Lommbock - Kritik

Lommbock / AT: Lammbock Teil 2; Lammbock 2

DE · 2017 · Laufzeit 106 Minuten · FSK 12 · Komödie · Kinostart
Du
  • 5 .5

    Schade, nett gemeint, ein paar nette Gags, aber es fehlt eine Entwicklung...

    • 5

      Das Sequel zu "Lammbock" baut sehr auf den Nostalgiefaktor und somit auf die Fans des Erstling. Ich finde es nicht einmal irgendwie blöd das stilistisch der Film seinem Credo treu bleibt und ebenfalls in Kapiteln erzählt wird. Auch die zahlreichen Reminiszenzen an den Vorgänger gehen okay. Ebenso schön zu sehen, das viele der Ur-Besetzung erneut dabei sind (auch wenn man sich Frau Neldel hätte schenken können).
      Man darf sich allerdings die Frage stellen, wie witzig ist es, kiffenden Loosern jenseits der 40 zu zuschauen? Wenn der Film sich als Parodie verstehen würde oder als Ulk wie Cheech & Chong. Stattdessen wirkt die Story unoriginell, teilweise peinlich und manchmal bedauernswert. Vor allem wenn man reflektiert, das nach 15 Jahren keiner der Figuren sich in irgendeiner Weise weiter entwickelt hat. DAS gibt es nur im Kino.

      Doch will ich den Film nicht nur schlecht machen. Er ist, trotz einiger Makel, manchmal auch witzig und unterhaltsam. Zum Beispiel wenn Kai und Stefan sich völlig bekifft zu spinnerten Diskussionen hinreissen lassen. Kennt man zwar auch aus Teil 1, aber die Fortsetzung ist dann am besten, wenn sie sich dem Sumpf der Trivialität völlig ergibt.

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      • 5 .5

        Teil 1 war eine aus lose zusammenhängenden stories bestehende Kifferkommödie, in der die Dialoge zum großen Teil improvisiert waren. Das ganze war sehr stark von Kevin Smith inspiriert. Sprich: Schamlos abgekupfert. Zwei stoner, die ihren Stoff heimlich im Wald anbauen, und dann über ihren Würzburger Pizzalieferservice vertreiben.

        Schon der erste Teil war halt nicht so witzig wie die Prämisse.

        • 6

          Erstsichtung: 04.10.2017
          Vorhersage: 6,5 --> Bewertung 6

          "Lommbock" ist zwar nicht so lustig wie sein Vorgänger, aber genau wie in Teil 1 sorgt die Story für gute Laune und kurzweilige Unterhaltung. Alles in alem ein Feelgood Movie für zwischendurch, das genau wie in "Lammbock" mit tollen Lebensphilosopien & Theorien etwas tiefer schürft.

          FAZIT: Nettes Feelgood Movie

          • 7

            Typisch deutsche Komödie mit sehr sehr viel Nostalgie gewürzt.
            Auch für mich als nicht Fan des ersten Teils absolut sehenswert.

            • 8

              Der Kult geht weiter und wie... Klasse Fortsetzung, die sich hinter dem Original nicht verstecken muß. Hab zwar den kultigen Limbo Dance vermisst, aber storytechnisch passt er ja auch nicht hier rein. Ansonsten stimmt einfach alles, von den Nebenfiguren a la Frank bis Kiffer Kai und Stefan. Hoffentlich machen alle Beteiligten weiter, nach den Einspielergebnissen aber eher unwahrscheinlich.

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              • 7 .5
                dbeutner 21.10.2017, 15:48 Geändert 21.10.2017, 21:53

                In den ersten Minuten musste ich mich erstmal wieder an - selbst überdurchschnittlichen - deutschen Film gewöhnen: Dialogskripte, die jeden Durchschnittsdarsteller massiv überfordern und zum "Text-Aufsagen" bringen. Es bleibt ein bisschen ein Graus. Gregorowicz ist da viel schlimmer als Bleibtreu, der aber auch durchaus immer mal wieder hängen bleibt am mitunter peinlichen Dialogtext. Alexandra Neldel fiel hier rel. positiv auf, wenn sie auch nicht die großen Texte hatte. Deutsche Schauspielkunst und Regie: Fliegt höher! Viel höher!

                So, genug der Meckerei. Denn ich konnte nach einer Weile drüber hinwegsehen. Bleibtreu macht vor allem trotzdem einfach Spaß, einfach ein Sympathiebrocken. Dass die größten Witze alle unterhalb der Gürtellinie spielen, ist theoretisch vorwerfbar, aber - es ist ein Kifferfilm, und nicht "The Return of the Philosophiestunde"; und wer Fremdschämgrenzen (wie ich) gerne überschritten sieht, der muss sich auf den einen oder anderen Lachflash gefasst machen.

                Und letztlich - darüber wird in den Kritiken ja viel und wortreich gestritten - ist es auch ein rel. erwachsener Film geworden. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, ist dieser Film geradezu ein "Familienfilm" (in so schrägen Familien wie der meinen ;-)) geworden, und wenn auch gerade in Bezug auf die Sohnemanngeschichte weitere kleinere Inszenierungsschwächen herauszupicken möglich wäre, in Summe ist das schon verdammt reale Welt.

                "Lammbock" war auf der Grundlinie etwas origineller, "Lommbock" schlägt etwas mehr Haken in der Story, was ihr gut tut; und bietet dafür auch kleine feine Höhepunkte, etwa "10 Jahre Bau" an der Ampel mit Erziehungsauftrag. Achja, in solchen Momenten dachte ich schon, dass mit etwas mehr Feinschliff und etwas höheren Regie-Zielen da wirklich ne dicke Nummer hätte bei rauskommen können, ABER: Für deutsches Kino durchaus erfrischend, spaßig, sympathisch. Alles andere als frei von handwerklichen Fehlern, aber selten habe ich die so gerne versucht zu übersehen wie hier. Letzteres sicherlich auch dadurch einfacher, dass der Film in Teilen mein Leben abbildet. Aber nur daran hat's nicht gelegen.

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                • 6

                  Im Jahr 2001 saßen Stefan und Kai das letzte Mal zusammen auf der Couch, wobei sie sich zu diversen Joints über sämtliche Kuriositäten unterhielten, die ihnen währenddessen durch die berauschten Synapsen schossen. Mit „Lammbock - Alles in Handarbeit“ gelang dem Filmdebütanten Christian Zübert damals ein Film, der die Herzen zahlreicher, vorwiegend jüngerer Filmfans schnell für sich gewinnen konnte und bis heute als absoluter Kultfilm gilt. Bei seiner Geschichte um die zwei Würzburger Kumpels, die ihre gemeinsam betriebene Pizzeria als getarnten Drogenumschlagplatz nutzten und dadurch in allerlei skurrile Verstrickungen gerieten, orientierte sich der Regisseur überdeutlich am dialoglastigen Independent-Kino der 90er, wobei ihm stilprägende Filmemacher wie Quentin Tarantino oder Kevin Smith offensichtlich als große Vorbilder dienten.
                  Im Jahr 2017 ist es derweil höchst interessant zu beobachten, dass eine auffällige Anzahl von Fortsetzungen zu länger zurückliegenden Kultfilmen oder Klassikern ihren Weg ins Kino oder Fernsehen finden. Danny Boyle kehrte mit „T2: Trainspotting“ zu den Figuren seines eigenen Anti-Drogen-Meilensteins „Trainspotting“ zurück und zog gemeinsam mit den ebenfalls gealterten Protagonisten ebenso melancholisch wie ernüchternd Bilanz. David Lynch und Mark Frost kreierten mit „Twin Peaks: The Return“ eine Art 18-stündigen Film fürs Fernsehen, der die ursprüngliche Serie, welche bis heute ihre Spuren im Sektor der sogenannten Qualitätsserien hinterlässt, derart radikal fortsetzte, dass man es selbst gesehen haben muss, um dieses erneut womöglich Maßstäbe setzende Stück Fernsehen fassen zu können. Außerdem erhielt Ridley Scotts einflussreicher Science-Fiction-Klassiker „Blade Runner“ durch „Blade Runner 2049“ von Denis Villeneuve ebenfalls ein Sequel, das für viele als wichtigstes Blockbuster-Ereignis des Jahres gelten dürfte.
                  An diesen Trend knüpft auch Zübert an, der mit „Lommbock“ 16 Jahre nach seinem Debüt ebenfalls zu den beiden Hauptfiguren zurückkehrt, um zu sehen, wie es Stefan und Kai in der Zwischenzeit ergangen ist. Im Fall von Stefan, der als Unternehmer im Maßanzug in Dubai gelandet ist und bald die attraktive Tochter eines reichen Firmenchefs heiraten will, fällt das vorläufige Urteil denkbar positiv aus. Als Stefan wegen einer Geburtsurkunde, die er für die Hochzeit unbedingt benötigt, kurz nach Würzburg reisen will, wird er am Flughafen bereits von Kai empfangen, der ihn mit auf eine ungewollte Reise in die Vergangenheit nimmt.
                  Kai scheint es im Gegensatz zu Stefan weniger gut getroffen zu haben. Die Pizzeria von damals ist mittlerweile ein Asia-Lieferservice, der kurz vor der Schließung steht, und mit seiner Frau Sabine und dem rebellischen Stiefsohn Jonathan kommt es regelmäßig zu Streitereien. Was zunächst wie eine lockere Auseinandersetzung mit den mittlerweile so grundverschiedenen Lebenswegen der einstigen Kumpels wirkt, formt Zübert zu einer nostalgisch gefärbten Komödie, die sich gelegentlich an Humorpfeiler des Vorgängers klammert, wenn Stefan und Kai den ersten Joint seit langer Zeit entzünden und zu einer ihrer ikonischen Konversationen zwischen Kiffer-Philosophie und Gaga-Unsinn ansetzen.
                  Trotz vorhandener Referenzen umschifft der Regisseur in „Lommbock“ plumpe Fanservice-Gefälligkeiten allerdings weitestgehend, um sich im weiteren Verlauf der Handlung, in der wenig überraschend noch der ein oder andere turbulente Haken geschlagen wird, vor allem auf die klaffende Lücke zwischen Teil 1 und Teil 2 zu konzentrieren. Auch wenn es Lucas Gregorowicz und Moritz Bleibtreu gelingt, mühelos wieder in ihre Paraderollen zu schlüpfen, macht sich auch in ihren Gesichtern die verstrichene Zeit bemerkbar, die Zübert keinesfalls vernachlässigt.
                  Ging es in „Lammbock - Alles in Handarbeit“ neben den ausgelassenen Konversationen und der humorvollen Situationskomik vordergründig um ein spezielles Lebensgefühl, bei dem die Protagonisten aus Angst vor einer ungewissen Zukunft krampfhaft im Stillstand verharren wollten, springt der Regisseur im Nachfolger in genau diese Zukunft, um den Blick von der dortigen Gegenwart aus wehmütig zurückschweifen zu lassen. Auch im zweiten Teil besinnt sich Zübert durch vereinzelte Titeleinblendungen auf die episodenhafte Struktur des Vorgängers, mit der er die Wiedervereinigung von Stefan und Kai in einzelne, untergeordnete Nebenhandlungen aufteilt, die mal mehr, mal weniger gelungen mit witzigen Einfällen punkten. So bleibt es beispielsweise fraglich, ob ein Wiedersehen mit Wotan Wilke Möhrings Frank unbedingt notwendig war, nachdem die vulgär-verbalen Ausfälle der am Tourette-Syndrom erkrankten Figur schon im ersten Teil zur Genüge ausgereizt wurden.
                  Seine stärksten, eigenständigen Qualitäten entfaltet „Lommbock“, ganz ähnlich wie Boyles diesjähriges „Trainspotting“-Sequel, aber letztlich im Umgang mit Gregorowiczs und Bleibtreus Hauptfiguren. Die stellt Zübert mit einer stimmigen Mischung aus ernüchterter Melancholie, rosigem Nostalgie-Esprit und aufrichtiger Empathie wieder vor die großen Fragen des Lebens, deren Antworten zwischen alten Wegbegleitern, neuen Bekanntschaften, wirrem Chaos und dichten Cannabis-Rauchschwaden ein weiteres Mal verblassen.

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                    tim.rosendahl.73 07.10.2017, 01:13 Geändert 07.10.2017, 01:21

                    Ich habe nie gekifft, stamme aus dem Ruhrgebiet, habe in Dortmund studiert und war selten in Süddeutschland, erst dieses Jahr das erste mal in Würzburg. Und trotzdem hat Lammbock so genau den richtigen Ton meiner Gymnasialgeneration treffen können, wie es kein anderer Film getan hat. (und auch nicht mehr tun wird) Sicher, Bang Boom Bang ist für mich der wichtigere deutsche Film jener Zeit gewesen, aber Szenen aus meinem damaligen Leben und dem meines Umfeldes habe ich viel eher in Lammbock wieder gefunden. Deshalb war er für mich weniger ein Kiffer- oder Szenefilm, sondern viel eher ein Film. der auf charmante und ironische Art und Weise das Lebensgefühl der damaligen Twens der (oberen) Mittelschicht sehr gut eingefangen hat.

                    Dementsprechend stand für mich auch im Nachfolger "Lommbock" die Entwicklung der beiden Protagonisten im Vordergrund. Sie sind gemeinsam mit all den anderen Charakteren von damals älter geworden und haben sich verändert, nicht nur äußerlich. Und ohne zu viel verraten zu wollen schafft es auch hier Zübert, die Probleme und Problemchen, die sicherlich anders gewordene Sicht auf die Welt meiner älter gewordenen Generation und den Umgang damit mit viel Feingefühl auf Zelluloid zu bannen.

                    Auch wenn den beiden Filmen immer wieder Plagiatsvorwürfe gemacht werden, ich kenne aus deutschen Landen nichts vergleichbares. Ich bin froh, dass es sie gibt!

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                    • 4

                      Wieder so eine Fortsetzung die eigtl. keiner braucht.
                      1-2 Lacher reichen leider nicht aus. Ansonsten ist der Film wirklich einfach platt und eintönig.

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                      • 6

                        Wer Erfahrungen mit dem Kosnum der im Film konsumierten Drogen hat, kann dem Film sicher noch das ein oder andere mehr abgewinnen als jemand, der damit gar nichts anfangen kann. Moritz war gut in seiner Rolle, der Film ansich aber so lala.

                        • 4

                          Kurz:
                          Zwei Traumtänzer treffen sich nach 16 Jahren zum Kiff-Revival.

                          Lang:
                          Vor über zehn Jahren haben wir in einem versifften Raum, welcher mit einem modrigen Sofa und einem schmutzigen Tisch möbliert war, eine DVD geschaut, über deutsche Hänger-Kids, die sich über ihren Marihuana-Konsum definierten. Der Name dieses Films lautete Lammbock. Und wir erhofften damit junge Frauen zu beeindrucken. So unsere vernebelten Erinnerungen. Nun sind wir alle etwas älter (was nicht mit „reifer“ gleichzusetzen ist) und Regisseur Christian Zübert (Der Clown, Dreiviertelmond) spendiert uns einer Fortsetzung des erwähnten Streifens: Die Thematik bleibt die gleiche, die Charaktere sind gealtert, die Hauptdarsteller bleiben weiterhin Idioten.

                          Stefan, welcher von Lucas Gregorowicz (Das Wunder von Bern,Polizeiruf 110) verkörpert wird, plant als Geschäftsmann eine Südsee-Bar in Dubai und ist daran eine wohlhabende Scheichstochter zu heiraten. Um diese Hochzeit durchzuführen, muss er jedoch nach Deutschland zurück, um einige Urkunden abzuholen. Am Flughafen angekommen wird er von seinem alten Kumpel Kai, gespielt von Moritz Bleibtreu (Lola rennt, Munich), abgeholt, welcher ihm eine „spezielle“ Pizza als Begrüssungsgeschenk entgegenhält. Mit „speziell“ ist natürlich ein Beutelchen Grass als Topping gemeint. Dies der Anfang vom Chaos.

                          „Lommbock“ ist erzählerisch gut strukturiert indem es in verschieden Kapiteln unterteilt wird. Das ist löblich und erleichtert das Nachvollziehen der Erzählstränge wie in einem Buch. Weiter sind sehr schöne Ecken der Stadt Würzburg zu sehen, welche eine Reise dorthin schmackhaft machen. Auch das Ende ist unvorhersehbar und deswegen findig.

                          Trotzdem wurde „Lommbock“ unseren Erwartungen nicht gerecht. Bei den vielen Dialogen, die an Tarentino-Filme angelehnt sind, fehlt jegliche Originalität und Humorgehalt. Zum Teil liegt es schlicht und einfach daran, dass die Unterredungen, welche trivialen und absurden Problemen thematisieren, fahl geschrieben wurden und zum anderen Teil, dass die Schauspieler die Antihelden unglaubhaft verkörpern. Besonders Lucas Gregorowicz überzeugt weder als paranoider Kiffer, noch als überspielter Yuppie. Wer einen vergleichbaren Monolog über Fellatio an Mehmet Scholl erwartet, wird bei dieser Fortsetzung enttäuscht. Zwar wird dieses Gespräch aus dem ersten Teil angedeutet, jedoch wurde nicht vergleichbar gutes geboten.

                          Und ganz ehrlich: Diese Kiffende Ü30er sind nicht witzig oder charmant. Sie sind peinlich und bedauernswert. Der englische Begriff „pathetic“ umschreibt es am besten. Gleiches gilt auch für die Verherrlichung von Cannabis, die bei „Lammbock“ herrscht. Das Ganze darüber hinaus mit Pipi-Kaka-Porno-Humor umrahmen zu wollen, macht die Chose noch etwas weniger erträglich. Der Tiefpunkt wird jedoch erreicht, wenn Wotan Wilke Möhring (Das letzte Schweigen, Who Am I – Kein System ist sicher) als Jay-Kopie mit Tourette-Syndrom auftaucht. Die Geschmäcker sind ja angeblich nicht alle gleich. Aber hier darf man objektiv behaupten, dass eine solche Unterhaltungsform armselig ist.

                          „Lommbock“ verfolgt leider die ganze Spieldauer durch folgendes Prinzip: Die Grundidee ist gut, jedoch die Umsetzung mässig bis katastrophal. Wir hätten uns mehr einfallsreiche Ideen gewünscht, wie beispielsweise das magische Gras, dass die Leute polnisch sprechen lässt. Und weniger missglückten Kopien aus dem ersten Film. Gerne hätten wir uns zu über einen guten Film aus dem deutschsprachigen Raum gefreut. Dies ist bei „Lommbock“ leider nicht der Fall.

                          Fazit:
                          „Lommbock“ konsumiert sich in etwa wie eine Tüte mit einer Mischung aus Brunette-Tabak, vertrocknetem Industriehanf und Cannabissamen: einfach nur Hust und Bäh. Wir konnten uns weder mit den Charakteren identifizieren, noch mussten wir Lachen oder Schmunzeln. Die Nostalgie ging viel zu schnell in Luft auf. Die Fortsetzung von „Lammbock“ ist in unseren Augen nicht Sehenswert.

                          • 9

                            Dampf im Kopf

                            Ich würde gerne sagen, dass ich gerne nochmal so wie Stefan und Kai sein möchte. Sorglos, mit Dampf im Kopf und lächelnd zum bösen Spiel des Lebens. Ich erinnere mich da an eine bestimmte Feier im Freien. Gefeiert wurde ein Geburtstag. Zur Verfügung standen uns um die 5 Kästen Bier, ein paar Falschen Vodka und zum Schluss noch ein langer, süßer Joint. Zum Schluss bedeutete aber auch, dass so ein Vollhorst erst mit dem Joint ankam, als fast alle alkoholischen Getränke aufgebraucht waren. Hollali, sag ich, wenn ich daran zurückdenke. Bis dahin hatte ich es ein paar gemacht und nie den Spaß daran gefunden, den die anderen gefunden hatten. Da war er also. Der Joint und dieses gepunchte und widerwärtige Zeug, das sich Haze nannte. Die Konstellation war nicht so toll, ich sehnte schnell den Krankenwagen herbei, den dann natürlich keiner rief und musste ziemlich schwer atmen. Als ich nach ein paar Stunden wieder aufwachte, war ich besser drauf als die anderen bei der Outdoor-Party. Seitdem hab ich das Zeug nicht mehr angefasst und hatte vor 3 Jahren damit angefangen, dieses und anderes Zeug aus meinem Leben zu verbannen, um etwas eigenes, etwas Besseres und zuverlässigeres zu schaffen. Den richtigen Weg einschlagen und nicht den anderen dafür die Schuld geben, dass ich meine Träume verdränge, um einen zu Trinken oder einen zu rauchen und „abzuhängen“, sondern es in die Hand zu nehmen und zu gehen. Ich möchte die Zeit nicht missen, denn sie war die Schönste, aber sie ist vorbei. Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat Zwei….

                            Mit ihrem Pizza-Lieferservice haben es sich Stefan, der eigentlich irgendwie studieren möchte, aber auch großen Gefallen am Dope hat und Kai, der es sich einfach gemütlich macht, aber trotzdem nicht auf den Kopf gefallen ist, eine angenehme Ausgangssituation einzurichten. Beide durchleben in Lammbock und Lommbock die irrwitzigsten Situationen, nur um am Ende über den kleinen "Ich bin nicht zufrieden man" in Stefan's Kopf zu reden. Bis dahin erkennen wir Kai nur als Volldeppen, der den ganzen Tag kifft, Stefan mit runterzieht und das Leben da draußen vollkommen außen vor lässt. Wenn dann Stefan sich beschwert, dass das alles irgendwann Konsequenzen hat, entgegnet Kai darauf nur, dass Stefan die ganze Zeit mitmacht, mitkommt und seine Träume selbst vernachlässigt und runterzieht. Wer hat denn nun Schuld? Keiner von beiden hat eine Schuld, denn der eine gibt sich gerne verrückt, obwohl ein weicher Kern in ihm steckt und der andere hat große Pläne und verdrängt seine Träume. Wie bei mir ist es der Teufelskreis, den man durchbrechen muss, um in einen neuen eintreten zu können…

                            Lammbock und Lommbock sind also durchsetzt vom Erwachsen werden und der Findung der eigenen Persönlichkeit. Dabei geht er nicht immer tief, was aus beiden Filmen auch ein stinklangweiliges Erlebnis machen würde. Man kann lachen, sich wundern und mit beiden mitfiebern. Sie werden einem sympathisch, obwohl sie kriminell und drogenabhängig sind. Denn es ist auch ein Statement, dass sich dahinter verbirgt. Und zwar, dass das Leben auf der einen Seite nicht so schrecklich sein muss, wie es eben zu oft aussieht, dass man aus seinen Fehlern lernen kann und auf der anderen Seite auch, das Gras bei weitem nicht so schlimm ist, wie Alkohol oder Crystal Meth. Bei dem Thema fällt mir gleich eine Folge des „Jenke-Experimentes“ ein, indem Jenke von Willmsdorff gezeigt hat, dass bei uns in Deutschland (und überall) Menschen leben, die auf das Gras als Medizin angewiesen sind. So, wie Frank in Lommbock und Lammbock, der immer am Fluchen ist, außer er hat Dampf in der Birne. Torret. Man könnte jetzt sagen, es wäre logisch Cannabis zu legalisieren, weil Alkohol weitaus schädlicher und ebenfalls legal ist. Der Alkohol ist nur einfach gesellschaftlich anerkannt und durch die Geschichte zum einfachen Brauch der Gesellschaft verkommen. Was früher besonders war, ist es heute noch lange nicht.

                            Man kann viel finden, wenn man finden, aber auch suchen möchte. Lommbock und Lammbock sind zwei herausragende, irrwitzige und offene deutsche Filme geworden, die als Perlen der deutschen Filmindustrie ganz weit in den Himmel ragen dürfen. Moritz Bleibtreu und Lukas Gregorowicz machen ihre Sache überaus gut und glänzen sogar in ihren Charakterrollen. Mich haben die Filme sehr gut unterhalten, es wurde Kritik angeschnitten und die Schwierigkeit hinter Veränderungen im Leben unverblümt herausgestellt.

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                            • 7 .5

                              Eine mal sehr einladende und variierende Filmkomödie aus Deutschland. Dazu kann diese Stoner-Movie Fortsetzung auch noch sehr gut mit Lammbock mithalten. Applaus! Und ja, das war nicht unbedingt zu erwarten.

                              So, jetzt bau ich mir erstmal einen... ;) Legalize it!

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                                sachsenkrieger 01.10.2017, 10:31 Geändert 01.10.2017, 10:31


                                Nostalgie war ja noch nie so meins und so hinterlässt einzig und allein die etwas seltsame Umbenennung der Kifferia in LOMMBOCK, ein leichtes Stirnrunzeln. Der Moritz und sein Lucas harmonieren sogar noch besser als im ersten Teil und es ist eine wahre Freude, dem deutschen Giganten Bleibtreu dabei zuzusehen, wie er Mimik und Gestik fein dosiert einsetzt. Das er während des Abfeuerns seiner tief philosophischen Weltanschauungen, so ganz nebensächlich lässig und nahezu meisterhaft, einen Dübel nach dem anderen produziert, kann einem schon übelst zu denken geben. Die Running Gags aus dem ersten Teil werden nie überstrapaziert, einige Male konnte ich mich trotz leichter Vorhersehbarkeit richtig wegschmeißen. Scheiß drauf ... ich find den zweiten Teil einfach geiler...

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                                • 6 .5

                                  Besser als erwartet. Überwiegend heiter und die eine sehr platte Pimmelszene ist doch wirklich trotz Vorhersehbarkeit urkomisch. Gut gespielt von den beiden Hauptdarstellern. Teilweise voll aus dem Leben, teilweise voll abgekupfert aus anderen Filmen. Insofern: gutes Drehbuch ;), abwechslungsreich Geschichte, prima Dialoge. Top!

                                  • 6

                                    Nach 16 Jahren sieht man sehr deutlich, wie einige vom Alter gezeichnet sind. Der Versuch wieder eine Klamaukveranstaltung daraus zu machen gelingt in einigen Momenten, doch der Coming-of-Age-Teil, den ich als dringend gefordert sehe, damit echte Dramatik entsteht, versagt völlig. Da hatte der erste Teil ein größeres Spannungsverhältnis zwischen Klamauk und Coming-of-Age. Herauskommt eine belanglose Geschichte mit seichtem Humor und einigen Flashbacks aus der man nichts mitnimmt.

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                                    • 7

                                      Auch geschaut grade, soo schlecht war er ja jetzt nun doch mal nicht. Klar, an Teil 1 kommt er nicht ran, auch die Ähnlichkeit zum ersten ist nicht so unbedingt gegeben, trotz allem konnte man ihn sich ansehen, paar gute Lacher waren dabei. Beste war das mit dem "Wassergummipimmel".

                                      • 7

                                        polnisch reden-salafisten-erdnuss sperma-der verstopfte gummi penis...da waren viele sachen wo ich laut auflachen musste...der 2te hat mir jetzt so gut gefallen--gerne noch ne drei hinterher

                                        • 8 .5
                                          Daggiolone 25.09.2017, 23:02 Geändert 25.09.2017, 23:04

                                          Nach 15 Jahren eine Fortsetzung eines Kultfilms zu drehen, ist so ziemlich das schlmmste, was man einem solchen Film antun kann. Das war wohl auch der Regie bewusst, und sie hat dafür gesorgt, dass Lommbock in allen Belangen Sinn macht. Alle Schauspieler vom ersten Teil machen mit. Alle sind älter geworden. Und genau das ist hier ein zentraler Aspekt des Films. Ein reifer Kifferfilm, der sich an den unbeholfeneren ersten Teil ständig mit Wehmut erinnert, der aber vor allem durch einen sich selbst übertreffenden Bleibtreu nicht minder komisch ist.

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                                          • 6

                                            [...] Hat Lammbock es überhaupt nötig gehabt, eine Fortsetzung geschneidert zu bekommen? Wohl kaum. Doch Christian Zübert hat es mit Lommbock vollbracht, nicht nur drögen Fan-Service aufzubereiten (obgleich das Wiedersehen mit dem ein oder anderen alten Bekannten sicherlich nicht notwendig gewesen wäre) oder popkulturelle Referenzen im Stakkato zu hofieren, sondern die Handlung des Erstlings logisch weiterzuentwickeln: Kann man ein Leben, welches eigentlich der Vergangenheit angehört, in die Gegenwart retten? Und kann es auch dann noch bestehen, wenn man bemerkt, dass sich die eigene Persönlichkeit im Wandel der Zeit nun mal zwangsläufig verändert hat? Sicherlich mag Lommbock keinen tiefen-philosophischen Diskurs über den Menschen darstellen, sondern sich vielmehr als verspielte Komödie verstehen. Aber immerhin ist es eine Komödie, die ihre Charaktere, ihre Entwicklungen und ihre Befinden auch im Rauch des Tetrahydrocannabinol ernst nimmt. [...]

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                                            • 7

                                              Als Würzburger musste ich den Streifen natürlich sofort sehen. Teil 1 fand ich gut , den Hype allerdings sehr übertrieben. Die Fortsetzung dagegen konnte bei mir recht gut punkten und ich habe den Kinobesuch nicht bereut.

                                              • 5 .5

                                                Es war die zu erwartende Fortsetzung von Lammbock: nicht schlecht, aber ohne den benebelten Effekt von anno dazumal. [Yannick Suter]

                                                • 9
                                                  MeisterYoda 01.05.2017, 13:44 Geändert 13.05.2017, 23:17

                                                  Es ist die Stimmung, die Stimmung, die Stimmung, einfach die Stimmung, die stimmt. Vaschteste?

                                                  .....es darf einfach auch mal nur lustig sein, ohne geniale Bildsprache, Tiefgang und was sonst üblicherweise für einen genialen Film stimmen muss.
                                                  Anmerkung: die Dynamik des Films, die Schnitte und auch die Gags haben sich sehr gut in den 15 Jahren entwickelt. Und die Musik nicht zu vergessen. Superb!

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                                                  • 6 .5
                                                    shortybuster 22.04.2017, 12:48 Geändert 22.04.2017, 12:51

                                                    "[...] zu bemüht!" - Ausbilder (Christof Wackernagel)

                                                    Obwohl Regisseur und Autor Christian Zübert sich lange gegen eine Fortsetzung wehrte und die Geschichte von Kai und Stefan auf stetes Drängen ihrer Leinwand-Mimen zunächst nur als Beweis für die Unmöglichkeit einer Fortsetzung weiterschrieb, steht nun letztlich doch eine von allen Beteiligten als sinnvolle Weiterführung bewertete Fortsetzung zu Buche.
                                                    Dabei festigt sich bereits während der Sichtung der Eindruck, dass dieser Versuch der Anknüpfung an einen Szene-Kultfilm schlichtweg zu bemüht daherkommt - mit selbigen Worten wies der Polizei-Ausbilder im ersten Teil seine Rekruten daraufhin, dass man als verdeckter Ermittler sein Dope nicht mit den Worten "Das Zeug kickt besser als Mehmet Scholl" anpreisen sollte, weil es "zu bemüht" klinge und dadurch verdächtig sei.
                                                    Denn was kann Lommbock ähnlich wie der diesjährige Trainspotting 2 aufgrund der vorangeschrittenen Lebensjahre nur sein? Eine zumindest zarte Weiterentwicklung, Reifung oder Veränderung, die natürlich nicht nur durch die eigene innere Veränderung der Figuren, sondern auch durch die Änderung des Zeitgeistes und gesellschaftlicher Strömungen bedingt ist.
                                                    Erhebt man an Lommbock diesen berechtigten, weil logischen und sinnvollen Anspruch, so wird man bereits nach wenigen Minuten mit forciertem Gegenwind enttäuscht. Denn als wäre nie Zeit vergangen, steht Stefan mit Premium-Pizza inklusive Dope unter spürhundsicherer Salami am Flughafen und holt den Dubai-Exilanten Stefan ab, der nach Sichtung des Premiuminhalts der Teigware sofort in altbekannte und nochmal übersteigerte Paranoia verfällt.
                                                    Die Fortsetzung nimmt sich seinen Vorgänger weitestgehend als formale Blaupause und füllt so die alten Muster und Schemata weitestgehend unselbstständig nur mit neuen Inhalten auf. Mehmet und Erika Eleniak waren gestern, jetzt sind es Diskussionen über Aliens und das veränderte Sexualverhalten durch youporn. Die Musik ist immer noch ein bemühtes Feel-Something-Gedudel, das aber damals ähnlich wie bei American Pie treffsicher das Lebensgefühl der Heranwachsenden akustisierte. Eine Entwicklung ist vor allem bei Kai kaum zu erkennen, darüber können biographische Weiterdichtungen und eine präzise eingerichtete Designerwohnung nicht hinwegtäuschen - und auch Stefan ist blitzkuriert und wandert erneut durch Würzburg als willfährige Marionette des "kleinen Ich-bin-nie-zufrieden-Mannes", dass es vor allem gegen Ende ein Graus ist, einen "Fourtysomething" so labil und verunsichert zu sehen.
                                                    Auch die beiden Hauptdarsteller können nicht verbergen, dass sie wahnsinnigen Spaß daran hatten, wieder in ihre alten Rollen zu schlüpfen, aber die Unschuld und Jugendlichkeit des Erstlings ist in ihren Gesichtern verschwunden und so schwanken die Dialoge und die wieder mal episodenhaft verknüpften Geschehnisse deutlich zu spektriert zwischen peinlich und lustig-kool wie zu besten Zeiten.

                                                    Alles in allem ist "Lommbock" damit ein unentschlossener Hybrid aus Fortsetzung und rebootartigem Fan-Pleaser, der deutlich zu wenig Mut beweist, schlichtweg notwendige Entwicklungen und Veränderungen glaubhaft in den Kosmos einzuschreiben. Es ist nicht mehr 2001 und Kiffen keine verschrobene Subkultur mehr. Natürlich macht "Lommbock" im guten Mittelteil immer noch jedem gehörig Spaß, der auf Fingerschnipsen "Lammbock"-Zitate so sicher wie das eigene Geburtsdatum aufsagen kann und am liebsten den ganzen Tag mit Stefan und Kai in der Pizzeria hängen würde, aber die Rahmung des Geschehens extern sowie intern mit Exposition und Schluss macht "Lommbock" zu einer nur soliden deutschen Komödie, bei der die Protagonisten viel weniger menschlich sein dürfen als vor allem clownhaft sein sollen.

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