Der Untergang - Kritik

Der Untergang

DE · 2004 · Laufzeit 155 Minuten · FSK 12 · Drama, Historienfilm · Kinostart
Du
  • 10

    WOW.

    Was die Thematik Zweiter Weltkrieg anbelangt, ist „Der Untergang“ DER Film schlechthin.
    Es ist schier unglaublich, dass dieser Streifen tatsächlich aus Deutschland stammt. Weder davor, noch danach wurde sich in Deutschland mit dieser Thematik jemals wieder so reflektiert auseinandergesetzt. Der Film ist vollkommen frei von Propaganda, moralischem Zeigefinger oder Schwarzweiß-Denken. Die unzähligen Kritiken und Verrisse deutscher Historiker und anderer sogenannter Experten beweisen dies noch zusätzlich, denn es ist in Deutschland schwer verdaulich, zumeist sogar unvorstellbar, einen authentischen, historisch korrekten Film über das Dritte Reich zu drehen, in dem Hitler nicht als Bestie, sondern als emotionsfähiger Mensch gezeigt wird, dessen tiefgehende Ängste über den Ausgang des Krieges (den er übrigens selbst schon im Dezember 1941 für verloren hiellt) ihn immer weiter in schizophrene Abgründe treiben.

    So ist „Der Untergang“ mitnichten nur der beste, realistischte Kriegsfilm über diese Zeit, sondern darüber hinaus auch eine erschreckende Anamnese eines schwer gestörten, vom Krieg gezeichneten Irren und seiner gnadenlos pragmatischen, jedoch treu ergebenen Generäle.
    Jeder, der sich hinreichend über diesen Krieg der Kriege informiert hat, wird es hier auch schaffen, sich fallenzulassen und mit der Nüchternheit eines wahren Historikers dem Meisterwerk Hirschbiegels zuzuschauen, so schwer dies für jeden Deutschen auch sein mag.

    Alles andere als 10/10 ist eine Beleidigung der Geschichte :)

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    • 7 .5

      Harter, aber wichtiger Stoff, für den man sich Zeit lassen muss. Aber Bruno Ganz belohnt den Zuschauer mit einer facettenreichen, gebrochenen und beängstigend menschlichen Interpretation Adolf Hitler's!

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      • 5

        Es muss wieder Schwung in die Sache, ein Ruck sozusagen.
        Nunja, wozu aber dieser Film? Is lange her und was haben wir nich alles getan um den Fliegenkot' in der deutschen Geschichte zu bewältigen? Nach 45 hatte kein Kanzler mehr einen Schnurrbart, NSU Akten wurden penibel geschreddert und die Nationalmannschaft heißt nicht wie in der Schweiz " Nazi " sondern Mannschaft, sexistisch aber sonst korrekt. Alles nach Motto " nie wieder ". Was kann man mehr verlangen? Keine Ahnung wer diesen Film braucht, mir zb reichte damals ein Foto um mich nachhaltig zu entnazifizieren, obwohl ich eigentlich nie Nazi war, ein Bild einer von Fingernägeln zerkratzten Gaskammer Tür.
        Der Film dient eher als Meme Vorlage, als Jargon Nachhilfe " Mischpoke " ist wieder sehr beliebt und macht sonst Nazi Fans traurig wenn sie sehen müssen wie sehr der Führer sich ärgern musste und
        " ausgerechnet Himmler " ein Verräter, hoffte bis zuletzt darauf das die Amerikaner zur Vernunft kommen und sich der Wehrmacht anschließen um den Bolschewismus zu vernichten. Er sah parallelen in der Gesinnung und auch hatte der Amy doch " ganz fabelhaft " das Herrenmenschentum umgesetzt bei der Handhabung seiner Neger.
        Aber ist ne andere Story.
        Sehenswert für Leute mit Größenwahn und Fantasien, es endet im Bunker und bösem Erwachen.

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        • 7

          Im Drama "Der Untergang" werden die letzten Tage des zweiten Weltkrieges aus Sicht der Deutschen im Berliner Bunker dargestellt. Die Protagonistin des Films ist Traudl Junge (Alexandra Maria Lara). Sie ist die Sekretärin von Adolf Hitler (Bruno Ganz) und steht voll und ganz hinter dem Führer. Selbst als die Armeen der Russen kurz vor Berlin sind, beabsichtigt sie den Bunker nicht zu verlassen. Während die Lage vollkommen aussichtslos ist, werden im Führerbunker weiter Pläne geschmiedet. Die Zuschauer erwartet ein langes Geschichtsdrama mit einem überzeugenden Bruno Ganz. Nicht zu vergessen: "Der Untergang" ist einer der wenigen deutschen Filme, der für einen Oscar nominiert war. Grausam sowie beeindruckend zugleich!

          • 6

            Ein komischer Zeitgenosse von Film. In seiner Gesamtheit und Konsequenz sicherlich sehenswert. Aber irgendwie auch mit grösseren Schwächen in Nebensträngen und (wie zB. auf Wikipedia nachzulesen) historisch gar nichtmal so akkurat. Warum der eigentlich grossartig auftretende Bruno Ganz Hitler in gefühlt jeder Szene eine Ansprache halten lässt bleibt wohl für immer sein Geheimnis. „Der Untergang“ hatte mit seinen Ansprüchen eine schwierige Aufgabe weitestgehend okay gelöst. Nicht mehr. Nicht weniger.

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            • 7
              marv.kukovic 24.03.2018, 13:24 Geändert 24.03.2018, 13:32

              Krieg kennt kein'n Nam'n, kein Mitleid, keine Ehre
              Krieg frisst dein Zuhause, deine Liebsten, deine Seele F.nazizi

              Doch nur zu schreiben es ist heute vorbei und die Schreckliche Herrschaft eines Mannes der keine Gnade für seine Mitmenschen hatte reicht nicht aus.
              Den auch noch heute und den Rest dieses Leben hat dieses Kapitel der Deutschen Geschichte die gesamte Welt geprägt und bis heute bezahlen unschuldige Menschen für die Taten von damals. Was hat der Krieg gebracht? Für Hitler waren die Menschen nicht mehr als Kriegsopfer. Niemand hat bis heute den Ende des Krieges mit seinen eigenen Augen gesehen, denn der Rest der Welt ist von Krieg geprägt, die muslimischen Länder alles Menschen die jeden Tag am zittern weil stetig neue Kriege entfachen die zwar nichts mit unserer Geschichte gemein haben, aber auch niemals vergessen werden sollten, denn der Krieg ist allgegenwärtig. Gottverdammt in meinem Text steckt gerade so viel Herzblut den jeden Tag sterben tausende unschuldige Kriegsopfer und mir kommen gerade die Tränen ich schreibe einfach weiter damit es jeder sehen kann weil es die ganze scheisse ein Stückchen leichter für meine Gefühle und Ängste macht. Adolf Hitler war ein Monster, aber das reicht nicht aus den tausend andere Männer die heute oben stehen und die Weltmacht kontrollieren sind kein Stück besser nur davon bekommen wir Menschen nichts mit. Das Herz der Welt war schon immer am verbluten, doch ich weiß das alle toten Seelen von damals bis heute oben im Himmel sind! Und wir Menschen sollten alle mal mehr darüber nach denken den während wir Abends mit unserem Mann oder Frau die Zeit genießen oder generell das Leben genießen, wird im selben Moment unschuldigen Leuten den Kopf enthauptet und Mütter und Töchter vor den Augen der Familien Mitglieder vergewaltigt.. Wir sollten uns natürlich nie davon abhalten unser Leben zu leben aber man muss auch daran denken wie schlimm das Leben auch sein kann.

              Zurück zum "Untergang" die letzten Tage und versuche den Krieg für sich zu gewinnen.. Am Ende tötet der Feigling sich um sich den Konsequenten zu entziehen . Und ich gehe sogar so weit um zu sagen das Hitler kein Psychopath war, sondern ein guter Schauspieler mit sehr negativen Energie der aber tief im Innern ein kleiner Schisser ist und seine Macht als Ausgleich gesehen hat und deswegen so durchgedreht ist!! Von Grund auf war er immer ein kleines Licht und wollte sich besonders fühlen und seine Dämonen haben ihn erst zu dem gemacht zu dem er geworden ist einen ängstlichen Massenmörder der selber mit den Angst zu kämpfen hatte seinen dummen Krieg irgendwann zu verlieren und sich selbst nicht mehr zu überholen. Und 1945 war es dann soweit. Klasse Film der das auch nochmal genau so wiedergibt und super Performance von Bruno Ganz ich könnte so eine Rolle nicht spielen zu nah an der Realität.

              Danke an jeden meiner Community fürs lesen ihr seit alle die besten ich nehme nur Leute in meine Freundschaft liste von denen ich überzeugt bin danke für die tolle Zeit, ohne euch wären meine Beitrage nichts.

              7/10 traurigen Erinnerungen an den Krieg der bis heute besteht. :(

              ps . hört euch mal den Song von Fard Ziel und Schieß 2 an.

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              • 7 .5

                Puh, ganz schön harter Stoff. Wobei das heftigste ist eigentlich die Anfangsszene die zeigt wie Traudl Junge ein Vorstellungsgespräch hat und zum ersten Mal auf Hitler trifft – und Adolf wird in dieser Szene als freundlicher, sympathischer Kerl gezeigtt. Hitler als normaler Mensch? Dies ist die Frage die der Film stellt und darauf hätte er sich beschränken sollen – tut er aber leider nicht. Bei einer Lauflänge von zweieinhalb Stunden ist der Film gut anderthalb Stunden interessant, portraitiert und charakterisiert Hitler sowie die Menschen in seiner Umgebung und die Lage – ohne jedoch Mitleid für die Figuren zu erzeugen, vorrangig blankes Entsetzen. Leider versucht der Film episch zu sein und ergänzt das Ganze um unzählige kleine Nebenhandlungen und Randfiguren die zwar das allgemeine Bild der Lage ergänzen, aber leider den Film unendlich dehnt und sich damit vom zentralen Kern entfernt. Schade, denn der schonungslos brutale Film ist kompromisslos und hart und hätte durchaus internationales Format besessen – so wird es leider zu einem ins Kino geratenen, überlangen Fernsehfilm. Trotzdem sollten zartbesaitete Seelen einen Bogen darum machen – die zahllosen Selbstmorde oder insbesondere die Szene in der Corinna Harfouch ihre fünf Kinder ermordet schlagen voll auf den Magen.Fazit: Ultrahartes und krasses Portrait über Hitlers Ende das leider durch seine zahlreichen Nebenhandlungen zu lang und schleppend wird – aber eine immense Schockwirkung hat!

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                • 8
                  Filmkaiser 21.02.2018, 01:45 Geändert 26.02.2018, 20:27

                  Genialer Streifen

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                  • 9

                    Kurz gesagt ein hervorragender deutscher Film über die letzten Tage des Dritten Reiches und Adolf Hitler.

                    Exzellente Schauspieler, realistische Kulissen und Epochenkorrekte Kleider, Fahrzeuge usw. Die Detailfreudigkeit war einfach nur top.

                    Ein kleines Detail, dass mich sehr gestört hat war die Szene (*SPOILER*) in der Hitler’s Hund mit der Zyankalidtablette im WC vergiftet wird.

                    Warum stört mich diese Szene? Ganz einfach; der Waschraum sieht nicht nach einem WC der Vierzigerjahre aus. Er wirkt zu modern und vor allem viel zu sauber. Mir kam es vor als ob die Filmemacher bei dieser Szene am Set-Budget gespart haben und in einem modernen Bahnhof oder Flughafen WC gedreht haben.

                    Ansonsten is “Der Untergang” einer der besten deutschen Filme und wird zurecht mit top Punkten belohnt.

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                    • 8

                      Hirschbiegels "Der Untergang" ist für mich ohne Zweifel der stärkste Film zum Thema Adolf Hitler. Bruno Ganz liefert eine perfekte Performance ab und auch der restliche Cast lässt bei mir bezüglich schauspielerische Leistungen keine Wünsche mehr offen, das ist selten der Fall. Der Film verzichtet größtenteils auf weitschweifige Erklärungen der vorangegangenen Kriegsgeschehnisse und konzentriert sich auf die Ereignisse im Führerbunker - erfreulicherweise beschränkt man sich dabei nicht nur auf den Diktator mit Weib, sondern räumt auch dem restlichen Führungsstab des III. Reiches ordentlich Platz ein. Was historische Details und die charakteristische Darstellung von Nazi-Größen angeht, möchte ich mich noch bis zu meiner nächsten Sichtung zurückhalten - die letzte ist schon einige Jahre her und dieser Kommentar speist sich aus den letzten Überbleibseln verblasster Erinnerungen. Dennoch blieb mir im Gedächtnis, das dieser Film eine unglaubliche Authentizität an den Tag legt und man Minute um Minute stärker den inneren Kampf zwischen ideologischem Fanatismus und der von den tatsächlichen Kriegsentwicklungen getriebenen Verzweiflung spürt. Begeistert hat mich auch die Soundkulisse der dumpf durch Beton dringenden Explosionen der Artilleriegeschosse.

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                      • 9
                        Heated 21.03.2017, 09:45 Geändert 21.03.2017, 14:56

                        Der Untergang zeichnet ein realistisches Bild der Schlacht um Berlin 1945 aus der Sicht der Deutschen. Das elendige Leiden der Zivilbevölkerung, der aussichtslose Widerstand der wenigen verbleibenden Wehrmachtstruppen und das fanatische NS Regime, welches behütet im Bunker sitzt und immer noch den Endsieg propagiert.

                        Hitler, gespielt von Bruno Ganz (ganz großes Kino), verloren zwischen Verrat und bedingungloser Führertreue, erfindet deutschen Armeen die nicht existieren und ist konfrontiert mit Durchbruch um Durchbruch der Roten Armee. Am Ende richtet er sich selbst, etwa 6-8 Jahre zu spät wie ich finde.

                        Aus Bildungstechnischer Sicht hätte ich mir gewünscht, was bei der Laufzeit durchaus möglich gewesen wäre, den Blick über den Tellerrand. Schon in den Jahren zuvor 43/44 war Deutschland dem Untergang geweiht, nicht wenige würden sogar das Jahr 1942 als den Anfang vom Ende bezeichnen (Stalingrad). Vielleicht wäre es besser gewesen, ein paar Minuten die wichtigsten Ereignisse seit `42 zu thematisieren; Stalingrad `42 , Schlacht um Kursk und anschliessende zerschlagung der Heeresgruppe Mitte `43, Landung der Allierten `43 in Sizilien und `44 Nordfrankreich. Das hätte meiner Meinung nach die Zusammenhänge besser verständlich gemacht, vorallem im Bezug auf Hitler und die Handlungen des NS-Apparates.

                        Letzendlich können und müssen wir, die Welt, daraus lernen wie gefährlich ein einziger Mensch sein kann.

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                        • 6 .5

                          Einige großartige, weil bittere Szenen, die hohe Authentizität und tolle schauspielerische Leistungen (Bruno Ganz hat als Hitler eine ungeheure Präsenz, Corinna Harfouch hätte mehr Szenen haben sollen - super gespielt), machen das Historiendrama zu einem über weite Strecken unterhaltsamen, gelungenen, mitunter richtig guten Film. Was allerdings fehlt, wird - aufgrund der langen Laufzeit - auch schnell deutlich: eine Struktur, ein roter Faden, ein richtiger Handlungsverlauf. "Der Untergang" beschränkt sich lieber darauf, die letzten Tage im Bunker aus Sicht der Hauptfiguren und deren Emotionen darzustellen, was starke Einzelszenen zur Folge hat - aber auch einige zähe Momente. Dank eben jener starken Einzelszenen kann der Film gut unterhalten - die Zuschauer zu fesseln vermag das Drama jedoch nicht, dafür hätte es einen stringenteren Handlungsverlauf gebraucht (und keinen größtenteils uninspirierten Nebenstrang aus der Stadt Berlin, der nur Tempo rausnimmt). Trotzdem: Schlecht ist dieser Film nicht, im Gegenteil.

                          • 4

                            [...] Revisionistische Tendenzen aber bleiben unverkennbar: Nicht nur das angesprochene Ende oder die fragwürdige Ehrerbietung, die Leichen von Adolf Hitler und Joseph Goebbels nicht in den Fokus zu rücken, sondern auch die Darstellung von Kriegsverbrechern wie Albert Speer, die hier gar wie lautere Edelmänner auftreten und von einem humanistischen Interesse getrieben werden. Hier wandeln sich obskure Formen des Pietät an, die dem Thema selbst vollkommen sinnwidrig entgegenstreben. Und doch, auch wenn Der Untergang unverkennbare Defizite mit sich bringt, die ihn ganz entschieden davon abhalten, ein guter Film zu sein, so weist das Werk doch immer noch Impulse beachtlicher Intensität auf. [...] Die Detailversessenheit der Inszenierung ist eindrucksvoll. Mit welcher Ausstattungswut, an der sich der tautologische Der Untergang auch zweifelsohne labt, hier in die Vollen gegangen wurde, ringt dem Zuschauer schon einiges an Respekt ab. Wenngleich der Anspruch auf Authentizität hier ein, wie so oft, trügerischer ist, so erweckt der Film in seinen besten Momenten doch den Eindruck eines unverstellten Naturalismus, einer bedrückenden Unmittelbarkeit. [...] Nur leider hat der Film keinerlei eigene Meinung.

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                            • 10

                              Eine Durchschnittsbewertung von 6,7.........???!
                              Ein weiterer Grund die Menschheit zutiefst zu verachten

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                              • 7 .5

                                'Die Menschheit muss dem Krieg ein Ende setzen, oder der Krieg setzt der Menschheit ein Ende'
                                (Kennedy)

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                                • 10

                                  Voyeuristisch detaillierter Blick in die letzten Stunden Hitlers und seines Gefolges im Berliner Bunker. Was klar wird, ist die unfassbare Verdrängung des Führers vor den militärischen Niederlagen und seiner Anhänger vor dem sicheren Untergang. Bis zuletzt werden Befehlsketten aufrechterhalten und noch Medaillen verliehen, während die ideologisch verblendeten Nazi-Frauen dem Führer bis zuletzt die Stange halten.
                                  Es wimmelt nicht nur von Versagern und charakterlosen Mitläufern, auch echte Kämpfer von der Front geben sich ein letztes Stell-Dich-Ein. Geradezu widerlich ist die Untergebenheit der engsten Vertrauten. Ein wahres Mitgefühl mit den letzten Bunkerbewohnern kommt nicht auf. Letztlich waren es alles charakterlose Gestalten, die einer verblendeten Regierung ohne Sinn und Verstand folgten.

                                  Bernd Eichingers Drehbuch und Oliver Hirschbiegels Regie dichten nichts Entscheidendes hinzu, die Wahrheit reicht, um zu schockieren. Corinna Harfouch überzeugt als linientreue Mutter, die ihre eigenen Kinder mit Zyankalikapseln vergiftet. Eine Szene, die in erschreckender Genauigkeit gezeigt wird. Bruno Ganz darf sich als Führer austoben, zeigt aber auch dessen menschliche Seite. Alexandra Maria Lara spielt Hitlers Sekretärin, die nichts hinterfragt. Aber auch Ulrich Matthes als Goebbels, Thomas Kretschmann als SS-Gruppenführer und Ulrich Noethen als Himmler wissen zu überzeugen. Die gesamte Crew ist bis in die Nebenrollen hochwertig besetzt, ebenso wie die Bombenangriffe der Alliierten hautnah in Szene gesetzt werden.

                                  Fazit: So endet immer Diktatur. Unspektakulär, feige, einsam.

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                                    cycloo77 30.04.2016, 23:20 Geändert 01.05.2016, 08:01

                                    Das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte, aufwändig und epochal ins Szene gesetzt.
                                    Riesengroßes nahmhaftens Schauspiel Aufgebot, besonders hervorzuheben ist natürlich Bruno Ganz, der hier erschreckend Perfekt dieses Monster filmisches Leben einhaucht.
                                    Top Ausgestattet und packend inszeniert, ob da vieles nicht wirklich Fakten und Geschichtstreu aufgezeichnet wird ist sicherlich hinterfragbar, nur wollen wir jetzt bei uns nicht Päpstlicher als der Papst sein. Denn welcher Film ist schon zu 100% genau?
                                    Filmisch ist das hochinteressant.
                                    Hirschbiegels beste Regiearbeit!

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                                      Parade-Rolle für Bruno Ganz!!!

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                                        Niho 11.03.2016, 22:48 Geändert 07.05.2018, 09:24

                                        In 153 Minuten erzählt „Der Untergang“ den Verlauf der letzten Tage in Berlin '45, speziell im Führerbunker. Hätte ich mir die Fernseh-Fassung gegeben, wären gleich nochmal weitere 30 Minuten dazugekommen. Ich bin froh, dass ich mir wenigstens das gespart habe, denn „Der Untergang“ erzählt letztendlich zu wenig in zu langer Zeit. Groß und breit bekommt der Zuschauer einen Mix aus Diskussionen im Führerbunker, einschlagenden Bomben in Berlin und eine mit großen Rehaugen dreinschauende Sekretärin zu sehen. Auf jene Sekretärin beruft sich auch der komplette Film. Wird diese Figur hinterfragt? Nö. Sie wusste natürlich von absolut nichts, was uns gleich am Anfang näher gebracht wird, damit ja keine Zweifel aufkommen. Aus genau diesem Grund ist sie auch so überrascht, als Hitler sich über die Vernichtung der Juden auslässt. Unsere Protagonisten fragt sich plötzlich, ob das denn wirklich wahr sein kann: Hitler – ein Antisemit? Das ist ja gar nicht zu fassen! Als Zuschauer fragt man sich einfach nur, ob die Traudl die 12 Jahre vor 1945 etwas verpasst hat.

                                        Aber man bekommt ja auch selbst bekommt ganz neue Einblicke in die Lebenswelt des Adolf Hitler. In seiner sterilen Möchtegern-Hollywood-Inszenierung scheint der Film immer wieder wiederholen zu wollen, dass Hitler ja auch ein Mensch war. Was für eine bahnbrechende Erkenntnis!
                                        Die Antwort auf die Frage, was es dem Zuschauer jetzt aber bringen soll, zu wissen, welche körperlichen Beschwerden Hitler vor seinem Tod hatte und dass er seinen Hund ganz sehr lieb hatte, scheint dennoch ein Geheimnis zu bleiben. Ob das nun wirklich stimmt oder einer neuen Schlagzeile der Bild-Zeitung entnommen ist, sei mal dahin gestellt, aber das eigentliche Problem ist doch, dass es hier nicht darum geht, dass man Hitler in der Inszenierung zu nahe kommt. Das Problem liegt in der Tatsache, dass „Der Untergang“ nach Mitleid für die handelnden Personen zu betteln scheint. Darüber hinaus wird die NS-Herrschaft personalisiert auf eine kleine Gruppe von Menschen beschränkt. "Der Untergang" kommt so zuweilen als filmische Begründung für das vermeintliche "Von nichts gewusst" der damaligen Bevölkerung daher.
                                        Da wundert es dann auch nicht mehr, wenn Albert Speer und Arzt Dr. Schenk, letzterer war im KZ Mauthausen für Menschenversuche verantwortlich, schnell mal zu freundlichen Identifikationsfiguren stilisiert werden.
                                        Das ist fast so interessant, wie die Tatsache, dass unsere Traudl mit einem SS-Mann verheiratet war, was im Film selbst aber verschwiegen wird.

                                        Warum hier gefühlt so gut wie alle deutschen Schauspieler mitgespielt haben, wird von Minute zu Minute unverständlicher. Da nützt es dann auch nichts mehr, wenn Bruno Ganz seine Rolle hervorragend spielt.

                                        Der Sozialpsychologe Harald Welzer kritisierte an „Der Untergang“ nicht nur, dass er den Anspruch erhebt „wirklicher als die Wirklichkeit zu sein“, sondern formulierte auch treffend, dass er „eben nur das Ende einer Geschichte erzählt, ganz wie es die mediale Geschichtsdiditaktik von Guido Knopp über Günther Grass bis Jörg Friedrich vorbereitet hat.“
                                        Und eben diese geschichtsrevisionistischen Tendenzen machen den Film so unerträglich.

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                                          Extrem schwieriges und komplexes Thema. Sehr, sehr gut umgesetzt.
                                          Viel wurde geschrieben, viel wurde gesagt. Für mich mit eine der besten deutschen Produktionen.
                                          Besetzung ist erstklassig, Atmosphäre beklemmend und surreal.
                                          Ganz tolle Arbeit!

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                                            moviereporter 19.10.2015, 21:26 Geändert 19.09.2018, 21:46

                                            Bedrückend - fast erdrückend- kalt, realistisch, ehrlich und ohne zu verwässern schildert Oliver Hirschbiegel mit Bernd Eichinger die letzten Tage im und um den Führerbunker in Berlin.

                                            Die Idee das Ganze durch die Augen von Traudl Junge zu erzählen ist ein geschickter Kniff, weil sie eine der wenigen Personen ist, mit denen sich das Publikum von heute noch einigermaßen identifizieren kann. Leider wird dieser Ansatz im Mittelteil etwas aufgegeben und auch der Film an sich zerfranzt sich zu sehr. Dabei springt er hin und her, über den Bunker auf die Straßen, in den Bunker, ins Schlachtgetümmel, von Szene zu Szene zu oft zu unübersichtlich. Sobald Hitlers Tod eintritt fängt sich der Film aber wieder und die Szene mit den Kindern der Göbbels geht einem wirklich an die Nieren.(Hervorragend gespielt von Corinna Harfouch!)

                                            Leider ist an sich das Ganze (auch in der kürzeren Kinofassung) etwas zu lange geraten, aber dennoch: schauspielerisch oberste Liga - hier zeigt wirklich jeder was er drauf hat - allen voran Bruna Ganz natürlich. Unsentimental und hart inszeniert - besser hätte Man dieses Thema nicht verfilmen können.

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                                              Viel zu langer Film, man hätte manche Szenen deutlich kürzen können (z.B. die Vergiftung der Kinder) und so locker 30 min einsparen können.
                                              Ansonsten schauspielerisch sehr gut, vor allem Bruno Ganz als Adi hat mir besonders gefallen. Ich fand den Film interessant, aber nicht sonderlich spannend. Deswegen hat sich der Film für mich auch so lang angefühlt. Sollte man auf jeden Fall mal gesehen haben, wenn man sich auch nur ansatzweise für die Materie interessiert. Mehr als einmal gucken muss ich ihn aber nicht.

                                              • 7 .5

                                                Umstritten, aber bei allen Bedenken - hat er sein sperriges Thema angemessen, bewegend und zeitgleich unterhaltend feinfühlig umgesetzt. . Er ist mir bis heute im Gedächtnis geblieben.
                                                Eine klare Empfehlung.

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                                                • 7 .5
                                                  RockyRambo 07.06.2015, 16:36 Geändert 07.06.2015, 16:40

                                                  Die letzten Tage der Nazikultur welche sich in Untergrund Bunkern unter Berlin vor den rannahenden Feinden verschanzt haben. Neben den Monstern dieses Systems welche natürlich wissen das ihre Zeit abgelaufen ist und nur noch einen Ausweg nämlich den Tod sehen sind auch einige junge Idealisten mit dabei welche nun das Ende des Systems dem sie dienen miterleben. Vorallem dank der genialen fesselnden Darstellung von Bruno Ganz als Adolf Hitler absolut sehenswerter Beitrag über die letzten Tage des sogenannten Tausendjährigen Reiches welches es in wirklichkeit bloss auf 12 Jahre brachte Deutschland aber für immer veränderte. Starker Film über ein wohl sehr schwieriges Thema.

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                                                  • 7 .5

                                                    Der Film glänzt vor allem durch starke Schauspieler. Vorne weg natürlich Bruno Ganz. Weiterhin ist das Szenenbild großartig geworden.
                                                    Nun bleibt für meinen Geschmack etwas die Spannung liegen. Klar, man weiß sowieso was passiert, aber ich finde das hätte man noch etwas packender erzählen können.
                                                    Ganz sicher ein solider Film mit starken Darstellern

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