Isle of Dogs - Ataris Reise - Kritik

Isle of Dogs / AT: Untitled Wes Anderson Project

US · 2018 · Laufzeit 101 Minuten · FSK 6 · Animationsfilm · Kinostart
Du
  • 6

    Zwischen satirisch zugespitztem Politthriller und Abenteuerreise zerfasert der Film, der paradoxerweise gerade in der klassisch erzählkinohaften, man könnte beinahe schreiben: sentimentalen Dynamik der frechschnäuzigen Hunde eigentlich ein ausbaufähiges, konzentriertes Zentrum finden könnte. [Tim Slagman]

    • 8

      In seinem zweiten Animationsfilm erzählt Wes Anderson eine dystopischen Geschichte über ein Japan der Zukunft, in dem Hunde auf eine riesige, schwimmende Müllhalde verbannt werden. In Stop-Motion-Technik inszeniert und mit vielfältigen politischen Bezügen versehen, überzeugt »Isle of Dogs« als Würdigung für die Kraft der Schwachen und als Aufruf gegen Intoleranz. [Anke Westphal]

      • 9

        Vieles an „Isle of Dogs“ kommt einem bekannt vor. Die Geschichte hält sich an bewährte Wege, baut das eine oder andere Klischee ein und ist sowieso ziemlich simpel und geradlinig. Gleichzeitig wird man kaum einen Film finden, der seltsamer, verschrobener und überraschender ist als dieser hier. Ein Widerspruch? Vielleicht. Aber das wunderschöne Stop-Motion-Abenteuer um eine bizarre Hunderettung lebt wie die vorherigen Werke von Wes Anderson in einer ganz eigenen Welt, in der weder die üblichen Regeln, noch Logik oder Zeit etwas zu suchen haben.

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        • 8 .5

          Anderson hat ein starkes Gespür für Slapstick und visuellen Humor. Er nutzt den trockenen Humor genauso gut wie zu Zeiten der stummen Komiker. Aber wie all die Lacher und die starke Resonanz des Publikums zeigen, haben Anderson und sein Team mit Isle of Dogs vor allem eine Arbeit voller Anmut geschaffen. [Bilge Ebiri]

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          • 8
            NewYorkTimes 23.03.2018, 12:04 Geändert 23.03.2018, 15:01

            Mr. Anderson zieht einen ziemlich schnell und unvorbereitet in Isle of Dogs rein. Er mag Symmetrie, und im Gegensatz zu anderen Regisseuren heutzutage, gibt es in jeder Einstellung etwas zu entdecken. In diesem Film ist er wieder einmal sehr innovativ und ich könnte Stunden damit verbringen, den Hunden beim Schnüffeln zuzuschauen. [Manohla Dargis]

            • 8

              In einer Sichtung ist kaum zu erfassen, mit welchen Reichtum an Bildern und Verweisen Anderson die 100 Minuten seines Films gefüllt hat [...]. Eine Vielfalt, die sich auch in den Geschichten spiegelt. [...] Zeitgemäße Themen, die in Isle of Dogs - Ataris Reise aber niemals didaktisch verhandelt werden, sondern auf mitreißende, enorm phantasievolle Weise erzählt werden. [Michael Meyns]

              • 8

                Isle of Dogs ist eine wunderbare Fabel, in der wir die Tiere verstehen und die skurrilen Gefährten Ataris schnell lieb gewinnen. Wir leiden, bangen, hoffen und erfreuen uns an den Tieren, ihren Ideen und Gedanken. [Julia Stache]

                • 8 .5

                  [...] Gleich der Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale ist auch mein Vorab-Highlight gewesen: Wes Anderson lässt in Isle of Dogs – Ataris Reise nach Der fantastische Mr. Fox (2009) wieder einmal die Puppen tanzen. Wie üblich hat Anderson auch in seinem neusten Projekt eine namhafte Star-Riege um sich gescharrt. Diesmal stehen Edward Norton, Tilda Swinton, Bob Balaban, Jeff Goldblum und Bill Murray jedoch nicht selbst vor der Kamera, sondern leihen ihre Stimmen lediglich den wunderbar detailverliebt animierten Stop-Motion-Hunden, die sich gemeinsam mit dem kleinen Japaner Atari auf den Weg machen, dessen Hund Spots zu retten. Isle of Dogs – Ataris Reise ist ein visuelles Feuerwerk, ein Rausch der Sinne, fast in jeder Szene gibt es liebevolle Kleinigkeiten zu bestaunen – also eigentlich ein typischer Anderson. Wenn dem Film etwas vorgeworfen werden kann, dann, dass die Abenteuergeschichte um den Jungen Atari inhaltlich etwas dünn daherkommt und die Bezüge zur aktuellen weltpolitischen Lage auch nicht immer ganz stimmig aufgehen. Wer die auf die Müllinsel verbannten Hunde als Allegorie auf die aktuelle Flüchtlingskrise lesen möchte, wird dafür ebenso Ansatzpunkte finden, wie diejenigen, die in dem hundehassenden, manipulativen Bürgermeister Kobayashi ein Zerrbild des aktuellen US-Präsidenten sehen möchten. Es lassen sich für jede dieser Auslegungen auch Stolpersteine finden, welche die Interpretationsansätze unstimmig wirken lassen. Ein Beispiel: Wie lässt sich das Kobayashi als Trump-Gleichnis lesen, wenn gleichzeitig ausgerechnet eine amerikanische Austauschschülerin den Japanern Demokratie beibringt, falsche Fakten richtig stellt und einen Wahlbetrug aufdeckt. Vielleicht muss ich das Ganze auch erst einmal sacken lassen und mich einfach der visuellen Pracht ergeben – Wes Anderson war auch noch nie ein guter politischer Filmemacher. Mit Isle of Dogs hat der verspielte Regisseur auf jeden Fall einen perfekten Anti-Disney-Film erschaffen und mir einen sehr gelungenen Einstieg in die Berlinale gewährt. [...]

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                  • 8

                    Isle of Dogs ist ein einnehmender und entzückender Film über eine Gruppe von Außenseitern. [Guy Lodge]

                    • 7

                      Die Botschaft wird überstrapaziert, aber die Konstruktion besticht. [Andrey Arnold]

                      • 8
                        HollywoodReporter 16.02.2018, 11:08 Geändert 16.02.2018, 14:20

                        Den einzigartigen Charme von Isle of Dogs machen vor allem die unzähligen Kuriositäten, der schlaue Humor, die liebevollen Bilder und die geschickten Verzweigungen, die die Geschichte nimmt, aus. [David Rooney]

                        • 8

                          Anderson hat offensichtlich seinen Kurosawa studiert, so symmetrisch komponiert waren seine Einstellungen selten. [Dominik Kamalzadeh]

                          • 8

                            Wes Anderson solidarisiert sich mit den Ausgegrenzten in seinem wunderbar altmodisch-eckigen Animationsfilm Isle of Dogs. [Tim Caspar Boehme]

                            • 8

                              Isle of Dogs ist die vollständig überzeugende Vision eines heraufziehenden Totalitarismus, der im multimedialen Dauerfeuer von Verschwörungstheorien, Fake News und alternativen Wahrheiten alles Leben bedroht. [...] Kein Zweifel, Andersons vierter Beitrag zum Festival ist sein bislang reifster Film, mehr noch: ein dringend nötiger Weckruf vor der Einschläferung. [Philipp Bühler]

                              • 8

                                Was ist Anderson mit Isle of Dogs also gelungen? Ein politischer Kinderfilm? Man könnte ihn so nennen. Vor allem aber ein Film, der das Kind im politischen Menschen anspricht – und das hat vielleicht einst auch Susi und Strolch geliebt. [Wenke Husmann]

                                • 8

                                  Der US-Regisseur Wes Anderson erzählt in Isle of Dogs eine herzige, aber harmlose Hundefabel aus Japan. Auf dieser eklektischen, sehr farbenfrohen Folie erzählt Anderson eine Geschichte über Intoleranz gegenüber anderen Rassen und Schwächeren. [Andreas Borcholte]

                                  • 8

                                    "Wes Anderson bringt im fernen Japan mit strenger Ästhetik, gegen den Willen eines Diktators und doch vorbei an den Untiefen der politischen Allegorie zusammen, was zusammen gehört: den besten Freund und die dazugehörigen Menschen." [Karsten Munt]

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