Die Taschendiebin - Kritik

Ah-ga-ssi / AT: Agassi; Ahgassi; The Handmaid; Mademoiselle; Lady; The Handmaiden

KR · 2016 · Laufzeit 145 Minuten · FSK 16 · Drama, Thriller · Kinostart
Du
  • 9

    Dieser Film hat es in sich! Man erwartet ja eigentlich eher etwas historisch angehauchtes, oder etwas, das in diese Schiene mit der unterschwelligen Erotik geht, die man aus asiatischen Filmen kennt, aber dass es dann derart deutlich und heftig zugeht, ist ziemlich überraschend.
    Die zweite Überraschung ist dann, dass der Film dennoch sehr ästhetisch inszeniert ist, Tiefgang hat und einiges mehr fürs Auge bietet, als nur schöne Frauen.
    Ab dann gibt es dann nur noch Überraschungen in Form von Wendungen in der Geschichte, die aber als Ganzes betrachtet stets logisch und tatsächlich auch konsequent sind.
    Großes Lob an die Macher, dass sie sich an keiner Stelle verrannt oder im eigenen Anspruch verloren haben!

    • 8

      "Die Taschendiebin" beginnt damit, dass der Zuschauer einfach mal so ins Geschehen geworfen wird und die ersten 10-20 Minuten damit verbringt, sich selbst in der Handlung und der Figurenkonstellation zurechtzufinden. Seine Wirkung entfaltet der Film fortlaufend immer stärker; das Intrigenspiel wird immer komplexer und die Charaktere gewinnen permanent an Tiefe. Bis zum Ende sitzt man gebannt vor diesem Werk und freut sich anschließend, endlich mal wieder einen echt guten Film gesehen haben zu dürfen.
      Einen Nachteil hat der Film für mich - da ich keine Eastern gewöhnt bin, empfinde ich das Spiel der asiatischen Schauspieler meist als ziemlich lust- und leidenschaftslos. Dies wird aber durch die enorm gute Umsetzung der Figuren auf andere Weise wettgemacht. Die Besetzung ist für mich trotzdem relativ austauschbar - nun, 3 Tage nach Sichtung erinnere ich mich kaum noch an eins der Gesichter.
      Optisch und atmosphärisch ist der Streifen ein Feuerwerk der fernöstlichen Ästhetik und übertrifft dabei den bei manchem als Kultfilm geltenden "Die Geisha" um Längen. Die Kamera leistet gute Arbeit und fängt die verschiedenen Stimmungen rund um Intrigen, Erotik, Perversion und Geheimnisse verblüffend gut ein; hervorragend wird sie dabei von einem sich dezent im Hintergrund haltenden, aber dennoch ordentlich Drama versprühendem Score, der für Gänsehaut sorgt. Die Einteilung in drei Akte aus unterschiedlichen Perspektiven sorgen für eine interessante Erzählstruktur, die dennoch zu keinem Zeitpunkt verworren wirkt, wie es bspw. bei Erzählungen wie "Cloud Atlas" der Fall ist.
      Das einzige, was ich dem Film vielleicht noch ankreiden kann ist die Laufzeit, die deutliche 20 Minuten zu lang ist. Dort, wo der "dritte Teil" beginnt, hätte man von der reinen Spielzeit her eigentlich Schluss machen sollen.
      Ansonsten ist "Die Taschendiebin" ein sehr sehenswertes Werk - vielleicht nicht zur seichten Abendunterhaltung, besonders nicht wenn man erschöpft ist; aber wenn man mal Bock auf einen vereinnahmenden und in gewisser Weise anspruchsvollen Film hat, sollte man hier zugreifen.

      Schauspiel ★★★★
      Besetzung ★★★★
      Figuren ★★★★★

      Optik ★★★★★
      Effekte ★★★★
      Setting ★★★★★
      Kamera ★★★★★
      Soundtrack/Tonkulisse ★★★★
      Atmosphäre ★★★★★

      Idee ★★★★
      Handlung/Umsetzung ★★★★
      Originalität ★★★★★
      Spannung ★★★
      Anspruch ★★★★
      Struktur★★★★★
      Relevanz ★★
      Unterhaltungswert ★★★
      Authentizität ★★★★★
      Kontext ★★★
      Laufzeit ★★★

      82/100.

      2
      • 6 .5

        Inszenatorisch sehr hohes Niveau, die verwickelte Geschichte ist interessant und die musikalische Untermalung passend. Ich fand den Grundton aber bei weitem nicht dramatisch genug als das man mit den Figuren stärker mitfühlen könnte.

        Ein interessanter Film, von dem es aber bessere asiatische Vertreter gibt.

        • 10

          SPOILER! Ungeheuer sinnlich, mit wahnsinnig erotischen Szenen, die dahingehend empfindliche Gemütern Schnappatmung verschaffen könnten. Dazu poetisch, gewitzt und ab und an mit einer gehörigen Portion Irrsinn. Mit einem Wohlfühlende, in welchem zwei Frauen das Glück erfahren, dass ihnen der Zuschauer ohnehin längst wünscht und den gemeinen Mann, die Arschkarte ziehen läßt, was ja auch mal ganz nett ist. Dies alles ergibt ein rundherum stimmiges, gelungenes Filmerlebnis, dem ich einzig ankreiden mag, dass man von solcher Art Filme keine zweiten Teile macht, bedauerlicherweise. PS: Wer gerne liest sollte sich Sarah Waters Romane mal näher betrachten

          • 7 .5

            Sinnlich und auf die falsche Fährte schickend. Eingerahmt von einer klassen Kameraarbeit nebst Soundtrack.

            Empfehlung.

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            • 8 .5

              GENIAL!

              So etwas bekommt Hollywood nicht mehr hin!
              Soundtrack,Set,Schauspiel geht nicht besser + geilen Plot und wohl die besten erotischen Szenen seit langem, wenn nicht sogar die besten der Filmgeschichte.

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              • 9
                jotha84m 14.09.2017, 01:18 Geändert 14.09.2017, 22:34

                Ich glaub, ich hör die Glocken läuten.
                Man, war das ein guter Streifen. Ich habe so eine Art des Erzählstrangs bisher in noch keinem anderen Film gesehen.
                Die Atmosphäre, die Technik, das ganze Filmhandwerk hat ungeschönt Weltniveau. Da braucht man sich aber bei Herrn Chan-Wook auch keine Sorgen zu machen. Mit 'Die Taschendiebin' hat er ein weiteres großartiges Filmerlebnis geschaffen.

                Ein einziger Punkt Abzug zum völligen Glückserlebnis gibt es hauptsächlich wegen der fast zweieinhalb Stunden Länge.

                2
                • 6

                  Barry Lyndon trifft auf Nymphomaniac, das hätte Klasse, wäre es nicht so langweilig. Mag einer antworten, Ist nicht langweilig, ist komplex, musst nur genau hinsehen. Klar, ich guck auch Blumen beim Wachsen zu, weil so komplex das Ganze.

                  • 5
                    TwoLips 26.08.2017, 01:50 Geändert 26.08.2017, 01:57

                    „Der Kirschbaum der mit mir auf dem Schiff aus Japan gekommen war hat
                    zweimal geblüht."

                    >>>WoW, dat is Poesie!<<<

                    „Als *bla bla bla* endlich ihren Kimono auszog, erforschte *blubb blubb
                    blubb* ihre südliche Pforte und stellte fest das sie vollständig
                    haarlos, so weiß und weich wie Schnee und glatt wie ein Jadekristall
                    war... so fest wie die Rüstung eines Clitschiss äh *hüstel* Klischees respektive Samurais und so gleich so zart wie Seide -was auch immer- war".

                    >>>Ja nee ist klar, ist ein KInderporno<<<

                    „Kaum hatte er den fleischlichen Vorhang zur Seite gezogen entstieg aus
                    dem Inneren der Geruch eines Gut gereiften Weines während sich um das
                    rosa samtene Portal peu a peu der Tau der Lust bildete".

                    Bevor ich zum Zucken den Zentrums der Lust komme stoppe ich mit den
                    Zitaten und beginne mit der Einleitung meines TEXTES direkt into the Tubus!

                    Und unter uns Männern : Ich bin sehr hart der Meinung das die Bezeichnung "der fleischliche Vorhang" nicht so perfekt gewählt ist. Das könnte durchaus auch auf's männliche Genital bezogen sein .. zugegeben VORhaut und VORhang passt nicht ganz zusammen, hat aber irgendwie doch eine Ähnlichkeit?
                    Naja wie auch immer : Es ist ein Vorhang und er öffnet sich SEITLICH und genauso funktioniert die Sache auch. Wir ziehen etwas >in dem Fall< auseinander um zur Wahrheit zu gelangen.Ein Mann oder eine Frau ist solange im Dunklen unterwegs bevor er/sie den Vorhang öffnet und dahinter blickt. Erst danach kann er/sie die wahre Erleuchtung finden bzw. sehen. Ich erinnere an Californication S01E01 die Kirchenszene. Für alle Pilger : Der kleine Mann im Boot ist der Schlüssel!

                    Zur Geburt:

                    Als erstes : Ich habe nix gegen die Weiblichkeit, aber wenn ich soetwas
                    poetisch gesülztes wie das oben geschriebene mitbekomme dann erinnere
                    ich mich an Jugendtage. Wollt ihr wissen wie meine Jugendtage waren ?
                    Die rochen! und zwar nach ***** Wenn ihr's genau wissen wollt dann googelt bitte den : Amingeruch!

                    Alles Leben kommt aus dem Wasser und Der Regisseur, der vermutlich auch aus dem Wasser kam, will natürlich wieder einen Erfolg verbuchen können und betrachtet werden.Was hatte ich mich auf den Film gefreut. Der wurde hier ja so heiß angekündigt! Ist fast ein asistisches American Beauty nur genauso scheiss konservativ dargebracht. Märchen und Schmalz, leider.
                    Als Möchtegern erotischer Film eher schwach.In einer Szene in der ein Zahn
                    gerieben wird, wirkt der Film eher ernüchternd abstoßend und verwirrend als das er
                    sexuell ist.

                    Nächste Szene : Die Entdeckung der Sexualität und Sinnlichkleit durch's
                    Aufknüpfen des Korsetts wird fast schon traumatisch anstrengend vollbracht wenn nicht rüpelhaft und sinnlos inszeniert das ich gähnend abwinken möchte. Die Auskleideszenen zeigen erstmals wie Grotesk und lächerlich dieser Film in seiner Vorhersehbarkeit eigentlich ist. Auch der gelegentliche Blick auf die Brüste vermag kaum zu erregen, noch vermögen das die Dialoge, die eher in ein Kinderbuch oder ein Komödien Buch gehören.Das möchte Erotik sein, dieser Film ist zum Dahinschmalzen gut, genauso wie die aufgesetzt agierenden Schauspieler. Magie gleich Null. Vorhersehbarkeit tauscht den Platz mit Suspense.Der Film mag ja
                    irgendwie ambivalent sein, aber Was mich am meisten ankotzt ist der
                    Pseudo Feminismus. Männer werden hier von Anfang an wie Idioten
                    gezeigt.Hausmädchen und Hausherrin begegnen sich hier wie in
                    Schundliteratur des 20ten jahrhunderts.Ich bin wirklich sehr enttäuscht über die Banalität des Films und des Hypes der hier zelebriert wird.

                    Für alle interessierten : Googelt doch einfach mal so das Box Office des
                    Films.Ich weiß der Film bietet mehr als das oben kritisierte,allerdings muß ich sagen und das in aller Deutlichkeit :

                    MIR HAT'S GEREICHT.

                    Für alle anderen :

                    Happy Watching!

                    Eine ganz schwere 5,0 Geburt

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                    • 6 .5
                      elmnope 23.08.2017, 19:16 Geändert 23.08.2017, 19:21

                      In seinen besten Momenten schwelgt "Die Taschendiebin" in seinen betörenden Bildern und Interieurs und weiß durch verschiedene Erzählperspektiven und Kniffe zu überzeugen.
                      Doch dann sind da noch die Lesestunden, Glöckchen, Kraken-Sex und das ganze andere erotische Brimborium. Was eigentlich das Salz in einem sonst recht gelungenen Mix aus Drama, Crime- und Lovestory sein sollte, gerät allzu sehr zu der lüsternen Altherrenfantasie, welche die Protagonistinnen des Films doch eigentlich in Wasser und Farbe zu ertränken versuchen. In Kombination mit der eigentlichen Handlung hinterlässt das einen recht zwiespältigen Eindruck.

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                      • 6

                        Bei mir schwingt eine kleine Portion Enttäuschung mit ! Meine Erwartung und Vorfreude war groß , da die Bewertungen hier meist hoch hinaus ranken und ich schon viele gute asiatische Filme schauen durfte . Zunächst ein Lob an Schauspiel und Bebilderung .Die Darsteller sind alle sehr gut , und die Kostüme und Location sehr schön Auch die eigentliche Handlung ist ganz gut , aber keineswegs überragend oder außergewöhnlich . Es werden ein paar Wendungen/Überraschungen eingebaut , von der mich aber nur die erste Überzeugt . Ein wichtiger Part ist sicher auch der erotische Anteil um zu verstehen wie die Beziehungen der Filmcharaktere zueinander ist . Aber dieser Anteil ist viel zu groß , zu lang , zu aufdringlich . Bei der Vorlesung musste ich ja noch lachen , aber sich eine ganze Zeit diese Sexspielchen anzuschauen nervt ...dazu gibt es andere "Filme" , da bräuchte ich keinen "spannenden" Spielfilm für . Für mich : Ansehnlich aber irgendwie auch sehr Schade !!!

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                        • 7 .5

                          Ein sehr sehenswerter Film, daher 7,5/10 Punkten! :)

                          Der Film ist halt in 3 Teile unterteilt und der erste Teil ist so gut, dass ich dem Film da sogar 10/10 geben würde. Die anderen Teile sind auch gut, aber man merkt, dass sich der Film da teils zieht, auch wenn die Story sehr gut und wendungsreich ist und auch die Schauspieler verdammt gut sind! Aber dadurch, dass er sich dann in 1-2 Szenen doch etwas zieht, bekommt er von mir nur 7,5/10 Punkte. Auch aus dem Hintergrund, dass der Flim meiner Meinung nach bei weiteren Sichtungen nicht mehr so viel Spaß macht, wenn man weiß wieso das alles passiert^^

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                          • 8

                            Erinnerte mich etwas an „Die Töchter des chinesischen Gärtners“

                            Sicher ist der Film nix für jedermann. Man muss für so was schon eine Antenne haben. Sonst kann man den Film auch einfach stink langweilig finden.

                            Wer aber eine Antenne für so was hat, wird bestimmt begeistert sein. Eine sehr tolle Atmosphäre. Ausstattung, Stil und Flair sind klasse. Spricht einfach die Sinne an. Und man kann dem wenigen stundenlang zusehen. Wirklich viel passiert ja nun nicht. Und der Film geht über 2 Stunden.

                            Ich muss aber auch zugeben im 2,,3 Teil erschloss sich mir die Handlung ab und zu doch nicht ganz. Etwas viel Zeitebenen. Dazu das ein oder andere wirkte doch etwas skurril.

                            • 9 .5

                              Chan-wook Park kann auch anders und das sehr sehenswert. Ich muss zugeben, dass ich von dem Setting, der Inszenierung und der Kameraarbeit ganz angetan war. Die Handlung ist ebenfalls durchdacht mit ihren Intrigen und Wendungen. Definitiv ein neues Meisterwerk!

                              • 9
                                sachsenkrieger 29.07.2017, 08:20 Geändert 29.07.2017, 08:21


                                Ich las gestern, der Film sei ein Märchen im Gewand eines Thrillers. Mehr kann und sollte man auch schon nicht verraten, denn das geldgierige Gewand des Films, entblößt auf eine subtil spannnende Art und Weise, die darunter nach Freiheit gierenden Körper, Geister und Seelen. Die persönliche Freiheit, musste man sich in allen Zeitaltern und Gesellschaften, meistens bitter erkämpfen. Besonders Frauen können davon wohl ein ewigwährendes, bittersüßes Lied singen. Park Chan-Wook überwältigt den Zuschauer mit einer komplex-verschachtelten, mehrlagigen und tiefgründigen Geschichte, die er meisterhaft inszeniert hat. Wunderschöne und wunderschön musikalisch untermalte Bilder, wundervolle Sets, phantastisch agierende Schauspieler, allen voran die beiden Hauptdarstellerinnen ... DIE TASCHENDIEBIN ist ein herausragender Film über eines der wichtigsten Dinge im Leben: Die Freiheit...

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                                • 8
                                  lieber_tee 17.07.2017, 19:00 Geändert 18.07.2017, 02:14

                                  Süßes Gift.
                                  Park Chan-Wook's Heimkehr in das Süd-Koreanische Kino ist eine ebenso grausame wie mehrdeutige Geschichte über List und Perversität, in der Sex nicht nur Leidenschaft, sondern auch Freiheit bedeutet. Die Umsetzung des englischen Romans von Sarah Waters in das von Japan besetzte Korea der 30er thematisiert den Konflikt zwischen den beiden Ländern als ein Universum, in dem Männer ihre niederen sexuellen Instinkte als (literarische) Hochkultur ausleben, Weiblichkeit sadistisch ausbeuten. Aber das „starke Geschlecht“ ist nur eine Marionette von vermeintlich unschuldigen Frauen, deren dunkle Seite von zwei begabten Schauspielerinnen (Kim Tae Ri und Kim Min-Hee) subtil verkörpert werden.
                                  „Die Taschendiebin“ ist in drei Teile gegliedert, erzählt wie eine ineinander verschachtelte Matrjoschka, aus deren jeweiligen Oberflächen sich die wahren Absichten bzw. Blickwinkel heraus schälen. Mit bemerkenswerter Eleganz, der Struktur eines Thrillers folgend, entsteht ein Schachspiel, wo Verschwörungen, Verrat, Lügen und eine lesbische Liebe mit einander verschmelzen. Liebe ist ebenso Täuschung wie Befreiung. Kino ist Manipulation und Illusion. Mit schnittigen Dialogen, pikanter Erotik und schwarz-humoriger Ironie werden die männlichen Machtverhältnisse ad absurdum geführt, die Kamera schwebt dabei durch die edel ausgestalteten Kammern und Kellern. Der Geschlechter- und Klassenkampf ist hier eine perfide Rache von Unterdrückten, der Ausgebeuteten.
                                  8 unverheiratete Frauen.

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                                  • 10

                                    So unglaublich und einer dieser Filme, bei dem einen die Superlative ausgehen.
                                    Diese Bilder sind so unglaublich gut, die Farben so stimmig, die Stimmung so sanft und hinreißend aufgebaut. Fesselnd in der Geschichte, das Setting einmalig zu nennen und die Schauspieler brillieren.

                                    Schlicht und ergreifend das, was man ein Meisterwerk nennt.

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                                    • 10
                                      ElsaWaltz 11.07.2017, 01:33 Geändert 11.07.2017, 11:30

                                      Dieser Kommentar enthält Spuren von Spoilern

                                      "My Tamako, my Sookee."

                                      Die Taschendiebin. The Handmaiden. Agassi.
                                      Dieser Film ist eine Wucht. Eine erzählerische Wucht, eine schauspielerische Wucht, eine emotionale Wucht.

                                      "Die Taschendiebin" fasziniert.

                                      Es ist zum einen die Zeit und das Land in dem die Handlung spielt. So anders als die westliche Gesellschaft, so anders als alles, was ich bis jetzt in Filmen gesehen habe. Jeder Schauplatz ist auf seine Weise… ja was? Erdrückend wie das Herrenhaus? Gruselig wie der Keller? Frei wie die Landschaften? Irgendwie alles zugleich. Man möchte selbst durch dieses Haus schreiten, den Garten erforschen, aber bloß nicht dem Herzstück zu nahe kommen. Der Bibliothek. Und was für eine Bibliothek es ist. So beeindruckend sie auch wirkt, so gruselig sind die Lesungen, die in ihr gehalten werden.

                                      Fesselnd. Ein Wort das das beschreibt was die Schauspieler sind. Sie fesseln den Zuschauer durch ihre Blicke und ihre Bewegungen. Die Chemie die zwischen den beiden Hauptdarstellerinnen entsteht raubte mir immer wieder den Atem. Kim Min-hee brilliert als zuerst verletzliche und dann starke Fräulein Hideko und Kim Tae-ri zeigt mit der Darstellung von Sook-hee eine der für mich besten schauspielerischen Leistungen der letzten Jahre. Ha Jung-woo als zwiespältiger Graf Fujiwara und Cho Jin-woong als perverser Onkel Kouzuki runden das Schauspielquartett ab und zusammen ziehen die Schauspieler den Zuschauer in einen Strudel voller Emotionen.

                                      Zauberhaft. Cho Young-wuk ist der Künstler hinter der Filmmusik. Der Soundtrack ist Kunst. Er schmiegt sich an die Bilder und füllt die Szenen aus, er weckt Emotionen, die noch tiefer liegen als dass sie die Bilder hervorbringen können. Hin und wieder erinnert mich die Melodie an Downton Abbey, einmal meinte ich eine gewisse Ähnlichkeit zu „Der schmale Grat“ zu vernehmen. Aber die Musik ist in ihrer Art einzigartig und einfach wunderschön.

                                      Die Geschichte ist betörend, gruselig, erschreckend und feinfühlig. Sie ist lustig und traurig.

                                      „Das erotische Kino lebt“ steht auf der DVD. Ja das tut es. Und es ist verdammt gut!

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                                        Typisch, Park Chan-wook.

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                                          Moah! Der alte Park hats mal wieder geschafft. Wenn man ihn mit Kubrik vergleichen würde, wäre das hier wohl sein Eyes Wild Shot. ;-D
                                          Anfangs noch eher wie ein etwas schleppendes Historiendrama spinnt der Film ganz langsam und ohne dass man es gewahr wird seine Fäden um dann einen Twist nach dem anderen abzufeuern.

                                          Kleine Bemerkung Über Twists
                                          Ein Film sollte nicht nur vom Twist leben. Der Twist im Film, kann diesen aber ungemein bereichern, wenn der Film an sich schon gut genug ist und eigentlich ohne auskäme. So sehe ich dass zumindest.

                                          Auch wenn bei der Taschendiebin die Twists sich gegen Ende jagen und ich aus der Überraschung nicht mehr ganz raus kam, muss ich doch sagen, dass der Film irgendwie nicht davon lebt. Alles fügt sich so angenehm böse zusammen und die Philosophie kommt auch nicht zu kurz.
                                          Es ist gemein, nachdenklich stimmend, verschoben, spielt mit „Alt Herren Fantasien“ und löst den ganzen selbst gesponnenen Knoten doch recht elegant.
                                          Nach Stoker hatte ich schon angst, der alte Park würde jetzt in der USA versumpfen und langsam vom Meanstream aufgefressen werden. Zum glück eine unbegründete Angst.

                                          SOILER:

                                          Ehrlich gesagt ist die Taschendiebin das bessere Bound. Alles was Bound von 1996 versucht hat zu machen, macht die Taschendiebin nur noch besser.

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                                          • 7 .5

                                            Eine sehr skurrile Geschichte, die unterhaltsam erzählt wird. Teilweise grotesk und comichaft. Die Liebesszenen fügen sich atmosphärisch nicht immer nahtlos ein, sind jedoch relativ gefühlvoll umgesetzt worden. Durchdacht, wenn auch nicht immer plausibel. Allein schon wegen dem Bild und dem Witz sehenswert.

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                                            • 9
                                              SpiceWeasel 27.06.2017, 15:51 Geändert 27.06.2017, 15:52

                                              Chan-wook Park hat es wieder getan, er hat mich mal wieder in Staunen versetzt.

                                              Allerdings nicht von Anfang an, was nicht heißt dass der Beginn des Films schlecht war sondern das er mich an leicht erotische Groschenromane erinnert hat was die reizenden Hauptdarstellerinnen und die traumhaften Aufnahmen aber locker ausgeglichen haben.

                                              Ab dem wunderbaren Twist in der Mitte kommt aber eine neue Spannungsebene dazu und der Film gewinnt ungemein an Fahrt.

                                              Die Genialität der ersten Hälfte liegt daran das sie dem Zuschauer oder in diesem Fall dem Voyeur einen Spiegel vorhält und diesen auch noch perfekt in die Geschichte zu verweben.
                                              Chan-wook Park verführt und gleichzeitig führt er seinen Zuschauer an der Nase herum, was bei so einem erfahrenen Meister Regisseur ein wahres Vergnügen ist.

                                              Auch wenn ich bei dem genialen letzten Drittel (wie großartig war denn bitte die Kellerszene!) meinen eigenen hippokratischen Spiegel vorgehalten bekommen habe wirkt es nie belehrend oder anmaßend und das zu schaffen ist wahre Kunst.

                                              Der deutsche Titel ist mal wieder ein absolutes Negativbeispiel vor dem Herrn!
                                              Nicht nur unpassend sondern verrät er auch einen wichtigen Handlungsverlauf. Autsch!

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                                              • 9

                                                Das vertrackte Storytelling bietet ein perfides Konstrukt, was mich über die üppige aber zur keiner Zeit langatmigen Laufzeit von 145 Minuten überragend unterhalten hat. Die in 3 Akte unterteilte Geschichte wird von einer stets stimmigen musikalischen Begleitung untermalt und die bestens aufgelegten Schauspieler fügen sich hier nahtlos ein. Asiatisches Kino auf höchstem Niveau.

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                                                • 6

                                                  Das war vorerst mein letzter Versuch mich dem koreanischen Kino zu nähern. Mir sind die Filme alle zu pompös und zu theatralisch. Die Bilder sind aus ästhetischer Perspektive betrachtet sicherlich technisch gehoben, aber sie transportieren zu keiner Sekunde die Stimmungen im Film. Dabei ist die Story in Die Taschendieben gar nicht mal schlecht, und unkonventionelle Erzählstrukturen sind ebenfalls mein Ding. Doch hier hatte ich das Gefühl den Film mindestens zwei Mal hintereinander zu sehen. Das hat mir nicht zugesagt. Hinzu kommt, dass der Film wirklich zuviele Längen hat, so dass nur wenige wirklich gute Momente übrig bleiben. Ich will nicht von einem schlechten Film reden, aber wirklich sehenswert ist der Streifen auch nicht.

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                                                  • 7 .5

                                                    Chan-wook Park beweist auch hier wieder einmal, dass er zu den Top Regisseuren gehört. Die Geschichte ist anfänglich etwas zäh. Wenn man aber weiter schaut, erfährt man, wie wichtig der erste Teil des Filmes für die darauf folgenden Teile ist. Dann ist man froh, durchgehalten zu haben. Insgesamt wirklich sehenswerter Streifen.

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