Good Time - Kritik

Good Time

US/LU · 2017 · Laufzeit 101 Minuten · FSK 12 · Kriminalfilm, Drama, Thriller, Actionfilm · Kinostart
Du
  • 6

    Die Großstadt, immer die Großstadt. Er kränkelte – Prostataprobleme – und kutschierte aufgehende Sternchen. Ob in "Cosmopolis" oder in "Maps to the Stars": Für David Cronenberg war Robert Pattinson nicht länger einer, den man süß finden muss. Beflügelt, gelenkig, lebhaft manövrierte er sich durch das Kraftfeld einer zerhackten, ästhetisierten, ökonomischen Zeichenzirkulation. Zum Mann, zu einem Geschäftsmann war er geworden, und aus dem larmoyanten Teenieschwarm erwuchsen maskuline Zwischenabstufungen der Gesetzt-, aber auch der Gereiztheit. Der Robert Pattinson in "Good Time" hat diesmal keinen Anzug an, er fährt keine Limousine, das Haar ist nicht sorgsam geschnitten. Eher zerzaust ist es, später blondiert. Seine Figur Connie Nikas bereist New York für eine Nacht, wie einst Frank Pierce New York für einige Nächte bereiste – getrieben, gespenstig, von Verdichtung zu Verdichtung, von der Meditation zur Glut und wieder zurück. [...]

    12
    • 8
      Mattscheibenvorfall 26.05.2018, 19:38 Geändert 26.05.2018, 21:00

      "Some day, I swear, we´re gonna go to a place where we can do everything we want to. And we can pet the crocodiles."

      Cosmopolis, The Rover, Maps to the Stars und nun Good Time: so langsam, aber sicher kann Robert Pattinson seine Twilight-Vergangenheit abstreifen und hinter sich lassen, etabliert er sich doch nach und nach immer mehr als ernstzunehmender Schauspieler. Dabei ist hier doch eigentlich New York selbst der große Hauptdarsteller im Film, aber es ist ein New York weit abseits üblicher Touristenorte und fernab romantischer Verklärung, sondern vielmehr ein New York voller rauen wie trostlosen Straßen, schmutzig, kalt und heruntergekommen. Hinterhöfe voller Müll und Unrat, umringt von Zäunen. Straßenschluchten, düster und nur spärlich beleuchtet. Die ausladenden Flächen abseits der Stadt, ein einsamer Vergnügungspark unheimlich wie still im Dunkeln der Nacht. Der letzte New York-Film, der eine vergleichbare Faszination auf mich ausüben konnte wie Good Time, das war der zwar völlig anders strukturierte, aber ähnlich wunderbare 25th Hour (2002) von Spike Lee – der erste Film nach 9/11, welcher die Stadt ähnlich prominent und bewusst ganz unverblümt in den Fokus rückte.

      Der dritte Film der Safdie-Brüder Bennie und Josh bringt nach den Low-Low-Budget-Produktionen Daddy Longlegs (2009) und Heaven Knows What (2014) ihre Stärken hinter der Kamera ungemein fokussiert auf den Punkt, denn Good Time ist immerzu in Bewegung, verweilt nie lange an einem Ort, hetzt von einer Katastrophe zur nächsten, ist pure Kinetik. Wie auf Amphetamin rast der Film rauschhaft durch eine einzige dunkle Nacht in diesem kalten New York und endet letztlich mit einem Paukenschlag, wenn auch das letzte bisschen Hoffnung auf dem Asphalt zerplatzt. Je länger der Film dauert, desto deutlicher wird auch, dass sich die Dynamik der Ereignisse verselbstständigt hat und Connie zusehends die Kontrolle verliert. Was als noble Rettungsmission für Nick begann, verkommt irgendwann zu purem Aktionismus, die nächste Idee ist noch schlechter und verzweifelter als die letzte und irgendwann geht es bloß noch ums nackte Überleben.

      In Good Time ist die Kamera von Sean Price Williams immer ganz nah an den Figuren, sehr fokussiert und dennoch ungemein dynamisch. Die Bildsprache fällt eher dokumentarisch, beinahe schon naturalistisch aus, ist aber immer auch voller Details. So offenbart ein kaum mehr als zwei Sekunden langer Blick in einen fremden Kühlschrank einen regelrechten Mikrokosmos des Daseins am sozialen Rand. Zwar machen die Safdie-Brüder überhaupt keinen Hehl aus ihrer Begeisterung und Faszination für das urbane Kino der 80er, für nächtliche Straßen getaucht in grelles Neon, doch Good Time verkommt nie zum bloßen Abziehbild solcher Filme, sondern kann sich zu jeder Zeit eine ganz eigene Vitalität bewahren und so entsteht ein ungemein faszinierendes Kaleidoskop aus Farben, Klängen und starkem Schauspiel.

      Robert Pattinson war vielleicht nie so gut wie hier, wenn sein Connie permanent zwischen Aggression und Apathie hin und her schwankt, übermüdet und zunehmend verzweifelt, aufgekratzt, überdreht und extrem reizbar. Im Grunde hat Connie es ja zu Beginn verkackt und ist schuld an allem, doch alles was folgt, das geschieht aus Liebe zu seinem Bruder und aus dem Wunsch heraus, Nick aus der Klemme zu helfen. Dass alles in einer gnadenlosen Abwärtsspirale immerzu schlimmer wird, das geschieht nicht, weil Connie per se böse wäre, sondern weil er sich immer wieder selbst überschätzt und vielleicht nicht ganz so clever ist, wie er selber von sich glaubt.

      The pure always act from love. The damned always act from love. Die letzte Szene ist pures Gold, denn wenn am Ende während einer Art therapeutischer Übung plötzlich die unvergleichliche Stimme von Iggy Pop einsetzt, untermalt von sanften Klaviertupfern, erst dann kehrt so etwas wie Ruhe und Frieden ein und Nick offenbaren sich grundlegende Wahrheiten über sich und seinen Bruder Connie. Der Score vom Experimental-Elektrokünstler Oneohtrix Point Never (Daniel Lopatin) ist nicht weniger berauschend und mitreißend als Good Time selbst es ist. Ein sogartiger Synthie-Klangteppich wurde da erschaffen, funkelnd und pulsierend, flächig und doch immer genau auf den Punkt, dann wieder vibrierend und peitschend und vor allem pendelnd zwischen seltsam nostalgisch und zugleich sehr modern, zwischen Authentizität und Künstlichkeit. Zurück bleibt ein ungemein mitreißender und enorm von Bewegung geprägter Film, der dennoch niemals seine Figuren aus dem Fokus verliert und eigentlich ein sehr verletztes Herz unter seiner harten Fassade in sich trägt.

      https://www.youtube.com/watch?v=TzZ6-OqjoIg

      10
      • 4 .5

        Der Film spielt ausschließlich in Gegenden New Yorks, die man als Tourist sicher nicht zu sehen bekommt. Man begleitet hier ein paar unprofessionelle und diletantische Kleinkriminelle, bei denen alles schiefgeht, was sie versuchen. Die düstere und trostlose Stimmung hat durchaus ihren Reiz und es bleibt stets ein bisschen Neugier, ob oder wie die Protagonisten aus den Situationen, in die sie sich manövriert haben, wieder herauskommen.

        Die Story ist jedoch komplett an den Haaren herbeigezogen, wirr und kaum nachvollziehbar. Die Darsteller stolpern mehr von einer Szene in die nächste, als das sich irgendeine Art von Geschichte entwickelt.

        Am Ende dachte ich, was wohl die Cohen Brüder aus dieser Vorlage gemacht hätten. Angereichert mit den für sie typischen Elementen und kultigen Figuren, hätte die Story durchaus Potential für diese Richtung.

        Sich selbst aber völlig ernst nehmend, funktioniert der Film allerdings nicht. Ausserdem: wer würde wirklich auf die Idee kommen, seinen geistig retardierten Bruder zu einem Banküberfall mitzunehmen?

        • [...] Good Time wird vor allem denjenigen gefallen, die für rasantes Thriller-Kino etwas übrig haben. Mit dem Anstrich eines sehr effizient produzierten Indie-Films, bedeutet das Resultat vor allem ein Blick auf die Unsympathie einer Figur, der sich, ohne Rücksicht, egoistisch durch die urbane Nacht schlägt und dabei viele Defizite entgrenzter moderner Gesellschaften zumindest subtil offenlegt.

          • 8

            [...] Mit unermüdlicher Rasanz inszenieren die beiden eine Nacht in der sogenannten Unterwelt New Yorks, die niemand im Vorhinein kommen sehen vermochte. Manchmal scheinen die Farben zwischen Lichtern zu flimmern, während die Kamera stets nah bei den wichtigen Details ist. Im Schnitt liegt eine selten gesehene Dynamik, die perfekt mit dem atemberaubenden Score harmoniert und so eine überwältigende Atmosphäre entfaltet. Während diese Beschreibung wie ein Klischee klingt, kreieren diese Elemente tatsächlich eine unheimliche Spannung, die mit jedem Handlungsschritt zu steigen scheint. Dazu passt auch vor allem Pattinsons Spiel, im Detail nuanciert und unaufhaltsam und atemlos. Konterkariert wird das von seinem späteren Partner-in-Crime Buddy Duress, der seinen Ray als unfähigen Verbrecher immer wieder versagen lässt und in der ganzen Unbekanntheit der Umstände eher zu panisch-lauten Ausbrüchen neigen lässt.

            Man wird als Zuschauer dieses Fiaskos, dieser langen Nacht auf den Straßen New Yorks, in einen festgesetzten Bann-Zustand versetzt, welcher manchmal die Spannung physisch überträgt und nicht wieder loslässt bis sich die Anspannung dann in einem Gewaltausbruch entlädt, wenn Connie einen Sicherheitsmann verprügelt. Nur ganz selten verliert sich Good Time in solche Eskapaden, bleibt ansonsten stets klar und stringent. Ob man diese Zeit tatsächlich als gut bezeichnen möchte, ist eher fraglich. Selbst Nick, der sich offensichtlich in seinem normalen Umfeld stets Qualen ausgesetzt sieht, könnte in Anwesenheit seines Bruders zumindest augenblicklich den Ausbruch aus der Gewohnheit genießen, wird jedoch – trotz der scheinbaren Unkenntnis über die Ernsthaftigkeit der Situation – recht schnell aus diesen träumerischen Phantasien gerissen.

            Man könnte den Thrill der New Yorker Nacht als einen psychedelischen bezeichnen, der trotz seiner Dynamik den Rausch nie als überhöhte Schnelligkeit ausübt, sondern immer mit einer gewissen Stille hantiert, die im Hintergrund der Ereignisse zu liegen scheint. Für manche Momente erinnert Good Time an den SciFi-Klassiker Blade Runner, welcher mit einer zumindest formal ähnlichen Anfangsszene aufwartet. Auch agiert Connie als eine moderne, eher post-humanistische Version eines Replikanten, der ohne Rücksicht auf Verluste und nur mit dem Blick auf das eine Ziel alles aus dem Weg räumt. [...]

            https://movicfreakz.de/good-time/

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            • 8

              Selten fühlten sich New Yorks Straßen so rau und trostlos an wie in Good Time, dem jüngsten Film von Ben und Josh Safdie. Angesiedelt in den Schluchten der Metropole sowie jenem Ödland, das sich außerhalb der glänzenden Bauten befindet, die in den Himmel ragen, dominieren hier die Hinterhöfe, umringt von Zäunen und Barrikaden. Der Asphalt ist nass und erbarmungslos. Er hinterlässt seine Spuren – vor allem dann, wenn man auf ihm ausrutscht, die Knie aufschürft und Dreck in die glühende Wunde gerät. Genau von diesem brennenden Gefühl erzählt Good Time mit unglaublicher Energie, die aus den nächtlichen Aufnahmen genannter Metropole resultiert und dabei insbesondere an den schwindelerregenden Abgründen interessiert ist, die sich unerkannt in der Finsternis verstecken. [...]

              7
              • 8 .5

                Für mich ein sehr interessantes Gangsterdrama mit top Schauspielern, sehr passender Soundtrack und guter Kameraarbeit.

                War auf jeden Fall mal etwas anderes und hebt sich dadurch von den typischen Gangerfilmen/dramen ab. Man möchte einfach immer wissen was als nächstes passiert.

                • 5

                  Der Film beginnt sehr stark und ist sehr interessant. Man fiebert hier mit und versucht herauszufinden was als nächstes passiert.

                  Nachdem sein Bruder geschnappt wird, geht es nur noch Bergab mit dem Film. Nur noch langwierig und zäh wie ein Kaugummi.

                  Ab der Mitte des Films, wird er so interessant und aufregend wie die Tägliche Fahrt in die Arbeit.

                  Irgendwie konnte sich der Regisseur nicht entscheiden ob es ein Drama, oder Actionfilm wird. Das kommt dann am Ende raus.

                  Schade, hätte mir mehr erhofft.

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                  • 5

                    "Good Time" klingt zwar sehr interessant, konnte mich dann aber mit der Inszenierung nicht überzeugen. Ben Safdie und Joshua Safdie mischen - ob nun freiwillig oder nicht vermag ich nicht zu sagen - irgendwie die Stile von Nicolas Winding Refn, Denis Villeneuve und den Coen-Brüdern, was gut gemeint und sehr ambitioniert ist, aber nicht wirklich funktioniert. Das größte Problem sind die Figuren, die einfach keine Sympathien wecken. Aus Robert Pattinson ist zwar inzwischen sowas wie ein Schauspieler geworden, aber seine Rolle Connie Nikas ist ein farbloser, nerviger Typ, der keinen Funken Charisma hat. Das macht es nicht ganz einfach seiner nächtlichen Odyssee etwas abzugewinnen. Besonders vor dem Hintergrund, dass auch die Bekanntschaften, die er so macht, keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. So plätschert der Film vor sich hin und kann wenigstens mit seiner Atmosphäre, dem Farbenspiel und dem passenden Soundtrack ein paar Punkte sammeln. Das Ende kommt dann reichlich abrupt und lässt einige Handlungsstränge ins Leere laufen. Fast so, als hätten die Verantwortlichen plötzlich selbst das Interesse verloren. Ein Stilmittel, auf das auch die Coens gerne zurückgreifen und mit dem ich noch nie so ganz warm geworden bin.
                    Da hatte ich mir irgendwie mehr versprochen.

                    5
                    • 7 .5

                      Ich wurde von "Good Time" durchgehend sehr gut unterhalten. Dieser Kriminaltrip geht teilweise ungeahnte Wege und überzeugt durch die dichte Atmosphäre und einem wiedermal stark aufspielenden Robert Pattinson. Der sehr stimmungsvolle Score von "Oneohtrix Point Never" aka Daniel Lopatin trägt sehr viel zur Atmosphäre bei und der großartige Song “The Pure and the Damned” verpasst dem Film am Ende nochmal das i Tüpfelchen.

                      Teilweise erinnert die Inszenierung mit der hervorragenden Kameraarbeit und Schnitt an Filme wie "Drive" oder "Nocturnal Animals", die Safdie Brüder drücken dem "Good Time" aber dennoch ihren ganz eigenen Stempel auf.

                      Mich hat der Film jedenfalls sehr positiv überrascht und empfehle ihn gerne weiter an Leute die gerne etwas unkonventionelle independent Filme schauen.

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                      • 5

                        In "Good Time" (US/LU 2017) versucht Connie (Robert Pattinson) seinen etwas geistig zurückgebliebenen aber nicht blöden Bruder Nick aus dem Gefängnis zu holen, nachdem dieser bei einem misslungenen Bankraub geschnappt wurde. Connie gelang die Flucht und er muss nun schnell das Geld für die Kaution auftreiben weil sein Bruder schwere Probleme mit den anderen Knastinsassen bekommt. Er wird selbst noch von der Polizei gesucht, wo auch schon die Probleme des Filmes anfangen. Zwischenzeitlich befreit er nämlich noch einen anderen Kumpanen, die Situation verstrickt sich immer mehr und beide können so oft vor der Polizei flüchten, dass man schon den Eindruck hat die Gesetzeshüter langweilen sich und wollen etwas mehr Beschäftigung. Eigentlich dürften die beiden sich nirgends mehr blicken lassen, doch anstatt sich professionell zu verstecken, suchen sie weiteren Ärger. Zudem wirkt alles leider ein wenig zu schnell und hektisch geschnitten. Für einen kurzweiligen Verfolgungstrip durch New York reicht es, aber zuviel sollte man hier nicht erwarten.

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                        • 6

                          Also bei Good Time bin ich echt etwas zwiegespalten, einerseits fing er eigentlich gleich ganz gut an, aber im Laufe der Zeit verrennt er sich irgendwie in Unscheinbarkeit und ohne wirklichen Höhepunkt. Ich fand den Ausgang sehr eigenartig gemacht, sodass man nun als Zuschauer eigentlich gar nicht so richtig weiß, warum man ihn sich bis zum Ende angeschaut hat. Die Erkenntnis allein, dass Connie einfach immer nur Pech hat, reicht mir da auch nicht aus. Er hat einige gute Ansätze, aber so ganz rund war der nicht.

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                          • 7 .5

                            Ein intensiver, wahnsinniger und hoffnungsloser Trip durch New York. Mit einem sehr gut spielenden Robert Pattinson. Sehenswert

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                            • 6
                              Sinneast 13.01.2018, 11:22 Geändert 14.01.2018, 00:19

                              Den Versuch, die Tragik einer Nacht in die erkrankte westliche Gesellschaft und ihr dreckiges System künstlerisch in Szene zu versetzen, erzeugt Atmosphäre, holpert jedoch über ein etwas unrundes Drehbuch.
                              Nach einem vielversprechenden Prolog verheddert sich der Hauptprotagonist im sich festsetzenden Noir-Ambiente einer chaotischen Nacht.
                              Unter dem Strich versteht es GoodTime den Zuschauer visuell in den Bann zu ziehen, versucht sich daran ein Sozialdrama zu zeichnen, kann sein Potenzial jedoch nicht voll ausreizen. Die Safdie Brüder sind ein sehr ambitioniertes Regie-Gespann und werden zukünftig, da bin ich mir sicher, noch richtig einen raushauen.
                              Robert Pattinson sollte angesichts seiner kontinuierlichen Entwicklung als Charakterdarsteller auch weiterhin mit fähigen Filmemachern zusammenarbeiten.

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                              • 9
                                Movie4U 11.01.2018, 14:08 Geändert 11.01.2018, 20:39

                                `GOOD TIME´ ist eines dieser Kunstwerke, in dem die coolen Bilder mit einem unüberhörbar guten Soundtrack verschmelzen. Auch die sehr guten Darsteller werten diesen Streifen nochmal auf. Die Action ist wohl gesetzt und der "guten Zeit" steht nichts mehr im Wege. Naja, fast ... denn es gilt einige Steine aus dem Weg zu räumen ^^

                                Wer Filme wie "DRIVE" oder "The Place Beyond the Pines" mag, der findet hier einen weiteren Meilenstein, der viele Genre in sich vereint !

                                Ein anspruchsvoller & toll umgesetzter Trip ...
                                ... a GOOD TIME ;-)

                                www.moviepilot.de/liste/unbekannte-must-see-movies-movie4u

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                                • 5 .5

                                  Also damit hat sich Robert Pattinson einen großen Gefallen getan, weg von diesem Image des weichgespülten Teenie-Vampirs. Sehr gut gespielt und es kommt ein echter Schauspieler aus ihm raus....

                                  Die Idee des großen Bruders, der sich um den etwas unterbemittelten Bruder kümmert und auch aufopfert fängt gut an, verläuft sich dann aber in Laufe der weiteren Handlung und bringt auch keine wirkliche Spannung.

                                  Gut gemeint, aber dann ziemlich abgeschmiert. Ziemliches Durcheinander.

                                  5,5/10

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                                  • 7 .5

                                    Intensiver Thriller mit einem guten Pattinson

                                    1
                                    • 8 .5

                                      Vorführkino.
                                      Ganz großes Vorführkino, in dessen Mitte sich der als perfektioniert gespielter Junkie herauskristallisierende Robert Pattinson nicht nur aufgrund gefärbter, blonder oder auch von der Farbpatrone verschmutzter, pinker Haare endgültig zum minimalistischen und dennoch facettenreichen Darsteller heraufkatapultiert und neben ihm Jennifer Jason Leigh fast schon wie eine Trauermücke aussieht.
                                      Durch einen elektrisch pulsierenden Score von Oneohtrix Point Never begleitet, getragen, verzaubert und aufs maximale Niveau innerster, ehrlicher Dramatik geführt, erleben wir hier wohl einen wenigster Filme, dessen Figuren sich direkt aus der wirklichen Welt gegenseitig und mit tragischsten Folgen mit Scheiße bewerfen, ohne das sie es selbst bemerken.
                                      Unmittelbar genau in jener Welt, in der wir uns gegenseitig ausbeuten, betrügen, unehrlich zueinander sind, eigentlich immer alles zu unserem eigenen Vorteil tun, auch wenn wir es selbst nicht einmal mitbekommen.
                                      Dieses Leben des Selbstbetrugs, dieses unterbewusste Hin und Her geschupst werden, von deinem Arbeitgeber, von der Legislatur, von deiner Mutter, von deiner Freundin, bis du anfängst selbst zu schubsen.
                                      Zu stoßen, zu rütteln, zu klopfen und schließlich zu prügeln.
                                      Zu schießen, dich zu spritzen, dich vom Balkon in den Tod zu werfen.
                                      Wir alle als Teilnehmer eines gigantischen Spiels, eines Spiels um das man nicht gebeten hat. Mit willkürlich ausgewürfelten Grundvorraussetzungen.
                                      Du kannst taub sein, stumm, missgebildet oder einfach nur das größte Arschloch der Welt, ohne es auch noch zu merken.
                                      Überleben, leben, lieben.
                                      Am besten mit Geld, mit viel Geld.
                                      Der misslungene Aufstieg aus der untersten Schublade hoch zur Kirschholzschiebeleiste in Großmutters Sekretär.
                                      Ja wir alle haben und hatten es nicht leicht, jeder trägt das eigens aufgeladene Päckchen so lange, bis er sich hinterrücks erdrosseln lässt oder aber selbst erdrosselt. Vom eingekesselten Tier zum um sich schlagenden, wutentbrannten Terrier, der seinen Bruder verteidigt.
                                      Das ist "Intouchables" in ehrlich, dreckig und so wie das Ganze tatsächlich wäre, ohne daraus eine sad story zu machen.
                                      Ohne es hochzustilisieren, zu beschönigen, es zu versauen.
                                      Kaum war ein Film ehrlicher und realistischer.
                                      Wir alle wollten eine Good Time, aber was wir bekommen haben war ein Silberblick oder taube Ohren, die fortwährende Frustration, egal wie gut es uns gehen mag.
                                      Keine gute Zeit und viel mehr eine schlechte, das ist Good Time.
                                      Kein reißerisches Produkt verkapselter Heist-Dramatik, viel mehr ein Straßenfilm aus der Unterschicht.
                                      Eine ehrliche, fokussierte Erzählung, ganz hervorragend heraufbeschworen von den Gebrüdern Safdie.

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                                      • 5 .5
                                        Dani123 07.01.2018, 10:30 Geändert 07.01.2018, 10:31

                                        Mag sein, dass es ein guter Film ist. Mir hat er zu wenig Tiefgang, weil es eben kaum um den Bruder geht. Der spielt im Laufe des Films nur noch eine Nebenrolle. Und dann plätschert der Film einfach nur vor sich hin. Schade....

                                        • 7
                                          sachsenkrieger 06.01.2018, 22:02 Geändert 06.01.2018, 22:02


                                          Das hätte man natürlich noch viel mehr auf die Spitze treiben können, um einen Wow-Film draus zu machen. Trotzdem ist es je nach Veranlagung traurig oder macht Spaß, dabei zuzusehen, wie Menschen zu einer Story werden. Zu einer Story in einer dieser gefühlt unendlich vielen sinnfreien Sendungen, die auch hier in Germany tagein tagaus über die Bildschirme flackern. Wenn Connie ohne zu überlegen handelt, landet er knietief in der Scheiße. Wenn er nachdenkt, steckt er bis zur Halskrause im Häufchen. Robert Pattinson hat sich schon lange aus dem Zwielicht gearbeitet und macht auch hier mit seinen Kollegen einen guten Job. Ein feiner kleiner Film...

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                                          • 6 .5

                                            echt starker film...mitreißend und überzeugend dargestellt pluspunkt für den score

                                            • 7
                                              chmul_cr0n 29.12.2017, 15:10 Geändert 31.12.2017, 14:43

                                              Achuntg Spoiler.

                                              Idioten beim Dummsein zuzugucken kann ja ganz unterhaltsam sein, hat aber auch seine Halbwertszeit. Obwohl ich zugeben muss, dass Einiges ziemlich lustig war. Unbeabsichtigerweise, vermute ich.
                                              Dass Nick so lange aus der Handlung raus war, war recht schade, da er für mich die interessanteste Figur war, und auch irgendwie die einzige, deren Schicksal mir nicht gleichgültig war. Hat die zweite Hälfte des Films deutlich schwächer gemacht als die erste. Sobald es nicht mehr um Nick ging, ist auch Connie viel uninteressanter geworden, genau wie der Plot, und genau der neue Vollidiot, der einfach nur genervt hat. Dafür war es lustig, wie er an seiner eigenen Dummheit gestorben ist. Und das Ende war wieder cool.

                                              • 2 .5

                                                Ein schlechter Soundtrack kann einen guten Film ruinieren (Suspiria!), hier verstaerkt der Soundtrack unangenehmerweise leider die Wirkung dieses Werks, Manch einer wird dies wohl zum Besten Film des Jahres erklaeren, aber warum ist mir schleierhaft. Die "Ehrenvolle Absicht" hier einen geistig Behinderten als Nebenfigur und Motivation miteinzufuehren haellt mich davon ab, das Werk voellig abzuschreiben. Leider enthalten uns die Macher jegliche Motivation vor und schieben dafuer sinnlose Nebengeschichten ein, die ins Nichts laufen. Wenn man gerne 100 Minuten damit verbringt wie alles daneben geht und uns klaegliches Scheitern zeigt, ist man wohl zufrieden und manch einem recht es schon, dass der Protagonist sich so muehsam abrackert fuer seinen armen Bruder aber nie eine Chance haben wird. Die Alternative zur staalich verordneten Therapie ist dann auch nur die vage Farm, wo er machen kann, was er will. Okay, schlechten Musikgeschmack haben die Safdies, aber jetzt erscheinen sie mir auch einfach nur dumm. Vergeigt.

                                                • 8

                                                  Selten erzählt ein Film so empathisch und eindrucksvoll von Kleinkriminellen, der Hoffnung und letztlich der Verzweiflung, die sie antreibt und immer nur einen halben Schritt dem Scheitern hinterherhecheln lässt. [...] Die Dramaturgie des Films wird getragen von eindrücklichen schauspielerischen Leistungen, allen voran Pattinson, dessen weltbekanntes Gesicht sich hinter die Furchen und die ausdrucksstarken Augen zurückzuziehen scheint und den Kleinganoven freigibt, der in Neonfarben getauchten Innenräumen, Straßenzügen und Vergnügungsparks nach seinem unerreichbaren Glück sucht. [...] All das wird getragen von der atemberaubenden Musik von Oneohtrix Point Never, der mit dröhnenden und wummernden Synthie-Klängen in die New Yorker Nacht und in das Seelenleben der Figuren eintaucht. Irgendwo zischen bedrückend und beflügelnd einzuordnen, ist der Soundtrack einer der spannendsten und besten dieses Jahres, genauso wie der Film selbst.

                                                  (Vollständige Kritik auf imagespacesound.blogspot.com)

                                                  • 7

                                                    Kurz:
                                                    Schlechte Zeiten für beknackte Jungs.

                                                    Lang:
                                                    Langsam aber sicher scheint das Produktionslabel A24 ein Garant für gute Filme, denn die erst fünf Jahre junge Firma hat bereits vierzehn Oscar-Nominationen eingeheimst. Kein Wunder liest sich die Filmografie des Verlegers als veritable Best-of des amerikanischen Independent-Kinos der letzten Jahre. (Schön, wird “The Disaster Artist” auch von A24 vertrieben.)

                                                    “Good Time” heisst der neuste Streifen des Bruder-Duos Benny und Josh Safdie. Dieser spielt in New York und gewährt Einblick in das Leben des Tunichtguts Connie Nikas (Robert Pattinson) und seinem geistig zurückgebliebenen Bruder Nick Nikas (Benny Safdie). Connie stiftet seinen Bruder dazu an, mit ihm eine Bank auszurauben um 65’000 US-Dollar zu erbeuten. Die Beute soll als Fluchthilfe aus dem aussichtslosen Sozialfall-Milieu dienen. Alles geht schief, Nick wird verhaftet und landet im Gefängnis. Nun macht es sich Connie zur Aufgabe die Kaution für seinen Bruder aufzutreiben und dann endlich mit ihm abzuhauen, komme was wolle.

                                                    “Good Time” will viel und macht auch vieles richtig. Allem voran schreitet ein definitiv von Twilight abgekapselter Robert Pattinson mit einer schauspielerischen Tour de Force. Ihm zuzusehen wie sein Charakter tiefer und tiefer im Sumpf der eigenen Idiotie versinkt, ist bestechend und äusserst unterhaltsam. Unterstütz wird er durch Jennifer Jason Leigh, der noch unbekannten Taliah Webster und einem Ensemble, welches es versteht dem brutalen Drama eine beinahe irritierende Realität zu verleihen. Die pulsierende Abwärtsspirale wird durch einen klaustrophobischen Score von Daniel Lopatin aka “Oneohtrix Point Never” angetrieben und damit stilsicher in eine imposante Farbpalette getaucht.

                                                    “Good Time” ist voller Hommagen an die frühen Filme von Martin Scorcese, Nicolas Winding Refn und Gaspar Noé. Doch seine vermeidlichen Vorbilder mag der Streifen nicht ganz erreichen. Denn das Narrativ, dass in Good Time gesponnen wird, schafft es nicht, mit dem unglaublich hypnotischen und schnellen Tempo des Filmes Schritt zu halten. So verliert der chaotische Plot sich und seine Charaktere gegen den Schluss.

                                                    Fazit:
                                                    Mit “Good Time” haben die Gebrüder Safdie einen bestechenden und teilweise hypnotischen Film geschaffen, welcher ein wenig zu ambitioniert für sein schlussendlich entgleisendes Narrativ ist. Jedoch bescheren das fesselnde Eiltempo, der pulsierende Soundtrack und die Glanzleistung von Robert Pattinson dem Film seine packenden und grossen Momente. “Good Time” zeigt ein brutales und multikulturelles Amerika wessen Jugend, treu seinem Titel, auf Bewährung lebt und verzweifelt einen Ausweg sucht. Wie es Iggy Pop während dem Abspann meint: „Ain’t gonna get there. But it’s a nice dream.“

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