Es war einmal in Amerika - Kritik

Once Upon a Time in America

US/IT · 1984 · Laufzeit 228 Minuten · FSK 16 · Drama, Thriller, Kriminalfilm · Kinostart
Du
  • 10
    Tvd 16.12.2018, 19:09 Geändert 16.12.2018, 19:10

    Dieser Kommentar enthält S P O I L E R!

    Hallo zusammen,

    zu "Once Upon A Time In America" wurde bereits fast alles gesagt.
    An dieser Stelle eine Anmerkung von mir:

    Der einzige Film dem ich die Bestnote gebe und geben kann, einfach weil dieser Film alles richtig macht und den Zuschauer perfekt in die jeweilige Zeit hinein versetzt.

    Ein wunderbarer Charakterfilm.
    Es sind Szenen denen man besondere Aufmerksamkeit schenken sollte, als z.B.
    Noodles (Robert de Niro) am Anfang des Films "nach Hause" kommt und Moe (Larry Rapp) ihn begrüßt..

    ~Moe streckt ihm zur Begrüßung die Hand aus.
    Noodles lässt seine Hand in der Jackentasche.~

    ...weil Moe seinen Mund nicht halten konnte und damit seine Freunde verraten hat... aus Verweigerung des Respekts gibt Noodles ihm nicht die Hand.
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    Was ich auch immer wieder lese ist, dass dem Film eine Frauenfeindlichkeit vorgeworfen wird und das Noodles ein Frauenfeind ist.

    Nichts für ungut aber Ihr habt diesen Film nicht verstanden!
    Auch habt Ihr anscheinend nicht verstanden weshalb Noodles Deborah vergewaltigt hat.

    ~Noodles hat sich seit seiner Kindheit in Deborah verguckt und verliebt.
    Allerdings kam er aus einer sehr einfachen Familie (sozialer Status: unten)
    während Deborah die Vorzüge ihrer Familie mit Geld (sozialer Status: überdurchschnittlich) genoss.
    Deborah wusste, dass Noodles sich in sie verliebt hatte aber sie hat seine Liebe nicht erwidert.
    Sie war geschmeichelt doch beide wussten, dass ihre sozialen Ränge wie eine unsichtbare Mauer zwischen ihnen stand.

    Das änderte sich als Noodles, mittlerweile ein erwachsener Mann, es zu Wohlstand und Anerkennung gebracht hatte.

    In der Vergewaltigungsszene wollte Noodles endlich diese Mauer durchbrechen.

    Er wollte Deborahs Zuneigung, er wollte ihre Liebe, er wollte etwas
    das er nicht haben konnte...!
    (Aus diesem Bewusstsein heraus tat er das, wofür er sich schämen würde)

    Noodles war kein Frauenfeind.
    Noodles hatte mehr Charakter als alle anderen Figuren in dieser Geschichte.

    Zum Ende des Films besucht er seine große Liebe und diese Szene ist eine besonders schöne.~

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    Ein sehr großer Film. Jede einzelne Minute lohnt sich anzusehen.

    Für mich persönlich um Längen besser, spannender, tiefer und berührender
    als "Der Pate" (an dieser Stelle: Buch >>>>> Film).

    Und Hand aufs Herz:
    der einzige Grund weshalb "Es war einmal in Amerika" keinen einzigen Oscar gewonnen hat (geschweige denn für einen nominiert wurde) ist doch der, dass
    die Geschichte um jüdische Kriminelle handelt.
    Wie wir wissen wird Hollywood bereits sehr lange von jüdisch/jüdisch stämmigen Familien gelenkt, da verwundert es nicht, dass gerade dieses Werk mitunter stark kritisiert wurde.

    Ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass es ein Meisterstück ist.

    Eine der besten Leistungen von Robert de Niro und James Woods und
    Sergio Leones bester Film.

    1
    • 10

      "Mein Hauptdarsteller ist die Zeit“, hat Sergio Leone mal in einem interview gesagt.
      Wer nun mit der Zeit als Hauptdarsteller ein Problem hat, der kann mit seinen Filmen und den Überlängen wohl nicht so viel anfangen.

      "Gerade die kultisch zelebrierte Zeit machen seine Werke zu Kultfilmen im wahrsten Sinne des Wortes"

      • 8

        Das ist im Grunde hauptsächlich eine Milieustudie mit imposanten Bildern und gelegentlichen Gewaltexzessen. Dass Leute sich über fehlende Handlung beschweren, ist mir einerseits nachvollziehbar, andererseits ist der Film halt höchstwahrscheinlich so nicht gedacht. Das kommt mir ein bisschen so ähnlich vor, als würde man sich bei einem Sportfilm darüber beschweren, dass so viele Sportszenen zu sehen sind. Oder bei einer Naturdoku, dass man dauernd Naturaufnahmen sieht. Hier gibt’s halt viel Atmosphäre und Milieu-/Charakterstudien. Wer mehr Action/Handlung bei einem Mafiafilm haben will, kann sich ja die Sopranos anschauen.
        Was mir an der Geschichte (von der einige behaupten, es gibt sie gar nicht oder sie würde in 10 Minuten rein passen) gefällt ist, dass man mitbekommt, wie die Protagonisten in die Kriminalität hinein wachsen. Aus mehr oder weniger ärmlichen Verhältnissen stammend, ohne viel Erziehung, im Grunde wie kleine Ratten im Dreck der Straßenköter aufgewachsen, konfrontiert mit alltäglicher Gewalt, bietet sich ihnen die Gelegenheit, vermeintlich jemand zu sein und zu Reichtum zu gelangen. Diese ergreifen sie ohne Zögern. Sie halten sehr lange zusammen, das ist aber auch die einzige Art von Bindung, Ethik und Loyalität, zu der sie fähig sind. Ansonsten sind es eben ziemlich verlorene Gewalttäter, die für meinen Geschmack glaubhaft und stimmig gezeichnet sind. Für mich ein eher melancholischer Film, der im Gegensatz zu „der Pate“ mehr die Schattenseiten des Lebens der Protagonisten aufgreift.

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        • 5
          Botwin 17.11.2018, 19:08 Geändert 17.11.2018, 19:17

          Also 3 Stunden und 48 Minuten sind definitiv zu lang, um alles aufmerksam verfolgen zu können. Die Story ist viel zu dünn um so eine lange Spielzeit zu rechtfertigen und in großen teilen zu langweilig. Schauspielerisch auch ziemlich schwach. Einige Szenen haben mir sehr gut gefallen, weshalb ich mir gerade so noch eine Bewertung von 5 Punkte abringen konnte.

          27
          • 3 .5

            Keine frage, handwerklich ist der Film echt gut gemacht! Aber die ganze story zieht sich wie Kaugummi und man wartet darauf das endlich mal was außergewöhnliches passiert.

            • 1

              Einer der schlechtesten Filme Robert de Niros

              • 8

                Fazit: "Es war einmal in Amerika" ist ein Epos und ein wirklich langer Film. Man muss lange Filme schon mögen, sonst kann man sich dieses Werk nicht ansehen. Ebenso darf man keine spektakuläre Unterhaltung erwarten. Statt Action und Spannung gibt es hier eine Geschichte, die über viele Jahrzehnte hinweg erzählt wird und Charaktere, die den Zuschauer die ganze Zeit begleiten, dabei wachsen und immer tiefgründiger werden. Sergio Leone hat das Ganze ordentlich und aufwendig inszeniert, macht seine Sache als Regisseur gewohnt großartig. Die Darsteller spielen ihre Rolle allesamt sehr gut. Dennoch ist der Unterhaltungswert nicht perfekt. Manche Dinge wirken zu lang und der gesamte Film ist auch zu langatmig. Somit wird es manchmal ein wenig langweilig. Mehr Action und mehr Spannung hätte da nicht geschadet. Darüberhinaus ist "Es war einmal in Amerika" aber auf jeden Fall ein sehr gelungener Film, der von vielen garantiert auch als Meisterwerk angesehen wird. Das kann ich nachvollziehen, aber für mich persönlich stellt er kein Meisterwerk dar!

                3
                • 9

                  Leone lässt sich viel Zeit und erzählt die Story mit sorgfältig konstruierten Zeitsprüngen. Trotz der fast 4 Stunden Laufzeit ist der Film jedoch nie langweilig. Die Besetzung ist grandios. Insbesondere James Woods ist großartig und stiehlt dem ebenfalls hervorragenden De Niro in manchen Szenen die Show. Ennio Morricones Soundtrack ist wohl sein bester überhaupt.

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                  • 7
                    Der Siegemund 02.06.2018, 13:24 Geändert 02.06.2018, 13:32

                    Ich kann an dem Film sehr viel exzellentes entdecken und er ist auch aufwendig gemacht, aber ich weiß nicht genau, warum er mich nicht vollends erreicht. Der Kritik von Jenny von T kann ich mich hier vollends anschließen, was ich hin und wieder auch mal tue.

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                    • 9 .5
                      tim.rosendahl.73 07.05.2018, 04:37 Geändert 07.05.2018, 04:53

                      Dieser Film entwickelt sich mit der Zeit weiter, er reift wie ein alter Wein mit zunehmendem Alter. Schaue ich ihn mir mit meinen heutigen 40 Lenzen an, sehe ich viele Dinge mit ganz anderen Augen als bei der Erstsichtung, bei dem ich in einem ähnlichen Alter war wie die jungen Protagonisten des Films. Ich erkenne mittlerweile so vieles im Film aus meinem eigenem Leben wieder: So hoch man im Leben auch fliegt oder so tief man auch immer sinkt, so viel Bildung, Erfolg/Misserfolg oder Reisen man auch erfahren hat und so sehr man sich auch anpasst, man wird es niemals schaffen, seine Vergangenheit komplett hinter sich zu lassen. Wir sind und bleiben alles Kinder unserer Zeit und Teil unserer Kindheits- und Jugendsozialisation. Fremdbestimmtheit begleitet uns in allen Lebenslagen. Dass diese Tatsache einer der wichtigsten Fundamente von Freundschaft, Heimat und Familie ist, ist mir in den letzten Jahren erst richtig bewusst geworden. Echte Veränderungen finden nur mit dem Generationswechsel statt, im Film steht dafür symbolisch der Sohn von Deborah und Maximillian.

                      Selten hat es einen Soundtrack gegeben, der genau diese Generations- und Millieuverbundenheit so zum Ausdruck bringt wie das Titellied dieses Films. Für mich hat hier einer der größten Komponisten des 20. Jahrhunderts den besten Soundtrack seines Lebens komponiert. Die Melancholie, die hier verströmt wird, ist schlicht magisch. Ich kann da stundenlang zuhören.

                      Die Geschichte ist sicherlich nicht so realistisch wie andere auf Zelluloid gebannte Milieustudien des amerikanischen Untergrunds bzw. der Illegalität. Es gibt nicht einen Charakter, mit dem man sich als Zuschauer im klassischen Sinn vollends identifizieren könnte. Der Film lässt sich durchweg unfassbar, teilweise bis an die Schmerzgrenze gehend, viel Zeit zum Erzählen. Und die teils verwirrenden Zeitsprünge sind bei Erstsichtung sicherlich auch nicht jedermanns Sache.

                      Aber all diese vordergründigen Schwächen, die in Wahrheit Stärken sind, hat Leone hier zu einem funktionierendes Gesamtgebilde zusammen gefügt, das zu einem absoluter Meilenstein der Filmgeschichte werden konnte, der seither von anderen Filmemachern immer und immer wieder zitiert wird.

                      Ein Film über Freundschaft, ein Film über Armut, ein Film über Ehrgeiz, Kampf, Liebe, Obsession, Kaltblütigkeit und Gier, ein Film über den amerikanischen Traum und ein Film über das gesellschaftliche, wirtschaftliche und nicht zuletzt auch moralische Scheitern wie es ihn wohl kein zweites mal in der Geschichte des Kinos gibt.

                      Warum gebe ich dem Film "nur" 9,5 Puntke? Vielleicht damit ich ihm in 10 Jahren 10 Punkte verleihen darf, um damit zu untermauern, dass er von Jahrzehnt zu Jahrzehnt besser wird.

                      Ja, es war einmal in Amerika...

                      Ein Meisterwerk!

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                      • 0 .5

                        Diese langen Schinken,sind einfach entsetzlich grässlich.
                        Der hier war kein Genuss,sondern eine Qual von fast vier Stunden.Einmal und nie wieder.

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                        • 2 .5

                          Wenn man dann liest, was alles rausgelassen wurde, ist klar, warum so viele DInge unerklärt bleiben, insofern sicher auch ein bisschen ein Versagen des gesamten Realisierungsteams, aber selbst wenn da die vielen fehlenden EInstellungen nicht fehlen würden...
                          Relativierung oder gar Heroisierung von Verbrechern ist einfach nichts für mich, das macht mir auch keinen Spaß.

                          • 4
                            RoboMaus 21.07.2017, 12:15 Geändert 22.07.2017, 13:04

                            Ein gigantischer Film, zumindest der De Niro/Sergio Leone-Prominenz und seiner 3¾ Stunden Laufzeit nach, aber auch ein gigantischer Flop im Kino: in den USA spielte 'Once upon a Time in America' nur etwas über 5 Mio. $ ein, bei Produktionskosten von 30 Mio. $, und das, obwohl man dem US-Publikum nur die 2¼ Stunden-Version zumutete. Mancher aus der Community, die dieses Werk mit einer satten 8,0 bewertet, wird nun entgegnen, dass es an der Verstümmelung eines Meisterwerkes liegt, doch das bezweifle ich. Der Plot ist extrem langatmig, mit einem Handlungsfortschritt durchweg wie in Zeitlupe, wobei die Story auf einen Bierdeckel passt. Von allen Mafia/Gangster-Epen ist es wohl in dieser Richtung das ausgeprägteste - das ist nicht jedermanns Sache, ganz bestimmt auch nicht meine.

                            "Meisterhaft inszeniert", "hervorragendes Schauspiel", "enorme Tiefe der Charaktere", usw...... Dem stimme ich uneingeschränkt zu, aber in meiner Auffasssung von Kino sind das nur die unvollständigen, wenn auch notwendigen Zutaten zu einem überragenden Film, was 4 von 10 Punkten ausmacht. Von den restlichen 6 Punkten, die hauptsächlich durch eine starke Story, packende Handlung, Nicht-Langatmigkeit und ansprechende Inhalte charakterisiert sind (wozu definitiv nicht die endlose Betrachtung von Beziehungen, Sex mit Minderjährigen und Vergewaltigung gehört), kann ich hier nichts erkennen.

                            Der allseits gelobte Score stammt kaum überraschend von keinem geringeren als Ennio Morricone, doch hier passt das nicht immer. Unüberhörbar zitiert er sich selbst, was manchmal den unpassenden Eindruck erweckt, in einem anderen Film zu sitzen, und überflüssigerweise wird man mit einer einfallslosen, seichten Interpretation des genialen Songs 'Yesterday' (Beatles, 1965) berieselt.

                            Im Grunde und in seiner Gesamtheit ist dieser Film eine reine Charakter- und Milieustudie mit rudimentärer Story, die lediglich mit Gewaltspitzen garniert ist. Zudem ist der Inhalt an manchen Stellen kaum nachvollziehbar, z.B.: ein gestandener, korrupter Polizist lässt sich von ein paar Rotzlöffeln erpressen??

                            Verständlicherweise ein Flop an den Kassen, doch ein jedem gegönnter Glücksfall für alle, die sich stundenlang in der Sonne eines solchen Werkes aalen können.

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                            • 8 .5

                              erste hälfte des films: 9
                              zweite hälfte des films: 6,5
                              kompletter film 8,5

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                              • "Besetzungswünsche/gerüchte":

                                Noodles (Robert De Niro):
                                Al Pacino
                                Jack Nicholson

                                Max (James Woods):
                                John Belushi
                                Joe Pesci (spielte dann den Frankie)

                                Deborah (Elizabeth McCovern/Jennifer Connelly):
                                Jodie Foster
                                Daryl Hannah
                                Rosanna Arquette
                                Kim Basinger
                                Jennifer Beals
                                Linda Blair
                                Glenn Close
                                Jamie Lee Curtis
                                Geena Davis
                                Farrah Fawcett
                                Carrie Fisher
                                Bridget Fonda
                                Melanie Griffith
                                Linda Hamilton
                                Mariel Hemingway
                                Goldie Hawn
                                Diane Lane
                                Jessica Lange
                                Jennifer Jason Leigh
                                Heather Locklear
                                Kristy McNichol
                                Tatum O'Neal
                                Michelle Pfeiffer
                                Meg Ryan
                                Susan Sarandon
                                Cybill Shepherd
                                Sissy Spacek
                                Meryl Streep
                                Kathleen Turner
                                Sigourney Weaver
                                Debra Winger

                                Carol (Tuseday Weld):
                                Julie Andrews
                                Kay Lenz
                                Nancy Allen
                                Shirley MacLaine

                                James O'Donnell (Treat Williams):
                                Clint Eastwood

                                In Sergio Leones Planung 1975:
                                Noodles jung:
                                Gerard Depardieu
                                Noodles alt;
                                James Cagney

                                Max jung:
                                Richard Dreyfuss
                                Max alt:
                                Jean Gabin

                                1980:
                                Noodles jung:
                                Tom Bernger
                                Noodles alt:
                                Paul Newman
                                Max:
                                Dustin Hoffman
                                Jon Voight
                                Harvey Keitel
                                John Malkovich

                                Deborah alt:
                                Liza Minnelli
                                Deborah jung:
                                Brooke Shields

                                Carol
                                Claudia Cardinale
                                ______________________
                                Gastauftritte:
                                James Stewart
                                George Raft
                                Henry Fonda
                                Glenn Ford

                                4
                                • 10

                                  Der einzige Film dem ich 11 Punkte geben möchte.

                                  11
                                  • 8

                                    bildgewaltiges drama, dass in keiner einzelen seiner 220 minuten langweilt.

                                    1
                                    • 10

                                      Grandios!

                                      3
                                      • 8 .5

                                        Ich hab die DVD ungelogen 5 Jahre bei mir liegen gehabt und habe wegen der langen Laufzeit immer wieder andere Filme vorgezogen. Stellt sich heraus, ein triftiger Grund war das nicht.
                                        Once Upon a Time in America kann mit seinen 220 Minuten natürlich abschrecken, aber die Zeit verfliegt dann doch recht schnell. Vor allem deswegen, weil Sergio Leone in jeder Szene durch absolute Genauigkeit und Detailverliebtheit zu beeindrucken weiß.
                                        Vom Cast (Kinderdarsteller absolut eingeschlossen) bis zum Score passt einfach alles perfekt.
                                        Ein Epos der Filmgeschichte, dass man aufjedenfall gesehen haben sollte!

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                                        • 4

                                          ist mehr ein Drama als Mafia Film war eindeutig zu lang viele unötige Szenen die keinen Einfluss auf dem Film hatten ich fands langweilig kann mit Good Fellas und Scarface überhaupt nicht mithalten das sind echte Mafia Filme!

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                                          • 9

                                            Leones letzter Film, ein letztes großes Meisterwerk, trotz 4 Stunden Laufzeit ein echter Genuss.

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                                            • 9 .5

                                              Wo soll man beginnen, wenn man ein vierstündiges – in jeder Hinsicht gewaltiges – Epos kommentieren will? Würde ich mit den eher technischen Aspekten wie der Szenerie, der Kameraführung, der musikalischen Untermalung und dergleichen beginnen, hätte ich das Gefühl, dem Film unrecht zu tun, weil er nicht durch die überragende Inszenierung, sondern vielmehr durch eine komplexe, glaubwürdige Charakterzeichnung und eine bis ins Letzte durchdachte, über vier Stunden Spannung garantierende Geschichte besticht. Nur wäre diese Geschichte aber nicht so packend, wenn sie nicht so perfekt in Szene gesetzt worden wäre. Ein unlösbares Dilemma …

                                              Nach dem Lesen einiger Kommentare hier scheint es so, als hätten einige Nutzer hier ihren eigenen Mafia-Film, mit dem sie gross geworden sind und an dem sie die anderen Mafiafilme messen. Auch ich kann mich dem nicht entziehen. Für mich ist die «Der Pate»-Trilogie das Mafia-Epos schlechthin, mein Jugend-Mafia-Film. Unweigerlich habe ich «Es war einmal in Amerika» am Paten gemessen. Doch das funktioniert nicht. Ich hätte «Es war einmal in Amerika» eine Wertung gegeben, die weit unter dem gelegen hätte, was (etwas objektiver betrachtet) wenigstens noch halbwegs vertretbar gewesen wäre. Mir fehlten die – wie soll ich sie nennen? – «ultra-denkwürdigen» Szenen wie die Eröffnungsszene des ersten Paten, die Schlussszene (ebenfalls) des ersten Paten, die Schlussszene des letzten Paten etc. Das liegt aber nicht daran, dass «Es war einmal in Amerika» keine denkwürdigen Szenen zu bieten hätte. Vielmehr behandeln die beiden Filme völlig unterschiedliche Geschichten. Beim Paten begleiten wir eine Familie ganz an der Spitze der «famiglia», bei «Es war einmal in Amerika» wird uns eine Gang vorgestellt, die es zwar verhältnismässig weit bringt, sich aber doch (vergleichsweise) immer noch eher im unteren Bereich der Nahrungskette befindet. Konsequenterweise wartet «Es war einmal in Amerika» nicht mit ähnlich «mächtigen» Szenenbildern wie der Pate auf. Um eine lange Geschichte kurz zu machen: Man steht sich selbst im Weg, wenn man den einen am andern Film messen will. Es handelt sich um zwei voneinander unabhängige Epen, die man sich ansehen sollte, ohne an das jeweils andere Epos zu denken.

                                              Epos ist im Übrigen der einzig passende Ausdruck für dieses Werk. Die Laufzeit ist episch (vier Stunden!), der Soundtrack ist episch (auch wenn die Panflöte bisweilen hart an der Grenze ist), die Szenerie ist episch – nein, umwerfend. Wer bei den Szenen in einem belebten Quartier von New York City in den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts nicht feuchte Augen bekommt, dem ist nicht zu helfen. Schlichtweg unglaublich, was dem Zuschauer da präsentiert wird! Alle Kulissen sind aber atemberaubend schön und beeindruckend. Doch nichts weniger als eine derart epische Inszenierung hätte den – halt eben auch epischen – Themen gerecht werden können, die im Film behandelt werden: Freundschaft, Liebe, Gier, Verrat, Macht, Korruption …

                                              Der Film entführt den Zuschauer in eine völlig fremde Welt, in die Hinterzimmer des jungen Amerika, in denen die wohlhabenderen Leute ihren verbotenen Freuden nachgegangen sind. Man taucht richtiggehend in diese Welt ein, vergisst, dass man 90 Jahre später und ganz woanders (geographisch und gesellschaftlich) lebt. Gleichzeitig sind die Charaktere aber auch so detailliert und glaubwürdig gezeichnet, dass man genau weiss, was sie gerade durchmachen, weshalb sie so handeln, wie sie handeln. Da braucht es gegen Ende zu dann nur noch bedeutungsschwangere (ich liebe dieses Wort!) Blicke, um dem Zuschauer mitzuteilen, was nun gerade Sache ist. Doch diese Sache hat einen Haken: Da letztlich alle Protagonisten in der einen oder andern Weise scheitern, kann der Film den Zuschauer ordentlich runterziehen. Am Ende ist klar: So, wie es die Jungs aus dem jüdischen Quartier versucht haben, funktioniert es nicht. Wenn man nun den Blick etwas weitet und sich bewusst macht, dass die Geschichte ein Spiegelbild auf die «Jugend» der Vereinigten Staaten ist (was immer wieder passend mit Bezugnahmen auf bekannte «Symbole» der USA wie der im Hintergrund thronenden Brooklyn Bridge, dem Ausschnitt aus der Nationalhymne etc. verdeutlicht wird), ist klar, wie sich Sergio Leone zur für die USA typischen Interpretation des unaufhörlichen Fortschrittes gestellt hat. Die also im Film enthaltene Gesellschaftskritik wird auf den Punkt gebracht serviert.

                                              Noch ein paar Worte zur Geschichte an sich: Die Geschichte spielt in drei Zeitabschnitten, zwischen denen gekonnt gewechselt wird. Einige der Übergänge sind zum Niederknien genial. Die Wechsel zwischen der Jugend, dem frühen Erwachsenenleben und dem Alter der Protagonisten sind aber kein netter Zuschlag, sondern dienen entscheidend der Charakterentwicklung. Ich war überrascht, wie häufig und «hart» zwischen den Zeiten gewechselt worden ist und wie ungewöhnlich der Anfang und das Ende des Films zusammengeführt werden (hätte ich von einem über 30 Jahre alten Film so nicht erwartet), habe aber nie den Eindruck gehabt, Leone hätte mit dem Zuschauer oder mit einer Idee spielen wollen. Die Wechsel in der Zeitebene verleihen dem Film eine zusätzliche Tiefe. Am Ende werden nicht alle Fragen beantwortet, was als für ein Epos dieses Ausmasses, das ordentliche Einspielergebnisse hätte erzielen müssen, mutig bezeichnet werden muss. Für mich ist es absolut stimmig, dass kein Erklärbär aufgetaucht ist, der die hinterletzte Frage beantwortet hat.

                                              Zum hie und da gehörten Vorwurf der Frauenfeindlichkeit ist zu entgegnen, dass der Film eine Art persönliches Portrait aus der Sicht von Noodles ist, dessen Geschichte er erzählt. Ich kaufe Noodles zwar ab, dass er Deborah zumindest eine Zeit lang echt geliebt hat, aber es bleibt kein Zweifel daran, dass er ein Misogynist ist. So wie der Film halt alle Facetten des Charakters realistisch beleuchtet, beleuchtet er auch diesen Aspekt. Daran ändert sich auch nichts, wenn man die Geschichte der Gang als ein Spiegelbild auf die «Jugendgeschichte» der USA versteht, denn das damalige Frauenbild ist nun einmal aus heutiger Sicht nicht ganz politisch korrekt gewesen, wenn man es nett formulieren will. Das gilt aber ganz allgemein für den Umgang der Gesellschaft mit den Schwächeren. Man denke nur an die ganze Rassenproblematik in den USA zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Ich hatte den Eindruck, dass Leone anhand des Fahrers der Limousine ganz deutlich zum Ausdruck gebracht hat, wie er sich zu Noodles Einstellung zu den Frauen gestellt hat. Der Fahrer spricht übrigens kein Wort, aber es besteht kein Zweifel daran, was er von der ganzen Sache hält.

                                              Letzten Endes will ich «Es war einmal in Amerika» nicht mein Herz schenken, sondern mich in echter Bewunderung vor diesem Meisterwerk verbeugen, indem ich die höchste Wertung vergebe, die (in meinem Wertungssystem) nicht völlig subjektiv ist: 9,5 Punkte. (Null und zehn Punkte sind bei mir Herzenssache, alles dazwischen beinhaltet wenigstens den Versuch, etwas Objektivität walten zu lassen.)

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                                              • 9 .5
                                                inceptionfan 09.06.2016, 14:17 Geändert 09.06.2016, 15:35

                                                Filmbewertung #800
                                                Seit über einem Jahr verstaubt die neue Blu Ray Edition von "Once Upon a Time in America" in meinem Schrank. Zu lange habe ich diesen Film vor mir hergeschoben, denn mit so einer Laufzeit ist das kein Film, den man mal eben schnell wegschaut, sondern eine echte Herausforderung. Nun stand aber dieses kleine Jubiläum vor der Tür und ich habe mir endlich einen ganzen Abend dafür eingeräumt, um mich auf diese Zeitreise in das Amerika des zwanzigsten Jahrhunderts zu begeben.

                                                Zunächst einmal muss ich anmerken, dass ich mir direkt den Director´s Cut angesehen habe, kann also nicht beurteilen, ob diese wenigen zusätzlichen Szenen, die leider nur in sehr schlechter Bildqualität vorhanden sind, den Film nun wirklich so enorm bereichern. Über die häufig umstrittene neue Synchronisation kann ich auch keine Worte verlieren, da ich ihn im O-Ton geschaut habe. Recht schnell sind dann jedoch Untertitel ins Spiel gekommen, denn man kann es sich bei diesem Film einfach nicht leisten, auch nur kurze Dialogfetzen zu verpassen.
                                                Es gibt wohl nur wenige Filme, bei denen die Bezeichnung "Epos" so gut passt wie bei Leones Klassiker.

                                                Mit einer Laufzeit von über vier Stunden ist für mich der wichtigste Punkt, dass es der Film schafft, mit seiner Story eine solche Laufzeit zu rechtfertigen und den Zuschauer bei Laune zu halten und genau das gelingt "Once Upon a Time in America" bravourös. Obgleich die Handlung auf den drei Zeitebenen äußerst entschleunigt erzählt wird, kann man sich in diesem Film regelrecht verlieren. Zu stark wird man von der tollen Kameraarbeit mit ihren vielen Weitwinkelaufnahmen in das alte Amerika gezogen, das ich eigentlich noch nie mit so einer bombastischen und authentischen Ausstattung in einem Film gesehen habe. Zu stark hüllt einen Ennio Moricones berühmter melancholischer Score ein, zu dicht ist die Atmosphäre und zu faszinierend ist das Schauspiel aller beteiligten Darsteller, allen voran natürlich Robert De Niro, der hier einer der wohl größten Figuren der Kinogeschichte auf unvergleichbare Art und Weise Leben einhaucht. "Once Upon a Time in America" versprüht einfach nur großen Hollywood-Zauber, denn der Film hat inhaltlich einfach alles zu bieten, das man sich nur irgendwie vorstellen kann. Freundschaft, Verrat, Liebe, Erotik, Macht, Drogen, Reichtum, Gewalt, Dramatik usw.

                                                Bei all der Schwärmerei - und es handelt sich hierbei eigentlich um einen so ziemlich perfekten Film, den es heutzutage in einer solchen Größenordnung wohl nie mehr geben wird - habe ich mich trotzdem nicht für die Höchstpunktzahl entschieden, nur weiß ich leider selbst nicht so ganz, was ich denn nun an dem Film so richtig auszusetzen habe. Manchmal ist es bei einem Film einfach so, dass einem noch irgendwo das i - Tüpfelchen fehlt.
                                                Vielleicht liegt es daran, dass die eigentliche Gangster-/Mafiastory oftmals hinter der Melodramatik etwas zurücktreten muss?
                                                Vielleicht liegt es letztendlich doch irgendwie an der Länge? Keine Szene ist so wirklich überflüssig, aber nach knapp drei Stunden enthält der Film eine Intermission, bevor es noch einmal über eine Stunde lang weitergeht. Vielleicht liegt es gar nicht an der Story selbst, aber ich habe mich irgendwann nach drei Stunden öfter dabei ertappt, wie ich in Gedanken etwas von dem Film abschweife, was vielleicht auch daran liegen mag, dass der Film auf keinen klassischen Höhepunkt zusteuert.

                                                Fazit: Auch wenn ich nicht die 10 Punkte vergebe, ist "Once Upon a Time in America" einfach ein Meilenstein und ein Opus Magnum, das zu den größten Hollywood-Produktionen aller Zeiten gehört, die einfach jeder in seinem Leben mal gesehen haben muss und die auch heute noch große Kino- Magie versprüht.

                                                10
                                                • 10
                                                  jeanpatrick 04.04.2016, 01:29 Geändert 23.04.2016, 09:01

                                                  In den hier veröffentlichten Kommentaren gibt es bereits eine Menge richtiger und wichtiger Beiträge zu diesem einzigartigen Film.
                                                  Ich teile die Auffassung all jener, die "Es war einmal in Amerika" als gigantisches Meisterwerk einstufen. Er hat einfach alles, was man von ganz großem Kino erwarten kann.
                                                  Anfügen möchte ich noch ein Extra-Lob für den Kameramann Tonino Delli Colli, dessen grandiose Bilder soviel mehr sagen als Worte.
                                                  Er ist mir mit seiner herausragenden Arbeit schon bei „Spiel mir das Lied vom Tod“ und bei einem weiteren meiner ganz großen Lieblingsfilme, bei „Bitter Moon“ von Roman Polanski aufgefallen.
                                                  Dazu ein kleines aber feines Detail nebenbei: In einer Szene von „Bitter Moon“ wird ein kleiner Ausschnitt von „Es war einmal in Amerika“ gezeigt,- ein Segment, in dem Deborah und Noodles im - ausschließlich für die beiden - angemieteten Strandhotel zusammen sind.
                                                  Inzwischen habe ich „Es war einmal in Amerika“ 10 Mal gesehen.
                                                  Wenn es irgendwie möglich ist, will ich ihn beim nächsten Mal in der ungekürzten Fassung genießen.

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                                                  • 6 .5

                                                    Guter Film. Leider hat er mich nicht so in seinen Bann gezogen wie ich mir erhofft hatte.