Lars und die Frauen - Kritik

Lars and the Real Girl

US · 2007 · Laufzeit 107 Minuten · FSK 12 · Komödie, Drama · Kinostart
Du
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    Man kann nicht wirklich sagen "Lars und die Frauen" sei ein reines Psychodrama noch eine reine Liebesgeschichte. Es ist eher die Geschichte eines Mannes mit einem Problem bei Berührungen und dem Wunsch nach einer Frau an seiner Seite. Was aus diesen beiden Punkten gemacht wurde, war wirklich sehr anrührend und im Kern auch durchaus aussagekräftig. Besonders angetan hat mich der Umgang mit dem Problem von Familie, Freunden und Nachbarn. Dennoch bleibt "Lars und die Frauen" für mich nicht viel mehr als eine Tragikomödie mit Herz, da er nicht tief genug geht und m.M. einfach nur das Herz erwärmen will mit Ryan Gosling als wirlkich sehr liebenswerten Einsiedler.

    • 8

      Originell Komödie mit viel Charme. Die Schauspieler spielen klasse und ich stelle mir die Stimmung am Set witzig vor wenn man die ganze Zeit mit einer Puppe redet.

      • 8

        Lars Lindstrom (Ryan Gosling) ist eigentlich ein ganz normaler Typ.... O.K. vielleicht nicht ganz normal. Er wohnt in einer Garage, direkt neben dem Haus in dem auch sein Bruder mit siner Frau wohnt. Und er hat ein Problem in Kontakt mit Frauen zu kommen. Dabei könnte er sogar ganz leicht eine Freundin bekommen, wäre er nur nicht so schüchtern. Eines Tages bestellt er sich dann eine Sexpuppe Namens Bianca aus dem Internet..... nicht um sie als solche zu benutzen, sondern um eine Freundin zu haben.

        Es ist schon interessant anzuschauen was diese Sexpuppe für eine Auswirkung auf Lars seine Mitmenschen hat. Zuerst sind sie verständlicherweise total entsetzt, weil es ja schon skurril ist wenn man seine Sexpuppe als Freundin vorstellt. Aber durch die psychische Störung von Lars und dadurch, dass er bei sich in der Ortschaft recht beliebt ist, gehen die Menschen darauf ein und zeigen Verständnis bzw. Toleranz für Lars seine Wahnvorstellungen. Ryan Gosling überzeugt in dieser schwierigen Rolle auf ganzer Linie. Wie sein Charakter durch seine Puppe immer mehr Kontakt zur Außenwelt aufbaut (Was ihm ja zuvor nicht möglich war) ist sehr schön anzusehen. Auch Emily Mortimer zeigt hier eine ganz starke Performance, sie spielt die Schwägerin von Lars. Warum der Film, trotz der sehr gewöhnungsbedürftigen Story funktioniert, liegt wohl auch an der sehr bodenständigen Inszenierung. Die ganze Kulisse und die Darsteller erzeugen eine sehr hohe Authentizität. Sehr schön anzuhören ist übrigens der Soundtrack mit vielen verschiedenen sehr natürlichen Klängen. Vor allem das Stück "In The Forest" find ich persönlich klasse.
        Da die Geschichte sehr gut durchdacht ist, bleibt der Film durchgehend sehr sehenswert und bietet auch ein sehr gelungenes Ende.

        Craig Gillespie hat mit "Lars und die Frauen" eine recht skurrile Tragikomödie über das Thema Toleranz inszeniert.... Apropos Toleranz, diese ist auch ein Stück weit vom Zuschauer gefordert. Immerhin sieht man es nicht alle Tage, dass ein erwachsener Mann eine Sexpuppe zur Freundin nimmt. Wenn man dem Film aber eine Chance gibt, wird man es nicht bereuen.

        • 7

          Ein kauziger Sonderling tut so als sei seine Plastikpuppe ein realer Mensch – und alle Leute in seiner Umgebung machen den Spuk mit. Das klingt wie gigantischer Stuß – ist aber zartes, sensibles Dramakino. Getragen von grandiosen und sympathischen Darstellern wird hier eine rührende Geschichte erzählt in der es um Toleranz und Verständnis geht und das uneingeschränkte Recht anders zu sein – und man kann nicht anders als den verschrobenden Helden Lars zu lieben und all den anderen mögenswerten Charakteren die seine Phantasiespiele mit der besagten Puppe mitmachen dankend auf die Schulter zu klopfen. Kein großes Kino also, dafür intelligent, sensibel und voller aufrechten Gefühlen. Mehr als viele andere Streifen zu bieten haben.

          Fazit: Witzige Story die voller Herz erzählt wird und mit grandiosen Darstellern besetzt ist!

          • 7 .5

            Die sympathische Außenseiterstory ist einfühlsam und hat das Herz am rechten Fleck.

            • 8

              Fazit: "Lars und die Frauen" ist eine richtig schöne Tragikomödie geworden, die Witz und Herz miteinander vereint und das wirklich sehr gut schafft. Die Handlung ist etwas verrückt, weiß aber gerade dadurch zu gefallen, dass man das glaubwürdig darstellt und nie ins Lächerliche zieht. Außerdem fand ich die Darsteller, allen voran Gosling, sehr gut. Dazu gibt es eine schöne Figurenzeichnung, eine passende Inszenierung und eine warmherzige, amüsante Atmosphäre. Das ist kurzweilig, bietet Lacher und viel Gefühl und ist somit rundum gelungen. Von mir gibt es eine klare Empfehlung!

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              • 9

                Schöner Film, vor allem wie herzlich eine ganze Gemeinschaft sein kann und sogar eine Puppe integrieren kann, um jemanden zu helfen. Man muss sagen am Ende hat man den Eindruck, als hätten alle die Puppe ins Herz geschlossen. Toll verfilmt, gute Leistung der Schauspieler und dabei noch hoch psyhologisch und tiefgründig und doch nicht zu kompliziert. Einfach sehenswert

                • 9
                  Sternenkind68 06.10.2016, 11:07 Geändert 06.10.2016, 11:21

                  Hat nicht schon der große Dean Martin gesungen:
                  "Everybody loves somebody sometimes" ?
                  Diesen Lars wachzuküssen und ihm Liebe zu geben, scheint erstrebenswert, denn von ihm geht etwas aus, das kaum zu beschreiben ist.
                  Obwohl er sich ins Schneckenhaus zurückzieht, man kaum an ihn rankommt, ist er nicht so unsympathisch, dass man ihn meiden will.
                  Zu jedem Topf passt ein Deckel, heißt es doch.
                  Andere mögen ihn als Spinner abtun, als wunderlich.
                  Mein Herz schlägt für Außenseiter. Sie brauchen nur manchmal eben Hilfe...

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                  • 8 .5

                    ein starker Film! Wer aber nun glaubt, eine Sexpuppe helfe über Sozialphobien hinweg, den muss ich leider enttäuschen. Denn wie immer ist es stark vom Umfeld abhängig, was hier allerliebst reagiert und es jedem zu wünschen wäre, ein solches zu haben.

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                    • 6

                      Sobald Lars entscheidet nicht weiter auf das Medium Bianca zurückzugreifen, um mit der Außenwelt in Kontakt zu treten, und ihr eine tödliche Krankheit andichtet, verbreitet sich die Nachricht ihres baldigen Todes unter den Bewohnern des utopischen Dorfes wie ein Lauffeuer. Und wenngleich jeder Einzelne von ihnen um ihren fehlenden Herzschlag weiß, scheinen sie doch allesamt ernsthaft betroffen zu sein, wenn sie von der Nachricht erfahren. Ihre Handlungen und ihre Gedanken haben Bianca zum Leben erweckt, ihre Sinnzuschreibungen machten sie zu einem Bestandteil ihres Mikrokosmos. Lars und sein Umfeld kreieren Identitäten, ebenso wie sie sie wieder verwerfen, sobald man entschieden hat von nun an auf eigenen Füßen stehen zu wollen. Mit ihrem Tod emanzipiert er sich auch von seiner Vergangenheit - und damit von seinem Trauma.

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                      • 6 .5
                        RolfMuller 21.04.2016, 11:44 Geändert 21.04.2016, 11:44

                        Ha! Was für eine Knalleridee!

                        Lars hat Probleme mit sozialen Kontakten. Ihm fällt es schwer andere Menschen, vorallem Frauen anzusprechen. Sogar Einladungen von seinem Bruder, welcher nebenan wohnt, zum Abendessen schlägt er regelmäßig aus irrsinnigsten Gründen aus. Dennoch ist er traurig darüber allein zu sein. Sein Arbeitskollege bringt ihn auf die Idee eine „Real Doll“ zu bestellen. In diese verliebt sich Lars und er denkt wirklich Sie sei echt. Sie heißt Bianca und er stellt sie voller Begeisterung seinem Bruder und deren Frau vor.
                        Diese reagieren entrückt und wissen nicht wie Sie sich verhalten sollen...

                        Die Idee ist einfach toll, irrsinnig und obendrein überhaupt nicht abwegig. Menschen in Verzweiflung flüchten sich in die abersinnigsten Wahnvorstellungen. Durch seine Puppe Bianca kommt Lars endlich raus. Er geht mit ihr in die Kirche, zum Picknick und traut sich in seine Gemeinde. Es ist richtig toll aufgezeigt was Lars mit seiner Wahnvorstellung bezwecken will und eben auch bezweckt. Und klar ich liebe Ryan Gosling. Ja, ich gebs zu. Aber was er hier abliefert ist auch einfach richtig stark. Fernab von „Drive“ und „Place Beyond the Pines“ wo er als cooler stiller Draufgänger Frauen und Zuschauer begeisterte. Hier spielt er leise, unsicher, alles andere als cool. Eine Glanzleistung.

                        Dafür aber, dass der Film eben eine so tolle Ausgangsidee liefert hätte er durchaus bissiger und böser werden können. Alles geht etwas zu brav vonstatten. So lieb wie Lars scheinen letztendlich alle in seiner Gemeinde zu sein. Mehr Gegenwind für Lars und Bianca hätte den Film sicherlich ganz gut getan. Doch immer wieder sind kleine feine emotionale Szenen zu betrachten, die einfach goldig sind. Als Lars den Stoffbären wiederbelebt muss man einfach mit flammenden Herzen schmunzeln.

                        Ein klein wenig schade, das aus diesem ungemeinen Potential der irrsinnigen Story und dem famosen Schauspiel Goslings nicht noch mehr herausgeholt wurde. So ist „Lars und die Frauen“ zwar eine kleine feine, skurrile, aber auch viel zu liebe und brave Liebes-Dramödie.

                        Soooo....176 cm groß *klick*....leicht gebräunt *klick*....brünett???...nein blond *klick*....Triple DD gibts nicht...na dann...*klick*.....Auftrag bestätigen *klick* Artikel wird in Kürze versandt :)

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                        • 6 .5

                          Nette Grundidee, ein paar schöne Szenen. Endet dann aber so, wie man es sich zu Beginn gedacht hatte. Schade. Sympathische Darsteller.

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                          • 6
                            RoboMaus 18.04.2016, 07:50 Geändert 18.04.2016, 15:17

                            Lars ist mental instabil, hat sich aber noch gut unter Kontrolle. Er will eigentlich nur in Ruhe gelassen werden, aber sein Umfeld kann das nicht verstehen, schon gar nicht, dass er keine Freundin hat. Um dem Druck auszuweichen, flüchtet er in eine Scheinwelt, indem er eine Gummipuppe aus einem Online-Sexshop bestellt und als seine Freundin präsentiert, der er für real hält....

                            Das ist ebenso tragisch wie witzig, letzteres aufgrund der Reaktionen seiner Familie und sämtlicher Gemeindebewohner, einschliesslich des Pfarrers. Nach dem Schreck zeigen erstaunlicherweise alle Verständnis und spielen mit - so sitzt die Puppe mit am Tisch, in der Kirche, beim Friseur.... Doch hier verschenkt der Film sein Potential - die Interaktion des Umfeldes mit der Puppe wird nur angerissen und nach dem Schreckeffekt nur noch selten witzig. Da wäre so viel drin gewesen.

                            Stattdessen konzentriert sich der Plot auf das Zusammenleben von Lars mit seiner 'Freundin' und geht damit durch alle Nuancen, wobei sich die Szenen teilweise wiederholen (am Tisch, beim Arzt) und die Story auf der Stelle tritt. Irritierend ist, dass alles so glatt läuft, jeder mitspielt und niemand Lars bzw. seine 'Freundin' verarscht, wie es in der richtigen Welt unausweichlich wäre (z.B., dass ein paar Jugendliche sie entwenden und dazu benutzen, wofür sie gemacht ist, was polizeiliche Untersuchungen wegen Vergewaltigung nach sich zieht...). So schwarzhumorig wird es leider nie.

                            Dennoch ein interessanter Film mit innovativem Ansatz.

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                            • 8 .5

                              Wow!! Eben nochmal eine Zweitsichtung vorgenommen - und was soll ich sagen - diesmal hat mich der Film total geflasht!!!!!!!!!
                              Dass Ryan Gosling sowieso toll ist, ist ja kein Geheimnis, aber in diesem Film vermittelt er wirklich auf charmante Art und Weise das Leben eines "besonderen" Menschen, ohne dabei weder zu dick aufzutragen, noch seine Figur lächerlich darzustellen, was sicher schnell hätte passieren können.
                              Ein ganz schöner Film, der wirklich sehenswert ist und berührt!

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                              • 8 .5
                                Wasabitapir 10.04.2016, 19:21 Geändert 10.04.2016, 19:22

                                Ein großer Schauspieler – vielleicht einer der größten unserer Zeit – in einem kleinen, ehrlichen Film. Besonders gefallen hat mir, wie respektvoll hier mit dem Thema der Andersartigkeit umgegangen wird, die eben nicht immer erst angepasst werden muss, um akzeptiert werden zu können, sondern manchmal selbst ein Umgang mit einer absurden Realität ist, und eine angemessene, heilsame, tröstende Perspektive auf schwierige Situationen bieten kann, Zusammenhalt erzeugt. Die Eigenartigkeit von Lars ist nämlich manchmal lustig, aber nie albern. Seine Beziehung zu Bianca ist nicht pervers, sondern zutiefst menschlich. Die Liebe zu einer Puppe isoliert ihn nicht – wie man annehmen müsste –, sondern verleitet zu Kommunikation, erweckt Mitgefühl – das der anderen, sowie das eigene. Die Geschichte wird dabei ungeheuer charmant erzählt, in einem langsamen, unaufgeregten Tempo und getragen von sympathischen – empathischen – Figuren.

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                                • 7

                                  Wird wirklich alles das Ryan Gosling anfasst zu Gold?

                                  Es scheint tatsächlich so, als gäbe es bislang noch keinen Film mit Gosling, welcher kein Erfolg wurde. So auch Lars und die Frauen. In dieser Tragikomödie verkörpert Gosling den zurückgezogenen, teils nerdigen, doch stets liebevollen stillen Bruder so brillant, dass ich meinen Hut vor der schauspielerischen Wandlungskraft dieses Mannes ziehen muss.
                                  Egal ob Kunstfilm (Drive, Lost River), Drama (The Place beyond the Pines) Gangsterfilm (Gangster Squad) oder Komödie (Lars und die Frauen): Wo Ryan Gosling drauf steht ist Erfolg garantiert.

                                  Lars und die Frauen überzeugt durch teils grotesk humorvolle Szenen und einen tollen erweiterten Schauspielercast.

                                  • Our Daily Free Stream: Lars and The Real Girl. Zum Start des neuen Ryan Gosling Films The Nice Guys, kommt hier seine Rolle, die mich am tiefsten beeindruckt hat. Wie würde ich einen Film drehen über die Liebesgeschichte eines jungen Mannes und einer lebensgrossen Sex-Puppe, die er im Internet bestellt hat? Lars and the real Girl macht sich nie lustig über den Charakter, den Ryan Gosling spielt. Alle Figuren um ihn herum begegnen ihm menschlich und respektvoll. Das macht diese Komödie so schön! Lars Lindstrom (Ryan Gosling) kann die Berührung durch andere Menschen nicht aushalten. Ansonsten funktioniert er im Leben und hat einen Job. Nach dem Tod beider Eltern lebt nun sein Bruder Gus mit seiner schwangeren Frau Karin im Haus, während Lars im Schuppen dahinter wohnt. Einladungen zum Abendessen beider schlägt er mit immer neuen Ideen aus. Eines Tages erfährt Lars im Büro, dass man im Internet lebensgrosse Sexpuppen kaufen kann. Kurz darauf wird genauso eine Puppe bei ihm geliefert und er stellt sie dem Bruder Gus als neue Freundin vor. Wir erfahren von Lars, dass Bianca (so der Name der Puppe) halb Brasilianerin ist. Genauso begründet Lars, weshalb Bianca nicht spricht oder isst. Wohlbemerkt, Lars benutzt Bianca nicht, um Sex zu haben. Sie ist die ideale Gefährtin für ihn, weil sie ihn nicht berührt. Bianca ist für Lars der Schlüssel zum öffentlichen Leben, was so weit geht, dass er sie mit zur Kirche nimmt. Guy ist skeptisch, ob der neuen "Begleitung" seines Bruders, Karin akzeptiert Bianca, weil sie den Fortschritt sieht, den Lars mit der Puppe durchlebt. Das Geheimnis von Craig Gillespies Komödie ist die Tatsache, dass das gesamte Umfeld von Lars, Bianca eben als Lars Freundin annimmt. Zumindest Lars gegenüber, den sie mit demselben Respekt begegnen. Lars wurde lang genug als bedauernswerter Fall hingenommen, dadurch bemüht man sich nun, seinen Durchbruch zu unterstützen. Der Film wirkt nie höhnisch oder gar schmutzig. Einzig Gus verhält sich manchmal so, wie es eben auch geschehen könnte in der echten Welt. Er ist der einzige, der sich darum sorgt, was die Anderen wohl denken könnten. Alle anderen Figuren agieren taktvoll und diskret. Jeder behandelt Bianca so gut wie Lars es tut. So wie das sein sollte.

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                                      Es gibt sie doch noch. Die guten Filme. ;-)

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                                        In „Lars und die Frauen“ werden wir in eine wundervoll gefühlsduselige Welt gezogen, in der ein junger Mann, der absolut schüchtern ist und sich dementsprechend einsam fühlt, sein Glück in einer Plastikpuppe findet, die er sich im Internet bestellt hat. Die feinfühlige Thematik wird hierbei sehr gut von Regisseur Craig Gillespie umgesetzt, der nicht nur mit tiefgründigen Emotionen lockt, sondern zeitgleich auch eine gefühlvolle Brücke zu den Zuschauern aufbaut. Im Mittelpunkt stehen nicht nur die Beziehung von Lars und „seiner Frau“, sondern auch die Anteilnahme der Bevölkerung des kleinen Städtchens und die Empfindungen seiner eigenen Familie zu dem offenbar „geisteskranken“ Bruder, der jedoch nicht ewig von seinen inneren Dämonen geplagt wird.
                                        Man hat schlagartig das Bedürfnis, Mitleid mit Lars zu empfinden, als er in der ersten Szene auftritt und man direkt seine schüchterne Art zu spüren bekommt. Dieses unbeholfene, unschuldige Verhalten ist einfach grundlegend sympathisch und weckt ein Gefühl von Wärme. Am Liebsten würde man Lars einfach nur noch umarmen, ihn an der Hand nehmen und ihm zeigen, wie die wirkliche Welt funktioniert. Das entdeckt er aber schließlich ganz selbst, als er Bianca – eine Plastikpuppe - „kennenlernt“ und diese jedem als seine Freundin vorstellt. Zunächst Verblüfftheit und Skepsis auslösend, ist es schließlich eine ganze Kleinstadt, die sich diesem Schicksal annimmt und Lars das Gefühl gibt, eine wahrhafte Freundin an seiner Seite zu haben. Daran merkt man jedoch, dass es nur ein Film ist: Ein grundsympathischer Ort, der sich nicht über die Leiden des jungen Lars lustig macht, sondern ihm hilft, durch die schwere Zeit zu kommen. Es ist schön mit anzusehen, wie der Protagonist endlich Glück empfindet, auch wenn das alles etwas unkonventionell wirkt. Er merkt jedoch immer mehr, dass es eigentlich eine andere Frau ist, zu der er sich hingezogen fühlt und Bianca lediglich ein Platzhalter ist, weil er glaubt, die Frau, die er will, nie bekommen zu können. Mich hatte der Film schon nach den ersten Minuten in seinen Bann gezogen.
                                        Das lag aber nicht nur an dieser emotionalen und tiefgründigen Geschichte oder an der Feinfühligkeit, wie man diese doch sehr realitätsnahe Thematik behandelt, sondern auch an den hervorragenden Darstellern, allen voran natürlich Ryan Gosling, der trotz wenig Text am Meisten heraussticht und zeigen kann, was wirklich in ihm steckt. Vorher kannte ich ihn nur aus actionreicheren Filmen, da war es mal eine gelungene Abwechslung, ihn in einer sehr emotionalen Rolle zu sehen. Auch die schönen Bilder zeigen Wirkung, erwärmen die Herzen und machen Spaß. Die Landschaft ist ein toller Blickfang und sorgen nochmal zusätzlich für Pluspunkte.
                                        „Lars und die Frauen“ überzeugt. Nicht nur in der Thematik, sondern auch vom Umfang her. Man spielt mit den Gefühlen des Zuschauers und versucht diesen nachdenklich zu stimmen. Man hat mit den Ansätzen auf jeden Fall alles richtig gemacht. Sie harmonieren toll miteinander und hinterlassen schlussendlich ein tolles Endwerk, das man auf jeden Fall gesehen haben muss.

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                                          der film ist absulot witzig und traurig zugleich... man hat von der ersten minute an mitleid mit lars und doch andererseits freut man sich das er endlich etwas glück empfindet!!!

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                                            Jawoll! Da zeigt diese Ryan Gosling endlich was er kann. Na gut... "sagen" tut er nicht viel. Aber wow. Dieser kleine Perverse ist perfekt für diese Rolle. Perfekt für dieses Stück, was nebenbei betrachtet einfach genial ist. Ich danke der Academy. Ich danke Amazon Prime. Ich danke für einen vortrefflichen Abend in einer sommerlich-warmen Herbstnacht. Yolo.

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                                                Wie heißt es so schön bei COMMUNITY?
                                                "Was unterscheidet den Menschen vom Tier?"
                                                "Füße!"
                                                "Ne, echt nicht, Mann. Bären haben doch auch Füße."
                                                "Die Haiwoche. Die Menschen sind die einzige Spezies, die sich eine Woche lang im Fernsehen nur Haie ansehen. Nicht mal Haie gucken sich eine Woche lang nur Haie an. Und genau das ermöglicht mir, diesen Stift zu nehmen, ihn Steve zu nennen, zu zerbrechen und in einem von euch stirbt etwas. Den Mensch zeichnet es aus, persönliche Gefühle für Dinge zu entwickeln, die dieses eigentlich gar nicht verdienen. Und das erlaubt uns, eine ganze Woche den Haie zu widmen, Empathie mit einem Stift zu haben oder Ben Affleck den Oscar für das beste Drehbuch zu verleihen."
                                                (Ich kann nicht hundertprozentig beeiden, dass dieser Dialog exakt zu stattgefunden hat, hab das mal aus der Erinnerung zitiert.)
                                                LARS UND DIE FRAUEN baut auf den gleichen Gedanken. Der titelgebende Lars ist ein bisschen speziell. Gerade so speziell, dass es nicht zu stressig ist, ihn alle mögen und der geneigte Zuschauer mit einem mitleidigen "Ooooooh" vor der Leinwand sitzen kann. Er ist also kein Rain Man, ja nicht mal ein Sheldon Cooper. Abgründe psychischer Störungen werden hier locker umschifft, man stelle sich auf Wohlfühl-Betroffenheit ein. Lars wohnt bei seiner Schwester und dessen Herd, pardon dessen Frau in der Garage (kann man ja mal machen). Das Paar ist dann auch so nach Schema F gestrickt, dass man ja nicht auf die Idee käme, hier wird etwas Neues erzählt: Er der pragmatische Anpacker ohne Gefühle, sie braves Heimchen am Herd, das am liebsten die ganze Welt umarmen möchte. Manchmal hat sie auch Bock, ihren Schwager zu seinem "Glück" zu zwingen, da tackelt sie ihn auch schon mal nieder, um ihn zum gemeinsamen Abendessen zu bringen. Aber Hand aufs Herz, ihr beiden, ich hab gesehen, wie eure Essen ablaufen, da hätt ich auch ohne (massenkonformen) Autismus keinen Bock drauf. Obwohl eigentlich alle diesen Lars mögen, weil der mit seinen Zwangsstörungen und Schuldkomplexen ja sooooo süß ist, ist er natürlich auch einsam as shit (Surprise!). Aber kein Thema, in Zeiten des Internets kann man sich schließlich problemlos eine Frau nach Hause bestellen, immer vorausgesetzt, man hat keine höheren Erwartungen an sie als, dass sie 57 Kilo schwer ist und über eine anatomisch korrekte Vagina verfügt. Lars hat nicht mal diese Anforderungen, für ihn muss sie einfach nur da sein. Und das ist Bianca, so nennt er seine Sexpuppe, die er von da an als seine Freundin durch die Gegend schleppt. Ist mit Sicherheit eine der originellsten Dinge, die man mit Sexpuppen machen kann. Ob die sinnvollste, darüber lässt sich sicher diskutieren. Ein Wermutstropfen gibt es da: Bianca wird mit einem perfiden Betrug am Zuschauer eingeführt, dem billigen Effekt wegen wird da die Identifikation mit Lars geopfert. Das war mir zu unzuverlässig erzählt...
                                                Ich muss sagen, am Witzigsten vom ganzen Film fand ich, dass Lars' Bruder sich über die "Freundin" seines Bruder echauffiert und selbst sich eine Frau gesucht hat, die unter den Menschen einer leblosen Puppe wohl am nächsten kommt, die keine Widerworte gibt und sehr flexibel für Küche und Schlafzimmer einsetzbar ist. Da lässt sich in der Familie doch ein gewisses Schema entdecken.
                                                Für den Grundeinfall muss ich den Film natürlich lieben! Sie bietet so viel Möglichkeiten für absurden Humor und einfühlsame Momente und das schafft der Film auch ganz groß. Die Essensszenen mit Bianca am Tisch zum Beispiel sind superwitzig! Ich hab gelacht bis ich nicht mehr konnte! Und Ryan Gosling spielt einmal mehr besser als es die Polizei erlaubt. Das kann ich hier auch gar nicht in vernünftige Worte packen, das müsst ihr sehen, wie er mit jedem neuen Satz, jeder neuen Regung, dem Charakter eine neue Facette hinzufügen kann, wie er immer wandelt zwischen Wahnsinn und Abgeklärtheit, wie er den ganzen Charakter durch seine Bewegungen ausfüllen kann. Allerdings ist der Witz daran, dass er ne aufblasbare Frau durch die Gegend schleppt auch recht bald abgenutzt. Zum Glück erkennt der Film das und schlenzt um in eine leicht capraeske Schiene. Das ganze Dorf beginnt Bianca als eine der ihren zu akzeptieren, sie wird von ihnen zum Tee eingeladen, "arbeitet" im Krankenhaus. Das hat schon seinen Reiz und ist immer noch urkomisch, wenn zum Beispiel die Kinder im Kindergarten mit einer Sexpuppe spielen. Köstlich! Und wenn Bianca dann sogar eine Beerdigung bekommt und der Pastor ihr Leben rühmt, dann wird hier wirklich ein Mensch erschaffen, einfach durch die Empathie, die sie in ihren Mitmenschen geweckt hat. (siehe Zitat oben)
                                                Natürlich ist von Anfang an klar, ab dem Moment, in dem Lars mit der Alten unterm Arm ins Haus kommt, wie die Schose endet: Bianca wird zur Reinigungsphase reduziert, die Lars endlich in die Arme einer realen ( das heißt in dieser Welt: spießigen und bemutternden und vor allem: langweiligen) Frau treiben soll. Das wird dann auch noch mit einer religiösen Taufszene ins unfreiwillig Komische hochstilisiert. Und vor allem wird nicht nur Lars dadurch unglaublich bieder und gewöhnlich sondern auch der ganze Film. Die Liebesgeschichte zwischen einem Mann und einer Sexpuppe hatte etwas wunderbar Subversives (vielleicht auch leicht Frauenverachtendes, aber das wäre die andere Seite der Medaille), aber das erlaubt der Film seinem Helden nicht, er will ihn zwingend "normal" machen. Und nachdem ihm alles Subversives, alles Hinterfragendes ausgetrieben wurde, blendet der Film in aller Wohlgefälligkeit ab. Sehr feige, sehr schade, da wäre mehr drin gewesen.

                                                6
                                                • 8

                                                  Ungünstiger kann die Prämisse für einen Film nicht sein: Das Thema schreit geradezu nach Klamauk. Was uns dann aber tatsächlich erwartet ist ein schöner, lustiger und stellenweise auch trauriger Film über Liebe, Rücksicht gegenüber Mitmenschen, und das freiwillige Außenseitertum. Ryan Gosling in einer seiner besten Rollen. Ein von der breiten Masse stark unterschätzter Film.

                                                  4
                                                  • 6 .5

                                                    Ich mag Ryan Gosling und sein Schauspiel in dem Film. Als schüchterner junger Mann, der zudem noch sehr liebevoll ist, wirkt er einfach nur sympathisch. Die Idee ist ausserdem ganz gut Umgesetzt.