Good Time - Kritik

Good Time

US/LU · 2017 · Laufzeit 101 Minuten · FSK 12 · Kriminalfilm, Drama, Thriller, Actionfilm · Kinostart
Du
  • 8

    Selten erzählt ein Film so empathisch und eindrucksvoll von Kleinkriminellen, der Hoffnung und letztlich der Verzweiflung, die sie antreibt und immer nur einen halben Schritt dem Scheitern hinterherhecheln lässt. [...] Die Dramaturgie des Films wird getragen von eindrücklichen schauspielerischen Leistungen, allen voran Pattinson, dessen weltbekanntes Gesicht sich hinter die Furchen und die ausdrucksstarken Augen zurückzuziehen scheint und den Kleinganoven freigibt, der in Neonfarben getauchten Innenräumen, Straßenzügen und Vergnügungsparks nach seinem unerreichbaren Glück sucht. [...] All das wird getragen von der atemberaubenden Musik von Oneohtrix Point Never, der mit dröhnenden und wummernden Synthie-Klängen in die New Yorker Nacht und in das Seelenleben der Figuren eintaucht. Irgendwo zischen bedrückend und beflügelnd einzuordnen, ist der Soundtrack einer der spannendsten und besten dieses Jahres, genauso wie der Film selbst.

    (Vollständige Kritik auf imagespacesound.blogspot.com)

    • 7

      Kurz:
      Schlechte Zeiten für beknackte Jungs.

      Lang:
      Langsam aber sicher scheint das Produktionslabel A24 ein Garant für gute Filme, denn die erst fünf Jahre junge Firma hat bereits vierzehn Oscar-Nominationen eingeheimst. Kein Wunder liest sich die Filmografie des Verlegers als veritable Best-of des amerikanischen Independent-Kinos der letzten Jahre. (Schön, wird “The Disaster Artist” auch von A24 vertrieben.)

      “Good Time” heisst der neuste Streifen des Bruder-Duos Benny und Josh Safdie. Dieser spielt in New York und gewährt Einblick in das Leben des Tunichtguts Connie Nikas (Robert Pattinson) und seinem geistig zurückgebliebenen Bruder Nick Nikas (Benny Safdie). Connie stiftet seinen Bruder dazu an, mit ihm eine Bank auszurauben um 65’000 US-Dollar zu erbeuten. Die Beute soll als Fluchthilfe aus dem aussichtslosen Sozialfall-Milieu dienen. Alles geht schief, Nick wird verhaftet und landet im Gefängnis. Nun macht es sich Connie zur Aufgabe die Kaution für seinen Bruder aufzutreiben und dann endlich mit ihm abzuhauen, komme was wolle.

      “Good Time” will viel und macht auch vieles richtig. Allem voran schreitet ein definitiv von Twilight abgekapselter Robert Pattinson mit einer schauspielerischen Tour de Force. Ihm zuzusehen wie sein Charakter tiefer und tiefer im Sumpf der eigenen Idiotie versinkt, ist bestechend und äusserst unterhaltsam. Unterstütz wird er durch Jennifer Jason Leigh, der noch unbekannten Taliah Webster und einem Ensemble, welches es versteht dem brutalen Drama eine beinahe irritierende Realität zu verleihen. Die pulsierende Abwärtsspirale wird durch einen klaustrophobischen Score von Daniel Lopatin aka “Oneohtrix Point Never” angetrieben und damit stilsicher in eine imposante Farbpalette getaucht.

      “Good Time” ist voller Hommagen an die frühen Filme von Martin Scorcese, Nicolas Winding Refn und Gaspar Noé. Doch seine vermeidlichen Vorbilder mag der Streifen nicht ganz erreichen. Denn das Narrativ, dass in Good Time gesponnen wird, schafft es nicht, mit dem unglaublich hypnotischen und schnellen Tempo des Filmes Schritt zu halten. So verliert der chaotische Plot sich und seine Charaktere gegen den Schluss.

      Fazit:
      Mit “Good Time” haben die Gebrüder Safdie einen bestechenden und teilweise hypnotischen Film geschaffen, welcher ein wenig zu ambitioniert für sein schlussendlich entgleisendes Narrativ ist. Jedoch bescheren das fesselnde Eiltempo, der pulsierende Soundtrack und die Glanzleistung von Robert Pattinson dem Film seine packenden und grossen Momente. “Good Time” zeigt ein brutales und multikulturelles Amerika wessen Jugend, treu seinem Titel, auf Bewährung lebt und verzweifelt einen Ausweg sucht. Wie es Iggy Pop während dem Abspann meint: „Ain’t gonna get there. But it’s a nice dream.“

      • 7
        Filmpflaume 01.12.2017, 22:12 Geändert 01.12.2017, 22:14

        Die staatlichen Normierungsapparate von Geist und Körper, Psychatrie und Polizei, immer auf den Fersen, kämpft Robert Pattinson gegen einen Schlamassel nach dem anderen und flüchtet in Sackgassen. Die Safdie-Brüder erzählen ihren Kleinganoven-Thriller als atemlose nächtliche Odyssee, die Kamera immer nah an ihren Figuren, angetrieben vom hektischen Soundtrack. Die “Drive”-artigen Neonlichter kreieren dabei einen romantischen Kontrapunkt zu den kriminellen Verlierern und Außenseitern, die dazwischen hin und her hetzen und erfolglos versuchen zu retten, was nicht zu retten ist. Pattinson selbst, ein Kleinganove mit großem Improvisationstalent und Herz für seinen behinderten Bruder, ist dabei keineswegs selbst eine romantisierte Figur: Die Verführung einer Minderjährigen macht dies bereits deutlich, und ob sein Umgang mit dem Bruder so geeignet ist, wie er glaubt, ist mindestens fragwürdig. Der Film führt die Hauptfigur aufgrund ihrer falschen Entscheidungen und mit bitterer, schicksalhafter Ironie konsequent in die Perspektivlosigkeit, beide Brüder werden letztlich nach einem kurzen Kampf vom System eingeholt. In diesem tragischen Ende, alles andere als eine “Good Time”, steckt dann letztlich auch der Humanismus, den die Safdies ihren Figuren trotz allem entgegenbringen.

        3
        • 8

          Sehr interessant den Film zusammen mit Leuten zu sehen, die Blockbuster gewohnt sind. Nach dieser Erfahrung lohnt sich der Hinweis, dass man in diesem Thriller einem Antiheld folgt, dessen Motive man nicht immer nachvollziehen kann und in den man sich ergo nur schwer hineinversetzen kann.

          Gar nicht gemerkt, dass Robert Pattinson mitspielt (ich kannte ihn bisher nur in Babyface-Optik). Unbelastet schaut man hier jedenfalls einem sehr fähigen Schauspieler zu. (Allen anderen sei geraten sich zu erinnern, dass selbst Johnny Depp mal ähnlich angefangen hat...)

          Am Ende geht es darum in wenigen Sekunden zu entscheiden, welches Handeln wann gerechtfertigt ist und wann man sämtliche ethischen Pfade verlassen hat. Wer diese Ungewissheit mag, nicht zu wissen mit wem man hier eigentlich mitfiebern soll/ wie lange man hier noch mitfiebern kann, ist hier gut aufgehoben.

          Einzig schade finde ich, dass der Charakter der Hauptfigur unscharf bleibt. Ein Hinweis auf seine Selbstwahrnehmung wird kurz angedeutet - dann wusste man wohl nicht weiter oder erlag der Angst, den roten Faden zu verlieren.

          1
          • 7
            Dergestalt 21.11.2017, 00:17 Geändert 21.11.2017, 00:18

            "Good Time" heißt eben nicht "Two Brothers on the Run" oder "Escape Run", sondern nur "Good Time". Hier geht es weniger um eine klare Story mit klarer Dramaturgie, sondern um den, eigentlich sinnlosen Versuch, eine gute Zeit heraufzubeschwören, durch einen Bankraub, eine kuriose Rettungsaktion, durchgeführt von inkompetenten Kleinkriminellen. Der zwischen Verschlafenheit und Gerissenheit souverän pendelnde Robert Pattinson erhält ausreichend Raum, um in einer Nacht von einer sonderbaren Lage in die nächste zu stolpern, immer verfolgt von einer ruhelos-zuckenden Kamera und dem organischen Synthexperimenten Oneohtrix Point Nevers. In seiner rohen, sprunghaften oder vielleicht schon von Beginn an gesprungenen Form liegt die Faszination, das Unvorhersehbare, dem sich der Film ungekünstelt immer wieder ausliefert und es dann verschwenderisch zelebriert. Der Cast ist lebendig, die Stimmung gut, aber verzweifelt, eine ungeahnt treibende Mischung aus Drama und Gangsterkomödie, in ganz tiefen Nachtfarben und der nötigen Melancholie.

            14
            • 8

              Nachdem die Safdie-Brüder mich schon mit „Heaven Knows What“ vom Hocker gehauen haben, war ich umso gespannter auf „Good Time“. Spätestens seit David Cronenbergs „Cosmopolis“ halte ich den ehemaligen Twilight-Star für ein schauspielerisches Ausnahmetalent.

              Als Nick (Benny Safide) und Connie Nikas (Rober Pattinson) einen Bankraub planen, ist ihr Tag gelaufen. Der geistig eher langsame Nick begeht einen massiven Fehler und bringt so eine ganze Reihe von unglücklichen Ereignissen ins Rollen. Jetzt liegt es an Connie, diese Situation wieder geradezubiegen.

              Der dreckige, halb-dokumentarische Look und der treibende Soundtrack von Oneohtrix schließen nahtlos an „Heaven Knows What“ an. Während die audiovisuellen Entscheidungen der Regisseure in „Heaven Knows What“ eher ein Gehirn in Flammen porträtierten, spielen ähnliche Elemente hier auf einer anderen Ebene. „Good Time“ ist purer Stress, Adrenalin und komplette Abwesenheit von Moral. Robert Pattinson hetzt durch die Straßen wie einst Kim Bodnia in Nicolas Winding Refns Erstlingswerk „Pusher“, sprich „Good Time“ ist eine echte Achterbahnfahrt. Der Film schlägt Haken, hat einen ungemeinen Mut zu tiefen Abgründen und schafft durch seine Optik eine außergewöhnlich real wirkende sensorische Erfahrung.
              Aber abseits der technischen Aspekte, bietet „Good Time“ im Kern auch einige glorreiche Casting-Entscheidungen. So erweist sich zum Beispiel Robert Pattinsons Casting als Volltreffer. Es ist unfassbar mit welcher Grandezza der ehemalige Glitzer-Vampir hier einen rücksichtslosen Kleinkriminellen darstellt, der alles tun würde, um seinem Bruder zu helfen. Auch der Rest des Casts gibt immer wieder abstoßend-schöne Leistungen ab: Von Regisseur Benny Safide selbst als Connies bemitleidenswerter Bruder, bis hin zu Jennifer Jason Leigh, die erneut ihr Können beweisen darf. Alle passen in die finstere Welt von „Good Time“ hinein und bilden einen durch und durch glaubwürdigen Mikrokosmos.

              „Good Time“ reiht sich, trotz geringer Pacing-Probleme, nahtlos in eine Reihe großartig-atemloser Crime-Thriller ein. Zu „Crank“, „Pusher“ und zuletzt auch der französische „Dealer“, gehört jetzt auch unweigerlich „Good Time“ dazu. Die Gebrüder Safdie haben mich erneut überzeugt und beweisen, dass sie mit ihrem eigenwilligen Stil auch andere Geschichten erzählen können als in „Heaven Knows What“. Ich bin gespannt auf das,was da noch kommen mag und kann „Good Time“ nur jedem Thriller-Fan oder Pattinson-Skeptiker empfehlen.

              „This place where we are now, it can be a lot of fun if you let it. You're gonna have a good time.“

              9
              • 10

                Death, make me brave
                Death, leave me swinging

                4
                • 6 .5
                  Professor_Film 13.11.2017, 23:37 Geändert 13.11.2017, 23:39

                  Das erste Drittel ist grandios. Von einer Nahaufnahme zur Nächsten, aus dem Fokus in den Fokus, entwickelt "Good Time" eine bemerkenswerte Dynamik, die ich so nicht erwartet hätte. Hier hätte der Film mindestens eine 8,0 verdient.
                  Ab der Szene, in der es zur "Verwechslung" kommt, wird die Handlung jedoch zunehmend zerfahrener und ruhiger, was dem Film erheblich an Intensität einbüßen lässt. Insbesondere mit dem tollen Auftakt im Kontrast hätte ich ab diesem Moment wohl nur noch eine 5,0 gegeben.

                  (8+5):2=6,5

                  "Good Time" ist ein guter Film, der zeigt, dass es nicht immer Hochglanzbilder, autozerschleißende Verfolgungsjagden und wilde Schusswechsel braucht, um einen aufregenden Thriller zu gestalten, solange Idee und Konzept stimmen. Allerdings bleibt im Hinterkopf auch hängen, dass man hier eine Menge Potenzial verspielt hat.

                  4
                  • 7 .5

                    Das Erfolgswerk des diesjährigen Cannes-Festivals befördert brummende Synthies und grelle Stadtlichter einer Nacht, wie sie schwärzer nicht sein könnte. So in etwa kann man sich die Audiovisualität von Good Time vorstellen, dem neuen Film der Safdie-Brüder. Nachdem sich das Duo mit ihrem ersten Film Heaven Knows That einen kleinen, verehrenden Anhang eignen konnten, ist ihr zweiter Kinofilm ein Nerven fordernder Thriller geworden, der großes Durchhaltevermögen verlangt.

                    Good Time besitzt viele Besonderheiten, die ihn teils von anderen Genre-Vettern abgrenzt. Ganz nach den bekannten Charakterzügen des 2010er-Kinos bildet sich der Score aus wilden, synthetischen Tönen, die die knallbunten Bilder der zur Kontrast stehenden Nacht untermalen. Auch wenn es seit Nicholas Winding Refns Drive ein fester Bestandteil unseres aktuellen Jahrzehnts geworden ist, schafft Komponist Daniel Lopatin einen einnehmenden Sound, für diesen er in Cannes letztlich preisgekrönt wurde. Träumerische Dur-Akkorde sollten jedoch nicht erwartet werden. Stattdessen nagt Lopatin an den ohnehin bereits aufgewühlten Nerven, wie es anstrengender und Kräfte fordernder dieses Kinojahr nicht mehr werden kann. Zartbesaiteten sei darum der Gang zum Kino eher abzuraten; Good Time projiziert hemmungslos Stress und Angst.

                    Sobald die erste Szene beginnt, ist bis zum Abspann keine Pause in Sicht. Der adrenalinausschüttende Rauschzustand, in welchen Good Time den Zuschauer befördert, war seit Sebastian Schippers One-Take-Thriller Victoria nicht mehr so intensiv am eigenen Leib zu spüren. Grund dafür ist seine konsequente Authentizität. Statt smarter Coolnes sind hecktische Notlösungen zu sehen, die das Gefühl vermitteln, man entferne sich mit jedem Schritt weiter weg von der Illusion einer kommenden „guten Zeit“. Pattinsons Charakter rennt dafür, für das eigenene Wohl und das seines Bruders, durch halb Queens. Dabei wird wiederholend festgehalten, dass er mit seinen Taten jede zufällig beteiligte Person in den Dreck zieht. Seine Darbietung verdient mit dieser trotz alledem spannenden Flucht, bei der man sich den bestmöglichen Ausweg für den Protagonisten wünscht, einen großen Respekt. Gleichermaßen sollte nicht vergessen werden, dass sein psychisch labiler Filmbruder von einem der Regisseure selbst gespielt wird – und das mit Überzeugung.

                    Man darf gespannt sein, wie viel Aufmerksamkeit dieser Ausnahme-Thriller in Hollywood gewinnen wird. Eine verdiente, jedoch unwahrscheinliche Oscar-Nominierung sei dem Original-Song von Lopatin und Iggy Pop, The Pure and the Damned, gewünscht. Ebenso ungewöhnlich gut ist die gesamte Bildgestaltung und täuschende, Gefahr andeutende Kameraarbeit. Auch wird manch ein Geschehen aus sonderbar distanzierten Perspektiven beobachtet, was eine vollkommen neue Art des Teilnahmegefühls erschafft.

                    Die Gebrüder Safdie haben mit Good Time einen einzigartigen Kinofilm gedreht, dessen Bildatmosphäre und musikalische Untermalung fasziniert. Nicht nur das Horror-Genre kann viel vom Independent-Kino lernen, sondern seit diesem Jahr nun auch das Thriller-Genre. Der Abspann beginnt, doch ist ein Ende nur narrativ gefunden. Good Time wirkt nämlich noch eine ganze Zeit nach – so viel steht fest. Dass dies bei wiederholter Sichtung erneut der Fall ist, ist jedoch zu bezweifeln. Dafür ist der Thriller zu übersichtlich. [Robin Längert]

                    4
                    • 3

                      Langatmiger und irgendwie abgefahrener Film, der sich uns leider nicht wirklich erschlossen hat. Uns hat „Good Time“ nicht abgeholt. Die vielgelobte Atmosphäre scheint an uns vorbei gegangen zu sein.

                      Die vollständige Kritik zum Fazit gibt es im Original.

                      • 9
                        nihilisticguy94 05.11.2017, 00:02 Geändert 05.11.2017, 00:12

                        "Good Time" (2017) ist nicht nur ein äußerst dreckiger, brillanter Thriller, er ist auch der Film, in dem sich Robert Pattinson endlich von seinem blutleeren Twilight-Image freispielt.
                        Auch politisch ist dieser Film interessant, weil die zwei Formen der staatlichen Gewalt darstellt, die um das Kapital zu schützen, zur Normierung der Menschen bedacht sind.
                        Einmal die Polizei, die den bloßen Körper hinter Gitter bringen will. Und dann die ebenso gewalttätige Psycho-Politik, in Form der Psychiatrie, die den Geist der nicht-konformen Individuen wegsperren will. Foucault lässt grüßen.

                        Ein atemloser Trip durch die dunklen, schmutzigen Ecken New Yorks.

                        1
                        • 6 .5

                          "Good Time" ist ein eher kleiner Film, der mit einigen tollen Ideen, seiner dreckigen Kulisse & einer richtig dossierten Portion von funtionierendem Humor punktet. Robert Pattinson spielt seine Rolle als schmierigen, aber auch teilweise moralischen Kleinkriminellen hervorragend. Der elektrisierende Soundtrack trägt hervorragend zur relativ spannenden & verzweifelten Atmosphäre des Films bei. Auch wenn ich gewisse Entscheidungen der Hauptfigur etwas unsinnig finde, wurde ich doch über die gesamte Laufzeit ziemlich gut unterhalten. Zu viel erwarten sollte man dennoch nicht! Für mich ist "Good Time" ein "netter" kleiner Heist-Movie, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Kann man sich auf jeden Fall mal anschauen, wenn man auf Filme steht, wie z.B. "Nicolas Winding Refn's - Pusher".

                          • 7

                            Was thematisch ähnliche Filme mit Underdog-Helden, die erbarmungslos die Fäuste fliegen lassen, oft falsch machen, haben die beiden Regisseure beachtet: Sie setzen nicht auf coole Sprüche und kaum auf die Faszination der performativen Gewalt im Actiongenre. [Jenni Zylka]

                            1
                            • 7

                              Trotz seines Thrillerplots, in dem ein Missgeschick auf das nächste folgt, bildet die Beziehung der Brüder das Herz des Films. [Dominik Kamalzadeh]

                              • 7
                                SpiegelOnline 03.11.2017, 08:16 Geändert 03.11.2017, 08:17

                                Pattinson lädt den Film auf mit einer nervösen Energie, mit einer Ahnung davon, dass jede Ruhe nur vorübergehend sein kann und dass sie genutzt werden muss, um die nächste Handlung zu planen, so dass sich die Bewegung stattdessen im Denken, im Inneren vollzieht. [Tim Slagman]

                                • 9

                                  Hammerfilm mit einem gewohnt brillanten Pattinson.

                                  • 8

                                    Die Filmemacher Ben und Joshua Safdie treiben in ihrem Heist-Movie ein von "Twilight"-Star Robert Pattinson angeführtes grandioses Underdog-Ensemble durch eine New Yorker Nacht, die immer finsterer, immer dreckiger und immer hoffnungsloser wird. [Andreas Fischer]

                                    1
                                    • 7 .5
                                      lieber_tee 31.10.2017, 10:59 Geändert 31.10.2017, 14:02

                                      „Eines Tages, das schwöre ich, gehen wir an einen Ort, wo wir alles tun können, was wir wollen und wir können Krokodile zähmen.“
                                      Zwei statische Augenblicke einer verlorenen Seele klammern diese rastlose, unerbittliche Nacht in New York ein. Kopfüber und mit der Kamera geschultert folgen wir, ohne Schießereien oder Auto-Verfolgungsjagden, absurden Situationen, in dem Unterprivilegierte auf verzweifelter Suche nach dem kleinen (illegalen) Glück sind. Mag manch Wendung, manch Missgeschick des Anti-Heldens, zu weit hergeholt wirken, der Film grundiert seine Geschehnisse in eine ernüchternden Realität. Er erinnert in seiner Emotionalität und Nachdenklichkeit an einen „Mean Streets“ der Gegenwart. Die Safdie-Brüder erschaffen in 100 Minuten elektrisierende Kunst, die unkonventionell die Konventionen des Verbrecherdramas bedient. Hier verschmelzen Genre-Kino und Indie-Autorenkino zu einen unruhigen 35mm-Breitwand-Rausch. Die delirierende Omnipräsenz des Carpenter-Soundtracks auf Speed und die verzweifelt-lebendige Performance von Robert Pattinson veredeln den Film.
                                      Starkes Kino.
                                      7,5 entzauberte Vorort-Vergnügungsparks.

                                      20
                                      • 8 .5

                                        AFF - Review #6

                                        Ein Höllenritt durch die dreckige Seite New Yorks. Dieser Film lässt einen nicht durchatmen, sondern schickt einen mit Tempo 180 durch einen neon-farbenen Alptraum aus Gewalt und Kriminalität.

                                        • 3 .5
                                          Theokrat 29.10.2017, 12:35 Geändert 29.10.2017, 12:41

                                          Verstehe ich das richtig? Der Film wird nicht gefeiert, OBWOHL er unfassbar anstrengend gefilmt, mit einem sinnlosen Plot und unglaublich dämlichen Charakteren ausgestattet und alles in allem ziemlich nervig ist, sondern WEIL er unfassbar anstrengend gefilmt, mit einem sinnlosen Plot und unglaublich dämlichen Charakteren ausgestattet und alles in allem ziemlich nervig ist?

                                          5
                                          • 7

                                            Zwei Brüder, ein Bankraub, ein Rattenschwanz an Katastrophen. Wenn in „Good Time“ ein Kleinganove eine nächtliche Odyssee antritt, ist das inhaltlich eher überschaubar. Die sozial-naturalistischen Szenen, das hohe Tempo und der Synthiescore machen den Thriller dann aber doch zu etwas Besonderem – und natürlich Robert Pattinson, der hier als schmuddeliger Verbrecher erneut seine Wandelbarkeit unter Beweis stellt.

                                            • 8

                                              Wer sich auf die ungewöhnliche Erzählweise als Trip mitsamt noch ungewöhnlicheren Kameraeinstellungen einlässt, kann dem Film eine Menge abgewinnen. [Michael Dlugosch]

                                              • 7
                                                FilmDienst.de 26.10.2017, 12:01 Geändert 26.10.2017, 12:01

                                                Wie schon in ihrem Drogendrama Heaven Knows What stehen die Regisseure für kompromisslos raues, sprödes Independent-Kino, das Konzentration fordert und einfache Auflösungen verweigert. Kameramann Sean Price Williams fängt Gesichter in fast schmerzhaften Nahaufnahmen ein, die jedes unattraktive Detail zeigen. [Marius Nobach]

                                                • 4 .5

                                                  Im Vorfeld las ich zu diesem Titel eigentlich nur wohlwollende Worte, nachdem ich ihn geschaut hatte kann ich diese nicht so ganz teilen oder gar nachvollziehen. Pluspunkte sind durchaus vorhanden: Robert Pattinson streift hier endgültig die letzten Twilight Merkmale und agiert als eine restlos eigenständige Figur, des weiteren funktioniert der Inszenierungsstil des Films der mittels ständig wackelnder Kamera, elektronischer Musik und manchen optischen Mätzchen sehr viel Atmosphäre erzeugt. Schade ist dabei nur daß es keine echte Handlung gibt, sondern eine Hauptfigur die von einer kniffligen Lage in die Nächste wankt und dabei irgendwie das finale Ziel im Hintergrund immer mehr aus den Augen verliert. Trotzdem wird es sicherlich spezielle Filmgourmets geben die sich auf solche Werke einlassen und einen Nährwert finden können – ich fand es vorrangig anstrengend, nervend und nicht stringent.

                                                  Fazit: Atmosphärisch top und mit toller Hauptfigur, aber eben auch voller Längen und plätschernder Handlung!

                                                  Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=cEh2wiUSqy8

                                                  • 6

                                                    Nach einem gescheiterten Banküberfall will ein Kleinkrimineller seinen Bruder aus der Haft befreien. Ein rasanter, schmerzhaft-sinnloser Trip ins Nirgendwo, von Joshua und Ben Safdie klaustrophobisch inszeniert. [Frank Schnelle]