Die Vögel - Kritik

The Birds

US · 1963 · Laufzeit 119 Minuten · FSK 16 · Horrorfilm, Drama, Thriller · Kinostart
Du
  • 9 .5

    Ich wollte eine Kritik schreiben. Aber hier steht "Kommentar". Kann man mal die Nomenklatur klären?

    Schnippschnapp

    • 9 .5

      Ist das jetzt eine Kritik-Spalte oder eine Kommentarspalte? Ich bitte um Aufklärung.

      Schnippschnapp

      • 4 .5
        999CINEASTOR666 23.12.2018, 16:53 Geändert 23.12.2018, 16:55

        Die Vögel (The Birds / AT: Alfred Hitchcock's The Birds) / US / 1963

        >>> mit Vorsicht zu genießen /// enthält möglicherweise Spuren von leichten Spoilern <<<

        Positiv zu erwähnen sind die distinguierte Inszenierung, die pittoreske Bildsprache, das gediegene Schauspiel, die vereinzelt atmosphärische Angstmache und die für damalige Verhältnisse beachtliche Tricktechnik der Angriffe. Da auf der anderen Seite unfassbar langatmig eine weit hergeholte Liebesgeschichte vordergründig erzählt wird, die gelegentlich durch Vogel-Attacken unterbrochen wird und als Gesamtheit, Suspense vermissen lässt.
        Viele Theorien werden in äußerst ausschweifenden Dialogen in den Raum geworfen, doch letztlich bleiben etliche Fragezeichen zurück, bei der Fahrt ins Ungewisse, die entweder von Einfallslosigkeit oder Ambiguität zeugen.

        17
        • 9
          RedMoon-1973 18.11.2018, 20:52 Geändert 18.11.2018, 20:55

          Ein zeitloses Meisterwerk vom Altmeister des Horrors höchstpersönlich. Ein Mystery-Thriller der seinesgleichen noch heute sucht. Mit toller Atmosphäre, stilvollem Setting und sympathischen Darstellern.
          Den hohen Tabak- und Alkohol Konsum, gespickt mit leichtem Overacting in jeder zweiten Szene, verzeihen wir mal mit dem damaligen Zeitgeist.

          Heutzutage könnte man so einen Film in dieser Schlichtheit gar nicht drehen.
          So würde er heute aussehen:

          Soziale Medien wie FaceApp, WhatsBook und MyFace haben aufgrund der unheimlich hohen Datenmengen die Mobilfunknetze zusammenbrechen lassen.

          Amerikanische Wissenschaftler müssen in kürzester Zeit eine Lösung finden und kramen eine im 2. WK erbeutete Geheimtechnik Hitlers aus. Diese ermöglicht es Wasser als Übertragungsmedium für digitale Kommunikationssignale zu nutzen.

          Erst sehr spät wird bemerkt, dass diese Technik Meereslebewesen negativ beeinflusst. Fliegende Nazi-Zombi-Haie steigen aus dem Wasser und greifen Menschen an. - FIN

          2
          • 10

            Diese Szene...die Raben auf den Spielgeräten...erst einer, dann Hunderte...im Hintergrund die Schulkinder, die singen...und das entsetzte Gesicht der Hauptdarstellerin...absolut das Beste, was ich je gesehen habe!

            5
            • 7

              Warum fehlt den gesamten Film über die Musik? Hätte einiges zur Atmosphäre beigetragen, da das visuelle erst am Ende wirklich begeistern kann.

              • 8 .5
                doenef 28.07.2018, 04:36 Geändert 28.07.2018, 04:46

                Zweifelsfrei einer der Klassiker der Filmgeschichte, der zugleich unbestritten ein richtungsweisendes Werk der Horrorfilme darstellt,...nur wenn man mal davon absieht, dass man diesen Film unbedingt, wenigstens einmal gesehen haben müsste, bleibt der Film irgendwie dubios, da der Schluss des nie langweiligen bzw. durchweg unterhaltenden Films ohne jedwede handlungsrelevante Auflösung bzw. Erklärung bleibt,...dennoch schon „sehenswert“ (7,5),...das heißt scheint eigentlich nicht gut genug bewertet, denn die dargestellten Untergangsstimmungen sind vom Altmeister Hitchcock doch dermaßen bahnbrechend und erinnerungswürdig getroffen,
                dass ein "ausgezeichnet" mit 8,5 doch zutreffender ist bzw. angemessener scheint.

                • 10

                  Hitchcock-Meisterstück, das eine schaurige Untergangsstimmung schafft.

                  • 10

                    Klassiker des Horrorfilms von Altmeister Hitchcock nach der Buchvorlage von Daphne du Maurier. Inzwischen von unzähligen Horrormovies längst in Sachen Spannung und Splatter getoppt, war das Teil 1963 absolut bahnbrechend.

                    Die Idealbesetzung von Tippi Hedren als Melanie Daniels, Rod Taylor als Mitch Brenner, Jessica Tandy als seine Mutter Lydia Brenner ist auch heute noch eine Augenweide. Sie verkörpern einfach ihre Rollen. Auch Suzanne Pleshette als Lehrerin Annie Hayworth überzeugt.

                    Sehen wir mal über die seltsam anmutenden Regie-Einfälle ab, dass Melanie mal eben so nebenbei fehlerlos Klavier spielt wie eine Pianistin und sich dabei unterhält, als würde das alles keine Konzentration erfordern. Seltsam auch, dass das Klavier top gestimmt ist wie ein Konzertflügel. Das ist einfach absolut lächerlich, wenn man auf Details achtet.

                    Der typische Hitchcock-Humor ist zu sehen, wenn sich etwa die zwei Sperlings-Papageien im Käfig auf dem Boden des Sportwagens mit in die Kurven legen auf der Küstenstraße. Man sieht, dass es Vogelattrappen sind, aber wollen wir da Hitchcock böse sein ? Absolut okay, um diesen Gag zu machen. Oder die Order „Drei mal Hühnchen mit Bratkartoffeln“ im Restaurant direkt auf die Lobhudelei der Ornithologin, dass die Vögel Schönheit und Anmut auf die Erde bringen. Hitchcock Humor at it´s best.

                    Die knisternden scharfen Dialoge zwischen Mitch und Melanie beim Kennenlernen sind auch einfach göttlich.

                    Hitchcock wusste, dass er kein attraktiver Mann war. Er war dick und aufgedunsen. Dennoch wollte er seine meist blonden Hauptdarstellerinnen nur für sich haben, mit ihnen Exklusiv-Verträge machen, damit sie nur in seinen Filmen mitspielen dürfen. Für Hitchcock schien das eine Art erotischer Besitzanspruch zu sein. Er – der große Regisseur – sie – die reizenden Schauspielerinnen. Diese Art des Besitzergreifens muss man verurteilen. Es erinnert an die aktuelle „me-too“-Debatte, an einen Produzenten Harvey Weinstein u.a.

                    Wie brutal und schonungslos Hitchcock seine Szenen umsetzte und seine Hauptdarsteller behandelte, sieht man z.B. an der Angriffszene im oberen Stockwerk der Brenners. Tippi Hedren wurde mit Vögeln beworfen, die Helfer mit Handschuhen auf sie warfen. Sie erlitt Verletzungen und einen Nervenzusammenbruch. Aber für Hitchcock zählte nur das Ergebnis. Er wusste, dass man sowas nicht mit dem Tierschutzbund im Nacken drehen konnte, obwohl jemand vom Tierschutzbund bei den Dreharbeiten anwesend war. Keine Ahnung, wie Hitchcock diese Szene dem Tierschutzbund verkaufte. Hitch wusste: Man würde es auf der Leinwand sehen, wenn es nicht echt wäre. Heute bekäme kein Regisseur der Welt mehr eine solch brutale tierquälerische Methode gestattet.

                    An der Überblendung der Vögel in das reale Bild wurde mit den besten Trickspezialisten der damaligen Zeit gearbeitet. Hitchcock war Perfektionist, er gab nicht etwas fürs Kino frei, wenn es nicht top war.

                    Ebenso herrlich anzusehen, wie in diesen alten Filmen geraucht wird, als würde es zum guten Stil gehören. Damals gab es noch keine Debatte über gesundheitliche Folgen. Jeder rauchte, der zu den großen Stars gehören wollte. Man sah überall im Kino rauchende Stars.

                    Warum ist dieser Film so zeitlos und unerreicht ? Weil jeder, der ihn einmal gesehen hat, bestimmte Szenen nie mehr vergisst. Etwa die Besetzung des Spielgerüstes an der Schule mit Krähen. Und der Angriff der Vögel an der Schule und in der Stadt. Oder die Vögel, die versuchen in das Haus einzudringen. Es wirkt einfach verstörend, dass Vögel bewusst Menschen in Scharen angreifen. Allein das ist bahnbrechend. Selbst heute wirken die Effekte immer noch beängstigend gut.

                    Der Score unter Aufsicht von Bernard Herrmann ist eher ein Geräusche-Score. Herrmann war damals DER Komponist Hollywoods (Psycho / Vertigo). Dennoch hat nicht er, sondern Oskar Sala den Sound beigesteuert. Eine Filmmusik gibt es nicht. Auch das ist bahnbrechend und führt zu einer seltsamen Stimmung während des ganzen Films. Denn wenn man was hört, sind es die kreischenden Schreie der Krähen und Möwen.

                    Am Interessantesten dürften die Toneffekte von Oskar Sala sein. Die Erfindung eines neuen elektronischen Instrumentes zusammen mit Ingenieur Friedrich Trautwein – dem Trautonium – gilt als Vorläufer des Synthesizer. Mit ihm wurde das Vogelgezwitscher und die nervtötenden Laute währen des Angriffs der Vögel erstellt. Wenn man sich das Trautonium auf youtube anhört und ansieht, wirkt es immer noch wie der Entwurf eines Instruments aus dem Weltraum.
                    Und wieder einmal waren es Deutsche, die ein bahnbrechendes Instrument entwickelten, das zum Vorläufer künftiger Synthesizer-Generationen wurde.

                    Hitchcocks Vögel wäre ein fast langweiliger Film geworden ohne den erschreckenden Krähen-u. Möwensound von Oskar Sala. Ihm gebührt ebensoviel Ehre. Er hat sie aber nicht bekommen. Niemand bekam etwas davon mit, dass 50% des Sounds und damit des Horrors aus „Die Vögel“ auf Salas Trautonium beruhten.
                    Wir haben heute mit dem Seaboard von Roli wieder eine ähnlich natürliche Klangregelung wie im Trautonium. Durch die steife Tastatur der letzten 80 Jahre jedoch ging der absolut freie Anschlag fast komplett verloren. Erst mit dem Seaboard lassen sich wieder gesampelte Violinen frei im Anschlag spielen wie eine natürlich Violine oder eine Gitarre oder Trompete. Weil man eben nicht mehr den PitchBend-Regler braucht, sondern alles über die Anschlagsveränderung und Position hinbekommt. Man könnte also fast sagen: Oskar Sala war der Zeit um 100 Jahre voraus.
                    Noch heute klingen die Sounds aus dem Trautonium spektakulär. Wenn man sich Sala in alten youtube-Aufnahmen auf dem Trautonium ansieht, kommt es einem vor, als würde da ein verrückter Opa aus einer anderen Galaxie spielen. Es klingt völlig fremdartig, was Sala da rausholt. Fast wie Musik aus einem anderen Sternensystem.

                    Fazit: Trotz seines Alters hat der Streifen nichts von seiner Faszination verloren. Und das nach all den Jahren und trotz der enormen Entwicklung heutiger digitaler Möglichkeiten. Davor muss man seinen Hut ziehen. Volle Punktzahl.

                    • 6 .5

                      In den Dialogen und Regie ein eigentlich typischer Hitchcock-Film aber ungewöhnlicherweise mit Mystery-/Horror-Elementen. Die Spezialeffekte sind schon in die Jahre gekommen und ein richtiger Schrecken vermochte bei mir nicht aufzukommen. Wenn man den Film in den Kontext seiner Zeit stellt, ist er wohl herausragend. Die fehlende Aufklärung über das Verhalten der Vögel enttäuscht, und so weiß man gar nicht so recht, was man von dem Film halten soll.

                      2
                      • 6

                        Ein Film, der m. E. inszenatorisch zwar nur im oberen Durchschnittsbereich liegt und der keine wirkliche Story benötigt, aber trotzdem aus unerfindlichen Gründen das Zeug zum Horrorklassiker hat. Ich kann mit Hitchcock ehrlich gesagt nicht soo viel anfangen, zumindest nicht fanboymäßig viel. Aber der hier ist... ok. Leider ist das, was mir am stärksten in Erinnerung geblieben ist, der grottige Ton - das ewige viel zu laute Vogelgekreische.
                        Einmal sehen reicht vollkommen.

                        8
                        • 8

                          Einfach ein immer wieder gerne gesehener Klassiker des Meisters.

                          • 8

                            Die Vögel ist ein gelungenes Werk,vom Altmeister Hitchcock.
                            Allerdings gefallen mir Vertigo und Psycho doch noch ein Stück besser.

                            2
                            • 8 .5

                              Ich hätte nicht gedacht, dass ein Horrorfilm von 1963 heute noch so eine Wirkung erzielen kann.

                              2
                              • 7

                                auch heute noch erschreckend bedrückend! So weit ab von der Wirklichkeit ist der Inhalt ja nun wirklich nicht ...
                                Hab den Film mehrfach im TV gesehen und er wird ja auch immer wieder gezeigt!
                                Für die damalige Zeit SEHR GUT gemachter Hollywood-Streifen!

                                • 8
                                  Flitsh 06.12.2017, 19:45 Geändert 06.12.2017, 19:46

                                  Der Film Vögel ist ein super Klassiker von Alfred Hitchcock.
                                  Auf jeden Fall sehenswert.

                                  (wenn Ihr, wollt könnt Ihr auf meinem YouTube Kanal vorbeischauen (Flitsch) dort gibt es eine Ausführliche Bewertung)

                                  Danke

                                  • 7

                                    Tja, ich bin nicht der größte Hitchcock Fan aller Zeiten aber ich kann den paar Filmen des dicken Mannes die ich gesehen habe durchaus einen gewissen Reiz abgewinnen - deshalb dachte ich mir auch diesen der ja schon einen großen Namen in der Filmgeschichte hat sollte man mal gesehen haben. Trotzdem: schlecht ist er nicht, aber von Alfred hab ich schon so manches besseres gesehen. Ok, nach heutigen Maßstäben sind die Tricks schlicht, die Frisuren simpel und die Heldin Tipi Hedgren ein Alptraum. Mein großer Kritikpunkt ist aber vor allem die Tatsache dass die Spannung erst im zweiten Teil so richtig auf Touren kommt, in der ersten lernt man zwar die Helden die dann im zweiten Stück in die Bredouille geraten ausführlich kennen, aber es zieht sich doch ziemlich. Was dann folgt ist hochspannender Tierhorror, nicht so brutal wie er es heute wäre und auch mit weniger Action, aber trotzdem vermag es der Film auch heute noch eine Gänsehaut zu produzieren. Wer auf diese ollen Streifen steht hat ganz sicher viel Spaß, ich selber schimpfe allerdings drauf dass die Antwort wo die Flattermänner denn nun eigentlich herkommen nie gegeben wird.

                                    Fazit: Sicherlich ein Klassiker, aber einer der im Laufe der Jahre merklich "Federn gelassen" hat - nett und gut!

                                    1
                                    • 8 .5

                                      Vögel attackieren gemeinschaftlich einen kleinen Küstenort. Etwa zeitgleich erscheint aus dem mondänen San Francisco die reiche Melanie Daniels mit 2 Liebesvögeln, die sie überraschender Weise völlig unerwartet der Schwester von Mitch Brenner (Rod Taylor) mitbringt.

                                      Immer heftiger werden die Angriffe, viele Bewohner sterben. Melanie, Mitch und dessen Familie verbarrikadieren sich schließlich im Haus, die Lage scheint hoffnungslos zu sein.

                                      SPOILER
                                      Trotzdem können (dürfen?) sie das Haus verlassen, beobachtet von den Vögeln. Mitchs Schwester holt sogar noch ihre Liebesvögel aus dem Haus. "Sie haben doch keinem etwas getan!"
                                      Und diese Sicht teilte ich als kleines Mädchen, was sich bis heute nicht geändert hat.
                                      SPOILER ENDE

                                      Spannend, beklemmend, unter die Haut gehend und absolut sehenswert!

                                      Aus Wikipedia
                                      Der Film beruht auf der in Großbritannien spielenden Kurzgeschichte Die Vögel (Originaltitel: The Birds) von Daphne du Maurier aus dem Jahr 1952. Die im Sammelwerk The Apple Tree veröffentlichte Erzählung handelt vom Landarbeiter Nat Hocken, der mit seiner Frau und seinen beiden Kindern wenige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges auf einer Farm in Cornwall lebt. Nach einem Wetterumschwung im Spätherbst erfährt der Kriegsinvalide am eigenen Leib, dass sich die See- und Landvögel der näheren Umgebung aggressiv verhalten. Aufgrund intensiver Beobachtungen vermutet er hinter der scheinbar ungeordneten Schwarmbildung am Himmel und in der nahe gelegenen Bucht eine Art kollektive Intelligenz. Im Gegensatz zu seinen Mitmenschen zieht er die richtigen Schlüsse aus der wachsenden Gefahr und beginnt, sein kleines Haus zu befestigen. Über Radiodurchsagen erfährt er von ähnlichen Vorgängen im ganzen Land. Nachdem alle Verbindungen zur Außenwelt unterbrochen und die benachbarten Bauern infolge der Attacken umgekommen sind, entwickelt Nat für sich und seine Familie einen Überlebensplan. Da die Vögel nur bei Flut aktiv werden, nutzt er die ruhigen Stunden zur Vorbereitung auf die bevorstehenden Angriffe. Mit dem Anlegen von Vorräten an Lebensmitteln und Brennstoffen hofft er, die nächsten Tage zu überstehen. Die Geschichte endet offen.

                                      Drehbuchautor Evan Hunter übernahm für die Filmadaption nur das Motiv der angreifenden Vögel, während Charaktere, Handlungsorte und Dramaturgie unterschiedlich sind. Nach Absprache mit Hitchcock verlegte er die von ländlichen Einflüssen geprägte südwestenglische Landschaft an die kalifornische Küste, um die Kultiviertheit der Metropolregion San Francisco bei der Charakterisierung der agierenden Personen in den Vordergrund zu stellen.

                                      “Many filmmakers forget how important geography is to a story. I chose Bodega Bay because I wanted an isolated group of people who lived near an articulate community. Bodega Bay is a place where sophisticated San Franciscans drive to spend the weekend. The location provided the combination we wanted.”
                                      – Alfred Hitchcock im Interview mit dem San Francisco Chronicle

                                      Hitchcock entwickelte eine Vorliebe für diese Region, nachdem er im September 1940 gemeinsam mit seiner Ehefrau Alma ein privates Anwesen nahe Scotts Valley erworben hatte.[6] Über Die Vögel hinaus spielen die zuvor entstandenen Thriller Im Schatten des Zweifels und Vertigo – Aus dem Reich der Toten ebenso in der San Francisco Bay Area. Andere Werke wie Rebecca, Verdacht, Marnie und Familiengrab enthalten einzelne dort aufgenommene Szenen.

                                      Neben dem zugrundeliegenden Kurzroman orientierte sich Hitchcock an tatsächlichen Vorfällen, die sich ereigneten, nachdem die Arbeiten am Filmprojekt bereits begonnen hatten. Am frühen Morgen des 18. August 1961 wurden Bewohner der Küstenstadt Capitola aus dem Schlaf gerissen, weil Hunderte Vögel – die meisten davon Dunkle Sturmtaucher – gegen Hausdächer flogen, Fenster zerbrachen und Stromleitungen durchtrennten.[7] Der Filmdialog zwischen der Ornithologin und einem Handelsvertreter in der Restaurant-Szene nimmt Bezug auf dieses Geschehen. Jahrzehnte später stellte sich heraus, dass die Tiere von Domoinsäure, einem von Kieselalgen der Gattung Pseudo-nitzschia produzierten Nervengift, befallen waren.[8] Im September 1991 wurde in Monterey Bay ein ähnliches Massensterben von Braunpelikanen beobachtet und auf Algentoxine zurückgeführt, die über die Nahrungskette in die Vogelmägen gelangt waren. Ein Zusammenhang mit dem 30 Jahre zurückliegenden Ereignis in derselben Gegend konnte erst im Dezember 2011 im Rahmen einer wissenschaftlichen Untersuchung nachgewiesen werden.

                                      Aus Zeitungen erfuhr Hitchcock von weiteren Vorkommnissen in Kalifornien. Im Gespräch mit dem französischen Filmemacher François Truffaut berichtete er von Raben, die Lämmer angegriffen hatten. Vom betroffenen Bauern erfuhr er weitere Details, die ihn zu der Szene mit dem toten Farmer und den ausgehackten Augen inspirierten.[9] Darüber hinaus gab es 1961 in La Jolla einen Zwischenfall mit Spatzen, die über den Kamin in ein Haus eingedrungen waren.[10] In der Verfilmung findet sich eine Analogie beim ersten gemeinsamen Abendessen mit Melanie im Haus der Brenners.

                                      6
                                      • 7

                                        Der Film lief damals im TV 1984 (Phantastische Film Reihe ZDF) und habe den als kleiner Bub geschaut. Ich erinnere mich, das ich und meine Schwerster uns so unglaublich gegruselt haben und nach dem Film kaum aus dem Hause gingen (weil wir Angst hatten, Vögel könnten uns angreifen). Ein Film der mich stark gefesselt hatte. Von der Handlung bis zum fast gespenstischen Tönen der Vögel. Tippi Hedren und Rod Taylor sind unglaublich stark und passen von der Handlung super gut zusammen.
                                        Nach diesen „Meisterwerk“ habe ich den Film nun mehr als 30 Jahre danach vor kurzem erst wieder im TV gesehen, weil so ein Meisterwerk muss man halt noch mal schauen. Beim zweiten Betrachten, hat der Film an seiner Wirkung verloren. Besonders die Tricks (aus heutiger Sicht, sieht man nun die unechten Vögel); aber man muss halt die Zeit zurückdrehen und für damalige Verhältnisse gut gemacht.

                                        • 7 .5

                                          Ich liebe ja so alte Horror Schinken. Dennoch fehlt mir in diesem Klassiker, den ich mir immer wieder mal gerne ansehe, weil der so eine schöne Urgemütlichkeit hat, einfach die Erklärung für all das. Und sei es nur eine Andeutung. Das offene Ende lässt mich auch jedes mal ein bisschen sauer werden. Mag ich gar nicht so Handlungsstränge ohne Begründungen. Deswegen hier nur 7 Punkte. Ansonsten ein Evergreen.

                                          • 8

                                            Ein Klassiker des Masters of Suspense. Die Romane der Daphne du Maurier, dieser wilden Hummel, haben ihm wohl besonders gefallen. Und hier vielleicht besonders das Frauenbild. Nach wie vor ist der Held Mitch (Rod Taylor) ein Mann. Aber das weibliche Pendant Melanie (Tippi Hedren) setzt ihm nach und bringt die Love Story ins Rollen. Sie steuert sogar das Boot selber. Das Geniale an diesem Film ist aber die Steigerung der Spannung in sechs Stufen ohne am Ende eine Erklärung zu liefern wieso, weshalb, warum…
                                            1. Ein harmloser Angriff eines Vogelschwarms aus dem Kamin.
                                            2. Erste Leiche mit ausgehackten Augen (ein Schocker!).
                                            3. Erste Vollversammlung der Raben/Krähen auf einem Spielplatz.
                                            4. Explosion mit Feuer und massiver Vogelangriff.
                                            5. Die tote Lehrerin Annie (Suzanne Pleshette) die Ex von Mitch. Er und Melanie gehen langsam durch ein ‘Vogelmeer‘.
                                            Eine lange, stille Phase ohne Worte. Es liegt ein Brummen in der Luft.
                                            6. Als Finale ein erneuter, heftiger Angriff der Vögel mit Großaufnahmen (Melanie) und Abzug aller Beteiligten. Mitch und die Mädels gehen gaaanz laaangsam zum Auto und fahren davon wie weiland der Cowboy, der in den Sonnenuntergang in die Prairie reitet.
                                            Daneben, bzw. parallel dazu gibt es aber noch ein Mutter – Sohn Problem: Mitch und Lydia (Jessica Tandy). Durch die Gefahr von außen muss Lydia das Verhältnis ihres Sohnes zu Melanie dulden. Mögen tut sie es nicht.
                                            Auch wenn wir heute durch viel brutalere Szenen Schwielen ins emotionale Kostüm bekommen haben, war das für die frühen 60er Jahre ein erstaunlicher Schocker, der mit seiner Machart immer noch beeindruckt.

                                            3
                                            • 7 .5
                                              Matty 07.04.2017, 07:54 Geändert 28.07.2017, 19:24

                                              Hat schon ein paar beängstigende Szenen zu bieten. Hitchcock lässt es ruhig angehen um dann mit kleinen Angriffen der Vögel den Spannungsbogen langsam nach oben zu treiben.

                                              Spoiler:

                                              MAGIC MOMENT: Hedren sitzt vor dem Klettergerüst und raucht genüsslich eine Zigarette. Vereinzelt sieht man ein paar Krähen die sich auf dem Gerüst niederlassen. Dann geht die Kamera nach hinten und die Krähen sind zu einer Armee herangewachsen.

                                              3
                                              • 7
                                                Nebular65 02.03.2017, 15:56 Geändert 02.03.2017, 17:34

                                                Nebular guckt Alfred Hitchcock (#5)

                                                Kaum ist ein Vogel da, bricht die Hölle los. Die Leute schreien, Scherben fliegen durch die Gegend, ein Feuerwehrwagen kommt plötzlich aus dem Nichts, Tankstellen explodieren, Massenpanik. Think about it. Now!
                                                Alsoo... Birdcalypse Now ist eine Art Hitchcock Katastrophenfilm, der sich reichlich Mühe gibt, mir aber nicht voll und ganz gefallen will.
                                                Sicher, das Gruppengespräch in der Bar ist klasse, die damaligen Effekte sind der Wahnsinn ("Wahnsinn" beschreibt den Film gut)
                                                Schockierende Elemente gab es auch genug.
                                                Empfohlen sei euch auch die Zusammenfassung der Neuverfilmung:

                                                https://youtu.be/4-9mW8Hq3zY?t=1m7s

                                                2
                                                • 7 .5
                                                  Helmholtz 31.01.2017, 18:16 Geändert 31.01.2017, 18:16

                                                  Vielleicht ist The Birds nicht einmal einer der größten Filme seines Regisseurs, was aber bei Alfred Hitchcock selbstverständlich nicht viel heißen mag. Was aber sicher ist: Es ist vielleicht sein buntester und sicherlich der, der die Möglichkeiten des Tonfilms am großzügigsten ausschöpft. Für einen Regisseur der zeitlebens betonte diesen neuartigen Stilmitteln des Kinos skeptisch gegenüber zu stehen, scheint Hitchcock sich mit ihnen nicht nur arrangieren zu können sondern sich im Umgang mit ebendiesen auch offensichtlich wohl zu fühlen. Was die Farben betrifft kann man sich, ausnahmsweise kurz halten, denn The Birds sieht ganz einfach umwerfend aus. Technicolor at it's best, so malerisch, so sinnlich, so meisterhaft. Die Möglichkeit des Tonfilms nutzt Hitchcock vor allem um ein nervenzehrendes Unbehagen hervorzurufen, wenn er seinen Film in hysterischen Lärm oder grausame Stille wickelt. Es ist ein Horrorfilm des Unbehagens, nicht zwangsläufig der Angst. Und es ist auch ein Film der herrlichen Uneindeutigkeit, auch wenn so mancher Kritiker den Film in eine ausschließlich ökologische oder psychologische Leseart zwängen wollte. Es ist ein Film der solche Lesearten oder Subtexte zwar anbietet aber dennoch sorgfältig zurück hält. Der Versuch einer fadenscheinigen Deutung ist damit nicht nur zum Scheitern verurteilt nein, er wird gewissermaßen vom Film selbst veräppelt. Denn was sind wir spekulierenden Zuschauer denn Anderes als die Dorfbewohner, die sich in der Hafenbar mit schiefen Theorien und Blödsinnigen Aberglauben erklären wollen, was das jetzt eigentlich alles zu bedeuten hat? Horror bleibt eben am besten undefiniert.

                                                  11
                                                  • 5 .5
                                                    HugoWuga 22.12.2016, 18:48 Geändert 22.12.2016, 18:49

                                                    Die zeitweise vorhandenen Logiklöcher und das schwache Ende drücken die Bewertung. Polanskis "Rosemaries Baby", etwa aus der gleichen Zeit, war doch einiges mutiger als der teiweise doch sehr prüde "Die Vögel".