Die Beste aller Welten - Kritik

Die beste aller Welten / AT: The Best Of All Worlds

DE/AT · 2017 · Laufzeit 99 Minuten · FSK 12 · Drama · Kinostart
Du
  • 8
    NYRipper87 03.10.2017, 00:39 Geändert 03.10.2017, 15:36

    Ein Drogendrama, das eine berührende Mutter-Kind-Beziehung erzählt.
    Die Schauspieler und das Setting, was zum Grossteil die Wohnung der "Familie" darstellt, wirken durchweg authentisch.
    Der Film wirkt innerhalb seiner ca. 99 minütigen Laufzeit zu keinem Zeitpunkt ermüdend oder repititiv.
    Die tragische Mutter-Kind-Beziehung wirkt glaubwürdig und die Handlungen der Figuren werden nachvollziehbar geschildert.
    Eine Besonderheit des Films ist auch, dass er zu keinem Zeitpunkt sentimental wird, aber trotzdem berührend ist.
    Der Film beinhaltet autobiographische Elemente des Regisseurs "Adrian Goiginger".
    Neben der berührend und authentischen Erzählung hat der Film auch kameratechnisch bei weitem mehr zu bieten als ich erwartet habe.

    Von mir gibt's eine klare Empfehlung.

    • 8

      So ist Die beste aller Welten ein erschütternd realistischer Film über eine Kindheit im Drogenmilieu geworden, ein Film, der höllisch intim, herzzerreißend traurig und ergreifend liebevoll ist [...] [Anke Sterneborg]

      • 7

        Ein hautnah inszeniertes Suchtdrama, das detailgenau und differenziert ein Bild der Abhängigkeit zeichnet. Die Härte des Sujets wird durch die liebevolle Mutter-Sohn-Beziehung abgefedert, die mit Blick auf eine Überwindung der Sucht ein utopisches Potenzial entfaltet. [Marius Nobach]

        • 8

          Von dieser autobiografischen Ebene muss man nichts wissen, um "Die beste aller Welten" für einen gelungenen Film zu halten. Doch umso mehr Respekt verlangt Goigingers Leistung ab, das eigene Schicksal mit einer derart wohltuenden wie erstaunlichen Distanz zu betrachten. [Kaspar Heinrich]

          • 9 .5

            Dieser Film hat mich auf mehreren Ebenen berührt. Und dies auf sehr positive Weise. Erstmals die tolle schauspielerische Leistung. Sowohl des Jungen, als auch der Mutter. Ich kannte eine Frau in Salzburg, mit einem Drogenproblem, die genau so war. Emotional, liebevoll, stark und gleichzeitig vollkommen verloren. Im Film wurden sehr gut die negativen Auswirkungen der Krankheit auf ein Kind dargestellt - so hatte er mehrmals Angst, und die Mutter war nicht greifbar. Sie war nicht verlässlich, hat ihn aber immer wieder sehr gut erklärt, warum. Auch die Umgebung war nicht verlässlich, manchmal sogar bedrohlich. Aber es gab auch positive Seiten: Schlafen im Freien am Fluss, immer sind Leute im Haus, Party und Phantasie, eine Mutter, die alles mitmacht und auf kindgerechte Weise erklärt. Kracher, obwohl er noch so klein ist und die Freunde sowas niemals ausprobieren dürften. Was gibt es schöneres für ein Kind. Diese Widersprüche sind gut dargestellt und vor allem ohne Schuldvorwürfe und Zeigefinger. Manchmal kann das Schöne und das Schlechte so nah nebeneinanderliegen. Und mit beidem muss man fertig werden, auch wenn man noch ein Kind ist.

            • 7 .5
              Mr. Pink 26.09.2017, 14:24 Geändert 26.09.2017, 15:39

              Weil Verena Altenberger (spielt im Film die Mutter) bei der Preview neulich ganz lieb um ein bisschen Weitersagen und Mundpropaganda gebeten hat, die der Film wegen seines fehlenden Werbebudgets wohl nötig hat, hier nun meine Empfehlung für dieses gelungene, kleine Drama. Regisseur Adrian Goiginger erzählt mit diesem Film die Geschichte seiner eigenen Kindheit, ohne das Ganze jedoch zu einer reinen Therapiestunde verkommen zu lassen. Die Tragik der Drogenszene wird ohne erhobenen Zeigefinger dargestellt, aber auch ohne Verherrlichung, was mir im Vergleich zu thematisch verwandten Streifen gefallen hat. Vielmehr liegt der Fokus voll auf den Charakteren und insbesondere der Mutter-Sohn-Verbindung, die trotz der widrigen Umstände sehr herzlich und als hoffnungsvoll bebildert wird, sodass der Filmtitel keineswegs ironisch erscheinen muss. Das Umfeld, in dem der Junge aufwächst, mag ein denkbar schlechtes sein, dennoch versucht seine Mutter, ihm das bestmögliche Leben zu bieten. Dieses familiäre Verhältnis ist für mich der Kern des Films und hat mich sehr berührt. Verena Altenberger und ihr Filmsohn Jeremy Miliker spielen das dann auch so hervorragend und lassen die Intimität ihrer Beziehung, die sie zum Teil auch privat aufgebaut haben, unglaublich natürlich erscheinen. Alles in allem wird hier nichts Neues erzählt, durch die persönliche Note ist "Die Beste aller Welten" aber ansprechend, und überzeugt zudem durch das stimmige Gesamtbild samt Zeitkolorit und Salzburger Dialekt.

              10
              • 8

                Regisseur Adrian Goiginger setzt seiner ehemals drogenabhängigen Mutter mit »Die Beste aller Welten« ein Denkmal. Für ihre Liebe zu ihrem Sohn und die Kraft, ihm trotz ihrer Sucht eine glückliche Kindheit geschenkt zu haben, und dafür, dass sie sich schließlich endgültig aus ihrer Abhängigkeit befreite. [Katrin Hoffmann]

                • 7

                  Das gelingt auch durch eine Schauspielführung, die keine Scheu vor starkem Nachdruck hat und zugleich stimmige Milieuakzente setzt, nicht zuletzt durch den Dialekt samt freizügigem Gebrauch von Schimpfwörtern. [Dominik Kamalzadeh]

                  • 6

                    Die beste aller Welten fühlt sich sehr authentisch an, lässt aber eine neue Perspektive auf ein altbekanntes Thema vermissen. [Boyd van Hoeij]