Kids - Kritik

Kids

US · 1995 · Laufzeit 90 Minuten · FSK 16 · Drama · Kinostart
Du
  • 7

    [...] Etwaige Schuldfragen verhandelt Kids allerdings nachrangig; Clark besitzt kein Interesse daran, eine konventionelle Geschichte aufzuziehen und Moral zu predigen. Viel mehr wagt sich der Regisseur an die Bestandsaufnahme einer Generation von Abgehängten. Durch einige Zuspitzungen erhält sein Porträt zwar einen kritischen Charakter, bewegt sich dabei jedoch stets auf Augenhöhe mit seinen Figuren, anstatt auf sie herab zu blicken und sie von vorneherein zu verurteilen. Clark traut es seinem Publikum zu, die vielen Ambivalenzen ohne vorgegebene Haltung zu reflektieren.

    Seine immense Wirkung entfaltet der Film gerade aufgrund der ungekünstelten Herangehensweise und der Nähe zu seinen Figuren, an denen die Kamera stets haftet. Statt ausgestalteter Szenen setzte Clark auf Improvisation und entwickelte einen Erzählfluss ohne Plot Points, der sich ganz dem Gefühl der Jungdarsteller verschreibt und in jedem Moment Authentizität atmet. Die rüde Sprache der Jugendlichen, der Schauplatz New York und das Klima der Neunziger Jahre formen ein Sommerferien-Amalgam. Diese spezielle Version der Teenagerwelt befreien Korine und Clark von allen Autoritäten. Indem sie die Eltern der Protagonisten aussparen, schenken sie ihren Figuren die völlige Freiheit.

    Doch die Selbstbestimmung, die von der Jugend der Fünfziger Jahre noch erträumt und erkämpft wurde, wird in den Neunzigern [...]

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    • 6

      Ok, auch schlechte Filme können Kultstatus erlangen. ich weiß bis heute nicht warum ein Freund behauptet hat der fiese Telly erinnere ihn an mich, aber es ist nur eine der damit verbundenen Erinnerungen. Ebenso ließ sich mein Lieblingslehrer mal darüber aus. Der Film haut einen um wenn man nicht darauf gefasst ist: mit schonungslosem, harten Blick auf ein paar asoziale, miese Kinder deren einzige Zeitvertreibe Drogen, Gewalt und Sex sind. „Ein Blick in eine gottlose Welt“ nannte ihn mein Lehrer. Stimmt auch irgendwie. Der mit Absicht mit wackeliger Handkamera inszenierte Film ist eigentlich schockierend wenn man ihn ernst nimmt – oder man lacht sich einfach über die gezeigten Asis kaputt. Ich will dem Film ja seine ernsthaften Absichten nicht madig machen, aber aus meiner Sicht wäre er voll und ganz „verzichtbar“ gewesen. Aber es gibt auch andere Leute die an diesem Mist viel Spaß hatten.Fazit: Schockierende Betrachtung brutaler Kids – hart und radikal,

      • 6 .5

        Sehr aktuelle Thematik, leider kratzt der Film nur an der Oberfläche. Mich hätten z.B. die Familien hinter den Jugendlichen viel mehr interssiert, als eine fünfminütige Vergewaltigungssequenz.
        (Tipp: Umbedingt auf Englisch ansehen, auf Deutsch wirkt der Jugendslang einfach nur lächerlich)

        • 5 .5

          Gestern als Bluray eingesackt, hatte ihn aber besser in Erinnerung.
          Die Dialoge teilweise echt zum Fremdschämen...
          NAja vllt liegt es auch am fortgeschrittenen Alter. Als Teenie fand ich den auf jeden Fall gut... Jetzt ist er zumindest für mich nichts besonderes mehr.

          • 7 .5

            "Kids ist dabei nicht zwingend repräsentativ für die Welt der Jugendlichen Mitte der 1990er – vielleicht nicht einmal unbedingt für die im New York der damaligen Zeit. Auch wenn viele Elemente des Films den Beteiligten bekannt vorkamen. Dennoch vermochte Clark, der vor Filmbeginn viel Zeit mit den Jugendlichen verbrachte, um ihr Vertrauen zu gewinnen, durchaus die Atmosphäre eines jungen Lebens zu der damaligen Zeit einzufangen."

            • 3
              roger.birrer.5 05.03.2017, 21:49 Geändert 05.03.2017, 21:51

              Lächerlich. Auch 20 Jahre danach. Selbst für das verdorbene Amerika wohl ziemlich unrealistisch. Und eher langweilig, hirnloser Teeny-Softporno.

              • 6
                BossMarco 09.01.2017, 17:53 Geändert 09.01.2017, 17:55

                Der Film war damals schon umstritten. Für mich fehlte einfach der Tiefgang der Charakteren. Die Handlung ist ja noch interessant aber zu oberflächlich erzählt. Aber schlecht ist der Film keinesfalls.

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                • 4 .5
                  Taxxido Mask 21.11.2016, 04:49 Geändert 22.11.2016, 00:07

                  RTL Doku ohne Handlung oder Bezugs Charakteren !

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                  • 8

                    Damels in den 90ern mit der ganzen Clique im Kino gewesen. War danach einfach Kult für jeden von uns. Haben uns noch wochenlang die "Zitate" um die Ohren gehauen. "Hast du diggen Säck?" :D Hach..war ne geile Zeit.....und damals einfach ein Film der genau den Nerv der Zeit getroffen hat.

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                    • 6

                      Kids fand ich damals als Junge extrem krass. Mich hat es schockiert wie es wohl in den USA so zugehen mag und dachte mir, bei mir läuft es ja Gott sei Dank nicht zu. Kids hat mich dann aber auch doch unterhalten, wir haben den Film damals in unserer Clique mehrmals geschaut und irgendwann dann den Film doch nochmal (oh gütiger) mit einem Joint angeschaut. Ein Film der zeigt, was abgeht oder abging, ein Film der vielleicht auch eine Jugendgeneration hat aufwecken lassen?

                      • 8

                        Den ganzen Tag nur Sex, Sex, Sex, kiffen, Party, rumhängen und verantwortungslos von einem flüchtigen Moment zum nächsten treiben.
                        Regisseur Larry Clark und Drehbuchautor Harmony Korine haben mit "Kids" ein Denkmal geschaffen, das ganz der Jugendkultur der frühen 90er Jahre in New York gewidmet ist und den Alltag perspektivloser, unbekümmerter und verrohter Teenager zeichnet. Dabei ist weniger eine zusammenhängende Geschichte entstanden als viel mehr lose Eindrücke, dokumentarisch inszenierte Momentaufnahmen, die sich nach und nach zu einem immer deprimierenderen und erschütternden Porträt verdichten.
                        Manche mögen das "Elendstourismus" oder "Sozialpornographie" nennen, doch diese unzureichenden Bezeichnungen wirken wie reflexartige Schutzmechanismen, mit denen man den Blick vom wahren Leben abwendet, das hier so unglaublich authentisch und erschreckend genau abgebildet wird.
                        Die Sprache der Jugendlichen ist ungeschönt und vulgär, das Verhalten unüberlegt, naiv und oftmals sogar unverantwortlich, doch man merkt in jeder Szene, dass Regisseur und Drehbuchautor ihr Milieu und die darin lebenden Figuren exakt kennen, ganz sicher mit genau den gleichen Menschen in ihrem Umfeld aufgewachsen sind und nun mal wissen, wovon sie hier erzählen.
                        "Kids" strotzt nur so vor roher Kraft und ist ein eindringliches Statement, das die immer stärker ins Verderben abgleitende Jugend mit der harten Realität kollidieren lässt, in der AIDS schlagartig als unaufhaltsame Welle in der Gesellschaft einschlägt und Orientierungslosigkeit sowie unbekümmertes Handeln zu Isolation, Trauer und noch mehr Leid führen. Faszinierend und frustrierend zugleich und auch nach über 20 Jahren immer noch so relevant und eindringlich wie eh und je.

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                        • 10

                          „Das war nicht wie ein Film. Das war wie das Leben."
                          Zum Geburtstag von Larry Clark

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                          • 10

                            hammer film. Real!!!

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                            • 6 .5

                              einfach erschreckend real
                              R.I.P. Justin Pearce

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                              • 8
                                angucker 11.10.2015, 06:28 Geändert 11.10.2015, 15:38

                                Ein gruseliger, beeindruckender, empathischer Film über pubertierende Monster. Der großartige Cast sorgt für Authentizität und der brutale Nihilismus der Kids für einen Schockeffekt nach dem anderen bei mir bürgerlichem Warmduscher. Wenn es Aufgabe von Kino ist in fremde Welten einzudringen und die Zuschauer daran teilhaben zu lassen. Wenn es Aufgabe von Kino ist, durch Überzeichnung von Figuren und Situationen Nachdenken auszulösen, dann ist dies hier jedenfalls bei mir gut gelungen und daher großes Kino. Aber auch, wie Jenny von T sehr richtig schreibt, grandioses Feel Bad Kino. Vor allem für Eltern, weshalb ich den Film zuerst überhaupt nicht leiden konnte.

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                                • 6 .5

                                  Ich weiß nicht warum, aber "Kids" konnte mich nicht so wirklich schocken, obwohl er ja oft als großer Skandalfilm dargestellt wird. Damals vielleicht, aber heute, wo man schon so viel durch das Internet gesehen hat, ist der Film höchstens noch eine interessante, etwas plakative Milieustudie. Im ersten Moment ist der Zuschauer sicherlich abgeschreckt, von den heftigen Dialogen und vom Alter der Figuren. Man sollte sich aber darauf einlassen, denn dann wirkt alles doch mit der Zeit relativ authentisch und entwickelt eine gewisse Spannung. Es passiert zwar nicht viel, doch hat mich "Kids" immer bei der Stange gehalten, obwohl es nahezu keine Figur gibt, an welcher man sich als Protagonisten festhalten könnte. Der Film ist nicht wirklich subtil oder besonders clever, das könnte man ihm ankreiden.
                                  Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Jugendlichen in bestimmten Teilen der Welt so drauf waren, oder immer noch so sind. Der Film hat das Milieu durch welches sich die Figuren bewegen, gut dargestellt, man sieht, wie es funktioniert (oder besser nicht funktioniert) und warum es dazu überhaupt kommt. Ich finde Mathieu Kassovitz's "Hass" aus dem gleichen Jahr, aber besser, weil der die Gefühlswelt der Charaktere viel mehr beleuchtet. Genau wie in "Kids" wird dort ein trister Alltag, in einer armen, verkommenen Gegend gezeigt und Jugendliche, welche aus Perspektivlosigkeit, nur noch ihren Trieben folgen. Thematisch gehen die Filme aber auseinander.
                                  "Kids" ist einen Blick wert, man sollte aber kein Meisterwerk erwarten.

                                  Fazit: Interessante Milieustudie, recht fesselnd aber auch zu offensichtlich und plakativ. Die Story und Charaktere hätten mehr Substanz vertragen.

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                                  • 6 .5

                                    Teil VI der Reihe "Bilder des Zerfalls" mit SoulReaver

                                    […] Dass das 1995 auf wenig Gegenliebe stoßen würde, ist heute bekannt und war damals wohl abzusehen. Aber sind die Bezichtigungen zurecht ausgesprochen worden; beutet der Film seine Jugenddarsteller aus und zeigt er Szenen pornographischen Inhaltes zwischen Kindern? […] Larry Clark geht hinter die tabellarischen Wertungsschemata von gut oder schlecht, hinter die Geschmacksgrenzen von schön oder eklig und kommt in einem Bereich an, in dem es keine derartigen Adjektive gibt, sondern nur die Realität dieser „Kids“. Eine Realität, ein Lebenstrott der aus exzessiver aber seelenloser Ausbeutung jeglicher Substanzen, Werte, schließlich engen Freunde und der eigenen Person besteht. Sehr interessant ist in dieser Hinsicht auch der Titel des Films. […] Es ist das lächelnde Verneinen, das Abwinken, wenn es um die ernsten Probleme der eigenen Kinder geht. Die haben was Dummes angestellt? Ach, das sind doch nur Kinder. Wie schlimm kann es denn eh schon werden? Die Reaktion der Jugend ist eine Rebellion, die jegliche Grenzen zu sprengen weiß. Die ältere Generation bekommt hier sehr passiv und verdeckt ihr Fett weg - ihr Rat scheint sich wenn überhaupt auf Plattitüden zu beschränken. Vergiss einfach deine Probleme und genieß das Leben. Die Hilflosigkeit steht in Momenten wie diesen beiden Generationen auf die Stirn geschrieben. […] 

                                    -> http://www.moviepilot.de/liste/bilder-des-zerfalls-soulreaver-smooli-im-klammergriff-der-kontroverse-smoolientertainment

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                                    • 6 .5

                                      [...] Dabei geht es Larry Clark und Drehbuchautor Harmony Korine weniger darum, den Sex als reinen, triebhaften Akt zu verdinglichen, sondern ihn ganz symbolisch in den hiesigen zeitlichen Kontext einzuordnen. Wenn hier zwei Menschen miteinander schlafen, dann hat das nichts mit Liebe zu tun, vielmehr steht der Sex einen in Relation mit einem überdeutlichen Hilferuf, dem sich nur niemand annehmen möchte. [...] „Kids“ ist ein bedrückendes Zeitdokument und gerade aufgrund seines aufklärerischen Anliegens als Menetekel ungemein wichtig, gerade wenn man bedenkt, in welcher Zeit dieser Film entstand: Als AIDS beinahe ausschließlich als eine Art abstrakter Mythos stigmatisiert wurde. Larry Clark ergötzt sich nicht touristisch an der Orientierungslosigkeit der 1990er-Jahre-Jugendkultur, er macht in dokumentarischen Bildern auf ihre Resignation und Gleichgültigkeit aufmerksam – und man sollte ihm dabei nach wie vor Gehör verschaffen.

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                                      • 1 .5

                                        Heul Heul Heul, lächerlich....

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                                        • 7

                                          Ein Film der wundervoll(oder auch erschreckend) die junge Gesellschaft der 90er zeigt. Auch heute sind Drogen, Sex und Alkohl in der Jugend aktueller denn je... Den Film sollte man mindestens einmal in der Schule gezeigt haben, denn visueller Kontakt zu solchen Themen ist immer besser als Erzählungen.

                                          • 6 .5

                                            Erschreckend, ungeschönt...

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                                              Morissa 18.11.2014, 00:44 Geändert 18.11.2014, 03:18

                                              Morissa blickt auf das Schaffen des Harmony Korine. Aktuell: Kids 1995

                                              "Erdnussbutter sind die Besten!"
                                              Die ersten 10 Minuten bereiten einen auf das vor, was einen die nächsten 80 erwarten wird, wem das nicht gefällt, der sollte gar nicht erst weiter schauen. Der Film zeigt nämlich ungeschönt alles, und das soll er auch.

                                              "Wenn du jung bist, gibt's nicht vieles, das zählt. Wenn du was findest, dass zählt, ist es alles, was du hast. Wenn du abends schlafen gehst, träumst du von Muschis. Wenn du morgens aufwachst, ist es dasselbe. Es ist immer da, du kannst nicht davor weglaufen. Wenn du jung bist, kannst du dich manchmal nach innen verziehen, so ist es eben. Ficken ist das, was ich liebe, wenn du mir das wegnimmst, hab ich gar nichts."

                                              Die Milieustudie der Jugendszene New Yorks Anfang der 90er war das Debut Regisseur Larry Clark und dem Drehbuchautor Harmony Korine, der damals gerade selbst erst aus dem Teenageralter heraus war. Die beiden hatten ganz klar vor Augen, wie ihre Darsteller sein sollen. So gingen sie durch New York und verpflichteten die Laien von der Straße weg. Vielleicht gerade deshalb, die jungen Leute wuchsen mit Hip-Hop, Skateboards, Drogen und ungeschütztem Geschlechtsverkehr in ihrer Umgebung auf. AIDS war allgegenwärtig, wenn die Krankheit auch häufig von jungen Leuten auf die leichte Scgulter genommen wurde, wie hier zu sehen "Kennst du jemanden der AIDS hat, hast du mal jemanden getroffen? Die wollen uns nur verarschen. Ich glaube erst, das es AIDS gibt, wenn ich jemanden kenne, der dran verreckt ist". Mit Freddy Mercury (Queen), Anthony Perkins (Psycho) und Keith Haring (Graffiti-Guru) fand der Virus in den frühen 90ern sehr prominente Opfer, und Holly Johnson (Frankie goes to Hollywood) und Magic Johnson (LA Lakers-Legende) machten ihre Krankheit medienwirksam Publik. Korine bestätigte in späteren Interviews, das er in vielen Gesprächen mit Jugendlichen in den Straßen Brooklyns feststellte, das die Jugend einen "Leck mich am Arsch"- Lebensstil führt und auch mit ernsteren Themen nichts am Hut hat. Deshalb sollte sein Drehbuch provokant und schonungslos die Themen Sex, Drogen und Gewalt darstellen.
                                              Ab hier wird heftigst gespoilert, eher gesagt ist es eine kleine Nacherzählung. Aber da ich hier so viel zitieren muss, ist es fast nicht anders möglich.

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                                              Es beginnt mit einer Szene, in der der Teenager Telly ein 12-jähriges Mädchen entjungfert. Danach trifft er sich mit seinem Kumpel Casper.

                                              Telly: "Hast du Durst?"
                                              Casper: "Bin total trocken."
                                              Telly: "Haste en bisschen Kohle?"
                                              Casper: "3 Pennys und nen Bauchnabel voll Fusseln."
                                              Telly: "Dann müssen wir wohl was in die Wege leiten!"
                                              Es folgt das Paradebeispiel eines Überfalls auf einen kleinen Laden eines asiatischen Einwanderers am helllichten Tag mit einem damals geflügelten Satz "Habt ihr Diggen-Säck?" "Ob du nen dicken Sack hast, du Wichser. Bist du behindert oder was?"

                                              Dann sehen wir eine Gruppe von jungen Mädels, die sich fröhlich und ohne Scham über ihre sexuellen Erfahrungen unterhalten im Wechsel mit den Jungs, die sich in der Wohnung eines älteren Freundes die Birne wegkiffen und ebenfalls über ihre "Eroberungen" sprechen. Clark macht durch das Hin und Her schön die unterschiedlichen Meinungen sichtbar.
                                              Die 16-jährige Jenny, die ebenfalls auf den selbst ernannten Jungfrauenknacker Telly reingefallen ist und die 17 Jahre alte Ruby, die schon viele wechselnde Partner hatte holen sich das Ergebnis ihres AIDS-Tests ab. Jennys ist positiv.

                                              Telly hat sich schon sein nächstes "Opfer" ausgesucht, die 13-jährige Darcy soll am Abend entjungfert werden. Casper: "Willst du 2 Jungfrauen an einem Tag ficken, gibt’s da nicht irgendein Gesetz gegen?" Man sieht aber auch, das die Jungs nicht ganz verkommen sind, so spendet Casper seine, wie er sagt, einzigen 3 Pennys einem beinlosen Bettler "Kann nicht mehr gehen, kann nicht mehr gehen!"

                                              Jenny ist verzweifelt und macht sich auf die Suche nach Telly. Der klaut sich derweil Geld bei seiner Mutter und macht sich auf den Weg in den Park. Auf dem Weg dahin kaufen sie Gras. Sie trinken, kiffen, pöbeln "Scheiß Schwule!". Casper fährt mit dem Skateboard absichtlich in einen Passanten "Pass das nächste Mal gefälligst auf, wo du rumfährst!" – "Pass du auf, wo du rumstehst!" Dieser lässt es nicht auf sich sitzen und attackiert Casper. Zusammen mit über einem Dutzend Kumpels schlagen sie den Fremden zusammen und schlagen und treten auf ihn ein. Casper gibt ihm den Rest mit den Achsen seines Skateboards "Noch irgendwas zu melden, Wichser?"

                                              Die Clique holt Darcy ab und sie brechen in ein Freibad ein. Jenny sucht weiterhin verzweifelt nach Telly. Auch in der Stammdiskothek ist er nicht aufzufinden (Cameo-Auftritt Harmony Korines als bebrillter Druffie), da die Clique auf einer Sturmfreiparty ist, sie bekommt aber eine Pille verabreicht, die Special K vom Trip her in den Schatten stellen soll. Als sie endlich erfährt, wo Telly ist, setzt die Wirkung voll ein. Trotzdem macht sie sich auf den Weg zur Party.

                                              Dort wird wild gefeiert, rumgemacht, gesoffen und gekifft. Auch von weitaus jüngeren Kindern "Ich bin so einer, der kann Kiffen bis in die Hallus." Telly hat es geschafft Darcy zu bezirzen, und zwar mit dem gleichen Spruch wie einige Stunden zuvor das 12-jährige Mädel "Wenn wir ficken würden, würde es dir Spaß machen, würdest du selber kaum glauben." Als Jenny vollkommen dicht auf der Party ankommt und den singenden, ebenfalls kaum ansprechbaren Casper "♫Casper, der freundlich Geist, der Schärfste in der Stadt.♫" fragt wo Telly steckt, ist es bereits zu spät, Telly und Darcy sind bereits voll bei der Sache, also klärt sie ihn nicht auf. Als Casper zu sich kommt und durch die chaotische von Schnapsleichen gepflasterte Wohnung torkelt, sieht er die ebenfalls schlafende Jenny. Da er sie nicht wach bekommt, vergeht er sich an ihr, nicht von ihrer Erkrankung wissend "Keine Angst Jenny, ich bins Casper". Der Film endet mit einer Kamerafahrt durch New York und einer durch die auf den Kopf gestellte Wohnung. Mit Caspers Satz "Gott Jesus, was ist passiert?" endet es.
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                                              Natürlich ist Kids nicht jedermanns Sache, aber er ist genau das, was er sein möchte. Clark und Korine zeigen das ungeschönte Leben einiger New Yorker Kids. Man spürt den Flavour der 90er absolut. Auch der Spirit dieser Zeit überträgt sich auf den Zuschauer. Für Laiendarsteller machen es die jungen Leute alle sehr gut, und mit Leo Fitzpatrick, der regelmäßig in Serien zu sehen ist ("The Wire", "Sons of Anarchy"), Rosario Dawson ("Sin City", "Welcome to the Jungle"), Jon Abrahams ("Scary Movie", "Non-Stop") und Korines ehemaliger Muse, der Arthaus Queen Chloë Sevigny ("Broken Flowers", "Dogville") haben sich doch zumindest einige Darsteller zu nennenswerten Schauspielern gemausert. Leider hat sich Justin Pierce im Jahr 2000 aufgehängt und Harold Hunter ist 2006 an einer Überdosis gestorben.
                                              Clark und Korine erschufen hier ein sehr intensives Porträt des Großstadtlebens zu Beginn der 90er als Teenie. Sorgenfrei in den Tag hinein, nichts planen, nur Sex, Drugs and Hip Hop. Man nimmt dem Film zu jeder Sekunde alles ab. Er hat keine Längen und ist sehr gut strukturiert. Die Intentionen der Figuren werden plausibel aufgezeigt und auch die Sprache "Schwuchtel, Wichser, Ficken" ist so, wie sie in der Realität ebenfalls ist. Für meine Generation ist alles sehr realistisch, da ja auch die Zeit nicht so weit weg ist. Ein Film, den man gesehen haben sollte. Sehr viele Zitate wurden auch in meiner Jugend im Alltag häufiger in bestimmten Situationen verwendet.
                                              Schauen wir mal, was mich mit Korines Regiedebut "Gummo" erwartet. Die Erwartungshaltung ist groß.

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                                                Schonungslos hartes und pessimistisches Porträt einer möglichen Jugendzeit im New York der 90er-Jahre.

                                                JEDER der in den 90ern etwas mit HipHop, Skaten und/oder gewissen Substanzen zu tun hatte, kennt "Kids". Es verhält sich hier wie bei vielen Filmen die ich aus meiner Jugendzeit kenne, so richtig verstehen und schätzen lerne ich den künstlerischen Anspruch erst jetzt.

                                                Vor knapp 20 Jahren war "Kids" für mich nichts anderes als ein Film in dem ein Mann mit einem Skateboard fast tot geprügelt wurde und wo man sah wie man einen Philly-Blunt drehte. Der Rest war nettes Beiwerk. Was sich ein Drehbuchautor und ein Regisseur sich bei den Szenen gedacht haben könnte, das interessierte mich und wahrscheinlich 99 % meiner Altersgenossen nicht wirklich viel.

                                                Nun bin ich bald 33 Jahre und habe mir heute nach sehr sehr langer Zeit "Kids" erneut angesehen. Wie zu erwarten war konnte ich mit besagten Szenen nicht mehr ganz soviel anfangen und vor allem sah ich den Film mit viel wacheren Augen. Ich sah eine damals schon bezaubernde Rosario Dawson in einer ihrer ersten Rollen, bedauerte sehr das ein Justin Pierce bereits dahingeschieden ist und war überaus angetan von der tollen Leistung einer Chloë Sevigny.

                                                Aber "Kids" ist noch viel viel mehr. Der Film lebt von zwei Personen. Diese Personen hören auf die Namen Larry Clark und Harmony Korine. Der eine ist ein Fotograf der mit "Kids" sein spätes Debüt feierte und damit diverse Kontroversen auslöste, der andere ein damals 19-jähriger Drehbuchautor, der sich mit diesem Skript ein kleines Denkmal gesetzt hat.

                                                Man kann jetzt über gewisse Aussagen und/oder die Tendenz des Films diskutieren, aber jeder der in den 90ern groß wurde und etwas mit den oben genannten Freizeitaktivitäten zu tun hatte, wird zugeben müssen, dass es so oder zumindest so ähnlich zuging. Vielleicht nicht in dieser krassen Form, aber der Lifestyle und die Lebenswirklichkeit eines Jugendlichen in einer urbanen Umgebung in den 90ern wurde sehr gut eingefangen.

                                                Ich halte "Kids" für einen krassen und schonungslosen Film, der einen jung gebliebenen Erwachsenen immer noch fasziniert und ihn jetzt mehr zum nachdenken bringt, als dies früher der Fall war. Ich halte "Kids" außerdem für einen sehr authentischen und mutigen Film, der bewusst extrem inszeniert wurde um aufzurütteln und Leute zum nachdenken zu bringen. Er verfügt über ein enorm starkes Drehbuch, das die etwas übertriebene Story gut einfängt und sich vor allem zum Ende hin immer mehr steigert. Eine sehr gute Entscheidung war es hier vor allem Laiendarsteller zu besetzen, die genau aus dieser Szene kommen (Justin Pierce, Harold Hunter) und diese auch glaubhaft rüberbringen können.

                                                "Kids" transportiert ein Lebensgefühl, allerdings kein wirklich schönes. Wenn man ihn als Erwachsener sieht, wird einem erst so richtig bewusst wie leer und perspektivlos die Lebensumstände der Jugendlichen sind und wie wenig erstrebenswert ein solcher "Lifestyle" überhaupt ist. Daher ist "Kids" einer von vielen Filmen die oftmals missverstanden werden und den man durchaus in Gänze begreifen muss, um seine Qualitäten verstehen zu können.

                                                Schafft man das, dann erschließt es sich jedem, welch mutigen und sogar wichtigen Film Larry Clark hier gedreht hat und weshalb er bis heute in einer bestimmten Szene als Kultfilm gilt. Für mich war es eine Freude ihn mal wieder zu sehen und sich an bestimmte Momente aus der eigenen Jugendzeit zu erinnern (auch wenn diese Gott sei Dank nicht so aussah wie hier dargestellt).

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                                                    Abseits von all dem Trubel um das 'realitätsgetreue Sittengemälde' und den 'Verfall der Jugend', den ich grundsätzlich nicht teile, da ich durchaus auch utopisch angehauchte Momente und viel Zynismus in Bezug auf Anspielungen an die 68er-Generation in Korines Drehbuchdebut sehe, ist es doch das 'Geheimnis' um das sich alles dreht. Jenes wird zu einem frühen Zeitpunkt an die Zuschauer verraten, die warten und warten, darauf, dass es für die Figuren aufgelöst wird, obwohl sie selbst nichtmal von seiner Existenz wissen. Das Verschweigen bleibt auch zwanzig Jahre nach seiner Entstehung ein unglaublich guter Schachzug eines Films, der es wie kaum ein anderer - vor allem in der ersten Hälfte - schafft an das große Vorbild, nämlich Cassavetes, zu erinnern. Besonders in den Dialogszenen wird das deutlich. Die Langzeitliaison zwischen Korine und Sevigny war, wie sich in 'Kids' zeigt, keine besonders einfallsreiche Idee, denn nichts konnte sich mehr aufdrängen.