Der Stoff, aus dem die Helden sind - Kritik

The Right Stuff

US · 1983 · Laufzeit 193 Minuten · FSK 12 · Historienfilm, Abenteuerfilm, Drama, Science Fiction-Film · Kinostart
Du
  • Sie: I never could stand a man who was one of those, "remember-whens." Those bitter guys that just sit around thinking about old times. If I ever see that happen... I'm going right out the front door. And you'll never catch me.

    Er: I'm a fearless man, but I'm scared to death of you.

    Sie: No, you're not. But you ought to be.

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    Diesen vielleicht schönsten Dialog einer lebendigen Ehe übersah ich als Jugendlicher in dieser ausufernden Wundertüte von einem Film, der so reich an großartigen Bildern ist, dass man sich gar nicht alles merken kann. Um so mehr staune ich beim Wiedersehen als Erwachsener, denn jetzt kenne ich alle Darsteller, deren geballte Jugendlichkeit von heute aus gesehen beinahe etwas beängstigendes hat - einzig Scott Glenn sah damals schon alt aus. Doch, doch, und das bitte sehr an der Seite von Lance Henriksen! Das ist schon eine beachtliche Leistung :)

    Mist, ich wollte doch bei den überlebensgroßen Bildern von Caleb Deschanel bleiben, die bei einem Quartett ikonischer Szenen so viele Stiche machen würden, dass einem davon so schwindelig wird wie einem Testpiloten, dessen Maschine sich im Absturztaumel befindet. Damit meine ich nicht überästhetisiert muskulöse Männer in Untersicht, Gegenlicht und Zeitlupe (schauder), wie sie der deutsche Verleihtitel leider suggeriert, sondern die durchweg nüchternen, schlicht gehaltenen, schön komponierten Bilder. Die einzigen Zeitlupen stammen aus den dokumentarischen Aufnahmen der Raketenstarts, in die sich die inszenierten Szenen nahtlos einfügen (dafür gab's zu Recht einen Oscar), ohne es digital machen zu müssen, wie in "Forrest Gump". Dafür gibt es viel magische Stunden. Drei, um genau zu sein.

    Der Film hatte für mich damals zu früh aufgehört, denn ich wollte unbedingt noch weiter mit diesen Jungs bis zum Mond fliegen. Darauf spielt der Film übrigens wunderschön an - es ist einer der stillsten und vielleicht schönsten Momente, wenn der zwischenzeitlich vom Film vergessene Sam Shepard vor der Wüstenkaschemme steht und hinauf zum Nachthimmel blickt. Mehr braucht es nicht. Das weiß ich jetzt. Dafür erschließen sich mir jetzt obendrein unzählige Nuancen, die diesen Helden Erdung verleihen, allen voran die Gattinnen, mit deren Horror in Gestalt eines Schwarz tragenden Nachrichten-Überbringers der Film beginnt; oder die Ehefrau in der fensterlos gefilmten, einengenden Wohnung, wo weder Wasser noch Strom fließt, und beim Überschallknall die Bilder wackeln, ihr späterer Blick auf den Gatten, der lachend das verbrannte Würstchen vom Grill in die Luft hält; oder die fantastische Sequenz, in der Vizepräsident Lyndon Johnson nicht das bekommt, was er sich einbildet, sich eine Ehe als stärker erweist als die Karriere als lebensmüdes Versuchskaninchen, und sich die zu einer eingeschworenen Gemeinschaft zusammen gewachsenen Männer gegenseitig den Rücken frei halten. Gegen eine solche Astronauten-Gewerkschaft kann keine noch so hohe Autorität anstinken.

    Denn der Film erzählt auch vom erwachsen werden dieser "Flyboys", die bei der wunderschön anzusehenden Herz, Nieren und Verschlussmuskel prüfenden Montage das Schwanzvergleich-Niveau ewig pubertierender Jungs langsam hinter sich lassen. Wunderbar, wie lässig die Schwester Dennis Quaid mehrfach auflaufen lässt, dessen Arsch schlagartig auf Grundeis geht, wenn für seine Eignung unerwartet ein Gespräch mit seiner Ehefrau gefordert wird. Da vergeht ihm das einzige Mal im Film sein an Radioaktivität grenzendes, total verstrahltes Lächeln - Pennywise meets the Joker, sach ich nur.

    Noch mehr im Saft des Jungbrunnens steht allerdings Ed Harris, dessen Hormonpegel ihn hier niemals auch nur müde aus der Wäsche gucken lässt. Dabei umgibt ihn noch eine schon ans Abstoßende grenzende Streberhaftigkeit eines kaltduschenden Frühaufstehers, dem alles im Leben viel zu leicht, oder gleich von selbst in den Schoss fällt. Wäre das nicht durch seine rührende Ehe ausbalanciert, könnte man ihn auf der Leinwand kaum ertragen (und er kann ja nichts dafür, dass er mich ganz unironisch an einen ehemaligen Arbeitskollegen erinnert, der mich mit einer ähnlichen Art innerlich auf die Palme gebracht hat - für mehr diesbezügliche Hinweise möge man Brad Pitt's Figur in "Burn after Reading" studieren). Und dann gibt es da noch die unkommentierte, nicht von ungefähr an Peter Weir erinnernde Glühwürmchen im Weltraum Szene - wer es weniger mystisch mag, möge bitte hier weiterlesen: https://www.universetoday.com/82211/the-mystery-of-john-glenns-fireflies-returns/

    Apropos Glühwürmchen: Um nur eine einzige Szene zu verlinken, ist es eine, die den selbstironischen, reflektierten Geist dieses Films perfekt verkörpert, und obendrein den schönsten ersten Filmsatz in der Karriere von Jeff Goldblum beherbergt: https://www.youtube.com/watch?v=1dSkX9VySOI

    Den deutschen Raketen-Wissenschaftlern begegnet man übrigens in einer weiteren Schlüsselszene wieder, wenn sie davon "überzeugt" werden, ihrem Gefährt doch bitte noch Fenster und Notausgang hinzu zu fügen, einschließlich eines markengerechten Auftritts, eben Kapitalismus in a Raumkapsel. Die Verhandlungen mit den Schimpansen dürften sich als im Vergleich einfacher erwiesen haben; die Montage allerdings, in der sie gegeneinander geschnitten werden, bringt die Affigkeit des männlichen höher, schneller, weiter brillant, leise und lustig auf den Punkt.

    Der "Stoff" aus dem Helden sind, ist eben keine körperliche Überlegenheit, sondern eine Geisteshaltung, wie sie im eingangs zitierten Dialog anklingt, der in Barbara Hershey und Sam Shepard eins der schönsten Leinwandpaare gefunden hat, das man sich vorstellen kann. Zwischen Sonne (oben) und schwarzer Rauchsäule (unten) liegt ein schwindelerregender Flug, den wir Leben nennen, bei dem man auch schon mal die Kontrolle über die Maschine, oder wenigstens die Orientierung verlieren kann - There was a demon that lived in the air.

    6
    • 6

      den wollte ich schon immer mal sehen...3 stunden brauchten nicht sein aber in sachen besetzung und paar witzige/ernste/spannende sachen haben gefallen

      1
      • 7 .5

        Schon ein Kuriosum, auf vielerlei Arten: Ein Heldenepos, das sich selbst die Heldenverehrung stets verweigert; eine Charakterstudie, die sich keinem Charakter allzu sehr nähern will; eine Verbeugung vor mutigen Piloten und genialen Erfindern, die jedoch fast jede handelnde Person zur Karikatur degradiert; ein Flieger- und Spacespektakel mit unerhört grandiosen Effekten, das jedoch nie mit diesen Sequenzen prahlt - ja, ein merkwürdiger, einfallsreich und ambitioniert erzählter Film, der vor allem trotz seiner immensen Laufzeit niemals langweilig wird.

        7
        • 6

          Alles was Rang und Namen hatte und noch haben sollte in den 80er, hier mal versammelt, juhe. Allerdings hab ich selten, ganz selten so dermaßen dämliches Gequatsche gehört und hoffe das es nicht auch noch authentisch ist. Die Wissenschaftler, also die die eigentlich verantwortlich waren für Erfolg und Misserfolg, sind hier sture Schwachköpfe, aber wen interessiert das schon, its Showtime. Und ich garantiere, das grenzdebile Grinsen und Lachen von Dennis Quaid, verfolgt dich bis in den Schlaf. " Wer ist der beste Pilot den du je gesehen hast?" yeah, der Beste of the Best, in einer Kapsel in der auch ein Affe völlig ausreicht.

          3
          • 7

            Trotz der Länge nie langweilig. Auch ein interessanter Einblick, mit welch heißer Nadel das US-Raumfahrtprogramm gestrickt war. Eine gelungene Buchverfilmung, sehenswert.

            • 9

              Hochinteressanter fast epochaler Blick auf die Anfänge der amerikanischen Raumfahrt.
              Oder besser gesagt, als die Raumfahrt laufen lernte, oder fliegen.
              Als der amerikanisch-russische Wettlauf begann, welcher Mensch als erstes den Weltraum ein Besuch abstattet, mussten viele Hürden genommen werden für den neuen Berufszweig Astronauten.

              Diese unglaubliche Schauspielervielfallt die Regisseur Kaufman hier verpflichten konnte machen diesen Historienfilm zu einem absoluten Hingucker.

              Das Mercury Programm war der erste Schritt der Amerikaner sich dem All zu nähern. Das Auswahlverfahren für die jungen Piloten, war aus heutiger Sicht sicherlich grenzwertig und befremdlich, aber es erfüllte zur damaligen Zeit seinen Zweck.

              Auch wenn der Film über 3 Stunden Lauflänge hat, schafft er es von der ersten Sekunde an einen mitzunehmen, auf die Reise weit weit über den Wolken.

              The Right Stuff ist für mich ein Klassiker geworden!

              6
              • 7

                Trotz der vier Oscars und sehr prominenten Besetzung ist "Der Stoff aus dem Helden sind" ziemlich unbekannt. An mir ist er bis vor ein paar Wochen komplett vorbeigegangen. Was natürlich auch nicht im negativen Sinne gemeint ist. Der Film erzählt von der Geschichte der amerikanischen Luft - und Raumfahrt vom Beginn des Überschallflugs bis zum Ende des Mercury Programms. Dieses Programm beinhaltete sozusagen die Eroberung des Weltraums wenn möglich vor den verfeindeten Sowjets.
                Einige Szenen und Momente des Films sind wirklich gelungen. Dazu liest sich die Liste der Darsteller schon ziemlich gut. Jeff Goldblum, Sam Shepard, Scott Glenn, Fred Ward, Ed Harris und der blutjunge Dennis Quaid sind hier zu bestaunen. Nur die Lauflänge von geschlagenen 193 Minuten kann einen schon abschrecken. Da waren einige Längen ja fast schon vorprogrammiert.
                Doch sonst ist dieses Fliegerepos sehenswert und wirklich zu empfehlen.

                6
                • 7

                  Ein etwas langatmiger Kultfilm mit interessanten Einblicken in das Mercury-Programm der USA. Teilweise verknüpft mit Original-Aufnahmen.

                  • 7

                    Ein Glas Whiskey als Sinnbild für den "Rausch" verwandelt sich per Match Cut in einen stählernen Überschall-Vogel. Ein Flieger auf dem Weg zum neuen Höhenrekord verschwindet wie die griechische Figur des Ikarus im gleißenden Sonnenlicht. Ein dringendes Bedürfnis in der Raumkapsel wird zur Sinfonie aus plätschernden Wasserspendern.
                    Doch die berühmteste und am häufigsten kopierte Szene aus "Der Stoff, aus dem die Helden sind" von 1983 zeigt eine Gruppe von Astronauten, die in ihren Raumanzügen heroisch auf die Kamera zu läuft. Regisseur Philip Kaufman hat diese Einstellung zwar nicht erfunden, bereits "Die Glorreichen Sieben" (1960) und die Halbstarken aus "Uhrwerk Orange" (1971) gaben den sogenannten "Power Walk", doch trat Kaufman eine kleine Welle los. "Die Monster AG", "Kill Bill" und "Hangover" verwendeten dieses Muster, in Frankreich verhielt es sich entsprechend für "Nichts zu verzollen", in Deutschland für "Jerry Cotton". Die Nachahmer nutzten, im Gegensatz übrigens zu Kaufman, fast allesamt Slow-Motion. Die 1983er Ausgabe jener Coolness-Demonstration dauert insofern auch nur 25 Sekunden.
                    Bei einer Gesamt-Laufzeit von derweil über 3 Stunden ist zu erahnen, dass "The Right Stuff" deutlich zu lang geraten ist. Der Film handelt von den realen Figuren der späten 40er bis frühen 60er Jahre, die in dieser Zeit für reichlich Rekorde und Nova der amerikanischen Luft- und Raumfahrt sorgten. Das sind der inzwischen 93-jährige Überschall-Pionier Chuck Yeager und die Astronauten des Mercury-Programms, jener Vorhut der Apollo-Flüge.
                    Mit etwas prahlerischem, aber stellenweise angenehm unernsten Ton beschreibt Kaufman den Wettkampf um den Weltraum mit der Sowjetunion. Opfer dieses Drucks sind die Astronauten selbst. Die Gruppe um die von Ed Harris, Dennis Quaid und co. gespielten Männer muss im Film um ihre Anerkennung als "Flieger" kämpfen, denn behandelt werden sie zunächst als Testobjekte. Recht unangenehm zum Zuschauen wird es da schon im Vorfeld, denn tauglich für das All ist nur, wer auf, wortwörtlich, Herz und Nieren geprüft wurde. Wann ist ein Mann ein Mann?
                    "Der Stoff, aus dem die Helden sind" mag zwar pathetisch langgezogen und arm an antagonistischem Unheil sein, doch liefert der Film zahlreiche tolle Einstellungen und ist für Fans gut besetzter Hollywood-Epen besonders zu empfehlen.

                    5
                    • 8
                      Heckenritter 18.01.2016, 17:05 Geändert 18.01.2016, 17:39

                      Chuck Yeager brach sich tatsächlich zwei Tage vor dem ersten
                      bestätigten horizontalen Flug durch die Schallmauer zwei
                      Rippen. Geprellte Rippen tun schon höllisch weh, kein Wunder
                      dass er einen Arm kaum bewegen konnte. Er stellte reihenweise
                      Geschwindigkeitrekorde auf, mit unausgereifter Technik ins Weltall
                      zu düsen war ihm aber zu gefährlich. Kaufmann wirft mit einer
                      amtlichen Portion Ironie einen Blick auf die Pioniere des amerikanischen Raumfahrtprogramms.

                      Ob Bomberpiloten wie Chuck Yeager so sympathische Menschen
                      sind sei dahingestellt, diese Testpiloten haben Ähnlichkeit mit großen
                      Seefahrern, unter Einsatz ihres Lebens sprengen sie bisher
                      bekannte Grenzen mit einem Urvertrauen in ihr fliegerisches
                      Können. Sie wagen das Unmögliche. Die experimentelle Technik bei
                      Düsenjets und den ersten Raketen für bemannte Raumflüge degradierten
                      sie zu Versuchskaninchen, Kaufmann bewundert diese Grenzgänger,
                      verwehrt sich aber nicht einem realistischen Blick auf das Leben dieser
                      besonderen Charaktere.

                      Sie halten sich für die besten, die besten werden Testpiloten und
                      Versuchskarnickel enden als Foto an der Wand in "Panchos Reitklub
                      zum glücklichen Hintern". Hier werden nur die Bilder toter Piloten
                      aufgehängt, die Wand ist gut gefüllt. Kaufmann schaut sich diese
                      todesmutigen Flugasse genau an, was steckt in diesen Kerlen was
                      andere nicht haben? (Oder er nicht hat ;D) Wieso beugen sie sich nicht
                      dem Druck oder der Angst? Und was sind das überhaupt für Frauen, die
                      solche Wolkenstürmer auch noch unterstützen? Ed Harris, Dennis Quaid,
                      Scott Glenn, Fred Ward und Sam Shepard sind allesamt auf sympathisch
                      gebürstet, besonders die Frauen an ihrer Seite wie Barbara Hershey, Pamela
                      Reed und Mary Jo Deschanel verleihen den Figuren Tiefe. Um Portraits dieser
                      Rekordjäger zu entwerfen, nimmt sich Kaufmann viel Zeit, stetig aufgelockert
                      durch imposante Bilder irre schneller Jets auf der Hatz nach einem neuen Geschwindigkeitsrekord.

                      Ja der Film ist langatmig, allerdings sind die 3 Stunden gut gefüllt :)
                      Mit realen und gefakten Dokumentarfilmaufnahmen werden die Urgesteine
                      der amerikanischen Raumfahrt durch alle erdenklichen Belastungstests
                      auf Herz und Nieren geprüft, warum ihnen eine Wärmflasche mit Schlauch
                      in den Arsch gesteckt wurde, bleibt allerdings unklar :). Kaufmann blendet zu
                      keiner Zeit die enormen Risiken für die Piloten aus, diese Ernsthaftigkeit
                      hält sich bis zum Schluß. Mit einer Prise Humor und Kopfschütteln über das
                      unglaubliche Interesse der Presse angereichert, ist dieses Fliegerdrama viel
                      besser als ich es in Erinnerung hatte. Die Musik ist altbacken, eigenartiger-
                      weise konnte ich das gut verschmerzen.

                      Chuck Yeagers X-1a kam wie im Film ins Trudeln, über alle 3 Achsen, nach 51
                      Sekunden Chaossinkflug bekam er die Maschine wieder in den Griff. So sieht
                      es übrigens aus wenn die Schallmauer durchbrochen wird: http://de.academic.ru/pictures/dewiki/70/FA-18_Hornet_breaking_sound_barrier_(7_July_1999).jpg

                      7
                      • 5

                        Mindestens um eine halbe Stunde zu lang geratenes Flieger- und Weltraum-Epos, welches vier Oscars erhielt, womit sich natürlich grundsätzlich ein jeder Film gerne brüsten würde, wenngleich diese jedoch eher zu den unbedeutenderen gehören (Ton, Schnitt, Toneffektschnitt und Filmmusik).

                        Die Geschichte beginnt mit dem bahnbrechenden Durchbruch der Schallmauer bis hin zu den Anfängen der amerikanischen Raumfahrt. Die Thematik ist selbstverständlich grundsätzlich nicht uninteressant, nur schleichen sich allzu häufig vermeidbare Längen ein, die leider selbst die zahlreichen namhaften Darsteller (u.a. Sam Shepard, Ed Harris, Scott Glenn, Fred Ward, Dennis Quaid – hört sich doch nicht schlecht an, oder?) und diversen bekannten Gesichter nicht vollständig kaschieren können.

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                        • 9

                          Einige hervorragende Reviews haben schon einige Poster unter mir verfasst (etwa "RoboMaus" oder "sachsenkrieger" usw.). Was mir aber besonders in diesem Flieger-Raumfahrt-Epos imponierte war vorallem und insbesondere die Erzählung und Darstellung vom Flieger-Veteran Chuck Yeager. Während sich alle Welt, Medien/Presse, Politik und Öffentlichkeit auf die Astronauten stürzte, sie mit Pomp und Feier überhäufte, kam er daher. Ganz leise. Völlig unbeachtet. Praktisch heimlich. Fern ab jeglichen Interesses, Medien oder sonstigem. Nahezu ganz allein in einer weiten Wüste. Und stellt dann einen Höhen- und Geschwindigkeitsrekord nach dem anderen auf. Wird dabei immer wieder fast getötet, übel zugerichtet. Klopft sich quasi den Staub von der Kleidung ab und macht weiter. Dieser äußert krasse Kontrast zwischen den "medialen, öffentlichen Helden" und diesem "ganz stillen Helden" hat mich am meisten berührt.

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                          • 8 .5

                            was für eine geile nummer, die jungs müssen wohl auch die inspiration für jamiroquais space cowboy sein. darum geht's nämlich, ein western in der luft.
                            general yaeger you are truely smoking right stuff!

                            • 7

                              ...und wieder hängt ein Bild mehr an der Wand hinter der Bar. Die Innovationen der Luft- und Raumfahrt waren mit vielen Opfern verbunden - Piloten, die wissentlich ihr Leben bei Erstversuchen riskierten, aber auch viele, die im ‚normalen‘ Einsatz ums Leben kamen. Heute steigen wir heute in ein Flugzeug in der Gewissheit, dass das Risiko zu sterben kleiner ist als im Strassenverkehr. So die Statistik. Doch wieviele Menschen starben, um das zu ermöglichen ist uns nicht bekannt, und wir denken auch nicht darüber nach. 'The Right Stuff' bringt uns die Geschichte dieser Menschen näher und würdigt ihren Einsatz. Doch mit Geschwindigkeitsrekorden war es bald nicht mehr getan. Nachdem die Soviets vorgelegt hatten, war der Weltraum das Ziel, und bald richteten die Amerikaner ihre Resourcen vorwiegend darauf. Die im Doku-Stil gehaltene Story stellt die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtgeschichte dar, vom ersten Überschallflug 1947, über den sovjetischen Sputnik-Schock 1957, bis zu den Erdumrundungen des Mercury-Programmes 1963. Dabei bezieht sie die Ängste, aber auch den Stolz der Piloten-Frauen würdigend mit ein.
                              Man kann die Anspannung förmlich fühlen, wenn Alan Shepard im Mai 1961 in der Kapsel sitzt und als erster Amerikaner ins All geschossen werden soll. Es muss sich wirklich wie ein Himmelfahrtskommando angefühlt haben:
                              ‚Lieber Gott, sorg‘ dafür, dass ich keine Scheisse baue‘.
                              Der Antrieb für all das konnte kaum besser als in jener Unterhaltung im Jahre 1959 herauskommen:
                              Präsident: Guz? Ein Astronaut namens Guz? Wie ist der zweite Name?
                              Astronaut: Ivan.
                              Präsident: Ivan? Vielleicht bleiben wir doch lieber bei Guz.
                              Ein interessanter Blick auf die Geschichte, der allerdings über volle drei Stunden einiges an Stehvermögen abverlangt. Ich hätte mir bei dieser Dauer gewünscht, dass die Story wenigstens bis zum Höhepunkt der amerikanischen Raumfahrt jener Zeit reicht, der Mondlandung. Stattdessen wird die Phase der ersten ballistischen Flüge in den Weltraum sehr ausführlich erzählt, und der Plot hängt nach zwei Stunden etwas durch. Doch die Erdumrundungen von Glenn und Cooper bringen ihn wieder in Schwung. Wenn man bedenkt, wie jung und unausgereift die Technologie war, ist es beinahe ein Wunder, dass diese Männer den Wiedereintritt in die Atmosphäre lebend überstanden haben (noch 2003 brach das Space Shuttle 'Columbia' wegen einem Problem am Hitzeschild auseinander). Die Erdumrundungen vermitteln die Faszination und das erhebende Gefühl der bemannten Raumfahrt und lassen erahnen, warum auch heute einige der Reichen dieser Welt bereit sind zig Millionen Dollar für einen Touristen-Flug ins All zu bezahlen.

                              6
                              • 9

                                Süße: "Was muss man tun, damit man sein Foto da aufgehängt kriegt"?
                                Pancho: "Man muss sterben, Süße!"

                                Neue Helden braucht das Land! Neue Mythen braucht die Nation! DER STOFF AUS DEM DIE HELDEN SIND, erzählt die Geschichte der Anfänge der amerikanischen Raumfahrt vom Durchbrechen der Schallmauer, die 1947 durch furchtlose Testpiloten erfolgte und den Traum vom Weltraum erst möglich erscheinen ließ, bis zum letzten Flug des Mercury-Programms 1963. Der Titel des Films klingt nach einem ziemlich patriotischen Film, dies ist aber definitiv nicht der Fall. Ganz im Gegenteil enthält Philip Kaufmans Meisterwerk eine geradezu gewaltige Menge kritischer Anspielungen, nicht nur in Bezug auf alle Aspekte des amerikanischen Raumfahrtprogramms.

                                Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Tom Wolfe und wurde insgesamt für 8 Oscars nominiert, von denen er die vier für Musik, Schnitt, Ton und Tonschnitt absolut gerechtfertigt bekam. Der Film mit seinen 193 Minuten Länge hatte für mich keine wirklichen Längen und besticht durch eine spannende, gleichzeitig aber auch nachdenklich stimmende Story auf zwei parallelen Ebenen. Zum einen wird die Geschichte der sieben Astronauten des Mercury-Programms erzählt, zum anderen die des nicht dafür nominierten Chuck Yeager, der selbst einen kurzen Auftritt im Film hat, ansonsten herausragend von Sam Shepard gespielt wird.

                                Gordo Cooper: "Der beste Pilot, den ich kenne? Schön, ich sag´s ihnen. Ich hab viele gesehen ... und die meisten waren nur Fotos an einer Wand. Abgelegen an einem Ort, den es schon gar nicht mehr gibt. Einige von ihnen sind auch jetzt noch da draußen, machen ihren Job wie eh und je. Sie schrauben sich hoch mit ihren pfeilschnellen Maschinen und verkaufen ihre Haut sehr teuer. Sie setzen alles auf eine Karte..."

                                Aber Shepard ist nicht allein, denn mit Lance Henriksen, Pamela Reed, Fred Ward, Dennis Quaid, Ed Harris, Barbara Hershey, Jeff Goldblum und Scott Glenn bietet Kaufman einen phantastischen Cast auf, der durchweg glänzende Leistungen zeigt. Einer der Hauptstränge, die sich durch den Film ziehen, ist das Zusammenwachsen dieser anfangs egoistisch ehrgeizigen Piloten zu einer eingeschworenen Gemeinschaft von Freunden, die gemeinsam durch Dick und Dünn gehen. Dieser Entwicklungsprozess ist, wie der gesamte Film, von einem feinen Humor durchzogen, der ebenfalls dazu beiträgt, keine Langeweile aufkommen zu lassen.

                                Dazu kommt der wirklich überragende und punktgenau eingesetzte Soundtrack von Bill Conti und die berauschenden Bilder aus der Hand von Caleb Deschanel, der ebenfalls für einen Oscar nominiert war. Kaufman verwebt im Film zahlreiche historische Filmaufnahmen, z.B. von Raketenstarts, mit seinem eigenen Aufnahmen zu einem wirklich homogenen Ganzen, zu einem Film wie aus einem Guß. Ich bin wahrlich kein großer Luft- oder Raumfahrtbegeisterter, dieser Film hat mich auch nicht vom Hocker gerissen, sondern er hat mich regelrecht in den Pilotensitz gepresst.

                                Wer Lust hat auf einen spannende Führung durch die Anfänge der Raumfahrt mit einem Haufen irrer Testpiloten, dem sei THE RIGHT STUFF, einer der besten Filme der 80er Jahre, wärmstens empfohlen. Eine Hommage an die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten und drei fast kostenlose Geschichtsstunden über eine zu Unrecht beinahe in Vergessenheit geratene Zeit.

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                                • 6 .5

                                  für drei Stunden eindeutig zu wenig Höhepunkte. Insofern ein Mangel am Drehbuch? Ansonsten stimmt es an allen Ecken und Enden. Keiner zu identifizieren, der nicht mindestens gute Leistung vollbracht hätte. Immerhin habe ich sehr interessiert bis zum Ende geschaut.

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                                  • 10

                                    Für Luft- und Raumfahrtinteressierte einfach ein Muß! Vor allen Dingen dokumentarisch korrekt (weil die deutschen Überschallflüge im 2. WK mit der Me-163 oder Bachem Natter zwar stattfanden, aber nicht 100% nachweisbar belegt sind).

                                    Der Film schildert den Beginn der amerikanischen Raumfahrt wie kein anderer und ist auch erfrischend unpatriotisch (soweit man das bei der Thematik sein kann).

                                    Mich würde mal interessieren, wer sich die Bluray gekauft hat. Ich besitze die DVD mit einer Spiellänge von 185 Minuten. Auf der Bluray steht was von 130 Minuten. Das wären ja satte 55 Minuten weniger. Oder ist das ein Druckfehler ?

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                                    • 8 .5

                                      Die Anfänge des amerikanischen Weltraumprogramms, das Space-Race mit den Sowjets und vor allem die Piloten/Astronauten-Ausbildung bilden die Koordinaten für diese klassische amerikanische Heldengeschichte, bei der auch ironische Aspekte der Geschichte nicht zu kurz kommen.
                                      Mein Gott waren Scott Glenn, Ed Harris und Dennis Quaid mal jung. Kino im besten Sinne.

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                                      • 7

                                        Verdammt langer aber auch sehr guter Film. Ich habe heute einen 90 minütigen Film im Kino gesehen, der mir beinahe länger vorgekommen ist, als "the right stuff". Das mag gegen den anderen Film aber definitiv spricht es auch für diesen Film. Die Geschichte ist packend, die Charaktere cool und so richtige Längen habe ich bis auf ein paar wenige kaum feststellen können. Nehmt euch Zeit, guckt ihn euch an und habt Spaß. Auf jeden Fall empfehlenswert.

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                                        • 9

                                          Die Geschichte der amerikanischen Luft- und Raumfahrt, speziell der Beginn mit der Gemini-7-Phase, ist Thema dieses Films, er zeigt die Medien-Helden wie sie wirklich waren und wer die wirklichen Helden sind. Sie waren die ersten, die mit ihren Düsenflugzeugen die Schallgrenze durchbrachen. Die ersten, die unter härtesten Bedingungen ausgebildet wurden, um beim ersten US-Raumfahrtprogramm, dem Projekt Mercury, in den Weltraum geschickt zu werden.
                                          Ein starbesetzter Streifen, der für mich, nicht nur wegen seines unglaublichen Cast ein "Must-See" ist. Die Hauptprotagonisten sind mit Sam Shepard [Etwas unglückliche Wahl. Er wirkt zu alt für den 24jährigen Chuck Yeager, der als erster Mensch die Schallmauer durchbrach], Scott Glenn, Ed Harris und Dennis Quaid topbesetzt und sie können ihre Parts überzeugend darstellen. Auch die vielen Nebenrollen sind hochgradig besetzt (Fred Ward, Barbara Hershey, Lance Henriksen und der noch unbekannte Jeff Goldblum). Diese Geschichtsstunde (wobei der Film auf einem Roman-Report basiert) ist aufwühlend, mitreissend und informativ zugleich.

                                          Völlig zurecht wurde dieser Film bei der Academy so stark bedacht (8 Nominierungen, davon hat er 4 Auszeichnungen bekommen). Der Film beschreibt mit atmosphärischer Dichte den Beginn des amerikanischen Raumfahrtprogrammes. Gehört, meiner Meinung nach, zu den stärksten Filmen der 80er Jahre.
                                          Persönliche Anmerkung: Natürlich spielt hier auch Pathos eine Rolle. Aber nicht auf die störende Art. Und das Millitär wird hier nicht abgefeiert. - Scheiss auf "Top Gun"!!!

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                                          • 8 .5

                                            Klasse gemachter Film über die ersten Astronauten. Hier bekommt man einen guten Eindruck welchen Herausforderungen die ersten Jahre der bemannten Raumfahrt bargen.
                                            Tolle Schauspieler und klasse erzählt.

                                            • 8 .5

                                              Ein großartig inszeniertes Stück Zeitgeschichte !!
                                              Starbesetzt und sehr aufwendig gedreht !!
                                              Leider bissel zu lang, sonst aber sehr unterhaltsam und für Fans des Genres sehr zu empfehlen !!

                                              • 6

                                                Interessanter und sehr gut gemachter Film über das Mercury Programm, ein Muss für jeden der schon Apollo 13 und die Reihe "From the Earth to the Moon" durchgehalten hat. Allerdings hätte es dem Film nicht geschadet 45 Minuten kürzer zu sein.

                                                • 4

                                                  Der Film mag nach meiner Ansicht inhaltlich interessenat sein, doch für mich bot dieser Film keine Spannung. Dieser Streifen hatte an Filmlänge viel zu viel. Das Einzige, was ich zu loben habe, sind die Leistung dieser Schauspieler, die nach meines Erachtens, gut gespielt haben. Die Atmosphäre brachte der Film etwas durch die gut inszenierte Musik. Allgemeines Fazit aber: schwach und zu lang.

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                                                  • 8

                                                    Sau guter Film, extrem lutig und perfekt um ihn mit Kumpels zu gucken, lockert echt die Stimmung!