Lost Highway - Kritik

Lost Highway

US · 1997 · Laufzeit 135 Minuten · FSK 16 · Horrorfilm, Drama, Thriller · Kinostart
Du
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    Krasse Gülle. Zumindest 1/10 Punkten für die Musik

    • 7 .5

      31 Days of Fright – Tag 17: "Lost Highway"

      Die diesjährigen Frights holen mal wieder Kultklassiker des Genres nach: Im Zuge von Psycho, Der Exorzist und Hellraiser bleibt ebenso wenig David Lynchs Lost Highway unerwähnt. Dieser zählt zwar als finanzieller Flop und wird heute noch mit einem gemischten Metascore entgegengenommen, doch ist sein Kultstatus unbestreitbar. Wie viel ist an diesem unfassbaren Werk dran?

      Wie bei geradezu jedem seiner Filme übernahm Lynch nicht nur die Arbeit an dem Drehbuch, sondern fertigte zudem eigenhändig das Sound Design an. Überraschend ist das keineswegs, denn die mystische Grundstimmung mit teilzeitigen Beben, wie auch brachialen Musikausbrüchen sind ein fester Bestandteil seiner Filmographie. Diese Elemente werden auch hier wieder zu etwas Außergewöhnlichem verschmolzen, wodurch sich Lost Highway zu einem mystischen Horrorfilm formt, der mit Liebe zum Detail auch hin und wieder seinen Stil bricht und sich als Film noir fortsetzt. Denn Lynchs Realitätsverarbeitung ist wie auch in Blue Velvet lediglich die Flucht ins Kino – dort, wo alles möglich ist.

      Wo die audiovisuelle Umsetzung ihre Stärken hat, leidet der Film erheblich an den Dialogen, wie auch am Schauspiel. Das stilistische Mittel der Distanz und Surrealität ist zwar erkennbar, doch wirken manche Strecken des Filmes unangenehm-amateurhaft. Das trägt leider nur in einem geringem Maße zu einer besonderen Verarbeitung des Inhaltes bei. Zum Glück jedoch dominieren jene Passagen nicht den gesamten Film, sonst wäre das Endresultat keinesfalls positiv ausgefallen.

      Lost Highway besticht durch eine alles verschlingende Atmosphäre, die -neben der Tonspur- von den virtuosen Bildern erzeugt wird. Optisch, wie auch inhaltlich, ist ein Kampf gegen das Dunkel zu sehen, gegen finstere Mächte, die von dem Inneren des Protagonisten heraus, zwischen dem misstrauischen Ehepaar und rundum den Figuren drängt. Als Zwischenraum von hell und dunkel, Gut und Böse, Realität und Traum, sowie Akzeptanz und Verdrängung dient der Mystery Man, ähnelnd dem Mephisto aus Goethes Faust, welcher den zerstörerischen Teil von Faust selbst darstellt. Durch ihm gewinnt der Film letztlich seine Schlüssigkeit, seine inhaltliche Formvollendung. Parallel bedienen sich alle Szenen mit dem Auftreten des Mystery Man einer furchteinflößenden Wirkung, die Lost Highway die berechtigte Bezeichnung “Horrorfilm” geben.

      Inhaltlich sollte gar nicht allzu viel ausgesprochen werden. Schließlich kann die Handlung ebenso als Teufelspakt, Body-Horror oder psychologische Traumzeichnung verstanden werden. Ob es sich bei Lost Highway damit um einen Fantasyfilm handelt, wird von jedem anders aufgenommen. Dennoch unbestreitbar ist der grandiose, vielfältige Soundtrack, der sich makellos dem Film anpasst. Denn um ehrlich zu sein: Wer bekommt keine weiche Knie beim Ertönen von Song to the Siren, während ein erlösender Sexakt das Bild inmitten einer finsteren Nacht vollends aufhellt.

      David Lynchs Lost Highway liebt es zu polarisieren. Ob dies auch beim Schauspiel gewollt war, bleibt fraglich. Seiner inhaltlichen Zusammenfügung und dramaturgischen Auseinandersetzung, wie auch dem audiovisuellen Spiel kann man trotzdem nur mit Lob begegnen. Perfekt ist sein siebter Spielfilm leider nicht, doch hat er sich seinen Kultstatus regelrecht verdient.

      Empfehlenswert für Halloween, weil die surreale Erscheinung des Mystery Man bereits für Gänsehaut erzeugende Stimmung sorgt. Die in Schwarz getränkten Bilder und das finstere Sound Design erheben die Nacht des Schreckens letztlich zu einer anspruchsvollen Fahrt in seelische Abgründe. [Robin Längert]

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        Mekridi 28.09.2018, 11:42 Geändert 29.09.2018, 15:18

        Gestern, 27.09.2018:

        Tagsüber lief ich der Nacht hinterher. Dann war sie da. Endlich wieder:

        LOST HIGHWAY

        I'm Deranged. Bowie. Ich eh. Wie ein hochtouriger Industriesauger fluppt mich der Film abermals in seinen gefrässigen Schlund. Meinem üppigen Hirnchaos zunächst entspannend entgegenkommend, 'ne aufgeräumte Bude. Reduziert. Minimalistisch. Nichts zuviel. Nichts lenkt ab. Sortiertes Schauspiel. Redundantes Sprech weicht sogartigen Bildern und ersten, Gefahr verkündenden, Sounds. Alles hat seinen Platz. Bis auf Bill Pullman. Rrring. 'Dick Laurent ist tot.' FUCK. Erste nervöse Mimiken. Mittendrin, hautnah, die Kamera. Verweilt. Trügerische Zeit nehmend, aber schon unbändig mit den Hufen scharrend. Wichtiges, NOCH zielgerichtet im Sucher. Schritt und Tritt fokussiert. Zu spät. Bills rechte Blickhälfte längst verschwommen. Glühender Wahn nimmt stetig und unaufhaltsam Gesichtszüge an. Bald wird Blickhälfte zwei folgen. Alles auf Entgleisung gestellt. Lynch dreht an allen Schrauben. Läßt Wahnwelle um Wahnwelle vom Stapel. Bill taucht ab. In Schatten.

        Geht 'n Mann die Treppe rauf. Zimmer 25, Zimmer 26. Fleischgeruch liegt in der gelynchten Luft. Fickriges Flammenmeer. Die Nacht ist heiß, alle nackt. Rotschwarze Betten. Pulsierendes Leben, dunkler Tod. Spitz versuche ich weiter konzentriert aufzupassen. Spiele mit parallelen Gedankengängen. Welches Rammsteinstück ist wohl wuchtiger? Das im Lilja 4ever Opening, oder das HIER? Kopf an Kopf. Bill hat seinen längst verloren. Kann nicht mehr. Ist mal dort, mal hier. Er weiß nicht mehr. Er verläßt sich. Raucht aber weiter. Wie mein Hirn. Gedankennebel wabert durch karge Flure. Intensivstes Fühlen. Versuche krampfhaft bei Sinnen zu bleiben. Gedanklich grab ich tief. Zähle 7er. Auto-Nr. 6100, Auto-Nr. 0142, Zimmernummer 25. Weiter komme ich auch dieses Mal nicht. Blut gerinnt auf Asphalt. Kein Vogel singt mehr. Die Sonne stirbt. Staub. I put a spell on you. Ich ahnte es. Die Filmrolle rattert wild und stöhnend in der Spule. Dann reißen meine Gedankengänge wie Papier.

        Am Ende fühle ich mich wie immer. Blass wie Wand, brutal auf den eiskaltfiebrigen LOST HIGHWAY gespuckt und wie jedesmal habe ich meinen, an den Film gerichteten, glasklaren Abspanngedanken:

        https://www.youtube.com/watch?v=r2AInopKBWM

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          David Lnych ... ich habe nicht viele Filme von ihm gesehen, aber das was ich sah, war definitiv besser als dieses Werk.

          Mal ganz ehrlich, die Thematik ist interessant und ebenso die Umsetzung hat sehr zum nachdenken angeregt und es machte neugierig diesen Film zu Ende zu verfolgen. Allerdings war die Spannung in dem Film so massiv zerstört, dass es sehr schwer war, die Konzentration in einigen Szenen zu bewahren.

          Besonders ärgerlich ist die Nacktheit und die Sex Szenen in dem Film. Diese nehmen mehr als 20 Minuten Zeit ein! Wenn ich mir einen zensierten Porno reinziehen will, dann tue ich es. Aber kein Grund es mit einem Film zu verschmelzen. Ich schaue einen Thriller wegen der Handlung und der Liebe zum Detail, nicht dem ständigen rumgeknutsche welches sich rund 20x im Film erreignete.

          Ansonsten war es ein angenehmer Titel, würde ihm allerdings nie und nimmer mehr als 6/10 geben, da er im Bereich der Umsetzung massive Fehler hatte, schade aber auch. Das einzig interessante, war lediglich die Analyse des Filmes, welches wirklich Zeitaufwendig gewesen ist, die einzelnen Szenen richtig interpretieren zu können.

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            Ich glaube, es gibt keinen Film der mich über die Jahre hinweg dermaßen aufgewühlt, fasziniert, im Dunklen gelassen und nochmal fasziniert hat wie dieser hier. Dass der werte Herr Lynch ein meisterhafter Regisseur ist, der seinesgleichen sucht, sollte jedem, ob man ihn nun mag oder nicht, klar sein. Dieser Film ist dermaßen unerträglich spannend, kompliziert, verwirrend einzigartig, dass man nach einer Sichtung unmöglich sagen kann, wie man den Film den nun genau findet. Ich habe früher, immer versucht Interpretation zu diesem Kunstwerk von Film aufzustellen, habe dies aber nach einiger Zeit aufgegeben. Ich kann Filmkaiser nur zustimmen, dass dieser Film, der definitiv einer der besten Filme überhaupt ist, nicht genug Würdigung erhält, den in seiner Machart, den Dialogen, der geheimnisvollen Story, dem Soundtrack, den Schauspielern (allen voran Robert Blake) gehört der Film in so ziemlich jede top 50. Muss man gesehen haben, ein passender Start in die Lynch Filmographie ist jedoch Blue Velvet, wie ich finde.

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              Ein aus meiner Sicht total unterschätzter Film.Die alptraumhafte Reise von "Lost Highway" ist bei genauerer Betrachtung kaum zu überbieten.Der Film hat eine so unheimliche Atmosphäre,wie ich es so in der Art nur in Mulholland Drive erleben durfte und "Mulholland Drive" ist "Lost Highway" auch am ähnlichsten wie ich finde.

              Lost Highway ist wie gesagt ein unglaublich starker Film,der nicht die Würdigung bekommt,die er sich verdienen würde.Alleine die Gespräche mit dem Mystery-Mann
              sind in ihrer Machart so eindringlich und schockierend,wie es die meisten neueren Horrorfilme zusammen nicht sind.Das Gesamtpaket des Filmes ist insgesamt wirklich außerordentlich packend,sowie genial gestaltet und bietet eine meisterhafte Reise in die tiefsten Tiefen der menschlichen Psyche.Mir ist es ein Rätsel,wie man diesem Film unter 5 Punkte geben kann...
              Der Geschmack geht oftmals seltsame Wege...

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                sachsenkrieger 04.08.2018, 16:48 Geändert 04.08.2018, 16:49


                David Lnych wants to fly. Transzendentale Meditation, Yogisches Fliegen und Unis der Unbesiegbarkeit - das passt doch sehr gut. So absurd die Ideen, so absurd die Filme. Wie ein mit Scheißhauspapier eingewickelter Bürostuhl. Das war´s dann für mich und David Lynch. Ich bin dann mal draußen in der vermutlich realen Welt...

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                  Gute Schauspieler, schlechter Film.

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                    Wilko 13.05.2018, 21:58 Geändert 13.05.2018, 21:58

                    Möbiusband

                    • 7

                      Vielleicht lag es an mir aber alles war mir zu wirr. Bin wahrscheinlich zu dumm für diesen Film. Die Leistungen der Schauspieler fand ich hingegen sehr gut.

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                        Atalantia 20.03.2018, 16:10 Geändert 21.03.2018, 01:25

                        Keine interessanten Bilder (ausser vielleicht für die Notgeilen die auf perversen Porno stehen), lahme Dialoge meist ohne Inhalt, eine an den Haaren herbeigezogene Story. Ich vermute mal, dass der Regisseur mehr Geld in den Kauf der Film-Kritiker investiert hat, statt in den Film. Habe mich selten so gelangweilt. 'nen halbem Punkt... weiss nicht mal wofür.

                        • 6 .5

                          Eine wilde Fahrt ohne rechten Ausstieg.
                          In seinen besten Momenten zeigt sich 'Lost Highway' als Beziehungsstudie, in der Eifersucht als ein alles verschlingende schwarzes Loch inszeniert wird. In einem gewohnt verwirrenden Erzählstrudel der Unmöglichkeit, in dem Protagonisten schon mal wie durch ein metaphysisches Einwirken ausgetauscht und zweckentfremdet werden, zeichnet Lynch mit seiner Bild- und Tonsprache einen sich selbst verzehrenden Zirkelschluss, der in der Endlosigkeit seine eigene Sackgasse bildet. Gerade in den stationären Bildern, in der eine ungewisse Dunkelheit die Leinwand förmlich zu verschlucken droht, liegt hier die größte Irritation und die unbarmherzige Kamera bildet in der Bloßstellung einer scheinbar sicheren Zuflucht fast einen filmischen Vorgriff auf Michael Hanekes 'Caché'.

                          Letztlich ist es allerdings der kippende Umgang mit eben dieser Irritation, welcher dieses Lynch-Werk auf der Überholspur der Erwartungen hinter sich zurücklässt. Zu sehr wird auf erzählerischer Ebene auf die unwahrscheinliche Metamorphose des Films selbst hingewiesen, sodass das unangenehme Gefühl im Magen langsam abzuflauen scheint und auch die Anpassung an bestimme Genre-Konventionen, lässt die anfangs noch zuckende Körperspannung des Films in ein luftloses Loch übergehen.
                          Letztlich ist ein Loch, welches die Neugier weckt, doch der Sturz hinein ist kaum wahrnehmbar und die Entdeckung auf der anderen Seite enttäuschend.

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                            Pyro 91 17.01.2018, 14:28 Geändert 17.01.2018, 14:53

                            "Lost Highway" ist ein Film, der mir über die Jahre hinweg immer mehr entglitten ist. Als Teenager war ich zunächst darauf erpicht, Lynchs Meisterwerk auf einer reinen Handlungsebene zu verstehen und einordnen zu können. Doch dies entzauberte das ganze möbiusschleifenhafte Mysterium dieser kalten, klinischen und entrückten Arbeit und ließ mich somit recht unbefriedigt und ratlos zurück.
                            Irgendwann gab ich mich ganz einfach Lynchs hypnotischen und einlullenden Bildern hin und konnte dadurch eher zu schätzen lernen, was der Film zu bieten hat.

                            Er ist für mich aber dennoch - neben "Inland Empire" - wirklich der anstrengendste Lynch-Film und an manchen Stellen wirkt er auf mich eher wie ein mentaler und emotionaler Durchhaltetest, anstatt dass ich großen Sehgenuss dabei empfinden würde. Ich denke das liegt für mich allerdings nicht an inszenatorischen und drehbuchtechnischen Schwächen, sondern daran, dass Lynch hier auf verschiedene Arten und Weisen die tiefen Schwächen und Fehler eines impotenten und freudlosen Mannes thematisiert, hinterfragt und bis zum Ende - bis auf ein paar humorvolle, zynische Auflockerungen zwischendurch - gänzlich darauf verzichtet diesen Fred Madison auch nur einen Hauch von Hoffnung oder Selbstakzeptanz zu gewähren. Das wirkt entfremdend, das tut weh und lässt mich auch meine eigene Vorstellung von Männlichkeit und mein Verhältnis zu Frauen hinterfragen.

                            Es ist die selbstablehnende und passive Haltung von Fred, die es dem Mystery Man ermöglicht, als Verkörperung von Besitzanspruch gegenüber seiner Frau und Eifersucht anderen Männer gegenüber, in sein Leben zu treten und ihn zu fragwürdigen und verbrecherischen Taten zu bewegen. Die Pete Dayton-Fantasie wirkt dann beinahe wie eine klischeehafte Vorstellung von überhöhter, ja filmreifer, "echter" Männlichkeit: Sex, Waffen, Kriminalität, Exzesse, ein gewisser Narzissmus - ein aufregendes und gefährliches Leben und ein starker und merklicher Kontrast zu Freds sterilem und eintönigem Alltag.
                            "You´ll never have me": Doch im Endeffekt landen wir wieder bei der Ausgangsposition, denn Fred wird weder Renee, noch eine andere Frau je besitzen können. Die destruktiven Konsequenzen, die daraus folgen einen Menschen für sich zu beanspruchen, zu vereinnahmen wollen, als Ersatz für das eigene fehlende Selbstwertgefühl und als Ausübung von Kontrolle zu missbrauchen, kommen früher oder später doch zu Tage und Fred befindet sich wieder auf dem Lost Highway. Eine endlos lange und gleichbleibende, an ihm vorbeiziehende Straße, die immer wieder ins Dunkle führt, keine Ausfahrten aufweist, einsam und verlassen in die Zukunft führend.
                            Wo ist der EXIT wenn man ihn braucht?

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                              Filmkaiser 26.12.2017, 22:32 Geändert 02.02.2018, 03:47

                              Kurz und knapp.Lost Highway ist mein zweitliebster Lynch,nach Mulholland Drive.

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                                GerritWuCha 07.12.2017, 21:51 Geändert 12.03.2018, 00:11

                                Ein absoluter surrealer und wahnwitziger Trip, den David Lynch hier liefert, wie eigentlich in fast jedem seiner grandiosen Filme.
                                Geheimnisvoll und expressiv. Großartige Bilder und fantastische Klänge, sowohl Score, Soundtrack als auch das Sounddesign. Die Geschichte lässt halt viel Interpretationsspielraum offen, was gut ist.
                                Und der Mystery Man ist eine, der wohl unheimlichsten Filmfiguren aller Zeiten. Volle Punktzahl!

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                                  Neue perspektivische Besprechung im Phantastikon (https://phantastikon.de/lost-highway-das-sphinxmotiv/)

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                                    [...] Wie bereits in Besprechungen aus der Vergangenheit zuhauf erwähnt, lässt sich Lost Highway am ehesten mit einem Möbiusband in Relation setzen: Er liefert vom geographischen und geometrischen Standpunkt keinerlei Orientierung, keine Ordnung, keine Struktur. Stattdessen funktioniert der Film als Grenzkino der Erfahrungen und speist seine schöpferische Sprengkraft aus der affektiven respektive sensorischen Ebene. So komplex und undurchsichtig Lost Highway sich artikulieren mag, inmitten von metaphorisch- und assoziativ-geschwängerten Wahrnehmungsverzerrungen und figuralen Doppelungen (die sich gerne auch als spiegelverkehrt aufzeigen), verantwortet sich David Lynch für ein Werk der klaren Emotionen: Verwirrung, Verehrung, Verängstigung. Im Nebel der panischen Überforderung; der Ausweglosigkeit, bleibt der Grundklang des Horrorszenarios ein zutiefst menschlicher. [...]

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                                      Fazit: "Lost Highway" ist schon ein interessanter Film, wird aber sicherlich nicht jedem gefallen. Man muss definitiv bereit sein dieses Werk konzentriert zu sehen und man muss Filme, die einen großen Interpretationsfreiraum lassen auch mögen. Ist dies gegeben, bekommt man eine gute Story, die niemals vorhersehbar ist und überraschen kann. Handwerklich ist das perfekt gemacht und die Atmosphäre hat einen großen Reiz. Der gesamte Film ist irgendwie sehr bedrohlich und mysteriös. Die Darsteller spielen sehr gut und die Figurenzeichnung ist interessant. Leider ist der Unterhaltungswert nicht immer ganz weit oben, aber langweilig wird es hier auf keinen Fall. Dafür sorgen alleine schon die Szenen, in welchen die Musik so genial eingesetzt wurde. Alles in einem für mich also kein Meisterwerk, aber doch ein enorm sehenswerter, schön unkonventioneller Film, der aber wirklich nicht gerade einfach ist!

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                                      • 2 .5

                                        Der ma­nie­rierte Abschlussfilm eines Filmstudenten.

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                                          Oliver M. 05.08.2017, 18:49 Geändert 05.08.2017, 18:52

                                          Eigenwürzig... Lynch hat mich jetzt nicht so gepiekt. Zwei abstruse Handlungsstränge, verflochten auf eine Person, für mich undurchsichtig.
                                          Dazu ein halber Softporno, beamende 90er Jahre Rockabillies, gute, aber nicht immer passende Musik, ein alternder Gruselgruftie der das Ganze mit Telefonstreichen und Videoaufnahmen durchwürzt und nicht so real ist wie er scheint... Irgendwas verstanden? Ich auch nicht, am besten ansehen, mein Fall war es nicht.

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                                            Filmsuechtiger: Filmsucht.org 03.08.2017, 16:33 Geändert 03.08.2017, 16:34

                                            [...] Obwohl die postmoderne Übersteigerung dieser aufs Allerwesentlichste heruntergebrochenen Film Noir-Motive dank der furiosen Inszenierung gut funktioniert und für viel Spannung sorgt, ist der Clou des Films ein anderer: Das Vexierspiel gleicht zwei Puzzles mit jeweils eigenen Albtraummotiven, die trotz nicht zusammenpassender Teile zu einem einzigen Werk zusammengesteckt werden. Lynchs Werk strotzt nur so von Dopplungen in der Figurenanlage und den Dialogen, in der Filmsprache und der damit verbundenen Metaphorik – geschickt verknüpft Lost Highway seine beiden Handlungspfade wie ein Möbiusband, das weder Anfang noch Ende, kein oben oder unten hat. Dementsprechend erhält der Zuschauer keine Möglichkeit, seine aktuelle Position auf dieser in sich verdrehten Straße zu bestimmen; die Sicherheit linearer und kohärenter Narration löst sich auf und übrig bleibt das pure Erleben. Lynch zwingt den Zuschauer auf unnachahmliche Weise, sich vom Film gefangen nehmen zu lassen.

                                            Diese Konsequenz eröffnet [...]

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                                              Dieser Film war leider überhaupt nichts für mich. Wer bin ich, um zu behaupten, dass Lost Highway ein schlechter Film ist, aber für mich persönlich ging der echt überhaupt nicht.
                                              Denke, man muss auf sowas stehen..

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                                                Natürlich üppige Spoiler-Gefahr!!

                                                Ich fand Lynch ja immer dann klasse, wenn er nicht diesen surrealistischen Kram gefilmt hat. Twin Peaks habe ich in der zweiten Staffel mehr als ein Mal abgebrochen und abgesehen von Straight Story und Der Elefantenmensch, mochte ich die Lynch Filme irgendwie nie. Gut, man wird älter, erfahrener, guckt Mulholland Drive ein zweites Mal und wird aus den sprichwörtlichen Socken katapultiert. Und dann irgendwann denkt man sich, hey diesen einen Lynch hast du noch auf Blu-Ray in deinem Regal stehen. Für einen surrealen Lynch fand ich den auch damals schon ganz gut, aber ich saß danach total ahnungslos auf der Couch und habe die Disc ganz weit hinten ins Regal geschoben.
                                                Also, gestern war dann meine Zweitsichtung. Mit etwas mehr Lynch Erfahrung (Staffel zwei von Twin Peaks habe ich jetzt hinter mir, und dieses Mal freue ich mich auf die nächste Sichtung...) und dem Wissen, dass ich sowieso nicht durchsteigen werde.
                                                Dabei sagte Lynch selbst, dass "Lost Highway" relativ geradlinig sei und möglicherweise an ein paar Stellen etwas verschroben, verwirren wollte er aber Niemanden. Gut, ob das jetzt stimmt, wage ich mal zu bezweifeln, verwirrt bin ich nämlich durchaus, dafür aber auch hellauf begeistert.
                                                Als erstes: Robert Blake jagt mir verdammt viel Angst ein. Da ist "Bob" aus Twin Peaks ja gar nix gegen... Sowieso machen die Darsteller hier ganz gute Figuren, was bei Lynch ja nicht unbedingt Standard ist. Patricia Arquette könnte ich sowieso bei allem Stundenlang zuschauen, die Frau ist einfach fantastisch. Bill Pullman weiß auch zu gefallen, warum der Ende der 90er in der Senke verschwunden ist, wird mir ein Rätsel bleiben, ebenso wie die Filme Lynchs. Balthazar Getty fällt für mich etwas ab. Er ist auch der Grund, weshalb der Mittelteil auf mich am schwächsten wirkt.
                                                Bis der gute Herr Getty auftaucht, darf Lynch aber erstmal zeigen was er alles kann. Und das ist tatsächlich zu viel, um es hier aufzuzählen. Die ersten 40 Minuten sind nämlich in jedweder Hinsicht brillant. Atmosphärisches, super spannendes Verwirr-Kino mit starker Kamera-Arbeit, tollem Licht- und Schattenspiel und viel Gänsehaut.
                                                Mit Getty driftet dann alles etwas mehr in den Sex-Bereich ab, was natürlich nicht schlecht ist und vorallem im Hinblick auf die Interpretation, Getty ist Pullman's Hirngespinst und in allen (negativen) Belangen das genaue Gegenteil von Fred, sehr interessant, da er in der Lage ist sexuelle Befriedigung auf weiblicher Ebene zu verursachen. Die unzähligen Hinweise und Verweise und Querverweise und Anleihen, und, ach verdammt, Lynch halt, funktionieren mal mehr, mal weniger, mal werden sie erst klar, wenn man danach (so gings mir zumindest) auf Wikipedia rumstöbert. Was aber bleibt, und das ist ja das, was Lynch ausmacht, seine Filme haben eine Sogwirkung, die kein anderer Film, kein anderer Regisseur erzeugen kann. Lynch ist Horror, Atmosphäre, Genie. Da vermag auch die von mir wenig geliebte Band Rammstein nicht stören. Der Soundtrack ist ansonsten ja auch wieder gut anzuhören (auch wenn wohl nie etwas an "Blue Velvet" herankommen wird, aber das verlangt auch niemand...).
                                                Ich merke gerade, dass mein Kommentar ordentlich durcheinander ist, passt ja ironischerweise zum Film. Um es dem Leser etwas angenehmer zu machen, tue ich jetzt etwas, das Lynch vermutlich nie tun würde, ich ziehe ein (zusammenfassendes) Fazit.
                                                "Lost Highway" ist Lynch durch und durch. Wer damit etwas anfangen kann, wird es lieben, wie alles von Lynch, wer das doof findet, wird auch hiermit nicht umgestimmt. LH ist spannend, verwirrend (auf eine gute Weise), atmosphärisch und genial. Jedes Bild ist ein Genuss, auch unentschlüsselt, jede Zeile notwendig und jeder (am Anfang) bescheuert(e) (wirkende) Haken, enorm wichtig für das Gesamtbild.
                                                9/10. Vorerst.

                                                9
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                                                  Leinzi 25.06.2017, 22:18 Geändert 09.10.2017, 15:29

                                                  Ich habs versucht, aber irgendwie wollte es nicht klappen. David Lynch bleibt unberrechenbar. Einige seiner Filme sind mir zu abstrakt oder verwirrend, andere dagegen finde ich faszinierend. MULHOLLAND DRIVE, der direkt davor lief, hat mir da besser gefallen, auch wenn ich nie behaupten werde, ihn verstanden zu haben.

                                                  TWIN PEAKS war auch ein ständiges Auf und Ab zwischen Faszination und Fragezeichen. Meine Vorrednerin MiaWallace96 und einige andere sagen, man liebt oder hasst Lynch. Ich dagegen fühle mich wie in einer Zwischenwelt, ich liebe - zu starkes Wort - ich heiße viele Szenen und Ideen Lynchs gut, aber verdamme ihn für viele andere.

                                                  Bewertung: 41% [19.06.2017]

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                                                  • 8 .5

                                                    Entweder du liebst David Lynchs Filme oder du hasst sie. Wohl kaum gibt es einen anderen Regisseur, der die Meinungen über seine Werke so sehr spaltet wie er.
                                                    Mal wieder ist es ein Film, der dich vollkommen allein zurücklässt. Es ist fast so als würdest du selbst auf dem Highway ausgesetzt werden und müsstest dich selbstständig zurück in die Stadt finden und das im dunkeln (denn es soll ja ganz im Stil bleiben). Entweder du schaffst es und verirrst dich nicht auf dem Weg oder du lässt dich per Anhalter in eine nächste Filmwelt transportieren.

                                                    Großartiger Film, der viel Interpretationsmöglichkeiten bietet und ein doch ein Rätsel bleibt.

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