Der phantastische Planet - Kritik

La planète sauvage / AT: Der wilde Planet; Fantastic Planet

FR/CZ · 1973 · Laufzeit 68 Minuten · FSK 12 · Drama, Science Fiction-Film, Animationsfilm
Du
  • 9

    Ist es irgend möglich, DER WILDE PLANET (La Planète sauvage) an Originalität und Erfindungsreichtum zu überbieten ?

    Auf dem Planeten Ygam werden Menschen von den riesigen blauen Draags als Haustiere gehalten. Einem von ihnen gelingt die Flucht und er schließt sich einer Gruppe wilder Menschen an - um schließlich eine Revolte loszulösen.
    Mit surrealistischen Bildern, Landschaften und einer befremdlich-jazzigen Musik von Alain Goraguer entführt dieses Zeichentrick-Meisterwerk in ganz andere Welten. René Laloux' exotische Bildsprache wirkt wie Hypnose; gleichzeitig werden Themen wie Rassismus, Sexualität und der Drang nach Freiheit angesprochen. Unvergleichlich.

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    • 10

      Ein Juwel von einem Film. Der Zuschauer wird in seinen Bann gezogen.
      Sowohl wegen seiner Liebe zum Detail, als auch wegen der kreativen Umgebung, welche dem Zuschauer ausführlich vorgestellt wird. Poetisch, hypnotisierend und definitiv einen Blick wert!

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      • 5 .5

        Das LSD-Kino-Juwel, an dass ich mich dann lange nicht herantraute, entpuppte sich dann doch als eher Utopischer Wunschtraum all jener Generationen, die alles besser machen wollen, als die Unterdrücke, sich aber dann doch ein wenig im Kreis drehen.
        Die Botschaft ist im Prinzip wirklich nett. Die Menschen auf ihren Größenwahn hinzuweisen, in den man sie zu einer untergeordneten Spezies degradiert. Das Problem daran ist nur, dass die Draag auch nur „Menschen“ sind. Sie sehen ähnlich aus. Augen, Ohren, Arme, Beine, alles dran. Außer dass sie eher einer Alternativbewegung entstammen könnten, mit Meditation und anderem Schulsystem. Im Prinzip ist der Film eher Jack und die Bohnenranke auf halluzinogenen Drogen. Die Optik ist irre, ja, aber der Inhalt ist doch weit weniger verrückt als Größen wie Metropolis die sich ebenfalls mit Unterdrückung befassen. Man merkt irgendwie einfach aus welcher Zeit er stammt.
        Die Zeichnungen sind im Prinzip gut, aber irgendwie wollen sie mir doch nicht ganz gefallen. Vielleicht sind es einfach die zu gewollt realistischen Zeichnungen mit diesen schwachen, kriseligen Farben, die mich eher an die ausgewaschenen, surrealen Zeichentrickeinschübe in Monty Python erinnern.
        Auch gerade die eigentliche Handlung hat ihre Spitzfindigkeiten, aber ist dann doch seeehr konventionell.
        SPOILER:
        Menschen werden als Haustiere von „Riesen“ gehalten. Mensch flieht durch List und findet Wilde Menschen. Menschen lehnen sich auf und gemeinsam gelingt ihnen das „Undmögliche“. GÄÄÄHN.
        Teilweise ist alles außerhalb der „Gestaltung“ eher simpel und Langweilig. Terr wird einigermaßen als pfiffiger Held aufgebaut, aber die anderen Menschen bekommen kaum Charakter. Sie sind nur eine Masse. Selbst seine Frau wird wenig charakterisiert. Und die Draag sind halt auch nur eine Masse. Einzig Tiwa bekommt Charakter, wird dann aber einfach fallen gelassen und ist nachdem sie kein Kind mehr ist in der endlosen, gleichförmigen Masse der Draag verschwunden. Ich hätte es ja sehr begrüßt wenn Tiwa und Terr in einen späteren Zeitpunkt, vielleicht im Finale aufeinander Treffen und der Konflikt der kleinen Menschen und der großen Menschen anhand von ihnen beiden ausdiskutiert wird.
        Das sind halt die Dinge, die mich wirklich stören. Terr ist Protagonist, aber die Menschen absorbieren ihn quasi und so bleibt es eher wie eine Geschichtsstude aus dem Weltall, die sagt, das eine Herr hat das gemacht, worauf das andere jenes getan hat.
        Mein Fazit: Ein hübscher LSD angereicherter Trickfilm, von der Alternativen Lebensbewegung für den Meanstream, der leider Handlungsteschnich ausbaufähiger gewesen wäre. Kurz um, die Dramaturgig packt mich, bis Terr die Menschen auf seiner Seite hat. Danach wurds langweilig und inhaltlich konventionell und vor allem ausbaufähig.

        P.S.: Und warum haben die Menschen sich befreien können? Nicht weil sie so schlau waren, sondern weil sie ficken können, ohne sich in Statuen reinmeditieren zu müssen.

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        • 6

          Ein Sciencefiction? Jedenfalls ein kreatives Werk, das durchaus inspirierend ist.

          • 7
            Ener 14.06.2017, 13:45 Geändert 14.06.2017, 13:48

            Wahnsinn!

            Ich habe mit Progressivität gerechnet und bin dem auch gar nicht abgeneigt. Aber gute Güte, sofern es zuviel davon geben kann könnte es hier der Fall sein. Ich muß ihn auf jeden Fall noch einmal (mindestens!) schauen, wahrscheinlich sieht man von mal zu mal ganz andere Dinge. Insofern eine gegebenenfalls nur vorläufige Punktevergabe.

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            • 7 .5

              Eine außergewöhnliche Filmerfahrung

              • 8 .5

                Meine Güte, was war denn das?! Klasse Film!!

                • 7 .5

                  Was für ein abgefahrener, skurriler, merkwürdiger, grotesker, verstörender, surrealer, dystopischer und außergewöhnlicher Trip durch eine verkehrte Zeichentrick-Welt.
                  In der Kreativität seiner Bildsprache ist diese kleine, aber feine Animations-Perle aus den 70ern kaum zu überbieten und bietet verrückte Ideen für zehn Filme!
                  Dabei werden Themen wie die Habgierigkeit, die Zerstörungswut und die pure Arroganz (allem Untergeordneten gegenüber) des Menschen behandelt.
                  Die an den Frieden appelierende Botschaft ist zwar nicht neu und kommt generell gegen Ende relativ plump daher, darüber kann jedoch hinweg gesehen werden, denn der Weg dahin ist ein einziger gezeichneter LSD-Trip durch fremde Welten.
                  Der Zeichenstil und der zu fast jeder Zeit vorhandene einprägsame Jazz-Soundtrack sind sicherlich gewöhnungsbedürftig, doch eins ist LA PLANÈTE SAUVAGE auf jeden Fall: Einzigartig!

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                  • Während einige Regisseure mit aller Gewalt ihre Karriere vorantreiben, stolpern andere da einfach so hinein. Rene Laloux ist so einer, der seinen ganz eigenen Weg bestritt und niemand konnte ihm darauf folgen. Laloux war bereits ein begeisterter Künstler, der aber zunächst in einer Nervenklinik arbeitete. Dort produzierte er einen animierten Kurzfilm als Therapie, der ins französische Fernsehen gelangte. Laloux inszenierte noch weitere Kurzfilme, bevor er mit Fantastic Planet 1973 debütierte. Der Film spielt in einer unbestimmten Zeit, in der die Menschen (Om) auf einen fernen Planeten verschleppt werden. Dort fungieren sie als Haustiere der Draag. Das sind gigantische Kreaturen mit blauer Haut. Der Held des Films, Terr, wird einem Draag Kind geschenkt - mit Kostüm! Terr aber lernt genug über die Rasse der Draag, um seine eigene Spezies zu befreien. Der Surrealist Roland Topor entwarf die Designs dieses wunderbar erfindungsreichen Ortes voller merkwürdiger Pflanzen und seltsamer Kreaturen. Alles unterliegt der natürlichen Auslese: Fressen und Gefressen werden. Eine der Kreaturen schüttelt einen winzigen Vogel, bis er stirbt. Einfach so zum Spass. Fantastic Planet wurde 1973 in der CSSR produziert und wenn wir mal den surrealen Filter ignorieren, bemerken wir, dass die Om die Tschechien darstellen und die Draag die russischen Unterdrücker. Folg mal der Fährte von Topor und ganz schnell landest du in der zweiten Blüte des Surrealismus während der 60er Jahre. Dazu haben wir die besten Animationsfilme (aber nur für Erwachsene) auf der Seite unserer Videothek cinegeek.de gesammelt.

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                    • 9

                      Nach dem schrecklichen FINAL GIRL habe ich einfach noch einen Film gebraucht um wieder gut drauf zu kommen. Also habe ich mir zum ersten Mal die deutsche Fassung von FANTASTIC PLANET vorgenommen. Auch wenn ich die englische Sprachausgabe wohl am liebsten mag, hat diese deutsche Synchro was für sich. Sie ist wunderbar weird und passt ausgezeichnet zu diesem Film, der mich auch nach dem x-ten Mal gucken ratlos aber fasziniert zurücklässt. Lalouxs AnimationsWunderWerk ist ein fiebrig erzählter Alptraum von Film. Der Soundtrack ist fantastisch und passt 1a zu den vertrippten Bildern, die sich dem Zuschauer ins Gedächtnis brennen.
                      Also kurz gesagt: ich verliere mich immer wieder gerne in diese wunderbar abgefuckten 70 Minuten. Grandios.

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                      • 8
                        dreamtraveller 07.03.2016, 22:30 Geändert 07.03.2016, 23:58

                        Cineastische Bildungslücke erfolgreich geschlossen! "Der phantastische Planet" von René Laloux ist in der Tat etwas ganz Besonderes. Der gute Herr Laloux hat entweder eine Phantasie, die nicht von dieser Welt ist, war bei der Realisation dieses Films unter LSD-Einfluss mit verstärkter Wirkung durch halluzinogene Pilze oder ist selbst nicht von dieser Welt. Von diesem Ideenreichtum kann sich manch ein Fantasy- oder Sci-Fi-Regisseur eine Scheibe abschneiden! Zusätzlich zu diesem wundervollen Trip gibts noch eine moralisch wichtige Botschaft serviert. Trotzdem ist nicht alles phantastisch auf dem Planeten Ygam. Die Charaktere bleiben leider etwas blass und taugen daher nicht wirklich als Sympathieträger oder Identifikationsfiguren. Die dazugehörigen Dialoge sind ebenfalls durchschnittlich. Hier hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Ach ja, fast noch vergessen: Der Score ist GÖTTLICH ♥

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                        • 8

                          In "La planète sauvage" entführt René Laloux den Betrachter auf einen Planeten, auf dem fremdartige, riesige Wesen Menschen wie Tiere behandeln und diese entweder als Haustiere halten oder aus Angst, sie könnten ihnen eventuell gefährlich werden, direkt ausrotten.
                          Es ist eine recht einfach erzählte Geschichte von Sklaverei und Aufstand, die allerdings ungemein wichtige Themen wie Unterdrückung, Manipulation durch Propaganda oder Faschismus behandelt und am Ende ein Plädoyer für Gleichberechtigung darstellt, egal ob man dieses Werk als Auseinandersetzung zwischen Mensch und Tier oder generell unterschiedlichen Kulturen interpretiert.
                          Abgesehen von seiner inhaltlichen Ebene ist dieser Zeichentrick-Film schlichtweg ein pures Erlebnis, als sei er von Production-Designer Roland Topor auf LSD erdacht worden. Es ist ein Genuss, in diesen surrealen, psychedelischen Planeten einzutauchen, dessen Regeln, Funktionsweisen und Rituale sich nie vollends erschließen und oftmals nur in bizarren Randnotizen und kuriosen Ereignissen angedeutet werden. Trotzdem ergründet man diese kreative Explosion an faszinierend fantasievoller Mythologie nur allzu gerne. Herausragend ist zudem der Score, der am ehesten als wilder Acid-Jazz eingeordnet werden kann und den meditativen Charakter dieses Zeichentrick-Kunstwerks nur zu gut untermalt.
                          Aufgrund der mitunter wirklich brutalen und regelrecht verstörenden Impressionen sowie der ernsten, vielschichtigen Handlung ist "La planète sauvage" für jüngere Zuschauer nicht wirklich geeignet. Durch seine Entstehung in den 70ern, in denen allgemein mit dem Medium experimentiert wurde und zahlreiche ungebändigte Höhepunkte entstanden sind, wirkt dieser Film, als hätte man Avantgarde-Ikone Alejandro Jodorowsky den Malstift gereicht, damit dieser seinen unnachahmlichen Gedanken freien Lauf lassen durfte. Ein Pflicht-Film für alle, die dem Surrealen, Ungewöhnlichen aber auch kreativen Zeichentrick-Ergüssen zugeneigt sind.

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                          • 9
                            VisitorQ 05.04.2015, 01:59 Geändert 05.04.2015, 02:03

                            Nach wie vor einer meiner liebsten Animationsfilme ever. Ich bin Rene Laloux so was von verfallen und "Fantastic Planet" ist in der Tat der Höhepunkt seines Schaffens. Der Soundtrack ballert einen durch diese knapp 72 Minuten, die beinahe so wirken wie ein etwas längerer Trailer. Die Geschichte ist so gigantisch und es passiert so unglaublich viel, Laloux hätte aus der Thematik einen zehnstündigen Film machen können. Aber genau dieses extrem hohe Tempo macht diesen surrealistischen Film so außergewöhnlich. Ein Film, der nicht beschrieben sondern erlebt werden muss. Alle, die auch nur ein klein wenig Interesse an Animationsfilmen haben und "Fantastic Planet" nicht kennen, müssen ihn sich ansehen. Einfach großartig.

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                            • 8

                              Beste Filmmusik

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                                Dergestalt 09.01.2015, 20:36 Geändert 12.09.2015, 00:35

                                Der Titel des Films dürfte programmatisch zu sehen sein. "Der phantastische Planet" überzeugt weniger durch eine besonders aufregende Handlung als durch seine grandios fantastische Welt. Die wiederum hat ihren bösen Unterbau und drückt den mit jeder Faser aus.
                                Ein Menschenleben ist hier schlicht kaum etwas wert, höchstens dient es zur Belustigung der übermächtigen Draag und die sind äußert rücksichtslos, wenn auch nicht frei von Empathie und Verständnis. Und auch die Welt überhaupt ist unbarmherzig, Symbiosen gibt es nicht, hier frisst ein Wesen das andere. Alles läuft schließlich auf einen Überlebenskampf hinaus.

                                "Der phantastische Planet" ist wunderbar ausgefallen in seinen Ideen, Bildern und auch seinem psychedelisch-krautrockigen Soundtrack. Gleichzeitig wirft er mit seiner Ausdruckskraft nicht um sich, sondern hält sie in einem steril-kühlen Szenario. Die Welt hier ist eher eine matte Wüstenlandschaft als eine bunte Zauberwelt. Wie bei Dalís Bildern überraschen die plötzlichen Umweltveränderungen und die unfassbar grotesken Wesen dann umso mehr. Diese Kreaturen reagieren grundsätzlich bösartig und führen dem Menschen die Unmöglichkeit eines Lebens dort immer wieder vor.
                                Ebenfalls spannend ist die Kultur der Draag, die sich als spirituell-psychedelisch zeigt. Es bleibt unbegreifbar, wie diese Wesen funktionieren, aber sie tun es in ihrem eigenen Kosmos und das ist faszinierend. Sehr schön auch, dass der Film aus ihnen niemals vollständig pure Bösewichte macht, sondern immer auch alltägliche Facetten aufzeigt, vor allem aber Parallelen zum Menschen.

                                Was mich ein wenig stört, ist die bisweilen spröde Inszenierung, die zu den erdig-trostlosen Bildern zwar passt, teils aber auch unfreiwillig komisch wirkt. So sind die Dialoge meist steif, die Charaktere blass, Interaktionen überhaupt stereotyp und auf ihre Handlungsfunktion reduziert. Wirklich Leben kommt dabei nicht auf, was wie gesagt aber zum Film passt. Auch die Handlung folgt typischen Genreregeln und überrascht niemals. Der Film zieht seinen starken Effekt tatsächlich durchweg aus seinem Setting, seinen Ideen. Und die sind so genial, dass sie Handlung, Charaktere und Dialoge auch hinter sich lassen und ganz für sich sprechen. Und das muss ein Film schließlich auch erstmal können.

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                                • 9 .5
                                  TV Einheit 26.08.2014, 08:14 Geändert 10.01.2015, 09:04

                                  Man könnte meinen, Hieronymus Bosch sei mit einer Hand voll Mutterkorn durch ein Zeitloch gekrochen, um dann mit Monty Python einen Animationsfilm für älteres Publikum zu produzieren. Das Ergebnis ist ein surrealistisches, psychodelisches Werk, das den Planeten Ygam so gut dokumentiert, dass sich der Eindruck aufdrängt, die Macher seien vor Ort gewesen und hätten all die Seltsamkeiten selbst erlebt. Und was man hier zu sehen bekommt, ist überwältigend, verstörend und inspirierend.
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                                  Positiv anzumerken neben der genialen Geschichte und den unzähligen, fantastischen Details zur Flora und Fauna der fremden Welt, ist die Zeitlosigkeit dieser Produktion: weil eben die Welt so fern unserer Realität ist, erscheint sie auch keiner Mode unterworfen zu sein. Viele andere Filme vergangener Tage spiegeln ihre Gegenwart wider und so tragen die Protagonisten Schlaghosen, die Computer haben riesige Tasten, seltsame Hebel und reden stets blechern. Dieser Film dagegen erscheint autark und lässt sich zeitlich nur schwerlich einordnen: eine großartige Leistung in jeder Hinsicht. Sehr fein!

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                                  • 8

                                    La planète sauvage fühlt sich an wie ein, als würde man durch die Augen eines Geschichtsprofessors sehen, nachdem er LSD genommen und durch eine Salvador Dalí-Kunstausstellung schlendert. La planète sauvage merkt man in gewisser Weise sein Alter nicht nur auf Grund des völlig surrealen düsteren Dalí'esken Zeichenstils, sondern auch auf Grund der für die 60er und 70er Jahre üblichen Hippie-Ideologie an, die sich in der Geschichte und all der Symbolik raus lesen lässt. "Der phantastische Planet" verdient es mit vollstem Respekt als eines der großartigsten Zeichentrickmeisterwerke in der Geschichte des Films anerkannt zu werden, jedoch ist mir der Beigeschmack, dass es sich hier nicht mehr um eine Zeitgemäße Science Fiction-Vision handelt und die beinahe völlige Unterhaltungslosigkeit zu stark um noch mehr Punkte zugeben, auch wenn ich es gern würde.

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                                    • 8 .5

                                      Phantastische geniale dunkle überbordernde Science Fiction Vision die den Menschen vergleichsweise auf die Position von Insekten und Haustieren herunterbricht... Der düstere Grundton hallt auch länger nach der Sichtung nach... und wenn der Film manche Menschen beim nächsten mal von dem Zertreten einer Spinne abhält, ist schon viel gewonnen...

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                                      • 8 .5

                                        Ein ziemlich verstörender Zeichentrickfilm, der auf jeden Fall nichts für Kinder ist und - da stimme ich allen zu - der sich, besonders wegen der unheilvollen Gesichter der "Draag", in mein Gedächtnis brannte. Aber gerade das ist es, was so faszinierend an diesem Film ist. Ebenso fand ich es verblüffend wie mein Blick an den Gesichtern dieser fiktiven Lebensformen fest hing.
                                        Aber um es kurz und knapp zusammenzufassen: Fantastisch utopisch! Genauso wie eindrucksvolle Science-Fiction sein sollte.

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                                        • 9

                                          Einer der Filme, die sich einem unabänderlich ins Gedächtnis brennen.
                                          Auf einem fremden Planeten sind Menschen im Vergleich zu deren Bewohnern (die ein klein wenig Ähnlichkeit mit den Na'vi aus "Avatar" haben :) so winzig wie Ameisen und werden von den meisten Bewohnern auch wie solche behandelt. Das heißt, so wie die Menschen Ameisen behandeln. Einige wenige hingegen werden als Haustiere gehalten. Und einer davon übt schließlich Widerstand.
                                          "Der phantastische Planet" oder "La Planète sauvage", wie er im Original heißt, ist ein verstörender, surrealer, aber pädagogisch sehr wertvoller Film, der dem Zuschauer vor Augen führt, wie er eigentlich Tiere und seine Mitmenschen behandelt. Durchaus vergleichbar mit "Planet der Affen". Man könnte ihn aber auch als Science-Fiction-Version von "Unten am Fluß" betrachten, der fünf Jahre später erschien, in dem es aber nicht minder brutal zugeht.
                                          In diesem hier kommt schon in der Anfangsszene der erste Schock: man sieht eine Frau mit einem Baby im Arm, die von riesigen blauen Händen gehetzt und gequält wird und schließlich stirbt. Und dann stellt sich raus, dass die Hände zu Kindern gehören, die das ganze nur als Spiel wahrnehmen und nichts Verwerfliches darin sehen. Ja, Kinder können eben sehr grausam sein.
                                          Durch solche und ähnliche verstörende Szenen wird einem aber die pazifistische und humanistische Botschaft sehr gut nahegebracht. Nebenbei sprühen die (komplett in der damaligen Tschechoslowakei entstandenen) Zeichnungen nur so vor Fantasie- und Detailreichtum. Die außerirdische Welt ist bevölkert mit zahlreichen surreal anmutenden Kreaturen.
                                          Ein sehr wichtiger Film, zwar nicht für die kleinsten geeignet, den aber jeder mal gesehen haben sollte.

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                                          • 8

                                            Einfach anschauen und geflasht sein!

                                            Bewertung der UK-Blu Ray findet ihr hier:
                                            http://mr-stone-movies.blogspot.de/2013/06/la-planete-sauvage-uk-import-blu-ray.html

                                            • 8

                                              Kaum ein Zeichentrick-Regisseur schafft mit seinen Zeichnungen diesen unerklärlichen Effekt. René Lalouxs Stil ist so abstoßend wie faszinierend. In "der Phantastische Planet" läuft der Stil wie ein Zahnrad mit der genauso abstoßenden wie fasziniernden Geschichte ineinander. Hypnotisiert ist man von diesen blauen Wesen, die einen erschaudern lassen mit ihrer unerträglich-nüchternen Boshaftigkeit. Und trotzdem haben sie eine so sinnliche und sensible Anmut. Eben wie eine weiterentwickelte intelligente Spezies, die nah am menschlichen Wesen ist. Irgendwie geschieht es doch ziemlich schnell und einfach, eine Ameise zu zerquetschen. Das ist auch irgendwie schade. Irgendwie.
                                              Ob nun jede entwickelte Form aus "Spaß" ihre Umgebung unterwirft ist eine streitbare Idee. Die Stärke dieses Hierarchie-Modells ist aber meiner Meinung nach dieses Gefühl der Selbstverständlichkeit der Unterwerfung, die erzeugt wird, durch diesen Mix aus liebervoller Erziehung und der passiven Naivität der Machtausübung. Dazu eine wunderbar absurd-schön ausschauende Welt, voller toller Kulissen, Wesen und Kostüme. Alain Goraguers Bomben-Soundtrack, der den "Geist" der 70er problemlos wiedergibt passt sich dieser welt hervorragend an. Hypnotische Rituale, egal von den Om (Menschen) oder den Draag (Blauwesen), ziehen in den Bann. Und dann noch diese Faszination für primitive Spielchen, für die man sich als Lebewesen auch nicht zu schade ist. Puppenspielchen, Hahnenkämpfe, oder dann eben doch Krieg.
                                              Und zum Schluss bleibt die Erkenntnis, dass die Konsequenz höherer Intelligenz dass um sich selbst drehen ist. Spaß wird zum Selbstverständnis und (einzigem) Lebensantrieb, wenn der Schutzbunker groß genug ist. Egal ob als Kind, wenn man mit faszinierenden Menschenwesen Barbie spielt, oder als Erwachsener, wenn sich Meditation als sinnliches Pornogucken der Zukunft durchsetzt. Die mächtigste Waffe jeder intelligenten Lebensform ist dann doch die Fantasie.
                                              Einfach ein phantastischer Film.

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                                              • 9

                                                Hätte ich den Film als Kind gesehen, hätte ich mir instant die Augen ausgestochen, um nie wieder soetwas Schlimmes sehen zu müssen. Da ich nun etwas älter und reifer bin, habe ich für nächste Woche gleich mal ein paar Therapiestunden beantragt. ... Einer der schlimmsten, weil verstörendsten und unangenehmsten Filme, die ich bisher gesehen habe, der audiovisuell so hypnotisierend und widerlich zu gucken ist, dass es in der Seele weh tut.

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                                                • 8 .5

                                                  Gefallen hat mir alles, außer die leicht primitive, ausgelutschte und künstlerisch fast wertlose Botschaft. Extrem viel steckt in dieser Art des Filmemachens und nun sind schon fast 40 Jahre vergangen in denen das Potenzial von dadaistischen Animationsfilmen nach LA PLANÈTE SAUVAGE ungenutzt wurde. Schade aber auch!

                                                  • 7 .5

                                                    Wow, als ich erst gestern ein Bild aus dem Film gesehen habe hat mich glatt umgehauen! Ich muß diesen Film als recht kleines Kind gesehen haben, hatte ihn aber komplett vergessen.
                                                    Habs gleich angeschaut und bin begeistert vom tollen Design und den sehr schönen Zeichnungen. Der Trick ist sehr altmodisch in Zeiten von CGI und Anime, aber den Charme des Film tut das keinen Abbruch.

                                                    Kein Kinderfilm!