Lucky - Kritik

Lucky

US · 2017 · Laufzeit 88 Minuten · FSK 0 · Drama, Komödie · Kinostart
Du
  • 7

    Der Schauspieler Harry Dean Stanton, der im September 2017 verstorben ist, war ein bekanntes Gesicht in der Filmwelt. Jeder Filmfreund hat ihn bestimmt in dem einen oder anderen Film gesehen: Science-Fiction-Fans werden seine Rolle in “Alien” nie vergessen, andere dagegen kennen ihn aus “The Green Mile” oder dem einen oder anderen David Lynch-Film. Jetzt setzt der Schauspieler John Carroll Lynch mit seinem Debütfilm “Lucky” (OT: “Lucky”, USA, 2017) dem Schauspieler Stanton ein Denkmal.

    • 4

      Hat mir nicht gefallen. Stanton (sieht hier aus wie bereits tot) sei diese Abschiedsvorstellung gegönnt; auch das Zusammenspiel mit Weggefährten wie David Lynch und Tom Skerritt ist schön anzusehen. Aber ich finde es schon bekümmernd, daß offenbar selbst das amerikanische Indie-Kino nur noch mit dem dicken Pinsel malen kann. Jede im Ansatz möglicherweise reizvolle Metapher (die alte Schildkröte, die Lynch entlaufen ist, oder die nie gestellte, seit Jahren sinnlos blinkende Kaffeeuhr) wird ausgelutscht und durcherklärt. Nein, subtil ist dieser Film wahrlich nicht; da darf der schlimme Johnny Cash von "The Darkness" singen, wenn Lucky Angst hat, und gegen Ende gibt Stanton "Volver, volver" zum Besten: Wenn es am Schönsten ist, soll man gehen. Im Schlußbild wackelt dementsprechend auch nochmal die alte Schlildkröte durchs Bild. Kino ist magisch, wenn es Geheimnisse hat; dieser FIlm hat keine.

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      • 8

        Ein Mensch wird sich der eigenen Fragilität und Vergänglichkeit bewusst, und ein Darsteller verschmilzt mit seiner Rolle. Es ist ein ergreifender Moment, in dem gelebtes Leben die Leinwand erfüllt. [Anke Leweke]

        2
        • 8

          So liefert Lucky nicht nur eine Reflexion über den Tod oder ein Manifest des Atheismus, sondern: den Traum von einer Welt, in der es sich leben ließe. Ein schönes Vermächtnis. [Sabine Horst]

          • 8

            Harry Dean Stanton beendete seine Karriere mit Lucky und einer wunderbaren Hauptrolle, in der er sich selbst spielen durfte, doch lohnen sich auch die vielen Filme, in denen er nur Nebenrollen hatte. Um es mit der verstorbenen Filmkritiklegende Roger Ebert über Harry zu sagen: „Ein Film mit ihm kann nicht ganz schlecht sein.“ [Margarete Prowe]

            • 8

              Wenn es jemals einen undramatischen Film gegeben hat, dann zählt Lucky zu diesem Genre. Lucky ist kein Film über den Tod und was danach kommen mag, sondern über den Mut, mit der Sterblichkeit umzugehen. Die Schildkröte und der vom Leben gegerbte alte Mann haben mehr gemeinsam, als man zunächst zu denken glaubt. [Franz Everschor]

              • 8

                Lucky von John Carroll Lynchs ist ein filmisches Geschenk. Die Tatsache, dass dies Harry Dean Stantons letzter Film ist, verleiht diesem wunderbaren Film eine große Melancholie. [Katja Nicodemus]

                1
                • 8

                  Es ist das Glück des bewussten Abschlusses, hier am Beispiel des Schauspielers, der sich in seinem letzten Film Lucky selbstbestimmt und öffentlich von der Welt verabschiedet. Und das in einer so formvollendeten Weise, dass der tröstliche Eindruck eines gelungenen Lebens jenseits der Leinwand entsteht. [Benjamin Moldenhauer]

                  • 8

                    Ein 90-Jähriger erkennt plötzlich, dass er nicht ewig leben wird. Das ist zwar keine große Erkenntnis, „Lucky“ ist dennoch gespickt mit kleineren Lebensweisheiten. Vor allem dank der ausdrucksstarken Figuren ist das Drama ein echter Gewinn: Hier verschmelzen skurriler Humor und leise, rührende Momente zu einem schönen Film.

                    • 9

                      John Carroll Lynch schuf mit Lucky nicht nur ein würdiges filmisches Denkmal für Harry Dean Stanton, sondern auch ein kleines Filmjuwel voller Weisheit und Poesie. [Gabriele Summen]

                      • 8

                        Lucky ist 90 Jahre alt, lebt in einem Wüstenkaff in Arizona und muss eines Tages feststellen, dass sein Körper ihm nicht mehr gehorcht – was allerdings kein Grund ist, seine tägliche Routine grundlegend zu ändern. »Lucky«, das Regiedebüt des Schauspielers John Carroll Lynch, ist eine Liebeserklärung an Harry Dean Stanton, der im Herbst 2017 im Alter von 91 Jahren verstarb. [Frank Arnold]

                        • 6 .5

                          "Es gibt nicht so viele Charakterdarsteller, die wahrlich als solche zu sehen sind. Harry Dean Stanton gehörte dazu, mit einer eindrucksvollen Karriere, die sich oft – mit Ausnahmen wie Wim Wenders Paris, Texas – auf Nebenrollen beschränkte. (...) Auch wenn seine Darbietung in John Carroll Lynchs Lucky nicht der finale Abgesang unter eine Karriere mit über 200 Filmauftritten vor seinem Tod vergangenes Jahr war, so ist Lucky doch der ideale Schlusspunkt unter das 60 Jahre währende Schaffen von Harry Dean Stanton (...) Lucky steht nicht nur für die Art von Rollen, die Harry Dean Stanton seine Karriere hindurch gespielt hat, sondern fängt auch etwas seiner eigenen Persönlichkeit ein. Etwas jenes Charakters eines großen Charakterdarstellers"

                          • 8

                            [...] Die Atmosphäre der spröden, geradezu banalen Elegie des Alltags, die das Regiedebüt von Schauspieler John Carroll Lynch (The Invitation) durchweht, erinnert an Jim Jarmuschs bislang letztes Werk Paterson. Der bedeutenden Ikone des Independent-Films ging es vor allem darum, pure Schönheit in den gewöhnlichsten Situationen des Lebens zum Vorschein zu bringen und eine Ode an die Einfachheit zu entfachen. Lynch nutzt seinen Film dagegen für eine Meditation über die Vergänglichkeit des Lebens sowie den Versuch, sich der eigenen Sterblichkeit im Angesicht der konkret werden Endlichkeit bewusst zu werden. [...] Mit kargen, minimalistisch komponierten Einstellungen, in denen die Gesichter einzelner Figuren ganz eigene Landschaften bilden, lenkt der Regisseur den Fokus seines unscheinbaren, zurückhaltenden Films zunehmend auf die Begegnungen zwischen Lucky und den Menschen in seinem Umfeld. Bei Gesprächen, die dezent philosophisch-existenzielle Denkanstöße streifen, skurrile Eigenarten zutage befördern oder ganz und gar unspektakuläre Themen anschneiden, öffnet Lynch für den Betrachter die Schwelle zwischen scheinbar unbedeutenden Nebensächlichkeiten und wertvollen Offenbarungen, die Lucky in ein Gemälde der aneinandergereihten Momentaufnahmen und repetitiven Beiläufigkeiten verwandelt, in denen die Melancholie und zugleich Schönheit des Lebens noch schimmern darf. Ruhen lässt der Regisseur seinen Film hierfür auf den Schultern von Hauptdarsteller Harry Dean Stanton (Pretty in Pink), dem ewigen Nebendarsteller und treuen Begleiter jener Sorte Kino, die sich zumeist in ruhigeren, abseitigeren Gefilden fernab des massentauglichen Bewusstseins einen Weg zum Zuschauer bahnt. Auch Stanton war über Jahrzehnte hinweg irgendwie da, doch das große Rampenlicht hat ihn abseits von Rollen wie in Wim Wenders‘ Paris, Texas nie sonderlich oft für sich beansprucht. Wie auch in diesem Film scheint Stanton im wahren Leben stattdessen eher der unaufhörliche Wanderer und Suchende gewesen zu sein, der regelmäßig am Rand aufgetaucht ist, um anschließend wieder zu verschwinden, als sei er nie wirklich dagewesen. Bevor der Schauspieler im September 2017 im Alter von 91 Jahren starb, ist er für Lynch also noch einmal in die Rolle seines Lebens geschlüpft, um durch die letzten verbleibenden Überreste seines eigenen Daseins zu wandern, die sich hier Lucky nennen. Auch Begegnungen mit Nebendarstellern wie beispielsweise Regisseur David Lynch (Eraserhead), dessen Figur eine über 100 Jahre alte Schildkröte namens President Roosevelt entlaufen ist und somit selbst eine Randnotiz aus den Filmen des großen Surrealisten darstellen könnte, oder Tom Skerritt (Harold and Maude), neben dem Stanton schon in Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt spielte und dessen Figur eine besonders bewegende Anekdote über seine Vergangenheit im Krieg erzählen darf, wirken somit eher wie ein letztes Wiedersehen mit alten Bekannten und Weggefährten. Ein wehmütiges und doch optimistisches Wiedersehen, das den Hauptdarsteller mit einem ungewohnten Lächeln auf dem Gesicht in die unendlichen Weiten der Prärie entlässt, wo er sich auf ewig auf die Suche begeben darf. Die Antworten auf seine Fragen liegen vielleicht schon längst in seiner eigenen Kinogeschichte verborgen, die gleichzeitig seiner Lebensgeschichte entspricht. [...]

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                            • 8

                              Grandios - eine Alterskomödie mit philosophischem Touch. [...] John Carroll Lynch setzt mit seinem Kinodebüt dem großen Menschendarsteller Harry Dean Stanton ein wunderbares Denkmal: ein humorvoller Film über das Altsein und das Glück zu leben. [Gaby Sikorski]

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                              • 7 .5

                                "In seinem letzten großen Einsatz fürs Kino gerät Harry Dean Stanton ins Grübeln über Leben und Tod. Inzwischen grämt sich David Lynch in einer Nebenrolle um seine entlaufene Landschildkröte." [Till Kadritzke]

                                • 7 .5

                                  Je besser man mit Stantons Leben und seinen Filmen vetraut ist, desto länger hallen die lange Stille und die ziellos umherirrenden Rhythmen Luckys nach. [Justin Chang]

                                  • 8

                                    Philosophisch und witzig, ist Lucky eine Abschieds-Performance, auf die jeder Schauspieler stolz wäre. [John DeFore]

                                    • 7 .5

                                      Die Ansammlung von auf den Punkt gebrachten Darbietungen und alt-bekannten Gesichtern, Kleinstadt-Routinen und staubigen Drehorten, fügt sich letztendlich zu einem Gesamtbild zusammen, das größer ist als die Summe seiner oft klischeehaften Teile. [Jeannette Catsoulis]