Mary Shelley's Frankenstein - Kritik

Frankenstein

US/JP · 1994 · Laufzeit 123 Minuten · FSK 12 · Horrorfilm, Drama · Kinostart
Du
  • 9 .5
    Caligula1982 08.11.2017, 22:10 Geändert 08.11.2017, 22:12

    Stimmungsvoller Gruselfilm im Stil der schwarzen Romantik,
    ganz toll gespielt und handwerklich einfach sauber umgesetzt.

    Masken, Make-Up, Kostüme, Setdesign, Soundkulisse, Kamera, Ausleuchtung -
    hier stimmt einfach alles. Starke Leistung vor allem von Robert De Niro,
    seine Interpretation gehört wahrscheinlich zu den menschlichsten Darstellungen, seine Performance ist es, die dem Film Tiefe verleiht!

    Insgesamt sehr gelungene und teilweise eklige Hommage an Mary Shelley und ihr Buch, besonders wenn man Wert auf eine detailgetreue Umsetzung legt.

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    • 6

      Ganz unterhaltsam - aber teilweise etwas übertrieben. Trotzdem wars ein netter Filmabend

      • 7 .5
        LouZiffer 03.09.2017, 22:21 Geändert 03.09.2017, 22:35

        *Achtung Spoiler zum Aufbau und dem Grundaussage des Films. Jedoch keine Spoiler zum einzelnen Geschehen oder Szenen*

        Bildgewaltiges und werkgetreue Verfilmung von Mary Shellys Meisterwerk. Wer das Buch gelesen hat weiß, dass man keinen Horrorfilm erwarten kann bei dem ein Monster auf große Splattertour geht. Vielmehr geht es um nicht weniger als eine der größten und wichtigsten Fragen der Philosophie bzw. Der Menschheit: wie weit darf der Mensch gehen? Eine Frage, die zu Shellys Zeiten aktuell war und es auch heute noch ist. Gleichzeitig geht es darum mit Vorurteilen aufzuräumen und zu zeigen, dass jedes Leben etwas unglaublich wertvolles ist.
        Robert DeNiro ist wirklich toll als Frankensteins Geschöpf (ein Monster ist er nun wirklich nicht) und schafft es die vielen menschlichen Züge und Facetten, die die Buchvorlage vorgibt, in sein Schauspiel einzubringen. Generell ist der Film, wie bereits erwähnt, größtenteils deckungsgleich mit dem Buch, was ich sehr zu schätzen weiß und hier nochmal positiv hervorheben möchte. Lediglich am Ende weicht er stärker vom historischen Stoff ab, was ich persönlich nicht gebraucht hätte und auch nicht nachvollziehen kann. Hätte man das Ende nicht geändert, wäre ich zu einer noch höheren Wertung gekommen.

        1
        • 6 .5

          Bildgewaltiges Frankenstein Drama von und mit Kenneth Branagh.
          Wer hier einen alten Horrorfilm, der Schule erwartet, ist hier wohl falsch.
          Horror steht hier nicht im Vordergrund sondern der Wahnsinn und die Folgen des Wahnsinns.
          Robert de Niro als das Monster ist einfach Zucker für Cineasten.
          Auch wenn es Phasen in der Geschichte und der Inszenierung gibt, die zu schmalzig geraten sind, hat der Film eine fesselnde Grundstimmung.

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          • 9

            "Besetzungswünsche/gerüchte":

            Frakenstein (Kenneth Branagh):
            Willem Dafoe

            Elizabeth (Helena Bonham Carter):
            Kate Winslet

            Die Kreatur (Robert De Niro):
            Gerard Depardieu
            Arnold Schwarzenegger
            Andy Garcia

            Henry Clerval (Tom Hulce):
            Christopher Lambert

            Professor Waldman (John Cleese):
            Sean Connery

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            • 7

              Robert De Niro monstert hier nicht wirklich herum, denn es ist eigentlich kein Horrorfilm, wo um des Schreckens Willen geschreckt wird, sondern eher ein Drama um die ausgestoßene Kreatur und dessen grenzüberschreitenden Erschaffer.

              Der sich zum Schöpfer erhebende Doktor Frankenstein muss für diesen Frevel bezahlen wie jeder, der ungefragt vom Baum der Erkenntnis knabbert. Zuvor jedoch ist er ein Besessener, der sein Ziel verfolgt, koste es was es wolle. Sein Geschöpf allerdings ist kein böses Monster, bestenfalls optisch in seinem Äußeren etwas benachteiligt, sondern ein reflektierendes Wesen, das letztlich sogar besser als sein Schöpfer lernt, seine Rolle einzuschätzen und seine eingeschränkten Möglichkeiten zu antizipieren. Unter einer an seinen Schöpfer gestellten Bedingung würde er die Zivilisation verlassen. Er wünscht sich eine Partnerin, eine Gleichartige und Gleichgesinnte, die aber erst geschaffen werden müsste.

              Branagh inszeniert recht solide und ist hier sehr nah am Original. Ein herausragendes filmisches Werk darf man sich aber vielleicht auch gerade deshalb nicht unbedingt erwarten. Bei der Umsetzung von Text zu Film gibt es eben freilich zumeist einige Verluste.

              Die Geschichte selbst ist ja bekanntlich Allgemeingut und Weltliteratur, und ohne indonesischen Vulkanausbruch und dem daraus resultierenden "Jahr ohne Sommer" 1816, aufgrund dessen Mary Shelley und andere lieber drinnen in den Häusern blieben und eine Geschichte schrieben, hätten wir diese womöglich gar nicht. Interessant ist auch, dass zur selben Zeit im selben Haus, nämlich bei Lord Byron, auch die erste Vampirerzählung der Literatur entstand, weil sich eben alle Schreibenden darauf einigten, einfach eine kleine Horrorgeschichte zu verfassen. Man stelle sich vor, der Zeitgenosse Goethe wäre damals auch in ebendieser besagten Villa am Genfersee gewesen. Da hätten wir womöglich noch eine weitere bedeutende Schauergeschichte der Weltliteratur bekommen.

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              • 4 .5
                RoboMaus 16.11.2016, 16:35 Geändert 17.11.2016, 09:45

                Auch im zweiten Durchlauf nach etlichen Jahren konnte ich 'Mary Shelley's Frankenstein' nicht viel abgewinnen. Weder spannend noch gruselig, dafür streckenweise unnötig schmalzig. Bezeichnend und unfreiwillig komisch ist die Szene, in der Viktor und das Monster versuchen in der 'Geburtspfütze' zum Stehen zu kommen und immer wieder ausrutschen - Grusel sieht anders aus. Weit entfernt vom Klassiker mit Boris Karloff (1931).

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                • 3

                  Den Begriff 'Monster' hatte Regisseur und Hauptdarsteller Kenneth Branagh seinerzeit am Set verboten, aber sein Film ist genau das. Fünf Jahre nach seinem Erstling "Heinrich V.", für den er sowohl als Regisseur als auch als Hauptdarsteller für den Oscar nominiert war, verrennt er sich in einem Monster von Film, einem Stückwerk aus Horror und Romanze. Die Free-TV-Schnitte laut Schnittberichte.com waren zwar nicht unerheblich, aber für das verwirrende Für und Wider des verrückten Professors können sie nichts.

                  Lob für Helena Bonham Carter (die Branagh seine Ehe mit Emma Thompson kostete) und Robert De Niro, aber nach all den Jahren des 'Wartens' dennoch eine herbe Enttäuschung!

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                  • 6 .5

                    [...] Branagh erlaubt sich vielleicht weniger expressionistische Spielereien und Effekte als Kollege Francis Ford, doch die Unmengen an Zoom und Bang, die in seiner Interpretation vorherrschen, definieren Horror auf eine Art, wie er seitdem nimmer mehr so romantisiert und brutalisiert zugleich auf den Mainstream losgelassen wurde. Nun sollte man nicht soweit gehen, das Ganze in „Meat Loaf's Frankenstein“ umzubenennen, schließlich ist das Monster (Robert De Niro) zwischen allen Ambitionen des selbst inmitten der Cholera flamboyant besessenen Viktor Frankenstein (Branagh selbst, dauernd mit nacktem Oberkörper unterwegs) für ein relativ zärtliches Portrait des vom Halbgott verstoßenen Menschenwesen gut [...] Das Monster als empathisch-humaner Kern, abgekoppelt vom künstlichen Nabel eines Göttergleichnis, funktioniert eben auch, weil es als einer der wenigen Faktoren des Films langsam ist, Zeit zum Wachstum erhält, sich von Grund auf gut für eine armselige Familie im Wald einsetzt, die Belohnung einer kleinen Rose im Ärmel pflegt und dann doch von deren Reaktion auf seine Erscheinung enttäuscht wird. [...] Es mangelt an Intimität, doch genau die sticht im Kanon des Expressiven am Gelungensten heraus, bis die Schlussminuten beides konträr wie stimmig als Klimax leidenschaftlicher Gewalten vereinen. [...]

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                    • 2 .5
                      Ungluecksjunge 15.10.2016, 20:31 Geändert 15.10.2016, 21:27

                      #Horrorctober 2016 Exkurs
                      Mary Shelley's Frankenstein

                      Was war denn das jetzt?!

                      War das jetzt eine opulente Hommage an die Monsterfilme der 1930/40er, oder war der Film mit seinem unglaublich miesen Overacting womöglich doch ernst gemeint?

                      Wenn ja, dann sind sowohl die namhaften Darsteller, als auch die Regie an dem Stoff grandios gescheitert.

                      • 7
                        Michael1987 13.10.2016, 10:17 Geändert 16.10.2016, 10:17

                        #Horrorctober 2016

                        Es gibt ein Leben nach dem Tod. Nach diesem Film kann man das nur bestätigen. ROBERT DE NIRO spielt das eindrucksvolle Monster Frankensteins. DE NIRO bedient sich über die gesamte Spielzeit von ca 2h absolut selbstverständlich einer breiten Klaviatur von der Unsicherheit eines (Neu)Wiedergeborenen, über blanke Verzweiflung bis hin zu blinder Wut und Raserei. BONHAM CARTER spielt ihre Rolle der Elisabeth mindestens ebenso souverän wie DE NIRO. Auch BRANAGH weiss die gesamte Spielzeit zu überzeugen. Auch die Dramaturgie der gesamten Handlung fesselt den Zuschauer. Rundum ein super Film. Klasse für einen netten Hallowee Abend.

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                        • 7
                          Heckenritter 05.04.2016, 05:09 Geändert 05.04.2016, 09:38

                          Bist du eine zärtliche, humorvolle und romantische Frau, die
                          gerne wissen möchte wie das Paradies der Zweisamkeit
                          aussehen kann? Wenn ja, dann lies bitte weiter.

                          Mein Leben verlief nicht immer wie geplant, meine Vorstellung
                          eines glücklichen Daseins endete dumm, tragisch und aus total
                          verrückten Gründen. Nach 3 Stunden Körperpflege und einem
                          harten kalten Arbeitstag plumpse ich abends ermattet in den
                          Sessel. Kennst du dieses Gefühl des Verlassenseins? Diesen
                          Nebel aus grauer Enttäuschung nach den Mühen des Tages keine
                          Belohnung zu erhalten? Nicht mal durchtanzte Nächte oder ein
                          romatisches Dinner bei flackerndem Kerzenschein? Die Zukunft
                          darf nicht in Selbstmitleid ertrinken, es wird Zeit dagegen anzu-
                          kämpfen, DICH zu finden...
                          Hey du, mein Name ist Victor, bin super in Form, gänzlich uneitel und
                          lese unheimlich gerne spannende Geschichten. Ich liebe nächtliche
                          Spaziergänge und Poesie, zur Entspannung schaue ich gerne auf
                          meinem urgemütlichen Sofa Gänsehautfilme. Mit Befriedigung übe ich
                          meine ehrenamtlichen Tätigkeiten aus, ich bin ein sehr hilfsbereiter und
                          gefühlvoller Mensch. Auf Swinger stehe ich nicht, aus einem unschein-
                          baren Keim möchte ich eine sprießende Blüte der Beständigkeit und
                          Zuneigung erwachsen sehen, eine Oase des Vertrauens, der Geborgen-heit und Harmonie. Treue geht mir über alles!
                          Mit Leidenschaft erkunde ich neue Geschmackswelten, am liebsten
                          von purpurroten Weinen, zwei Gläser stehen schon bereit ;) Das
                          Aussehen spielt keine Rolle, für mich zählen einzig die inneren
                          Werte. Sollte dir mein Bild ein Lächeln abringen,

                          http://blogs.elpais.com/.a/6a00d8341bfb1653ef01a3fce3442d970b-pi

                          zögere nicht, dich unter Chiffre 17883 zu melden. Auf dich wartet ein
                          Abendessen zum Kennenlernen: mein Leibgericht ist Zitteraal in Gelee,
                          dazu eine große Backkartoffel mit Waldkräuterfrischkäse. Hast du
                          Appetit bekommen? Jetzt liegt es an dir, den Kreislauf des Wartens zu
                          durchbrechen... Auf hoffentlich bald, dein Victor

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                          • 7 .5

                            Vorab: Ich habe den Original-Roman nie gelesen, kenne aber natürlich die Geschichte von Frankstein und seinem Monster, wobei ich jedoch nie erfahren habe wie die Geschichte eigentlich endet. Der Film war ganz anders als ich ihn mir vorgestellt habe, denn eigentlich erfuhr man hier viel mehr über Frankenstein, sein Leben, seine Familie und alles, während das Monster eher im Hintergrund blieb. Dabei dachte ich immer sein Monster sei eigentlich die Identifikationsfigur und Frankenstein selbst eigentlich nur die Figur die Mittel zum Zweck ist. So hatte ich hier einfach das Problem, dass ich nicht wirklich wusste auf wessen Seite man eigentlich sein sollte: Sein Monster tat einem einfach, wie zu erwartend, total leid, wurde aber auch oft genug als Mörder dargestellt, sodass ich das Gefühl hatte, es sollte hier der Bösewicht sein. Als diesen konnte ich ihn aber nicht sehen, weil man einfach zu viel Mitleid mit ihm hatte. Und auch Frankenstein selbst konnte ich nicht als Bösen sehen, weil er eigentlich auch nur eine gute Absicht im Sinn hatte.
                            Wie gesagt, ich weiß natürlich nicht wie das in der Buchvorlage alles war, aber angeblich soll diese Version sich ja am meisten daran halten.
                            Optisch und schauspielerisch gibt es sicherlich nichts zu bemängeln: Robert DeNiro spielt die Figur herausragend und schaft es der Kreatur trotz all der Schminke genügend Emotionen zu geben, auch Kenneth Branagh überzeugt als dessen Schöpfer, muss sich aber neben DeNiro schauspielersich geschlagen geben.
                            Mir fehlte da einfach nur eine gewisse Grenze zwischen Gut und Böse. Mehr über die Kreatur, weniger über Frankensteins Leben hätten den Film ganz gut getan, denke ich. Dennoch hat der Film mich emotional sehr berührt und ist in seiner Ausstatung und den Kostümen her super gemacht. Ich muss dazu auch sagen, es war der erste Film über Frankenstein den ich bis dahin gesehen habe, vielleicht sind andere Verfilmungen etwas aufschlussreicher.

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                            • 7

                              Ich möchte den Film bewerten ohne wirklich auf die Buchvorlage einzugehen. Das Problem bei solchen Filmen ist immer das es mit der Buchvorlage verglichen wird und alles was losgelöst ist von der Vorlage direkt als schlecht Bewertet wird oder als eine "Interpretation" die einem persönlich niemals durch den Sinn kommen würde.

                              Ich bin ganz ehrlich habe die Buchvorlage nie gelesen kenne aber natürlich die Geschichte die sich hinter "Frankenstein" verbirgt.

                              Nun ich habe den Film auf Blu Ray gekauft und angeschaut.

                              Ich muss gestehen ich war am Ende des Filmes Buff, Wieso?
                              Nun jeder kennt die Geschichte von Frankenstein , in vielen Filmen oder Serien wird die Kreatur die Frankenstein erfunden hat als schon eine Art Zombie dargestellt.Pustekuchen!

                              Der Film Punktet mit einer tollen Kulisse , mit super Schauspieler , Robert de Niro als Kreatur ist 1A, er spielt die Kreatur wirklich wie sie gespielt werden muss nämlich als ein Lebewesen das nicht weiß , was es ist , und seine Gefühle und Emotionen nicht versteht. Die Geschichte ist auch nicht vorauszusehen(sofern man dass Buch nicht gelesen hat)

                              Ich kann jedem ans Herz legen , schaut euch den Film an und bildet euch eine Meinung ,! Er ist wirklich super

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                                RavDrzgl 24.06.2015, 20:10 Geändert 24.06.2015, 20:39

                                Mir wurde der Film als werkgetreue Verfilmung empfohlen und ich muss sagen: werkgetreu? Ja, wenn man das Drehbuch meint. Nein, wenn man den Roman von Shelley meint. Schon die ersten Szene nach dem Eis finden so im Roman nicht statt und zum Ende wird aus dem halben Faden aus dem Teppich des Romans ein völlig neuer Stoff, der so überhaupt nicht mehr zum Roman passt. Auch die Besessenheit, die Branagh in Frankenstein setzt, ist mir so massiv nun nicht in Erinnerung. Aus der Parabel über die Grenzen der Wissenschaft und die Grenzen des Menschseins wird so ein Horror-Romantik-Kitsch. So wird für mich die Wirkung des Romans zerstört und ist nicht mehr das, was den Roman ausmachte. So bin ich mal wieder enttäuscht worden, dass man es nicht lassen kann, alles im Stile Hollywoods zu inszenieren. Am Ende inszeniert Branagh vor allem eins, sich selbst. De Niro ein Monster spielen zu lassen, dass 8 Fuß groß war, während er selbst wohl um 1,75 herum steht, ist schauspielerisch eine gute Wahl, aber optisch ziemlich schlecht. So bleibt für mich 2h Aufregung über die massiven Ungenauigkeiten und 10 Minuten Schimpftirade gegenüber den, der ihn mir empfohlen hat.
                                Wenn man einfach nur eine Standardhollywoodverfilmung sehen will, die sich wenigstens mal an die Figuren aus dem Orginal hält, der kann sich das ja ansehen, doch dicht am Werk ist es nicht.

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                                • 5 .5

                                  Kenneth Branagh Ego-Show über die (über-) romantisierte Vorstellung der Frankenstein Geschichte. Bühnenmäßig groß inszeniert, bricht Brannagh zur Entdeckung der Wiedererschaffung des endgültigen Lebens auf. Frankenstein wird erweckt und erweißt sich als verkannter Superheld für das unwissende Dorfvolk. Als Außenseiter mit Hohn und Spott bedacht, wird Frankstein eher ein tragischer Held. Branagh bringt seine Geschichte die dicht an der Romanvorlage bleibt, am Ende auf den Punkt. Wer ist das größere Monster? Erschaffer oder Erschaffener? Einen Hauch Kitsch versprüht diese Frankenstein Version. Leider bleibt der Film nicht tadellos. Stellenweise behäbig, zu viel sagend inszeniert, mit einer Prise Egowahn, wird “Frankenstein” hier erdacht, erzaubert und irgendwie doch nicht so richtig spannend auf die Leinwand gebracht. Tragisch in vielerlei Hinsicht, erweißt sich Mary Shelley´s Frankenstein, leider nicht das ganz große Abenteuer, für welches es gehalten wird, weniger wäre hier wirklich mehr gewesen.

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                                  • 8 .5

                                    Die wohl werkgetreuste Verfilmung des Klassikers von Mary Shelley. Kenneth Branagh schafft eine spannende, atmosphärisch dichte und gleichzeitig bewegende Verfilmung. Die Darsteller sind überzeugend, wobei Robert De Niro hier wieder mal alles und jeden in den Schatten stellt.

                                    • 7 .5

                                      Branaghs Verfilmung kann sich definitiv mit dem Original aus dem Jahr 1931 messen, ist vielleicht sogar besser (auch wenn natürlich nicht so bedeutend).
                                      Helena Bonham Carter ist bezaubernd und de Niro liefert mal wieder eine außergewöhnliche Show ab und spielt das Monster wesentlich besser als ich es erwartet hatte (Schande über mein Haupt, dass ich am Meister gezweifelt habe).

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                                      • 10

                                        Ich bin doch positiv überrascht, wie viele die Qualität dieses Films hier erkannt haben. Zu oft habe ich vernichtende Kritiken und Meinungen gelesen und hatte schon Angst, das selbige hier vorzufinden.

                                        Ich finde, Kenneth Branagh ist hier ein episches und monströses Meisterwerk gelungen.
                                        Sie kommt der (hervorragenden) Romanvorlage von Mary Shelley sehr nahe, ein Monster mit eckigem Kopf und Schrauben im Hals sucht man hier nämlich vergebens. Nein, hier wird versucht, das ganze Thema so realistisch und detailreich wie möglich anzugehen. Und das ist gelungen! Natürlich ist es trotzallem Fantasy und Sci-Fi, also Leute die extrem auf Logik achten, sind bei diesem Film sicherlich verkehrt. Aber das sollte durchaus klar sein.

                                        Branagh weiss in seiner Rolle als Victor, wie auch als Regisseur, zu überzeugen! Ich habe noch nie eine so gute Verkörperung des tragischen Medizinstudenten erlebt und ja, ich habe bereits etliche Frankenstein-Verfilmungen gesehen. Ich habe mit ihm gelitten, bis hin zum traurigen, aber epischen Ende. Apropos, das Musikstück am Ende des Films ist gigantisch! Ein wundervoller Soundtrack von Patrick Doyle.

                                        Ebenso ist De Niro perfekt besetzt. Er ist kaum unter dem hervorragenden Make Up wiederzuerkennen. Aber auch die Nebendarsteller sind bis ins letzte super - Helena Bonham Carter, Ian Holm und allen voran John Cleese, in einer für ihn doch sehr ungewöhnlichen Rolle.

                                        Selten hat mich ein Film so mitgerissen. Ich zähle ihn zu meinen absoluten Favoriten und kann die vielen schlechten Kritiken wirklich nur schlecht nachvollziehen. Selbstinszinierung? Nicht wirklich. Der Film kommt fast opernhaft daher, mit der ganzen Tragik und den wundervollen Schauplätzen, und wirkt auch hier und da stark gekünstelt, doch ich denke, dass es genauso gewollt war.

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                                        • 5 .5

                                          Die Idee eines jungen Wissenschaftlers, den perfeken Menschen zu erschaffen, missglückt. Er erschafft eine unkontrollierbare Kreatur. Achtung Der Film ist nicht unbedingt schaurig gruselig, sondern eher abgrundtief traurig. Beinahe ein mehr ein Psychodama, als ein Horrorfilm. Mir war er zu traurig, ich hatte bei dem Thema mehr Grusel erwartet.

                                          • 5 .5

                                            Der Film hat mit Mary Shelley’s Frankenstein so viel zu tun wie Apfel mit Apfelsine. Aber wen interessiert das heute noch? Es ist viel mehr Kenneth Branaghs Frankenstein (Regie und Hauptrolle!). Die Figuren sind zwar aus dem Roman des 18. Jahrhunderts entlehnt, dienen aber lediglich als Anlass von viel Klamauk und Hollywood-Super-Action. Eine Riesenshow für Geräte- und Apparaturenfetischisten und entfesselten Naturgewalten. Plötzliche Ortswechsel in die Antarktis nach blutdurchtränktem Geburtsspektakel und herzausreißenden Horrorszenen, wie man sie nur von Inka-Ritualen her kennt, sorgen für jede Menge Action. Das ist kein Drama, das ist Horror pur, aber der ist nicht zum Fürchten sondern nur zum Staunen. Um die Handlung noch etwas aufzufüllen, kommt noch aus der Familienkiste ‘Frankensteins Braut‘ (Helena Bonham Carter) zum Einsatz.
                                            Die großartigen Darsteller werden nur noch von den Maskenbildnern übertroffen. Ihr Make-Up ist wirklich oscarwürdig. Hier vor allem Robert De Niro als Monster und die Bonham Carter als seine Braut. Herrlich hässlich!
                                            Wie der Ehrentreffer beim Fußball gibt es eine Szene, die durch qualitativ anspruchsvolle Dialoge, den Film vor dem Absturz rettet. Das Gespräch zwischen Frankenstein und seiner Kreatur. Hier redet der Vater quasi mit seinem Sohn, der sich nach der Herkunft der Einzelteile seines Körpers erkundigt. Wieso kann er Flöte spielen? Hat er eine Seele? War es ein Fehler, ihn zu kreieren? Hat sein Leben einen Sinn? Ihr Pakt erinnert an den mit dem Teufel. Branagh gibt sich gelegentlich etwas Faustisches. Dagegen spricht nur die vorgezogene Hochzeitsnacht mit Elisabeth, bevor sie zum Monster wurde und einen terroristischen Abgang wählte. Viel Lärm! Manchmal übertriebene Theatralik in dieser egomanischen Inszenierung.

                                            • 5 .5

                                              Leider baute man in den Film ein paar typische Hollywoodklischees an die den Genuss des Werkes etwas vermiesen

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                                              • 8 .5

                                                der ist der besten frankenstein.......robert ist hier sehr traurig anzusehen...

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                                                • 7

                                                  Relativ werkgetreue Umsetzung der Vorlage, die trotz oppulenter Ausstattung und großartiger Darsteller nicht ganz die Klasse/Qualität(en) der ähnlich gelagerten "Dracula"-Verfilmung Coppolas erreichen kann.

                                                  • 7 .5

                                                    James Whales Frankensteinadaption von 1931 ist natürlich in Sachen Maske und Darsteller (Boris Karloff) absolut unereichbar und legendär, aber was uns Kenneth Branagh hier in Regie und Hauptrolle bietet ist die bislang werkgetreueste Verfilmung und daher viel mehr Drama als Horror. Für meinen Geschmack die zweitbeste bisherige Frankensteinversion.