Lord of War - Händler des Todes - Kritik

Lord of War

US · 2005 · Laufzeit 123 Minuten · FSK 16 · Komödie, Thriller, Drama · Kinostart
Du
  • 9

    Waffenhandel hat immer Konjunktur, an Aktualität hat das pointierte und satirische Drama nichts eingebüßt. An realen Vorbildern für nur notdürftig als fiktiv kaschierte Figuren mangelt es nicht. (...) „Lord of War – Händler des Todes“ gehört zu den Perlen in Nicolas Cages ausufernder Filmografie, die mit Dutzendware bis hin zu Stinkern leider gut gefüllt ist. (...) Einen großen und großartigen Film hat Cage schon lange nicht mehr als Hauptdarsteller getragen. „Lord of War“ gehört zu den letzten dieser Art, ist dafür dann aber auch von ganz besonderer Qualität.

    Ausführlich bei DIE NACHT DER LEBENDEN TEXTE.

    • 8

      Cage spielt echt gut, mag ihn sonst auch nicht so.
      Erschreckend wenn man sieht was so abgeht in manchen Branchen.

      • 9 .5

        Nicolas Cage - sonst ein rotes Tuch - in diesem Film grandios!

        • 9
          Benjamin Jehne 04.02.2018, 18:08 Geändert 04.02.2018, 20:52

          ...für mich der beste Streifen von Nicolas Cage. Wenn man ihn das erste Mal sieht, bläst er einen einfach nur weg. Grandioses Kino... .

          1
          • 9
            dertyp 23.01.2018, 21:35 Geändert 15.04.2018, 09:48

            "Es befinden sich weltweit über 550 Millionen Schusswaffen in Umlauf. Das heißt auf diesem Planeten hat jeder 12. Mensch eine Schusswaffe. Das führt zu der einen Frage: Wie bewaffnet man die anderen 11?"

            Haben wir wieder was gelernt
            Ihr Typ

            • 8 .5

              Mein Fazit:

              Dieser Film beruht auf eine wahre Begebenheit. Nicholas Cage spielt den scheinbar abgebrühten Waffenhändler Yuri Orlov, der im Grunde nur aus der Armut in Little Odessa heraus will. Er weiß, das er als russischer Emigrant nicht viel bewirken kann. So kommt ihm die glorreiche Idee mit dem Waffenhandel. Sein Bruder Vitaly Orlov (Jared Leto) steigt zunächst ins Geschäft mit ein, aber an ihm gehen die Folgen der Geschäfte nicht ganz spurlos vorbei – er flüchtet sich in Drogen, Alkohol und sexuellen Eskapaden! Und diese Sentimentalität wird ihm auch später zum Verhängnis.

              Was soll zu einem solchen Film sagen? Er ist schonungslos, ehrlich und damit fast schon wieder unglaubwürdig. Aber es soll wohl tatsächlich so passiert sein. Um so mehr erschüttert es mich, das gerade die Industrie-Nationen die größten „heimlichen“ Waffenhändler sind und auf solche wie Yuri Orlov angewiesen sind, um unsichtbar bleiben zu können.
              Über die im Film erwähnten Blut-Diamanten aus den afrikanischen Staaten habe ich ja schon in „Blood Diamond“ gehört und finde es noch immer erschreckend. Die grausamen Kinder-Soldaten und das ganze Elend wird auch in diesem Film einmal mehr deutlich und fragt sich, wo das noch enden soll.

              Nicholas Cage spielt eine sehr verschrobene Figur und fühlt sich darin offensichtlich wohl. Die Figur ist widersprüchlich und ich habe ihn oft genug nicht verstanden. Vielleicht denke ich auch zu kompliziert? Ich weiß es nicht. Wer mir sehr gut gefallen hat, war Jared Leto, der auch in „Alexander“ schon eine sensible Rolle gespielt hat. Und auch in diesem Film braucht er sein Talent nicht zu verstecken. Der weibliche Gegenpart im Film ist Bridget Moynahan, die Ehefrau von Yuri. Sie ist der moralische Zeigefinger des Films und ließ mich innerlich applaudieren bei ihrer Stärke.

              Mit sehr gemischten Gefühlen gebe ich dem Film 85% und würde ihn noch einmal sehen, um ihn vielleicht besser verstehen zu können. Wer keine starken Nerven hat, sollte sich den Film vielleicht nicht unbedingt ansehen.

              Anmerkung: Die Rezension stamm vom 31.12.2009.

              • 8 .5
                marv.kukovic 22.12.2017, 01:42 Geändert 22.12.2017, 01:44

                Welche Konsequenzen der lifestyle eines Waffenhändlers haben kann muss nicht immer vor die Augen der Menschen gepresst werden, es muss nur angedeutet werden was passieren kann, wenn man sich nur einmal verschätzt und seine ganzes Lebenselexier auf eine Karte setzt und genau das meistert Lord of War oder noch viel macht demonstrierender "Warlord" bravourös. Nicolas Cage voll in seinem Geschäftsmännerstyle scheint alles unter Kontrolle zu haben und verkauft doch letztlich nur seine Seele um gefühlt galoppierend über Leichen zu schlendern.
                Typisches Stilmittel mit provokation ganz nach vorne hinaus zu schiessen.
                Doch dessen was den Ernst der Lage veranschaulicht wird deftig herbeigesteuert und realitätsnaher als ach herrje an den Mann gebracht.

                Fazit
                Viel zu lange habe ich mir das entgehen lassen, doch jetzt kann ich mit Sicherheit bestätigen das wir es hier mit einer echt guten Satire zutun haben die Abseits davon mit vielen anderen Dingen von denen normalerweise Vertreter eines ganz anderen Genres glänzen punktet!

                8
                • 0

                  Wie romantisch Leid sein kann, wenn man es richtig inszeniert. Filmtechnisch top....,aber Müll.

                  • 8

                    hammer...

                    • 8 .5

                      Wenn Hollywood was richtig gut macht, dann machen sie meist zuwenig davon. Leider hier der Fall wie ich finde, sehr gut in sich abgeschlossen.
                      Aber warum nicht mehr daraus machen? Siehe Jormungand!

                      • 8

                        Es kommt ein wenig darauf an wie man den Film betrachten will: als Drama, als Komödie, als Kriegsfilm ... alles geht. Ok, unzweifelhaft ist es (mal wieder) eines, die absolute Nicholas Cage Show der es schafft den eigentlich asozialen und verachtenswerten Titelhelden so darzustellen dass man ihn nicht völlig verdammen möchte. Der Film ist vollgestopft mit zynischen Fakten und Kommentaren ("Jeder zwöflte Mensch auf Erden hat eine Waffe, wie kriegen wir die restlichen elf bewaffnet?") und hat an einigen Stellen einen pechschwarzen Humor, dem gegenüber stehen aber auch auf den Magen schlagende Gewaltszenen wie ein ausführlich gezeigter Kopfschuss oder diverse andere Greueltaten die mit Yuris Waffen angestellt werden. Diverse Fehler kann man dem Film verzeihen (die Handlung spielt über einen Zeitraum von 18 Jahren, warum altern Cage und sein Bruder also nicht?) und auch das gelegentliche Fehlen einer durchziehenden Handlung ist ok (das ganze ist ja ein Portrait). Letztlich keine lustige Actionkost (wenn der Trailer das auch vermuten lässt) sondern gemeines, hinterlistiges Kino dass einem mit Witz und Humor die Handlungen der Titelfigur nachvollziehen lässt - aber umso schockierter ist man dann wenn man sehen muss was dadurch ausgelöst wird. Anspruchsvolles und zynisches Kino!

                        Fazit: Sarkastisch bis ins Mark, vollgestopft mit unangenehmen Informationen und dazu Nicholas Cage in absoluter Bestform!

                        • 8 .5

                          Unglaublich stark und sofort fesselnd.
                          Schon die Eingangsequenz ist einfach nur fantastisch.
                          Eins der besten Bio-Pics (zwar nicht 1 zu 1, aber dennoch toll!)

                          • 6

                            Lord of War kommt bei mir nicht ganz so gut an , wie bei den meisten Piloten .Einerseits fehlen mir zu viele Schockmomente . Ein Junge wird ermordet , das war krass , aber ich hätte brutalere Bilder bevorzugt um noch mehr Wut auf die Waffenindustrie zu erhalten . Das einarmige Mädchen ist noch das heftigste , aus meiner Sicht . Anderseits ist die Jagd auf Orlov nicht interessant gestaltet worden . Der gesamte Plot ist gerade mal guter Durchschnitt ,das Ende ist sogar enttäuschend . Gute Einfälle wie die " Patrone auf Reise " und das zerlegen des Flugzeugs sind natürlich auch vorhanden .

                            2
                            • 10
                              VinniVega73 12.02.2017, 16:02 Geändert 12.02.2017, 16:13

                              Wenn die "Guten" tatenlos zusehen gewinnt das "Böse".

                              Nachtrag ...das Böse gewinnt immer.
                              Gnadenlos guter Film der natürlich in seiner Endkonsequenz Ross und Reiter nicht wirklich bennenen kann oder darf.

                              Drogenfilme gibt es wahrlich viele...Waffen kommen auch oft in Filmen vor.
                              Aber Filme über Waffenhändler/Schmuggler sind doch eher rar...aus gutem Grund.

                              Der Anfang des Film's steht für sich und man wird direkt in diese Barbarei reingezogen.
                              Nicolas Cage spielt Orlov brillant...mal wieder so brillant ...das man als Zuschauer doch jedesmal mitfiebert..er möge doch irgendwie davonkommen.
                              Oder zumindest ein besseres Gewerbe für sich entdecken.
                              Woran mag es liegen ?
                              Wie Hitchcock sagte : Der Zuschauer hält zum Hauptdarsteller..egal wie schlimm er doch ist.
                              Was aber mittlerweile dazukommt...wir beurteilen Menschen nur noch nach Ihrem Auftreten nicht nach Ihrem Handeln.
                              Cage ist Smart und Cool und das zählt in dieser Zeit.
                              Wir sehen wie er immer wieder cool davonkommt...was er aber eigentlich tut...rückt in den Hintergrund.
                              Wäre dem nicht so...wären Menschen wie Merkel Gabriel Schröder Kohl Fischer Genscher Bush Cheney Obama und all die anderen arbeitslos.
                              Aber sie können reden... sich gewählt ausdrücken und schreiben...ein sicheres Auftreten...das zählt in diesen Zeiten.
                              Was sie leisten wird eher nicht bewertet.

                              Orlov ist von Anfang an verloren als Mensch....einmal Blut geleckt kommt man wohl von dieser Art Droge nicht mehr los.
                              Jared Leto spielt nicht minder brillant dessen Bruder...er durschaut das Spiel und seinen Bruder am ehesten ist aber als Charakter viel zu schwach.

                              Der Film ist durchweg spannend und er unterhält in bester Manier.
                              Zwischen den Zeilen bekommen wir die Botschaften präsentiert...versicken aber wohl bei den meisten.

                              Afrika oft als Schauplatz gewählt...erweist sich auch als logisch.
                              Unglaubliche Dinge spielen sich auf diesem Kontinent ab !
                              Kindersoldaten sind ja perverser Weise schon ein alter Hut.
                              Das Land wird ausgebeutet schon seit ewigen Zeiten...holt sich der Westen dort alles...verwickelt die Menschen dort in Kriege...seit ewigen Zeiten.
                              Flüchten dann Menschen von dort...ist unsere einzige Reaktion darauf...jetzt kommen die auch noch !!!
                              Daumen hoch !

                              Gegen Ende des Film wird der gute alte Orlov dann doch geschnappt...aber wen wundert es...er kommt natürlich wieder frei ...mit der besten Rede und Argument überhaupt.
                              Denn der Arbeitgeber von Ethan Hawke ist im Grunde der gleiche wie von Cage...der U.S. Präsident als größter Waffenhändler mitsamt dem korrupten Militärapparat !
                              Fatal ist ...Orlov hat es verstanden...Hawke's Charakter der hier exemplarisch für ein Grossteil der Menschheit steht...begreift leider gar nichts !
                              Völlig indoktriert und in der Annahme das richtige zu tun.
                              Ja wir der Westen sind die Guten !!!

                              Die Orlov's dieser Welt gibt es nur ...weil sie von den Regierungen gebraucht und benutzt werden...aber das spricht sie nicht frei von irgendwas !

                              Aber die Völker dieser Erde schweigen zu allem.
                              Lieber echauffieren Sie sich wieder über irgendwelche Reden oder verbinden Hoffnung damit...obwohl sie längst wissen sollten...es gibt keine mehr !
                              Solang wir alle weiter konsumieren... SVU fahren wollen..Diamanten besitzen wollen...wird Afrika und der nahe Osten geplündert.
                              Scheinheilige Embargo's werden gemacht...die dann doch umgangen werden..entweder von der Regierung selber oder den Orlov's.
                              Der Schein bleibt gewahrt und der Westen schläft jede Nacht unter einer warmen Decke...in grossen Teilen noch...aber wie wir ja sehen können...schlafen auch hier viele nicht mehr unter einem Dach !
                              Es lebe der Konsum die Heuchelei und natürlich Politiker...sie können wirklich toll reden !
                              Taten...da wird es eher mau..es sei denn man ist Banker oder Grosskonzernbesitzer...da geht dann noch einiges !

                              Am Ende wollen diese Orlov's doch nur ein schönen Lebensstil und Ihre Frauen versorgen.
                              Dafür können ruhig mal Huntertausende von Menschen sterben.
                              Ich verkaufe nur Waffen..was damit geschieht..liegt nicht in meiner Verantwortung.
                              Sarkasmus und menschlicher Abschaum wird hier sehr groß geschrieben.
                              Perfekter Film der leider nichts verändert hat..wie könnte er auch !

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                              • 9
                                WithOpenEyez 23.01.2017, 13:48 Geändert 29.10.2017, 01:18

                                Ich war mir unsicher, ob "Lord Of War" immer noch funktionieren würde, schließlich bin ich absolut kein Fan von reinen Gewaltfilmen. Die Antwort lautet: Ja. Ein hochwertiger, optisch einwandfreier Film (50 Millionen Dollar Budget ist nicht so viel und die Finanzierung war ob diesem Thema natürlich ein Kampf, danke dafür) mit vielen stylisch gemachten Szenen an völlig verschiedenen Drehorten, der trotz seiner oft lockeren Art eine schreckliche, traurige Wahrheit transportiert.
                                Laut dem ausführlichen Wikipedia Eintrag hat Regisseur Andrew Niccol viel Recherche für ein realistisches Script gemacht, diesen Aufwand sieht und merkt man auch.

                                Nicolas Cage spielt seine Rolle tadellos und souverän, auch die Restbesetzung gefällt. Mir fällt das Wort fesselnd ein, so empfand ich die Figur Yuri Orlov trotz seinem gewissenlosem Handeln und wie dreist er vorging, über Gesetze und über Leichen. "There are over 550 million firearms in worldwide circulation. That is one firearm for every twelve people on the planet. The only question is: How do we arm the other eleven?" Solche Menschen sind leider keine Erfindung, Nicolas Cage verkörpert einen auch in Real existierenden Waffenhändler. Einer dieser Elendsmacher, die praktisch keine Erwähnung finden. Aber auch nur einen von vielen und wie der Film selber erklärt, sind die größten Waffenlieferanten die Regierungen von USA, Russland, China, Deutschland. Krieg gäbe es nicht ständig in diesem Ausmaß, wäre er kein Milliardengeschäft.

                                Es begann alles nach kurzer Einleitung mit der kultigen Eröffnungsszene, wie die Kugel von der Herstellung an ihrem finalen Ziel landet, im Kopf eines afrikanischen Jungen. Der Sohn ukrainischer Einwanderer Yuri Orlov bemerkt durch seine während seinem jungen Erwachsenenjahren schwer gewalttätige Umgebung, dass Menschen einerseits essen müssen, es aber auch einen gigantischen Bedarf an Waffen und Munition gibt. Aus Geschäftssicht macht er alles richtig, moralisch ist das aber absolut ekelhaft. "Those things you sell kill...inside." Letztendlich ist Yuri ein gewissenloser Mensch oder vielleicht auch schwer ignorant und ein bisschen gestört, dass er das was er mit seinen Waffenlieferungen anrichtet einfach ausblendet, oder mit tollen Ausreden wie "meine Waffen töten nicht, es sind die Menschen / es ist nicht mein Kampf" sein Gewissen beruhigt. Die wahren Übeltäter sind für mich die Waffenfabriken und jene Menschen, die von den Kriegen profitieren und arme, krisengeschüttelte Länder ausbeuten. Wenn etwas nicht hergestellt wird, kann es auch nicht verkauft und verwendet werden und Kriege wären um einiges schwieriger. Natürlich aber wäre damit nicht automatisch alles Übel aus der Welt verbannt.

                                "Everyday there's people shooting each other. You know what I do when I see that? I look to see what guns they're using. I think to myself: Why not my guns?" Da die Gewinnspanne in kriegsfreien Ländern zu gering ist, geht Yuri halt dahin wo brennender Bedarf besteht. "The real money is in actual wars between countries." Bruder Vitali hat Zweifel, aber als mäßiger Koch ist man halt anfällig für solche zweifelhaften Angebote. "It's not our fight." Somit wurden dann sämtliche Bedenken zur Hölle gejagt, Waffen verkaufen, Kugeln verkaufen, völlig egal an wen, völlig egal wie illegal und gefährlich. "The first and most important rule of gun running is: Never get shot with your own merchandise." Wäre gelaufen, doch unser Waffenverkäufer muss ja auch noch ein Privatleben aufbauen und er machte sich auf dem Weg einige Feinde. Seine Erlebnisse, sein dreistes Handeln, wie er seine Verfolger verarscht war für mich eine faszinierend, unterhaltsam, bedrückend, schockierende Reise. "Your AK47, that is the real weapon of mass destruction."

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                                • 7 .5

                                  Lord of War hat mich gut unterhalten. Ziemlich makaber aber genial.

                                  • 6 .5
                                    BlazeDevlin 16.09.2016, 17:46 Geändert 16.09.2016, 17:48

                                    Teilweise absurd-komischer, oft aber dramatischer und schockierender Film über den weltweiten Waffenhandel, der anspruchsvoller ist, als man zunächst vermuten würde.
                                    Lord of War zeigt, dass Nicolas Cage durchaus ein wirklich guter Schauspieler ist. Es wird dargestellt, welche politischen, ethischen aber auch persönlichen Abgründe das Waffengeschäft auftut, stellenweise gespickt mit fast schon absurden Darstellungen.
                                    Der Streifen ist per se nicht direkt spannend wie ein echter Thriller und eignet sich auch weniger für lockere Unterhaltung, bereitet aber auf cineastisch sehr gelungene Weise ein aktuelles und brisantes Thema auf.

                                    • 8

                                      Fazit: "Lord of War" ist ein erstaunlich intelligenter und anspruchsvoller Hollywood-Film geworden, der aber trotzdem nicht vergisst gut zu unterhalten. Das Drehbuch ist auch elf Jahre später noch sehr gut geschrieben und überraschend ehrlich. Gerade Nicolas Cage spielt toll, doch die restlichen Darsteller gefallen ebenfalls. Die Figurenzeichnung beschäftigt sich zwar nur mit einer Person intensiv, aber das war hier mehr als ausreichend. Inszeniert wurde das sehr temporeich und ordentlich. Gerade die Atmosphäre kann mit ihrer Boshaftigkeit überzeugen und das Ganze ist nebenbei noch erstaunlich amüsant ausgefallen. Das ist wirklich kurzweilig und hat mich ordentlich unterhalten. Somit ist "Lord of War" ein Werk über ein immer noch aktuelles, moralisch höchst verwerfliches Thema geworden, doch er nutzt dies größtenteils um bestens zu unterhalten, wirkt dabei aber trotzdem stets anspruchsvoll!

                                      • 7

                                        [...] Regisseur Andrew Niccol (Gattaca), der unter anderem mit seinem Drehbuch zu Die Truman Show bereits satirischen Biss unter Beweis stellte, fährt hier im wahrsten Sinne des Wortes schwere Geschütze auf und zeigt den Lebensweg eines skrupellosen Waffenhändlers, der sich in einer Welt aus noch skrupelloseren Individuen prächtig zurechtfindet und so zu einem reichen Geschäftsmann aufsteigt. Niccol würzt sein gesellschaftskritisches Skript mit etlichen zynischen Voice-over-Monologen, die ein Nicolas Cage abfeuern darf, der seine verachtenswerte Hauptfigur mit viel Charisma und schmutzigem Witz verkörpert. [...] Niccols Werk ist dabei eine nicht immer leicht zu trennende Vermischung von Fakten und Fiktion, wobei der provokativ anklagende Ton direkt zu Beginn etabliert wird, wenn zu Buffalo Springfields "For What It´s Worth" der Herstellungsprozess einer Kugel gezeigt wird, die schließlich in den Kopf eines Kindersoldaten geschossen wird. Lord of War – Händler des Todes ist gespickt mit solchen Spitzen, bei denen nicht nur unmenschliche Diktatoren porträtiert werden, die ihren Widersachern Körperteile abtrennen oder das Herz verspeisen, um ihrer Überzeugung nach an übermenschliche Stärke zu gelangen, sondern auch vermeintlich saubere Staatsoberhäupter, die den Waffenhandel ganz zu ihren eigenen politischen Gunsten ausnutzen und Milliarden aus einem Geschäft schlagen, bei dem Millionen zu Tode kommen. Ähnlich eines gewöhnlichen Biopics zeigt Niccols den Werdegang von Yuri, lässt Privatleben und Berufsethos fließend ineinander übergehen, wobei sich auf der Zielgeraden zunehmend erzählerische Ausrutscher einschleichen. Gegen Ende gerät Lord of War – Händler des Todes entgegen des vorher verfolgten, rücksichtslos satirischen Tonfalls etwas arg moralisierend, wenn es schließlich auffällig menschelt und versucht wird, dem Waffenhändler doch noch so etwas wie tragische Facetten zu verleihen. Hier nimmt die dazugedichtete Fiktion teilweise überhand und es entsteht unweigerlich der Eindruck, dass man dem Publikum eine rein bösartige Figur ohne jegliche Skrupel nicht ganz zumuten wollte. [...]

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                                        • 8

                                          Super Werk von Niccol. Schonungslos und absolut unterhaltsam!

                                          • 9 .5
                                            Yelkan 04.02.2016, 16:57 Geändert 12.02.2016, 11:41

                                            Der Film ist unglaublich stark. Dies liegt vor allem daran, dass er "anders" ist. Schon allein das Intro ist genial! Die Geschichte ist die eines Waffenhändlers, Yuri Orlov. Gespielt von Nicolas Cage (in diesem Film in Top-Form) ist ein unglaublich genialer Charakter, den man überhaupt nicht einordnen kann. Man weiß nie woran man bei diesem miesen Typ ist, der seine verstörende Weltsicht vertritt. Die Sprüche von ihm sind einfach klasse und erschreckenderweise manchmal nur zu wahr. Das Ende ist auch überraschend und sehr gut, denn hier wird absolut kein positives Bild auf Amerika und die Rüstungsindustrie geworfen. Der Film packt einen einfach und dadurch dass er satirisch ist , hat er auch viele amüsante und verstörende Stellen. Natürlich muss man den Film auf deutsch ansehen, denn Martin Keßler ist die coolste deutsche Stimme überhaupt :)
                                            FAZIT: Ein unbeschreiblich guter Film, der gerade durch sein "Anderssein" , was die Story, usw.. betrifft absolut zu überzeugen weiß. Den Film muss man einfach mal gesehen haben!

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                                            • 8 .5

                                              Waffenschieberfilm vom feinsten.
                                              Wenn man Filme wie diesen sieht kommen einem Zweifel an der Menschheit. Sicher, ich weis das Menschen im Schnitt eher Bösartig als Gutartig sind und nur die Schranken unserer Gesellschaft und angedrohte Strafen uns letzten endes davon abhalten in die alte Hölenmensch Mentalität zurück zu fallen.
                                              Doch das verdrängt man gerne. Man ignoriert die miesen Nachrichten, baut sich selbst an positiven Beispielen auf und lebt in seiner Heilen Welt.
                                              Solange bis man gezwungen wird wieder nachzudenken. Und das haben sie hier geschaft.

                                              Ja das wird nicht lange anhalten. Schon morgen oder heute Abend nach Proletarischem wie einer Folge Castle wird mein Gleichgewicht wieder hergestellt sein. Doch im Moment nagt noch der schneidende Zynismus des Films an mir.
                                              Das Wissen das dies an die Realität angelehnt ist aber GANZ sicher noch nicht im Ansatz so brutal ist wie die Realität an sich macht mich wütend. Wütend auf Waffenschieber, Regierungen und die Hilflosigkeit meiner eigenen Existenz. Auch wütend auf mich weil ich weis das ichs wieder verdrängen werde. Aus selbstschutz.

                                              Ich frage mich immer ob dieser Waffenschieber ein Soziophat ist. Doch er erkennt gut und Böse. Er weis was falsch und was richtig ist auch wenn er nicht danach handelt. Àlso kann er eigentlich kein Soziophat sein. Andererseits... er macht weiter obwohl er alles verliert, sogar seinen Bruder.
                                              Dennoch bin ich frei davon symphatie für ihn zu entwickeln. Ich kann ihn nicht ab, vom ersten Moment an habe ich das bedürfnis ihm eine Reinzuhaun. Gut das ist einfach... ich mag Nicolas Cage nicht. Das macht eine Querverbindung in meinen Synabsen einfacher :D.

                                              Aber trotz aller Abneigung gegen den Protagonisten, trotz aller vorbehalte gegen Nicolas Cage. Für diesen Film muss ich ihm meine Hochachtung aussprechen. Sicher... das ist ihm wurst doch... Ehre wem Ehre gebührt und hier war er absolute Spitzenklasse. Schweren Herzens gebe ich das zu.

                                              Meine Liste von vorhergehenden Cage Filmen ist nicht sonderlich lang:
                                              Ich glaub ich steh im Wald, Rumble Fish, Cotton Club, "Red Rock West" sah ich früher. Da war er entweder farblos, der Film schlecht oder Cage einfach fehlbesetzt.
                                              ( Gut der erste.. .da war er ganz ok aber der Film ist ziemlich schwach, da gab es bessere filme mit selber thematik. )
                                              Dann hatte ich noch Bangkok und der Letzte tempelritter gesehen.,,,, und es war klar. Der Nic und ich. Wir finden nix. So viele Filme und nichts dabei was mich überzeugte.

                                              Eventuel hab ich ihn im falschen Zeitraum gesehen. Jedenfalls wird er noch die eine oder andere chance bekommen. Con Air soll ja noch ganz gut sein. Vielleicht versuche ich den als nächstes um mich erst "aufzutauen" wie Sachsenkrieger das betitelte und nicht gleich wieder die Tür zuhauen zu müssen.

                                              Eine klare 8,5 ( gegen die 9 wert sich der kleine neidische und schadenfrohe Teil meiner weniger guten Zwillings-Psyche und dafür war der Film stellenweise dann doch zu langatmig. )

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                                              • 0

                                                mann geht mir voll am sack wenn in nem film die ganze zeit wer erzählt. hat meine frau genauso gesehen. unansehbar!

                                                • 8
                                                  sachsenkrieger 25.11.2015, 23:42 Geändert 25.11.2015, 23:43


                                                  YURI: Es gibt 550 Millionen Schußwaffen weltweit. Das bedeutet, das jeder 12. Mensch eine Schußwaffe besitzt. Die Frage ist: Wie bewaffnet man die anderen 11?

                                                  OK, Mann muss sich ja auch mal einen Fehler zugestehen können. Der Herr des Krieges, nicht der Kriegsherr, konnte mich beim ersten Mal nicht recht begeistern und leitete eine achtjährige Eiszeit zwischen mir und Nicolas Cage ein. Aber in den letzten Wochen haben seine älteren Filme unvermeidlich einen Sinneswandel eingeleitet, der eine emotionale Klimaerwärmung zur Folge hatte. Jetzt bin ich also erstmals am ehemaligen Rande des Packeises angekommen und muss meine damalige Meinung fast vollständig über Bord werfen. Leider knallt diese jetzt nicht mehr benötigte Meinung dort nicht mehr auf eine meterdicke Eisschicht, um zu zerschellen, sondern plumpst in ein warmes, azurblaues Meer. In dem lauern allerdings zahlreiche mobile Zahnreihen, die auf das Zerreißen und Verschlingen althergebrachter Gedanken spezialisiert sind.

                                                  Im meisterhaft von Andrew Niccol in Szene gesetzten WARLORD ... äh LORD OF WAR zeigt Nicolas Cage, das er fast alles spielen kann. Hier fehlt eigentlich nur das typisch melancholisch-traurige Lächeln, das ansonsten seine Filme würzt, wie es Maggi mit der Suppe macht und das seine Filme adelt, wie der Fuchsschwanz das Bonanza-Rad. Aber dieses Lächeln wäre hier auch ähnlich unangebracht, wie das eines Patienten im Wartezimmer eines Zahnarztes. Denn LOW ist ein kurzer, zynischer Blick hinter die Kulissen, zu denen uns als ordinären Parkettbewohnern der Zutritt immer verwehrt bleiben wird. Ein Blick, der mich wieder einmal lächeln ließ über die hehren Vorstellungen von einer Zivilisiertheit der Menschheit. Eines Irrglaubens an eine Zivilisation, die sich so gerne abheben will von ihrer angeblich barbarischen Vergangenheit.

                                                  Well maybe there's a god above
                                                  But all I've ever learned from love
                                                  Was how to shoot somebody who`d out drew ya
                                                  And it's not a cry that you hear at night
                                                  It's not somebody who's seen the light
                                                  It's a cold and it's a broken ..... Hallelujah

                                                  Ausgerichtet ist die Story locker an Wiktor But und anderen real existierenden Waffenhändlern und auch an real durchgeführten Waffendeals. Es wurden sogar einige Händler des Todes als Berater eingesetzt und teilweise stammen auch die Requisiten aus deren Fundus. Da hat es mich schon ein wenig stutzig gemacht, das es zu dem Thema keine kritischen Kritikeranmerkungen gibt. Zynischerweise könnte man Regisseur Niccol auf die Frage danach, die Worte in den Mund legen: "Hätte ich den Film nicht gemacht, hätte ihn ein anderer gemacht" oder auch "Die Waffen in meinem Film haben niemanden getötet". Aber im Grunde zeigt Niccol mit dieser Maßnahme und auch mit einigen Andeutungen im Film, das indirekt wieder einmal wir alle an diesem Geschäft teilnehmen und verdienen. Wir sind zwar keine Herren, aber immerhin irgendwie Regisseure, Kameramänner, Ausstatter, Drehbuchautoren, Angestellte, Beamte, Arbeiter und Bürger des Krieges...

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                                                    Einer der besten Filme mit Nicolas Cage! Hammer !!! Mein absoluter Lieblingsfilm!