Dirty Dancing - Kritik

Dirty Dancing

US · 1987 · Laufzeit 96 Minuten · FSK 12 · Musikfilm, Drama, Komödie · Kinostart
Du
  • 7

    [...] "Dirty Dancing" ist ein überaus widerstandsfähiger Klassiker. Er hat nichts eingebüßt von Charme und Chemie seiner damals weitgehend unbekannten Hauptdarsteller, die sich angeblich kaum ausstehen konnten: Der ewig unterschätzte Patrick Swayze, dessen robuste Sanftmütigkeit vor allem in Actionrollen einen Kontrapunkt zum Markigkeitsideal jener Zeit setzte, und die wunderbar ungekünstelte Jennifer Grey, deren Karriere aus den leider denkbar blödesten Gründen nie Fahrt aufnehmen wollte, geben schlicht ein unwiderstehliches Paar ab. In ihren gemeinsamen Momenten macht der Film tatsächlich Glauben, durchs Tanzen ließen sich ideologische Mauern einreißen. Anders als manchen Wegbereitern geht es ihm nicht um ausgestellte Tanzakrobatik und körperliche Selbstoptimierung, sondern eine romantische Utopie der rhythmischen Bewegung per se. Auf amüsante Weise veranschaulicht die so legendäre wie zigfach parodierte Szene, in der Johnny und Baby für eine Hebefigur am See trainieren, dass Tanzen zwar nicht ohne Technik funktioniert. Aber ins Schweben eben nur gerät, wer auch wirklich loszulassen bereit ist.

    9
    • 5

      »SoulReaver und lieber_tee in den Untiefen des ganz normalen Genrewahnsinns«  

      #20
      T...wie Tanzfilm

      Schaut man sich „Dirty Dancing“ dieser Tage zum allerersten Mal an, funktioniert Emile Ardolinos Weltruhm erlangende Tanz-Romanze so überhaupt gar nicht mehr. Als nostalgisches Relikt, das damals zur rechten Zeit schlichtweg am rechten Ort war, hat „Dirty Dancing“ einfach einen rosaroten Nerv getroffen und den Wunschtraum vieler (Pre-)Pubertierender wie vernachlässigter Hausfrauen auf Zelluloid gebannt. Jennifer Grey ist das unschuldige Mädel, das sich von der abstrusen Imagination hat einlullen lassen, Amerika wäre noch ein Ort der Unschuld, um dann im Tanzen ein funktionales Ablassventil zu erkennen, das jener Prüderie die Stirn bietet. Aber nicht, dass nun noch jemand denkt, „Dirty Dancing“ würde ein feinsinniges Porträt der aufkeimenden Jugendkultur in den 1960er Jahren anlegen. Sicher nicht. Stattdessen darf man sich an der rasiert-verschwitzten Brust wie den geschmeidigen Bewegungen des athletischen Patrick Swayze ergötzen, der als Sexsymbol Johnny Castle (fescher Name!) den Hau-Ruck-Schlagwort-Rebellen aus der Retorte verkörpert und die feuchten Schlüpper reihenweise rutschen lässt. Es ist ja auch (wie bei jedem anderen Film) ganz toll, wenn man mit „Dirty Dancing“ irgendwo einen sentimentalen Wert assoziiert, doch letztlich ist der Streifen ähnlich bigott wie die Ära, die er zu durchbrechen gedenkt und injiziert sich noch eine großzügige Ladung Moralin. Näää. (Aber die Musik ist zum Teil selbstverständlich super.)

      [http://www.moviepilot.de/liste/soulreaver-und-lieber_tee-in-den-untiefen-des-ganz-normalen-genrewahnsinns-soulreaver]

      22
      • 6

        [...] Auf die knisternde Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren kommt es an. Obwohl sie sich hinter den Kulissen nicht wirklich grün gewesen sein sollen, haben Grey und Swayze in dieser Beziehung gute Arbeit geleistet. Raffiniert: Das Urlaubsflirt-Szenario lädt die Zielgruppe zusätzlich umso mehr dazu ein, dem Alltag zu entfliehen und sich in die Geschichte fallen zu lassen. Und die Erzählung von zwei Liebenden aus unterschiedlichen sozialen Schichten hat natürlich auch schon immer gezogen. Leider macht „Dirty Dancing“ nichts aus dem aufkeimenden Subplot über das Tabuthema Abtreibung und ist dafür eben eine glattgebügelte Wohlfühl-Romanze mit einer ordentlichen Portion Kitsch sowie natürlich starker Musik und bezaubernden Choreografien. (Im Originalton wesentlich besser als in der ulkig übersetzten deutschen Synchronisation.)

        1
        • 6

          Damals nicht so toll wie Flashdance, aber der Soundtrack ist einfach klasse

          • 2

            „Meine Wassermelone gehört zu mir“, oder so ähnlich. Ohne Wenn und Aber ein Klassiker, aber so vorhersehbar, schnulzig und affektiert, dass selbst der heimliche Romantiker in mir sich gelangweilt abwendet.

            5
            • 7 .5

              Die Tänze [...] erzählen auf ihre Art [...] eine ganz eigene Geschichte und bilden mit dem zwar einfach gestrickten, aber nichtsdestotrotz sorgfältig entwickelten Plot eine mehr als gelungene Symbiose, die Ausdruck eines Lebensgefühls ist, das vielleicht nur Tänzer so richtig nachvollziehen können. "(I’ve Had) The Time of My Life", der oscar-gekrönte Titelsong der Komponisten Franke Previte, John Denicola und Donald Markowitz, ist somit weniger Ohrwurm, als vielmehr die Liedwerdung einer zeitgenössischen Entwicklung, deren Früchte auch heute noch weltweit überaus farbenfroh erscheinen.

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