Der Wein und der Wind - Kritik

Ce qui nous lie / AT: Le Vin et le vent; Back to Burgundy

FR · 2017 · Laufzeit 114 Minuten · FSK 0 · Drama · Kinostart
Du
  • 8 .5

    Wunderschönes Feelgood-Movie aus Frankreich. Dieses Drama der positiven, optimistischen Sorte wartet mit viel visueller, klanglicher und emotionaler Schönheit auf und verhandelt dabei völlig unaufgeregt einige große Fragen des Lebens. Dabei geht es vordergründig um den Weinanbau und finanzielle Sorgen, auf einer abstrakteren Ebene aber auch um Verlust, Loyalität, Genuss, potentielle Entfremdung, familiäre Spurensuche, Zuverlässigkeit und dergleichen mehr. Schlicht: Es geht hier um das Leben in vielen seiner Facetten (wenn natürlich auch nicht in allen - was ein Spielfilm in seiner verhältnismäßig kurzen Laufzeit ohnehin kaum leisten könnte).

    ++ Leichte SPOILER ++
    Krankheit und Tod des Vaters führen die drei Geschwister Jean, Juliette und Jérémie wieder zusammen. Sowohl räumlich als auch emotional. Streng genommen hinterlässt der verstorbene Vater ein doppeltes Erbe: Zum einen das Weingut, zum anderen ein Vermächtnis, das die Geschwister erneut zueinander führt und die Familienbande stärkt. Dabei kommt das Drehbuch (entgegen üblicher Filmkonventionen) ohne künstlich aufgebauschte Konflikte zurecht bzw. es beschränkt diese auf das nötigste Minimum. Dennoch wirkt 'Der Wein und der Wind' zu keinem Zeitpunkt langweilig.
    ++ SPOILER ENDE ++

    Blind weiterempfehlen würde ich dieses Drama bei aller Begeisterung allerdings trotzdem nicht (allenfalls an bestimmte Leute), da es auf eine stark verengte Zielgruppe zugeschnitten ist. Wenn man den bisherigen Bewertungen hier folgt, scheint Cédric Klapisch aktuellstes Werk aber bisher sehr gut sein angestrebtes Publikum gefunden zu haben - was mich sehr freut für diesen durch und durch schönen und lebensbejahenden Film.

    6
    • 10

      unaufgeregt emotional erzählte Geschichte in der sich alle Charaktere glaubwürdig in ihrer Rolle bewegen und sich mit elementaren Fragen auseinandersetzen. Die Landschaft und die Musik bilden dabei den perfekte Rahmen und machen diesen Film zu etwas besonderen.

      • 8

        Klapisch nimmt sich viel Zeit und involviert den Zuschauer in das Zusammenspiel der Figuren, die allesamt fein gezeichnet und nachvollziehbar sind. Der Wein und der Wind ist die Krönung seines Schaffens. Die Eklektik seiner früheren Werke ist einer Weisheit gewichen. Die Menschlichkeit seines Werks ist aber ungebrochen. [Lars Tuncay]

        • 10

          Wundervoller Film...vielschichtig. Zum Nachdenken über das Leben

          1
          • 7 .5

            Die Franzosen und der Wein sind ein Paar, welches uns schon in vielen Filmen begegnet ist. Das beschränkte sich dabei in den meisten Filme auf den Genuss des Traubentranks, doch der neue Film von Cédric Klapisch – “Der Wein und der Wind” (OT: “Ce qui nous lie”, Frankreich, 2017) zeigt, wie viel Arbeit im Weinbau steckt, und verknüpft es geschickt mit einer interessanten Familiengeschichte.

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            • Die Zeichnung der Figuren ist eindeutig die große Stärke des Films: Klapisch gelingt es, tief in die Ängste und Wünsche, in die Schönheit und Unzulänglichkeit seiner Protagonisten einzutauchen und diese nachfühlbar zu machen. [Johannes Bluth]

              • 7

                Ein guter Wein braucht Zeit, Wunden manchmal auch. „Der Wein und der Wind“ erzählt sicher keine neue Geschichte, überzeugt aber durch eine schöne Beiläufigkeit und ein harmonisch agierendes Darstellertrio. Abgerundet wird die Tragikomödie durch wunderbare Aufnahmen aus dem ländlichen Frankreich und erhält zudem durch das prominent eingesetzte Weinthema eine sehr sinnliche Note.

                • 5 .5

                  Letztlich bewegt Der Wein und der Wind seine Charaktere eher wie Schachfiguren mit Hilfe der Montage, der Musikstile oder allzu zufälliger Wendungen über alle Schwierigkeiten hinweg. Wie im Weinbau hätten wohl auch hier weniger Trauben die Qualität erhöht. [Heidi Strobel]

                  • 8

                    Cédric Klapisch variiert die klassische Geschichte von der Heimkehr des verlorenen Sohns: unaufgeregt, mit einem untrüglichen Blick für die Schönheit des Burgunds. So wird aus einem etwas formelhaften Familiendrama eine wunderbare Hommage an eine Landschaft und ihre Winzer. [Sascha Westphal]

                    • 8

                      Burgund, der goldenen Mitte Frankreichs, widmet der französische Ausnahmeregisseur Cédric Klapisch sein wunderbar authentisches Sozialporträt über den Weinanbau zwischen Tradition und Moderne. [Luitgard Koch]