den Morden lässt sich allerdings bisher nicht nachweisen. „The kid’s clean, he’s a war hero!“, befindet Detective Phillips von der New Yorker Polizei. Es ist somit davon auszugehen, dass die Ermittlungen bis auf weiteres eingestellt werden. Die Familie Corleone selbst, so verkündete ihr Anwalt Tom Hagen, zieht in Kürze nach Lake Tahoe, Nevada.

                3
                • 10

                  Summa summarum: „Der Pate“ ist ein wegweisender Film. Auch wenn Thema dieses Films die Welt der Mafia ist, geht es doch nicht um Dinge, die in der „anderen“ Welt nicht vorkommen würden – im Gegenteil. Trotz des eigentümlichen Charakters dieses „sozialen Systems“ ist es zugleich ein Produkt der „einen Welt“, natürlich mit nachhaltig wirkenden Traditionen und historischen Bezügen aus Sizilien, aber eben nicht im Sinne eines streng abgeschotteten Bereichs. Coppola hat als erster und bis heute für mich unerreicht durch andere Filme, die „Der Pate“ nach sich zog, diese Welt inszeniert und nahe gebracht. Im zweiten Teil aus dem Jahr 1974 konnte sich Coppola in dieser Hinsicht noch steigern – aber dazu ein anderes Mal.

                  2
                  • 9

                    Mal fast dokuemntarisch, mal pralles Kino. Genial besetzt und mit einer der schönsten Filmmusiken der Kinogeschichte. Da kann Teil 2 trotz De Niro nicht mithalten.