God's Own Country - Kritik

God's Own Country

GB · 2017 · Laufzeit 104 Minuten · FSK 12 · Drama · Kinostart
Du
  • 7 .5

    Ein Film, wie der Ort an dem er spielt: Es braucht etwas Zeit zum Aufwärmen, doch nach einer Weile schliesst man vieles ins Herz. [Christoph Schelb]

    • 7 .5
      udowegener 11.11.2017, 07:48 Geändert 11.11.2017, 07:54

      Brokeback Mountain im Dogmastil.
      Sehr eindringliche Studie eines jungen schwulen Bauern,
      im moralisch engen Korsett einer provinziellen Kleinstadt
      .
      Sein Schwulsein lebt er nur mit lieblosem anonymen Sex aus und
      flüchtet sich ansonten in Bier und Machismo.

      Doch eines Tages kommt ein neuer Knecht auf den Hof.
      Dieser schafft es ....
      Liest sich ein wenig wie eine ZDF-Fersehschnulze?
      Ist es irgendwie auch. Aber Stil, Thema,Kamera und vor Allem das Spiel aller Schauspieler
      machen die Wandlung des jungen Mannes sehr sehenswert.

      • 8

        "God’s Own Country" (2017) ist der erste Langfilm von Francis Lee und ist ein ganz und gar naturalistischer Film, der ähnlich wie "Quand a on 17 ans" (2016) rohe Körperlichkeit mit atemberaubenden Landschaftsaufnahmen verbindet - in diesem Fall die ländliche Umgebung von Yorkshire.
        Aber auch wenn es sich um eine Liebesgeschichte zwischen zwei Männern handelt, ist es eigentlich ein Liebesfilm an das bäuerliche Leben, das keineswegs idyllisiert wird, sondern in seiner ganzen Rauheit und Brutalität wiedergegeben wird. (Die Szenen von Schafs- und Kalbs-Geburten sowie Todesfälle sind alle echt, auch mussten die Schauspieler mehrere Wochen vor dem Drehbeginn anfangen auf einem Bauernhof richtig körperlich zu arbeiten. )
        Die Stadt als solche kommt im Film nur in Form von Studenten vor, denen vorgeworfen wird, dem realen Leben geflohen zu sein.
        Weitere angeschnittene Themen sind Arbeitsmigration, Rassismus und Altenpflege. Homophobie kommt nicht vor, obwohl man das als "Homosexueller" am ehesten mit dem Land assoziieren würde - Édouard Louis schreibt in seinem ersten Roman" Das Ende von Eddy"(2016) sogar dass die Flucht vom Land in die Stadt die einzige Möglichkeit für Schwule ist, ihr Leben erst richtig zu leben. Hier bildet Lee vielleicht ein etwas allzu harmonisches Bild vom doch recht konservativen Land ab.
        Ein wirklich guter, lebensnaher Film und eine Liebeserklärung an eine aussterbende Kultur.

        • 7 .5

          "Francis Lees "God's Own Country" lotet die Grenzen zwischen schönen, aber einsamen Landschaften und den sich in ihr aufhaltenden Körpern aus. Die Geschichte einer Transformation in Zeiten des Brexit." [Dominic Schmid]

          • 7

            Das britische Filmdrama überzeugt mit eindrucksvollem Spiel seiner Darsteller. [Katharina Stöger]

            • 7 .5

              God’s Own Country ist ein Liebesdrama voll pulsierendem Leben, authentisch gezeichnet und nuanciert erzählt. [Lars Tuncay]

              • 7

                Wie wichtig die Arbeit trotz aller Mühsal für die Figuren ist, vermittelt sich weniger durch die spärlichen Dialoge als durch die aufmerksame Kameraführung, die den Mikrokosmos der Farm mit all seinen erdverkrusteten und strohverklebten Details einfängt. [Marius Nobach]

                • 7

                  Britisch- schottischer Brokeback-Mountain-Remix um einen Bauernjungen und einen rumänischen Hilfsarbeiter, der sich in der zweiten Hälfte vom amerikanischen Vorbild emanzipiert, dabei aber teilweise ausgetretene und klischeehafte Liebesfilm-Pfade beschreitet , ohne wirklich etwas zu bewegen oder zu riskieren.

                  Noch besser als die Darsteller des jungen Liebespaares sind der Vater und die empathische Großmutter.

                  Kein großer Wurf, da zu wenig individuell, aber sehenswert und mit einigen durchaus sehr starken Momenten.

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                  • 8

                    Berührender Liebesfilm zwischen einem Jungbauern aus Yorkshire und einem sanften Saisonarbeiter aus Rumänien, ein Essay über Landschaften und Körperlichkeit: das alles ist Francis Lees Debüt »God's Own Country«. Queer Cinema at it's best. [Hans Schifferle]

                    • 0

                      langatmig, wenig authentisch, eine sich ziehende, vorhersehbare Liebesgeschichte.
                      Klang vielverspechend, war dann aber leider der schlechteste Film den ich bisher gesehen habe.

                      • 8

                        Das rigorose Debütwerk überzeugt durch die raue, authentische Darstellung der Farmarbeit, die poetische Qualitäten der schüchternen Lovestory sowie eindrucksvolle Darsteller. [Dieter Oßwald]

                        • 8 .5

                          God's Own Country erforscht die menschliche Natur und spricht die Sprache von Brutalität und Zärtlichkeit bereits fließend. Der Film ist eine atemberaubende Liebesgeschichte, die in ihren tiefsinnigsten Momenten reine Poesie ist. [Terri White]

                          • 10

                            Berlinale 2017 #11

                            England, Yorkshire, wo die Menschen, auch von der Landwirtschaft gebückt, nach unten gucken und die Schönheit ihres spröden Landes nicht sehen. Um den Hof einer Familie, bestehend aus Großmutter, Vater und Sohn, steht es nicht zum besten. Der Vater ist nicht mehr in der Lage die Arbeit zu verrichten, kommandiert den Sohn aber herum, es ist ungewiss, ob dieser Hof eine Zukunft hat. Johnny hat sich in einem Leben mit abendlichen Pubbesuchen und dem täglichen Absturz eingerichtet, die einzige Form der Rebellion zu der er in der Lage ist. Es ist ein Film der leisen Töne, der sehr präzise ausgearbeitet ist, am Rande von den ökonomischen Problemen erzählt und den familiären Schwierigkeiten.

                            Zur Unterstützung während der Woche in der die Lämmer geboren werden, engagiert der Vater einen rumänischen Landarbeiter, der seine Farm in Rumänien aufgeben musste. Ich wusste nicht, wie schön die Geburt eines Lamm ist. Wenn Gheorghe das kleine Lebewesen aus dem Muttertier holt, dann traut dieser Film dem Zuschauer zu, hinzuschauen und zeigt die Liebe, die dieser Mann seiner Umgebeung entgegenbringt. So baut er auch Stück für Stück die Hürden bei Johnny ab und dieser verliebt sich schließlich in ihn. Es braucht auch dann noch ein gutes Wegstück, vor allem wird Johnny lernen sich selbst zu lieben und so zu emanzipieren.

                            Trotz der Zerbrechlichkeit - manchmal hat man mit einem Menschen den man ein ganzes Leben begleitet nur einen Moment - ist dies ein Film der Hoffnung, die hier in dem Wunsch besteht, sich ein gemeinsames Leben aufzubauen. Dabei wird wenig Dialog genutzt, aber viele Blicke. Und das süßeste Lächeln das zwischen zwei Menschen möglich ist, wenn man die eigene Verliebtheit im Gesicht des anderen gespiegelt sieht.

                            "Freak!"

                            "Faggot!"

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