Hampstead Park – Aussicht auf Liebe - Kritik

Hampstead

GB · 2017 · Laufzeit 102 Minuten · FSK 0 · Drama · Kinostart
Du
  • 5 .5

    Eigentlich müsste diese Story ja rauchig riechen und nach feuchter Erde schmecken, aber die Regie hat lieber Zuckerguss drübergekippt. [Stefan Benz]

    • 4

      Die beiden Hauptdarsteller Diane Keaton und Brendan Gleeson holen die Kastanien aus dem Feuer. Der Plot ist ausgelutscht (wenn auch auf einer wahren Begebenheit beruhend), die Gags oftmals zu gewollt (siehe Ukulelenorchester). Rechtliche Bedenken machen die Handlung nicht gerade plausibler: nach 17 Jahren Aufenthalt gehört der Grund und Boden offensichtlich dem Obdachlosen Donald, weil er sich da aufgehalten hat. Die verwitwete Nachbarin Diane tut sich mit ihm und einem entsprechenden Medienrummel zusammen und macht das alles wie erwartet legal.
      Zwei Außenseiter finden sich mit der ‘Aussicht auf Liebe‘, wie der deutsche Untertitel verheißt.
      Die klischeehaft versnobten Nebelkrähen aus der Nachbarschaft sind außer Fiona (Lesley Manville) doch recht farblos und Dianes Sohn bringt ebenso wie ihr Anwalt (Jason Watkins) keinerlei Schwung in die nette Handlung. Auch die restlichen Figuren werden so dahingetrieben ohne Impulse von sich zu geben. Man weiß, was da so auf einen zukommt. Bisweilen geht der Plot in Richtung Märchen. So wie beim Tischlein-deck-dich ist Donalds total demolierte Hütte im Nu besser hergerichtet als vorher.
      Lediglich Diane und Donald überzeugen mit ihrer menschlichen Tiefe. Obwohl vorhersehbar ist das Beste noch das mehrdeutige glückliche Ende, bei dem sich Kamera und Regie diskret zurückziehen.
      Ein harmlos netter Sommerspaß mit zwei großartigen Typen. Eine Love Story so kurz vor dem Altersheim, wenn zwei ausgeprägte Persönlichkeiten so etwas wie Gefühle austauschen und keiner ganz auf bisher Liebegewonnenes verzichten kann. Den Rest kann man vergessen.

      • 6

        Grundsolides (Liebes-)Drama mit zwei guten Hauptdarstellern, das mit einer gewissen Prise aus dem Sozialdramen-Genre gewürzt wurde. Einige Einschübe von leichter Komik (im Sinne von eher niveauvollem Humor) lockern die Erzählung über die leicht schrullige Emily und den extrem kauzigen Donald etwas auf und verleihen dem Film eine heiter beschwingte Note. Zwar kommt die Inszenierung etwas bieder daher und gefühlt kommt der komplette Film mit einem einzigen Theme aus, das noch nicht mal groß variiert wird, aber dennoch stellt sich eigentlich zu keinem Zeitpunkt Langeweile ein. Trotz einiger Unzulänglichkeiten transportiert 'Hampstead Park', versehen mit dem bewusst leicht doppeldeutigen Untertitel 'Aussicht auf Liebe', ein Gefühl der Wärme, der Freundlichkeit und des Wohlbefindens. Auch wenn die Chemie zwischen den beiden an sich guten Hauptdarstellern oftmals etwas unterkühlt wirkt, so macht es dennoch Spaß, ihnen bei ihren Begegnungen zuzusehen. So ist eben das Leben. Nicht jedes Paar ist ein von Hollywood inspiriertes Traumpaar, das von morgens bis abends von Schmetterlingen und Geigenklängen umweht wird. Oftmals reicht schon weitaus weniger für ein glückliches Zusammensein - wie etwa gegenseitiger Respekt, Verständnis und Loyalität - um nur mal einige der hier vorhandenen Beispiele zu nennen.

        5
        • 4 .5

          Ein mäßiges Märchen, das die wahren Mechanismen von Gentrifizierung und Enteignungen für Immobilien-Spekulationen oder Braunkohle-Abbau bei einer wohlfeilen Protestler-Kulisse ärgerlich ignoriert. [Günter H. Jekubzik]

          • 5

            An der Oberfläche droht die Seniorenromanze allerdings zum netten Nichts zu tendieren. Schuld daran sind ein schematisches und plattes Skript, Klischees aus der Rumpelkammer und eine grobschlächtige Inszenierung. [Andreas Günther]

            • 5 .5

              Die vermeintlich fromme Agenda des Films (gegen die Vertreibung im Zuge von Luxusbebauung!) ist deshalb nur schwer ernst zu nehmen – zumal der Film das Problem nicht annähernd gesellschaftlich begreift, sondern sich nur für die individuelle Geschichte des netten Hüttenkauzes interessiert. [Esther Buss]

              • 4

                Auch eine blendend aufgelegte Diane Keaton kann an der Seite von Brendan Gleeson nicht verhindern, dass Joel Hopkins neueste Oldieromanze bestenfalls gefällig vor sich hin plätschert. Der Londoner Stadtteil Hampstead erweist sich dabei zwar als filmreif, das Thema Gentrifizierung wird aber eher heuchlerisch abgehandelt. [Patrick Heidmann]

                • 6

                  Der kleine, enthaltsam süße und milde charmante Hampstead Park richtet sich an ältere Kinogänger. [Angie Errigo]

                  • 6 .5

                    Der zeitlos wirkende Dialog macht ihre Beziehung glaubwürdiger. Folglich ist etwas offenherziges und freundliches an den Darstellungen, das den Film schaubar macht, trotz seiner Schwächen. [Leslie Felperin]

                    • 6

                      Diane Keaton und Brendan Gleeson sind kein offensichtliches Paar - und trotz ihrer zusammengeführten Liebenswürdigkeit kann diese schmale romantische Komödie nicht das Gegenteil beweisen. [Guy Lodge]