Happy Family - Kritik

Happy Family / AT: Monster Family

DE · 2017 · Laufzeit 96 Minuten · FSK 0 · Animationsfilm, Komödie, Fantasyfilm, Abenteuerfilm · Kinostart
Du
  • 2 .5
    FlintPaper 27.09.2018, 23:07 Geändert 27.09.2018, 23:18

    Soweit ich das verstehe, ist dieser Animationsfilm mindestens zur Hälfte aus deutscher Produktion. Technisch ist das Teil dafür erstaunlich gut, die Bilder sind wesentlich aufwändiger als gewohnt, auch wenn man nicht ganz an die Qualitäten der US-Vorbilder herankommt. Inhaltlich ist das Ganze aber ein heilloses Durcheinander. Eine sich auseinander lebende Familie (Vater arbeitet nur, Tochter zickig, Sohn wird gemobbt, Mutter bemüht sich um Gemeinsamkeit, doch keiner hat Bock drauf) wird von Graf Dracula in Monster verwandelt (?), was irgendwie sinnbildlich für die ganze Nicht-Liebe in der familiären Struktur sein soll. Natürlich müssen sich die Vier wieder lieben lernen, um am Ende den Fluch zu brechen, nebenbei wird plötzlich auch noch die Welt gerettet und jeder der Familienmitglieder kriegt eine wichtige, moralische Botschaft mitgeteilt. Ist also kurz gesagt ziemlich furchtbar, die Liebe zur Familie wird hier auf das oberste Podest gestellt, was ja nicht unbedingt schlecht sein müsste, wenn die Charaktere nicht so halbgar und unsympathisch wären. Die Probleme der Familie sind zum größten Teil auch unglaublich oberflächlich, die Figurenzeichnung sowieso unter aller Würde. Das Leitmotiv des Vaters ist bspw., das er generell abwesend ist, übermüdet und Blähungen hat. Der Film hat übrigens ganz generell zu viel "Flatulence humor", versucht sich dafür aber an einem ziemlich erwachsenem Thema, zumindest teilweise - beides relativ talentfrei. Eine ganz gute Szene gibt es: Die Slapstick-Verfolgung mit der Hexe ist ziemlich gelungen, vor allem im Vergleich zum Rest des Films.

    2
    • 7

      Eine überraschende Steigerung der deutschen Ambient-Films, die zuvor Uncanny-Tarkan ähhh Tarzan und die dürftige Konferenz der Tiere inszenierten.

      Wer David Safiers Romane kennt oder sogar die Vorllage zu dieser Verfilmung gelesen hat, erkennt durchaus die Handschrift des Schriftstellers.

      Der Humor kommt nicht zu kurz, die zwischenmenschlichen Dynamiken und zu bewältigenden Probleme sind trotz des übernatürlichen Settings durchaus glaubwürdig.
      Daddy Wünschmann ist als Figur mit seiner übertriebenen Flatulenz zu eindimensional.
      Die Fledermaus-Sidekicks waren unnötig und sind höchstwahrscheinlich der Adaption als Comic Relief geschuldet.

      Die Animationen sind von Pixar noch einige Ecken entfernt, doch der Abstand fällt unerwartet kleiner aus, als gedacht.
      Der geschaffene Standard liegt zumindest über den Produktionen Spaniens, Australiens, Chinas und Südafrikas. Für Russland, Japan, Kanada/England oder US-Größen wie Illumination, Dreamworks, Sony, Disney und Pixar reicht es dann doch nicht.

      Ich kenne die Vorlage nicht und kann daher keine Änderungen zu ihr ausmachen oder bewerten.

      Happy Family ist ein durchaus sehenswerter, unterhaltsamer CGI-Film im Stil einer Monsterkomödie ähnlich Sonys Hotel Transylvanien.
      Die inhaltlichen Bezüge zu klassischen Universal Monstern wussten mir zu gefallen.

      Potentiell interessierte Moviepiloten sollten hier weder Horror, noch Meisterwerk erwarten.
      Für Ablenkung, Unterhaltung und als Lückenfüller für zwischendurch taugt 'Happy Family' aber definitiv.
      Wiederanschaupotential ist allerdings eher unterdurchschnittlich, denn hierfür bleibt die Figurenpalette mit nur zwei Highlights (Mutter Wünschmann und einem Blutsauger) dann doch zu mager.

      10
      • 6

        Süßer kleiner Streifen für einen gemütlichen Familienabend. Mit Feel Good Stimmung ausgestattet wird einem das ein oder andere Lachen entlockt. Farbenfrohe Animation mit schönen und bildgewaltigen Kulissen. Sehenswert.

        • 4

          Die deutsche Produktion ist erfreulich gut animiert und synchronisiert aber in punkto Story+Drehbuch bleibt sie weit hinter den US-Kollegen zurück. Die Kleinen werden trotzdem ihren Spass haben, während die Großen bereuen, nicht ihren Flachmann mit ins Kino geschmuggelt zu haben..

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          • 2
            Framolf 26.08.2017, 04:12 Geändert 07.09.2017, 03:22

            Das Positive zuerst: Die Animation ist für deutsche Verhältnisse bemerkenswert gut und kann auch nach internationalen Maßstäben einigermaßen mithalten. Auch die Synchronsprecher meistern ihre Aufgabe (fast) durchweg gut. Besonders Ulrike Stürzbecher (Emma) und Hape Kerkeling (Dracula) werten die Produktion ganz klar auf. Vor allem letzterer legt sich dabei mächtig ins Zeug und nimmt sich trotzdem selbst zurück. Während viele "ungelernte" Synchronsprecher gerne mal dazu neigen, der zu synchronisierenden Figur übermäßig den eigenen Stempel aufzudrücken und ihr damit Raum zur Entfaltung zu nehmen, wertet Kerkeling die Figur Dracula und letztlich auch den ganzen Film klar auf. Aus technischer bzw. handwerklicher Sicht ist also im Großen und Ganzen alles recht gut gelungen.

            Düster wird es jedoch, was das Drehbuch betrifft. Immerhin sind die hier transportierten Werte nicht ganz so grenzwertig wie in so mancher Hollywood Produktion, aber die Handlung wird (zumindest in der vorliegenden Inszenierung) völlig uninspiriert vorgetragen. Aber das ist noch nicht mal das größte Problem. In allererster Linie krankt 'Happy Family' an seinem regelrecht primitiven Gespür für Humor. Das Timing stimmt nicht, die Slapstickeinlagen sind zum Fremdschämen und die Kalauer versanden im Nichts. Ein paar kleinere Ideen (die meist mit einer Durchbrechung der Erwartungshaltung zu tun haben) lassen den Zuschauer durchaus mal leicht schmunzeln, nur leider hat man diesen Weg nicht konsequent bestritten. Stattdessen wiederholt man lieber unzählige male einige müde Gags, die vor 10 Jahren schon alt waren. So kann man höchstens die kleinsten Zuschauer und vielleicht noch ein paar unbedarfte Seelen beeindrucken (nichts für ungut!). Schade, hier wurde eine gute Chance achtlos weggeworfen.

            7
            • 3 .5

              Einzig das Sidekick-Trio der drei Fledermäuse sorgt für ein paar wohlige Momente [in Happy Family]. Der Rest ist Chaos-Slapstick zum Fremdschämen mit einem unreflektierten Hohelied auf die Familie. [Jörg Gerle]

              • 3

                Die Namen der Verantwortlichen zeigen, dass hier deutsche Animation auf dem Weltmarkt mitspielen will, aber eine große Mängelliste scheint die einzige eigenständige Qualität des nur wenig glaubwürdigen und oft sinnfreien Bieder-Spaßes zu sein. [Günter H. Jekubzik]

                • 7 .5

                  Ansonsten aber ist Happy Family absolut gelungen: ein tragikomischer Familienfilm, der wirklich unterhaltsam ist, dabei ein bisschen gruselig und am Ende doch die Familie feiert. Ende gut, alles gut. [Heidi Reutter]