Loving Vincent - Kritik

Loving Vincent

GB/PL · 2017 · Laufzeit 94 Minuten · FSK 6 · Animationsfilm, Kriminalfilm, Drama · Kinostart
Du
  • Bei den Oscars 2018 ist der britisch-polnische Animationsfilm “Loving Vincent” einer der Anwärter auf den Besten Animationsfilm. Wie unwahrscheinlich der Gewinn bei Gegnern wie dem Pixar-Film “Coco – Lebendiger als Leben” (2017) und dem Blue-Sky-Studios-Film “Ferdinand – Geht STIERisch ab” (2017) auch sein mag, hätte “Loving Vincent” ihn als erster vollständig gemalter Film mehr als verdient.

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      Adrian.Cinemacritics 03.02.2018, 17:37 Geändert 03.02.2018, 17:38

      Es kommt heutzutage nicht mehr so oft vor, dass man von einem Animationsfilm behaupten kann, dass er ein visuelles Erlebnis abgeliefert hätte, wie man es nur selten erlebt hat, was äußerst verwunderlich ist, da es heutzutage Animationsfilme wie Sand am Meer gibt.
      Viel zu oft bekommen wir dieselben quietschbunten Animationen mit denselben quietschbunten, putzig aussehenden Charakteren zu sehen, die zwar nicht unbedingt hässlich anzusehen sind, aber dafür keinen besonderen Eindruck bei dem Betrachter hinterlassen, was dafür sorgt, dass diese Animationsfilme stilistisch keine Identität haben, die sie von so vielen anderen unterscheidet.
      Doch statt einige Schritte voraus zu gehen, geht LOVING VINCENT mit dem Look des Films einige Schritte zurück in die Vergangenheit - und das ist eine gute Sache!
      Dieser Film ist ein ästhetisch meisterhaftes Kunstwerk, wie man es nur selten im Kino erlebt hat. Man hat wirklich das Gefühl, dass die Bilder des großen Künstlers Vincent Van Gogh zum Leben erweckt wurden.
      Jedes Bild könnte man in einem Museum ausstellen und stundenlang betrachten, die impressionistische Handschrift des Künstlers ist zu jeder Sekunde spürbar.
      Was uns hier gezeigt wird, ist wortwörtlich wahre Kunst.
      Doch der visuelle Augenschmaus ist nicht das einzig Lobenswerte an dem Film.
      Auch wenn sich der Film hauptsächlich um das Rätsel von Van Goghs Selbstmord dreht, zeigt die Geschichte kein Interesse daran, den Charakter zu entmystifizieren, sondern bietet uns verschiedene Standpunkte, wie dieses eigenartige Genie sich dazu entschieden haben könnte, seinem Leben ein Ende zu bereiten.
      Wir lernen zwar etwas von ihm, doch der Film geht zum Glück nie zu weit, sodass wir ihn am Ende immer noch als das mysteriöse Individuum sehen, das er war.

      Wenn man sich auf LOVING VINCENT einlässt, wird einem eine einzigartige Seherfahrung zuteil, die man so schnell nicht vergessen wird. Und auch wenn manche sich über gewisse inhaltlichen Schwächen beklagen mögen, ist es das größte Kompliment überhaupt, wenn man einen Film dafür loben kann, etwas abgeliefert zu haben, das man noch nie zuvor gesehen hat.

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        [...]
        Es ist ein einfaches, sich bei „Loving Vincent“ ausschließlich auf die Technik zu konzentrieren; nur über das Visuelle zu reden. Jeder Freund und Liebhaber der bildenden Kunst wird daran seine helle Freude haben. Aber auch all jenen, die Leben, Wirken und Tod des großen Vincent van Gogh mit Interesse betrachten, sei diese große Hommage herzlichst empfohlen.
        [...]
        Vollständige Kritik: https://aboutthepictures.wordpress.com/2018/02/01/loving-vincent/#more-597

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        • 9 .5

          Ein wunderschöner Film, der auf jeden Fall im Kino angesehen werden sollte.

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            Loving Vincent ist ein filmisches Werk, das es so noch nicht gab! Die Bedeutung des Film als bewegte Bilder bekommt hier eine völlig neue Bedeutung und auch die Handlung kann sich meiner Meinung nach sehen lassen. Für mich ein ganz großer persönlicher Favorit für den Oscar, auch wenn ich nicht glaube, dass er ihn gewinnt.

            Ersteinmal muss ich gestehen, dass ich kein großer Kenner auf dem Gebiet der Malerei bin. Dennoch finde ich die Verbindung aus Film und Malerei absolut einzigartig. Mit realen Schauspielern gedreht und schließlich im Stile von van Gogh auf Ölgemälde übertragen, ist der Film mit Sicherheit ein enormer Aufwand gewesen und das sieht man ihm an. Besonders wenn zum Schluss die Gegenüberstellung der Figuren aus dem Film mit den echten Portraits erfolgt, dann merkt man die Detailverliebtheit. Auch wenn man eine gewisse Zeit braucht, um sich an so eine Art der Darstellung zu gewöhnen, so kann man schließlich völlig in den wunderschönen Bildern versinken. Künstlerische Genauigkeit oder Werktreue zu van Gogh kann ich leider nicht beurteilen.
            Auch wenn ich einigen Kritikern widerspreche, so finde ich auch die Grundidee der Erzählung ausgesprochen geschickt gewählt. Dadurch, dass ein Außenstehender sich an die Orte des Lebens von van Gogh begibt, wird die Möglichkeit geschaffen die Bilder, die van Gogh dort gemalt hat in den Film zu integrieren. Weiterhin werden die Rückblenden durch das Schwarz-Weiß gekennzeichnet. An sich ist das bereits ein bekanntes filmisches Mittel, gewinnt hier jedoch eine neue Bedeutung. Es wird nicht nur der Vielfalt des kreativen Schaffens des großen Künstlers gehuldigt, sondern es entsteht ein weiteres verblüffendes Phänomen: Die Schwarz-Weiß-Zeichnungen sind so verblüffend echt, dass es in einigen Bildern wie eine reale Aufnahme aussieht. Die Vergangenheit scheint also deutlich fixierter zu sein, als dass was unserem Hauptprotagonisten geschieht, denn hier werden besonders die Hintergründe durch die dicken Pinselstriche manchmal nur angedeutet. Das könnte ein Hinweis auf das zunehmende Interesse des Protagonisten an van Gogh darstellen und den eigenen weichenden Realitätsbezug bedeuten.
            Auch die Handlung an sich ist nicht banal. Technisch erinnert sie an Citizen Kane, durch die interviewhafte Erzählung. Als spannendes Element wirkt natürlich die Frage nach den Umständen des Todes von van Gogh. Diese wird auch durch die teils sehr mysteriösen Charaktere aufrechterhalten, sodass man lange nicht weiß, wem zu glauben ist und wem man nicht trauen darf.
            Weiterhin geht es aber weniger um die anderen Charaktere, sondern vielmehr um die Reaktionen der Gesellschaft auf einen merkwürdigen Außenseiter, wie van Gogh. Sein Leben wird gar nicht so viel beleuchtet, wie man vllt annehmen mag. Dafür wird ein toller Mythos um diesen verschlossenen kunstversessenen Menschen gemacht, welcher sich auch in der Literatur über ihn wiederfinden lässt. Kaum jemand scheint ihn damals wirklich verstanden oder akzeptiert zu haben, sodass Reaktionen auf ihn von Ablehnung, über Mobbing bis hin zu Ausnutzung reichen. Die Anerkennung eines Genies ist schließlich ein seit Jahrhunderten problematisches Thema. Das Vermächtnis eines Künstlers wird somit auch an mehreren Stellen thematisiert.
            Mitunter finden wir auch 2-3 namenhafte Schauspieler im Cast, bei denen es mir allerdings schwer fällt ein Urteil zu bilden, da es schließlich alles gezeichnet worden ist.
            Negativ könnte man hervorheben, dass der Film einem etwas langatmig vorkommen kann, wenn man sich nicht für die Thematik interessiert. Es ist jedoch ein Film auf den man sich einlassen muss, um von ihm gefesselt zu werden. Weiterhin könnten wahrscheinlich die Verbindungen zwischen der Malerei und der Filmkunst noch etwas vielfältiger thematisiert werden, aber auch hier wurden einige Ideen gelungen umgesetzt.

            Alles in Allem ist Loving Vincent ein spannender Film, der besonders durch seine visuelle Wucht auf der großen Leinwand seine Wirkung entfaltet, wenn man sich auf ihn einlässt. Außerdem schafft es der Film durch die Kreation des Mythos van Gogh, den keiner genau beschreiben kann, dass man sich nach dem Kinobesuch ersteinmal etwas zu van Gogh und seinem Leben und Wirken durchlesen möchte. In diesem Sinne macht der Film also alles richtig, indem er Interesse weckt. Wer sich allerdings schon gut mit der Biografie auskennt, den dürfte die Handlung zu großen Teilen kaum überraschen.
            Insofern also eine dringende Empfehlung an alle künstlerisch Interessierten und für mich der ambitionierteste Animationsfilm dieser Oscarsaison.

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              Im abstrakten Vorspann sieht man in der Großaufnahme dem Entstehem blauweißer Flächen in Ölfarben zu. Jede Kontur der einzelnen Farbtupfer ist zu erkennen, sodass der Zuschauer in einer Unmittelbarkeit mit der Materialität eines Ölgemäldes konfrontiert wird, wie sie sonst nur die Maler selbst kennen. "Loving Vincent" zeigt auf diese Weise so früh wie möglich auf, welche eigentümlichen Qualitäten sein fleißig beworbener Animationsstil hat.
              Danach allerdings ist der Film so damit beschäftigt, ganz so auszusehen wie die Malerei seiner Titelfigur, dass es ihm nicht gelingt, etwas substanzielles über Van Gogh oder seine Kunst zu sagen, geschweige denn, ihr etwas hinzuzufügen. Er interessiert sich nicht dafür, dass ein Gemälde nicht dasselbe ist wie ein Film, auch wenn er aus Gemälden besteht, und dass eine Hommage nicht in der Imitation stecken bleiben muss. Als technisch bemerkenswerte Leistung und ausgesprochen hübsch illustrierte Biographie im "Citizen Kane"-Format anzuerkennen, erschöpft sich der eigene Wert des Films so neben der sicherlich berechtigten symbolischen Verbeugung vor Vincent im visuellen Zitateraten fürs gebildete Arthouse-Publikum. Und weil sowas snobistisch ist, gucke ich mir jetzt lieber noch mal Tarkovskis "Andrej Rubljow" an.

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              • 9 .5

                In der App vom Thega Filmcenter, dem einzigen Kino in Hildesheim mit 7 Sälen von 32 bis 250 Zuschauer , stand das "Loving Vincent " in Thega 6 einen Saal mit ca.250 Plätzen läuft . Nun ist es so das wenn solche Filme in Hildesheim laufen die meist in dem Saal oder besser Zimmer mit 32 Plätzen laufen . So ging ich also von einem Computer Fehler aus . Und war umso angenehmer Überrascht das er doch im großen Saal läuft . Und das ist auch gut so . Ich weiß nicht wie viele sogenannte 3D Filme ich hier gesehen habe ,bei denen ich mich gefragt habe warum ich mir die im Kino anschaue . So viele Filme bei denen die Größe der Leinwand oft verschenkt wurde . Nicht so bei "Loving Vincent " . Da kein Phrasenschwein in der Nähe ist könnte man jetzt sagen :Film ist ein visuelles Medium ! Ja und Mallorca hat auch schöne Ecken . Ja aber es ist ja auch so . "Loving Vincent " nutzt die Möglichkeiten des Films um ein neues besonderes visuelles Erlebnis zu erschaffen . Aus und mit den Bildern von Vincent van Gogh wird die Geschichte seines Todes und ein paar kleine Episoden aus seinem Leben erzählt . Die Gemälde von van Gogh erwachen dabei zum Leben . Film das sind bewegte Bilder - nie hat das so gestimmt wie hier . Gemälde in Bewegung unterlegt von im Hintergrund bleibender harmonischer Musik. So entsteht ein beeindruckendes Gesamtkunstwerk . Die Geschichte ist nichts besonderes aber auch nicht schlecht . Sie hat genug Tiefgang und Entwicklung der Hauptfigur ,des Sohnes vom Postmeister damit der Bilderrausch nicht langweilig wird .
                So ist "Loving Vincent " Kino pur . Beeindruckend und durch seine einzigartige Machart dürfte der Film sich auch in die Geschichtsbücher des Films einschreiben . In denen er durch seine Qualitäten ohnehin stehen wird .

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                • 8

                  Genial, Kunst trifft Film. Der Film ist ein Kunstwerk für sich.
                  Freue mich schon auf weitere Filme dieser Machart.

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                  • 7

                    "Loving Vincent" ist definitiv ein Film für visuelle Menschen, gerne auch mit mehr Kunstbildung als ich sie habe... :D

                    Während der sechsjährigen Produktion hat das Team hinter dem Kriminalfilm um das Ende Vincent van Gogh's Erstaunliches geleistet.
                    Etwa 60.000 Ölgemälde wurden von Hand gemalt und hintereinander gepackt, um den bislang wohl einzigartigen Spielfilm-Look zu kreieren, der auf Van Gogh's Werk basieren soll. Wenn man seine Werke einigermaßen kennt, merkt man wohl auch schon während des Films (und nicht so wie ich erst danach), dass auch einige seiner Werke mehr oder weniger direkt und ziemlich unscheinbar in den Film eingebunden wurden.
                    Gut, visuell und vom Produktionsaufwand also definitiv ein sehr außergewöhnlicher Film.
                    Die Story ist recht simpel und geradlinig, zeichnet (ha!) aber doch ein recht genaues und aufmerksames Bild der Beziehungen zwischen den Figuren, auch wenn diese nicht besonders tiefgehend und mehrdimensional sind.

                    Wie man sich schon fast denken kann, wird "Loving Vincent" ein absoluter Nischenfilm sein und bleiben, der bei uns in Frankfurt soweit ich weiß auch in keinem größeren Kino lief. Dafür musste dann schon ein technisch eher mäßiges, dafür sehr charmantes Programmkino herhalten.
                    Für den Mainstream ist das Alleinstellungsmerkmal, die visuelle Power, dann wohl auch genau zu viel. Über 90 Minuten ist der zumeist recht grobe und vor allem in "Totalen" eher schemenhafte Malstil wirklich nicht gefällig fürs Auge, sondern anstrengend. Das Auge respektive Gehirn muss die teils abstrakten Formen und Farben erstmal in einen logischen Zusammenhang bringen, während diese sich natürlich bewegen und somit verändern, während man noch versucht, die Perspektive der Einstellung zu erfassen. Das erfordert definitiv allen Fokus.
                    So sind die in Schwarz-Weiß gehaltenen Rückblenden fast schon eine wohltuende Pause, da sie deutlich feiner gezeichnet sind. Vielleicht kann mir jemand beantworten, ob die Szenen überhaupt gemalt worden sind oder doch direkt abgefilmtes Material waren. Da haben sie sonst die Schauspieler schon extrem nah getroffen. Dass sich das Auge in ebendiesen Sequenzen mal entspannen kann, war aber wohl auch beabsichtigt.

                    Also: Definitiv ein Seh-Erlebnis, was man mal mitgenommen haben kann, aber kein Film für nebenbei.

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                      AliceInWonderLand 14.01.2018, 16:40 Geändert 14.01.2018, 16:41

                      Der Film ist von seiner Machart her interessant, aber mehr auch nicht.
                      Ich hatte, ehrlich gesagt, viel mehr erwartet. Vor allem einen stärkeren Fokus auf die Verbindung zwischen Kunst und Film. Der Film orientiert sich jedoch sehr stark am Erzählkino, wodurch der Fokus weg vom visuellen gelenkt wird, was einfach schade für einen Film dieser Art ist. Demnach ist Loving Vincent wohl auch für eine breitere Masse ausgelegt. Doch die Handlung ist selbst dafür einfach zu eindimensional und kann den Film nicht tragen. Auf 4,5 Punkte komme ich lediglich durch die Machart bzw. "Malart" des Films. Mehr ist nicht drinnen. Da haben andere Filme, die Bezug zur Kunst oder Künstlern nehmen, schon deutlich besseres geliefert.

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                      • 7

                        Letzten Endes ist es nur die Tatsache, dass der Film handgemalt daherkommt, welche ihn interessant macht.
                        Das Drehbuch ist langweilig ne die Schauspieler die als Vorlage dienten machen auch nichts her.
                        Trotzdem weiß der Film zu unterhalten.

                        • 7

                          Wunderschönes, im Stil von Vincent van Gogh handgezeichnetes Kriminaldrama das ein wahrer Augenschmeichler geworden ist. Bedauerlicherweise ist der Film durch seine rudimentäre Erzählstruktur etwas zäh geraten. Bedingt durch seine wundervollen Bilder und dem schönen Score gibt es einen positiven Ausschlag in der Bewertung. Wer mal etwas abseits von seinen gewohnten Sehgewohnheiten erblicken möchte, wird hier bestens bedient.

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                          • 6 .5

                            Tolle Idee mit den über 100 Künstlern, die van Gogh's Bilder zum Laufen bringen. Trägt bei der Dauer von über 90 Minuten aber nicht, da die Story zu simpel ist und die Bilder irgendwann anstrengend wirken, auch wenn es Spaß macht, während der Handlung Originale vom impressionistischen Vordenker und Meister einfließen zu sehen.

                            Gut bis sehr gut fand ich (wieder mal) die Musik von Clint Mansell, bekannt seit "Pi" und spätestens seit "Requiem for a dream". Sein Score trägt und prägt den Film vor allem in der ersten Viertelstunde, bleibt dann etwas mehr im Hintergrund und ist auch solo für sich stehend absolut hörenswert.

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                              loveissuicide 09.01.2018, 21:12 Geändert 09.01.2018, 21:14

                              Leider eine bittere Enttäuschung. Dabei hab ich vorher eh schon befürchtet, dass der Reiz des Neuen, der Bilder, nach ein paar Minuten vorbei sein würde. So war es dann auch. Also Hauptaugenmerk auf die Handlung, und die war leider echt langweilig und uninteressant. Die Minuten haben sich ziemlich gedehnt, hätte ich den Film zuhause und nicht im Kino gesehen, hätte ich vorzeitig w.o. gegeben. Und ich stelle die Sinnfrage, wieso man sich diese Arbeit angetan hat, wo das doch sicher alles in derselben Qualität auch mit einem Computerprogramm möglich gewesen wäre.

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                                125 Künstler. 14 Monate Arbeitszeit. 57600 einzelne Ölgemälde. So zumindest lauten die harten Fakten, die einer Besprechung von Loving Vincent wohl fast zwangsweise zugrunde liegen müssen. An sich schier unglaubliche Werte, die dem künstlerischen Endergebnis dennoch kaum gerecht werden. Die hohle Phrase mehr als die Summe seiner Einzelteile zu sein, trifft bei diesem Werk tatsächlich zu. Denn es nicht nur der Aufwand und die Hingabe, sondern vor allem die virtuose Schönheit und Magie, welche von den faszinierenden Bildern ausgeht. Erwachen diese erst einmal zum Leben, gilt es sich in den von Vincent Van Gogh erdachten Bildwelten zu verlieren. Welche Gespräche wurden wohl im Nachtcafé geführt? Was verrät Dr. Gachets melancholischer Blick? All das sind Bilder, die für die große Leinwand gemacht sind. Bilder, die einen ganz und gar in ihren Bann schlagen. Die inhaltlich mäßig fesselnde Kriminalgeschichte fungiert als herrlicher Kniff den typischen Erzählstrukturen einer Filmbiografie aus dem Weg zu gehen und Van Gogh stattdessen aus den Erzählungen alter Weggefährten auferstehen zu lassen. Rekonstruiert anhand zahlreicher Briefe und eingebettet in die eigens von ihm erschaffenen Welten geht es dabei vor allem um die mysteriösen Umstände seines Todes. Freilich wird das Genie Van Goghs hier wenig analysiert, seine Kunst nicht diskutiert oder in genauerer Betrachtung seziert. Loving Vincent ist vielmehr ein visueller Museumsgang und leistet etwas weitaus Essentielleres, nämlich die Begeisterung für Van Gogh und vor allem dessen Kunstwerke aufrechtzuerhalten. Hätte Pixar die Oscars nicht ohnehin auf sich gepachtet, so hätten wir hier unseren diesjährigen Gewinner.

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                                  Man kann kaum glauben, was Dorota Kobiela und Hugh Welchman hier auf die Leinwand bringen. In 56.800 Frames ist „Loving Vincent“ ein komplett handgemalter Film geworden, der sich auf eine visuell vollkommen neuartige Weise dem Künstler nähert.

                                  Armand Roulin (Douglas Booth) ist der Sohn eines Postmanns (Chris O'Dowd), der Zeit seines Lebens die zahlreichen Briefe des Vincent Van Gogh (Robert Gulaczyk) zustellte. Nach dem Tod des berühmten Malers ist ein einziger Brief übrig, den der Postmann seinem Sohn übergibt, um ihn dem Bruder Van Goghs zuzustellen. Eine Reise in Van Goghs Vergangenheit beginnt.

                                  Was hier audiovisuell geliefert wird macht „Loving Vincent“ gleich zu Beginn zu einem Film, den man gesehen haben sollte. Verbunden mit Clint Mansells („Pi“) fantastischem Soundtrack, werden Van Goghs Bilder zu einer flirrenden, fast betäubenden Erfahrung. Künstlerisch zwar nicht durchgängig auf gleich hoher Qualität, werden seine Bekanntesten Gemälde lebendig und überfordern das Auge schon fast mit Detailreichtum und Respekt vor dem Werk des Malers. Die Bilder sind zugleich Rettung und Verhängnis von „Loving Vincent“.

                                  Und da beginnen die Probleme. Mit Armand Roulin eine Hauptfigur zu wählen, die persönlich kaum mit Van Gogh verbunden war, entpuppt sich schnell als eine weniger kluge Entscheidung. Bereits zu Beginn fehlt Motivation für den Charakter, während Booth mäßiges Schauspiel auch im finalen Akt kaum Gründe bietet, warum man Armand Roulins Faszination für Van Gogh Glauben schenken solle. Durch den gewählten Zeitraum, wird Van Goghs Leben auch bewusst in Rückblenden gedrängt, was für qualitativ sehr hochwertige Rückblenden sorgt, die Gegenwart aber zu einem mühseligen, mäßig erzähltem Krimi werden lässt. Robert Gulaczyk spielt Van Gogh sehr überzeugend, wird aber mit viel zu wenig Screentime beschenkt, als dass man den inneren Konflikt seiner Figur irgendwie tiefer zu spüren bekäme. Durch die seltsam-distanzierte Erzählweise als eine Art Procedural, entfernt sich „Loving Vincent“ viel zu sehr von seiner Figur und hangelt sich mit fortlaufender Laufzeit merklich von Gemälde zu Gemälde.

                                  Mir ist bewusst, dass Dorota Kobiela und Hugh Welchman eine Geschichte vom Hörensagen erzählen wollen. Einem missverstandenen Charakter, der in seinen Briefen viel mehr darlegte, als er es in Realität jemals konnte. Eine tragische Geschichte, die weit über Selbstverstümmelung hinausgeht. Eine Geschichte über Mobbing, Liebe und Sucht. Eine Geschichte, die in den richtigen Händen zu einem Meisterwerk geworden wäre, hier aber abseits der audiovisuellen Pracht viel zu stiefmütterlich behandelt wird. Respektvoll, fleißig am Ende aber doch überraschend mutlos.

                                  „Loving Vincent“ ist definitiv eine Erfahrung. Zu gleichen Teilen Meilenstein wie Fehlschlag. Ein Film der Neues wagt und dann vor anderen Dingen zurückschreckt. Wer visuell weggeblasen werden will, der sollte dringend sein Ticket lösen, wer jedoch irgendetwas Neues von Van Gogh erfahren möchte, der sollte lieber seine Erwartungen dämpfen.

                                  „Days seem like weeks to me. Days are weeks.“

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                                  • 5

                                    Ein bisschen wie "Des Kaisers neue Kleider": "Aber er hat ja garnichts an!"

                                    Stimmt, aus lange bekannten Fakten wird in Verwirrung derer eine langweilige Kriminalgeschichte gemacht, um Handlung zu erzeugen. Und mit der, sicherlich handwerklich aufwendigen, Animation werden uns flimmernde, auf den Sehnerv gehende, Bilder gezeigt, die leider mit der Kunst von Van Gogh nicht viel zu tun haben. Da ist jetzt die so viel bejubelte (warum nur?) Form ziemlich weit vom Inhalt entfernt!

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                                    • Ein wunderschöner Trailer! Wow! :O!!! Vielleicht etwas anstrengend für die Augen über die gesamte Laufzeit...aber es hat was!

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                                      • 7 .5

                                        „Loving Vincent“ hat seine Fehler, die werden jedoch von der künstlerischen Hochwertigkeit des Films in Grund und Boden gestampft. Wir haben es hier mit einem Film zu tun, bei es im Grunde nur eine Empfehlung geben kann und zwar ihn sich anzusehen. Am besten auf der großen Leinwand, wenn sich die impressionistischen Farben van Goghs wie ein wohltuender Schleier um die Sehnerven legen. Es ist ein Ereignis!

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                                        • AllesSchrott 26.12.2017, 11:20 Geändert 26.12.2017, 11:28

                                          Neusprech. Ich werde mir das anschaun. Bei dem Trailer schwant mir schon was. Ich verstehe die Vorfreude der Zuschauer, und die Werbemaschine der Produzenten, die Chance junger Schauspieler ... .
                                          Ob van Gogh sich darüber gefreut hätte, weiß man nicht.
                                          Beruhen "seine Worte" im Film auf einer bestätigten Quelle? Kann auch rhetorisch verstanden werden.

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                                            Eine Biografie in Fragmenten, ein Museum in Bewegung: die letzten Lebenswochen Vincent van Goghs als ein Pasticcio aus seinen berühmtesten Bildern sowie als kriminalistische Recherche. Dank raffinierter Animationstechnik erwachen dessen Landschaften und Porträts in »Loving Vincent« zu filmischem Leben. [Gerhard Midding]

                                            • 8

                                              Auch wenn auf der Handlungsebene nicht alles perfekt funktioniert, ist Loving Vinvcent auf jeden Fall ein meisterhafter Film, der wahrhaftig durch seine Bilder spricht. [Diemuth Schmidt]

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                                                Anspruchsvoll, interessant und schön anzusehen - mehr kann man wirklich nicht von einem Arthousefilm erwarten, oder? Ach ja, eines noch: Dieser Film macht richtig Spaß! [Gaby Sikorski]

                                                • 8

                                                  Sieh dir Loving Vincent für seine nuancierte Verarbeitung einer großen kulturellen Figur an und applaudiere der überraschenden Verwegenheit des Films. [Ian Freer]

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                                                    NewYorkTimes 22.09.2017, 10:09 Geändert 22.09.2017, 14:09

                                                    Die Fragen, die Loving Vincent stellt, sind interessant, aber doch nicht ganz dramatisch genug, um die komplette Länge des Films zu füllen. [A.O. Scott]