Late Bloomers - Kritik

Late Bloomers

GB/FR/BE · 2011 · Laufzeit 92 Minuten · FSK 0 · Drama, Komödie · Kinostart
Du
  • 6

    Ein lang verheiratetes, gutsituiertes Ehepaar droht sich wegen unterschiedlicher Vorstellungen über ihr zukünftiges Seniorendasein zu entzweien. Die nicht besonders aufregende Sinnkrise wird mit forcierten Gags rund ums Altwerden aufgepeppt. [Katharina Grimnitz]

    • 8

      Eine ernsthafte Komödie. Mit wohldosiertem Witz orientiert sich der Film an der Realität und streift z.B. mit den ‘Grauen Pantern‘ sogar manchmal die Satire. Mit der Figur der Uroma (Doreen Mantle), die kurz auch noch für Trauer sorgt, kriegen auch die Enkel ihr Fett weg, wenn sie fragen ‘Was machen wir denn jetzt?‘ – ‘Nix! Leute, die nicht wissen, wie man sich langweilt, werden später Idioten‘. Die erwachsenen Kinder dürfen ebenso Ratschläge erteilen wie die Freunde Simon Callow und Joanna Lumley.
      Viele genau beobachtete Details machen den Film irgendwie unaufdringlich authentisch, egal ob Seniorentelefon mit großen Tasten und Beleuchtung oder der Haltegriff an der Badewanne, das verstellbare Bett oder das Platzmachen im Bus. Das ist alles sehr unterhaltsam.
      Im Mittelpunkt stehen die ‘Best Ager‘ Adam (William Hurt) und Mary (Isabella Rossellini). Mary will noch attraktiv erscheinen: Wasserballett oder offenere Bluse? Auch Seitensprünge sind drin: ‘Paule heißt ‘er, der Bademeister‘ würden die Ärzte sagen. Und Adam vernascht eine seiner jungen Studentinnen (Arta Dobroshi). Dabei schwankt er, ob er ein Museum oder ein Altenheim bauen soll für ‘inkontinente Zombies‘? Der Tenor ist einerseits ‘Alt werden ist halt nichts für Weicheier‘, andererseits zeigen drei Szenen, wie groß die Gemeinsamkeiten nach langen Ehejahren immer noch sind: eine wortlose Verständigung quer durch eine Halle bei überlauter Musik durch Gesten oder ein Gespräch durch ein Gitter im Fahrstuhl, in dem sie feststeckt. Der Knüller aber ist eine gemeinsame Rolle rückwärts vom Friedhof zwischen die Laken, wobei Mary sich über Adams neue Sextechnik wundert. Das überdeckt und vertreibt die altersbedingte Depression.

      1
      • 6 .5

        Grundlegende Erkenntnisse sollte man sich im Kinositz auf jeden Fall nicht versprechen, dafür aber ein amüsantes Wiedersehen mit den würdevoll gealterten Isabella Rossellini und William Hurt.

        • 4

          Insgesamt geht Late Bloomers aber zu oberflächlich mit seiner Problematik um und lässt die eigentlich erwartbaren Überspitzungen schmerzlich vermissen. Wegen der beiden Hauptakteure und vor allem wegen der immer noch schönen und tollen Isabella Rossellini lohnt dennoch ein Kinobesuch, am besten mit den Eltern.

          • 7

            Ausgerechnet die Tochter von Alt-Meister Costa Gavras, Julie, inszenierte diese leise und treffende Altskomödie Late Bloomers. Sie kann ganz auf ihre Stars William Hurt und Isabella Rossellini vertrauen, obwohl etwas mehr Pepp nicht nur im Dialog, sondern auch in den Szenen hätte dem Film gut getan.

            • 7 .5

              Das Gute an Late Bloomers ist, dass er sich natürlich und realistisch, nicht überdramatisch gibt. Das macht ihn überzeugend. Eine Frau hat ihn gedreht – mit viel richtigem Gefühl.

              • 5

                Von den Altersstrategien der fidelen Seniorenrunde hätte man gern mehr erfahren. Stattdessen findet man sich letztlich bei Late Bloomers in einem recht biederen Drama mit heiteren Einsprengseln und einigen Längen wieder und ärgert sich über ein paar Handlungsfäden, die leider nirgendwohin führen.

                • 5 .5

                  Isabella Rossellini und William Hurt retten Late Bloomers zwar über manche dramaturgische Schwächen hinweg, doch der Blick auf das Alter stammt aus der Perspektive eines „jüngeren“ Menschen.

                  • 5

                    Isabella Rossellini und William Hurt, zwei altgediente Spitzenkräfte im Filmgeschäft, kämpfen sich mühsam durch die oft uninspirierten Dialoge und können nur selten ihre Schauspielkunst aufblitzen lassen. Ihnen kann man nur schönere Altersrollen wünschen.