Eyes Wide Shut - Kritik

Eyes Wide Shut

US/GB · 1999 · Laufzeit 153 Minuten · FSK 16 · Drama, Thriller, Erotikfilm · Kinostart
Du
  • 7 .5

    Definitiv kein Film, den man sich "mal eben" oder unter Zeitdruck ansehen sollte. Nicht alleine aufgrund der Laufzeit von 2,5 Stunden sondern viel eher, weil dem Zuschauer mit "Eyes Wide Shut" praktisch ein umfassendes Theaterstück geboten wird.
    Eine nahezu perfekte Ehe wendet sich an einem Abend schlagartig um 180 Grad.
    Aus dem erfolgreichen Leben des Dr. Harford wird ein Strudel aus Geheimnissen, Offenbarungen, Eifersucht, Entfremdung und neuen Entdeckungen. Offenbarungen, die besser nie ausgesprochen - Entdeckungen, die besser nie gemacht worden wären.
    Ganz klar ist der Höhepunkt des Films der geheime "Swingerclub" im alten Schloss. Ein frivoler Maskenball im Untergrund der Gesellschaft.
    Nachdem Hardford für kurze Zeit Teil der erlesenen Vereinigung sein durfte, nimmt sein Leben noch weitaus bedrohlichere Züge an. Vermeintliche gute Bekannte bzw. Freunde entpuppen sich als Teil der genannten Vereinigung und selbst kriminelle Handlungen, wie zum Beispiel Mord, lassen sich nicht ausschließen.
    Alptraumhaft ist vielleicht die richtige Bezeichnung für das, wie Dr. Harford sein leben empfinden muss.
    Schauspielerisch gibt es nichts zu meckern.
    Was ich nicht verstehe, das ist der Auslöser von Alice Harfords (Kidman) abendlichem Wahnsinn. Wie wird aus einer scheinbar braven Ehefrau ein derart wahnsinniges Luder, das ihrem Mann indirekt gesteht, dass keine wirkliche Liebe mehr vorhanden ist? Dass ihr andere Männer im Kopf herumspuken und sie für diese sogar ihre Tochter und ihren Ehemann aufgeben würde. Wie wird aus dieser wahnsinnig jähzornigen, dann wieder verrückt kichernden Frau plötzlich (zum Ende hin) wieder die scheinbar zutiefst betrübte, offensichtlich empörte Ehefrau, die sich von ihrem Mann nach seiner Beichte betrogen fühlt?
    Was genau bedeutet die Maske auf dem Kopfkissen neben Kidman? Ist es eine Warnung? War sie selbst Teil der Gesellschaft und wollte ihrem Mann so ihr Wissen demonstrieren. Wenn ja, warum war dann seine Beichte überhaupt nötig?

    Trotz dieser noch immer unbeantworteten Fragen, hat mir der Film viel Spaß gemacht. Nicht nur der Soundtrack sondern auch die dramatische Wendung macht aus "Eyes Wide Shut" ein echt sehenswertes Erotik Psychodrama.
    Mal etwas ganz anderes...

    6
    • 7 .5
      moviesforlife 26.09.2017, 17:50 Geändert 27.09.2017, 16:28

      An Stanley Kubrick wird immer wieder kritisiert, er vernachlässige in seinen Filmen neben der auf absoluten Perfektionismus abgestimmten Inszenierung, der kryptischen Bildsprache und den vielen inhaltlichen Denkanstößen vor allem die Menschlichkeit seiner Hauptfiguren sträflich. Oft sind seine Charaktere weniger Charaktere, sondern vielmehr Symbolfiguren, die zur Verbildlichung bestimmter politischer, philosophischer oder auch moralischer Grundpositionen verwendet werden. So lassen zwar Filme wie beispielsweise "2001: Odyssee im Weltraum" und "Dr. Seltsam, oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben" vielerlei Interpretationsmöglichkeiten zu, bringen jedoch die handlungswichtigen Figuren kaum zur Geltung und kümmern sich nicht um Empathie oder zwischenmenschliche Interaktion, geschweige denn um das innere Befinden ihrer Protagonisten.

      In "Uhrwerk Orange", "Full Metal Jacket" und "Shining" geht es sogar konkret um die Entmenschlichung des jeweiligen Hauptcharakters, gekennzeichnet durch dessen drastischen Wandel - in Ersterem vom Bösen zum Guten, in den letzten beiden vom Guten zum Bösen. Einzig in "Spartacus" und "Barry Lyndon" legt Kubrick sein Augenmerk verstärkt auf die Gefühle und Gedanken des jeweiligen Titelhelden, was dem Publikum allerdings, bedingt durch die historische Handlungszeit, nur wenig Möglichkeiten bietet, Kontakt mit der Innenwelt dieser Charaktere aufzunehmen.

      Ironischerweise ist es ausgerechnet Kubricks letzte Regiearbeit, welche die nötige Brücke zur Realität stellt und damit die menschliche Komponente von all seinen Werken mit Abstand am stärksten in den Mittelpunkt drängt. Sicher, "Eyes Wide Shut" ist ein wundervoller Film. Aber gleichzeitig ist er auf der narrativen Ebene ein für Kubricks Verhältnisse sehr unkonventionell gestrickter und deswegen häufig missverstandener Film. Und dabei wirkt die Handlung von "Eyes Wide Shut" im ersten Moment nur wie die simple Geschichte eines Ehepaars, das sich nach viel sexueller und emotionaler Frustration - jede Partei auf ihre Weise - in exzessiven erotischen Traumvorstellungen verliert und schließlich wieder zusammenfindet.

      In Wirklichkeit ist "Eyes Wide Shut" aber ein wahres Faszinosum, das dem Rezipienten gewiss einiges an Reflexionsvermögen abverlangt, dafür aber umso mehr zurückgibt, wagt man sich erst an seine Entschlüsselung. Dabei kündigt bereits das Oxymoron im Filmtitel an, um was es in "Eyes Wide Shut" eigentlich geht: Die beiden Protagonisten Bill und Alice gehen zwar mit weit geöffneten Augen durch ihr tägliches Leben, verschließen die Lider aber vor allen wirklich wichtigen Dingen - und in erster Linie voreinander. Sie sehen sich zwar, nehmen sich gegenseitig wahr, können sich aber nicht wirklich erkennen oder verstehen. Es ist ein vollendeter Prozess der Entfremdung. Und das nicht bloß in sexueller Hinsicht. Im Intimen drückt sich dieses Gefühl allerdings mit am deutlichsten aus.

      Übertragen auf unsere Gesellschaft als solche kristallisiert sich die Botschaft von "Eyes Wide Shut" umso eindringlicher heraus: Die Menschen sollten wieder zu Menschen werden und damit aufhören, sich in leere Phrasen und plumpe Rollenbilder zu hüllen. Ansonsten bleibt von einer Person letztendlich nicht mehr übrig als eine Maske; das gilt in jeder sozialen Beziehung, nicht nur in einer Romantischen beziehungsweise Sexuellen. Hinter die Maske eines Mitmenschen zu blicken ist allerdings eine noch größere Herausforderung als seine eigene Maske vor einer anderen Person abzulegen. In der Anfangsszene von Georg Büchners Drama "Dantons Tod" fasst der Protagonist Danton dieses Dilemma in einem überspitzten Zitat zusammen; als er von seiner Geliebten gefragt wird, ob sie sich denn wirklich kennen würden, antwortet er schlicht: "Einander kennen? Wir müssten uns die Schädeldecken aufbrechen und die Gedanken einander aus den Hirnfasern ziehen."

      Treffender könnte man es kaum formulieren. So sehr wir auch glauben, einander zu kennen und uns darum bemühen, den guten Schein zu wahren, so schauen wir die ganze Zeit über doch nur auf Äußerlichkeiten, auf menschliche Masken, auf plumpe Verkleidungen. Ist die berühmte Szene auf dem Maskenball in „Eyes Wide Shut“ also als Metapher für eine Gesellschaft zu begreifen, in der niemand hinter die Maske eines Mitmenschen blicken kann, ja, gar nicht erst blicken darf? Es scheint so, schließlich wird hier der Geschlechtsakt als ein beinahe okkultes Ritual dargeboten, eine Art pervertiertes Kunstwerk - vergleichbar mit Alex' sexuellen Gewalttaten in "Uhrwerk Orange" - welches wohl die vielen unterschwelligen Begierden und unterdrückten Bedürfnisse aller maskierten Mitglieder symbolisieren dürfte. Bezeichnend ist außerdem, dass die Handlung von "Eyes Wide Shut" ausgerechnet zur Weihnachtszeit stattfindet. Ein Fest, das ursprünglich zur Feier der Geburt Jesu und des Lebens selbst gedacht, mittlerweile aber zur bloßen Konsumbefriedigung umfunktioniert wurde und damit nicht repräsentativer für besagte Gesellschaft sein könnte.

      Doch ist Bill, trotz seiner erkennbaren Faszination für den Maskenball, nur bedingt ein Teil dieser Gesellschaft. Beinahe hat es sogar den Anschein, als rege sich zunehmend das Verlangen in ihm, seine geschlossenen Augen zu öffnen, seine Maske abzulegen und wieder als Mensch zu leben, nicht als kostümierte Figur. Offenbar handelt es sich hier um einen unterbewussten Wunsch, denn es ist nicht Bill selbst, der letztlich die Initiative ergreift und seine Maske abnimmt. Im Gegenteil, er bleibt zunächst eher passiv. Nachdem ihn die Ereignisse auf der nächtlichen Veranstaltung aber sowohl physisch als auch psychisch heimzusuchen beginnen, offenbart er sich im Schlussakt des Films endlich seiner Frau und bricht während des Geständnisses in Tränen aus. Die Vermutung, er hege bereits von Beginn an den unterbewussten Wunsch, sich von der gesellschaftlichen Norm loszusagen, liegt daher nahe. Nicht zufällig meint Bill am Anfang des Films auch, er wolle die Tochter eines Verstorbenen besuchen und dort sein "Gesicht zeigen".

      Des Weiteren kann die Zeremonie auf dem Maskenball auch als eine Metapher für die HIV-Infektion durch eine Prostituierte interpretiert werden, welcher Bill nur um Haaresbreite entgeht. Die Parallelen sind jedenfalls frappierend: Bill befindet sich während beiden Szenen in einem Etablissement voller Masken, das von sexueller Spannung dominiert wird, er muss sich in beiden Szenen ausziehen, wird aber durch den Ruf einer Frau davor bewahrt - bei der Zeremonie ist es eine maskierte Unbekannte, im Zimmer der Prostituierten ist es der Anruf seiner Frau Alice - verlässt das Gebäude und wird sich erst im Nachhinein der tödlichen Konsequenzen bewusst, denen er nur knapp entkommen konnte. An dieser Stelle lässt sich außerdem eine Beziehung zum Passwort "Fidelio" herstellen, denn auch in Beethovens gleichnamiger Oper wird der Protagonist durch eine verkleidete Frau gerettet.

      Ist die okkulte Versammlung nun als gesellschaftliche Allegorie oder als Symbol für Bills Unterbewusstsein und dessen Auseinandersetzung damit zu übersetzen? War die gesamte Szene nur ein Traum, wie es der finale Dialog des Films nahelegt? Stellt sie eine Warnung vor dem tödlichen Immundefektvirus dar? Oder stimmen alle diese Deutungsansätze? Wie dem auch sei, am Ende von "Eyes Wide Shut" zählt nur, dass Bill wieder zu Alice zurückfindet, sich wieder nach Liebe, Zuneigung und Zärtlichkeit sehnt. Umso schockierender ist der Anblick einer Maske, die sich auf seinem Platz im Ehebett neben der schlafenden Alice befindet. Dass Bill daraufhin schluchzend zusammenbricht und seiner Frau alles beichtet, sich ihr völlig offenbart, hat folglich zwei Gründe. Ersterer ist offenkundig: Er hat Angst, dass Alice von seinen nächtlichen Eskapaden erfahren haben könnte, dass sie womöglich sogar selbst anwesend war. Auf der anderen Seite deutet diese Szene aber ebenso an, dass die Maske Bills Platz - und das nicht nur im Bett sondern auch in Alice' Leben - eingenommen hat. Sprich, dass Alice ihn nicht mehr als Person lieben kann, sondern nur noch seine Fassade, seinen Körper, sein Äußeres.

      Doch bleibt das Ende von "Eyes Wide Shut" nicht ganz ohne Hoffnung. So ist es ausgerechnet die drohende Entzweiung, die Alice und Bill schlussendlich zusammenführt. Es ist Bills Geständnis, das die beiden wieder versöhnt und zu einer gemeinsamen Aktion, dem familiären Weihnachtseinkauf und dem angedeuteten Geschlechtsverkehr, führt. Damit beendet Kubrick seine Filmographie mit einer durchaus verträglichen, gleichsam aber reflektierten Abschlussszene, die eine erinnerungswürdige Botschaft übermittelt: Wir Menschen werden uns gegenseitig vermutlich nie vollständig kennenlernen. Selbst wenn wir es verzweifelt versuchen, können wir daran nur kläglich scheitern. Je mehr wir jedoch miteinander in Konflikt treten, je mehr wir miteinander kollidieren, desto besser verstehen wir einander, desto mehr lösen sich unsere Masken. Viel ist das nicht, aber allemal ein guter erster Schritt zur Besserung. Und wer weiß, vielleicht bietet solche Konfrontation am Ende die Möglichkeit, eine neue und bessere - eine reinere - Form von Bekanntschaft, Freundschaft oder sogar Liebe aufzubauen?

      10
      • 8

        Eyes Wide Shut ist eine intelligente Psychoanalyse der menschlichen Sexualität, der animalischen Bedürfnisse eines jeden ach so zivilisierten Menschen.
        Statuiert wird das Beispiel anhand eines gesellschaftlich wie sozial verankerten Paares, dessen scheinbar perfekte Ehe durch die versteckte "böse" Begierde ins Schwanken gerät.
        Eine verstörende wie auch ästhetische Symphonie bis hin zu einem versöhnlichen Abschluss.

        Nach dem Stück herrscht Stille, erst dann folgt der Applaus.

        8
        • 9
          Pyro 91 18.08.2017, 02:20 Geändert 21.08.2017, 00:16

          Nach 7 oder 8 Jahren mal wieder gesehen und empfand ihn - wohl auch meinem zunehmenden Alter und steigenden Erfahrungshorizont geschuldet - sogar noch besser als damals.
          Schonungslos deckt Kubrick hier die Lügen, Intimitätsprobleme und unterdrückten sexuellen Wünsche auf, die in Alice und Bills Beziehung bereits jahrelang unter der Oberfläche vor sich hin brodelten.
          Ein wahre Odysee in die Dunkelheit - ein Film gemacht für eine Mitternachtsvorstellung - auf der wir Bill folgen und sehen wie ihn seine gekränkte Männlichkeit und damit einhergehende Eifersucht dazu bringen unkluge Entscheidungen zu treffen, die für ihn und andere tödlich enden könnten.
          Entweder mit klassischer Musik untermalt oder mit schwerfälligen, bedrohlichen Klavierspiel, verlieren wir uns genau wie Bill in diesem kalten, schnörkellos inszenierten Strudel voller verwirrender Geheimnisse und können irgendwann selbst unseren eigenen Augen gar nicht mehr trauen. War alles was wir sahen letztendlich doch nur eine Scharade?

          Besonders hervorheben möchte ich noch die Maskenball-Szene, welche nicht zuletzt dank der grusligen Masken, die die Motive der Teilnehmer noch unklarer wirken lässt, ein wahrer Spannungshöhepunkt des Films ist, weil wir einfach nicht ahnen können, was mit Bill geschehen wird oder ob jemand nun wirklich für sein unerlaubtes Eindringen in den Club bestraft wird. Es ist schlimmer als so mancher Horrorfilm, wenn Bill von den Anwesenden eingekreist und gezwungen wird, seine Kleidung abzulegen.

          Das Ende empfinde ich eher als optimistisch, da die beiden nun endlich ehrlich miteinander waren/sind und dadurch ein neues, solides Fundament für ihre Beziehung geschaffen haben. Ob die beiden das beibehalten können ist fraglich, allerdings denke ich schon das Bills Erlebnis auf ihn traumatisch gewirkt hat und er verstanden hat, wie unklug es ist seine geheime Fantasien zu unterdrücken bzw. nicht auszusprechen. Alice, die ihre eigenen, unter Verschluss gehaltenen Bedürfnisse nur unter Drogeneinfluss ans Licht brachte, kann ich da eher weniger gut einschätzen, auch wenn ich glaube, dass sie von Bills Ehrlichkeit, nun da sie ihn zum ersten Mal "richtig" sieht, sehr angetan ist, aber auch etwas Zeit braucht, um die erlebten Ereignisse erstmal zu verarbeiten.

          Ein Film wie guter Sex: Perfekte Länge, gutes Tempo, ästhetisch ansprechend und gut geschauspielert von allen Beteiligten, vor allem der Frau.^^

          9
          • 6

            Nicht der beste Kubrick! Dazu ist Eyes Wide Shut dann doch zu zäh. Ich mag aber die subtile Spannung und den okkulten Touch.

            2
            • 10

              Bill und Alice im Wunderland

              Stanley Kubricks EYES WIDE SHUT gehört bis heute zu den schönsten Mysterien der Filmgeschichte und ist das letzte Leinwand-Wunder, das der wegweisende Regisseur vollenden durfte. Im Gesamtwerk Kubricks fällt der Film oft etwas aus dem Rahmen da er keinem genauen Genre-Muster zuzuschreiben ist, an welchen sich Kubrick zuvor orientierte (Er drehte sowohl Science Fiction, Historienepen als auch Kriegs- und Horrorfilme). EYES WIDE SHUT stellt das meisterhaftes Ende der Filmographie des Ausnahmekünstlers dar und beleuchtet Elemente von sexuellem Verlangen in der Verarbeitung durch eine Traumreise.

              Achtung, es folgen Spoiler.

              Genau im Mittelteil des Filmes gelangen wir zu einer Szene, die den gesamten Film neudefiniert. Die berühmte Maskenball-Orgie gehört zu den größten Szenen, die Kubrick je drehte und krempelt unser gesamtes Verständnis des Filmes um. Es ist der Moment in denen uns bewusst wird, dass die Geschichte des frustrierten, eifersüchtigen Ehemannes Bill viel tiefer geht als wir dachten. Es ist auch der Moment, in der die Voyeur-Perspektive von Bill sich endgültig mit der des Zuschauers deckt und wir genauso ahnunglos wie er durch dieses Wunderland wandern. Die Szene konzentriert alles, was uns der Film zu Beginn bereits vermitteln will, die Eröffnungsszene zeigt uns Alice beim Ablegen ihres Kleides : Wir sehen etwas, dass wir nicht sehen sollten.
              EYES WIDE SHUT beginnt wie eine Sezierung der New Yorker Oberschicht. Bill und Alice verkehren in den höchsten Kreisen voll von einflussreichen Persönlichkeiten. Doch natürlich hat in diesem elitären Kreis jeder seine Leichen im Keller, wie uns bereits in der ersten Szene mit Bills Freund Victor Ziegler gezeigt wird. Später erfahren wir, dass Victor Ziegler selbst Mitglied des, scheinbar satanischen, Ordens ist, in den Bill sich schmuggelte.
              Überhaupt : Wer sind die Männer und Frauen unter den Masken, die in dieser Villa ihren Gelüsten freien Lauf lassen ? Diese Frage bekommen wir nicht beantwortet, aber aufgrund der Tatsache, wie geheim jenes Treffen ist, wie organisiert und wie exklusiv dieser Kreis ist, bleibt nur die Vermutung, dass es dieselbe Oberschicht ist, mit der Bill und Alice in ihrem Privatleben verkehren. Das Ziegler ein hochangesehenes Mitglied von ihnen ist, zeigt bereits wie nahe das soziale Leben von Bill und Alice mit dem des Geheim-Clubs verbunden sein muss.
              Die blankgepuzte Luxuswelt hat sich in der Villa einen isolierten Raum geschaffen in dem sie ihre verborgen gehaltenen Gelüste mehr oder weniger "wegsperren" können, sodass sie ihr Privatleben nicht beeinflussen. In diesem Haus existieren keine Gesichter und keine Namen, nur der Sexualtrieb. Interessanterweise aber wird freier, ungebundener Sex hier nicht als etwas Verruchtes oder Schmutziges dargestellt (wie zuvor in Bills Begegnung mit der Prostituierten), sondern eher wie ein Heiligtum geehrt und zum Teil eines Rituals gemacht, bei dem jeder sich sexuell erlösen kann. Zu dieser Form von sexueller Ekstase würden Bill und Alice gerne gelangen, doch das Korsett ihrer Ehe sitzt zu eng. Alice beschriebener Wunsch, mit einem Mann aus ihrer Vergangenheit zu schlafen, drückt aus, das ihr ihr ganzes Leben bereits etwas fehlt, etwas das ihre idyllische Familie und ihr gesellschaftliches Ansehen ihr niemals geben könnten. Dennoch aber begehen sowohl Bill als auch Alice nie Ehebruch. Nicht aus Treue, eher aus Angst vor den Konsequenzen, so scheint es. Bills Traumreise, nachdem Alice ihn über ihr Begehren gegenüber dem Mann in Kenntnis gesetzt hat, ist eine Reihe von Versuchungen, denen Bill aber nie nachgeht. Alles in seinem Umfeld reagiert sexuell gehörig auf ihn, wie die Frau eines Verstorbenen, die ihm um den Hals fällt, eine Prostituierte, die ihn sofort anspricht oder sogar die Tochter eines Kostümbildners, die ihm schöne Augen macht. Doch am darauffolgenden Morgen, als Bill die Etappen seiner nächtlichen Reise noch einmal besucht, werden daraus nur Versuchungen, von denen Bill froh sein kann, ihnen entgangen zu sein.
              Bill war einmal Besucher in einer Welt, in der Sexualität zur Erfüllung gebracht wird und sie signalisiert ihm nichts als Bedrohung. Er flüchtet, ironischerweise, in die Arme seiner Frau, womit sich der Kreis schließt. Genau wie Bill erlebt Alice eine Form von sexueller Befreiung in Form einer Orgie in ihrem Traum, in dem sie ihren Mann demütigt. Am Ende sind beide Ehepartner wieder auf einer Augenhöhe und können nur froh sein, einander zu haben.
              Am Ende beschließen Bill und Alice nun "wach" zu bleiben und sich derartigen Träumen nicht mehr hinzugeben. Und genau damit endet Kubricks letzter Leinwand-Traum. Sein letzter Gigant, umstritten oder nicht, ist bis heute mein uneingeschränkter Lieblingsfilm von ihm.

              23
              • 3 .5

                Nette Fortsetzung der Sexy Sportclips, kommt aber nicht ganz an das Original ran.

                2
                • 3

                  nette nackt Szenen aber war mir zur langweilig zu viel Gelaber, kann wie die restlichen Kubrick Filme nichts damit anfangen!

                  • 10

                    Ein narratives Meisterwerk und vielleicht die beste Buchverfilmung allerzeiten. Kubrick schafft es den mysteriösen Flair der Traumnovelle fast 1:1 zu übertragen.

                    Video-Tipp: (https://www.youtube.com/watch?v=t9e82bFWtYU)

                    5
                    • 10

                      Ach Stanley. Ist das ein Film? Wie konnte ich nur nach 17 Jahren die Erinnerung an beiden Szenen der Tochter verlieren? Eigentlich, merkwürdig, PizzaGate ist Mainstream. Aber dafür wird heute noch Marusha aufgedreht!

                      2
                      • 10

                        Kubricks letztes wichtiges Werk. Schien bei gewissen Leuten ein Nerv getroffen zu haben...

                        5
                        • 8 .5

                          Wie viele seiner Filme basiert auch Kubricks letztes Werk auf der literarischen Vorlage eines großen Schriftstellers. Nabokov, King, Burgess oder in diesem Fall Arthur Schnitzler, der einst den inneren Monolog in die deutsche Literatur einführte. Die hier derzeitige durchschnittliche Bewertung von 6,9 wird dem Film in keinster Weise gerecht, und ist wohl auf falsche Erwartungen, Unwissen und Vorbehalte gegenüber Tom Cruise zurückzuführen. Denn tatsächlich ist Kubrick hiermit kurz vor seinem Tod noch ein...naja Meisterwerk wäre vielleicht etwas zu hoch gegriffen....aber immerhin eine herausragende filmische Umsetzung der Traumnovelle gelungen.

                          Ich habe mir diesen Film über viele Jahre hinweg aufgespart, da ich bereits ahnte, dass es ein gewisses Maß an Reife und Bildung bedarf, um diesen Film in seiner Komplexität zu begreifen und richtig genießen zu können. Sicherlich kann man Filme immer wieder schauen, und anders als bei Büchern ist es ein geringer Zeitaufwand, aber hätte ich diesen Film vor fünfzehn Jahren gesehen, als ich auf meinem "Stanley Kubrick Trip"war, wäre meine Reaktion vielleicht eher enttäuschend gewesen, und ich hätte mir diesen Film wahrscheinlich nie wieder angesehen. Nun aber endlich zum Film an sich.

                          Oft wird behauptet dieser Film sei so anders als Kubricks vorherige Werke. Dabei sind viele Motive und Parallelen zu anderen Kubrick-Filmen unverkennbar. So besticht der Film durch eine traumhafte Atmosphäre, deren Intensität sehr an Shining erinnert. Auch die monolog- und dialogfreien Passagen in denen Bild und Musik allein eine unglaubliche Wirkung entfalten, sind typisch für Kubrick. Das Beethoven-Motiv, welches hier in Form des Passwortes "Fidelio" erscheint, findet sich auch in Clockwork Orange. Sehr passend zum Thema des Films, propagiert diese Beethoven-Oper Liebe und Treue. Zudem erinnern die Ereignisse des Maskenballs an den Ablauf dieser Oper. Ist es in Fidelio die maskierte Leonore, die ihrem gefangenen Mann Florestan hilft, (ACHTUNG SPOILER) rettet in Eyes wide shut die maskierte Mandy den entlarvten Doktor Hartford. Auch die musikalische Untermalung an verschiedenen Stellen des Filmes ist hinsichtlich der Methaphorik herausragend, und spiegelt zum einen die Akribie wieder, mit welcher Kubrick vorging, zum anderen zeigt es einmal mehr, wie gut er sich darauf verstand mit Musik Spannung und Atmosphäre zu erzeugen oder deren Expression auf einen Charakter zu übertragen. Die Transformation der Ereignisse vom Wien zur Zeit der k.u.k. Monarchie ins New York des späten 20. Jahrhunderts halte ich für ebenso gelungen, wie Besetzung des Ehepaares Cruise/Kidman, zumal der Scientologe Cruise im Film an einem geheimen Treffen einer sektenähnlichen Gemeinschaft teilnimmt.

                          Fazit: Sehr schöner Film für die Weihnachtszeit. Am besten mit der Partnerin/dem Partner bei einer Flasche Wein anschauen. :D

                          2
                          • 6 .5

                            Da ist es also.
                            Die einen sagen hintersinniges Meisterwerk, die andern sagen Kubrik wird nochmal geil auf seine alten Tage. Nun worauf die ganze Welt gewartete hat: Was sagt bekennender Kubrik Fan Jek dazu?
                            Also sprach Jek:

                            fon der Ausstattung & der Leistung

                            Die ist gut. Blau/Roter Look schmeichelt Auge. Atmosphärische 90ts Ausgeburt. Schauspielerisch gibt’s auch nix zu meckern.

                            Fon der Kamera

                            Und da wird’s komisch. Wenn ich den Film sehen würde, ohne zu wissen von wem er ist, würde ich ehelich gesagt nie auf die Idee kommen, dass er von Kubrik ist. Selbst Schumacher und Konsorten wären denkbar gewesen. Alles wirkt halt viel „normaler“. Keine strangen Kamerafahrten, recht gewöhnliche Bilder. Kaum seltsame Perspektiven. Rein Optisch nicht mit Shining, 2001 und meinem Liebling Uhrwerk Orange zu vergleichen.

                            Fon der Erwartung

                            Da habe ich dann doch mehr erwartete und gleichzeitig weniger. Dass das Geheimtreffen quasi Startschuss und Wendepunkt ist dachte ich mir, aber dass es bei einem bleibt? Ich erwartete etwas mehr Verwirrung. Im Prinzip war der Film doch sehr konventionell aufgebaut. SPOILER: Problem → Nächtliche Tour → böses Erwachen → Schadensbegrenzung→ Auflösung→Epilog. SPOILERENDE

                            Fon alles in allem … oder so

                            Und doch bliebt ein letztes Quetschen an Unglauben. Ist es vielleicht doch ganz anders? Sind doch finstere Mächte am Werk? Kurz um, es ging Kubrik eher darum eine Ehe eine Krise überstehen zu lassen und dass ist ihm gelungen. Seine Symbole und Anspielungen sind nicht ganz so offensichtlich wie sonst.
                            Alles in allem aber ein durchaus sehenswerter Kubik und nicht ganz so einschläfernd wie 2001, aber bei weitem kein Shining oder Uhrwerk Orange. Ich hätte gern gesehen, was Lynch aus dem Stoff gemacht hätte.

                            Letztlich bleibt nur ein Frage offen:

                            Warum um alles in der Welt schreibe ich „von“ mit „F“?

                            1
                            • 9
                              Adrian.Cinemacritics 01.12.2016, 19:33 Geändert 01.12.2016, 19:39

                              Man sagt es gibt nichts Schöneres als jemanden zu lieben oder von jemanden geliebt zu werden.
                              Jeder hat seine eigene Vorstellung von der Liebe und dem perfekten Liebesleben.
                              Man glaubt, alles würde hervorragend laufen, dass nichts diese Beziehung zur Last fallen könnte, als wäre das Happy End schon lange eingetreten, das Kinderbuch zugeschlagen und das Ehepaar wäre wirklich glücklich bis ans Ende ihrer Tage.
                              Doch manchmal begegnet man sich in der Beziehung ganz anders.
                              Plötzlich ist die Liebe deines Lebens nicht mehr die Person, die du geheiratet hast.
                              Als hätte diese Person ihre Maske abgenommen um ihr wahres Gesicht zu offenbaren und du ihren dunkelsten Geheimnisse ausgesetzt bist und dein Weltbild, das du in all den Jahren der Liebe und des Glücks aufgebaut hast, zusammenbricht wie ein Kartenhaus.
                              Diese Erfahrung erlebt William Harford, als seine Frau Alice ihm weis macht, dass ihre Beziehung nicht immer so perfekt lief wie zuerst angenommen.
                              Das ist schon am Cover des Films erkennbar, wo Will den Kuss in vollen Zügen genießt, aber Alice ganz abwesend wirkt und ihren Mann nicht mal anblickt.
                              Tom Cruise spielt eine seiner besten und ungewöhnlichsten Rollen, denn statt dass er seine Pistole rausholt, muss er lernen, sie unter Kontrolle zu halten (ich glaube, diese Metapher haben selbst Nicht-Kubrick Kenner erkannt).
                              Geplagt von den Ängsten, dass seine Frau, die er liebt, nicht die Frau ist, von dem er sich all die Jahre ein Bild gemacht hat, wird er in eine Nacht der Versuchung geschickt, als würde das Schicksal ihn zwingen, dasselbe zu tun, was seine Frau getan hat.
                              An jeder Ecke einer harmlos wirkenden Winternacht bieten sich ihm Gelegenheiten über Gelegenheiten es seiner Frau heimzuzahlen, als würde New York seine hässliche Seite zeigen.
                              Dass Untreue überall aufzufinden ist und sie einen so leicht packen kann wie der Satan, der verführende Worte in jemandes Ohr flüstert.
                              Jede Szene, jedes Bild ist ein Kunstwerk.
                              Jede Farbe, jede Aufnahme, jeder Dialog hat seinen Zweck und hat etwas auszusagen, was die meisten Zuschauer übersehen und nur darauf warten, dass irgendetwas aufregendes passiert.
                              Wer für so etwas wie Aufregung gekommen ist, dem wird der Film (leider) nicht gefallen, denn was den Film ausmacht, ist nicht immer das, was er uns zeigt, sondern was er uns verbirgt.
                              Natürlich gibt es am Ende der Geschichte einige Fragen zu beantworten, doch wenn man die Augen öffnet und sich mehr darauf konzentriert, wie und warum etwas so dargestellt wird, versteckt sich hinter all dem ein ganz anderer Film.
                              Das so genannte "enttäuschende" Finale, wo Ziegler dem verwirrten Tom Cruise alles offenbart und dem Film scheinbar die ganze Spannung nimmt, ist viel tiefgründiger als man glaubt und es sind an jeder Ecke Details versteckt, die dem Zuschauer entgehen, da sie zu sehr damit beschäftigt sind, zu warten, dass etwas passiert.
                              Denn wenn man die Farbe des Billiardtisches betrachtet und den Bewegungen der Charaktere folgt, dann wird die Identität einer mysteriösen Figur aus dem Mittelteil des Films offenbart, direkt vor unseren Augen und leider entgeht das den meisten.

                              Die Szenen, die uns Kubrick präsentiert, wirken wie aus Träumen geschaffen gemischt mit unseren tiefsten Albträumen.
                              Viele werfen den Film vor, ein langgezogener Porno zu sein, der es versucht mit seinem Symbolismus und langen Dialogen zu überdecken.
                              Da fragt man sich was für eine Definition die Leute von dem Wort Porno haben.
                              Auch wenn der Film wie ein Pornofilm die Darstellung menschlicher Sexualität darstellt, so macht er das nicht in einer anmachenden Art und Weise, sondern lässt es majestätisch und ungemütlich zugleich wirken und nimmt den Vollziehern des Liebesrituals mithilfe der Masken ihre Menschlichkeit und Identifikationsfähigkeit weg, so fühlt sich die Darstellung des menschlichen Körpers so nah und gleichzeitig so fern von der Realität an.
                              Denn das macht den Film aus.
                              EYES WIDE SHUT ist ein albtraumhaft-schönes Ehedrama, wo Realität und Traum aufeinander treffen, wo die Ängste und Vorlieben eines gewöhnlichen Arztes zu Fleisch und Blut werden in ihrer reinsten Form.
                              Ein Film, der sich mit Treue und Untreue auseinandersetzt und die Liebe verschönert ohne die hässlichen Seiten zu verbergen.
                              Wunderschön anzusehen wie der perfekteste Körper der Welt und doch so rätselhaft wie die Maske, die diese Person trägt und darauf wartet, ihr wahres Gesicht zu zeigen.

                              23
                              • 8 .5

                                Wer blaue und rote Farben mag, sollte dich diesen Film mal anschauen. ;)

                                • 10
                                  Nyarlathotep 12.09.2016, 20:26 Geändert 06.12.2016, 02:27

                                  Habe ihn nun endlich gestern zum ersten mal gesehen und er beschäftigt mich noch immer!
                                  Dieser Film ist zweifelsfrei ein Meisterwerk.
                                  Wenige Regisseure schaffen es, einem Film mit einer derartigen visuellen und erzählerischen Präzision eine solche Fülle an möglichen Interpretationsansätzen zu verleihen.
                                  Schon die Besetzung der Hauptrollen mit Tom Cruise und Nicole Kidman passt einfach wie die Faust aufs Auge - nicht umsonst gibt es die (durchaus schlüssige) Theorie, dass sich "Eyes Wide Shut" schlicht und ergreifend mit Tom Cruise als Person und seinem Glauben an Scientology auseinandersetzt.
                                  Vieles was von Tom Cruises Privatleben in den Medien veröffentlicht wurde, passt absolut wunderbar zu dem, was der von ihm dargestellte Protagonist Dr. Bill Harford hier erlebt.
                                  Vergleicht man Aspekte seiner Laufbahn, geprägt vor allem durch seinen Glauben an die Lehren von Scientology und durch seine vielen Ehen (von ihm jedes Mal aufs Neue ausschließlich mit Superlativen beschrieben und doch alle kläglich gescheitert) mit der Reaktion seiner Rolle, Bill Harford, auf das Geständnis seiner Ehefrau - dieser absoluten Unfähigkeit, dieses Geständnis irgendwie zu verarbeiten - dann könnte man doch meinen Tom Cruise spielt sich schlicht selbst. Die Aussage von ihm und Nicole Kidman nach Monaten der Dreharbeiten teilweise nicht mehr zwischen ihren Rollen und der Realität unterscheiden zu können gibt ebenfalls zu denken ;).
                                  Noch tragischer wird das Ganze, wenn man bedenkt, dass sich Kubricks Tochter gegen Ende der Dreharbeiten des Films selbst Scientology anschloss.

                                  Im Grunde beschäftigt sich "Eyes Wide Shut" meiner Meinung nach mit wesentlich grundlegenderen Fragen als lediglich der ehelichen Eifersucht. Viel eher spielt der Film geschickt mit Fragestellungen zu grundlegenden Eigenschaften und Facetten menschlicher Psyche, wie z.B. der Traumaverarbeitung.
                                  Nicht umsonst lieben auch viele Verschwörungstheoretiker Stanley Kubricks Filme:
                                  Man kann sich einfach wunderbar darin verlieren.

                                  3
                                  • 8
                                    SCMarv 24.08.2016, 09:51 Geändert 24.08.2016, 09:52

                                    Diese fiebrige Atmosphäre...man kann sich ihr nicht entziehen!
                                    Faszinierender fesselnder Film!

                                    1
                                    • 7

                                      Schwere Kost und letztes Werk von Stanley Kubrick. Arzt Bill“ Harford (Tom Cruise) verliert sich im Sexualrausch des vorweihnachtlichen New York. Auslöser ist seine Ehefrau (Nicole Kidman), die ihn mit ihren sexuellen Phantasien aus der Bahn wirft.

                                      Höhepunkt ist die satanisch-angehauchte Sex-Zeremonie in venezianischen Masken im Schloss, in der eine Art Geheimbund sexuelle Riten praktiziert. Hier überbietet sich Kubrick mit einer beeindruckenden Szenerie.

                                      Der Score von Jocelyn Pook ist bemerkenswert. Die spartanischen Töne fis-g werden auf dem Klavier wechselseitig repetiert, und provozieren damit eine psychotische Szenerie. Das Einhämmern eines Tones - gis - ist in der Reduktion kaum noch zu überbieten. Titelmusik ist der Walzer Nr. 2 von Schostakowitsch.

                                      Gibt es Schwachpunkte im Film ? Ja – vielleicht das endlose Gejammer zwischen den Eheleuten Harford und die langgezogenen depressiven Gespräche, die nie auf den Punkt kommen. Tatsächlich aber fusst diese endlose Schwermut ja auf der Traumnovelle von Arthur Schnitzler. Der Stoff ist also nicht auf Kubrick gewachsen. Schnitzler war fasziniert von Freuds Psychoanalyse. Und wahrscheinlich werden sich Psychologie-Studenten bei diesem Werk ins Koma labern.

                                      Der Film wurde einerseits von den Kritikern gelobt, andererseits verrissen. Man kann Kubrick jeodch nicht absprechen, dass er eine seltsam ruhige Atmosphäre hinbekommt, die ihresgleichen sucht. Jedoch erscheinen viele der Dialoge geradezu lächerlich, und zwanghaft in die Länge gezogen. Cruise und Kidman – beide zu der Zeit bereits ein Paar – spielen jedoch phantastisch gut.

                                      Fazit: „Ficken“ als letztes Wort im Film beschreibt vielleicht am ehesten das Ganze. Denn um nichts anderes geht es hier: Unausgelebte sexuelle Wünsche und deren Karussellfahrt im Gehirn.

                                      2
                                      • 9

                                        Ein letztes kleines Meisterwerk zum Abschluss, in dem Kubrick einfach nochmal gezeigt hat, das er mit der Beste in der Branche ist.

                                        1
                                        • 8

                                          Kubrick's letzter Film ist gewohnt stark, aber auch verstörend!

                                          2
                                          • 5

                                            Mag zwar die anderen Filme von Kubrik, aber mit diesem Titel konnt ich überhaupt nix anfangen.
                                            Sehr sehr langsam erzählt (normal nicht ungewöhnlich ist für einen Kubrik Film) und er kommt von der Geschichte her einfach nicht ins Laufen, auch die Hauptdarsteller haben mich hier sehr genervt.
                                            Für mich auch sehr verstörend, muss ihn kein zweites mal sehen

                                            2
                                            • 5 .5

                                              Erotikthriller? Das ganze war sehr unerotisch. Also Sehenswert war das nicht, und die 2 1/2 Stunden waren eindeutig hier zu lang.

                                              2
                                              • 10

                                                Der Film ist ein Meisterwerk! Immer wieder sehenswert!

                                                4
                                                • 10

                                                  Ganz erstaunlich, ist habe gerade das erste Mal diesen Film gesehen. Den einzigen Kubrik-Streifen, den ich nie gesehen habe. Oo Warum eigentlich? Der Film ist genial. Ich frage mich, was alle gegen diesen Film haben. Ich bin gerade total geflashed.
                                                  Und ich kann gerade nicht mal irgendeine Rezension ausführen, da ich den Film über Macbook gesehen habe und nun ist der Akku gleich alle. :/
                                                  Ich muss das nachholen.

                                                  7
                                                  • Ich habe gestern das erste mal den Film gesehen, leider habe ich das Ende nicht so richtig verstanden. Kann es jemand erkären?