Loving Vincent - Kritik

Loving Vincent

GB/PL · 2017 · Laufzeit 94 Minuten · FSK 6 · Animationsfilm, Kriminalfilm, Drama · Kinostart
Du
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    [...] Wer sich für die Bilder von Vincent van Gogh begeistert und die Malerei liebt, wird mit „Loving Vincent“ eines der interessantesten Filmprojekte der letzten Jahre entdecken. Ein Genie seiner Zeit zu sein, stellte van Gogh vor eine Herausforderung, die er nicht überlebte. Der Fleiß in seinen nur kurzen acht Arbeitsjahren spiegelt sich in diesem aufwändigen Filmprojekt wieder und weckt sicher die Kreativität seiner Zuschauer. [...]

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      Technisches Meisterwerk, untermalt mit grandioser Musik (Clint Mansell) & für Menschen wie mich, die keine Ahnung über Van Gogh & sein Leben haben, auch noch ein gelungenes Biopic über die letzten Lebensjahre eines Künstler's der nach seinem Tod als "Vater der Modernen Kunst" in die Geschichte einging!

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      • 10

        Augen können so viel sagen. Die Macht, die ihnen innewohnt ist unermesslich.
        Wir verlieren uns in ihnen, ergeben uns, wir feinden an und lieben. Das was sie mit uns schaffen, ist das, was uns zum Menschen macht.

        Loving Vincent schildert hier ein individuelles Porträt über das Leben, über Einsamkeit, ihr zu verfallen zu erliegen und doch zu erblühen, ihr entgegenzuschreiten und das zu tun was unsere Spezies nun mal tut.

        Wir folgen dem Ruf unserer Natur.

        Ein Ruf, so verdammenswert und doch so gottgegeben. Diese Widersprüchlichkeit durchdringt das Bild und auch das Leben.
        In tollsten Farben und im schnellen Weben, erscheint die Welt und all das Sein so unendlich geprägt von traurigem Sein. Es verblasst die Hoffnung auf all das tun..... am end, es lebt, der....... Sonnenschein;)

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        • 8 .5
          vanilla 17.09.2018, 13:26 Geändert 18.09.2018, 03:50

          Was für ein origineller, schöner und künstlerischer Film und eines Vincent van Gogh auf jeden Fall würdig.
          Über 100 Künstler haben die Bilder im Stile van Goghs produziert und eine Bildaufnahme ist schöner als die andere.
          Man verliebt sich in jedes Bild und für mich ist es der beste Maler von allen.
          Die Geschichte einer zerissenen Seele, der von niemenaden so richtig akzeptiert und geliebt wurde, sodass er in die Einsamkeit und dei Natur fliehen musste und sich seinen Werken hingab, ist super erzählt und zu keiner Sekunde langweilig.
          Es werden Nachforschungen angestellt, verschiedene Diskussionen geführt und es kommt mehr Licht ins Dunkle über das abrupte Ende eines Genies.
          War es Mord?
          War es Selbsmord?
          Ich wusste nur dass er sich ein Ohr abgeschnitten und sich wahrscheinlich selbst das Leben genommen hatte, aber dieser Film erläutert uns viel mehr.
          Einen Menschen der wahrscheinlich der beste Maler aller Zeiten war und das auch nur durch seine traurigen Umstände dazu bewegt wurde sich selbst das Malen beizubringen und die moderen Kunst zu revolutionieren.

          Fazit:
          Fabelhafte Musik, wunderschöne Bilder und eine schöne Erzählweise über einen Menschen den ich sehr gerne kennengelernt hätte und der wie viele andere Künstler, erst nach seinem Tod, die verdiente Anerkennung bekommen hat.
          Besonders wertvoll und sowas von ein Tipp von mir!

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            RoboMaus 12.09.2018, 06:34 Geändert 12.09.2018, 08:51

            Eine liebevoll gemachte Hommage an Vincent van Gogh - im Vorspann wird extra darauf hingewiesen, dass 100 Künstler an der Erstellung der Animation beteiligt waren, d.h., dass keine CGI zum Einsatz kam. Der Ölgemälde-Zeichenstil ist der von van Goghs Bildern und sehr gelungen, womit 'Loving Vincent' (2017) optisch auf ganzer Linie überzeugt.

            Weniger überzeugt hat mich die Kriminalstory, die damit präsentiert wird: ein Jahr nach seinem Tod betreibt jemand Nachforschungen, die für den Plot zweierlei bewirken. Zum einen wird in real gespielten SW-Rückblenden ein Bild der Situation van Goghs kurz vor seinem Tod erzeugt; zum anderen wird durchgängig der Gedanke verfolgt, dass er sich nicht selbst umbrachte, sondern ermordet wurde. Die fiktiven und zudem widersprüchlichen Aussagen der Befragten aus seinem ehemaligen Umfeld lassen jedoch kein klares Bild entstehen und sind für sich gesehen auch nicht so interessant, dass ich mir das eineinhalb Stunden anhören wollte. Letztendlich liegt das etwa 130 Jahre zurück und bleibt Spekulation, auch wenn es aus seinen vielen erhaltenen Briefen abgeleitet ist.

            Storytechnisch würde ich den Film bei 4,5 Punkten einstufen, aber die starke Animation wertet ihn massiv auf und macht ihn in diesem Sinne sehenswert. Die Frage ist, wie man so etwas gewichtet.

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            • 8 .5
              smartbo 05.09.2018, 19:28 Geändert 06.09.2018, 10:51

              Ein Jahr nach dem Selbstmord des Malers Vincent van Gogh bekommt der junge Armand Roulin den Auftrag, einen Brief van Goghs an dessen Bruder Theo an die Hinterbliebenen des Malers zu überreichen. Widerwillig macht er sich auf die Reise. Als er den Brief überreichen will, muss er erfahren, dass Theo ebenfalls tot ist. Das macht ihn neugierig, und er beschließt, Näheres über van Gogh zu erfahren. Vor allem machen ihn die Umstände, die den Selbstmord des Malers betreffen, misstrauisch. Und so beginnt er, bei den Bekannten van Goghs zu recherchieren ....

              Der originelle Animationsfilm ist mit einer speziellen aufwendigen Technik hergestellt worden. Zunächst wurde der Film wie gewohnt mit Schauspielern ganz normal gedreht. Für die einzelnen Szenen wurden danach mit enormen Aufwand animierte Ölbilder erstellt, die stark an den Malstil von van Gogh angelehnt sind, so dass der gesamte Film wie ein Ölgemälde von van Gogh wirkt. An der Herstellung sollen mehr als 100 Zeichner beteiligt gewesen sein.

              Um das schon mal vorwegzunehmen: ich finde den Film großartig. Die bildgewaltige und farbenprächtige Optik fasziniert von Anfang an. Die Mimik und die Emotionen der Figuren sind zeichentricktechnisch sehr detailliert und sehr fein dargestellt, so dass die Szenen real und fließend rüberkommen. Das ist brillant gemacht und hat mir ausgezeichnet gefallen. Die Handlung erhebt keinen Anspruch darauf, vielschichtig, raffiniert und spannend zu sein. Dennoch ist der Film bis zur letzten Minute fesselnd, so dass nie Langeweile aufkommt. In Anbetracht der grandiosen, alles überragenden Optik tritt die Handlung sowie die Auflösung der Story im Verlaufe des Filmes zunehmend in den Hintergrund, so dass diese schlussendlich ohne Qualitätsverlust für den Zuschauer belanglos werden. Untermalt wird der Film mit sanftem und gut eingesetztem Score, der die positive Wirkung der beeindruckenden Optik akustisch intensiviert.

              Fazit: ein schöner Film und eine willkommene Abwechslung zu den zahlreichen Standardfilmen. Dem Zauber des Filmes kann man sich kaum entziehen. Und man muss auch kein Kenner von van Gogh sein, um den Film gut zu finden. Ich kann ihn wärmstens empfehlen. Eine großartige Unterhaltung.

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              • 8 .5

                Ein impressionistischer Farbenrausch für die Augen, eine Wonne für die Ohrenmuschel dank Clint Mansells fabelhafter Vertonung und eine liebevoll erzählt und recherchierte Geschichte fürs Herz.

                Anders als bei „A Scanners Darkly“ wirkt die Technik mit der Übermalung jedes einzelnen Frames auch nicht überfrachtet oder redundant, sondern lädt das Auge des Zuschauers dank Van Goghs faszinierenden Stils zum Verweilen und entdecken in jeder einzelnen Szene ein.

                Einfach Wundervoll!
                Danke Vincent!

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                  Während die Story, also die Nachforschungen zu Van Gogh's Tod, gar nicht mal so interessant ist, ist es der Stil, wie der Film gedreht wurde, umso mehr. Ein Realfilm wurde übermalt im Stil van Gogh's, und das aus meiner Sicht sehr gelungen. Wenn man sich also der Kunst Van Gogh's in bewegten Bildern geben möchte: bitte sehr.

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                  • 8 .5

                    Wunderschön gemalt, wunderschön erzählt.

                    Ich war wirklich positiv überrascht. Die Erzählstruktur hat ihn wesentlich unterhaltsamer gemacht als erwartet. Zudem ist die Musik im Einklang mit den Bildern einfach perfekt.

                    Ein Meisterwerk!

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                      mariega 19.08.2018, 18:33 Geändert 19.08.2018, 19:36

                      ÖL AUF LEINWAND
                      Es gibt Maler, die die Sonne in einen gelben Fleck verwandeln. Es gibt aber andere, die dank ihrer Kunst und Intelligenz einen gelben Fleck in die Sonne verwandeln können.
                      Pablo Picasso

                      So wie eine neue Brille oder einen roten Lippenstift braucht man manchmal eine neue Perspektive, um die Dinge des Lebens zu ändern. Die Idee mit Bildern von Vincent van Gogh zu drehen fand ich überraschend ästhetisch.

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                      • 7 .5
                        Strackymandias 14.08.2018, 01:28 Geändert 14.08.2018, 01:29

                        Wunderschön (wortwörtlich) bebildert und von Clint Mansell gewohnt gekonnt vertont, ist Loving Vincent vor allem audiovisuell ein verdammt starkes Ding. Leider bleibt er erzählerisch recht konventionell, ereignisarm und oberflächlich. Die Geschichte ist natürlich inherent emotional, das Drehbuch selbst kommt jedoch wenig überraschend daher. Als Laie habe ich einiges über sein Leben, insbesondere aber seinen Tod gelernt, denke aber nicht, dass der Film absoluten Van-Gogh-Experten viel Neues bieten wird. Diese können sich die Zeit dafür dann damit vertreiben, alle Anspielungen an Van-Gogh-Gemälde zu entdecken. Alles in allem ein empfehlenswerter Film und ein interessantes, filmisches Experiment, aber bei weitem kein Meisterwerk.

                        • 8

                          Rein visuell ist „Loving Vincent“ ein Ausnahmefilm, den man gesehen haben muss. In mühseliger Kleinstarbeit erweckten 125 Maler und einige Schauspieler eine Reihe von Gemälden von Vincent van Gogh zum Leben. Inhaltlich ist das weniger spektakulär, aber immer noch sehenswert: Die Suche nach dem Menschen van Gogh ist mit Krimi- und Coming-of-Age-Elementen gespickt, die zwar nicht viel bringen, aber doch noch die eine oder andere Frage stellen.

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                            Mekridi 14.06.2018, 10:51 Geändert 14.06.2018, 11:06

                            https://www.youtube.com/watch?v=8mSn6djfBm0 Tripple♥

                            Rein emotional würde ich wohl sofort die 10 zücken. War tief drin. Clint Mansell natürlich, schluck. Was für ein Score. Tiefste, nachempfindbare Melancholie fiedelt einem tonnenschwer durch den Gehörgang. Groß. Schon beim Openingstück hab ich gejauchzt. Inhaltlich? Gelangweilt habe ich mich zwar zu keiner Sekunde, aber neutrale, sachliche Worte kann ich leider noch keine finden. Ich war wohl zu sehr abgelenkt von dieser Schönheit, der fühlbaren Dramatik, diesem wunderschönen Fluss von Bildern und Tönen. Würd sagen, ich guck nochmal und dann eventuell mehr...

                            Bis dahin verbleibe ich mit den Worten: I'm LOVING VINCENT

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                              admiralthrawn 28.05.2018, 10:11 Geändert 28.05.2018, 20:57

                              Schade, habe mir mehr erhofft. Weder die Story noch die Musik haben mich abgeholt. Lediglich der Schlusssong, welcher jedoch auch kein Original ist, was ich eben erfahren habe.
                              Das das Bild "Sternennacht" das letzte im Film sein würde, habe ich schon vorher geahnt.
                              Von den Animationen war das auch nur gut für mich, aber nichts was mich aus den Socken gehauen hat.
                              Sorry, gerade die Schauspieler, welche dann ja "übermalt" wurden, haben mal so gar nicht in die Bilder dazu gepasst, das wirkte zu gekünstelt.

                              Wem der Stil des Films gefallen hat, empfehle ich Alexander Petrow´s Filme z.b. "The Old Man and the Sea" nach dem Roman von Ernest Hemingway, oder "Meine Liebe".
                              Beides sind Öl-auf-Glas-Animations-Kurzfilme. Ersterer wurde sogar mit dem Oscar ausgezeichnet, letzterer dafür nominiert.

                              Die Filme sind auf youtube zu sehen:

                              https://www.youtube.com/watch?v=W5ih1IRIRxI

                              https://www.youtube.com/watch?v=47l1bcPFPEQ&list=PL3E3C848656054DE1

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                              • 6 .5

                                Loving Vincent ist ein stilistisches Experiment, das zumindest inszenatorisch als geglückt betrachtet werden muss. Ein visuelles Meisterwerk, das aus über 65.000 ölgemalten Einzelbildern besteht und den einzigartigen Stil Vincent van Goghs hervorragend einzufangen versteht. Inhaltlich offenbaren sich zwar durchaus Schwächen, doch obgleich dem Film im letzten Drittel leider etwas die Puste ausgeht und sich ein wenig Langatmigkeit einstellt, fängt er in seiner Erzählweise und durch Clint Mansells wunderbaren Soundtrack ein Gefühl der Melancholie ein, das zum tragischen Leben van Goghs passt. Und so ist Loving Vincent vor allem eines: Ein würdiges Denkmal dieses einzigartigen Künstlers.

                                Vollständige Kritik: https://movicfreakz.de/loving-vincent/

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                                • 7

                                  Partiell in Rückblenden erzähltes und um Versatzstücke des Kriminalfilms angereichertes teilbiografisches Drama, das inhaltlich nicht über die gesamte Spielzeit zu überzeugen vermag, dank der Umsetzung als Animationsfilm, der sich aus zehntausenden, am Stil und teilweise auch direkt an den Werken van Goghs angelehnten Ölgemälden zusammsetzt, aber ein vorerst einmaliges, wenn auf Dauer auch leicht anstrengendes Spielfilmerlebnis bietet.

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                                  • 8 .5

                                    Ein gemalter Krimi?
                                    Ein gemalter Krimi über van Gogh?

                                    Als jemand, der in Sachen Kunst eher bei Hopper, Lichtenstein oder Helmut Newton stehengeblieben ist, die schönen Künste aber wirklich schätzt, musste ich diesen Film sehen.

                                    Und was hierbei herausgekommen ist, ist mit Kleinod noch unzureichend beschrieben.

                                    In Zeiten von immer gleichen Animationsfilmen, die, Fastfood gleich, die Lichtspielhäuser überschwemmen, ist "Loving Vincent" ein wahrer Hoffnungsschimmer. Eine Erinnerung daran, wie großartig das Genre "Trickfilm" sein kann.

                                    Detailverliebt und detailversessen windet sich der Film auf den letzten Pfaden von Vincent van Gogh, trumpft mit wunderschönen Ideen auf und nimmt den Zuschauer tatsächlich komplett gefangen, sofern dieser nach Jahren voller gleichförmiger Animationsfilme noch in der Lage ist, hochwertige Kunst als solche zu erkennen.

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                                      Traumhaft schön werden hier die Bilder van-Goghs umgesetzt, und zudem mit einer leicht fasslichen Geschichte umgesetzt. Der Film braucht die große Leinwand, ist aber einer meiner Oscarfavoriten gewesen.

                                      • 9 .5

                                        Es ist zweifellos eine einzigartige, wunderschöne Bio-Pic. Co-Regisseur Welchman (Oxon.) hat gut recherchiert, sodass wir einen Einblick in die letzten Jahre des Maler-Genies bekommen und zugleich mitten in die tragische Problematik seines Lebens geführt werden. Ausgehend von Portraits, die in gekonnter Art und Weise animationsmäßig in Bewegung gesetzt werden, entsteht ein Plot, der stets mit der bekannten Realität in Kontakt bleibt. Situationen aus dem persönlichen Umfeld von van Gogh könnten sich durchaus so oder so ähnlich zugetragen haben. Echte Über- oder Untertreibungen sind mir dabei nicht aufgefallen. Die biometrischen Daten von namhaften Schauspielern wie z.B. Saoirse Ronan, Helen McCrory oder Aidan Turner und Eleanor Tomlinson haben Verwendung gefunden und wurden im Malstil van Goghs umgesetzt.
                                        Den Leitfaden liefert Armand, der Sohn des Postmeisters Roulin, der nach Vincents Tod seinem Bruder Theo einen Brief zustellen soll. Weil der aber inzwischen auch nicht mehr lebt, ist Armand gezwungen, alle möglichen Kontaktpersonen aufzusuchen. Bei seinen Nachforschungen geht es auch um die näheren Umstände von Vincents Tod: Selbstmord oder ein makabrer Scherz seiner Saufkumpane oder etwa Tod aus Versehen? Der großartige Song von Don McLean ‘Starry, starry Night‘ der am Ende erklingt, gibt eine wunderschöne, lyrische Antwort. (Leider singt Don nicht selbst, sondern Lianne La Halvas ?!). ‘Vincent, du hast dir das Leben genommen, so wie es Verliebte oftmals tun. Aber ich hätte dir schon sagen können, Vincent, diese Welt war nichts für jemanden, der so wunderbar war wie du.‘
                                        Der Film ist ein Erlebnis. Pinselstriche werden lebendig und verdeutlichen die sich ständig verändernden Farbnuancen. Hier wird Kunst im wahrsten Sinne des Wortes lebendig. Die mitunter etwas niederwertige Spannung wird durch den Zauber der in Bewegung gesetzten Bilder van Goghs mehr als wettgemacht. So entsteht ein Sog, der weit über die Grenzen eines statischen Gemäldes hinausgeht. Zu den vielen Preisen würde ein Oscar gut passen.

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                                        • Bei den Oscars 2018 ist der britisch-polnische Animationsfilm “Loving Vincent” einer der Anwärter auf den Besten Animationsfilm. Wie unwahrscheinlich der Gewinn bei Gegnern wie dem Pixar-Film “Coco – Lebendiger als Leben” (2017) und dem Blue-Sky-Studios-Film “Ferdinand – Geht STIERisch ab” (2017) auch sein mag, hätte “Loving Vincent” ihn als erster vollständig gemalter Film mehr als verdient.

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                                            Adrian.Cinemacritics 03.02.2018, 17:37 Geändert 03.02.2018, 17:38

                                            Es kommt heutzutage nicht mehr so oft vor, dass man von einem Animationsfilm behaupten kann, dass er ein visuelles Erlebnis abgeliefert hätte, wie man es nur selten erlebt hat, was äußerst verwunderlich ist, da es heutzutage Animationsfilme wie Sand am Meer gibt.
                                            Viel zu oft bekommen wir dieselben quietschbunten Animationen mit denselben quietschbunten, putzig aussehenden Charakteren zu sehen, die zwar nicht unbedingt hässlich anzusehen sind, aber dafür keinen besonderen Eindruck bei dem Betrachter hinterlassen, was dafür sorgt, dass diese Animationsfilme stilistisch keine Identität haben, die sie von so vielen anderen unterscheidet.
                                            Doch statt einige Schritte voraus zu gehen, geht LOVING VINCENT mit dem Look des Films einige Schritte zurück in die Vergangenheit - und das ist eine gute Sache!
                                            Dieser Film ist ein ästhetisch meisterhaftes Kunstwerk, wie man es nur selten im Kino erlebt hat. Man hat wirklich das Gefühl, dass die Bilder des großen Künstlers Vincent Van Gogh zum Leben erweckt wurden.
                                            Jedes Bild könnte man in einem Museum ausstellen und stundenlang betrachten, die impressionistische Handschrift des Künstlers ist zu jeder Sekunde spürbar.
                                            Was uns hier gezeigt wird, ist wortwörtlich wahre Kunst.
                                            Doch der visuelle Augenschmaus ist nicht das einzig Lobenswerte an dem Film.
                                            Auch wenn sich der Film hauptsächlich um das Rätsel von Van Goghs Selbstmord dreht, zeigt die Geschichte kein Interesse daran, den Charakter zu entmystifizieren, sondern bietet uns verschiedene Standpunkte, wie dieses eigenartige Genie sich dazu entschieden haben könnte, seinem Leben ein Ende zu bereiten.
                                            Wir lernen zwar etwas von ihm, doch der Film geht zum Glück nie zu weit, sodass wir ihn am Ende immer noch als das mysteriöse Individuum sehen, das er war.

                                            Wenn man sich auf LOVING VINCENT einlässt, wird einem eine einzigartige Seherfahrung zuteil, die man so schnell nicht vergessen wird. Und auch wenn manche sich über gewisse inhaltlichen Schwächen beklagen mögen, ist es das größte Kompliment überhaupt, wenn man einen Film dafür loben kann, etwas abgeliefert zu haben, das man noch nie zuvor gesehen hat.

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                                              Es ist ein einfaches, sich bei „Loving Vincent“ ausschließlich auf die Technik zu konzentrieren; nur über das Visuelle zu reden. Jeder Freund und Liebhaber der bildenden Kunst wird daran seine helle Freude haben. Aber auch all jenen, die Leben, Wirken und Tod des großen Vincent van Gogh mit Interesse betrachten, sei diese große Hommage herzlichst empfohlen.
                                              [...]
                                              Vollständige Kritik: https://aboutthepictures.wordpress.com/2018/02/01/loving-vincent/#more-597

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                                                Ein wunderschöner Film, der auf jeden Fall im Kino angesehen werden sollte.

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                                                  Loving Vincent ist ein filmisches Werk, das es so noch nicht gab! Die Bedeutung des Film als bewegte Bilder bekommt hier eine völlig neue Bedeutung und auch die Handlung kann sich meiner Meinung nach sehen lassen. Für mich ein ganz großer persönlicher Favorit für den Oscar, auch wenn ich nicht glaube, dass er ihn gewinnt.

                                                  Ersteinmal muss ich gestehen, dass ich kein großer Kenner auf dem Gebiet der Malerei bin. Dennoch finde ich die Verbindung aus Film und Malerei absolut einzigartig. Mit realen Schauspielern gedreht und schließlich im Stile von van Gogh auf Ölgemälde übertragen, ist der Film mit Sicherheit ein enormer Aufwand gewesen und das sieht man ihm an. Besonders wenn zum Schluss die Gegenüberstellung der Figuren aus dem Film mit den echten Portraits erfolgt, dann merkt man die Detailverliebtheit. Auch wenn man eine gewisse Zeit braucht, um sich an so eine Art der Darstellung zu gewöhnen, so kann man schließlich völlig in den wunderschönen Bildern versinken. Künstlerische Genauigkeit oder Werktreue zu van Gogh kann ich leider nicht beurteilen.
                                                  Auch wenn ich einigen Kritikern widerspreche, so finde ich auch die Grundidee der Erzählung ausgesprochen geschickt gewählt. Dadurch, dass ein Außenstehender sich an die Orte des Lebens von van Gogh begibt, wird die Möglichkeit geschaffen die Bilder, die van Gogh dort gemalt hat in den Film zu integrieren. Weiterhin werden die Rückblenden durch das Schwarz-Weiß gekennzeichnet. An sich ist das bereits ein bekanntes filmisches Mittel, gewinnt hier jedoch eine neue Bedeutung. Es wird nicht nur der Vielfalt des kreativen Schaffens des großen Künstlers gehuldigt, sondern es entsteht ein weiteres verblüffendes Phänomen: Die Schwarz-Weiß-Zeichnungen sind so verblüffend echt, dass es in einigen Bildern wie eine reale Aufnahme aussieht. Die Vergangenheit scheint also deutlich fixierter zu sein, als dass was unserem Hauptprotagonisten geschieht, denn hier werden besonders die Hintergründe durch die dicken Pinselstriche manchmal nur angedeutet. Das könnte ein Hinweis auf das zunehmende Interesse des Protagonisten an van Gogh darstellen und den eigenen weichenden Realitätsbezug bedeuten.
                                                  Auch die Handlung an sich ist nicht banal. Technisch erinnert sie an Citizen Kane, durch die interviewhafte Erzählung. Als spannendes Element wirkt natürlich die Frage nach den Umständen des Todes von van Gogh. Diese wird auch durch die teils sehr mysteriösen Charaktere aufrechterhalten, sodass man lange nicht weiß, wem zu glauben ist und wem man nicht trauen darf.
                                                  Weiterhin geht es aber weniger um die anderen Charaktere, sondern vielmehr um die Reaktionen der Gesellschaft auf einen merkwürdigen Außenseiter, wie van Gogh. Sein Leben wird gar nicht so viel beleuchtet, wie man vllt annehmen mag. Dafür wird ein toller Mythos um diesen verschlossenen kunstversessenen Menschen gemacht, welcher sich auch in der Literatur über ihn wiederfinden lässt. Kaum jemand scheint ihn damals wirklich verstanden oder akzeptiert zu haben, sodass Reaktionen auf ihn von Ablehnung, über Mobbing bis hin zu Ausnutzung reichen. Die Anerkennung eines Genies ist schließlich ein seit Jahrhunderten problematisches Thema. Das Vermächtnis eines Künstlers wird somit auch an mehreren Stellen thematisiert.
                                                  Mitunter finden wir auch 2-3 namenhafte Schauspieler im Cast, bei denen es mir allerdings schwer fällt ein Urteil zu bilden, da es schließlich alles gezeichnet worden ist.
                                                  Negativ könnte man hervorheben, dass der Film einem etwas langatmig vorkommen kann, wenn man sich nicht für die Thematik interessiert. Es ist jedoch ein Film auf den man sich einlassen muss, um von ihm gefesselt zu werden. Weiterhin könnten wahrscheinlich die Verbindungen zwischen der Malerei und der Filmkunst noch etwas vielfältiger thematisiert werden, aber auch hier wurden einige Ideen gelungen umgesetzt.

                                                  Alles in Allem ist Loving Vincent ein spannender Film, der besonders durch seine visuelle Wucht auf der großen Leinwand seine Wirkung entfaltet, wenn man sich auf ihn einlässt. Außerdem schafft es der Film durch die Kreation des Mythos van Gogh, den keiner genau beschreiben kann, dass man sich nach dem Kinobesuch ersteinmal etwas zu van Gogh und seinem Leben und Wirken durchlesen möchte. In diesem Sinne macht der Film also alles richtig, indem er Interesse weckt. Wer sich allerdings schon gut mit der Biografie auskennt, den dürfte die Handlung zu großen Teilen kaum überraschen.
                                                  Insofern also eine dringende Empfehlung an alle künstlerisch Interessierten und für mich der ambitionierteste Animationsfilm dieser Oscarsaison.

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                                                    Im abstrakten Vorspann sieht man in der Großaufnahme dem Entstehem blauweißer Flächen in Ölfarben zu. Jede Kontur der einzelnen Farbtupfer ist zu erkennen, sodass der Zuschauer in einer Unmittelbarkeit mit der Materialität eines Ölgemäldes konfrontiert wird, wie sie sonst nur die Maler selbst kennen. "Loving Vincent" zeigt auf diese Weise so früh wie möglich auf, welche eigentümlichen Qualitäten sein fleißig beworbener Animationsstil hat.
                                                    Danach allerdings ist der Film so damit beschäftigt, ganz so auszusehen wie die Malerei seiner Titelfigur, dass es ihm nicht gelingt, etwas substanzielles über Van Gogh oder seine Kunst zu sagen, geschweige denn, ihr etwas hinzuzufügen. Er interessiert sich nicht dafür, dass ein Gemälde nicht dasselbe ist wie ein Film, auch wenn er aus Gemälden besteht, und dass eine Hommage nicht in der Imitation stecken bleiben muss. Als technisch bemerkenswerte Leistung und ausgesprochen hübsch illustrierte Biographie im "Citizen Kane"-Format anzuerkennen, erschöpft sich der eigene Wert des Films so neben der sicherlich berechtigten symbolischen Verbeugung vor Vincent im visuellen Zitateraten fürs gebildete Arthouse-Publikum. Und weil sowas snobistisch ist, gucke ich mir jetzt lieber noch mal Tarkovskis "Andrej Rubljow" an.

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