Greatest Showman - Kritik

The Greatest Showman / AT: The Greatest Showman on Earth

US · 2017 · Laufzeit 105 Minuten · FSK 6 · Musikfilm, Drama · Kinostart
Du
  • [...] Ich bin ein großer Musical-Fan, ich mag es, wenn in Filmen gesungen wird. Vor allem wenn gut gesungen wird. Der Trailer konnte mich zwar nicht komplett überzeugen, aber mir war dennoch klar, dass ich diesen Film sehen muss.

    Der Cast ist erstklassig. Hugh Jackman, der ja ursprünglich aus der Musical-Ecke kommt, kann glänzen. Auch Zac Efron und Zendaya gefielen mir sehr gut. Sowohl einzeln auch als in ihren Interaktionen. Besonders umgehauen hat mich jedoch Rebecca Ferguson, die einen Gesangsauftritt zum niederknien bietet.

    Die Optik fand ich ebenfalls ausgesprochen gelungen. Schöne Farbenspiele, gemischt mit tollen Outfits. Die Choreografien waren erste Sahne und haben mich mitgerissen. Zumindest innerlich.

    Die Story ist zwar total vorhersehbar, aber das war mir von vornherein klar. Die Höhen und Tiefen waren jedoch gut gesetzt und auch glaubhaft dargestellt.

    Der größte Schwachpunkt ist für meine Begriffe, dass die “lebenden Kuriositäten” zu wenig nach vorne gehoben werden. Anfangs sind sie wichtig für die Story, danach verkommen sie leider zu sehr zu Statisten. Etwas weniger Hugh Jackman wäre hier sicher nicht nachteilig gewesen. Zum Ende hin wird es allerdings wieder besser, was das angeht.

    Alle die Wert auf eine sehr kreativ geschriebene und unvorhersehbare Story legen oder eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit diversen sozialen Themen sehen möchten, denen rate ich von einem Kinobesuch ab. Wenn jemand aber Musicals oder Filme mit zahlreichen musikalischen Elementen mag, sollte er sich Greatest Showman unbedingt ansehen. Er ist gerade durch seine tolle Optik, Tanz- und Gesangseinlagen perfekt fürs Kino geschaffen.

    Hier die Bewertung

    • 6 .5

      Dass der Australier Michael Gracey für sein Spielfilmdebüt gerade ein Musical über den Zirkus-Erfinder P.T. Barnum auswählte, kann als mutig angesehen werden. Nicht nur die handwerklichen Hürden mussten bewältigt werden, sondern auch eine passende Geschichte erdacht werden, in deren Mittelpunkt ein schwer zugänglicher Hauptcharakter steht. Zudem machten die transportierten Botschaften den Spielfilm “Greatest Showman” (OT: “The Greatest Showman”, USA, 2017) nicht nur zu einem Diskussionsobjekt, sondern führte sogar zu einem Boykott-Aufruf der Peta gegen den Film.

      1
      • 3 .5

        Die Chance, Freaks wie denen von 1932 Raum, Handlung und Persönlichkeit zu geben, wurde verschenkt zu Gunsten eines sozialkitschigen Hetendramas mit reichlichem Singsange und DarstellerInnen, die den Schönheitsidealen der Gegenwart genügen.

        • 9

          "Greatest Showman" ist ein wunderschönes Musical, das, meiner Meinung nach, besser ist, als "La La Land".
          Genauer gesagt habe ich bei Filmen selten Gänsehaut - bei "Greatest Showman" hatte ich dies ganze vier Mal!
          Doch zu den Details:
          Die Musik, das wichtigste Kriterium bei einem Musikfilm, ist toll: Schon das erste Lied macht richtig Freude und je länger der Film wird, desto größer wird die Lust, direkt danach den Soundtrack zu kaufen: Fast bei jedem Song musste ich zumindest mitwippen und die ein oder andere Melodie geht einem auch noch lange nach Verlassen des Kinosaals durch den Kopf.
          Die Szenerie, die Bilder sind ebenfalls schön, die Kostüme und Kulissen sehen recht aufwendig aus, oder sind zumindest so inszeniert, dass sie aufwendig aussehen.
          Die SchauspielerInnen spielen durchweg solide, Hugh Jackman kann wie so ziemlich Jeder und Jede in dem Streifen gut singen und vor allem Sam Humphrey und die beiden Kinder von Barnum machen Spaß.
          Doch auch insgesamt bringt Familie Barnum in ihren gemeinsamen Szenen etwas zauberhaftes, romantisches in den Film.

          Was mir persönlich nicht so gut gefallen hat, ist der arg schnelle Sinneswandel von P.T. Barnum am Ende und die Tatsache, dass das Drehbuch aus dem eigentlich gegebenen Potential rund um die "außergewöhnlichen Menschen" zu wenig macht. Statt vielleicht ein wenig sozialkritisch zu werden, entscheiden sich Bicks und Condon lieber für die bunte, heile Welt, die wir in "Greatest Showman" kurzweilige 105 Minuten zu sehen bekommen.

          Aber irgendwie liegt die große Stärke des Musical gerade in dieser bunten, heilen Welt...

          3
          • 5 .5

            Der Film lässt mich mit einer zwiespältigen Meinung zurück. Auf der einen Seite war es mir gelegentlich nicht möglich, mich der geradezu mitreisenden Atmosphäre zu entziehen. Auf der anderen Seite konnte ich mir an mancher Stelle das genervte Augenrolle leider nicht verkneifen.
            Der Film wird als Musikfilm und Drama eingestuft. Ersteres kann ich, mangels Fachwissen, kaum objektiv beurteilen. Mir persönlich gefielen die Songs relativ gut, auch wenn sie vielleicht etwas poplastig und wenig originell klangen. Die Choreografien sahen in Verbindung mit tollen Kostümen beeindruckend aus, konnten aber leider eines nicht verbergen, das mir dann doch in vielen Szenen negativ auffiel: Die Greenscreens bzw. die nicht allzu guten GCI-Effekte. Beides war bei weitem nicht schlecht, tat aber genau dem ab, was der Film erreichen wollte. Der Film wollte den Zuschauer in seinen Bann ziehen. Gerade in den Gesangs- und Tanzeinlagen konnte ich mich wie Eingangs erwähnt nicht erwehren, mich zum Takt der Musik zu bewegen, doch allzu offensichtliche Computereffekte rissen mich je aus diesem Sog. Dies bezüglich verschenkt der Film meiner Meinung nach zu viel Potenzial und genau da darf er es eigentlich nicht, denn das andere Genre dass er bedient, kann er leider kaum ausfüllen. Der dramaturgische Aufbau der Handlung ist maximal mittelmäßig, allzeit absehbar und bietet nichts, was man nicht schon zu oft gesehen hat. Gerade das große Potenzial des Appells an Werte wie Toleranz, Akzeptanz und Gleichheit werden hier maximal angedeutet, einmal zwar sehr deutlich, aber auch hier in beinahe nicht mehr als einem Nebensatz. Die ganze Handlung wirkt wie ein schnell zusammen geschustertes Gerüst für einen Musikfilm. Leider ist dieses Gerüst zu schwach dieses zu tragen und da auch dieser Schwächen aufweist, muss ich gestehen, dass ich etwas enttäuscht war. Ich kann den Film für einen schönen Familien- bzw. Partnerabend durchaus empfehlen, finde aber nicht, dass er aus der Masse heraussticht.

            • frommel 09.02.2018, 11:29 Geändert 09.02.2018, 11:31

              In Anbetracht dessen das ich Musicals in der Regel überhaupt nicht mag fand ich ihn sogar okay!

              • 7

                mit viel Glitzer, Pomp und schicken Kostümen wird hier die lose adaptierte Geschichte von Mr. Barnum auf die Leinwand getanzt. Klar, ist es teilweise echt kitschig, klischeehaft und manchmal schmerzhaft rudimentär, aber dafür geht man mit einem Ohrwurm aus dem Kino, hat den großartigen Hugh Jackman mal wieder gesehen (dafür leider von Michelle Williams zuwenig) und sich ein Stück verzaubern lassen - mehr will und kann der Film auch nicht.
                PS: Beste Szene überhaupt ist die in der Bar :)

                4
                • 6

                  Chance leider vertan... dabei war die Story gut, die Schauspieler toll und auch die Musik ansprechend.... ich liebe auch Filme, die Gefühle mit Musik untermalen und verbinden.. gibt es viel zu wenig... die ruhigen, schönen Momente wurden viel zu oft durch die Hektik des Drehbuches und der Kamera zerstört... wie ein moderner Videoclip... schade...

                  • 3 .5

                    Oops, im falschen Kinosaal hängen geblieben.

                    1
                    • 7 .5

                      Der Januarfilm ist immer etwas Besonderes für mich. In den letzten Jahren habe ich einen oder den Lieblingsfilm des Jahres stets im Januar gesehen. Ob es nun SILVER LININGS PLAYBOOK war, THE HATEFUL 8, LA LA LAND oder jetzt THE GREATEST SHOWMAN. Immer wieder erhebt sich etwas Würdevolles und Anmutiges am Jahresanfang, erwärmt den kalten Monat mit Grandezza. THE GREATEST SHOWMAN ist tatsächlich ein wunderbar warmer, schwungvoller Film, ein Fest der Bewegung, ein graziöser Showtanz. Das Paar Jackman und Efron ist Liebe pur. Silber und Gold.

                      7
                      • 10

                        Ich habe den Film gestern gesehen und möchte behaupten, daß ich selten oder vielleicht auch noch nie so zufrieden und glücklich aus einem Film gekommen bin. Ich dachte unter anderem auch das weniger gesungen wird, aber genau das hat mich total gefesselt. Ich gehe ins Kino um auch mal wieder überrascht zu werden. Ich habe mir auch mehrere kritische Zeitungsartikel durchgelesen und dachte mir....Euch ist der Spaß schon laaaange vor diesem Film abhandengekommen. Tatsächlich hat mich der Film mitgerissen, er war zu keiner Sekunde langweilig, ich habe mich auch selbst dabei erwischt mitklatschen zu wollen, die Musik ist grandios. Es ist kitschig, es ist romantisch, es ist vorhersehbar, aber es ist wirklich ein wunderschöner geiler Film!!!

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                        • 9
                          TheNumber 22.01.2018, 15:48 Geändert 01.02.2018, 11:43

                          Der Film hat mich völlig auf dem falschen Fuß erwischt. Ich war nach dem Trailer sehr skeptisch, weil der Film mir schon super kitschig vorkam. Ehrlich gesagt hat sich diese Erwartung auch bestätigt, der Film ist super kitschig und vorhersehbar und daran kann man sich auch sicher stören; ich fand den Film aber so sympathisch, mitreißend und kurzweilig, dass mir das ziemlich egal ist. Die Songs sind sehr schön und der Soundtrack ist fast schon vorbestellt. Vor allem die Musicaleinlage mit Zac Efron und Hugh Jackman in der Bar hat mir sehr gut gefallen, weil sie sehr kreativ ist, dynamisch und halt den guten Song "The Other Side" hat. Auch Zac Efrons Szene mit Zendaya ("Rewrite the Stars") ist ziemlich stark und schön gemacht. An seiner Performances sowie Performances des ganzen Casts gibt es nix zu mäkeln. Hugh Jackman hat mir endlich mal wieder richtig gut gefallen durch seinen Größenwahn und seinen Enthusiasmus. Hätte der Film nicht komplett alle negativen Seiten, die P.T. Barnum anscheinend hatte, weggelassen, wäre der Film vielleicht sogar ne 9,5 geworden...

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                          • 9 .5

                            Dieser Film strotzt nur so vor Klischees und Kitsch. Er ist ziemlich vorhersehbar und wirklich Spannung baut sich nicht auf. Trotzdem sitze ich am Ende im Kinosessel und denke "Hmmmm, morgen nochmal?"
                            Ich weiß nicht warum (vielleicht an meiner Vorliebe für Underdog Filme oder guter Musik/Musicals) aber der Film hat mich sehr unerwartet getroffen und zwar genau an den richtigen Stellen.
                            Super Bilder, super Musik, super Choreos (auch wenn ich finde wir sollten dem Barkeeper aus dem Jackman/Efron Duett viel mehr Beachtung schenken :D )
                            einfach im großen und ganzen wirklich großartig.
                            Bin immer noch etwas Baff :D

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                            • 10
                              newgirl 20.01.2018, 15:38 Geändert 20.01.2018, 15:42

                              *schmacht***
                              Nach langer Zeit ein Film der mir wirklich nicht mehr aus dem Sinn geht <3
                              "The Greatest Showman" ist ein wunderbares Beispiel für Musical Filme, welche von Anfang bis zum Ende komplett durchdacht sind.
                              Fangen wir an bei der perfekten Mischung von einer guten, zum nachdenken angeregten Story ... abgerundet von ein bisschen (mehr) Kitsch ... geben wir noch ein *Ohrwurm* Soundtrack hinzu und zu aller letzt Hugh Jackman in der Hauptrolle ... was kommt dabei heraus ?
                              Ein 10 Punkte Film :)
                              Definitiv muss ich diesen Film noch einmal im Kino sehen <3

                              **Don't you wanna get away from the same old part you gotta play
                              'Cause I got what you need
                              So come with me and take the ride
                              It'll take you to the other side**

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                              • 9 .5

                                Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Habe den hier gestern im Kino gesehen.
                                Der Vorhersage-Algorithmus legt mir hier ganz enthusiastisch eine 8,5 vor, mal sehen, was draus wird.

                                Erster Gedanke: Mensch, dass ich Hugh Jackman mal in einem solchen Film sehen würde... entzog sich aller meiner Erwartungen. Gesang und Tanz? Von Zac Efron ist man das gewohnt. Um es noch mal deutlich zu machen: de Film ist ein Musical! Wem sich da die Zehennägel hochrollen, dem sei wärmstens von einer Sichtung abgeraten. Ich nahm diese Info erstmal nur wohlwollend zur Kenntnis und begann, in die sensationelle Welt von 'Greatest Showman' einzutauchen.

                                Der Film ist Kitsch. Wirklich, purer Kitsch.
                                Alles beginnt mit einer süßen Lovestory zwischen zwei Kindern, die (wer hätte es gedacht) in klassischer Romeo&Julia-Manier aus zwei höchstunterschiedlichen Verhältnissen stammen: Er, ein bettelarmer Schneidersjunge mit einem großen Traum, der schließlich zum Straßenwaisen wird und sie, wohlerzogenes Mädchen aus hohem Hause, das aber wenig Wert auf die gesellschaftliche Trennung der Schichten legt. Der Junge ist gar nicht mal so hübsch, verzaubert aber das Mädchen mit seiner netten Art und seinem Eifer beim Design seines Lebenstraums.
                                Diese Romanze sieht sich ab sofort durch deren beider Leben, sie durchstehen im Laufe der Handlung Hochs und Tiefs - das gibt für ein Musical die notwendige Rahmenhandlung, ist aber nur bedingt wichtig für die Story, die ihr Hauptaugenmerk unverkennbar auf den Protagonisten P. T. Barnum und seiner Entwicklung legt. Dieser dient als beispielhafte Verwirklichung des amerikanischen Traums:
                                Habe eine gute Idee, und selbst ein Straßenjunge kann zum 'Greatest Showman' werden.
                                Nachdem er mit Hilfe seiner Familie eine Gruppe von "unique people" (die allesamt wirklich stark verkörpert werden) um sich versammelt und mit diesen eine in Volk und Medien gleichermaßen geliebte wie verhasste Zirkusshow auf die Beine stellt, sucht er sich einen Juniorpartner (Zac Efron - unerwarteter heimlicher Held des Films, avanciert langsam aber sicher zu einem meiner Favoriten!), der ihm dabei helfen soll, auch zahlungskräftige Kundschaft anzuziehen, um mehr Kohle zu scheffeln.
                                Wurde der Zuschauer bis zu diesem Punkt weitgehend allein gelassen mit der Einschätzung, ob Barnum ein liberal-offener Menschenfreund und Showenthusiast oder nur gewiefter, die Sensationsgeilheit der Massen ausnutzender Geschäftsmann sei, so wird ihm spätestens jetzt klar: da läuft was in die falsche Richtung.
                                Vorhersehbarerweise wandelt sich die Hauptfigur etwa in der Mitte des Films charakterlich zum Negativen,wird fehlgeleitet: in ihr kommen Züge wie Hybris, Egoismus, Machtwahn und Narzissmus hervor, Barnum stößt seine Truppe vor den Kopf, baut Scheiße am laufenden Band und verfehlt seinen ursprünglichen Traum. Wie das in kitschigen Musicals so ist, verliert er dadurch natürlich alles, kehrt zurück, wird mit mehr oder weniger offenen Armen aufgenommen und besinnt sich wieder - es kommt zum happy end und grande finale.
                                Der Abspann wird untermalt vom grandiosen Soundtrack und ich tauche langsam wieder aus dem New York des 19. Jahrhunderts auf. Emotional geladene Zuschauer haben gerührte Freudentränen in den Augen (auch die meinen waren etwas angefeuchtet), das komplette Kino bleibt noch mindestens fünf Minuten sitzen, was ich bisher selten erlebt habe.
                                Ein wirklich wunderbares Kinoerlebnis.

                                Der Soundtrack dieses Musikfilms ist fantastisch. Die Lieder passen perfekt in die Handlung, haben z. T. Ohrwurmgarantie und sind ausnahmslos perfekt und mit reichlich Tempo choreographiert (der Song zur Überredung von Phillip - Wahnsinn!) - bis auf ein, zwei Ausnahmen haben mir die Lieder allesamt gut bis sehr gut gefallen. Schauspielerisch einfach ganz hohe Kunst, Kameraführung professionell und die Farbgebung märchenhaft. Eine Welt zum Eintauchen und wohlfühlen.
                                Einen halben Punkt Abzug gibt es, weil eben nicht alle Songs Erinnerungspotential haben und die Story allzu konform daherkommt, außerdem hat mich der Teil des Plots mit Jenny Lind (Rebecca Ferguson) nicht so überzeugt und beinahe etwas genervt.

                                5
                                • 5 .5

                                  "I've been waiting here to be your guide
                                  So come
                                  Reveal the secrets that you keep inside
                                  Step up!
                                  No one leaves until the night is done
                                  The amplifier starts to hum
                                  The carnival has just begun"

                                  KISS - "Psycho Circus"

                                  Ja, Ihr werdet Euch nun fragen "was zur Hölle macht der olle doctor in einem solchen Film?" - und wahrscheinlich ist diese Frage ebenso berechtigt wie die, ob die Netzfrauen von Monsanto und Nestlé bezahlt werden, um Kritiker subtil unsubtil lächerlich zu machen.

                                  Aber da ich unlängst quasi als der romantischere Part einer Zweier-Kombination bezeichnet wurde, von dem anderen Part übrigens, muss ich meinen Ruf verteidigen. Als nun die Besitzerin zweier blauer Augen um einen derartigen Besuch bat, konnte ich einfach nicht absagen, denn blaue Augen machen mich immer so sentimental - kaum zu glauben.

                                  Lest also nun eine neue Folge von "doctorgonzo geht ins Kino", von, mit und für doctorgonzo, dem besten Tiertrainer seit Inspector Columbo, dem besten Musicalsänger seit dem Terminator und dem erfolglosesten Sprachtherapeuten seit Til Schweigers Logopäden.

                                  Im Kino wird man irgendwie immer verwirrt angeschaut, wenn man fragt, ob zum Film auch Whisky gereicht wird. Das finde ich sehr diskriminierend. Vor allem angesichts der Tatsache, dass vor dem Film Werbung gemacht wird mit dem Film, den man gleich zu sehen kriegen soll.
                                  Für Mittel gegen Heiserkeit....
                                  Wo ist eigentlich die Wick Blau Werbung mit Tarzan hin?

                                  Ahja, bevor diese Frage geklärt werden kann, geht dann der Film los.

                                  Junge aus armen Verhältnissen, Mädchen aus gutem Hause, für sie will er ganz nach oben... Kann bitte gleich jemand "Living in America" singen?

                                  Nach einer Weile bescheiden, aber glücklich kommt es zu Rückschlägen und der Idee, vom arbeitslosen Buchhalter zum totalen Zampano zu werden.
                                  Ein Kuriositätenkabinett lockt noch kaum Zuschauer an. Als man aber menschliche Kuriositäten zeigt, steppt der Bär.
                                  Kleinwüchisge, bärtige Frauen, siamesische Zwillinge, fliegende Schwarze, Hugh Jackman bietet als P.T. Barnum alles was eine Freakshow so klischeehaft bieten sollte.
                                  Dass seine filmische Lebenslinie mit dem echten Barnum nur lose Parallelen aufweist, sollte kaum überraschen. Selbst das Wort "lose" kommt hier als wohlmeinender Euphemismus rüber.

                                  Aber gut, der alte Cameron durfte seine maritime Seifenoper ja auch "Titanic" nennen und Vin Diesel wird weiter Schauspieler genannt, also wollen wir mal nicht so sein. Im Zuge dessen sehen wir auch gleich wohlwollend über die sehr verworrenen zeitlichen Abfolgen hinweg und nehmen auch das nicht so genau.

                                  Denn sind wir mal ehrlich: Es ist ein Musical mit dem wenig überraschenden Leitthema "from zero to hero to zero usw.", wie realitätsnah hat man wohl erwartet, dass es werden würde?
                                  Lasst uns lieber dankbar sein, dass die Truppe nicht noch auf einer Show vor Armeeangehörigen im Ersten Weltkrieg auftreten kann.

                                  Und mal nebenbei bemerkt, wissen wohl die wenigsten Kinogänger überhaupt wer Barnum&Bailey waren. Nicht nur, nachdem der Zirkus im Mai 2017 endgültig dichtgemacht hat, sondern ganz generell.

                                  Zumal Bailey hier erst umbenannt, umfunktioniert und dann auch noch von Zac Effron verkörpert wird. Über den man wahrheitsgemäß sagen kann "zumindest singen kann er". Sein "Love Interest" (einer der schlimmsten Anglismen, die je den Weg über den Atlantik geschafft haben) wird von Zendaya gespielt, der man zumindest anmerkt, dass sie Theatererfahrung von einem der namhafteren US-Theatern mitbringt, dem ACT in San Francisco, wo sich schon Anette Bening oder Danny "Murtaugh" Glover ihre Sporen verdienten. Trotzdem bleibt Zendaya in erster Linie ein hübsches Gesicht, schon weil ihre Rollenzeichnung trotz aller Dramatik nicht mehr hergibt.

                                  Das gilt auch für das Hauptfigurenpärchen oder Trio. Jackman und Williams sind simpel geschrieben. Kann Jackman aufgrund reichlicher Screentime da noch ein wenig dran drehen, bleibt Williams nur der Trostpreis. Schade drum.
                                  Rebecca Ferguson singt recht offensichtlich nicht selbst und wurde in opulente Kostüme gesteckt und damit ist ihre Rollenbeschreibung abgearbeitet. Etwas schade, von ihr halte ich nämlich was.

                                  Jackman kann singen und schauspielern. Komischerweise spielte er trotzdem inflationär oft in Marvelfilmen mit. Diese Kuriosität wird in diesem Film aber natürlich nicht geklärt.

                                  Hier wird eher gesungen und getanzt. Die Choreographien sind nett, aber aber ähnlich kreativ wie die bahnbrechende neue Mode, Zucker in den Kaffee zu machen. Die Songs sind, gemessen daran, was man in den meisten Musicals so erdulden muss, beinahe hätte ich erdudeln geschrieben, recht gut. Die Kostüme sind gelungen, ich bin allerdings in Musicals schon froh, wenn die Figuren keine Rollschuhe oder Tierkostüme tragen, nachdem mich eine Flucht aus "Starlight Express" beinahe einen Schulverweis gekostet hatte und ich nach "König der Blöden, ähm, Löwen" mühsam wieder elementare Fähigkeiten neu erlernen musste.
                                  Einen kleinen Bonuspunkt verdient sich der Kulissenbau. Bar, New York, die Bühnen, die Häsuer. Das ist alles fein.

                                  Allerdings sind lediglich feine Kulissen auch ein bisschen wenig, wenn man die Größte Show machen will, das musste selbst der GröFaZ einst auf die harte Tour lernen.
                                  Zumal das Drehbuch echt schwach ist. Die Vorhersehbarkeit ist riesengroß. Wer da das Ende nicht sieht, ist auch überrascht, wenn Trump etwas Dummes twittert oder AfD Fans die deutsche Sprache schänden.
                                  Es fehlt an Finesse, an gut gemachten Brüchen, an Drive. Da helfen auch die Dampflokomotiven nichts.

                                  Nett, aber wirkungslos. Ganz im Gegensatz zu gewissen blauen Augen.

                                  6
                                  • 6 .5

                                    Der Kitsch ist stark in diesem hier. Soll heißen: Alles Kitsch.
                                    Aber der Kitsch ist schwach in diesem hier. Soll heißen: Alles einfallslos, langweilig, stumpf und teilweise nervig dämlich.

                                    Es gibt kein echtes Drama. Jedes Problem ist sofort und mühelos gelöst. Aber der Film setzt sehr auf visuelles Storytelling, was selten in solchen Filmen ist, glaube ich. Wenn man bedenkt, für welche Zielgruppe der gedacht ist.

                                    Die Gute-Laune-Songs sind peinlich beknackt (inklusive der Choreo), abgesehen von dem in der Bar am Ende. Musste mich schon sehr an den musikalischen Stil gewöhnen, fand aber alle anderen Songs richtig gut.

                                    Ist ganz schön lang, merkt man aber nicht.

                                    Zendaya war mächtig gut.

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                                    • Das Wölfchen der X-Männer tanzt und singt schon wieder?

                                      Wie soll ich den noch ernst nehmen?
                                      Genauso Ryan Gossling...

                                      Sorry, kann mir keine Filme mit Schauspielern angucken, die ich mal tanzen und singen gesehen habe selbst wenn es nur im Trailer war.
                                      Kriege ich nicht mehr aus dem Kopf.

                                      Da geh ich lieber im rosa TüTü zum ALDI als mir ein Musical anzugucken,
                                      das ist nicht annähernd so peinlich.

                                      Wer hat eigentlich Musicals erfunden?
                                      Kim Jong-un oder sein Vater?

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                                      • Dem verweigere ich mich konsequent. Ich glaube ich habe mal The Barber of Fleet Street gesehen, der war gut. Definitiv kein Musical Fan.

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                                          mary.werner.5203 15.01.2018, 12:28 Geändert 15.01.2018, 12:48

                                          Wow, zu diesem Film kann ich nur eins sagen: WELTKLASSE !! Das ist für mich der beste Musical-Film den ich bisher gesehen habe. Da können weder "Les Misérables" noch "La La Land" mithalten.

                                          Bei diesem Film stimmt einfach alles.
                                          Schauspieler, Musik sowie die Kulisse. Und eine schöne Message die sehr zum nachdenken anregt.

                                          Hugh Jackman ist einfach grandios wie immer, auch Michelle Williams bezaubert sehr als Barnum's Ehefrau Charity. Zac Efron finde ich sowieso immer super, aber ich muss sagen das er mir in den ernsthaften Rollen noch viel besser gefällt als in seinen ewigen Comedy-Rollen. Hoffe er ist öfter in solchen Filmen wie "Greatest Showman" zu sehen
                                          Sehr überrascht war ich von Zendaya die ich noch in "Spider-Man: Homecoming" sehr negativ in Erinnerung hatte, doch hier hat sie mich sehr überzeugt und ihre Figur ist hier zudem auch viel sympathischer, und bekommt eine süße Love-Story mit Zac Efron ♥

                                          "Greatest Showman" hat mich absolut verzaubert ☺ Wer großes Gefühlskino und Musicals mag, der ist bei diesem Film genau richtig ♥

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                                            *Coopers Kurzer*
                                            Das persönliche Kinofilmjahr mit einem Lieblingsfilm zu beginnen und mit geliebten Menschen ein tolles Musical zu erleben ist eine der schönsten Erfahrungen, die ich anderen Menschen gönne.
                                            Das Herz für den Film spiegelt meine große Freude am Leinwanderlebnis ebenso sehr wieder, wie meine Unfähigkeit dieses Werk nach Punkten zu bewerten und in den Filmkosmos zu verordnen. ;-)
                                            Schauspiel, Tanz, Musik, Handlung, Ausstattung - das Alles hat mich gebannt das ergreifende, schöne, und Gänsehaut erzeugende Treiben auf der Leinwand verfolgen lassen.

                                            Fazit:
                                            Uneingeschränkt Empfehlenswert für Erwachsene, sofern diese keine Allergie gegen (deutsche) Untertitel (der englischen Lieder) hat. Musicalaffinität ist natürlich hilfreich - meines erachtens jedoch nicht zwingend notwendig. ;-)

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                                              "Greatest Showman" ist tatsächlich ein Phänomen. Die Story ist nicht unbedingt einfallsreich oder ergreifend, die Charakter recht spannungsarm und uninteressant und die Effekte....naja....eher meh... Trotz allem hatte ich in letzter Zeit selten so viel Spaß im Kino, wie mit diesem Musical-Streifen. Ein Gänsehaut Moment jagt den nächsten, Tränen inklusive. Die Songs und Tanzeinlagen sind einfach nur toll. Man fiebert wirklich immer wieder darauf hin, dass man sich von den teilweise dämlichen Dialogen wieder hin zu emotionalen und super inszenierten Musik-Stücken bewegt. Die Schauspieler, allen voran Hugh Jackman, leisten einen ordentlichen Job. Man merkt ihnen einfach an, dass sie bei diesem Film eine Menge Spaß hatten und mit Herzblut dabei waren. Und genau das transportiert sich auch auf den Zuschauer.

                                              Fazit: Kitschiger Musical-Streifen, der in Punkto Spaß und Songeinlagen alles richtig macht, auf Charakter- und Storyebene allerdings zu wünschen übrig lässt.

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                                                Sooooo schön. Sehr clever gleich den kleinen Barnum zu Anfang singen zu lassen, so dass jeder schon am Flennen ist, weil seine Stimme so bezaubernd ist.

                                                Ein Hammer Soundtrack, ein wundervoller Film, ein passender Hugh Jackman mit toller Stimme.

                                                Einen Punkt Abzug für Zac Efron, dem ich seine Rolle einfach nicht ganz abnehmen konnte. Schade.

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                                                  GiulianaDiCaprio 11.01.2018, 12:49 Geändert 11.01.2018, 12:57

                                                  Für mich ein Traum von Film.
                                                  Ich hatte vorab schon in ein zwei Lieder raingehorcht, die man aus dem Trailer schon kannte und war dann ziemlich schnell sehr gehyped.

                                                  Meistens und vor allem das letzte Jahr hat es sich ausgezahlt mit wenig Erwartungen ins Kino zu gehen. Allerdings war das für mich bei "The Greatest Showman" nicht möglich. :)

                                                  Voller Vorfreude saßen wir nun in unseren Kinosesseln und haben gebangt, dass der Sound des Kinos hoffentlich auch schön laut ist. Denn ein Film in der die Musik so sehr im Mittelpunkt steht muss vom Sound her laut genug und klar sein.
                                                  Das war gott sei dank der Fall.

                                                  Als der Vorhang sich öffnete und man sofort ins Geschehen geschmissen wurde, denn der Film beginnt sofort mit dem ersten Song und einer riesigen Einführung ins Musicalerlebnis, breitete sich das Lächeln auf meinem Gesicht direkt aus.

                                                  Alleine Hugh Jackmann ist fast eine 10/10 Punkte Wert.
                                                  Mit welch einer Leidenschaft und Austrahlung sein Herz hier in jedem Ton steckt ist dem Zuschauer schnell klar. Das Strahlen und die Lebensfreude nimmt man ihn hier sofort ab. Gesanglich unfassbar gut, genauso wie der restliche Cast.
                                                  Unglaublich, dass das es hier eigentlich "nur" Schauspieler sind vergisst man schnell.
                                                  Jeder einzelne Song ist ein Ohrwurm, man will aufstehen klatschen und Tanzen. "This is me" ist für mich persönlich der schönste Musicalsong den ich in allen Musicalfilmen bisher gehört habe, vor allem die Message ist unfassbar schön und das der dann noch gesungen wird von einer Frau, der man ansieht, dass sie genau weiss worum es geht weil sie genau dies durchgemacht hatte macht alles so greifbar und bringt es ein Stück näher an das Publikum heran.

                                                  Die Story ist rund und vor allem die Hauptaussage des Films, eben das jeder schön ist und etwas Wert ist, geliebt werden kann und etwas erreichen kann steht hier vollkommen im Vordergrund und rührt an den richtigen Stellen den einen oder anderen sicher zu Tränen. Eine Prise Witz und natürlich die nich fehlende Dramatik runden alles ab.

                                                  Zac Efron, Rebecca Ferguson, Michelle Williams und nicht zuletzt Keala Settle glänzen alle stimmlich und schauspielerich für ein Kinoerlebnis dieser Art.

                                                  Für mich hatte dieses Film eine ganze Menge Magie und ist mir sofort in mein Cineasten-Herz geschossen <3

                                                  Für alle die offen sind für jegliches Genre bitte siehr ihn euch an.

                                                  Für alle die Musicalfilme sowieso mpgen, bin ich mir sicher sie verlieben sich genauso in "The Greatest Showman" wie ich.

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                                                    Earu 10.01.2018, 20:36 Geändert 15.01.2018, 21:33

                                                    Wundervoll! Natürlich nicht fehlerfrei, denn einige Szenen sind auch für ein Musical ein wenig sehr drüber, und die Fokussierung liegt leider zu sehr auf Barnum statt den Menschen in seinem Zirkus - schließlich ist das ein Musical und keine Biografie. Aber darüber kann man locker hinwegsehen, denn die Darsteller, die Ausstrattung, die Choreografien und vor allen Dingen natürlich die Songs sind einfach grandios. Allein die Eröffnungsnummer ist ein Brett, dass einen glatt von den Füßen haut, und alle anderen sind für sich sehr sehr schön.Ich war letzte Woche im Kino, habe mir vor ein paar Tagen den Soundtrack geholt und suchte den jetzt bis zum Umfallen ... und würde am liebsten noch mal direkt ins Kino. Auf den DVD-Start zu warten wird nämlich eine ganze Menge Nerven kosten.

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