Helle Nächte - Kritik

Helle Nächte / AT: Bright Nights

NO/DE · 2017 · Laufzeit 86 Minuten · FSK 0 · Drama · Kinostart
Du
  • 7

    Wer sich für das Drama menschlicher Distanzüberwindung in Millimeterschritten interessiert, wird die Luft anhalten und eine Spannung empfinden, die sich vor allem einem Kunstgriff verdankt: Arslan zieht in das mühsame Aneinanderherantasten von Vater und Sohn das klassische Muster einer Liebesgeschichte ein[...]. [Ursula März]

    • 7

      Helle Nächte lässt seinen Helden den Raum, sich und einander zu finden, sich kennen zu lernen, sich aufeinander zuzubewegen. [Katja Nicodemus]

      • 5 .5

        Lockerte Toni Erdmann gerade noch dieses Image des deutschen Films auf, beweist dieser Anti-Erdmann, dass man traditionsgemäß nichts zu lachen hat bei deutschen Filmen. Für alle, die mal so richtig runterkommen wollen – in Tempo und Stimmung – ist dieser Film allerdings Gold! [Günter H. Jekubzik]

        • 7

          Thomas Arslans Helle Nächte [...] ist immer dann am besten, wenn solche Autoszenen in ganz bestimmte, halbbewusstlose Innerlichkeitszustände umschlagen, wenn man als Zuschauer genau das ästhetisch erlebt, was man eigentlich von Autofahrten kennt. [Lukas Stern]

          • 7

            Dennoch bleibt [Helle Nächte] eine interessante Beziehungsstudie, ohne Pathos, ohne Lügen. Ein Festivalfilm, keine Frage, der bei der diesjährigen Berlinale für Deutschland zu Recht im Wettbewerb lief. Aber sicher kein Film für die Masse. [Kai-Oliver Derks]

            • 7 .5

              Thomas Arslan gestaltet eine beklemmende Vater-Sohn-Geschichte als existenzialistisches Road Movie. [...] [Er] inszeniert dies prägnant, kontrastreich und mit aussagekräftigen Ellipsen. [Heidi Strobe]

              • 8

                Ein entfremdeter Vater und sein Sohn fahren zur Beerdigung des Großvaters in den fernen Norden. Im Rahmen eines Road- und Buddymovies klammert Thomas Arslan alles aus, was komische und emotionale Entlastung bieten könnte, und kommt damit der Wahrheit der Entfremdung zwischen den Generationen schmerzlich nah. [Anke Sterneborg]

                • 6

                  So radikal der Ansatz von Helle Nächte auch ist: Am Ende ist die filmische Umsetzung vielleicht doch nicht radikal genug, um wirklich zu überzeugen. [Michael Meyns]

                  • 8 .5

                    "Die Leere am eigenen Leib spüren: Thomas Arslan schickt ein voneinander entfremdetes Vater-Sohn-Gespann nach Norwegen. Es hätte ein herzerwärmendes Road Movie werden können." [Michael Kienzl]

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                    • 4

                      Fans der Berliner Schule könnten die Leere von Helle Nächte als Tiefgründigkeit missverstehen. [Boyd van Hoeij]

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                      • 4 .5

                        Was die Landschaft angeht und ihre Weite und die für die Landschaft zu kleine Geschichte darin, ist Helle Nächte fast so etwas wie ein noch einmal reduziertes Remake des Vorgängerfilms. Allerdings ohne Pferde. Und auf einen einzigen, wenig dramatischen Konflikt heruntergekocht. Vater und Sohn und was sie verbindet und trennt. Ein bisschen Entwicklung. Das ist da. Und mehr ist da nicht. [Ekkehard Knörer]

                        • 5

                          Obwohl Helle Nächte unbestreitbar gut gespielt und gefilmt ist, gibt es nichts Erinnerungswürdiges an diesem Vater-Sohn-Trip. [Jay Weissberg]

                          • 5 .5

                            Die schöne Grundidee von Helle Nächte, eingebettet in eine wunderschöne Natur, kann seine Wirkung leider nicht entfalten. Die grosse Leere und Unzufriedenheit, die der Film zurücklässt, mag auch die eigene Interpretation nicht zu füllen.[Julia Stache]

                            • 4

                              Ein monoton nöliger Ösi aus Berlin fährt mit einem sehr schlechten Kinderdarsteller, der sich als sein Sohn ausgibt, durch Norwegen. Dabei kommt es zu veritablen Actionmomenten (der Sohn wirft Steine in den See) und dramatischen Zuspitzungen (das Auto rollt durch ein Schlagloch). Gegen Ende hat man leider was im Schnitt vergessen: Da ist eine ca. zehnminütige subjektive Autofahrt einen nebligen Berg hinauf liegen geblieben! Gleich am Anfang des Films gibt es eine unglaublich lebensechte Szene beim Mittagessen, da sagt eine junge Frau zum nöligen Ösi den Satz "Meine Zeitung hat mir angeboten, daß ich als Korrespondentin nach Washington gehe." Danach kann ja eigentlich nichts mehr kommen. Und da kommt auch nichts mehr.

                              6