Lady Macbeth - Kritik

Lady Macbeth

GB · 2016 · Laufzeit 89 Minuten · FSK 12 · Drama · Kinostart
Du
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    entweder mach ich den Shakespeare oder nicht, und der ist sooo schlecht.

    • 8

      „Lady Macbeth“ nimmt die klassische russische Novelle und macht daraus einen Film, der kälter und böser kaum sein könnte. Vor allem die junge Hauptdarstellerin sorgt dafür, dass der Wandel einer unterdrückten Gattin zu einer skrupellosen Herrscherin absolut sehenswert ist. Gleichzeitig lässt sich das Drama aber auch zu allgemeinen Themen aus, gerade in Bezug auf zwischenmenschliche Machtverhältnisse.

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      • 6
        elogroove 30.04.2018, 18:16 Geändert 30.04.2018, 18:21

        Leider zu viele Behauptungen hinsichtlich der handelnden Figuren, die mich nicht überzeugten. Die Geschichte war schon dem Titel nach leider sehr absehbar und zudem bar jeder Sinnlichkeit. Gelungen waren jedoch das sparsame Set mit sehr überzeugender Geräuschkulisse, die Kostüme und der Look der Darsteller. Bei soviel Tristesse und so einer knarrenden Stille ist die Depression nicht verwunderlich.
        -Spoiler-
        Der interessanten Hauptdarstellerin nahm ich allerdings die gierige Mordlust nicht ab. Zu viele schlichte Behauptungen eben.

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        • 3

          Ach du lieber Gott, was war das denn. Erotik für verklemmte Hausfrauen?
          Wie auch immer. Mich hat der Film total gelangweilt. War wohl einfach nicht die Zielgruppe, oder der Film war zu anspruchsvoll für mich und ich hab ihn einfach nicht verstanden.

          • 7 .5

            Strenge Adaption der Vorlage, die dankenswerterweise fast völlig auf Musik verzichtet und ein freudloses Leben stattdessen mittels knarrender Dielen und totenstiller Kammern illustriert. Florence Pugh meistert eine komplexe Rolle unfaßbar gut und wickelt uns um den Finger, bis wir begreifen, zu was sie fähig ist. Leskows Buch war schlußendlich auf Gerechtigkeit aus, der Film hingegen wählt einen anderen, erschütternden Weg, der im Niemandsland zwischen Female Empowerment und totalem Fatalismus Fuß fassen kann. Ein eindrucksvoller, intensiver Film; ein Kino-Highlight 2017.

            • 7 .5

              Florence Pugh in Lady Macbeth

              Mir hat Lady Macbeth in seiner Gesamtheit sehr gefallen. Das zumeinst komplett auf Musik verzichtet wurde, hat in diesem Kostümdrama absolut gepasst und hat in den Szenen, gepaart mit den langen totalen bzw. halbtotalen Einstellungen eine sehr realistische Präsenz erzeugt. Innerhalb von Szenen, der Film würde auf einer Theaterbühne auf die gleiche Weise funktionieren, gibt es manchmal lange Zeit gar keinen Schnitt und wenn, dann nur sehr sparsam. Habe ich als äußerst positiv wahrgenommen. Eine nette Abwechslung zu all dem Hektiv-Overkill wie zum Beispiel in den Turtles oder vielen anderen. So konnte ich mich besser auf die Umgebung und die Figuren einlassen, ihre Gestiken und Mimiken erfassen. Die Geschichte selbst basiert auf dem Buch von Nikolai Semjonowitsch Leskow "Die Lady Macbeth von Mzensk". In wie weit der Film von der Novelle abweicht, kann ich nicht beurteilen. Die Handlung würde ich nicht in den höchsten Tönen lobpreisen, wem Werke von Shakespeare etc. bekannt sind oder in diese Richtung etwas kennt, wird am Ende des Tages nicht überrascht werden. Lady Macbeth schreitet in einem möglicherweise vorhersehbaren Korridor voran. Ich persönlich wurde leider durch die verräterischen Trailer nicht im Dunkeln gelassen. Ärgert mich jetzt noch. Seht euch die Trailer nicht zu lange an. Das beste an dem Film ist die 21 jährige Schauspielerin Florence Pugh, sie stellt für mich eine überraschende filmische Neuentdeckung dar. Sie trägt die keinesfalls einfach zu spielende Hauptfigur zu jeder Sekunde auf ihren Schultern. Ihre Präsenz sucht seinesgleichen. Sie erzählt oftmals Emotion ohne zu spreche, lässt die Geschichte mit einem bloßen Blick, einer vermeintlich belanglosen Handbewegung, voranschreiten. Sie überstrahlt alle anderen Schauspieler, selbst die erfahrenen, wie die Sonne, die nächtliche Dunkelheit. Hätte sie nicht so geglänzt, hätte ich den Streifen längst nicht so positiv beschrieben, geschweige denn in Erinnerung.

              Von mir gibt´s 7,5 von 10 Punkten

              Trailer: http://bit.ly/2nKHn3P

              • 3
                sithlord80 19.11.2017, 20:08 Geändert 19.11.2017, 20:28

                Der Trailer wirbt mit Schlagzeilen wie "Umwerfend und Originell, Erfrischend und Elektrisierend" welche von diversen Kritikern stammen. Dieses Werk ist alles andere als das. Man baut keinerlei Emotionen zu den Figuren auf, somit sind einem die Geschehnisse vollkommen gleichgültig. Dieser Film ist unglaublich belanglos. Des Weiteren ist Lady Macbeth für den rücksichtsvollen Nacho & Popcorn Esser ein absoluter Alptraum, weil so gut wie keine musikalische Begleitung vorhanden ist. Dieser Streifen ist so ruhig das man das Schlürfen der Protagonisten beim Tee trinken deutlich wahrnehmen kann und die trinken verdammt viel Tee. Positiv zu erwähnen ist die Leistung der Hauptdarstellerin und die teils wunderschönen aber viel zu kurz geratenen Landschaftsaufnahmen.

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                • 7

                  Die sparsamen, limitierten Locations des Historienfilms sind beinahe an einer Hand zu zählen. Einen stilistischen Sinn hat dieses Vorhaben allemal: Nachdem Katherines unbehaglicher Ehemann sie über unbestimmte Zeit allein mit seinem Vater und den Dienstmädchen im großen Anwesen lässt, ist die unglücklich Verheiratete endgültig sozial isoliert. Schließlich beginnt sie eine Affäre mit Sebastian, ein Arbeiter aus dem Dorf, und spielt immer mehr mit dem Feuer. So ist es ihr Schlafzimmer, das als einziger Rückzugsort vor ihrem Stiefvater und einem möglichen Skandal dient. Der angespannte, erzogene Ton, sowie die authentische Ausstattung und Kostümierung schaffen damit ein intimes Kammerspiel mit Gespür für die lebensstilistische Atmosphäre des 19. Jahrhunderts.

                  Es ist eine klassische Geschichte um Intrigen, die trotz Konventionen durchaus auch mit den Erwartungen zu spielen weiß. Die Literaturvorlage ist dabei aufgrund der Umsetzung als recht trocken einzuschätzen. Der Film besitzt dafür das, was das Buch nicht hatte: Eine unglaubliche Hauptdarstellerin. Ihr, der jungen Florence Pugh, sei zweifellos eine große Karriere zu wünschen. Sie verfügt über geradezu finsteren Charme, der sie trotz aller amoralischen Handlungen zur vollkommen funktionierenden Identifikationsfigur macht. Nicht nur Sebastian verfällt ihr, sondern ebenso der vom Film eingenommene Zuschauer.

                  Die vielen kleine, wirkungsvollen Momente machen Lady Macbeth zu einem ganzen Stück Indie-Perle. Dass das Psychodrama keineswegs viel gekostet haben kann ist zwar bemerkbar, doch verursacht es keine deutliche Schwächung bei seiner Intensität. Eine klare Empfehlung für alle, in deren Nähe der Film zu sehen ist. [Robin Längert]

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                  • 7

                    Das Lob, das die Kritiker über den Film ausgeschüttet haben, rührt wohl größtenteils auf der stringenten optischen Gestaltung her. Der Vergleich mit Hitchcock und den Brontës ist dabei vielleicht etwas hoch gegriffen. Der Meister hätte es spannender gemacht und der Brontë-Touch kommt nur von den weiten Ebenen (Yorkshire Moors bzw. die Highlands) oder der unglücklichen Ehe. Die Bilder sind oftmals symmetrisch durchkomponiert, wobei ein Minimalismus eine nicht ganz unwichtige Rolle spielt. Lange Pausen mit absoluter Stille und ohne Musik lassen viele Bilder als düstere Stillleben ihre Wirkung tun. Karge Dialoge verbreiten ein Klima der tiefen Ernsthaftigkeit, in dem es kein Lachen gibt und bereiten den Nährboden für Sex und Gewalt vor. Hier wird der Mensch dem Menschen ein Wolf. Hier bricht sich das unterdrückte Gefühl der alleingelassenen Katherine (Florence Pugh) ganz vehement Bahn. Dabei geht sie über Leichen und wird am Ende doch ihren Kopf aus der Schlinge ziehen und ihren Lover Sebastian (Cosmo Jarvis) und ihre Zofe Anna (Naomi Ackie) an den Galgen bringen.
                    Was das mit Shakespeares Frau von Macbeth zu tun hat, weiß der Himmel. Wahrscheinlich hat sich das so nach der Vorlage eines russischen Romans/Kurzgeschichte so ergeben. Hier sehen wir nur eine unglückliche Frau, die je nach Zählweise an mehreren Morden beteiligt ist. Sie wird aus Liebe zur Serienmörderin, indem sie aus der gesellschaftlichen Enge des 19. Jahrhunderts ausbricht. Voll Arthouse!

                    • 8

                      Mit der Verlagerung ins England des 19. Jahrhunderts kommen in der äußerst packenden Verfilmung zum Schlachtfeld Geschlecht auch das von Klasse und Ethnie hinzu. Ein in dichter Inszenierung und exzellenter Kamera (Ari Wegner) sehr eindrucksvolles Kinodebüt von William Oldroyd. [Günter H. Jekubzik]

                      • 8
                        SpiegelOnline 02.11.2017, 09:12 Geändert 02.11.2017, 09:12

                        Oldroyd macht [aus Lady Macbeth] ein intimes Kammerspiel, dessen Bilder die Starre und Enge der Gesellschaft des 19. Jahrhunderts so sinnlich vermitteln, dass man sie förmlich körperlich zu spüren vermeint. [Oliver Kaever]

                        • 7

                          [...] In seiner Romanverfilmung Lady Macbeth drückt Regisseur William Oldroyd die anfängliche Ohnmacht seiner zur unentwegten Passivität verdammten Protagonistin vorwiegend durch die Inszenierung aus, indem er sie in einzelnen Szenen wiederholt an den äußeren Rand der Einstellungen drängt. [...] Lady Macbeth wird regelmäßig von solchen auffällig komponierten Einstellungen dominiert. In diesen fängt Oldroyd ein vordergründig minimalistisches Ereignis mit statischer Gelassenheit ein und setzt dabei mit kleinen Details wie ein Lächeln, das sich für Sekundenbruchteile auf einem Gesicht in der Ecke des Raumes abzeichnet, oder ein schweres Röcheln aus dem unsichtbaren Nebenraum des Bildabschnitts für einen kurzen Moment ganze Schwälle von Emotionen in den ansonsten kühlen, reduzierten Schauplätzen frei. [...] Gemeinsam mit dem fantastischen Schauspiel von Hauptdarstellerin Florence Pugh (The Falling), die nach ihrer Leistung in diesem Film sicherlich einer noch größeren Karriere als gefragte Schauspielerin entgegenblicken dürfte, inszeniert der Regisseur die Geschichte gleichermaßen als feministisch geprägtes Befreiungsmanifest, in dem Katherine mehr und mehr zur dominierenden Größe innerhalb des Anwesens heranwächst, wie als zunehmend bedrohliche Betrachtung wechselhafter Machtverhältnisse. Während bereits der Titel des Films eine offensichtliche Verbindung zu den Werken von William Shakespeare andeutet, entwickelt sich Lady Macbeth durch das präzise Ausloten von zwischenmenschlichen Abgründen, unstillbarem Verlangen und rasender Eifersucht zu einer bitteren Tragödie shakespearschem Ausmaßes, in der kaltblütige Morde und schwere Intrigen das zerrüttete Porträt moralisch verwerflicher Seelengräber vervollständigen. [...]

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                          • 6

                            William Oldroyds im viktorianischen England spielende Verfilmung von Nikolai Leskows »Lady Macbeth aus Mzensk« besticht durch formale Virtuosität. [Sascha Westphal]

                            • 8

                              Florence Pugh spielt die Rolle der Katherine mit Bravour. Sie hat mich völlig gefesselt und den Film zu etwas besonderen gemacht. Beeindruckende Bilder, ein starker Wille und ohne Rücksicht geht Lady Macbeth ihren Weg. Absolut empfehlenswerter Film.

                              Mehr dazu unter: https://vandesei.com/2017/10/15/filmkunstmesse-leipzig-2017/

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                                "In William Oldroyds "Lady Macbeth" geht es nicht um menschliche Konflikte und bewusste Entscheidungen, sondern um Naturkräfte und stumme Gesetze." [Philipp Schwarz]

                                • 7 .5

                                  In kaum 90 Minuten entfaltet Oldroyd dieses vielfältige, moralische Tableau, in dem unterschiedlichste Klassen- und Rassenfragen angedeutet werden, die in niederträchtiges Verhalten kulminieren, das einem Shakespeare-Drama würdig ist. [Michael Meyns]

                                  • 8

                                    Pughs und Ackies Leistungen [in Lady Macbeth] sind elektrisierend und ausdrucksstark [...]. Am Ende dieser verdrehten, rätselhaften Geschichte war meine Brust so eng wie eines der Korsetts der Hauptfigur Katherine. [April Wolfe]

                                    • 7 .5

                                      Dass Anna von einer dunkelhäutigen Schauspielerin und Katherine von einer Weißen gespielt wird, bringt das Thema Rasse und Rassismus mit ein, was die Geschichte von weiblicher Unterdrückung und Überlegenheit, Macht und Privilegien noch erschütternder. [Manohla Dargis]

                                      • 8

                                        Exakt und anspruchsvoll, gemacht mit großem Können und unerschütterlichem Fokus, ist Lady Macbeth ein Film, der es fordert, bewundert zu werden und sich wenig darum kümmert, ob man ihn tatsächlich mag. [Kenneth Turan]

                                        • 8

                                          Lady Macbeth ist ein intelligent geschriebener und imposant gespielter Kostüm-Noir-Film, der die Konventionen des viktorianischen Melodramas ausspielt, um einen modernen Kommentar zu Unterdrückung, Vorurteilen und Moral abzuliefern. [David Parkinson]

                                          • 7

                                            William Oldroyds Erstlingswerk ist nichts für Zartbesaitete und braucht Sitzfleisch, doch es bleibt sehenswert. [Diane Rolny]