Der Stern von Indien - Kritik

Viceroy's House

IN/GB · 2017 · Laufzeit 106 Minuten · FSK 6 · Historienfilm, Drama · Kinostart
Du
  • 6

    Üppige Ausstattung und einige gute Schauspielleistungen, unter anderem von Gillian Anderson, halten [Den Stern von Indien] zusammen. [Ben Kenigsberg]

    • 7

      Das Sujet ist eigentlich viel zu komplex für einen ungefähr hundertminütigen Spielfilm, daher eignet sich 'Der Stern von Indien' allenfalls zum Einstieg in die Thematik. Regisseurin Gurinder Chadha erzählt die Geschichte zwar gewiss nicht unparteiisch, ist aber trotz persönlicher Betroffenheit einigermaßen um Ausgewogenheit bemüht. In opulenten Bildern zeichnet sie einige wesentliche Wegmarken bei der Abspaltung Pakistans auf und deutet dabei (mal mehr, mal weniger explizit) so manche himmelschreiende Ungerechtigkeit an. Für Leute, die entweder an der Region und ihrer Kultur oder an Politik oder Geschichte interessiert sind, durchaus ein interessantes Drama.

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      • 5

        Vor dem historischen Hintergrund durchaus sehenswert, allerdings zeichnet der Film den schmerzhaften Weg Indiens in die Unabhängigkeit samt Teilung doch sehr weich. Bleibt weit hinter dem guten alten "Gandhi" und anderen Historienstreifen zurück.

        • 7 .5

          Disclaimer: ich habe die englische Originalfassung gesehen

          Erstaunlich kurzweiliger und stellenweise witziger Film für für so ein trockenes Thema.
          Charismatische Schauspieler, die ihre Rollen großartig ausfüllen. Trotz des Happy Ends kein "Feel Good Movie". An manchen Stellen musste ich echt schlucken, vor allem weil das Thema (Krieg, Vertreibung, Flüchtlingskrise, eine Weltmacht die aus wirtschaftlichen Gründen Weltpolizei spielt, verschiedene Religionen, die versuchen zu Koexistieren) momentan auch sehr aktuell ist.
          Man sieht immer die Bilder aus den Krisengebieten in den Nachrichten aber was das für die betroffenen Menschen vor Ort wirklich bedeutet, davon macht man sich keine Vorstellung. Dieser Film hat das geändert.
          Ebenfalls erwähnenswert ist die auch großartig Filmmusik von A.R. Rahman.
          Ein wichtiger Film, der von von der FBW übrigens als "Besonders wertvoll" eingestuft wurde.

          • 9
            MarcelN44 15.08.2017, 22:14 Geändert 16.08.2017, 22:16

            "Der Stern von Indien" ist nicht unbedingt ein irreführender Titel, schließlich ist der seinerzeit von der britischen Krone ernannte Vizekönig von Indien Großmeister kraft Amtes des gleichnamigen Ritterordens, doch ist der Originaltitel "Viceroy's House" ungleich treffender, da die meisten Geschehnisse der in Indien gedrehten 106 Minuten genau dort stattfinden.

            Es ist das Jahr 1947 und Europa hat unter dem zweiten Weltkrieg schwer gelitten. Es ist schlichtweg nicht mehr das Potential vorhanden, eine Kolonie der Ausmaße von Britisch Indien (heutiges Indien, Pakistan, Bangladesch und Myanmar) zu verwalten. Der gewaltfreie Widerstand der Unabhängigkeitsbewegung soll dabei natürlich nicht unterschlagen werden. Doch die Jahrhunderte lange Teilung der Religionen - getrennte Schulen waren üblich - machte eine Übergabe der Amtsgeschäfte an ein geeintes Indien unmöglich. Moslems und Hindus strebten eigene Territorien an, nur Gandhi blutete dabei das Herz...

            Vor diesem Hintergrund erzählt Gurinder Chadha ("Kick it like Beckham"), deren Großmutter eine der Millionen Flüchtlinge war, die die Abspaltung Pakistans von Indien hervorbrachte, die Geschichte des letzten Vizekönigs von Indien, Louis Mountbatten (Hugh Bonneville, "Paddington"), und seiner Frau Edwina (Gillian 'Scully' Anderson), denen viel an einem friedlichen Fortbestands Indien lag. Unter Zuhilfenahme einer Liebesgeschichte zwischen einer Muslimin und einem Hindu porträtiert Chadha die Probleme dieses riesigen Landes mitten im Umbruch, das schon damals ein Fünftel der Weltbevölkerung beherbergte. Konzentriert auf das Personal des Herrschaftshauses und deren Angehörige, kann man erahnen was damals für Spannungen in der Luft lagen.

            Und bis heute liegen. Mehrere bewaffnete Auseinandersetzungen um die Kashmir-Region sind Zeugen eines Dilemmas, das in etwas angeblich reinem und friedlichem wie der Religion seinen Ursprung hat. So fielen auch Gandhi und Mountbatten letztlich religiös verbohrten Attentätern zum Opfer.

            Eine spannende Geschichte, ein toller Film!

            • Regisseurin Gurinder Chadha verfilmte mit "Der Stern von Indien" die Geschichte von dem Weg zur Unabhängigkeit Indiens von Großbritannien. Schauspielerisch überzeugend, Gillian Anderson sieht mit 49 immer noch zeitlos schön aus und auch die Kulissen sind schön inszeniert. Traurige Geschichte mit einer Lovestory zwischen einem Inder und einer Landesgenossin im Bollywood Stil, lebhafte Musik und Tanz sind beeindruckend. Der Film spielt im Jahr 1947 und wurde zeitgemäß umgesetzt, zwischendurch sind Szenen von den echten Ereignissen zu sehen und im Abspann auch original Fotos von Louis und Edwina Mountbatten und den indischen Menschen, darunter auch Gandhi, zu sehen. Schöner und empfehlenswerter Film, gelungen!

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              • 7 .5

                Ein sehenswerter Film, opulent gedreht, mit tollen Schauspielercharakteren, über eine dramatische Zeit, als 1947 Indien unabhängig wurde und sich spaltete.

                • 6 .5

                  Der Stern von Indien setzt deutlicher als die bisherigen Filme Chadhas auf Elemente des populären indischen Kinos. [...] Zudem räumt der Film der Liebesgeschichte beinahe genauso viel Raum ein wie den politischen Ereignissen. [Fabian Tietke]

                  • 5 .5

                    Keine Fiktion kann historischen Großereignissen in all ihrer Widersprüchlichkeit gerecht werden. Auch Der Stern von Indien spart trotz bemühten Panoramablicks Perspektiven aus. [Andrey Arnold]

                    • 5 .5

                      Aber auch wenn die Großmutter der Regisseurin die Ereignisse selbst miterleben musste, Der Stern von Indien erzählt letztlich aus der Perspektive der Kolonialisten, was als seltsamer Beigeschmack über den ganzen Film liegt. [Günter H. Jekubzik]

                      • Boah, kotz! Warum kriegt Gillian Anderson nicht ihre gewohnte Synchronsprecherin? Den Film boykottiere ich.

                        • 6 .5

                          Regisseurin Gurinder Chadha, deren Familie unmittelbar in die tragischen Ereignisse nach dem Ende des British Empire verstrickt war, zeichnet die Ereignisse in ihrem äußerst sehenswerten Historienfilm "Der Stern von Indien" nach. Ihr gelingt es, Figuren und politische Konstellationen mit prima Schauspielern und einem gelungenen Drehbuch zu motivieren.

                          Mit besten Ergebnissen: "Da habe ich endlich mal was kapiert", war ein Urteil, dass man von Besuchern der diesjährigen Berlinale, wo der Film seine Weltpremiere erlebte, nach der Aufführung durchaus öfter hörte. Regisseurin Chadha sagt: "Meine Filme versteht jeder."

                          (Amnesty Journal 8-9 2017)

                          • 8

                            In [Gurinder Chadhas] zu Herzen gehenden, zart-bollywoodesken Historiendrama Der Stern von Indien beleuchtet sie eindrucksvoll die politischen Hintergründe, die zu dieser schmerzlichen und verlustreichen Spaltung des Landes geführt haben, deren Konflikte bis heute weiter schwelen. [Gabriele Summen]

                            • 6

                              So ist Der Stern von Indien [...] unterm Strich zwar kein allzu großes Ereignis und gewiss auch nicht Gurinder Chadhas bester Film. Als solide Geschichtslektion ist er dennoch durchaus bemerkenswert. [Irene Genhart]

                              • 6

                                Gurinder Chadhas opulent ausgestattetes Historiendrama versucht, aus dem Oben und Unten des Palasts von »Vizekönig« Lord Mountbatten die Hintergründe der Teilung Indiens verständlich zu machen. [Manfred Riepe]

                                • 8

                                  GURINDER CHADHA, indisch-britische Regisseurin, bei uns bekannt geworden mit der Komödie „Kick It Like Beckham“, schildert in ihrem neuen Film die dramatischen Umstände der Teilung Indiens im Jahre 1947. Wobei auch ihre Familie direkt davon betroffen war. Ihre Großeltern mussten flüchten und trafen sich erst in einem Flüchtlingslager wieder.
                                  Über 300 Jahre war Indien britische Kolonie. Lord Mountbatten (Hugh Bonneville) trifft mit seiner Frau Edwina (Gillian Anderson) in Delhi ein. Er hat als Vizekönig den Auftrag die britische Kronkolonie in die Unabhängigkeit zu entlassen. Eine schwierige Aufgabe die Mountbatten da vor sich hat.
                                  Unter den fast 500 Bediensteten in dem Palast arbeiten auch der Hindu Jeet (Manish Dayal) und die schöne Muslima Aalia (Huma Qureshi). Jeet traut seinen Augen kaum, als er bei einem Rundgang die schöne Aalia wiedersieht. Die Lehrerin ist ohne Zweifel die Liebe seines Lebens, aber da sie Muslima ist und von ihrem Vater (Om Puri) einem anderen versprochen wurde, haben sich die beiden seit zwei Jahren nicht mehr gesehen. Aalia pocht zunächst darauf, dass ihre Verbindung unmöglich sei, wird aber durch Jeets Entschlossenheit bald schwach – die Liebe erstarkt.
                                  Indes führt Mountbatten Gespräche mit wichtigen indischen Politikern: mit dem Führer der Muslimliga Muhammad Ali Jinnah (Denzil Smith), der die Teilung des Landes und die Gründung eines muslimischen Pakistan vorschlägt, und mit seinem Gegenspieler Mahatma Gandhi (Neeraj Kabi), der sich für den Erhalt der Einheit des Landes einsetzt.
                                  Dieser Konflikt spiegelt sich auch in Jeet und Asif wider, den beiden Männern, die um Aalia werben. Jeet verteidigt die Einheit und das friedliche Mit- und Nebeneinander von Hindus und Muslims. Asif jedoch befürwortet einen neuen Muslim-Staat, in dem er mit Aalia glücklich werden will.
                                  Über den Streit brechen überall im Land Unruhen aus. Mountbatten sieht sich gezwungen, schneller zu handeln als zunächst geplant. Gegen den Widerstand Edwinas kehrt er zu Konsultationen nach London zurück und bekommt grünes Licht, den „Mountbatten-Plan“ in die Tat umzusetzen: Britisch-Indien wird in zwei Nachfolgestaaten aufgeteilt, die Indische Union und Pakistan.
                                  Der Schritt scheint unvermeidlich und wird daher von allen politischen Anführern unterstützt. Trotzdem versinkt das Land in den Folgemonaten im Chaos. Es wird geteilt, was eigentlich zusammengehört, und das bringt viele Probleme mit sich. Auch für Jeet und Aalia heißt es nun Abschiednehmen, denn Aalias Familie emigriert nach Pakistan. Werden die beiden einander je wiedersehen?
                                  Zum 70. Mal jährt sich in 2017 die Gründung der Indischen Union und der kleineren Islamischen Republik Pakistan, sie war Folge eines langwierigen Unabhängigkeitskampfs, der weitgehend gewaltfrei vonstattenging und dennoch im Chaos mündete. Denn einig waren sich die vielfältigen politischen und religiösen Kräfte des Landes, repräsentiert durch Anführer wie Gandhi, Nehru und Muhammad Ali Jinnah, nur in ihrer Ablehnung des britischen Empire. Ein friedliches Miteinander in einem selbstbestimmten und vereinten Indien wollten sie jedoch nicht. So führte die Teilung zu einer der größten Fluchtbewegungen der Geschichte. Zehn Millionen Hindus und Sikhs wurden aus Pakistan vertrieben, etwa sieben Millionen Muslime aus Indien. Rund eine Million Menschen kamen ums Leben.
                                  Ein opulentes Stück Kino das von der Regisseurin Gurinder Chadha auf die Leinwand gebracht wird. Über 1000 Komparsen und der überwiegende Teil des Films ist an Originalschauplätzen gedreht wurden. Die Filmmusik von Allah Rakha Rahman bringt ein Stück Bollywood ein.
                                  107 Minuten – ein Stück Weltgeschichte, spannend und unterhaltend dargeboten.

                                  • 7 .5

                                    Mit ihrem erhellenden Geschichtspanorama bietet die indisch-britische Regisseurin Gurinder Chadar nun spannende Einblicke hinter die Kulissen politischer Entscheidungen. Ihr hochemotionales, sinnliches Erzählkino hilft zu begreifen, wie koloniale Machtstrukturen immer noch nachwirken. [Luitgard Koch]

                                    • 6

                                      Der Stern von Indien kommt unleugbar von Herzen, liefert aber ein unausgeglichenes Sammelsurium von skizzierter Politik, starkem historischem Material und einer unterkochten Romanze ab. [Ian Freer]

                                      • 8 .5

                                        Wunderschöner Film voller Wärme, Opulenz, Leid und Hoffnung. Der Film ist gut recherchiert und funktioniert daher auch als historische Annäherung an die Ereignisse zur Zeit der Übergabe Indiens in den 1940er Jahren. Ich persönlich habe viel gelernt und zugleich noch einen spannenden Film gesehen. Bisheriger Berlinale-Höhepunkt!

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                                        • 4

                                          Der Stern von Indien ist ein verschwenderisches, aber glanzloses Historiendrama. [Stephen Dalton]

                                          • 4

                                            Gurinder Chadhas gestelzter Historien-Epos Viceroy’s House baut zu wenig persönliche Investition in seine Thematik auf. [Guy Lodge]

                                            • 6 .5

                                              Gurinder Chadha gelingt es einen mainstreamtauglichen Film zu präsentieren, der sowohl Hintergründe und Konsequenz der politischen Entscheidung beleuchtet, als auch für humorvolle Passagen sorgt, und dem Thema seine Härte etwas nimmt. [Julia Stache]