Glücklich wie Lazzaro - Kritik

Lazzaro felice / AT: Happy as Lazzaro

IT/CH/FR/DE · 2018 · Laufzeit 125 Minuten · FSK 12 · Drama · Kinostart
Du
  • 7

    Wenn überhaupt, ist Lazzaro ein profaner Heiliger. Der Heiligenschein zeigt sich im Gesicht dieses unaufdringlichen Arbeiterkerls, es ist sein Grinsen. Schmächtig zieht es eine weiche Linie, die anhält. Lazzaro, der von Adriano Tardiolo urstofflich und leise gespielt wird, tappst unscheinbar und schweigend durch den Tag, die Zeit. Und immer, wenn er begafft, beglotzt wird, als er ob ein Ventil eigener Verfehlungen sei, dann blickt er unscheinbar und schweigend drein. Lazzaro ist Irgendeiner, seine Verteidigung ist seine Selbstlosigkeit, das sommerliche Strahlen, der ornamentlose Gang. Alice Rohrwacher hat einen bemerkenswerten Film über das Randständige wie das Anständige inszeniert, konzentriert auf eine Figur, die sowohl im Agrarischen als auch im Zivilisatorischen ihre ausgedehnte Nichteindeutigkeit behält. Aus Lazzaro spricht selten eine konkrete Idee. Das Gesagte schwappt eher über in das Gemeinte, und dieser Lazzaro ist daher der sanfteste Träumer unter den sanften Träumern des italienischen Kinos. [...]

    6
    • 9 .5

      Die Transzendenz des Films ist mit kargen Mitteln dahingezaubert.

      • 8

        Erdigen Realismus mit Elementen von Märchen und Heiligenlegende kombinierend, erzählt Alice Rohrwacher von einem unscheinbaren, durch und durch gütigen jungen Mann, der mit seiner Familie in ärmlichsten Verhältnissen auf dem Land aufwächst und dem Wundersames geschieht. Eine so traurige wie humorvolle, sehr poetische Reflexion über das Gute und das Heilige sowie die Bilder, die wir uns davon machen. [Patrick Seyboth]

        • 9

          Meisterhaft lässt die preisgekrönte Regisseurin Alice Rohrwacher mit ihrer poetisch-sozialkritischen Fabel das neorealistische italienische Kino auferstehen.

          • 9 .5

            "Alice Rohrwacher hat mit "Happy as Lazzaro" einen sagenhaften Film über die Wiederkehr eines Heiligen gedreht." [Lukas Stern]

            • 9

              Meisterwerk [...] Mehr kann Kino eigentlich nicht leisten. [Dominik Kamalzadeh]