Die Taschendiebin - Kritik

Ah-ga-ssi / AT: Agassi; Ahgassi; The Handmaid; Mademoiselle; Lady; The Handmaiden

KR · 2016 · Laufzeit 145 Minuten · FSK 16 · Drama, Thriller · Kinostart
Du
  • 7 .5

    Eine sehr skurrile Geschichte, die unterhaltsam erzählt wird. Teilweise grotesk und comichaft. Die Liebesszenen fügen sich atmosphärisch nicht immer nahtlos ein, sind jedoch relativ gefühlvoll umgesetzt worden. Durchdacht, wenn auch nicht immer plausibel. Allein schon wegen dem Bild und dem Witz sehenswert.

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    • 9
      SpiceWeasel 27.06.2017, 15:51 Geändert 27.06.2017, 15:52

      Chan-wook Park hat es wieder getan, er hat mich mal wieder in Staunen versetzt.

      Allerdings nicht von Anfang an, was nicht heißt dass der Beginn des Films schlecht war sondern das er mich an leicht erotische Groschenromane erinnert hat was die reizenden Hauptdarstellerinnen und die traumhaften Aufnahmen aber locker ausgeglichen haben.

      Ab dem wunderbaren Twist in der Mitte kommt aber eine neue Spannungsebene dazu und der Film gewinnt ungemein an Fahrt.

      Die Genialität der ersten Hälfte liegt daran das sie dem Zuschauer oder in diesem Fall dem Voyeur einen Spiegel vorhält und diesen auch noch perfekt in die Geschichte zu verweben.
      Chan-wook Park verführt und gleichzeitig führt er seinen Zuschauer an der Nase herum, was bei so einem erfahrenen Meister Regisseur ein wahres Vergnügen ist.

      Auch wenn ich bei dem genialen letzten Drittel (wie großartig war denn bitte die Kellerszene!) meinen eigenen hippokratischen Spiegel vorgehalten bekommen habe wirkt es nie belehrend oder anmaßend und das zu schaffen ist wahre Kunst.

      Der deutsche Titel ist mal wieder ein absolutes Negativbeispiel vor dem Herrn!
      Nicht nur unpassend sondern verrät er auch einen wichtigen Handlungsverlauf. Autsch!

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      • 9

        Das vertrackte Storytelling bietet ein perfides Konstrukt, was mich über die üppige aber zur keiner Zeit langatmigen Laufzeit von 145 Minuten überragend unterhalten hat. Die in 3 Akte unterteilte Geschichte wird von einer stets stimmigen musikalischen Begleitung untermalt und die bestens aufgelegten Schauspieler fügen sich hier nahtlos ein. Asiatisches Kino auf höchstem Niveau.

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        • 6

          Das war vorerst mein letzter Versuch mich dem koreanischen Kino zu nähern. Mir sind die Filme alle zu pompös und zu theatralisch. Die Bilder sind aus ästhetischer Perspektive betrachtet sicherlich technisch gehoben, aber sie transportieren zu keiner Sekunde die Stimmungen im Film. Dabei ist die Story in Die Taschendieben gar nicht mal schlecht, und unkonventionelle Erzählstrukturen sind ebenfalls mein Ding. Doch hier hatte ich das Gefühl den Film mindestens zwei Mal hintereinander zu sehen. Das hat mir nicht zugesagt. Hinzu kommt, dass der Film wirklich zuviele Längen hat, so dass nur wenige wirklich gute Momente übrig bleiben. Ich will nicht von einem schlechten Film reden, aber wirklich sehenswert ist der Streifen auch nicht.

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          • 8

            Chan-wook Park beweist auch hier wieder einmal, dass er zu den Top Regisseuren gehört. Die Geschichte ist anfänglich etwas zäh. Wenn man aber weiter schaut, erfährt man, wie wichtig der erste Teil des Filmes für die darauf folgenden Teile ist. Dann ist man froh, durchgehalten zu haben. Insgesamt wirklich sehenswerter Streifen.

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            • 8 .5

              Hier kann ich einem Vorredner dahingehend zustimmen, dass wenn man hier etwas zum Film schreibt unweigerlich zu viele Informationen zum Geschehen preisgeben wird. Da ich keinem die Spannung nehmen will, kann ich nur auffordern sich selbst ein Bild zu machen. Es passiert viel und es ist ...

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              • 9

                Perfekt.

                Naja, fast perfekt.
                Inszenatorisch mit Sicherheit perfekt.
                Die Darstellerriege ist eine Augenweide, die Musik wunderschön und die Geschichte ein narrativer Schleiertanz zwischen Thriller und Melodram.
                Insgesamt ein wundersames Zusammenspiel aus Verbrechen, Verführung und Voyeurismus.

                Vielleicht doch perfekt.

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                • 10

                  Vorhin zum dritten mal gesehen! Ich liebe diesen Film und ich liebe die beiden Hauptdarstellerinnen. Sie harmonieren einfach perfekt zusammen und die Intensitaet die sie erzeugen ist ueberwaeltigend. Ihre Darstellung ist sehr authentisch und emotional. Ich liebe vor Allem Kim Tae-Ri. Sie sieht nicht nur unglaublich suess aus (Die vllt. suesseste/schoenste Frau die ich je gesehen habe), sondern vertieft sich so sehr in ihre Rolle, dass ich all ihre Emotionen spueren kann. Meisterhafte Leistung! Der Film ist intelligent, spannend, ruhig und schnell zugleich, erotisch, intensiv und feministisch. Und fuer mich ist Kim Tae-Ri und Kim Min-Hee das tollste Leinwandpaar ueberhaupt. So als waere ihre Beziehung im Film real! Auch die Wendungen und das Drehbuch sind perfekt. Hinzu kommt die wundervolle und zur Handlung passende Musik und faszinierende Bilder. Ich bin sehr begeistert von diesem Meisterwerk. Dieser Film gehoert zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Fuer immer und Ewig!

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                  • 8

                    tolle abwechslungsreiche spannende Story, super Schauspiel, Tolle Ausstattung und Kostüme, perfekte Sets, Kamera und Schnitt sind nicht negativ aufgefallen, hatte ich auch nicht so drauf geachtet. Eine große Prise Erotik. Und eine gar nicht auffallende Synchro (positiv gemeint). Absolute Empfehlung

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                    • 8

                      Nachdem die 1. Hälfte etwas zäh war, hat mich die 2. Hälfte schwer begeistert. Der Film beinhaltet einige gute Twists und zudem kreative Ideen. Auch das Ende bzw. den Ausgang des Films fand ich sehr gelungen bzw. befriedigend. :-)

                      • 5 .5

                        Die ab Beginn von Teil 2 bezüglich des Ausgangs klare Story entfaltet leider keinerlei Sogwirkung, lässt mich emotional unbeteiligt das vorzügliche Set bestaunen, plätschert dahin, genügt sich gleichsam selbst. Die erotischen Szenen zum Ende des Films lassen jede prickelnde Sinnlichkeit vermissen. Offenbar findet der Film aber - zu meinem Unverständnis - ein geduldiges und wohlwollendes Publikum.

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                        • 7

                          [...] In seinen besten Momenten spielt Die Taschendiebin mit den Wechselwirkungen aus Macht, Abhängigkeit und Leidenschaft, denn die Bedürfnisse aller Protagonisten sind miteinander verwoben und ihr Verhältnis zueinander befindet sich stets im Fluss, was dem Film sein Suspense verschafft. Parks Werk sinniert über den schmalen Grat zwischen Leidenschaft und Fetisch, zwischen positiven Kräften, die die Figuren antreiben und negativen, die sie in den Untergang ziehen. Dabei gelingt es dem Regisseur fabelhaft, das Geschehen wahlweise durch ein wohlwollendes Augenzwinkern zu ironisieren, oder es aber leicht spöttisch zu hinterfragen und als grotesk zu entlarven. Die Exzesse aus Parks früheren Werken finden sich auch hier, allerdings deutlich vergeistigt – wo die Gewalt von Oldboy oder Sympathy For Mr. Vengeance die Körper der Figuren malträtierte, verkehrt Park den Ansatz in Die Taschendiebin ins Gegenteil und schildert gleich im doppelten Sinne die Befreiung aus geistiger Gefangenschaft durch die Freuden der Körperlichkeit. [...]

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                          • 8

                            Oh, den sollte man sehen.
                            Zu schreiben was da passiert ist, ist schon ein Spoiler.
                            Kim Tae-ri, von der werden wir hoffentlich noch mehr sehen.

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                              J.F.Lannister 30.05.2017, 23:47 Geändert 30.05.2017, 23:54

                              Freilich ohne "Fifty Shades of Grey" gesehen zu haben, so entspricht "The Handmaiden" doch in etwa dem Idealniveau, welches so ein Erotikdrama meiner Meinung nach aufweisen muss. Ein Film, der sich nicht nur auf die Erotik beschränkt, sondern auch an seinen Charakteren interessiert ist. Abseits der hocherotischen und großzügig zur Schau stellenden Sexszenen baut Park Chan-wook seinen Film als Kriminaldrama auf, welches sich mit Themen wie Liebe, Sexualität(sfindung) und (Selbst)Verrat auseinandersetzt. In seiner Gesamtheit ist "The Handmaiden" zwar etwas zu lang geraten, vermag es jedoch gekonnt, mit den Erwartungen des Zuschauers herumzuspielen und ihn an der Nase herumzuführen. In Hauptdarstellerin Kim Tae-ri habe ich mich übrigens sofort verliebt!

                              Was ich nachträglich allerdings ziemlich schade finde, ist die Abänderung des Titels. Im Deutschen total lahm und eindeutig "Die Taschendiebin", im Englischen schon besser und zweideutig "The Handmaiden". Am besten gefällt mir jedoch der mehrfachdeutige Buchtitel "Fingersmith", den hätte man meiner Meinung nach beibehalten sollen.

                              Ansonsten kenne ich von Park zwar nur "Oldboy", dennoch würde ich "The Handmaiden" eindeutig als klassichen Park-Film bezeichnen. Der Begriff "Fingern" wird von ihm sehr weitläufig interpretiert, weswegen ich auch den Buchtitel präferiere. Die Sexszenen haben es dermaßen in sich, dass man sich als Zuschauer fast schon so vorkommt, wie dieser notgeile Altherrenclub, der sich im stillen Kämmerlein zu vorgelesener Erotikliteratur am liebsten einen von der Palme wedeln möchte. Well played, Park!
                              Verstörend wird es, wenn Park (imaginäre) Hentai-Elemente in die Sex-/Gewalterotik miteinfließen lässt. Verdammt, dieser Riesenkrake im Aquarium war ziemlich creepy und während der Endszene hätte es mich nicht gewundert, wenn sich da auf einmal ein Monstrum à la "Fluch der Karibik" oder Cthulhu auf dem Meer erhebt!

                              Für mich ein toller Film, aber nicht zwangsläufig weiterzuempfehlen. Man muss schon Fan des südkoreanischen Kinos und insbesondere Fan von Park Chan-wook sein, um "The Handmaiden" etwas abgewinnen zu können.

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                              • 9 .5

                                Verdammt geil. Aber sowas von. Spielt auf jeden Fall in einer Liga mit Oldboy und Sympathy for Mr Vengeance.

                                Muss den unbedingt nochmal sehen. Einfach nur um rauszufinden ob all die wiederkehrenden Themen und Phrasen "Sinn ergeben" oder nur dazu da sind, einen zu verwirren bzw. sich selber Gedanken zu machen.

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                                • 8

                                  Ahhhh, warum läuft sowas nie bei mir in der Nähe :(.

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                                  • 10

                                    Gestern im Kino gewesen....

                                    Was für ein Brett von Film.

                                    Wieder wird mir klar, das Korea, Hollywood längst hinter sich gelassen hat.

                                    Empfehlung

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                                    • 8
                                      DivDav 03.02.2017, 01:02 Geändert 03.02.2017, 14:04

                                      Selbst der erste Teil des Films, dessen stockender Handlungsverlauf erst androht ins Leere zu laufen, verschlingt den Zuschauer. Die Opulenz der Inszenierung und die langen bewusst gesetzten Einstellungen um zum Besipiel die unwirkliche Ästhetik der mit prachtvollen Bäumen gesäumten Allee einzufangen sind in Perfektion vollended.
                                      Mit dem zweiten Teil mindert sich zwar nicht die visuelle und akustische Virtuosität, aber die Handlung fängt an sich zu entwickeln und den Zuschauer zu greifen. Durch das Durcheinanderwirbeln der Charakterkonstellationen, gewinnen die Figuren an Leben und damit die Handlung an Spannung.
                                      Das baldige Erahnen des weiteren Verlaufs löst die Spannung nicht auf, denn die Umsetzung weiß immer wieder zu überraschen.
                                      Am Ende bleibt ein Film über einen kleinen Sieg sinnlicher, authentischer, weiblicher Sexualität gegen die Sexualität einer patriachalischen Welt, in der sie nur noch als brutale Perversion existieren darf.

                                      PS: Der Kritikpunkt, dass die Sexszenen eher die Vorstellungen der heterosexuellen männlichen Zuschauer bedienen, kann ich in gewisser Weise nachvollziehen, fand die Erklärung von Park Chan-Wook allerdings auch nicht blöd. Aber auf jeden Fall streitbar...

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                                      • 8 .5
                                        boynamedsuh 31.01.2017, 14:03 Geändert 31.01.2017, 23:44

                                        Park Chan-Wook zeigt in seinem neuen Film mal wieder sein ganzes können als Regisseur. Tolle Bilder gepaart mit einem wundervollen Score.
                                        Die geschickte Erzählweise lässt einen Schicht für Schicht immer tiefer in die Geschichte versinken, welche einige spannenden Wendungen parat hält. Genauso verhält es sich mit den Charakteren. Mit jedem Akt lernt man die Figuren genauer oder gar auf eine ganz neue Weise kennen. Lediglich das Ende wurde mir etwas zu breit erzählt, was mir auch schon bei Oldboy so ging.

                                        Wen exzessive Sex- und Gewaltdarstellungen nicht abschrecken, bekommt einen grandios verstörenden Film über Verrat, Intrigen, Liebe und das Ausbrechen aus gesellschaftlichen Zwängen.

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                                        • eine etwas dekadente story in sehr schönen bildern umgesetzt
                                          mit gleichgeschlechtlicher liebe und einigen verwirrungen im historischen
                                          plot.wer es mag, hat seine freude..

                                          • 8

                                            [...] Gibt es eine unumstößliche Wahrheit? Können wir, klein und beschränkt in unserer Sicht, den Finger auf etwas legen und mit Gewissheit behaupten, dass es ist wie es ist und nicht anders? Oder ist alles, immer und überall, ausnahmslos eine Frage des Blickwinkels, weil wir doch sowieso nicht anders können, als nur zu sehen, was wir sehen wollen? [...] Das Verwirrspiel welches Park im folgenden entspinnt, während Sook-hee und der Schein-Graf Fujiwara parallel um die Gunst der Gräfin konkurrieren, ist ein Lehrstück zu Erzählperspektive und schauspielerischer Fassade. Wir glauben die Fronten zu kennen, die Intentionen der Charaktere und ihre inneren Antriebskräfte, doch der Schein trügt – was wir (meinen) verstanden (zu) haben, ist nur der mikroskopisch kleine Teil eines größeren Ganzen, dessen Facetten für Überraschung sorgen werden. Nur die Seite der Münze, welche Park uns bereits zu erforschen erlaubte, um uns in trügerischer Sicherheit zu wiegen und dann völlig den Halt zu verlieren, als er uns mit ganzer Kraft den Boden unter den Füßen wegzieht. Mehrfach. [...]

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                                            • 6

                                              Ok, also ich gebe diesem Film 6 Punkte, weil mir gefallen hat, wie der Film in verschiedene Teile unterteilt wurde und man somit doch immer wieder überrascht wurde. Dadurch wird man selbst ausgetrickst und es wird einem (zumindest mir) dadurch gezeigt, nicht gleich alles zu glauben was man hört und sieht. Außerdem beschäftige ich mich privat zur Zeit viel mit Japan, weswegen ich den Film mit meiner WG-Mitbewohnerin im Kino überhaupt geguckt habe. Dennoch fand ich wurde zu viel gezeigt, man hätte ruhig ein wenig mehr Spielraum für die eigene Fantasie lassen können, stattdessen wird einem hier ein Softporn gezeigt mit "Happy End" oder so ... Nicht wirklich mein Fall, aber der Film wird sicher seine Liebhaber finden.

                                              • 9
                                                Le Samourai 15.01.2017, 23:45 Geändert 16.01.2017, 10:07

                                                Zum Dahinschmelzen gut. Chan-wook Park ist einfach Vollblut-Künstler und Kinomagier, beherrscht sein Fach wie wenige andere zeitgenössische Regisseure.
                                                Man nehme eine Londoner Romanvorlage, transferiere sie ins von Japan besetzte Südkorea der 1930er, garniere das Ganze zu je drei Teilen mit Kurosawa, Hitchcock und La vie d'Adèle, und heraus kommt eine über die volle Spielzeit höchst vergnügliche, wunderschön anzusehende Thriller-Romanze der absoluten Spitzenklasse, die zugleich genüsslich das chauvinistische Menschenbild zerlegt und eine Ode an die unabhängige, emanzipierte Frau singt.
                                                Sein bester Film seit "Oldboy".

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                                                • 8
                                                  Juli Jane 15.01.2017, 21:36 Geändert 16.01.2017, 16:22

                                                  Ein sich selbst auflösender kunstvoller Filmknoten der japanisch-viktorianischen Art

                                                  Ein zweifacher Schwindel, oder war es ein drei-oder vierfacher?
                                                  Ein kunstvoll verknoteter Film, sich wundervoll ausflösend, prächtig ausgestattet, die äußerst detailverliebte Kamera erforscht ein altes Herrenhaus. Natürlich ist das sichtbar ein koreanischer Film des Meisters Park Chan -Wook, diesmal mit vielen japanischen Verweisen, aber für mich auch ziemlich europäisch erscheinend, bzw er lässt doch auch recht viele westliche Einflüsse in der Filmsprache deutlich werden. Eine seltsame, aber irgendwie stimmige Melange... und das 30er Jahre Milieu, des von den Japanern besetzten Korea, verschwamm für mich mehr und mehr mit einem viktorianisch anmutenden Zeitalter ....welches irgendwie auch eigentümlich in die Moderne hineinragt. Ein Gesellschaftdrama der Marke "Zimmer mit Aussicht", ein Erotikthriller, es mischen sich Horrorelemente dazu, aber im Kern ist "Die Taschendiebin" eine Liebesgeschichte. Viele Park Chan-Wooksche Garnituren lassen sich ausmachen (der Tintenfisch räkelt sich übergroß im Aquarium oder lümmelt sich äußerst wollüstig auf einer japanischen Erotikzeichnung beim Tentakelsex mit dem nackten Körper einer Frau.)
                                                  Eine gewisse Schwülstigkeit lässt sich nicht leugnen, die löst sich aber zum Glück immer wieder auf. Was mit Kleinkinderverschachern beginnt, mündet in ein riesiges Lügengebäude. Jedenfalls.. als die Taschendiebin im Gewand der Dienerin das riesige Herrenhaus betritt, welches der schmierige Onkel mit seiner unschuldigen Nichte bewohnt, beginnt ein Spiel um Macht und Täuschung und sogar das Haus (die Frauen sind dort eingesperrt) wandelt dauernd sein Gesicht: mal ist es gediegen altenglisch, dann wieder japanisch, dann wieder Spukschloss und der Keller tarnt sich als Bibliothek. Bis sich irgendwann alles vollständig zusammenfügt. Viel Schein, aber dahinter immer ein Sein und auch Sinn. Mehrere Schichten.. mit fast ausschließlich mit visuellen Mitteln und sinnlicher Sorgfalt aufeinander geschichtete Wahrheiten. Sie offenbaren sich auch bei den Darstellern eher über Blicke und Gesten, als über das gesprochene Wort und bilden die neue Wirklichkeit ab, ohne die vorige zu nichte zu machen. In der dritten Retrospektive dann.. eine Befreiung.
                                                  Stark.

                                                  Vorbild war übrigens der Roman "Fingersmith",bzw. seine gelungene britische BBC Verfilmung von 2005. Eigentlich ein Remake: https://www.youtube.com/watch?v=NtfCt152meQ

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                                                    Kling, Glöckchen klingelingeling <3

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