Letters from Iwo Jima - Kritik

Letters from Iwo Jima

US · 2006 · Laufzeit 140 Minuten · FSK 16 · Drama, Actionfilm · Kinostart
Du
  • 5

    Kriegsfilme sind einfach nicht mein Genre.
    Im 2. Teil und der anderen Perspektive von Flags of our fathers (der mir noch weniger gefiel) wird den Amis erklärt, dass auch in jedem japanischem Feind ein Mensch steckt und umgekehrt.
    Überflüssig.

    • 8 .5

      Eines der besten Zweitenweltkriegsfilme, die die USA jemals produziert hat. Danke, Clint Eastwood.

      Man sieht die Schlacht von Iwo Jima aus der Sicht der Japaner. Diese Soldaten waren auch nur Menschen, die für ihr Land kämpften müssten und wie die meisten Soldaten lieber bei ihren Familien währen; alles andere als Krieg eben.

      An dieser Stelle muss ich eine Geschichte erzählen, die mit dem japanischen Kaiserreich während des Zweiten Weltkrieges zu tun hatte. Ich erzähle die Geschichte in einer Art Kurzfassung, und leider sind mir einige Details nicht bekannt.

      Der Vater meiner Mutter war ein deutscher Jude. Er floh 1938 auf die Philippinen. Nach der japanischen Invasion wurde er von japanischen Soldaten verhaftet, weil in seinem Ausweis ein großes “J” (Jude) gestempelt war. Die japanischen Soldaten dachten anscheinend, das dies für “Anti-Japan” stand. Er wurde geschlagen und misshandelt.

      Danach kam er in ein Kriegsgefangenenlager und wurde kurz darauf von einem Oberst verhört. Der Oberst sprach perfektes Englisch und unterhielt sich mit ihm.

      Jetzt wird es interessant. Der japanische Oberst entschuldigte sich für das Benehmen seiner Männer und erzählte meinem Großvater, dass er in den USA studiert hatte. Er empfand außerdem, das der Krieg nicht gerecht sei, aber trotzdem war er verpflichtet seinem Land zu dienen da er aus einer Samuraifamilie stammte, die Ehre und Pflicht (und Gehorsamkeit) über alles andere schätzten. Noch dazu erwähnte er, dass er wusste, dass mein Großvater ein Jude war, und das dass “J” in seinem Ausweis nichts mit Japan zu tun hatte.

      Der Oberst gab meinem Großvater etwas zu Essen und ein bisschen Klebstoff, den mein Großvater auf dem Schwarzmarkt verkaufen/eintauschen konnte. Dann wurde er entlassen.

      Das sind die Details, die ich kenne. Ich denke das wäre für einen Film eine interessante Geschichte! :-)

      3
      • 8

        Teil 2 von Eastwoods brilliantem Filmkonzept: nachdem er in „Flags of our Fathers“ die Schlacht um Iwo Jima aus amerikanischer Sicht geschildert hat gibt’s nun die gleiche Geschichte aus japanischer Sicht. Wer jedoch darauf wartet daß sich die Filme überkreuzen wartet vergeblich, „Letters“ erzählt zwar das gleiche Ereignis, ist aber ein komplett anderer Film. Der entscheidendste Unterschied ist wohl daß der Film komplett in Japanisch ist und nur Untertitel hat. Und während der andere Film einen Großteil der Handlung außerhalb des Kriegsgeschehens hatte bleibt der Film hier abgesehen von ein paar Rückblenden komplett in der Schlacht. Dabei zeichnet er ein entsetzliches, trostloses Bild von jungen Soldaten die in einer furchtbaren Falle sitzen aus der es kein Zurück gibt und man findet kaum die Worte um das elende Grauen zu beschreiben das man hier sieht. Durch die bleichen, ausgewaschenen Farben und die totale Atmosphäre der Hilflosigkeit erlebt man so 140 der schockierendsten Filminuten die man je erlebt hat. Aber, und das ist das Wichtigste: man darf es nicht verpassen.

        Fazit: Entsetzlicher Kriegshorror in beinharter Inszenierung mit schmerzhaften und bewegenden Szenen!

        1
        • 7 .5

          Habe mir an einem Abend beide Filme angeschaut: Letters from Iwo Jima und Flags of our Fathers. Dem Gesamtprojekt von Clint Eastwood gebührt Respekt. Finde besonders gut, dass die Japaner als Menschen mit eigenem Patriotismus gewürdigt werden, ohne auszublenden, dass dieser bei den Verantwortlichen überspannt und rassistisch war. Aber es gab sicher auch unter den Japanern gute Menschen, die einfach nur verheizt wurden von einer fanatischen Elite. Die differenzierte Darstellung ist gut gelungen. Am Ende habe die Japaner einen sinnlosen Blutzoll gezahlt. Das Gemetzel und der fanatische Widerstand auf der Insel Iwo Jima haben sicher ihren Teil zum Abwurf der Atombomben auf Japan beigetragen.

          • 9

            Ein fantastischer Film, traurig und schön zugleich.

            • 7 .5

              Letters from Iwo Jima beleuchtet im Grunde die selbe Schlacht, wie Flags of Our Fathers, doch es gibt zwei Unterschiede:
              Unterschied Nr. 1: Dieses Mal aus der Sicht der Japaner.
              Unterschied Nr. 2: Dieses Mal handelt es nur von der Schlacht.
              Generell wirkt der Film runder als sein Quasi-Vorgänger Flags of Our Fathers, was nicht zuletzt an Ken Watanabe liegt, welcher darstellerisch mehr Präsenz hatte als alle anderen Darsteller der beiden Filme.

              1
              • 8 .5

                Sehr gut! Die Seite des Gegners (wenn man es so nennen darf) zu Filmen...ist mutig und für mich großes Kino. ist auchn der bessere Teil der beiden Filme! Anschauen.

                • 9

                  Clint Eastwood hat einen Kriegsfilm gemacht, der das Geschehen im Pazifik aus japanischer Sicht zeigt. Das ist nicht nur ungewöhnlich, es ist ihm auch grandios gelungen. Auf einer kleinen Insel erwartet das Kaiserreich den Angriff der Amis und legt ein Höhlensystem an, ohne den Strand zu befestigen. Die Geschichte stellt zwei Personen aus ganz unterschiedlichen Lagern in den Mittelpunkt: Gefreiter Saigo (Kazunari Ninomiya), im Zivilberuf Bäcker, als Vertreter des einfachen Volkes und Generalleutnant Kuribayashi (Ken Watanabe) vertritt als Offizier die Elite des Landes. In geschickt eingelegten Retros wird die Vergangenheit aufbereitet. Hier werden besonders die menschlichen, tragischen Facetten erwähnt. Dazu gehört Saigos Einberufung ebenso wie die Vorschichte eines von der Polizeischule gefeuerten und jetzt von den Kameraden als Spion Verdächtigeren.
                  Vor allem die moralische Kraft der Japaner beeindruckt. Da fallen Sätze wie ‘Flucht ist ein Ausweg für Feiglinge‘ oder ein Offizier fragt ‘Bitte mit meinen Männern sterben zu dürfen‘. Es gibt natürlich auch Harakiri, Kamikaze, aber auch Drückeberger. Und ganz persönliche Gespräche zwischen einem verwundeten Gefangenen Ami und einem Japaner. So werden Gemeinsamkeiten deutlich und der Krieg erscheint noch sinnloser. Das Erkennen von Vorurteilen räumt mit den eingedrillten Klischees auf.
                  Der dramaturgische Aufbau ist besonders gelungen. Am Ende überstürzen sich die Ereignisse und Saigo und Kuribayashi treffen sich noch einmal. Der General hatte Saigo zweimal das Leben gerettet, jetzt erweist der ihm die letzte Ehre.
                  Großartiges Kino mit emotionalem Tiefgang. Realistisch, grausam aber auch feinfühlig.

                  • 7 .5

                    Ein Kriegsfilm aus der Sicht des besiegten, fabelhaft fotografiert und inszeniert.
                    Eastwood geht Geschichtlich auch dahin wo es wehtut und was gerne mal nicht gesagt oder gezeigt wird.
                    Starke Schauspieler und ein fesselnde Geschichte machen den Film zum richtig guten seines Genres.
                    Eastwood ist ein Regie Virtuose!

                    5
                    • 7 .5

                      Eastwoods Film überzeugt, aber er begeistert mich leider nicht. Wobei das Wort Begeisterung sicher nicht das Richtige ist. Letters of Iwo Jima zeigt die andere Seite des Krieges. Die Seite des Gegenübers. Er zeigt uns, dass auch der "Feind" ein Mensch ist. Ein Mensch, der Gefühle hat, der Angst hat, der nicht nur stupide aus seinen Löchern springt und auf alles schiesst, was sich bewegt. (Dieses Phänomen gibt es bei Filmen über den Vietnam Krieg oft genug zu sehen). Eastwood gelingt es, dass einem nicht die Actionsequenzen im Gedächtnis bleiben, sondern kleine Momente, die zu grossen werden.

                      10
                      • 8

                        sehr gut

                        • 10

                          Es gibt einen Moment in "Letters from Iwo Jima", als der japanische Leutnant einen verwundeten Amerikaner bei sich aufnimmt und dessen letzten Stunden beiwohnt. Obwohl auf verschiedenen Seiten kämpfend, und offensichtlich von unterschiedlichem Rang, sind sie für diese Zeit gleichgestellt. Vergessen sind Herkunft und Dekoration, die Gespräche werden auf Augenhöhe geführt, haben etwas Freundschaftliches, nahezu Intimes. Der Leutnant sieht hier nicht einen feindlichen Soldaten auf dem Sterbebett vor sich liegen, sondern blickt auf ein fühlendes Wesen, welches, wie er selbst auch, Familie und Träume hat. Und Seele.
                          Vielleicht sieht er auch seine einstige Freundschaft zur US-amerikanischen Bevölkerung auf dem Sterbebett dahinscheiden, die er einst als selbstverständlich ansah.
                          Der Leutnant ist Takeichi Nishi, der im Jahre 1932 olympisches Gold in der Disziplin Reiten gewinnen konnte. Er erinnert sich an ein eher scherzhaftes Gespräch, welches in einem befreundeten amerikanischen Hause geführt hat:
                          "Was würden Sie tun, wenn sich Amerika und Japan im Krieg befänden?" wird er gefragt.
                          "Nun, ich bin mir sicher, wir würden eine wunderbare Allianz bilden."
                          Im weiteren Verlauf wird auch noch besprochen, wie es wäre, würden sie gegeneinander kämpfen, doch es ist dieser eine optimistische Satz, der nach all den verbrannten, zerbombten, verstümmelten und tödlich verwundeten Soldaten beider Seiten im Gedächtnis bleibt.

                          "Letters from Iwo Jima" ist eine von zwei beeindruckenden Verfilmungen, die Clint Eastwood von der Schlacht um Iwo Jima gedreht hat, bei der sich 22000 japanische mit 100000 US-amerikanischen Soldaten messen mussten und die auf beiden Seiten zahlreiche Opfer forderte. Sein Gegenstück ist 'Flags of our Fathers', der sich auf die Gefühlswelt und Erlebnisse der amerikanischen Kämpfer konzentriert, während 'Letters' die Ereignisse aus der Sichtweise der Japaner schildert. Es sind zwei Seiten derselben Münze, nicht zuletzt dar die behandelten Krieger im Grunde gleich sind. Es sind Leute mit Familie, Freunden, Idealen, Ängsten, Freude und Hoffnungen. Leute, die Briefe an ihre Liebsten schreiben, voller Sehnsüchte, bald wieder nachhause kommen zu können und ihre Frauen und Kinder endlich wieder in den Arm nehmen und ihnen Mann und Vater sein zu können. Die Japaner agieren im Kampf zwar strategischer, man könnte sogar meinen kaltblütiger, und die Amerikaner offensiver, aggressiver, doch innen drin sind sie alle gleich.

                          Die Japaner wissen, dass sie einen verlorenen Kampf bestreiten. Es kommt keine Verstärkung mehr, weder von oben noch von der See. Es stehen 22000 Asiaten 100000 Amerikanern entgegen, eine aussichtslose Lage, die zu gewinnen schlicht und ergreifend nicht möglich ist, was sich bereits unmittelbar vor Beginn der Schlacht unter den Soldaten verbreitet und die Einzelindividuen, ganz gleich von welchem Rang, zu unterschiedlichen Reaktionen verleitet, die die zunächst vorherrschende Disziplin nach und nach zerbröckeln lässt.
                          General Kuribayashi, der die Schlacht leitet, ist ein exzellenter Taktiker, dessen erfolgreiche Planung darauf beruht, den Gegner nicht zu degradieren, sondern ihn zu respektieren und zu verstehen. Nur wenn man ihn nachvollziehen und wertschätzen kann, ist es möglich, ihn zu besiegen. Die Kämpfer selbst machen es sich gerne einfach und sehen den Gegner als wilde, unzivilisierte Barbaren, die keine Gefühle kennen - dann kann man besser und leichter töten - aber sobald man mit dem Feind zu kommunizieren beginnt, durchdringt es einen: das Gegenüber besitzt genauso Empfinden und Empathie wie man selbst.
                          Dies gilt für Amerikaner wie Japaner.

                          Der junge Saigo ist wiederum jemand, der in diesem Einsatz nicht sinnlos sterben will. Für einige mag er ein Narr oder Feigling sein, aber für mich ist er lediglich jemand, der die Absurdität des Krieges erkennt, und sich bewusst Befehlen und Anordnungen widersetzt, um abwechselnd zu fliehen, oder auf besserem Posten zu kämpfen, je nachdem, was die Situation ihn anzubieten scheint. Dafür riskiert er mehrfach sein Leben - und er scheißt auf die vielgepriesene japanische Ehre. Er hält auch bis zum Schluss zu Kuribayashi, der immer mehr seiner Kontrolle über das Geschehen verliert, in dem er auf ungewöhnliche Strategien oder sogar direkt zur Flucht in ein anderes Gebiet setzt. "Wenn ich ehrlich sein, man sollte diese Insel versenken", meint der General zu Beginn des Filmes. Doch er verteidigt sie mit vollstem Herzen. Und er weiß, womit er die Insel am Besten schützen und solange wie möglich durchhalten kann.
                          Auch, wenn so mancher Leutnant ein anderes Ziel verfolgt, so setzt der Eine einen ganz eigenen Plan durch, ein Anderer wiederum befehligt seiner Einheit einen kollektiven Suizid.

                          Zusammen ergeben 'Flags of our Fathers' und "Letters from Iwo Jima" einen detaillierten Querschnitt auf die Individuen, die an der Schlacht um Iwo Jima beteiligt waren. Beide Filme verurteilen und beschönigen keine der zwei Parteien, daran ist Eastwood keineswegs interessiert. Ihm ist wichtig, aufzuzeigen, dass trotz Uniform, Helm und Waffe in jedem Soldaten, ganz gleich der Herkunft, ein Herz schlägt. Gut und Böse gibt es unter den Kämpfern nicht zu suchen, die echten Bösen sind, wenn überhaupt, jene, die oben in ihren Stühlen sitzen und andere befehligen, die Krieger wie Schachfiguren umherzuschieben. Ohne selbst zu wissen, was am Schlachtfeld vor sich geht. Ein Krieg ist kein Verlust von Material, er schädigt Seelen.

                          Wenngleich beide Filme von einander unabhängige und abgeschlossene Geschichten erzählen, so rate ich doch dazu, sich beide anzusehen, sofern möglich direkt hintereinander, oder zumindest noch am selben Tag. Nicht nur werden viele Einzelszenen aus 2 Blickwinkeln gezeigt (so wird durch 'Flags' klar, woher der Feuerstrahl herkommt, der die unterirdischen Soldaten aus "Letters" verbrennt, und eine US-amerikanische Truppe kommt am Schauplatz des Harakiri vorbei, den eine Einheit im japanischen Film vollzogen hat, nebst etlichen anderen Überschneidungen), beide Filme ergänzen sich inhaltlich so, dass man von beiden Nationen gute und schlechte Seiten zu sehen bekommt - es gibt Sadisten, es gibt Patrioten, aber es gibt auch Freunde, es gibt jene, die Angst haben und jene, die einfach nur überleben wollen. Und im Endeffekt keine Helden, lediglich zerstörte Schicksale.

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                          • 8

                            Der 200. Film in meinem Filmtagebuch 2015. Mein Wissen über den 2. Weltkrieg reicht leider nicht über den Geschichtsunterricht, welchen ich jedoch immer aufmerksam verfolgt habe, und Phoenix Dokumentationen hinaus. In "Letters from Iwo Jima" steht der Pazifik-Krieg und die Verteidigung der Vulkaninsel Iwo Jima im Mittelpunkt. Es gab in dem Film drei Ereignisse, welche mich in meiner Meinung bestätigten: Krieg ist scheiße. Krieg war vor 70 Jahren schon scheiße. Krieg ist heute scheiße.

                            1. Ein hilfloser und milchgesichtige amerikanischer Soldat wird von japanischen Soldaten erstochen, während er um sein Leben fleht.

                            2. Der junge japanische Soldat Shimizu ergibt sich und lässt sich ohne Widerstand von den Amerikanern gefangen nehmen. Er und ein Mitgefangener werden in die Obhut von zwei Amerikanern übergeben. Einer von ihnen möchte die Verantwortung nicht tragen und erschießt die Gefangenen kaltblütig.

                            3. Der kluge und belesene General Kuribayashi spult kurz vor seinem Ende noch Parolen wie "Für das Vaterland sterben" "Wir sind Soldaten des Kaisers. Wir kämpfen bis zum letzten Mann" ab, obwohl er es eigentlich besser weiß. Es gibt eigentlich keinen guten Grund auf dieser verdammten Insel zu sterben. Der Zuschauer hat Kuribayashi als feinsinnigen und warmherzigen Menschen kennengelernt. Am Ende führt er die letzten Überlebenden in den sicheren Tod. Das tut echt weh.

                            Jetzt wo ich "Letters from Iwo Jima" kenne, fällt es mir noch schwerer "American Sniper" zu akzeptieren :-D

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                            • 6 .5

                              Erwartungsgemäß auf hohem Niveau. Handwerklich nichts auszusetzen, auch die Figuren überzeugen. Mir fehlt allerdings der letzte Knackpunkt. Es gibt zahlreiche sehr gute (Anti)-Kriegsfilme, Letters from Iwo Jima gehört sicherlich auch dazu. In dieser Riege weiß er es jedoch nicht wirklich sich positiv hervorzuheben. Brauchbar, um das Portfolio zu füllen, aber keineswegs der Film, der ganz oben auf eine To Do Liste stehen sollte.

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                              • 9 .5

                                "Letters from Iwo Jima" übertrifft meiner Meinung nach seinen "Vorgänger" noch um ein Stück, indem er die aussichtslose Lage, in der sich die Japaner befanden, als das darstellt was es war. Obwohl in fast jeder Szene an das Pflichtgefühl der Soldaten gegenüber ihrem Vaterland appelliert wird, wird deutlich, dass es nichts ehrenvolles oder tapferes in diesem sinnlosen Kampf gibt. Zusammen mit "Flags of our Fathers" ergibt dieser Film ein herausragendes Gesamtwerk, dass zeigt, dass auf beiden Seiten eines Krieges nur Männer aufeinander schießen, die eigentlich nichts anderes wollen, als in Frieden mit ihren Familien in ihrer Heimat zu Leben.

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                                • 8

                                  Clint Eastwoods Perspektivwechsel war ein mutiges Wagnis, dass jedoch vollends überzeugen kann. Die japanischen Kritiker waren hellauf begeistert und überschütteten den Altmeister mit haufenweise Lorbeeren.
                                  Die Japaner sind keine seelenlosen Geister, sondern Menschen denen Eastwood durch seine stark ausgeleuchteten Figuren ein Gesicht verleiht. Menschen mit Emotionen. Das japanische Verhältnis zu Ehre und Vaterland kommt sehr deutlich zum Tragen. Es wird gekämpft bis zum Tode, selbst in auswegsloser Lage. Junge Soldaten wurden geschickt manipuliert, gehorchen blind und sterben einen fragwürdigen Heldentod. Es gab jedoch auch Soldaten wie der junge Saigo, die sich nicht von diesem Ehrenkodex haben beeinflussen lassen.
                                  Es gibt nur sehr wenige Schlachtszenen im gesamten Filmverlauf. Einige brennen sich davon aber tief ein.
                                  Der Krieg an sich wird weniger thematisiert. Vielmehr geht es darum, was in Menschen ausgelöst wird und was sie durchleben. Die starken Schauspieler lassen uns in die Charaktere eintauchen und mitfühlen.

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                                  • 8
                                    RoboMaus 30.05.2015, 09:54 Geändert 08.06.2015, 06:54

                                    Ein sehr eindringlich erzähltes Kriegsdrama, gänzlich aus Sicht der Japaner, und eine starke Leistung des Duos Eastwood/Spielberg. 'Letters from Iwo Jima' liefert eine Erklärung für das, was die Amerikaner im Krieg mit Japan schwer beschäftigt hat, weshalb ein solch kleines Land von einer haushoch überlegenen Militärmacht kaum zu besiegen ist: Der extreme Militarismus und Patriotismus, wenn es denn korrekt dargestellt ist, stellt selbst die Nazis in den Schatten. Ohne zu zögern bringen sich japanische Offiziere, und mit ihnen das Gefolge lieber selbst um, als in Kriegsgefangenschaft zu geraten. Der Entmenschlichung ist kaum zu entkommen. Man bekommt den Eindruck einer 100 % gehirngewaschenen Armee, die sich aus reinem Patriotismus in ein Himmelfahrtskommando begibt und mit Begeisterung und letztem Einsatz den Amerikanern vor die MGs läuft.
                                    Beinahe hätte das trotz aller Ausweglosigkeit für Japan zum Erfolg geführt, denn im anderen Teil der beiden Iwo Jima-Filme 'Flags of our Fathers' wird dargestellt, dass die Amerikaner kriegsmüde waren, die Finanzierung nur noch mit grösster Mühe zustande bekamen, und nahe daran waren, den Japanern ein Friedensangebot zu machen. Vielleicht wäre es auch dazu gekommen, wenn die Atombombe den Krieg nicht beendet hätte. Dennoch gab es auch in den Reihen der Japaner welche, die nicht bereit waren, ihr Leben im Sog des Patriotismus sinnlos zu opfern, und das Schicksal eines solchen 'Abweichlers' zieht sich wie ein roter Faden durch den Film. Man kann sich der Eindringlichkeit kaum entziehen, hofft und bangt mit dem 'armen Teufel'. Als er in einer Unterhaltung andeutete schon 5 Tage nichts mehr zu Essen und zu Trinken gehabt zu haben, musste ich erst einmal kräftig schlucken. Unterstrichen wird das noch durch den japanischen O-Ton mit englischen Untertiteln in der Version, die ich gesehen habe. Clint Eastwood hat im Alter von 70-80 seine stärksten Filme produziert (u.a. Gran Torino, The Changeling, Million Dollar Baby, Invictus) - 'Letters from Iwo Jima' ist ein Weiterer. Hut ab.

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                                    • 8 .5
                                      Ioosh698 09.04.2015, 20:51 Geändert 10.04.2015, 08:57

                                      Leichte Spoiler!

                                      Er hat es mir wieder bewiesen. Nach schon sovielen anderen großartigen Filmen, hat mir Clint Eastwood mit LETTERS FROM IWO JIMA erneut gezeigt, dass er einer der besten Regisseure und, ich kann es nicht oft genug erwähnen, die perfekte Verkörperung einer Legende ist.

                                      Ich habe Eastwoods anderen Streifen über die Thematik Iwo Jima, FLAGS OF OUR FAHTERS, welcher die Geschehnisse aus der Sicht der Amerikaner darlegt, noch nicht gesehen, bin aber nach diesem Film hier mehr als neugierig darauf. Clint Eastwood hat mit LETTERS FROM IWO JIMA für mich außerdem ganz klar einen der besten (Anti)Kriegsfilme der Neuzeit geschaffen, welcher in seinen besten Momenten wirklich enorm unter die Haut geht!

                                      Eastwood erzählt hier die Geschichte über die Schlacht von Iwo Jima, eine der bekanntesten des zweiten Weltkrieges. Was den Film in meinen Augen auch schon klar von der breiten Masse abhebt, ist die Tatsache, dass Eastwood die Schlacht aus der Sicht der japanischen Soldaten darstellt, was dem ganzen eine unheimlich erfrischende Wirkung verpasst, da es schlichtweg ungewohnt ist, den Konflikt zwischen den Amerikanern und Japaner aus der Sicht letzterer zu betrachten. Allein schon diese Entscheidung Clint Eastwoods verdient Respekt, da es in anderen Filmen mit ähnlicher Thematik oft vorkommt, dass die Japaner als absolute Untermenschen daherkommen, fern von jeglicher Humanität und nicht mehr als bloßes Kanonenfutter. Eastwood jedoch belehrt uns eines besseren und setzt den japanischen Soldaten meiner Meinung nach auch ein klares Denkmal! Denn es wird viel zu oft vergessen, das auch die Japaner normale Menschen waren. Auch sie hatten Ängste im Krieg, hatten Furcht und sehnten sich nach ihren liebsten, nach ihrer Heimat, nach Frieden. LETTERS FROM IWO JIMA gibt einen interessanten Einblick in die Seele dieser Menschen, in deren Kultur und ehrenvolle Prinzipien. In dieser Hinsicht hat sich Clint Eastwood wiedermal selbst übertroffen! Die Geschichte bleibt dabei trotz einiger turbulenten Szenen, wenn die Amerikaner beispielsweise an der Küste der Insel landen, eher ruhig und emotional erzählt. Mir hat dieser Stil von Seiten Eastwoods ja schon in MYSTIC RIVER verdammt gut gefallen und auch hier ist das Gezeigte in Sachen Atmosphäre großartig gefilmt wurden. Die tiefsinnigen und oft poetisch anmutenden Dialoge, der wunderschöne Soundtrack, die toll gefilmte Kulisse, die Darstellung der jeweils anderen Partei und die fanatischen Charaktere runden dies alles prima ab. Was mir wirklich gut gefiel, war die Darstellung der Amerikaner bzw. des jeweiligen Feindbildes. Wenn dann nämlich am Schluss den gebeutelte und um sich schlagenden Saigo NICHT erschossen wird, so wie es in vielen anderen Genrevertretern mit Sicherheit der Fall gewesen wäre, holt Eastwood klar zum Gegenschlag gegen andere aus und zeigt uns, das sich Japaner sowie Amerikaner ( natürlich trotz Ausnahmen) gegenseitig als Feind auch respektierten. Natürlich darf man das nicht auf den gesamten Pazifikkrieg beziehen, doch solche Ausnahmen wie im Film gab es mit Sicherheit!
                                      Auch die Schauspieler zeigen allesamt starke Leistungen, auch wenn mir bis auf Ken Watanabe keiner der Darsteller bekannt war. Watanabe jedoch zeigt einmal mehr eine großartige Leistung und straht ähnlich viel Charisma und Würde wie in seiner Rolle in LAST SAMURAI aus. Toller Mann!
                                      Die psychische Darstellung der japanischen Soldaten fängt Clint Eastwood ebenfalls toll ein! Wenn die Japaner aufgrund ihrer gegenüber den Amerikanern klaren Unterlegenheit und des unmenschlichen Kampfes in Höhlen und Bunkern langsam daran zerbrechen, vor allem wenn sie dann schließlich langsam aber sicher verstehen, dass es KEINEN Rückzug von Iwo Jima gibt, sie vom Feind immer mehr in die Enge getrieben werden, dann wurde das vom Regisseur wirklich famos und bedrückend zugleich eingefangen. Ganz stark!

                                      LETTERS FROM IWO JIMA ist ein weiterer Höhepunkt in Eastwoods Karriere als Regisseur! Er inszeniert sein Kriegsdrama gekonnt feinfühlig, emotional und bombastisch zugleich und zeigt auch die Japaner endlich als das was sie damals waren und natürlich heute immer noch sind :MENSCHEN! Das der Krieg kein Gut und kein Böse kennt und kurz gesagt einfach nur grausam ist, dass zeigt LETTERS FROM IWO JIMA verdammt gut! In dem Sinne: Clint, Du hast es einfach drauf!

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                                      • 8

                                        Mir fehlen ein wenig die Worte für das, was ich eben erlebt habe. Ich versuche immer noch zu begreifen, was ich gerade eben für ein Meisterwerk gesehen habe. Ich möchte gar nicht viele Worte über diesen Film verlieren, denn es ist unmöglich, ihn in solche zu packen.

                                        Bei Flags of our Fathers, quasi dem Gegenstück, stimmte die Botschaft, dass die amerikanischen Soldaten von ihrem Land gegen ihren Willen zum Helden gemacht werden, doch die Umsetzung der Kriegsgeschehnisse ließ zu wünschen übrig.
                                        Bei Letters from Iwo Jima hingegen stimmt einfach alles. Von den Schauspielern bis hin zur Inszenierung, von Musik bis Optik, perfekt. Es ist unglaublich erfrischend, die Japaner mal nicht als gefühlslose Bestien präsentiert zu bekommen, sondern als Menschen. Als Menschen mit Familien, Gefühlen, mit Mut und Furcht. Als Menschen mit Hoffnung und Seele.

                                        So liefert Eastwood eine Menge schöner Szenen, die so unglaublich emotional sind, dass es schwer fällt, die Tränen zu verdrücken. Das Vorlesen des Briefes, oder beispielsweise das Gespräch zwischen Japaner und Amerikaner. Doch die wohl schönste Szene des Filmes ist die allerletzte, in der Clint einzig und allein den Strand von Iwo Jima beim Sonnenuntergang filmt, untermalt mit diesem leisen, aber berührenden Soundtrack.

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                                          _Reise durch das Werk des Clint Eastwood

                                          STATION XVIII: LETTERS FROM IWO JIMA

                                          Da es sich bei diesem Film um ein Gegenstück zu dem mittelmäßigen FLAGS OF OUR FATHERS handelt, der etwa einen Monat früher in die Kinos gekommen ist, bin ich durchaus der Meinung, dass man beide Filme miteinander vergleichen kann. Zumindest in Maßen.
                                          Tatsächlich hat LETTERS FROM IWO JIMA große Fortschritte zu verzeichnen. Derart groß, dass es fast unmöglich scheint, dass die Filme direkt hintereinander gedreht wurden. Demnach müsste Eastwood ja gewusst haben, was mit dem Vorgängerfilm nicht gestimmt hat. Denn hier macht er vieles richtig, was beim anderen Werk nicht funktioniert hat.

                                          Der Film beginnt im Jahr 2005. Die Insel Iwo Jima wird gezeigt. Sie ist bewuchert, ruhig, schön. Die Luft ist klar, die Natur grün und wild. Nur die Panzer und Maschinengewehre, die man zwischen dem Gestrüpp ausmachen kann, zeugen von einer anderen Zeit. Von einer Zeit, die den reinen Kontrast zur Harmonie der Natur bietet. Schnitt zurück zur Zeit unmittelbar bevor die Amerikaner mit ihren Schiffen, Flugzeugen und Soldaten auf die Küste treffen. Und hier offenbart sich in den ersten Minuten eine Stärke, die der Vorgängerfilm dummerweise umschifft hat. Die Charakterzeichnung. Dieser Film kümmert sich um seine Charaktere. Gibt ihnen Vergangenheit statt Zukunft, Sehnsüchte, eine Stimme und ein Gewissen. Die Figuren sind keine bloßen Schatten. Wir fiebern mit, wir fühlen uns mit ihnen verbunden. Weil sie der Underdog sind und in der japanischen Armee stets mit Unterdrückung umgehen müssen.

                                          Das ist auch das erste Thema, mit dem sich der Film auseinandersetzt. Autoritätsstrukturen. In beinahe jeder Szene gibt es einen Konflikt zwischen den Gesellschaftsstufen. Soldat, Vorgesetzter, Kaiser. In FLAGS FOR OUR FATHERS war es (mit Einschränkungen) ein Miteinander, hier muss es erst zu solchem werden. Und auch wenn dieser Konflikt mit der Zeit immer weiter in den Hintergrund und unter die Oberfläche rückt, ist er vorhanden.
                                          Weitaus offensichtlicher ist jedoch das zweite Thema. Das der Ehre. Nach dem Zeitsprung in die Vergangenheit sehen wir die japanischen Soldaten, wie sie sich ihre eigenen Schützengräber graben. Hat es was mit Ehre zu tun, wenn man in eine aussichtslose Situation gezwungen wird? Hat Ehre im Krieg was zu suchen? Bis wohin ist Ehre rational? Ist sie das überhaupt? Die Japaner, die im ersten Film noch gesichtslose Tötungsmaschinen waren, die vernichtet werden mussten, sind sie hier mit sich ringende Menschen, die in ihrer Heimat bedroht werden. Gilt Ehre mehr als das eigene Leben? Ist Angst und Furcht ehrlos? Oder Vernunft?
                                          Als eine der japanischen Hauptpersonen die Nachricht seines Kriegseinsatzes bekommt, klopfen ein Mann und eine Frau an seine Tür und lassen verlautbaren:
                                          „Herzlichen Glückwunsch, Ihr Mann wurde einbezogen!“
                                          Es klingt wie ein ehrvolles Todesurteil. Als seine Frau protestieren möchte, schneidet die Frau vor der Tür ihr das Wort ab. Sie solle nicht so egoistisch sein. Sie habe ja immerhin das Glück, einen Erben in sich zu tragen. Na besten Dank.
                                          In weiteren Szenen sieht man einen japanischen Soldaten, der den anderen Soldaten einbläut, dass die Amerikaner gar keine Chance hätten, weil sie sich von Gefühlen leiten ließen. Kurz darauf wird die Basis der Japaner von amerikanischen Flugzeugen zerbombt. Und die Japaner können nur zugucken. Wen interessieren Gefühle, wenn mein Gegner eine Pistole hat und ich eine Gabel? Inwiefern ändert eine solch ungleiche Verteilung der Voraussetzungen den Zusammenhang zwischen Krieg und Ehre?
                                          Ein letztes Beispiel. Einige Soldaten bitten nach einer Weile des Krieges einen Vorgesetzten, ob sie einen ehrenvollen Tod sterben dürften. Er verneint. Weitermachen, obwohl die Lage aussichtslos ist. Die Soldaten ignorieren seine Worte und wählen den ehrenvollen Tod, indem sie sich einzeln Handgranaten an die Brust halten und sich die Innereien rausbomben. Diese Szene ist wegen Eastwoods Ruhe an Intensität und Schrecken fast nicht zu übertreffen und ist vielleicht die deutlichste Kritik an diesen verrosteten Denkweisen. Der Film bringt mich beinahe dazu, daran zu zweifeln, dass Ehre eine positive Eigenschaft ist. Wenn ich ehrlich bin, bin ich mir nicht mehr so sicher.

                                          Der Film scheint zumindest strukturell seinen Vorgängerfilm zu vollenden. Inhaltlich jedoch nicht. LETTERS FROM IWO JIMA berichtigt nicht die Fehler, die FLAGS OF OUR FATHERS gemacht hat und lässt beide so zu einem vollkommenen Gesamtwerk werden. Dafür begeht es aber auch nicht die Fehler, die der Vorgänger begangen hat.
                                          Die Inszenierung von Clint Eastwood ist weitaus stringenter. Die Angriffsszenen sind wie zuvor auch hier verdammt gut inszeniert. Hinzu kommt jedoch, dass mir die Kameraarbeit hier auch richtig gut gefallen hat. Vor allem das Spiel mit Schatten in den Nachtszenen ist hervorragend.
                                          Und wirklich elegant ist auch die Lösung des Überschneidungs-Problems, das zwangsweise auftaucht, wenn man zwei Filme über eine Schlacht filmt. Alles, was im ersten Film zu sehen war, wird hier angerissen und zwar von anderen Blickwinkeln aus. Super.

                                          LETTERS FROM IWO JIMA hat nicht einmal die Hälfte von FLAGS OF OUR FATHERS gekostet. Hat abgesehen von Ken Watanabe niemanden, den ich erkennen würde und kritisiert kein politisches System, sondern „kleinere“ menschliche Themen wie Ehre und Umgang mit Autoritäten. Und versohlt dem Vorgängerfilm damit derart den Hintern, dass man sieht, dass gelungene Kritik an einem kleinen Thema weitaus besser ist als nicht so gelungene Kritik an einem großen.
                                          Ich hab zwei gute Nachrichten. Zuerst das Offensichtliche: Dieser Film ist in allen Belängen besser als sein Vorgänger. Und außerdem: Dieser Film funktioniert auch für sich allein gesehen.

                                          Nächste Station: DER FREMDE SOHN

                                          _Smooli

                                          Vorherige Station: http://www.moviepilot.de/movies/flags-of-our-fathers/comments/1251551
                                          Nächste Station: http://www.moviepilot.de/movies/der-fremde-sohn/comments/1252858

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                                          • 9

                                            Der zweite Teil um die Schlacht von Iwo Jima - dieses Mal aus der Sicht der Japaner - ist dem ersten Teil in allen Belangen überlegen. Sei es Eastwoods stärkere Fokussierung auf seine Figuren, sowie seine Virtuosität in der Inszenierung des Filmes.
                                            Vor allem die Ausweglosigkeit der japanischen Soldaten, die sich unter der Erde eine Art Festung errichten und dort verharren, während der Tod draußen wartet, ist schlichtweg großartig bebildert und erzählt worden. Der Schrecken herrscht bei allen Beteiligten, die Sinnlosigkeit der ganzen Aktion kann man regelrecht einatmen. Zudem kann man leider auch keine geschlossene Einheit der Männer feststellen, eher Missgunst und Zweifel zwischen den hochrangigen Offizieren und seinem General.
                                            Dieser wird von Ken Watanabe mit einer Entschlossenheit und Hingabe gespielt, das einem der Kropf im Halse stecken bleibt. Er will seine Mannen davon überzeugen, gebührend für das Vaterland zu sterben und keine Angst vor dem Tod zu haben. Er selbst war mit den Amerikanern befreundet, nannte sie selbst beim Namen "Meine Freunde" und steht ihnen nun entgegengesetzt im qualmenden Rauch von Granaten und zischenden Kugeln gegenüber.
                                            Die Action-Sequenzen sind ähnlich, wie bei "Flags of our Fathers", unkommentiert und manche Szenen hat man noch vom Vorgänger in Erinnerung.
                                            Und im Gedächtnis bleibt eben dieses vollkommene sinnlose Unterfangen. Die Japaner, schon von Anfang an zahlenlos unterlegen, können dem drohenden Ansturm nicht wirklich Parole bieten. Das Kaiserreich schickt seine eigenen Kinder in der sicheren Tod, während diese immer wieder Briefe an ihre Angehörigen schicken, um ihnen ein Fünkchen Menschlichkeit zu schicken, an einem Ort wo man das nicht finden kann, der zu Asche wird und schließlich verstummt, bis man nur noch die Wellen rauschen hört und die letzte Waffe endlich verstummt.
                                            Was beide Filme zeigen, ist, dass es wie hier so auch dort Menschen existieren, die keine Lust auf ein sinnloses Gemetzel haben, die in Frieden ihr Leben leben wollen, ohne sich auf einer kargen Insel die Schädel eindonnern zu wollen. Doch der Druck mancher Vorgesetzen und schließlich dem Kopf des Staates, macht die Männer zu Kampfmaschinen ohne großen Schutz. Einer Verweigerung zum Krieg, würde schlimme Konsequenzen nach sich ziehen. So regiert die Angst in den Köpfen dieser Menschen.
                                            Doch was ist letztendlich erreicht worden? Absolut gar nichts.

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                                            • 8 .5

                                              Gemeinsam mit Flags of our Fathers hat Clint Eastwood zwei bombastische Kriegsfilme auf den Markt gezaubert. Es ist schön, dass zwei Filme daraus geworden sind und sich jeder jeweils mit der einen Seite beschäftigt. Es ist schön, dass es mal ein Kriegsfilmduo ist, was wirklich die Menschlichkeit sowohl auf Seiten des "Feindes" und des "Freundes" zeigt.

                                              Ein must see!

                                              • 9 .5

                                                Nach Flags of Our Fathers ist das japanische Pendant noch etwas deutlicher in seiner Aussagekraft. Gerade hier kommt das ambivalent gezeichnete Bild eines Krieges, der nur Verlierer kennt noch besser zur Geltung. Eastwood fängt das Leid ohne jeglichen Patriotismus ein, was den Film umso wirkungsvoller macht. Dramatischer Film, der das wahre Gesicht des Krieges zeigt.

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                                                  Einer der besten und mutigsten Kriegsfilme überhaupt. Endlich wird in einem amerikanischem Film mal rspektvoll die japanische Seite gezeigt. Sehr gelungen, authentisch und interessant. Die Japaner waren auch nur Menschen.

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                                                    Eine ganze Stunde lang stapft ein japanischer General auf einer öden Vulkaninsel herum und glotzt. Und kaum geht es dann los, ist es auch schon wieder vorbei. Ein völlig überflüssiger Kriegsfilm.