Die Vierhändige - Kritik

Die Vierhändige

DE · 2017 · Laufzeit 94 Minuten · FSK 16 · Thriller, Drama · Kinostart
Du
  • 6
    Framolf 07.12.2017, 00:04 Geändert 07.12.2017, 00:06

    Düsterer deutscher Psychothriller, der mit ein paar Horrorelementen gewürzt wurde. Zur Handlung wäre jedes Wort zuviel, da man 'Die Vierhändige' am besten möglichst ungespoilert sichten sollte (das "Geheimnis" wird auch so schon extrem früh gelüftet). Oliver Kienle beweist eine sichere Hand als Regisseur. Das Drehbuch, das ebenfalls aus seiner Feder stammt, erweist sich immerhin noch als grundsolide - auch wenn es schon extrem früh die Hosen runterlässt und sich somit ein wenig seiner eigenen Stärken beraubt.

    Darstellerisch ist alles im grünen Bereich und auch in den wesentlichen technischen Kategorien wird sehr vieles gut und richtig gemacht. In vielerlei Hinsicht erinnert 'Die Vierhändige' ein wenig an 'Die dunkle Seite des Mondes', wobei mir der aktuellere der beiden Filme aber deutlich besser gefallen hat.

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    • 8 .5

      [...] Bereits in den ersten Minuten etablieren Kienle und sein Kameramann Yoshi Heimrath, durch einen dichten Plot und wohl komponierte Bilder, eine beklemmende und spannungsreiche Atmosphäre, die den Zuschauer mitnimmt und bis zu den finalen Minuten nicht mehr loslässt. [...] Das Herzstück von Die Vierhändige sind allerdings die beiden Hauptdarstellerinnen Frida-Lovisa Hamann und Friederike Becht, die hervorragende Leistungen liefern. Mal zurückgenommen, mal exzentrisch und laut, zeigen sie beeindruckende schauspielerische Ausdruckskraft, die im Zusammenspiel mit den anderen Beteiligten und einer präzisen Schauspielführung dem Film eine Wucht verleiht, die man so selten in Genrefilmen hierzulande sieht. [...] Es ist in diesem Sinne interessant zu sehen, dass es dem deutschen Kino durchaus möglich ist, sich von seinen selbstauferlegten Spielregeln und Grenzen zu befreien, indem es neugierig die Antennen auch in andere Filmkulturen ausstreckt.

      (Vollständige Kritik auf imagespacesound.blogspot.com)

      1
      • 8

        Es ist äußerst erfreulich, dass Deutsches Kino auch gutes Genrekino sein kann, das man so eher aus Skandinavien oder den USA kennt. Selten hat mich ein deutscher Film so positiv überrascht, von den großartigen schauspielerischen Leistungen, über die atmosphärischen Bilder, die schnörkellose Inszenierung bis hin zur Montage, zeigt 'Die Vierhändige', dass hierzulande auch anders geht, als Fack Ju Goethe und Til Schweiger. Vielen Dank, mehr davon!

        2
        • 7 .5

          Solches Genrekino kommt sonst aus den USA, deutsche Filmproduzenten tun sich da schwer. Oliver Kienle aber konzentriert die Kraft dieses kleinen Films so geschickt, stilsicher und pointiert, dass „Die Vierhändige“ auch ein brauchbares B-Picture aus Hollywood abgeben würde. [Stefan Benz]

          • 1 .5
            marc.nemitz 29.11.2017, 01:38 Geändert 29.11.2017, 01:39

            Selten einen so schlechten Film gesehen. Hätten sie lieber Fightclub im Original laufen lassen und nicht so einen Genreabklatsch, der wahrscheinlich nicht einmal kapiert, dass er auf einer Fremdidee basiert.

            1
            • 8

              Dunkler Film über die dunkle Seite der Seele: Zwei Schwestern müssen mit dem Trauma des Mordes an ihren Eltern klarkommen. Ein deutscher Genre-Film, der sich sehen lassen kann. [Ulrich Sonnenschein]

              1
              • 9

                'Die Vierhändige' hat mich sehr angenehm überrascht, wohl auch, weil ich mir normalerweise nicht viel aus Genrefilmen mache und dann noch aus Deutschland? Ich bin froh, dass ich ihn mir trotz der Vorbehalte angesehen habe: Ich war von Beginn an gefesselt und mitgerissen, was vor allem dem starken Buch, der kompetenten Inszenierung und den tollen Schauspieler liegt. Oliver Kienle erfindet mit 'Die Vierhändige' das Rad zwar nicht neu (wer macht das im Kino heutzutage noch?), er liefert aber einen runden, stimmigen und handwerklich überzeugenden Film, den man sich nicht entgehen lassen sollte, wenn man auf Genrefilme steht oder sich mal wieder vom deutschen Kino überraschen lassen möchte.

                • 5 .5

                  [...] Will er einen klassischen Mind-Fuck-Film machen oder holt er den Zuschauer sehr bewusst an einigen Stellen früh ins Boot (was in der Tat so ist), um die Karten überraschend neu zu mischen, einen riskanten Double-Cross, der wenn er gelingt extrem geil werden könnte? Leider Ersteres und genau da liegt das Problem dieses handwerklich vorzüglichen, gut gespielten und von seinem generellen Vorhaben sehr löblichen Films, bei dem man sich am Ende die Frage stellt, wen er denn genau womit verblüffen will. Das der psychologische Aspekt des Ganzen natürlich nicht ganz wasserdicht ist (vorsichtig formuliert) und die Logik gehörig die Luft anhalten muss, ist gar nicht so wild. Gewisse Freiheiten darf und muss sich ein Genre-Film auch erlauben dürfen wenn es nicht zu bunt wird, hier zählen in erster Linie andere Dinge. Damit hält auch Die Vierhändige lange bei der Stange und könnte sich aufgrund seiner klaren Stärken womöglich auch mühelos ins Ziel jubeln lassen, wenn sich am Ende nicht das Gefühl einstellen würde, dass er entweder den Zuschauer massiv unterschätzt oder (was wahrscheinlich eher der Fall ist) er einfach – passend zum deutschen Teilnehmerfeld – viel zu spät dran ist mit seiner Idee, die so oder so ähnlich unendlich-fach variiert bereits ein Teil der Standardausstattung geworden ist. Und dafür ehrlich gesagt nichts Entscheidendes dazu beiträgt, das altersschwache Kaninchen noch effektiv aus dem noch älteren Hut zu zaubern. Außer dass es nun aus dem schwarz-rot-goldenem Zylinder flutscht. [...]

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                  • 8 .5
                    betty-boop 24.11.2017, 14:39 Geändert 27.11.2017, 08:31

                    Heutzutage ist es ja schon ein Wunder wenn man im (deutschen) Kino überhaupt mal überrascht wird. Hätte nicht gedacht, dass das ausgerechnet mal ein deutscher Film schafft-- und dann noch ein Genre-Film. Ich war in der Vorpremiere im Cineworld Dettelbach, wusste nichts vorher und war angenehm überrascht über die Konsequenz der Geschichte und vor allem der Umsetzung. Hab etwas gebraucht um reinzukommen, aber dann wirds immer krasser und sauspannend. Vor allem die beiden Schauspielerinnen waren top. Absolute Empfehlung!!

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                    • Trailer sieht eigentlich ganz spannend aus. Ich weis kann zwar nicht alle Handlungsstränge zusammen verstehen, aber das wird uns der Film bestimmt zeigen. Ansonsten sieht es so aus, als könnten hier leichte Mindfuck-Elemente vorhanden sein, wovon ich ja Fan bin. Mein Interesse ist leicht geweckt...

                      • 6 .5

                        Effektiver Horror aus Deutschland, der sich geschickt bekannter Mythen bedient – um dann am Schluss die Schraube ein wenig zu überdrehen. [Michael Ranze]