Ich, Daniel Blake - Kritik

I, Daniel Blake

GB/FR · 2016 · Laufzeit 100 Minuten · FSK 6 · Drama · Kinostart
Du
  • 8 .5

    Dem 1936 in Großbritannien geborenen Regisseur und Autor Ken Loach verdanken wir viele Filme, die uns Einblicke in die Gesellschaftsstrukturen und die Geschichte seines Landes geben, sowie uns in die Köpfe unterschiedlichster (meist vom Schicksal gebeutelter) Menschen hineinblicken lassen. So bleibt er uns mit Komödien wie “Angel’s Share – Ein Schluck für die Engel” (2012) und Historiendramen á la “The Wind that shakes the Barley” (2006) im Gedächtnis. Sein neuester Film “Ich, Daniel Blake” (OT: “I, Daniel Blake”, GB/ Frankreich/ Belgien, 2016) schließt dort nahtlos an.

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    • 5

      Daniel Blake ist ein Mann, den manche als anständigen Arbeiter bezeichnen würden. Brav und pünktlich und versiert. Nun ist der alternde Tischler aber krank geworden. Er kriecht aufs Arbeitsamt, wo man ihm die Sozialhilfe verweigert. Er könne ja arbeiten gehen. Arbeitslosengeld gibt’s aber auch nicht, weil er laut Arzt nicht arbeitsfähig ist.
      Formulare, mit denen man Widerspruch einlegen könnte, gibt es nur noch im "Neuland", wie das mal eine alte deutsche Frau genannt hat, als sie zum ersten Mal vom Internet hörte. Auch der aufrechte Malocher hat dies noch nie von innen gesehen. Die Folge: Stromrechnung nicht bezahlt, Zwangsräumung droht. Alltag in Europas Landen. Loachs Film über den digitalen Analphabeten will wie immer hartes Sozialdrama sein.

      • Wie Ken Loach in den besten Momenten von Ich, Daniel Blake zeigt, ist er immer noch ein geübter Veteran darin, den Niedergetretenen mit offenen Armen, Würde und Zuneigung entgegenzutreten. [Robert Abele]

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        • 8 .5

          Mit Ich, Daniel Blake findet Mr. Loach zu alter Hochform zurück. [...] Und alle Darsteller liefern nuanciert-feinfühlige Darbietungen ab. [Stephen Holden]

          1
          • 6

            [...] Man muss aber resümieren, dass der politische Kern dieses Films nicht sehr präzise gebaut ist und nur mit sehr viel Wohlwollen als etwas lesbar ist, das über ein rebellisches Fuck you, system! hinausgeht. Man muss schon sehr mit der Allegorie-Lupe suchen, um sich eine tatsächliche Aktualität herzuleiten, denn die tatsächliche Gegenwart mit diffusen Feindbildern, alternativen medialen Wirklichkeiten und einem aufstrebenden Patriotismus, samt salonfähigem Chauvinismus; das alles finden wir in “I, Daniel Blake” genau gar nicht. Dazu hätte es gar keiner großen Subplots, sondern lediglich kleiner dramatischer Gesten gebraucht. [...]

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            • 5

              [...] Ken Loach macht es sich zu leicht. Vielleicht ist das die zentrale Erkenntnis des Films. Vieles an Ich, Daniel Blake wirkt überholt, so beispielsweise das schwarze Überblenden zwischen den einzelnen Szenen. In gewisser Weiße passt die Regie dadurch sehr zum Protagonisten Daniel, der fast schon klischeehaft den gutherzigen und technologiefremden Mitfünfziger gibt, der sich heroisch gegen die Behörden auflehnt, ganz einfach um nicht zu verhungern. Man muss ihn einfach mögen, diesen ehrlichen und aufrichtigen Daniel – und genau an dieser Stelle wird die Hauptproblematik des Films spürbar. Vieles ist banal und alltäglich, was für sich genommen kein Problem wäre. Doch das Drehbuch ist schlichtweg zu simpel, versucht alle Zuschauer am kleinsten gemeinsamen Nenner abzuholen und alleinig durch das tragische Schicksal einiger sozialer Verlierer zu bewegen. Das funktioniert, doch erkauft sich Loach diese Emotionen für einen hohen Preis. [...]

              5
              • 4 .5

                Ken Loachs Kino[...]ist ein Kino ohne Reibungsverlust, das die Welt vor marxistischem Theoriehintergrund übersichtlich erklärt.[...]Wer mehr will von ihm, also etwa eine Kunst der inneren und äußeren Komplexitäten, wird das als Armutszeugnis begreifen. [Ekkehard Knörer]

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                • 7 .5

                  Loachs unantastbares Gütesiegel ist sein bodenständiger Naturalismus[...]: Authentische Drehorte, Alltagssprachgefühl und eine schnörkellose Inszenierung. Doch die Thesenhaftigkeit seines Arbeiterklassen-Agit-Prop-Kinos lässt sich dadurch nicht kaschieren. [Andrey Arnold]

                  • 8 .5

                    Ken Loachs Film Ich, Daniel Blake feiert den Widerstand eines britischen Arbeitslosen. Jetzt läuft der Gewinner der Goldenen Palme in den deutschen Kinos an. [Kerstin Decker]

                    • 5

                      Daniel Blake ist ein Mann, den manche als anständigen Arbeiter bezeichnen würden. Brav und pünktlich und versiert. Nun ist der alternde Tischler aber krank geworden. Er kriecht aufs Arbeitsamt, wo man ihm die Sozialhilfe verweigert. Er könne ja arbeiten gehen. Arbeitslosengeld gibt's aber auch nicht, weil er laut Arzt nicht arbeitsfähig ist.
                      Formulare, mit denen man Widerspruch einlegen könnte, gibt es nur noch im "Neuland", wie das mal eine alte deutsche Frau genannt hat, als sie zum ersten Mal vom Internet hörte. Auch der aufrechte Malocher hat dies noch nie von innen gesehen. Die Folge: Stromrechnung nicht bezahlt, Zwangsräumung droht. Alltag in Europas Landen.
                      Loachs Film über den digitalen Analphabeten will wie immer hartes Sozialdrama sein. Zum Glück lebt Blake in einer Art Einhornland, und das ist die prekäre Klasse Englands. Dort wohnen Menschen wie Katie, ebenso pleite wie er, nur mit Kindern und voll lieb. Auch der Nachbar, der sich mit Schuhe dealen und Kiffen über Wasser hält, ist - Solidarität! - ein grundguter Kerl. Von denen ist hier die ganze Unterschicht voll.
                      Nun kann das ja im einzelnen mit der Solidarität stimmen. Aber hier kommt‘s doch etwas dicke. Der Film läuft nicht lange, da fühlt man sich leicht manipuliert. Spitzensache, dachten sie dieses Jahr in Cannes und pflanzten dem Film die Goldene Palme.

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                      • 8

                        Eine verdiente Goldene Palme und ein sehr notwendiger Film. [Günter H. Jekubzik]

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                        • 7 .5

                          Es ist ein wahrlich deprimierendes Bild, das Ken Loach vom britischen Sozialsystem in trefflich gewählten Schattierungen von Grau zeichnet. [Andreas Fischer]

                          • 8 .5

                            Dem 1936 in Großbritannien geborenen Regisseur und Autor Ken Loach verdanken wir viele Filme, die uns Einblicke in die Gesellschaftsstrukturen und die Geschichte seines Landes geben, sowie uns in die Köpfe unterschiedlichster (meist vom Schicksal gebeutelter) Menschen hineinblicken lassen. So bleibt er uns mit Komödien wie “Angel’s Share – Ein Schluck für die Engel” (2012) und Historiendramen á la “The Wind that shakes the Barley” (2006) im Gedächtnis. Sein neuester Film “Ich, Daniel Blake” (OT: “I, Daniel Blake”, GB/ Frankreich/ Belgien, 2016) schließt dort nahtlos an.

                            • 8

                              Loachs jüngster Film zeigt einen arbeitslosen Tischler im Räderwerk staatlicher Mangelverwaltung. Schnörkellos erzählt bis zum unversöhnlichen Ende, produziert er beim Zuschauer Anteilnahme und Wut. [Frank Arnold]

                              • 8

                                Ken Loach liefert mit Ich, Daniel Blake einen Film von immenser Traurigkeit ab, den jemand an die Wand des Department for Work and Pensions projizieren sollte. [Andrew Lowry]

                                • 8

                                  I, Daniel Blake ist eine den Zuschauer mitreißende Tragödie des einfachen Mannes. [David Rooney]

                                  • 8

                                    Ken Loachs I, Daniel Blake über einen leidenden Tischler, der dafür kämpft weiter Sozialhilfe zu empfangen, ist ein Film von bewegender Bedeutsamkeit. [Owen Gleiberman]