Jackie - Kritik

Jackie

FR/US/CL · 2016 · Laufzeit 100 Minuten · FSK 12 · Drama · Kinostart
Du
  • 7
    RoosterCogburn 02.09.2018, 16:37 Geändert 03.09.2018, 02:14

    Wohl keine andere First Lady ist so durchleuchtet, analysiert, und popkulturell ausgeschlachtet worden wie Jacqueline Kennedy. Nur eine Woche nach der Ermordung ihres Ehemanns setzt sie sich am Sommersitz der Kennedy-Familie mit dem Reporter Theodore H. White vom Life Magazin zusammen. Der Film "Jackie" blickt semifiktional auf diese Woche zurück.

    Der Falle, dass jede filmische Nacherzählung einer Biografie am Mythos baut, kann man kaum entgehen. Doch "Jackie" ist nicht nur ein Film über die Konstruktion von Geschichte. Es ist ein Film, in dem erzählt wird, wie die Geschichte, die er erzählt, konstruiert wurde.
    Jackie selbst wirkt mal unsicher und naiv, mal clever und raffiniert, mal stark und gefasst, mal neurotisch und depressiv. Darstellerisch beeindruckt Portman, die sich Jackies Akzent, Körperhaltung und Mimik haargenau angeeignet hat. Jackie erscheint als eine Majestät auf Abruf, die nirgendwo mehr allein sein kann in diesem gigantischen Machtapparat.

    In wortlosen einsamen Szenen in langem Fluren, drohenden Nahaufnahmen, geflüsterten Verschwörungsgetuschel, ergreifenden Erinnerungen an banale glücklichere Zeiten, hangelt sich der Film von Moment zu Moment um uns dann das Attentat auf JFK zu präsentieren, welches in viel schauerlicherer Weise gezeigt wird, als ich es erwartet hatte. Und die wirkliche Schlüsselsequenz ist in Pablo Larraíns Inszenierung eine ganz andere..

    Close-Up einer Präsidentengattin.

    10
    • 7 .5

      Jackie ist ein ziemlich deprimierender Film, der es eindringlich schafft, die emotionale Achterbahnfahrt nach dieser Tragödie und dem darauffolgenden Chaos darzustellen und so rüberzubringen, dass man sich sehr gut in Jackie Kennedy hineinversetzen sowie auch ihre Ermüdung spürt. Diese Ermüdung spürt man zwar auch, weil der Film etwas zu lang ist, aber vor allem, weil der Film von Natalie Portmans fantastischer Performance lebt, die lebhaft, stur, ruhig, einzigartig im Umgang mit ihren Kindern und erfrischend aufmüpfig gegenüber vermeintlichen Autoritäten ist. Die Flashbacks sind schön eingebunden und der Film stellt die Vergänglichkeit im Kontrast mit den glücklichen Momenten der Kennedy-Ehe dar, was in einer starken Message resultiert. Der Reporter ist ein interessantes Framing Device und führt faszinierende Gespräche mit Jackie, bei der es auch interessant ist, sie im Umgang mit LBJ, Robert Kennedy oder dem Stab des Weißen Hauses zu sein.
      Mir war am Ende nicht so 100% bewusst, was der Film von mir will, aber es werden schon einige Themen angeschnitten: Wie geht man mit Trauer um? Was bleibt von uns, wenn wir weg sind? Was erreichen wir wirklich? (Letzteres wird sogar explizit erwähnt).
      Insgesamt ein starkes, sehenswerters Biopic mit einem seltsamen, aber auch seltsam eindringlichen Score, für das man in der Stimmung sein muss und das etwas Sitzfleisch erfordert.

      • 5

        Leider ziemlich langweiliger, dafür aber realitätsnah gehaltener Film. Portman in der Hauptrolle hat mir so gar nicht gefallen und auch sonst konnte Larraíns Inszenierung mich nicht wirklich ansprechen. Von einer filmischen Enttäuschung will ich aber angesichts der handwerklichen Qualität nicht sprechen.

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        • 9 .5

          Ein wunderbarer Biopic mit einer fantastischen Portman und einer tollen Filmmusik.Viele sagen der Biopjc sei trocken.Ich finde dass nicht,denn ich glaube nicht dass die reale Jackie in dieser Situation anders war.Aber gut jeder hat eine andere Meinung und das ist auch gut so.Zurück zu den Film also ich finde dass es einer der besten Filme 2017 war und deswegen empfehle ich den Film weiter.

          • 6

            Die Erzählungsweise und die Art wie der Film gemacht ist, ist sehr interessant und speziell. Schon die Kameraführung habe ich so noch nie gesehen. Der Soundtrack ist auch sehr passend dazu.

            “Jackie“ ist eine trockene Filmbiografie die nicht einmal den nötigen Tiefgang hat. Die Charakteren sind bis auf Jackie Kennedy eher langweilig gezeichnet worden.

            Es ist interessant das Geschehen von Jackie Kennedys Augen zusehen aber schlussendlich fehlte mir etwas an diesem Film.

            Natalie Portman spielt ihre Rolle gut und wurde zurecht für einen Oscar nominiert.

            “Jackie“ ist kein Highlight aber schlecht ist der Film auch nicht.

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            • 3

              "Jackie", trockenes Biopic mit aufdringlichem Soundtrack.

              "Jackie" war 2016 so ein Film, den ich unbedingt im Kino sehen wollte. Zum Glück habe ich diese Chance verpasst. Nun hatte ich mich noch nicht sehr mit dem Kennedy-Attentat und Jackie Kennedy auseinander gesetzt und erhoffte, mir durch diesen Film einen kleinen Einblick zu erhaschen, um mehr über die Kennedy-Witwe zu erfahren und Lücken im Nachhinein nachlesen zu können. Noah Oppenheim durchkreuzte meinen Plan mit einem Drehbuch, das kaum etwas mit der Protagonistin zu tun hat, denn ausschließlich behandelt der Film die Zeit nach dem Attentat, die Beerdigung des Präsidenten und die schwierige Zeit, die Jackie danach durchlebt. Natürlich gehört auch dies zu ihrer Biographie und es ist wichtig zu erfahren, wie sie damit umging, aber dem Film fehlt hier einfach der Tiefgang. Ich bin mir nicht sicher, ob es als Stilmittel gedacht war, die Handlung so schleppend darzustellen, um die Emotionen von Jackie dem Zuschauer näher zu bringen, die sich selbst irgendwie durch diese Zeit geschleppt haben muss. Doch leider ist es auch so, dass der Film kaum etwas über Jackie Kennedy preis gibt, außer vielleicht, dass sie sehr kontrolliert, wehmütig und kühl war. In dem Video, das im Film gezeigt wird, in dem sie das weiße Haus zeigt, wirkt sie auf mich sogar ziemlich einfältig und naiv. Im Grunde kann man sagen, dass ihr eine Person ganz gehörig die Schau stiehlt und diese ist im Film nicht einmal anwesend: John F. Kennedy. Natürlich hat die ganze Welt sie nur als seine Frau und später dann als Witwe gesehen, selbst wenn sie versucht hat, sich davon los zu eisen. Doch im Film wird kaum etwas über sie oder ihr leben erzählt. Man weiß nicht wer sie war, immerhin hatte sie ja auch mal ein Leben vor ihrer Ehe und vor der Präsidentschaft ihres Mannes. Doch davon erzählt der Film nichts und somit fällt dieser in meiner Wertung als Biopic auch völlig durch.
              Natalie Portman (Jane Got a Gun) spielt wie immer hervorragend und ich finde ihre Darbietung keineswegs übertrieben. Die Kameraführung ist gelungen, das einzige was so richtig stört ist Mica Levis aufdringlicher und nerviger Score, der in den Ohren viel zu laut und anstrengend klingt. In vielen Szenen ist er so penetrant, dass man kaum der Handlung folgen kann.
              Die Bilder sind trist gehalten, was die gedrückte Stimmung nach dem Attentat unterstreicht Stéphane Fontaine hat hier ganze Arbeit geleistet.

              "Jackie", Drama trifft es, Biopic ist zu viel gesagt.

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              • 5

                Bei diesem Film bin ich ich sehr Zwiegestalten. Die Thematik und die Figur der Jackie Kennedy sind an und für sich sehr interessant. Nur leider ist die Umsetzung in diesen Film oft etwas kühl. Gerade dieses "direkt in die Kamera schauen" bei den Dialogen erschien mir sehr befremdlich.
                Außerdem hat mich das Acting von Natalie Portman nur teilweise überzeugt. In einigen Szenen spielt sie die Jackie oft herausragend, in anderen übertriebt sie es dann zu sehr mit ihrer Darstellung. Methode Acting hin oder her; alles braucht seine Grenzen um nicht unfreiwillig komisch zu wirken.
                So ist "Jackie" ein trockenes Biopic, das mir ebenso wie seine Hauptdarstellerin zu oft auf die Tränendrüse drückt und stellenweise sehr gewöhnungsbedürftig inszeniert ist.

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                • 5
                  Polyphem 29.12.2017, 22:59 Geändert 29.12.2017, 23:04

                  Unzählige Male wurde die Schädeldecke des US-Präsidenten Kennedy aufgeschossen. Ich dürfte sie jetzt besser kennen als meine Nachbarn. Irgendwann wird auch der Fußnagel von Kennedy einen Spielfilm oder eine Netflixserie erhalten. Bis dahin fliegen uns die Gehirnteile in 4K-Auflösung entgegen. Anschnallen und 3D-Brille auf! Die unpolitische Mutter der Nation wird im goldenen Käfig samt nationalstaatlicher Leichenfledderei serviert.

                  Die Persönlichkeit und politischen Positionen von Jacqueline Kennedy Onassis werden nahezu ausschliesslich, wenn überhaupt, über das Attentat ihres Mannes definiert. Die Jahrzehnte ihres Lebens vor und nach dem Attentat spielen keine Rolle. Man lässt sie lieber im Blut ihres Mannes stehen. Dabei versuchte sie Ende der 1960er nicht mehr ausschliesslich als Kennedy-Witwe wahrgenommen zu werden. Sie empfand es als beklemmende Besessenheit, wie die Amerikaner mit ihr umgingen. Der Film will ihre Gefangenschaft noch nach ihrem Tod fortsetzen.

                  Ein Präsident ist staatliches Inventar. So auch eine First Lady. Die Krise der Upper Class sieht so aus: Wer kriegt den Chauffeur? Wer die Villa? Wer darf mit der Presse sprechen? Wo soll das Staatsbegräbnis stattfinden? Wer begehrt mich als Nächster? Eine Millionen Klamotten. Eine Millionen Räume. Eine Millionen Diamenten. Aber die First Lady hat keine politische Vision. Soviele Möglichkeiten und keine Ambitionen. Sie ging tatsächlich lieber shoppen in Paris. Aber das zeigt man lieber nicht.

                  Wir blicken stattdessen in das Auge des Wirbelsturmes, welches eines der größten Traumata in der US-Geschichte hinterlassen hat. Die alten Verwundungen werden mit "Jackie" erneut untersucht, womöglich um für die Gegenwart zu lernen. Was wäre, wenn Trump erschossen würde? Ein Vehikel für diese nationale Abtastung ist jedenfalls das Weisse Haus, indem ein Kamerateam damals wie heute, von "Jackie" kommentierend durchgeführt wird. Interessant sind lediglich die Nuancen, wenn gesagt wird, dass die Welt verrückt geworden sei.

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                  • 6
                    hallidalli 18.12.2017, 00:31 Geändert 18.12.2017, 00:34

                    Man sollte wissen das es sich hierbei um eine trockene Filmbiografie ohne weitere Zusätze handelt..! Ich hätte gedacht das das ganze für die Zuschauer etwas schwungvoller inszeniert wird,. pustekuchen.

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                    • 8
                      YupYum 10.12.2017, 23:57 Geändert 12.12.2017, 23:39

                      "I'm no First Lady anymore - you can call me Jackie".
                      Vordergründig unspektakulär und unaufdringlich gehalten, hypnotisch, symphonisch und dramaturgisch durchgehend in der Tonlage Moll schwebend: Spätestens nach einer halben Stunde wird der halb-surreale Film zum selbstsprechenden Trip, die Bilder und philosophischen Fetzen formen sich zu einer tief bewegenden Gleichung, die man so schon lange nicht mehr sehen oder fühlen konnte. Die Risse durch Ratlosigkeit und Überforderung und die Verzweiflung einer, als ohne Morgen terminierten Situation, im glamourösesten Haus in der glamourösesten Zeitepoche der ganzen Geschichte mit der glamourösesten aller First Ladies - ein Film über diese Thematik kann sich schlicht keine Fehler erlauben, und er tut es auch nicht. Nathalie Portman's Sprach-Intonierung ist schlicht grossartig, die Ausstattung seltsam elegant reduziert gehalten, die Musik-Fragmente von Mica Levi bedrohlich-schwer und die minimal gestreuten Geschichtslektionen angenehm unpathetisch.

                      Ohne jeglichen Kitsch oder überflüssigen Firlefanz und erst noch mit einer kurz gehaltenen Spieldauer, ist "Jackie" bestimmt ein Highlight des Kino-Jahres 2017 geworden - ein völlig unprätentiöses Schwelgen und ein grosser Nachhall ist hier garantiert. Und John Hurt sagt uns: "Wenn wir im Bett nachts an die schwarze Decke starren, macht nichts mehr einen Sinn, Antworten auf die wichtigsten Fragen bekommen wir im Leben keine. Aber jeden Morgen danach kochen wir wieder Kaffee." - Grossartig!

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                      • 5 .5
                        cycloo77 20.11.2017, 02:20 Geändert 20.11.2017, 03:18

                        Natalie Portman das kleine Mädchen aus Leon der Profi... Aber Hallo was ist aus diesem kleinen Mädchen geworden, eine wunderschöne Frau und eine atemberaubend starke Schauspielerin.
                        Meine Bewunderung hat sie sicher!

                        Jackie!
                        Das ist ein interessanter Einblick in eine Welt in der nur wenige Menschen jemals Zutritt haben...und das ist auch gut so!
                        Dieser leicht glorifizierende Blick auf eine Frau/First Lady die in ihrer Aura und Polarisierung wohl einmalig bleibt.
                        Authentische Bildersprache die des öfteren aber ins Dokumentarische abschweift und sich so ihrer Wucht beraubt. Denn Dokumentationen über die Kennedys gibt es wie Sand am mehr.
                        Für mich ist Jackie kein Film den es zwingend noch gebraucht hätte, aber Natalie Portman und dem wunderbaren John Hurt habe ich gerne zugeschaut.

                        Meine Erkenntnis ist, egal wie berühmt, reich, geliebt, gehasst oder vieviel Macht man besitzt, wenn Abends im Bett das Licht Aus geht, ist man mit seinen Demonen ganz allein.

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                        • 4

                          Obwohl ich ein Natalie Portman Fan bin, fand ich dieses übertriebene Method-Acting einfach nur furchtbar schlecht. Nicht nur, dass das Abmagern für die Rolle krank ist, es trägt in diesem Fall auch überhaupt nicht zur Vertiefung des Filmes bei und ist nicht besonders gut gespielt.
                          Da auch der Tod und die Trauer um Kennedy auf Grund der Tatsache, dass Präsident Kennedy der die Mafia benutzt hat um gewählt zu werden und sie danach verfolgt hat, nicht wirklich bemitleidenswert ist, greift auch dieses plumpe heischen um Emotionen nicht.

                          • 7

                            Erwartet habe ich eine etwas scharchige Biotopic mit solider schauspielerischen Leistung.
                            In den letzten Jahre ist Natalie Portman bei mir ziemlich in Ungnade gefallen. Eigentlich ohne konkrete Auslöser aber nach ca. 2010 konnte ich die einfach nicht mehr sehen oder ertragen. Aber, mein Gott, sie ist Jackie Kennedy. Klar, gewisse Ähnlichkeiten in der Optik sind eh vorhanden. Aber diese Darstellung und Körpersprache und erst dieser Akzent! Irre!
                            Kein Film, den ich mir ins Regal stellen würde, dafür ist er dann doch zu unspektakulär, aber mein lieber Scholli Frau Portman! Sie hat mich wieder.

                            • 0

                              Ich habe zwei Anläufe gebraucht, um den Film überhaupt bis zum Ende schauen zu können und ich habe fast jede Minute gehasst. Ich kann mich gar nicht erinnern, welchen Film ich vorher als "Hassfilm" gekennzeichnet habe; aber ich fand an "Jackie" fast alles unterträglich. Allem voran die Performance von Portman. Ja, sie mag historisch korrekt sein; wirkt aber heute dermaßen aus der Zeit gefallen, dass die Person "Jacqueline Kennedy" wie eine Karikatur wirkt. Da hier so auf historische Korrektheit / Übertragung geachtet wurde, bin ich schon erstaunt, dass so ein Mythos entstehen konnte, denn an dieser Frau scheint alles Oberfläche gewesen zu sein. Das war offenbar das Einzige, was ihr wichtig war. Kontrolliert bis ins letzte Detail und dadurch absolut unauthentisch und unsymphatisch.

                              Die filmischen Entscheidungen konnte ich ebenso nicht nachvollziehen. Die Musik war katastrophal aufdringlich und unangenehm - inklusive der Abspannmusik. Selten einen so nervigen Score gehört. Schon dass ich den Soundtrack in jeder Szene aktiv gehört habe, hat mich gestört. Die Zeitsprünge schienen mir oft unmotiviert. Einzig die Sequenz, in der Jackie durch die Räume des Weißen Hauses wandelt, mit einem Drink in der Hand und dem Soundtrack von "Camelot" fand ich wunderbar surreal; außerdem hatte diese Szene den Bonus, dass Portman nicht sprach...

                              Ja, ein entlarvendes Portrait einer Persönlichkeit der Zeitgeschichte; aber für mich persönlich einfach nur anstrengend.

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                              • 8

                                Am 21. November 1963 wurde John F. Kennedy auf der Dealey Plaza in Dallas erschossen. "Jackie" setzt nahtlos an dieses Attentat an und zeigt wie Jackie O. Kennedy (gespielt von Natalie Portman) das Attentat erlebt hat, die während des Attentats auch mit im Auto war.

                                Der Film besticht vor allem durch die extrem bedrückende Atmosphäre und der großartigen Leistung Portmans. Sie hat die Redensweise und auch die Art von Jackie O. bis ins kleinste Detail umgesetzt. Der geniale Soundtrack von Micah Levi verstärkt die bedrückende Atmosphäre des Films noch mehr.
                                Regisseur Pablo Larrain zeigt hier eine außerordentliche Detailverliebtheit, man könnte fast meinen, dass es sich hier um eine Dokumentation mit noch nie gesehenen Szenen handelt. Dies sieht man u.a. an der Kulisse und den Kostümen.

                                Wie Jackie O. das Attentat und auch Folgen davon erlebt hat, ist hier unglaublich gut inszeniert worden. Man hat bewusst unwichtige Details was Beziehungen zu anderen Personen angeht weg gelassen und sich hier auf das wichtigste Beschränkt was dem Film aber sehr zu Gute kommt.

                                Ich kann "Jackie" jedem empfehlen der sich auch nur ansatzweise für das Attentat auf JFK interessiert nahelegen. Man bekommt hier einen ganz anderen Blick auf die Geschehnisse wie man es von den meisten Dokumentationen kennt. Zudem darf man hier eine sensationelle schauspielerische Leistung von Natalie Portman bewundern für die sie die ein oder andere Auszeichnung locker verdient hat.

                                • 9

                                  Natalie Portman hätte hier den Oscar verdient!

                                  • 6

                                    inhaltlich interessant, "das Ganze" mal aus Jackies Sicht zu sehen. Bestimmt war die den Film durchziehende und tragende Schwermut genau DAS, was Jackie seinerzeit ausgemacht hat, aber für mich war es too much. In manchen Szenen schien es, als wäre der unscharfe Hintergrund nur einkopiert und in anderen Szenen musste man sich geradezu schützende die Hand vor Augen halten vor so vielen musealen Details. Die Kamera schien unmotiviert mal handwackeln und mal statisch bleiben zu wollen. Der Schnitt fiel auf, was an sich ja schon schlecht ist. Ich weiß nicht....Gelangweilt habe ich mich nicht.

                                    • 7

                                      "Jackie" ist ein sehenswertes Porträt einer starken Frau. Obwohl, "Jackie" ist doch mehr eine intensive Momentaufnahme. Pablo Larrain hat genau den richtigen Ansatz gefunden, Jackie Kennedy in den Mittelpunkt eines Films zusetzen. Dabei wurden die Stunden und Tage nach dem Mordanschlag an John F. Kennedy gewählt. Mit wunderbar gefilmten Bildern, einem interessanten und experimentellen Soundtrack und einer unvergleichlich guten Natalie Portman in der Hauptrolle, entwickelt der Streifen seine eigene Sogwirkung.

                                      "Jackie" ist sicher kein Film für mehrere Sichtung, aber ein sehenswerter Film für den Moment. Eben genau so, wie der Blick auf Jackie Kennedy in diesem Film ist. Eine Momentaufnahme.

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                                      • 7 .5

                                        Kein Biopic, nicht einmal ein Portrait, stattdessen die Bestandsaufnahme eines Menschen in einer Extremsituation; sehr spröde erzählt und von Portman in einer weiteren herausragenden Leistung auch sehr spröde gespielt - weder sie noch der Film sind um die Sympathien des Zuschauers bemüht. Was großartig ist. Formal ist das ein Fest für die Sinne; man wähnt sich im Alptraum eines anderen Menschen, zusätzlich grandios irritiert von Mica Levis tollem, sehr präsenten Score. Ein zutiefst befriedigendes Filmerlebnis. Nur Indie-Darling Greta Gerwig triftt mal wieder jeden falschen Ton.

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                                        • 9

                                          Diese Erzählweise. Diese Art der Kamera. Die Integration von Camelot. Die gespaltene Jackie. Und Sir John Hurt. Und Natalie Portman. Ein Kinobesuch, an den ich jetzt noch, nach einem halben Jahr, voller Begeisterung zurück denke.

                                          • 8

                                            „Jackie“ mag formal ein Biopic von Jackie Kennedy sein, ist aber anders, als man erwarten würde. Durch die zeitliche Konzentration auf die Tage nach der Ermordung ihres Mannes, audiovisuelle Sonderbarkeiten und einen ungewöhnlichen Rahmen wird die Geschichte der Ikone zu einem ausgesprochen ambivalenten Porträt – gezeigt wird eine Frau zwischen aufrichtiger Trauer und manipulativer Inszenierung.

                                            • 6 .5

                                              Das haben historische Rollen halt so an sich: sie bieten oft die Chance für wirkliche hohe Schauspielkunst an die Darsteller, aber mitunter einen geringen Unterhaltungswert. So ist auch dieser Film eine relativ zusammengeschnittene Menge an Szenen mit ständigen Zeitsprüngen die einfach ganz markante und wesentliche Momente anbringt: Jackie wie sie den Anschlag erlebt, wie sie neben dem Sarg ihres Mannes im Flugzeug sitzt, wie sie ihren Kindern die schlimme Nachricht überbringt oder wie sie nach dem Attentat ins Badezimmer geht und sich das Blut abduscht. Bei all dem ist Natalie Portman geradezu in ihrem Element – wie so oft in solchen Fällen ist das drumherum dann zwar historisch glaubwürdig akkurat gehalten, aber eben einfach nur eine Abfolge von Momenten. Man kann es je nachdem schaffen sich von Portman so gefangen nehmen zu lassen daß man die seelische Leidenstour die ihre Figur durchleiden muß erahnen kann, ich kann aber auch verstehen wenn man diesen Film als pure Langeweile abtut.

                                              Fazit: Groß gespielte Darstellung furchtbarer historischer Momente!

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                                              • 7

                                                Schauspielerisch und inszenatorisch ist "Jackie" auf hohem Niveau. Besonders konnte mich die Filmmusik begeistern, was ich nach ein paar Hörproben des Scores im Vorfeld nicht gedacht hätte. Leider sehe ich in dieser Geschichte (in filmischer Hinsicht) nichts besonderes, was mir selbstverständlich bereits im Vorfeld klar war, da es sich schliesslich um ein Biopic handelt.^^
                                                Dennoch wurde der Charakter von Jacqueline Kennedy (Jackie) ausführlich beleuchtet, was den Film inhaltlich ziemlich interessant macht. Der Film könnte ausserdem, aufgrund seiner beeindruckenden Kulissen (z.B. "Das weisse Haus"), den ein oder anderen zu einer Reise nach Washington D.C. bewegen. :-)

                                                • 8
                                                  sachsenkrieger 14.05.2017, 11:20 Geändert 14.05.2017, 11:21


                                                  PRIESTER: ... und dennoch, jeden Abend, wenn ich zu Bett gehe, das Licht ausmache und in die Dunkelheit starre, frage ich mich: Ist das wirklich schon alles? Jedes Lebewesen tut das. Doch wenn der Morgen anbricht, wachen wir auf und machen uns einen Kaffee. Weil wir so sind. Doch Gott in seiner unendlichen Weisheit, hat dafür gesorgt, das es uns gerade so reicht...

                                                  Ein Interview des Time Magazine mit der ehemaligen First Lady Jacqueline Kennedy, eine Woche nach dem Attentat auf den Präsidenten, bildet den Rahmen, auf dem Regisseur Pablo Larrain, oberflächlich betrachtet, (nicht nur) eine Woche im Leben der Kennedys rekapituliert. Das Bild aber, das sich nach und nach auf der eingespannten Leinwand abzubilden beginnt, und in dem jeder Zuschauer etwas anderes erkennen wird, zeichnet das Leben dieser famous people, für mich als ein Sinnbild für alle Leben, die jemals gelebt wurden und gelebt werden. Die Titanic ist gesunken, John F. Kennedy wurde ermordet, Bibi hat Hundefutter gefressen. Schiffe gehen unter, Menschen sterben, die Dummheit des Menschen ist grenzenlos. Das Leben ist ein Theaterstück und wir sind, entgegen der landläufigen Meinung viel zu vieler, wohl einfach nur Statisten. Egal, was wir zu inszenieren versuchen, egal ob wir reich oder arm sind, stark oder schwach, mächtig oder ohnmächtig, zielstrebig oder desorientiert, schlau oder dumm, jung oder alt, oder was auch immer sonst, die Regie führen wir nicht. Da können wir, so empfand ich die Darstellung Jackies im Film, noch so sehr versuchen, uns ein Leben selbst noch nach dem Tode zu konstruieren, noch so sehr den Schein zu wahren versuchen, es ist wie es ist. Man muss auch mal loslassen können. Larrains JACKIE, offenbart bei entsprechender Neigung, ebenso viel Weisheit, wie manch ein alter Klassiker der philosophischen Literatur. Ewig suchen, endlos streben, ohnmächtig gegenüberstehen, trauern, lachen, wüten, tanzen, weinen, zürnen, und alles andere, das der vermeintlichen Liebe des größten aller Geheimnisse entspringt.

                                                  Natalie Portman kann und wird wohl froh sein, das die große Zeit der Hollywood-Ikonen vorbei ist, denn sie wäre sonst wohl eine. Im Laufe der letzten zwanzig Jahre, hat sie sich zu meiner Lieblingsschauspielerin entwickelt und muss nichts mehr unter Beweis stellen, keine Preise mehr gewinnen, wenn sie mit ihrem Spiel Herzen gewinnen kann. JACKIE, den man wohl nicht alle Tage sehen muss, ist ein einfühlsam inszenierter, großartig fotografierter, melancholisch vertonter Film über ... hier die persönliche Sicht der Dinge eintragen...

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