Lost Highway - Kritik

Lost Highway

US · 1997 · Laufzeit 135 Minuten · FSK 16 · Horrorfilm, Drama, Thriller · Kinostart
Du
  • 6

    David Lnych ... ich habe nicht viele Filme von ihm gesehen, aber das was ich sah, war definitiv besser als dieses Werk.

    Mal ganz ehrlich, die Thematik ist interessant und ebenso die Umsetzung hat sehr zum nachdenken angeregt und es machte neugierig diesen Film zu Ende zu verfolgen. Allerdings war die Spannung in dem Film so massiv zerstört, dass es sehr schwer war, die Konzentration in einigen Szenen zu bewahren.

    Besonders ärgerlich ist die Nacktheit und die Sex Szenen in dem Film. Diese nehmen mehr als 20 Minuten Zeit ein! Wenn ich mir einen zensierten Porno reinziehen will, dann tue ich es. Aber kein Grund es mit einem Film zu verschmelzen. Ich schaue einen Thriller wegen der Handlung und der Liebe zum Detail, nicht dem ständigen rumgeknutsche welches sich rund 20x im Film erreignete.

    Ansonsten war es ein angenehmer Titel, würde ihm allerdings nie und nimmer mehr als 6/10 geben, da er im Bereich der Umsetzung massive Fehler hatte, schade aber auch. Das einzig interessante, war lediglich die Analyse des Filmes, welches wirklich Zeitaufwendig gewesen ist, die einzelnen Szenen richtig interpretieren zu können.

    1
    • 10

      Ich glaube, es gibt keinen Film der mich über die Jahre hinweg dermaßen aufgewühlt, fasziniert, im Dunklen gelassen und nochmal fasziniert hat wie dieser hier. Dass der werte Herr Lynch ein meisterhafter Regisseur ist, der seinesgleichen sucht, sollte jedem, ob man ihn nun mag oder nicht, klar sein. Dieser Film ist dermaßen unerträglich spannend, kompliziert, verwirrend einzigartig, dass man nach einer Sichtung unmöglich sagen kann, wie man den Film den nun genau findet. Ich habe früher, immer versucht Interpretation zu diesem Kunstwerk von Film aufzustellen, habe dies aber nach einiger Zeit aufgegeben. Ich kann Filmkaiser nur zustimmen, dass dieser Film, der definitiv einer der besten Filme überhaupt ist, nicht genug Würdigung erhält, den in seiner Machart, den Dialogen, der geheimnisvollen Story, dem Soundtrack, den Schauspielern (allen voran Robert Blake) gehört der Film in so ziemlich jede top 50. Muss man gesehen haben, ein passender Start in die Lynch Filmographie ist jedoch Blue Velvet, wie ich finde.

      7
      • 9

        Ein aus meiner Sicht total unterschätzter Film.Die alptraumhafte Reise von "Lost Highway" ist bei genauerer Betrachtung kaum zu überbieten.Der Film hat eine so unheimliche Atmosphäre,wie ich es so in der Art nur in Mulholland Drive erleben durfte und "Mulholland Drive" ist "Lost Highway" auch am ähnlichsten wie ich finde.

        Lost Highway ist wie gesagt ein unglaublich starker Film,der nicht die Würdigung bekommt,die er sich verdienen würde.Alleine die Gespräche mit dem Mystery-Mann
        sind in ihrer Machart so eindringlich und schockierend,wie es die meisten neueren Horrorfilme zusammen nicht sind.Das Gesamtpaket des Filmes ist insgesamt wirklich außerordentlich packend,sowie genial gestaltet und bietet eine meisterhafte Reise in die tiefsten Tiefen der menschlichen Psyche.Mir ist es ein Rätsel,wie man diesem Film unter 5 Punkte geben kann...
        Der Geschmack geht oftmals seltsame Wege...

        7
        • 3
          sachsenkrieger 04.08.2018, 16:48 Geändert 04.08.2018, 16:49


          David Lnych wants to fly. Transzendentale Meditation, Yogisches Fliegen und Unis der Unbesiegbarkeit - das passt doch sehr gut. So absurd die Ideen, so absurd die Filme. Wie ein mit Scheißhauspapier eingewickelter Bürostuhl. Das war´s dann für mich und David Lynch. Ich bin dann mal draußen in der vermutlich realen Welt...

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          • 4

            Gute Schauspieler, schlechter Film.

            • 8
              Wilko 13.05.2018, 21:58 Geändert 13.05.2018, 21:58

              Möbiusband

              • 7

                Vielleicht lag es an mir aber alles war mir zu wirr. Bin wahrscheinlich zu dumm für diesen Film. Die Leistungen der Schauspieler fand ich hingegen sehr gut.

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                • 0 .5
                  Atalantia 20.03.2018, 16:10 Geändert 21.03.2018, 01:25

                  Keine interessanten Bilder (ausser vielleicht für die Notgeilen die auf perversen Porno stehen), lahme Dialoge meist ohne Inhalt, eine an den Haaren herbeigezogene Story. Ich vermute mal, dass der Regisseur mehr Geld in den Kauf der Film-Kritiker investiert hat, statt in den Film. Habe mich selten so gelangweilt. 'nen halbem Punkt... weiss nicht mal wofür.

                  • 6 .5

                    Eine wilde Fahrt ohne rechten Ausstieg.
                    In seinen besten Momenten zeigt sich 'Lost Highway' als Beziehungsstudie, in der Eifersucht als ein alles verschlingende schwarzes Loch inszeniert wird. In einem gewohnt verwirrenden Erzählstrudel der Unmöglichkeit, in dem Protagonisten schon mal wie durch ein metaphysisches Einwirken ausgetauscht und zweckentfremdet werden, zeichnet Lynch mit seiner Bild- und Tonsprache einen sich selbst verzehrenden Zirkelschluss, der in der Endlosigkeit seine eigene Sackgasse bildet. Gerade in den stationären Bildern, in der eine ungewisse Dunkelheit die Leinwand förmlich zu verschlucken droht, liegt hier die größte Irritation und die unbarmherzige Kamera bildet in der Bloßstellung einer scheinbar sicheren Zuflucht fast einen filmischen Vorgriff auf Michael Hanekes 'Caché'.

                    Letztlich ist es allerdings der kippende Umgang mit eben dieser Irritation, welcher dieses Lynch-Werk auf der Überholspur der Erwartungen hinter sich zurücklässt. Zu sehr wird auf erzählerischer Ebene auf die unwahrscheinliche Metamorphose des Films selbst hingewiesen, sodass das unangenehme Gefühl im Magen langsam abzuflauen scheint und auch die Anpassung an bestimme Genre-Konventionen, lässt die anfangs noch zuckende Körperspannung des Films in ein luftloses Loch übergehen.
                    Letztlich ist ein Loch, welches die Neugier weckt, doch der Sturz hinein ist kaum wahrnehmbar und die Entdeckung auf der anderen Seite enttäuschend.

                    • 9
                      Pyro 91 17.01.2018, 14:28 Geändert 17.01.2018, 14:53

                      "Lost Highway" ist ein Film, der mir über die Jahre hinweg immer mehr entglitten ist. Als Teenager war ich zunächst darauf erpicht, Lynchs Meisterwerk auf einer reinen Handlungsebene zu verstehen und einordnen zu können. Doch dies entzauberte das ganze möbiusschleifenhafte Mysterium dieser kalten, klinischen und entrückten Arbeit und ließ mich somit recht unbefriedigt und ratlos zurück.
                      Irgendwann gab ich mich ganz einfach Lynchs hypnotischen und einlullenden Bildern hin und konnte dadurch eher zu schätzen lernen, was der Film zu bieten hat.

                      Er ist für mich aber dennoch - neben "Inland Empire" - wirklich der anstrengendste Lynch-Film und an manchen Stellen wirkt er auf mich eher wie ein mentaler und emotionaler Durchhaltetest, anstatt dass ich großen Sehgenuss dabei empfinden würde. Ich denke das liegt für mich allerdings nicht an inszenatorischen und drehbuchtechnischen Schwächen, sondern daran, dass Lynch hier auf verschiedene Arten und Weisen die tiefen Schwächen und Fehler eines impotenten und freudlosen Mannes thematisiert, hinterfragt und bis zum Ende - bis auf ein paar humorvolle, zynische Auflockerungen zwischendurch - gänzlich darauf verzichtet diesen Fred Madison auch nur einen Hauch von Hoffnung oder Selbstakzeptanz zu gewähren. Das wirkt entfremdend, das tut weh und lässt mich auch meine eigene Vorstellung von Männlichkeit und mein Verhältnis zu Frauen hinterfragen.

                      Es ist die selbstablehnende und passive Haltung von Fred, die es dem Mystery Man ermöglicht, als Verkörperung von Besitzanspruch gegenüber seiner Frau und Eifersucht anderen Männer gegenüber, in sein Leben zu treten und ihn zu fragwürdigen und verbrecherischen Taten zu bewegen. Die Pete Dayton-Fantasie wirkt dann beinahe wie eine klischeehafte Vorstellung von überhöhter, ja filmreifer, "echter" Männlichkeit: Sex, Waffen, Kriminalität, Exzesse, ein gewisser Narzissmus - ein aufregendes und gefährliches Leben und ein starker und merklicher Kontrast zu Freds sterilem und eintönigem Alltag.
                      "You´ll never have me": Doch im Endeffekt landen wir wieder bei der Ausgangsposition, denn Fred wird weder Renee, noch eine andere Frau je besitzen können. Die destruktiven Konsequenzen, die daraus folgen einen Menschen für sich zu beanspruchen, zu vereinnahmen wollen, als Ersatz für das eigene fehlende Selbstwertgefühl und als Ausübung von Kontrolle zu missbrauchen, kommen früher oder später doch zu Tage und Fred befindet sich wieder auf dem Lost Highway. Eine endlos lange und gleichbleibende, an ihm vorbeiziehende Straße, die immer wieder ins Dunkle führt, keine Ausfahrten aufweist, einsam und verlassen in die Zukunft führend.
                      Wo ist der EXIT wenn man ihn braucht?

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                      • 9
                        Filmkaiser 26.12.2017, 22:32 Geändert 02.02.2018, 03:47

                        Kurz und knapp.Lost Highway ist mein zweitliebster Lynch,nach Mulholland Drive.

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                        • 10
                          GerritWuCha 07.12.2017, 21:51 Geändert 12.03.2018, 00:11

                          Ein absoluter surrealer und wahnwitziger Trip, den David Lynch hier liefert, wie eigentlich in fast jedem seiner grandiosen Filme.
                          Geheimnisvoll und expressiv. Großartige Bilder und fantastische Klänge, sowohl Score, Soundtrack als auch das Sounddesign. Die Geschichte lässt halt viel Interpretationsspielraum offen, was gut ist.
                          Und der Mystery Man ist eine, der wohl unheimlichsten Filmfiguren aller Zeiten. Volle Punktzahl!

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                          • 10

                            Neue perspektivische Besprechung im Phantastikon (https://phantastikon.de/lost-highway-das-sphinxmotiv/)

                            • 10

                              [...] Wie bereits in Besprechungen aus der Vergangenheit zuhauf erwähnt, lässt sich Lost Highway am ehesten mit einem Möbiusband in Relation setzen: Er liefert vom geographischen und geometrischen Standpunkt keinerlei Orientierung, keine Ordnung, keine Struktur. Stattdessen funktioniert der Film als Grenzkino der Erfahrungen und speist seine schöpferische Sprengkraft aus der affektiven respektive sensorischen Ebene. So komplex und undurchsichtig Lost Highway sich artikulieren mag, inmitten von metaphorisch- und assoziativ-geschwängerten Wahrnehmungsverzerrungen und figuralen Doppelungen (die sich gerne auch als spiegelverkehrt aufzeigen), verantwortet sich David Lynch für ein Werk der klaren Emotionen: Verwirrung, Verehrung, Verängstigung. Im Nebel der panischen Überforderung; der Ausweglosigkeit, bleibt der Grundklang des Horrorszenarios ein zutiefst menschlicher. [...]

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                              • 8

                                Fazit: "Lost Highway" ist schon ein interessanter Film, wird aber sicherlich nicht jedem gefallen. Man muss definitiv bereit sein dieses Werk konzentriert zu sehen und man muss Filme, die einen großen Interpretationsfreiraum lassen auch mögen. Ist dies gegeben, bekommt man eine gute Story, die niemals vorhersehbar ist und überraschen kann. Handwerklich ist das perfekt gemacht und die Atmosphäre hat einen großen Reiz. Der gesamte Film ist irgendwie sehr bedrohlich und mysteriös. Die Darsteller spielen sehr gut und die Figurenzeichnung ist interessant. Leider ist der Unterhaltungswert nicht immer ganz weit oben, aber langweilig wird es hier auf keinen Fall. Dafür sorgen alleine schon die Szenen, in welchen die Musik so genial eingesetzt wurde. Alles in einem für mich also kein Meisterwerk, aber doch ein enorm sehenswerter, schön unkonventioneller Film, der aber wirklich nicht gerade einfach ist!

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                                • 2 .5

                                  Der ma­nie­rierte Abschlussfilm eines Filmstudenten.

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                                  • 3
                                    Oliver M. 05.08.2017, 18:49 Geändert 05.08.2017, 18:52

                                    Eigenwürzig... Lynch hat mich jetzt nicht so gepiekt. Zwei abstruse Handlungsstränge, verflochten auf eine Person, für mich undurchsichtig.
                                    Dazu ein halber Softporno, beamende 90er Jahre Rockabillies, gute, aber nicht immer passende Musik, ein alternder Gruselgruftie der das Ganze mit Telefonstreichen und Videoaufnahmen durchwürzt und nicht so real ist wie er scheint... Irgendwas verstanden? Ich auch nicht, am besten ansehen, mein Fall war es nicht.

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                                    • 8
                                      Filmsuechtiger: Filmsucht.org 03.08.2017, 16:33 Geändert 03.08.2017, 16:34

                                      [...] Obwohl die postmoderne Übersteigerung dieser aufs Allerwesentlichste heruntergebrochenen Film Noir-Motive dank der furiosen Inszenierung gut funktioniert und für viel Spannung sorgt, ist der Clou des Films ein anderer: Das Vexierspiel gleicht zwei Puzzles mit jeweils eigenen Albtraummotiven, die trotz nicht zusammenpassender Teile zu einem einzigen Werk zusammengesteckt werden. Lynchs Werk strotzt nur so von Dopplungen in der Figurenanlage und den Dialogen, in der Filmsprache und der damit verbundenen Metaphorik – geschickt verknüpft Lost Highway seine beiden Handlungspfade wie ein Möbiusband, das weder Anfang noch Ende, kein oben oder unten hat. Dementsprechend erhält der Zuschauer keine Möglichkeit, seine aktuelle Position auf dieser in sich verdrehten Straße zu bestimmen; die Sicherheit linearer und kohärenter Narration löst sich auf und übrig bleibt das pure Erleben. Lynch zwingt den Zuschauer auf unnachahmliche Weise, sich vom Film gefangen nehmen zu lassen.

                                      Diese Konsequenz eröffnet [...]

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                                        Dieser Film war leider überhaupt nichts für mich. Wer bin ich, um zu behaupten, dass Lost Highway ein schlechter Film ist, aber für mich persönlich ging der echt überhaupt nicht.
                                        Denke, man muss auf sowas stehen..

                                        • 9

                                          Natürlich üppige Spoiler-Gefahr!!

                                          Ich fand Lynch ja immer dann klasse, wenn er nicht diesen surrealistischen Kram gefilmt hat. Twin Peaks habe ich in der zweiten Staffel mehr als ein Mal abgebrochen und abgesehen von Straight Story und Der Elefantenmensch, mochte ich die Lynch Filme irgendwie nie. Gut, man wird älter, erfahrener, guckt Mulholland Drive ein zweites Mal und wird aus den sprichwörtlichen Socken katapultiert. Und dann irgendwann denkt man sich, hey diesen einen Lynch hast du noch auf Blu-Ray in deinem Regal stehen. Für einen surrealen Lynch fand ich den auch damals schon ganz gut, aber ich saß danach total ahnungslos auf der Couch und habe die Disc ganz weit hinten ins Regal geschoben.
                                          Also, gestern war dann meine Zweitsichtung. Mit etwas mehr Lynch Erfahrung (Staffel zwei von Twin Peaks habe ich jetzt hinter mir, und dieses Mal freue ich mich auf die nächste Sichtung...) und dem Wissen, dass ich sowieso nicht durchsteigen werde.
                                          Dabei sagte Lynch selbst, dass "Lost Highway" relativ geradlinig sei und möglicherweise an ein paar Stellen etwas verschroben, verwirren wollte er aber Niemanden. Gut, ob das jetzt stimmt, wage ich mal zu bezweifeln, verwirrt bin ich nämlich durchaus, dafür aber auch hellauf begeistert.
                                          Als erstes: Robert Blake jagt mir verdammt viel Angst ein. Da ist "Bob" aus Twin Peaks ja gar nix gegen... Sowieso machen die Darsteller hier ganz gute Figuren, was bei Lynch ja nicht unbedingt Standard ist. Patricia Arquette könnte ich sowieso bei allem Stundenlang zuschauen, die Frau ist einfach fantastisch. Bill Pullman weiß auch zu gefallen, warum der Ende der 90er in der Senke verschwunden ist, wird mir ein Rätsel bleiben, ebenso wie die Filme Lynchs. Balthazar Getty fällt für mich etwas ab. Er ist auch der Grund, weshalb der Mittelteil auf mich am schwächsten wirkt.
                                          Bis der gute Herr Getty auftaucht, darf Lynch aber erstmal zeigen was er alles kann. Und das ist tatsächlich zu viel, um es hier aufzuzählen. Die ersten 40 Minuten sind nämlich in jedweder Hinsicht brillant. Atmosphärisches, super spannendes Verwirr-Kino mit starker Kamera-Arbeit, tollem Licht- und Schattenspiel und viel Gänsehaut.
                                          Mit Getty driftet dann alles etwas mehr in den Sex-Bereich ab, was natürlich nicht schlecht ist und vorallem im Hinblick auf die Interpretation, Getty ist Pullman's Hirngespinst und in allen (negativen) Belangen das genaue Gegenteil von Fred, sehr interessant, da er in der Lage ist sexuelle Befriedigung auf weiblicher Ebene zu verursachen. Die unzähligen Hinweise und Verweise und Querverweise und Anleihen, und, ach verdammt, Lynch halt, funktionieren mal mehr, mal weniger, mal werden sie erst klar, wenn man danach (so gings mir zumindest) auf Wikipedia rumstöbert. Was aber bleibt, und das ist ja das, was Lynch ausmacht, seine Filme haben eine Sogwirkung, die kein anderer Film, kein anderer Regisseur erzeugen kann. Lynch ist Horror, Atmosphäre, Genie. Da vermag auch die von mir wenig geliebte Band Rammstein nicht stören. Der Soundtrack ist ansonsten ja auch wieder gut anzuhören (auch wenn wohl nie etwas an "Blue Velvet" herankommen wird, aber das verlangt auch niemand...).
                                          Ich merke gerade, dass mein Kommentar ordentlich durcheinander ist, passt ja ironischerweise zum Film. Um es dem Leser etwas angenehmer zu machen, tue ich jetzt etwas, das Lynch vermutlich nie tun würde, ich ziehe ein (zusammenfassendes) Fazit.
                                          "Lost Highway" ist Lynch durch und durch. Wer damit etwas anfangen kann, wird es lieben, wie alles von Lynch, wer das doof findet, wird auch hiermit nicht umgestimmt. LH ist spannend, verwirrend (auf eine gute Weise), atmosphärisch und genial. Jedes Bild ist ein Genuss, auch unentschlüsselt, jede Zeile notwendig und jeder (am Anfang) bescheuert(e) (wirkende) Haken, enorm wichtig für das Gesamtbild.
                                          9/10. Vorerst.

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                                          • 4
                                            Leinzi 25.06.2017, 22:18 Geändert 09.10.2017, 15:29

                                            Ich habs versucht, aber irgendwie wollte es nicht klappen. David Lynch bleibt unberrechenbar. Einige seiner Filme sind mir zu abstrakt oder verwirrend, andere dagegen finde ich faszinierend. MULHOLLAND DRIVE, der direkt davor lief, hat mir da besser gefallen, auch wenn ich nie behaupten werde, ihn verstanden zu haben.

                                            TWIN PEAKS war auch ein ständiges Auf und Ab zwischen Faszination und Fragezeichen. Meine Vorrednerin MiaWallace96 und einige andere sagen, man liebt oder hasst Lynch. Ich dagegen fühle mich wie in einer Zwischenwelt, ich liebe - zu starkes Wort - ich heiße viele Szenen und Ideen Lynchs gut, aber verdamme ihn für viele andere.

                                            Bewertung: 41% [19.06.2017]

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                                            • 8 .5

                                              Entweder du liebst David Lynchs Filme oder du hasst sie. Wohl kaum gibt es einen anderen Regisseur, der die Meinungen über seine Werke so sehr spaltet wie er.
                                              Mal wieder ist es ein Film, der dich vollkommen allein zurücklässt. Es ist fast so als würdest du selbst auf dem Highway ausgesetzt werden und müsstest dich selbstständig zurück in die Stadt finden und das im dunkeln (denn es soll ja ganz im Stil bleiben). Entweder du schaffst es und verirrst dich nicht auf dem Weg oder du lässt dich per Anhalter in eine nächste Filmwelt transportieren.

                                              Großartiger Film, der viel Interpretationsmöglichkeiten bietet und ein doch ein Rätsel bleibt.

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                                              • 9 .5

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                                                  start4000 19.04.2017, 10:23 Geändert 19.04.2017, 10:41

                                                  lahmarschig von vorne bis hinten nach 35min ausgemacht 1pkt geht an Pullmann aka Lone Starr

                                                  http://prnt.sc/ey6mbp

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                                                  • 7 .5
                                                    Hiptronic 04.04.2017, 22:22 Geändert 06.04.2017, 13:42

                                                    David Lynch Filme sind eine Klasse für sich, vor allem dann, wenn er selbst das Drehbuch schreibt. "Filmkunst" ist, was man hier zu sehen bekommt, also nix für alte B-Movie-Kinos hinter dem Hauptbahnhof sondern was für die Arthouse-Programmkinos. Entsprechend ist das Geschmacksache und gefällt oft nicht vielen Leuten. Mir gefällt das Rock 'n' Roll Klischee des Films, die Musik zu den Bildern, die fantastischen Einstellungen. Ebenso zitiert werden die alten Schwarz-Weiß-Gangsterfilme der 40er und 50erJahre (sieht man vor allem an den Polizeibeamten und am Gefängnis, ebenso die kurzen, streckenweise etwas stupiden Dialoge). Fazit: Lynch bringt hier ein wenig seiner Jugendkultur auf die Leinwand mit Mitteln und Künstlern der 90er. Eine Story kann man dahinter nur erahnen und wer die noch größere Rätselaufgabe lösen will, kann sich gern mal an "Mulholland Drive" versuchen. Gebrauchsanweisung: Ambiente-Kino mit guter Soundanlage bei guten Drinks - das wird dann auf jeden Fall ein gelungener Abend. Wer lieber selbst knobeln will, der sollte nun ab hier nicht weiterlesen.

                                                    SPOILER-WARNUNG: Meine Version der Story

                                                    Fred ist ein FreeJazz-Saxofonist und haut sich Aufputschmittel weg, einmal um sich für seine exaltierten Musikwerke die notwendige Energie und Inspiration zu holen, ein andermal, weil er nicht mehr so ganz jung ist und das Leben am Limit sich nun auch im Bett bemerkbar macht durch nachlassende Potenz. Er nimmt immer mehr von dem Zeug und dreht irgendwann durch. Für den Mord an seiner Frau landet er auf dem elektrischen Stuhl, das wird im Gefängnis durch die Vision an der Mauer ausgedrückt, in der er den Mystery-Man in der Wüste sieht, welcher niemand anders als der Tod ist. In seiner "Wandlung" sieht er das Leben an sich so vorbeilaufen, wie er es gerne gehabt hätte: Er ist jung und potent und seine Frau sieht so aus, wie er sie immer schon gern gesehen hätte. Er ist der Held und klaut den Clubbesitzern die Frauen und das Geld, bricht so in ein freies, unabhängiges Leben auf. Doch auch dieses Leben endet in Wüste und mit dem Tod an genau der Stelle, wo es begonnen hatte. Bleibt nur noch, dass der tote Fred den lebenden Fred warnen will, als er an dessen Tür klingelt, um den Tod von "Mr.Eddy", der in Freds Leben Dick Laurent heißt, zu verkünden - oder hat sich Fred das nur eingebildet?

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